Wie Sie Ihre wichtigsten Aufgaben identifizieren

Manchmal ist die Aufgabenliste so voll, dass man beim bloßen Anblick schon den Mut verliert. „Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht“, sagt der Volksmund dazu. Die Gefahr besteht dann, die Flinte ins Korn zu werfen und gar nicht erst anzufangen. Auf die Dauer führt dieses Verhalten mit Sicherheit zu einer Verschärfung der Situation.

Was also tun? Priorisieren heißt das Zauberwort. Leichter gesagt als getan. Der Teufel steckt im Detail und deshalb gibt es unzählige Tipps, wie man erfolgreich Prioritäten setzt. Elizabeth Yuko empfiehlt, die wichtigsten Aufgaben durch intelligente Fragen zu identifizieren: Ask Yourself These 6 Questions to Identify Your Most Important Tasks. Die Fragen lauten:

1. Was sind die 2-3 wichtigsten Dinge, die Sie heute unbedingt erledigen müssen?

Dieser Frage erinnert an den Master-Your-Workday-Now-Ansatz von Michael Linenberger. Er nennt diese Aufgaben „Critical Now“. Es handelt sich um maximal 3 Aufgaben, die heute unbedingt (Schwäbisch: Ums Verrecke) erledigt werden müssen. Das Killerkriterium für solche Aufgaben lautet: Würde ich wegen dieser Aufgaben sogar Überstunden machen, damit ich sie erledigen kann? Nur Aufgaben, die diesem Kriterium genügen, können Critical-Now-Tätigkeiten sein. Warum nicht mehr als drei? Na, weil Sie mehr sowieso nicht schaffen.

2. Was ist der Mehrwert der Aufgabe?

Überprüfen Sie den Nutzwert der Aufgabe. Was werden Sie erreicht haben, wenn die Aufgabe erledigt ist. Was ist der Unterschied zwischen vorher und nachher? Ist der Unterschied qualitativ und quantitativ groß genug und rechtfertigt er den notwendigen Aufwand?

3. Dient die Aufgabe Ihren Zielen?

Kommen Sie durch die Erledigung der Aufgabe Ihren Zielen oder die Ihres Unternehmens näher?
Die Beantwortung dieser Frage setzt natürlich voraus, dass Sie Ziele haben oder die Ziele Ihres Unternehmens kennen. Vorsicht, das ist nicht selbstverständlich. Ich persönlich habe eher ein  gestörtes Verhältnis zu der allgemein anerkannten Zielphilosophie.

4. Haben Sie über die Aufgabe schon geraume Zeit nachgedacht?

Wenn Ihnen partout etwas nicht aus dem Kopf gehen will und Sie ständig darauf herumdenken, dann scheint es sich wohl tatsächlich um eine wichtige Tätigkeit zu handeln.

5. Schieben Sie die Aufgabe schon länger vor sich her?

Diese Tätigkeiten sind enge Verwandte der unter Punkt 4 beschriebenen. Wann wollen Sie mit der Aufgabe anfangen, die Sie vor sich herschieben? Von alleine wird sich die Aufgabe wahrscheinlich nicht erledigen (es gibt Ausnahmen). Wenn die Tätigkeit Ihnen zu groß oder zu schwer erscheint, überlegen Sie, ob Sie die Aufgabe in kleinere Teilaufgaben zerlegen können.

6. Ist es eine Aufgabe, die Ihnen den Rücken für die wirklich wichtigen Aufgaben frei hält?

Prozessspezialisten nennen solche Aufgaben „Stützleistung“. Sie führen zwar nicht direkt zum Ziel, helfen Ihnen aber, die wichtigen Dinge leichter zu erledigen. Hierzu gehören beispielsweise Tätigkeiten, die bei der Arbeitsorganisation helfen, wie etwa das Weekly Review.

Sollten Sie mich fragen, dann empfehle ich Ihnen, sich bei der Tagesplanung auf die ersten zwei Fragen zu konzentrieren. Damit pusten Sie Ihre aufgeblähte To-Do-Liste schon mal ordentlich frei. Und vergessen Sie bitte nicht:

Es gibt nicht mehr als drei (3!) wichtige Aufgaben am Tag!

 

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Erfolg durch MiniMax-Gewohnheiten

Vor langer Zeit, als ich mich noch intensiv mit dem Neurolinguistischen Programmieren (NLP) beschäftigt habe, bin ich über ein interessantes Büchlein gestolpert. Es hatte den Titel MiniMax-Interventionen, geschrieben hat es Manfred Prior. In diesem Buch, das ich übrigens den Coaches unter den Leser*innen ans Herz legen möchte, geht es um Interventionen, die mit minimalem Aufwand eine maximale Wirkung erzielen sollen.

Für mich passt diese Bezeichnung auch für das Antrainieren von Gewohnheiten. MiniMax-Gewohnheiten sind Tätigkeiten, die minimale Motivation benötigen um angestoßen und ausgeführt zu werden. Mit regelmäßiger Ausübung, die nicht schwer fallen sollte, werden so diese Tätigkeiten wiederholt und schließlich zu Gewohnheiten ausgebildet. Die Gewohnheiten können mit der Zeit ausgeweitet werden und tatsächlich eine große (maximale?) Wirkung erzielen. Meine MiniMax-Gewohnheiten heißen bei Peter Schroeder Micro-Habits. In seinem Artikel Micro-Habits Changed My Life beschreibt er, wie sie funktionieren und wie man am besten vorgeht.

Hier ein Beispiel von mir. Ich lerne seit geraumer Zeit Spanisch. Ich habe mir die Aufgabe gestellt, jeden Tag mindestens eine Viertelstunde mit meinem Lernprogramm zu verbringen. Also wird die Pomodoro-Eieruhr auf eine Viertelstunde eingestellt und 15 Minuten gelernt. „15 Minuten? Schaffst Du schon“, würde Fritz Eckenga sagen. Tatsächlich muss ich mich für diese kurze Zeit nicht sonderlich überwinden, mittlerweile ist diese Lernerei aber für mich zur festen Gewohnheit geworden. Übrigens gilt das Gleiche auch für meine (überschaubar erfolgreichen) Versuche, Gitarre zu spielen. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich durch das tägliche Lernen/Üben über längere Zeit ein Lernerfolg einstellen wird. Das lässt sich gar nicht vermeiden.

Zur Unterstützung der MiniMax-Gewohnheiten nutze ich das „Don’t-Break-the-Chain“-Prinzip von Jerry Seinfeld. Es gibt Apps zu diesem Zweck, zum Beispiel Way of Life (Meine Wahl) oder online-Angebote wie dieses.

Wenn Sie sich tiefer mit MiniMax-Gewohnheiten auseinandersetzen wollen, empfehle ich Ihnen die Bücher der Gurus

  • BJ Fogg: Die Tiny Habits®-Methode: Kleine Schritte große Wirkung (Amazon)
  • James Clear: Die 1%-Methode – Minimale Veränderung, maximale Wirkung (Amazon)

Sollte ich richtig informiert sein, war BJ Fogg mit Tiny Habits zuerst da, James Clear ist imo leichter verständlich. Letzterer bietet auch einen kostenlosen E-Mail-Kurs an, zu dem Sie sich hier anmelden können. Ebenda gibt es auch eine Fülle von Artikeln, einige davon habe ich bereits im ToolBlog zitiert.

Eine Zusammenfassung des Buchs von James Clear finden Sie in diesem Video:

 

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Die Seite der Spickzettel: Cheatography

Es gibt Lehrkräfte, die empfehlen sich vor einer Prüfung Spickzettel anzufertigen. Nicht etwa, um in betrügerischer Absicht während der Klausur einen Blick darauf zu riskieren. Vielmehr behaupten sie, der Lerneffekt sei enorm.

Ganz von der Hand zu weisen ist das nicht, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann. Während meines Studiums war ich gezwungen, eine Diplomvorprüfung im Nebenfach Elektrotechnik abzulegen. Wir durften für die Klausur genau eine selbst beschriebene DIN-A-4-Seite mitnehmen mit Formeln und ähnlichem Quatsch. An zwei Dinge kann ich mich erinnern, (a) dass wir wahre Kunstwerke in Mikroschrift geschaffen haben und (b) dass das Schreiben des Spickzettels wohl das erste Mal war, das wir uns derart intensiv mit dem Fach beschäftig haben. Bestanden habe ich damals, wenn auch nicht glorreich. Wie gesagt, ein Nebenfach.

Spickzettel in Hülle und Fülle finden Sie auf einer Seite, die eigens diesem Thema gewidmet ist: Cheatography. Es handelt sich um eine Sammlung von allen erdenklichen Spickzetteln (Cheat Sheets) aus den Bereichen

  • Programmierung
  • Softwarebedienung
  • Business und Marketing
  • Bildung
  • Heim und Gesundheit
  • Spiele und Hobbys

Natürlich sind die Spickzettel nicht so kunstvoll wie unsere handgeschriebenen damals, aber ansprechend sind sie allemal. Außerdem geht natürlich der o.a. Lerneffekt verloren, wenn man lediglich Fertigware ausdruckt. Andererseits muss man ja auch nicht immer Prüfung schreiben.

Sie können sich übrigens auch an der Spickzettelsammlung beteiligen und sich dazu auf der Seite registrieren. Es gibt nämlich auch eine deutsche Abteilung mit immerhin rund 130 Einträgen, die allerdings ziemlich IT-lastig sind.

Dennoch, vielleicht ist auch für Sie etwas dabei. Wenn nicht, machen Sie selbst einen Spickzettel und laden ihn hoch. So eine Seite lebt vom Mitmachen.

 

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Online-Apps zum Konvertieren von Dateien

Jede(r) kennt das Problem. Da bekommt man eine Datei in einem bestimmten Format geschickt, hat aber auf dem heimischen Rechner kein Programm, das diese Datei lesen oder gar verarbeiten kann. Es bleibt dann nichts weiter übrig, als die Datei in ein „bekanntes“ Format zu überführen.

Wem das nicht allzu oft passiert, muss dazu kein eigenes Programm installieren, sondern kann sich mit einer webbasierten App behelfen. Und von dieser Sorte gibt es eine Menge, wie Sandy Writtenhouse schreibt: The Best Free Online File Converters for Your Formatting Needs.

Diese Konverter stellt sie vor:

Auch wenn Sandy zu jeder App noch ein paar warme Zeilen schreibt, lesen muss man das nicht unbedingt. Die Konvertierungsprogramme scheinen sich sehr zu ähneln. Meine eigene Erfahrung mit dem Konvertieren ist so lala. Gerade bei Bild- oder Officedateien steckt der Teufel wie so oft im Detail. Mitunter weicht die Zieldatei doch stark vom Original ab. Da hilft dann nur eine mehr oder weniger aufwändige Nacharbeit.

Aber wie gesagt, zur gelegentlichen Verwendung sind diese Konverter durchaus geeignet.

 

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Buch: Microsoft 365 Education – Digital unterrichten mit Microsoft Teams, OneNote, Office und Co.

Wir erinnern uns, zu Beginn der Pandemie vor etwas mehr als einem Jahr schlug die Stunde einer Softwaresparte, die bis dahin nur Experten auf dem Schirm hatten: Die der Videokonferenzprogramme. Vor allem Zoom machte seinerzeit Furore und begann seinen kometenhaften Aufstieg, der sich in Marktanteil und Börsenwert widerspiegelte. Nicht nur das, auch einzelne Wörter fanden Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch, wie zum Beispiel Zoom Fatigue. Diese Bezeichnung beschreibt den Ermüdungszustand, der bei übermäßiger Häufigkeit und Dauer von Videokonferenzen auftreten kann, eine höchst unerwünschte Nebenwirkung.

Die Umstellung von Firmenbüro auf das Heimbüro gelang in der Wirtschaft relativ schnell. In einigen Firmen wurde zu diesem Zeitpunkt die Arbeit von zuhause aus schon praktiziert. Außerdem verfügten die Firmen über die entsprechende Infrastruktur und geeignete Programme. Hier hatte und hat Microsoft mit Teams sicher die Nase vorn. Neben der Industrie verlangten aber auch gerade Schulen und das Bildungswesen nach einer Lösung, um das Klassenzimmer in die Wohnräume der Schüler:innen zu verlegen. Dass hier die eklatanten Versäumnisse der letzten Jahre (Jahrzehnte?) gnadenlos offengelegt wurden, muss hier nicht weiter erwähnt werden. Darüber wurde hinreichend geschrieben.

Microsoft hechelte anfangs dem Erfolg von Zoom etwas hinterher. Das Videokonferenzmodul innerhalb Teams war nicht so ausgereift wie das des Konkurrenten. Es war halt nur ein Modul unter mehreren, während sich Zoom ganz auf die Videokonferenz konzentrierte.

Mittlerweile hat Microsoft nachgezogen und stellt mit Microsoft 365 Education Bildungseinrichtungen sogar eine komplette Lehr- und Lernumgebung zur Verfügung. Teams ist dabei nur ein Element unter vielen anderen, wenn auch ein zentrales. Das Videokonferenzmodul wurde entscheidend verbessert und ermöglicht nun auch die Einrichtung von Breakout-Rooms, so dass der Kleingruppenarbeit nichts im Weg steht.

Ein gewichtiger Nachteil aller Microsoft-Programme ist die mangelhafte Benutzerfreundlichkeit. Es werden wahnsinnig viele Funktionen in die Programme hineingepackt. Der Überblick geht leicht verloren. Menüpunkte befinden sich dort, wo man sie garantiert nicht vermutet. Eine logische Gruppierung von Bedienelementen mit ähnlichem Zweck ist nicht zu erkennen. Die Dokumentation ist lausig, zum einen, weil sie in unzähligen Einzelartikeln über das Internet verstreut ist, zum anderen, weil sie oft nicht mehr aktuell ist. Microsoft modifiziert seine Programme nämlich in atemberaubend kurzen Abständen. Aus diesem Grund ist mittlerweile ein eigenes Genre der Ratgeberliteratur entstanden: Manuals, die die Benutzung von Microsoft-Programmen erklären.

Stefan Malter hat ein Buch geschrieben, das Unterrichtenden den Einsatz und den Gebrauch des Softwarepaket MS 365 Education erklärt: Microsoft 365 Education – Digital unterrichten mit Microsoft Teams, OneNote, Office und Co. (Amazon-Link).

In dem Buch erfahren Lehrer:innen, wie sie ihren digitalen Schulalltag mit Teams, OneNote und anderen Microsoftprogrammen gestalten können. Stefan Malter weiß, dass es Unterrichtende gibt, die tatsächlich völlig unbeleckt von der digitalen Materie sind (gar nicht böse gemeint). Er hat den Ehrgeiz in diesem Buch die ganze Palette der angebotenen Werkzeuge abzudecken. Und zwar von Anfang an.

Die meisten Computerbücher erklären Programme, indem sie Menüpunkt für Menüpunkt durchgehen und die einzelnen Funktionen dahinter erklären. Mit Verlaub, solche Bücher sind in meinen Augen nutzlos. Wenn ich ein Programm erwerbe, habe ich eine Vorstellung davon, was ich damit machen will. Ich möchte infolgedessen in einem Buch keine Produktmerkmale aufgezählt bekommen. Vielmehr erwarte ich eine Anleitung dafür, was ich tun muss, damit ich mit der App meine Aufgaben erledigen kann.

Stefan Malter geht genau diesen Weg. Das Buch gliedert sich in drei Teile. Nach einer allgemeinen Übersicht über Windows 10 (!), MS 365 Education und die enthaltenen Apps im ersten Teil, erfahren Sie im zweiten, wie Sie Ihre Lehrtätigkeit gestalten können, indem Sie

  • ihr Unterrichtsmaterial recherchieren, erstellen und organisieren
  • das Material den Lernenden zur Verfügung stellen
  • den Lernfortschritt überprüfen und Korrekturen vornehmen
  • sich und Ihre Lehrtätigkeit organisieren
  • mit digitalen Inhalten arbeiten
  • mit allen Beteiligten (Kolleg:innen, Eltern, SuS) kommunizieren können

Mit diesen Inhalten können Sie schon das Wesentliche der Unterrichtsarbeit abdecken. Wenn Sie wirklich noch etwas mehr aus MS 365 Education herausholen möchten, dann hilft Ihnen der dritte Teil. Dort erfahren Sie, wie Sie mit Bordmitteln:

  • Audio- und Videodateien produzieren
  • Barrierefreiheit sicherstellen (Stichwort: Inklusion)
  • Mobile Geräte wie Smartphone und Tablet einsetzen (Stichwort: Generation Smartphone)

Tipps für komplette Projekte, Administration von MS 365 Education und zur Problemlösung wenden sich an die „Profis“ unter den Pädagog:innen und runden den dritten Teil ab.

Fazit

Ich hatte es bereits erwähnt. Für mich ist es ein No-Go, wenn ein Buch die einzelnen Menüpunkte nach und nach abklappert und ich nach der meist quälenden Lektüre immer noch nicht weiß, was ich eigentlich tun muss, um mein Ziel zu erreichen. Dieses Buch ist anders und zwar so, wie es m.E. sein soll:

  • Ich möchte gerne wissen, wie ich ein Handout erstellen soll? Also schaue ich in das Unterkapitel „Arbeitsblätter digital erstellen“. S. 217 ff.
  • Eine mündliche Prüfung soll abgenommen werden? Man schlage nach im Unterkapitel „Mündliche Prüfungen per Videokonferenz mit Microsoft Teams“, S. 310 ff.

Genau das müssen gute Computerbücher leisten:

Was will ich tun? ⇒ Nachschlagen, machen, fertig.

Und wenn ich dann wirklich nicht mehr weiter weiß, dann frage ich die „Online-Community Microsoft 365 für Lehrer“, S. 544.

Das Buch ist leicht verständlich geschrieben und reichhaltig 4-farbig bebildert. Der Preis für Umfang, Inhalt, Papierqualität usw. ist äußerst fair. Da gibt es nichts zu meckern.

Stefan Malter wendet sich mit seinem Buch vornehmlich an Lehrkräfte aus dem schulischen Bereich. Aber auch Unterrichtende an Hochschulen und in Einrichtungen der Erwachsenenbildung dürften in hohem Maß profitieren. Auch für mich, den freiberuflichen Organisationsentwickler, dessen Schwerpunkt eher in der Beratung und im Coaching liegt, waren viele Anregungen und auch Neuigkeiten dabei.

Wenn Sie in der Lehre Microsoft 365 Education benutzen sollen, müssen oder wollen, dann gebe ich eine klare Kaufempfehlung. Sie können nichts falsch machen. Die 34,90 € sind gewinnbringend investiert.

… und der Datenschutz?

Vielleicht haben Sie mitbekommen, dass die Verwendung von MS Office 365 und MS 365 Education in Bezug auf den Datenschutz derzeit kontrovers diskutiert wird. Ich enthalte mich bewusst einer Meinung. Und zwar deshalb, weil ich davon keine Ahnung habe. Sehen Sie mir das bitte nach. Danke.

 

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Rheinwerk-Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

BTW: Ich freue mich, wenn ich ab und zu ein Buch zum Rezensieren geschickt bekomme. Die Bücher, die mir gut gefallen, bespreche ich, über die anderen schweige ich mich aus. Ich habe keinen Gefallen an Verrissen, schließlich bin ich kein Literaturpapst.

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Roam Research: Alternativen in Open Source

Wie manche Leser:innen wissen, habe ich mich vor geraumer Zeit ordentlich über Evernote und den Umgang mit der deutschen Kundschaft geärgert. Und zwar so geärgert, dass ich mein Abo gekündigt habe und komplett mit meinen ganzen Notizen zu Notion gewechselt habe. Was soll ich sagen, der Umzug hat reibungslos geklappt und ich bin mit Notion mehr als zufrieden.

Allerdings musste ich unmittelbar nach die Wechsel die Botschaft hören: „Notion ist zwar gut, doch Roam ist besser.“ Und tatsächlich, mittlerweile ist um Roam und das dahinterstehende Konzept ein regelrechter Hype entstanden. Unzählige Seiten und Artikel beschäftigen sich mittlerweile mit Roam. Nun, ich bleibe bei Notion, weil ich mich (a) nicht schon wieder neu einarbeiten will und (b) weil mir Roam schlicht und einfach zu teuer ist.

Vielleicht geht es aber auch billiger. Dann nämlich, wenn Sie sich nach Alternativen aus dem Open-Source-Bereich umschauen, so wie es Anne-Laure Le Cunff getan hat. In ihrem Beitrag Roam Research free, open source, and self-hosted alternatives stellt sie einige Optionen vor.

Seit Jahren bin ich von TiddlyWiki begeistert und werde es nutzen, wenn ich eines Tages Notion überdrüssig werden sollte, was derzeit allerdings nicht in Sicht ist. Anne-Laure weist auf zwei interessante Varianten dieses Wiki-Systems hin, TiddlyBlink und TiddlyRoam. Die Wandlungsfähigkeit und Anpassbarkeit von TiddlyWiki wird hier wieder einmal mehr bewiesen.

OrgRoam ist eine andere App, die sich an Roam orientiert. In dem o.a. Artikel wird auf dieses einführende Video verwiesen. Bei mir können Sie es sich direkt anschauen:

 

Foam ist das Programm, das vielleicht dem Vorbild am nächsten kommt. Ich denke, es eignet sich hervorragend um sich mit dem Konzept von Roam vertraut zu machen. Neben Roam hatten die Entwickler:innen von Foam auch den berüchtigten berühmten Zettelkasten von Nicklas Luhmann vor Augen. Auch hier ein Video zur Einführung.

 

Es gibt noch andere Apps, auf die Anne-Laure hinweist, DocuWiki zum Beispiel. Aber die o.a. Apps spiegeln die Programmphilosophie von Roam wohl am besten wider. Und die ist schon einzigartig derzeit.

Einfach mal ausprobieren!

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Notizen machen wie die Profis

Eine hilfreiche Art, sich während Präsentationen oder Vorlesungen Notizen zu machen, ist die Cornell-Methode. Ich habe immer mal wieder im ToolBlog darüber geschrieben, allerdings zu urvordenklichen Zeiten. Nun bin ich über einen Kurs des Learning Strategies Center der Cornell University gestolpert, in dem Sie lernen können, wie man effektiv und effizient Notizen anfertigen kann: Note-Taking-Strategies.

In rund einem Dutzend Modulen erfahren Sie, wie Sie die Cornell-Methode sinnvoll anwenden und in ein komplettes System integrieren können. Den Kurs können Sie schnell absolvieren, allzu schwer ist der Stoff nicht. Falls Sie nicht mehr wissen, was das Besondere an der Cornell-Methode ist und wie sie funktioniert, hier ein einführendes Video, weitere Videos finden Sie im Kurs.

 

 

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Sind Sie sparsam oder geizig?

Ein interessantes Experiment. Fragen Sie mal einen Mitmenschen ob „Sparsamkeit“ für ihn/sie ein hoher oder wichtiger Wert ist. Viele werden diese Frage bejahen. Und danach stellen Sie ihm/ihr die Frage, was sie für das Gegenteil von „Sparsamkeit“ halten. Ich halte die Wette, dass die meisten mit „Verschwendung“ antworten. Doch ist das so? Ist „Verschwendung“ tatsächlich das Gegenteil von „Sparsamkeit“? Oder sollte man nicht einen Gang zurückschalten und „Großzügigkeit“ als Gegenstück von „Sparsamkeit“ benennen?

Zu einer Eigenschaft, einem Wert fällt uns oft nicht der positive Gegenwert ein, sondern dessen entwertende Übertreibung in Form des konträren Gegensatzes. Der Kommunikationswissenschaftler Friedemann Schulz von Thun beschreibt dieses Phänomen mit seinem berühmt gewordenen Wertequadrat. In unserem Beispiel lauten die positiven Gegensätze, die Übertreibungen stehen darunter:

Sparsam vs. großzügig 
Geizig vs. verschwenderisch

Der Name „Wertequadrat“ stammt von der grafischen Darstellung der Gegensatzpaare (siehe Screenshot unten). Das obere Paar im Diagramm bezeichnet die positiven oder zumindest neutralen Gegensätze, unten finden Sie die negativen Übertreibungen.

Dass hier einiges an Konfliktpotenzial vorhanden ist, liegt auf der Hand. Stellen Sie sich vor, jemand, der sich für eine konsequente Führungskraft mit klaren Ansagen hält, trifft auf eine andere, die stolz auf die eigene Kooperationsbereitschaft mit seinen Mitarbeitern ist. Der/die eine wird beim Gegenüber schnell an ein „Weichei“ denken, die/der andere an einen „Tyrannen“. Wenn es nun dumm kommt, nimmt das Unglück (der Konflikt) seinen Lauf.

Ein erster Schritt um einen solchen Konflikt zu vermeiden, ist die Kenntnis des Modells. Man sollte sich immer fragen, ob die Eigenschaft, die man einem anderen zuschreibt, (a) etwas mit dem zu tun hat, was man an sich selbst besonders gut findet und (b), ob man beim anderen nicht die entwertende Übertreibung anstatt das neutrale Gegenstück erkennt.

In diesem Video können Sie noch einmal die Konstruktion des Wertequadrats nachvollziehen.

 

Das Bild oben ist übrigens ein Screenshot aus der App „Wertequadrat“ (iOS, Android). Hier können Sie etwas über das Modell erfahren und sich das passende Wertequadrat aus über 70 Grundeigenschaften von „abwartend“ bis „zuverlässig“ zusammenbasteln. Außerdem lässt sich  noch festlegen, wie stark die Ausprägung der Eigenschaft sein soll. Trainer und Coaches finden also eine Menge Beispiele für den praktischen Einsatz.

Die Originalbeschreibung des Modells finden Sie übrigens in dem Buch Miteinander reden 2: Stile, Werte und Persönlichkeitsentwicklung von Friedemann Schulz von Thun. Die Bücher dieser Reihe lohnen allemal.

 

 

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Markdown für WordPress

Ich musste direkt noch einmal nachschauen. Und tatsächlich, Anfang 2004 startete ich mein erstes Blog mit dem Namen „Interessante Zeiten.“ Das große Vorbild war damals der Schockwellenreiter, der übrigens nach nunmehr zwanzig Jahren immer noch seine Kreise zieht. Damals war die gängige Software Movable Type, danach kam WordPress, von da an bis heute der Platzhirsch unter den Blogprogrammen.

In all der Zeit habe ich mich immer wieder gefragt, wie ich auf möglichst effiziente Weise meine Texte in die Öffentlichkeit bekomme. Klar hatte WordPress immer den internen Editor, aber ich bin nie so ganz glücklich damit geworden. Eine Zeitlang verwendete ich den Windows Live Writer. Aber auch dieser war nicht das Gelbe von Ei, er nervte immer mal wieder durch Instabilitäten.

Letzter Stand der Dinge war für mich dann der Einsatz von Markdown, zuerst mit WriteMonkey, zuletzt und bis heute mit Typora. Das funktioniert ganz einfach: Text geschrieben, alles markiert, Markiertes als HTML kopieren und Kopiertes im WordPress-Editor einsetzen. Das war es. Funktioniert prima.

In der Zwischenzeit setzt WordPress beim Verfassen der Texte auf „Gutenberg“. Aus meiner Sicht handelt es sich hier weniger um einen Editor als vielmehr eine Art Satzprogramm wie man es aus dem Desktop-Publishing kennt (das Notizprogramm Notion macht es ähnlich). Gutenberg ist imho ohne gründliches Einarbeiten nicht zu benutzen. Außerdem habe ich den Eindruck, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Deshalb werde ich wohl bei Markdown bleiben.

Es stellt sich nun fast zwangsläufig die Frage, ob man Gutenberg nicht intern durch einen Markdown-Editor ersetzen kann. Ich habe ein wenig recherchiert und tatsächlich gibt es solche Plugins. Hier meine Liste ohne Wertung:

Man kann natürlich auch den Markdown-Editor von Jetpack verwenden, wenn man denn überhaupt Jetpack verwenden will. Ich habe aus datenschutzrechtlichen Gründen gewisse Bedenken.

Auf Herz und Nieren geprüft habe ich die o.a. Plugins noch nicht. Die Philosophien hinter den Programmen sind höchst unterschiedlich. Bei manchen handelt es sich um komplette Editoren, die Gutenberg ersetzen, manche importieren Markdown-Texte lediglich. Auf den ersten Blick erscheinen mir WP Markdown Editor und WP Githuber ganz interessant.

Mal sehen. Vielleicht bleibe ich auch bei meinem gewohnten Workflow. Ein bisschen umständlich vielleicht, aber mittlerweile hervorragend eingespielt.

BTW/1: Es lohnt sich, Markdown näher anzuschauen. Die markdown.de | Markdown Syntax-Dokumentation ist sicher ein guter Einstiegspunkt.

BTW/2: Momentan arbeite ich an einer Neuveröffentlichung (Relaunch sagt die Fachfrau dazu) meines Blogs Interessante Zeiten. Der Untertitel lautet: Gedanken zu Gott und der Welt. Der Untertitel ist Programm. Stay tuned!

 

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Buch: Microsoft Teams – Die verständliche Anleitung

Wenn ich gefragt werde, worin ich den Hauptunterschied zwischen den ewigen Konkurrenten Apple und Microsoft sehe, dann antworte ich gerne: In der Anwendung der 80/20 Regel. Was heißt das für mich als Anwender von Computerprogrammen?

In der Regel nutzt der Wald-und-Wiesen-Anwender 20% der Funktionen, um 80% der Aufgaben zu erledigen. Hierin liegt meines Erachtens der Erfolg von Apple begründet. Dort konzentriert man sich auf ebendiese 20% und macht diese Funktionen für den User in der Bedienung so einfach wie möglich. Ganz anders Microsoft. dort versucht man, 100% des Funktionsumfangs anzubieten. Leider wächst damit auch die Komplexität (oder besser: Kompliziertheit?) der Bedienung ins Bodenlose. Man braucht dann halt 80% der Funktionen, um auch noch die letzten 20% der Anforderungen abdecken zu können.

Auch wenn ich ein MacBook mein Eigen nenne, bevorzuge ich dennoch Windows und die dazugehörigen Programme. Denn ich finde es grundsätzlich gut, dass sie den „größtmöglichen“ Funktionsumfang bieten. Der Preis dafür ist allerdings nicht zu unterschätzen: Man muss sich einarbeiten.

Wie ich aus meinen vielen Workshops weiß, wird das in vielen Firmen nicht so gesehen. Oft wird den Mitarbeiter:innen ein Programm vor die Nase gesetzt mit der Maßgabe „Schau selbst, wie Du damit klar kommst“. Das führt dazu, dass viele das Potenzial der Anwendungen, für die teure Lizenzgebühren anfallen, nicht ausreichend ausschöpfen. MS Outlook ist ein typisches Beispiel für suboptimale Anwendung infolge unzureichender Kenntnisse in der Bedienung.

Nun also MS Teams.

Aus gegebenem Anlass, wie es so schön heißt, muss ich mich derzeit etwas intensiver mit MS Teams befassen. Und wie zu erwarten, ist auch bei diesem MS-Programm die Bedienung alles andere als trivial. Zwar bietet Microsoft durchaus Websites an, auf denen man sich eingehend informieren kann. Allerdings sind sie in Internet verteilt wie Kraut und Rüben, man muss sie mühselig für seine Zwecke zusammensuchen. Schon das ist ein erheblicher Aufwand.
Wie viele andere User bevorzuge ich daher zur Einarbeitung das gedruckte Buch. Nicole Enders hat eines geschrieben:

Microsoft Teams – Die verständliche Anleitung (Amazon-Link).

„Verständlich“ und „Anleitung“, der Untertitel ist Programm. Tatsächlich ist das Buch gedacht für Menschen, die zum ersten Mal mit Microsoft Teams konfrontiert sind bzw. denen es ohne entsprechende Einführung vor die Nase gesetzt wurde (s.o).

Zunächst erfahren die Leser:innen, was sie mit Teams überhaupt anfangen können. Manchen erscheint das banal, doch erleichtert es die spätere Arbeit erheblich, wenn man den Sinn und Zweck einer Anwendung verstanden hat. Aus diesem Grund halte ich die Beantwortung der Fragen „Wozu dieses Programm und was kann ich damit machen?“ hilfreich gerade für die Menschen, die nicht computeraffin durchs Leben gehen. Es gibt so gar einen eigenen Abschnitt zu den Faktoren, in dem kompakt die Erfolgsfaktoren für Teamarbeit behandelt werden.

Danach geht es ins Eingemachte. Systematisch werden die Funktionsbereiche von Teams besprochen:

Chat und Telefonie

Hier erfahren Sie, wie Sie mit einem oder mehreren Kolleg:innen chatten können und wie Sie diese Chats verwalten.

Gruppenchat und Teamraum:

Dieses Kapitel ist dem Einrichten und der Zusammenarbeit von Teams gewidmet. Sie erfahren, wie Sie gemeinsam an Dokumenten arbeiten und ein Wiki anlegen. Ganz wichtig (gerade für mich!) ist auch die Einbindung externer Mitarbeiter:innen, schließlich arbeiten Sie ja auch mit Menschen außerhalb Ihrer Organisation, wie Kunden und Lieferanten zusammen. Auch hier finden Sie eine Abschnitt über den richtigen Benimm im Teamraum.

Gemeinsames Arbeiten an Aufgaben:

Wenn Sie und Ihre Team die gemeinsamen Aufgaben über ein Taskboard organisieren, hier wird Ihnen erklärt, wie Sie das innerhalt von MS Teams bewerkstelligen können.

Kanäle und Tags

Hier zeigt Ihnen die Autorin, wie Sie Ihre Teamarbeit mit Kanälen und Tags strukturieren können. Sie lernen, was Kanäle und Tags sind, wofür sie dienen und wie man sie einrichtet und verwaltet.

Online-Besprechungen

Ich übertreibe wohl nicht, wenn ich behaupte, dass in diesen pandemischen Tagen die Funktion der online-Besprechungen die größte Aufmerksamkeit bekommt. Zoom ist in aller Munde und so war Microsoft gezwungen, bei der Besprechungsfunktion von Teams ordentlich nachzulegen. In diesem Kapitel bekommen Sie alle nötigen Informationen, damit Sie sicher online-Besprechungen abhalten können.

Es gibt noch weitere Kapitel, die über eine Einführung schon deutlich hinaus gehen, so erhalten Sie eine Praxistipps, Hinweise zu Geschäftsprozessen. Eigene Abschnitte widmen sich dem Einsatz von Teams in besonderen Kontexten wie im Privatbereich oder im Bildungssektor. Auch die gemeinsame Anwendung mit anderen Programmen der Office-Familie wird besprochen.

Mir hat dieses Buch gut gefallen. Die verständliche Sprache, die mehrfarbige Struktur und der reichliche Einsatz von Bildern machen es zum nützlichen Leitfaden für Einsteiger:innen in MS Teams. Man muss es nicht von Anfang bis Ende lesen, sondern kann sich auch die Kapitel zu den Themen herauspicken, bei denen man Klärungsbedarf hat. Interessant finde ich, dass die Autorin auch allgemeine Hinweise zur Teamarbeit einstreut. Gerade bei der Anwendung von online-Tools macht es Sinn, sich immer wieder die Erfolgsfaktoren für Teams in Erinnerung zu rufen.

Wie gesagt, ein Buch für Einsteiger:innen, aber für diese Zielgruppe von großem Nutzen.

Sollten Sie bereits Experte/in für MS Teams sein, dann gibt es anderes Lesefutter aus dem gleichen Haus: Microsoft Teams: Planung, Change Management, Deployment von Markus Widl. Allerdings habe ich dieses Buch nicht gelesen, wie gesagt, es richtet sich an Experten.

 

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Rheinwerk-Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

BTW: Ich freue mich, wenn ich ab und zu ein Buch zum Rezensieren geschickt bekomme. Die Bücher, die mir gut gefallen, bespreche ich, über die anderen schweige ich mich aus. Ich habe keinen Gefallen an Verrissen, schließlich bin ich kein Literaturpapst.

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