Wie Sie einen Ratgeber in 90 Minuten lesen

Wenn ich in größeren Städten bin, besuche ich ab und zu eines dieser Buchkaufhäuser. Sie wissen schon, Dusshugen oder Thaldubel und wie sie alle heißen. Meistens gehe ich frustriert wieder hinaus, denn oft habe ich den Eindruck, ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht. Die Zahl der Sachbücher und hier speziell der Ratgeber ist riesengroß und fast immer habe ich den Eindruck „kennst Du einen, dann kennst Du alle“. Es fällt mir schwer, aus dieser Fülle gleichförmiger Angebote das Buch zu finden, das mir wirklich ein Mehr an Nutzen verschafft.

Vielleicht sollte man auf das Lesen der Ratgeber daher auch nicht allzuviel Zeit ver(sch)wenden. Das meint auf jeden Fall Darius Foroux, der uns in einem Artikel zeigt How To Read A Self-Help Book In 90 Minutes.

Er beschreibt Ratgeberliteratur als das, was sie ist: Sie soll dem Leser/der Leserin einen Nutzen verschaffen. Es ist daher vollkommen nebensächlich, ob das Buch schön geschreiben ist. Und es ist auch unerheblich, wie viel Seiten es umfasst. Darius stellt die (steile) These auf, dass 90% des Inhalts tatsächlich nur Füllstoff sind. Damit befindet er sich in bester Gesellschaft. Ich meine, der Erfinder des Mind-Mappings, Tony Buzan, hätte dies auch in einigen seiner Bücher geschrieben. Schade, dass er sich selbst nicht daran gehalten hat.

Das Durcharbeiten eines Ratgebers erfolgt laut Darius in vier Schritten:

1. Wählen Sie das Buch sorgfältig aus

Denken Sie immer daran: Das Buch soll Ihnen einen Nutzen verschaffen. Es soll Ihnen helfen, ein bestehendes Problem zu lösen, eine akute Frage zu beantworten oder etwas zu lernen, was Sie in der Zukunft brauchen werden.

2. Machen Sie sich mit dem Inhaltsverzeichnis und der Struktur des Ratgebers vertraut (15 min)

Dies entspricht auch der Empfehlung von Tony Buzan. So gehen Sie vor:

  1. Lesen Sie die Rückseite des Umschlags und den Klappentext. Was erfahren Sie über den Autor und seinen Hintergrund. Die wohlwollenden Zitate berühmter Kolleg:innen können Sie ignorieren. Sie dienen nur der Werbung.
  2. Schauen Sie sich das Inhaltsverzeichnis genau an. Hier finden Sie Hinweise auf die Struktur des Buchs.
  3. Blättern Sie durch das Buch und verknüpfen Sie die Kapitel mit dem Inhaltsverzeichnis. Achten Sie hier auf Zusammenfassungen, Diagramme, Abbildungen und Infokästen.
  4. Sobald Sie die Struktur verstanden haben, wissen Sie auch, wo die wertvollen Ratschläge stehen.
  5. Überblättern Sie den Inhalt, der Sie nicht interessiert.
  6. Lesen Sie den relevanten Stoff sorgfältig. Das andere ignorieren Sie.

3. Stellen Sie sich einen Timer und lesen Sie konzentriert (45 min)

Lesen Sie die relevanten Teile des Ratgebers konzentriert durch. Lassen Sie sich dabei nicht unterbrechen. Fertigen Sie für die wichtigen Stellen des Ratgebers Lesezeichen an. Notieren Sie die Seitenzahlen auf einem Notizzettel oder auf einer Post-it-note. Wichtige Diagramme oder Bilder fotografieren Sie mit dem Smartphone. Das alles überführen Sie in ein geeignetes Programm, z. B. Evernote. Tony Buzan würde natürlich eine Mind-Map anfertigen.
Darius räumt ein, dass mitunter bei umfangreicheren Werken 45 min wohl nicht reichen werden. Dann benötigen Sie eben eine zweite Session à 45 min.

4. Schreiben Sie eine kurze Zusammenfassung (30 min)

Laut Darius sollte man das niemals unmittelbar nach der Lektüre tun, sondern sich ein paar Tage bis maximal eine Woche Pause gönnen. Der Grund: Das Unbewusste muss das Gelesene erst einmal verdauen.
Für die Zusammenfassung gehen Sie durch Ihre Lesezeichen und schreiben auf, was Sie mit diesen Informationen zu tun gedenken. Was möchten Sie umsetzen? Das ist Ihre Zusammenfassung.

 

Wenn Sie wollen, dass das Gelernte „sitzt“, dann bringen Sie es anderen bei. „Lernen durch Lehren“ nennt das der Fachmann.

Und noch ein Tipp von mir: Diese Methode sollten Sie wirklich nur auf Ratgeberliteratur anwenden. Für Thomas Manns „Zauberberg“ oder Tolstois „Krieg und Frieden“ ist sie nicht angemessen.

 

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12 Dinge, die Sie auf keinen Fall tun sollten

Wie viele meiner KollegInnen bin auch ich der Meinung, dass es sinnvoller ist, darüber nachzudenken, was man tun soll anstatt darüber, was man nicht tun soll. Gebote statt Verbote, wenn Sie so wollen. Allerdings ist dieser Grundsatz nicht in Stein gemeißelt, es gibt Ausnahmen.

Damit Sie Produktivitätsbremsen vermeiden („weg von“) können, um Ihre Produktion zu steigern („hin zu“), hat Marina Khidekel 12 Items to Take Off Your To-Do List to Increase Productivity notiert, die Sie in Zukunkt lassen sollten. Hören Sie auf,

  1. Unangenehme Aufgaben aufzuschieben
  2. Bücher zu Ende zu lesen, mit denen Sie nichts anfangen können
  3. Aufgaben selbst zu erledigen, die Sie delegieren können
  4. in den späten Abendstunden oder in der Nacht zu arbeiten
  5. an jedem Treffen teilzunehmen, nur weil Sie dazu eingeladen wurden
  6. Ihre Zeit mit Oberbedenkenträgern zu verbringen
  7. sich zu zwingen, eine Aufgabe noch zu Ende zu bringen, obwohl Ihnen inzwischen die Puste ausgegangen ist. Gönnen Sie sich stattdessen eine Pause zum Auftanken
  8. Ihren Tag mit einem geschäftlichen Telefonanruf zu beginnen (Ergänzung: Oder die E-Mails zu checken)
  9. nach dem Aufwachen sofort zu Smartphone & Co zu greifen
  10. mehrere Meetings direkt hintereinander in Folge zu besuchen
  11. die Steuererklärung selbst zu machen
  12. Ihre Gedankenkreisel außer Kontrolle geraten zu lassen

Zu allen diesen Tipps lässt Marina CEOs, Manager und andere illustre Zeitgenossen in Zitaten ihren Senf dazugeben.

Nicht mit allem bin ich einverstanden. So gibt es ausgesprochene Nachteulen, die gerade spät abends oder gar in der Nacht besonders produktiv sind. Das Sprichwort „Morgenstund hat Gold im Mund“ gilt halt auch nicht für jeden.

Die Steuererklärung ist ein Fall für sich, gerade in Deutschland. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass kein Land so ein kompliziertes Steuersystem hat wie das unsere. Wenn Sie als Angestellter immer die gleichen monetären Zu- und Abflüsse haben, schaffen Sie die Steuererklärung mit Hilfe geeigneter Apps vielleicht allein. Für Selbstständige kann ich mir das nicht vorstellen. Sie würden verrückt.

Gedankenkreisel sind besonders perfide. Sie können dazu führen, dass Sie in eine gedankliche Sackgasse geraten, aus der Sie nur schwer wieder herauskommen. „Stuck state“ nennen das die NLPer. Eine gutes Hilfsmittel dagegen sind Übungen der Achtsamkeit, mit denen Sie lernen, solche Gedanken bewusst wahrzunehmen. Sie lernen, zwischen Gedanken und Tatsachen zu unterscheiden. Das hilft ungemein, übrigens auch bei nächtlicher Grübelei (siehe auch Was tun in schlaflosen Nächten?).

Übrigens empfiehlt Marina den geneigten LeserInnen, sich diese Punkt auf eine Not-to-do-List zu schreiben. So können Sie sich immer wieder vor Augen führen, was Sie nicht tun sollten um Ihre Produktivität nicht zu sabotieren.

Keine schlechte Idee, finde ich.

 

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Kurznachrichten: Laptop im Bett, Spickzettel, Windows-Extras, Dateinamen, Nomophobie

Mit dem Laptop im Bett

Ich gehörte zu den Menschen, die mit dem größten Vergnügen im Bett lesen. Das funktioniert hervorragend mit dem klassischen Buch aus Papier und fast ebenso gut mit dem Tablet. Etwas schwieriger wird es mit dem Laptop. Wenn es dumm kommt, können Sie sich aufgrund unbeabsichtigter Fehlhaltungen irgendwelche Zerrungen oder sonstige Unannehmlichkeiten einfangen. Damit das nicht passiert, befolgen Sie am besten die Tipps aus dem Artikel What Is The Best Position To Use Laptop In Bed? – Physiotherapy & Alternative Medicine. Übrigens: Im Schneidersitz vor dem Laptop zu sitzen, wie so oft auf Symbolbildern dargestellt, ist ein absolutes No-go.

In diesem Zusammenhang ein Klassiker für kulturell Interessierte:

Bill Ramsey – Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett 1962

 

Wie Sie sich den perfekten Spickzettel basteln

Es gibt Experten, die empfehlen Schülern und Studentinnen zur Vorbereitung auf Prüfung einen Spickzettel zu schreiben. Nein, natürlich nicht zum Besch…, sondern zum besseren Einprägen des Stoffes. Eine Technik, deren Wirksamkeit ich übrigens bestätigen kann. Aber nicht nur für Prüfungen kann man Spickzettel gebrauchen. Stellt sich nur noch die Frage, wie man das Blatt Papier in eine handhabbare Größe überführt. Dillon Pilorget zeigt Ihnen in diesem Video, wie Sie sich mit einigen Faltvorgängen ein kleines Büchlein zusammenbasteln.

How to make a zine from one piece of printer paper

 

Hier gibt es noch drei andere Anleitungen: Eins, Zwei und Drei.

Versteckte Extras in Windows 10

Wenn Sie zu den Windows-ExpertInnen gehören, dann kennen Sie das wahrscheinlich schon. Für alle anderen ein kleiner Kniff. Sie können mit ein paar Tastenkombinationen einige durchaus interessante Helferlein aktivieren. Wie das geht, zeigt Ihnen Joe Keeley in seinem Artikel Windows 10 Optional Features: A Quick Guide to the Best Extras You May Want. Bleiben Sie am Ball, es werden ständig neue kleine Utilities hinzugefügt.

Sinnvolle Dateinamen: Tipps von der Uni

Aus dem Benennen von Dateien kann man in der Tat eine Wissenschaft machen. Dies dachten sich wohl auch die Menschen in der Bibliothek der berühmten Stanford Universität. Die ExpertInnen geben Ihnen auf Best practices for file naming einige Hinweise für zweckmäßige Dateinamen. Und wie es in akademischen Kreisen guter Brauch ist, finden Sie in dem Artikel auch zwei Fallstudien.

So heilen Sie sich selbst von der Nomophobie

Vor einiger Zeit habe ich im ToolBlog die Frage gestellt Leiden Sie an Nomophobie?? Ich habe auch darüber geschrieben wie Sie Nomophobie bekämpfen können. Was war noch einmal gleich Nomophobie? Sie erinnern sich, es ist „die Angst, ohne Mobiltelefon unerreichbar für soziale und geschäftliche Kontakte zu sein.“ (Quelle: Wikipedia). Ryan Holiday scheint dieses Phönomen zu kennen, denn er hat einen A Radical Guide to Spending Less Time on Your Phone. Er scheint sich erfolgreich von der „Krankheit“ geheilt zu haben, denn im Untertitel zu seinem Beitrag verspricht er: „When I used these strategies, I finally took back my life.“

Ein Diagramm für Ihre nächste Agenda

Dass eine gute Agenda sehr dabei hilft, eine Besprechung effektiv und effizient zu machen, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Doch wie erstellt man eine „gute“ Agenda? Barbara Davidson weiß, wie es geht und stellt einen Visual Guide to a Meeting Agenda That Actually Works vor. Ob die Grafik hält was Sie verspricht? Probieren Sie es aus!

 

 

 

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12 Gründe für das Unglücklich sein

Von Paul Watzlawick stammt der ewigwährende Bestseller Anleitung zum Unglücklichsein”. Er gibt in diesem Buch Ratschläge, wie Sie sich nachhaltig selbst das Leben versauen können. Natürlich ist sein Absicht eine andere und er will damit das genaue Gegenteil erreichen. Paradoxe Intervention nennt das die Fachfrau/der Fachmann. Marc & Angel zählen in einem Beitrag in ihrem Blog 12 übliche Gründe für das Unglücklich sein auf und geben Hinweise, wie Sie diesen Tücken des Alltags entkommen können: 12 Common Causes and Proven Cures for Unhappiness. Die Hitliste der Miesmacher sieht so aus:

  1. Dem täglichen Leben fehlt es an Sinn
  2. Besessenes Fixieren auf Vergangenheit und Zukunft
  3. Aus der Form sein und sich ungesund fühlen
  4. Sich in nachteiliger Form mit anderen vergleichen
  5. Sich auf das Negative konzentrieren
  6. Vermeiden persönlicher Verantwortlichkeit
  7. Perfektionismus und die Angst vor dem Scheitern
  8. Wenig Selbstbewusstsein
  9. Schulden
  10. Dauernd arbeiten, kaum Zeit zum Spielen
  11. Vernachlässigen persönlicher Beziehungen
  12. Aufschieberitis

Eigentlich ist es ganz einfach. Sie müssen nur das Gegenteil von dem tun, was oben beschrieben wird. Ok, das war ein Scherz. “It’s simple, but not easy”, sagen die Amerikaner. Vielleicht können Sie so vorgehen:

  1. Schauen Sie in der Liste, was Sie am meisten zwickt
  2. Nehmen Sie bewusst wahr, wenn sich der identifizierte Miesmacher bemerkbar macht. Erwischen Sie sich selbst!
  3. Formulieren Sie bewusst zielführende Gedanken, anstatt den Miesmachern zu erlauben, sich in Ihrem Kopf breit zu machen.
    Beispiel Nr. 8: Das kriege ich nie hin. Besser: Das wird schwierig und könnte in die Hose gehen. Aber ich bin so gut vorbereitet, dass ich das wahrscheinlich schaffe.

BTW: Das Buch von Watzlawick lohnt sich nach wie vor zu lesen. Hier können Sie ein Interview mit dem Autor nachhören. Leider weiß ich nicht, wer der Gesprächspartner ist (Günter Gaus vielleicht?)

Paul Watzlawick Anleitung zum Unglücklichsein

 

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EinfachBesuchen: Die App zum Verfolgen von Infektionsketten

Vielleicht muss man das ja bald nicht mehr machen, aber bei der Unvernunft vieler Zeitgenossen muss man es sicher bald wieder tun: Das Sich-registrieren beim Besuch von Gaststätten. Diese soll dazu dienen, im Fall eines Falles Infektionsketten leichter nachvollziehen zu können.

Bei der letzten ApParade hatte ich ein kleines Programm vorgestellt, die Wirten und ihren Gästen die Prozedur erleichtern soll (Herein!).

Aber es geht auch ganz ohne Smartphone. Von der Evangelischen Bank stammt die Anwendung EinfachBesuchen.app. Sie wendet sich nicht nur an das Gastgewerbe, sondern an Veranstalter aller Art.

Und so geht es: Sie legen Ihr Event auf der Website an, dort wird ein QR-Code erzeugt. Diesen drucken Sie aus, hängen ihn an prominenter Stelle, z.B. am Eingang aus. Die Gäste scannen ihn mit dem Smartphone ab, es poppt ein Formular auf, in das die Gäste ihre persönlichen Daten eintragen. Am Ende der Veranstaltung melden sich die Gäste dann einfach ab, indem sie den QR-Code erneut einscannen. So einfach ist das. Man muss dazu auf dem Smartphone noch nicht einmal eine eigene App installieren.

Die Daten werden verschlüsselt auf sicheren Servern im Europäischen Raum und DSGVO-konform gespeichert, womit auch das geklärt wäre.

Weitere Fragen werden Ihnen auf der FAQ-Seite beantwortet oder Sie laden sich einen entsprechenden Info-Flyer herunter.

Praktische Sache, keine Frage!

 


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Multi Commander: Ein kostenloser Dateimanager für Windows

Die älteren unter den LeserInnen werden sich mit Sicherheit noch an den legendären Norton Commander erinnern. Charakteristisch für das Programm war die Zweifenster-Darstellung, die das Kopieren oder Verschieben von Dateien in andere Verzeichnisse stark vereinfachte. In der Zwischenzeit gibt es viele Dateimanager, die auf der Grundlage dieses Prinzips funktionieren, kostenlos und kostenpflichtig. Ich selber benutze seit Jahren den SpeedCommander, den ich vor allem wegen seiner Synchronisierungsfähigkeiten schätze.

Ein kostenloser Vertreter dieser Dateimanager ist der Multi Commander. Die Liste seiner Leistungsmerkmale kann sich durchaus sehen lassen. Es besteht offensichtlich auch die Möglichkeit, das Programm mit einer deutschsprachigen Benutzeroberfläche zu versehen.

Sie können den Multi Commander sowohl für die 32- als auch für die 64-bit-Version von Windows herunterladen.

Für Videofreunde hier eine kleine Einführung:

MultiCommander – multi-tabbed File Manager

 

 

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Kleine Helferlein für Ihren Browser: Bookmarklets

Bookmarklets werden die meisten LeserInnen gar nicht mehr auf dem Schirm haben. Den Experten sind diese kleinen Helferlein so selbstverständlich geworden, dass sie schon lange nicht mehr darüber diskutieren. Den weniger Beschlagenen werden Bookmarklets vielleicht genau deswegen unbekannt sein. Schade eigentlich, denn sie können sehr praktisch sein.

Wenn Sie jetzt tatsächlich nicht wissen, was Sie mit dem Begriff “Bookmarklet” anfangen sollen, dann hilft Ihnen der Blick in die Wikipedia:

Ein Bookmarklet (auch: Favelet) ist ein kleines in JavaScript geschriebenes Makro, das als Bookmark abgespeichert wird und dadurch die Funktionen eines Webbrowsers erweitert. Es erlaubt beispielsweise, Aussehen oder Funktionalität von Webseiten clientseitig zu verändern. Technisch gesehen ist ein Bookmarklet ein Lesezeichen auf das Pseudoprotokoll javascript:, das ermöglicht, Code durch den Browser auszuführen.

Bookmarklets haben gegenüber Erweiterungen gewisse Vorteile. Sie sind in der Regel browserübergreifend einsetzbar und müssen nicht besonders installiert werden. Amit Agarwal scheint der Spezialist für die Konstruktion und Verwendung dieser Mini-Programme zu sein. Auf seiner Seite hat er über 400 (!) einschlägige Artikel verfasst. Es ist wirklich unglaublich, was Sie mit Bookmarklets alles machen können.

Wenn Sie wissen wollen, was es an „fertigen“ Bookmarklets gibt, dann schauen Sie doch einmal bei Jesse’s Bookmarklets Site vorbei. Seine Website ist zwar schon etwas älteren Datums, bietet Ihnen aber dennoch eine große Auswahl. Eine andere gute Adresse ist die Sammlung von Honkiat Lim: 100+ Useful Bookmarklets For Better Productivity.

Wenn Sie dort keinen Schnipsel für Ihre Zwecke finden, dann müssen Sie wohl selbst ein Bookmarklet schreiben. Wie das geht, zeigt Ihnen Silke Schlüter in Bookmarklet oder Favelet erstellen.

Für die Videofreunde gibt es hier etwas Passendes:

11.2: Bookmarklets – Programming with Text

 

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Websites für kühle Rechner

Wenn Sie schon einmal angloamerikanische Länder bereist haben, dann haben Sie sicher festgestellt, dass Sie mit unserem Einheitensystem nicht weit kommen. Auch wenn das MKS-Einheitensystem bestechend logisch ist und weltweit akzeptiert wird, tun sich unsere FreundInnen auf der anderen Seite des Atlantiks und teilweise auch des Ärmelkanals immer noch schwer damit.

Wenn man also in Irland ein Auto mietet und die (noch) imaginäre Grenze nach Nordirland überquert (mph), dann muss man die Geschwindigkeit von km/h in mph umrechnen, wenn man kein Knöllchen riskieren will. Links gefahren wird in beiden Ländern, wenigstens da muss man sich nicht umstellen.

Aber auch auf anderen Gebieten ist es mitunter notwendig, Einheiten umzurechnen. Damit Sie sich dabei nicht verkünsteln müssen, stellt die Website Unit Converter die wichtigsten Werkzeuge zur Umrechnung von Einheiten aus den Bereichen

  • Zahlen und Zahlensystemen
  • Mathematische Berechnungen
  • Finanzen
  • Datum und Zeit
  • Heim und Freizeit
  • Wetterberechnungen
  • Währungen und Sonstiges

Leider wird die Website der Überschrift nicht ganz gerecht. So habe ich für das o.a. Problem, km/h in mph hin- und her zu rechnen trotz längerem Suchen keine Lösung gefunden. Dafür finden Sie allerlei Kuriositäten. So können Sie das Alter Ihrer Katze oder Ihres Hundes in das entsprechende Menschenalter umrechnen. Wer es braucht…

Wenn Sie es seriöser möchten, dann weichen Sie einfach auf die Konkurrenz aus. Bei Unit Converter finden Sie den entsprechenden km/h-mph-Rechner. Diese Seite verzichtet auf sinnfreie Merkwürdigkeiten und orientiert sich völlig an den Naturwissenschaften. Ich finde sie auch wesentlich übersichtlicher, denn Sie macht das, was sie soll: Einheiten umrechnen.

Sollten Sie sich öfters in der Finanzmathematik tummeln, dann ist Calculator.net vielleicht die richtige Website für Sie. Dort gibt es eine eigene Rubrik zum Thema (Finance Calculator).

Aber was dem „Einen sin Uhl, ist dem Anderen sin Nachtigall“. Finden Sie selbst heraus, mit welchem Angebot Sie lieber arbeiten möchten.

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Mentale Irrtümer, die gute Entscheidungen erschweren

Ja, ich gebe zu, auch mich stört der Ausdruck „gute“ Entscheidungen. Vielleicht sollte es korrekt heißen „gute“ Entscheidungsfindung. Und außerdem, was genau heißt „gut“?

Wie auch immer. James Clear beschreibt in einem Artikel die 5 Common Mental Errors That Sway You From Making Good Decisions. Diese sind:

  1. Überlebensirrtum (Survivorship Bias)
  2. Verlustaversion
  3. Verfügbarkeitsheuristik
  4. Ankerheuristik
  5. Bestätigungfehler

Insbesondere der Überlebensirrtum kommt mir sehr bekannt vor. Diese Art der verzerrten Wahrnehmung beobachte ich bei manchen Kollegen, die aus der Leuchtturmposition einiger Unternehmen auf die Zukunft des gesamten Wirtschaftslebens schließen.

Um diese Wahrnehmungsverzerrungen zu minimieren, scheint eine Entscheidungsfindung im Team sinnvoll. Doch vollständig gefeit davor ist man auch dann nicht, insbesondere wenn die Mitglieder des Teams bereits eine funktionierende Echokammer bilden.

Weitere Hinweise auf kognitive Verzerrungen geben Shana Lebowitz und Drake Baer in ihrem Beitrag  Cognitive biases that hurt your success – Business Insider. Ebenfalls von Shana Lebowitz, aber diesmal zusammen, stammt ein Diagramm, in dem weitere Wahrnehmungsverzerrungen zusammengefasst sind: 20 cognitive biases that screw up your decisions [via Lifehacker].

Welche Auswirkungen kognitive Verzerrungen auf das Lernen haben können, erfahren Sie in What Are Yours? Top Ten Cognitive Biases in Learning von Andrea May. Auch dazu gibt es ein informatives Schaubild:

 

Bücher zum Thema (Werbung)

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Vom Text zum Diagramm

Ich muss gestehen, als ich das entdeckt habe, war ich geplättet. Haben Sie gewusst, dass man aus reinen Textdateien Diagramme basteln kann? Wenn ja, dann sind Sie mir einen Riesenschritt voraus, denn ich wusste es nicht. Nun weiß ich es, denn ich bin zufällig über die Website Online text to diagram tools von Muhammad Usama gestolpert.

Auf dieser Seite verlinkt Muhammad knapp 40 (!) Programme, mit Sie, nun ja, ich schrieb es schon, aus ganz einfachen Texten Diagramme erstellen können.

Als Beispiel diene Markdeep, die erste App in der Liste. Links sehen Sie das getippte Ausgangsformat und rechts das, was im Browser dann zu sehen ist.

ASCIIFlow Infinity liefert das Zeichenbrett gleich mit. Sie können Ihr Diagramm im Browser direkt „malen“ und anschließend auf Google Drive exportieren oder zur weiteren Verwendung in die Zwischenablage legen. Allerdings ist die Umsetzung nicht immer so einfach. Bei Webgraphviz müssen Sie schon ein bisschen Programmierkenntnisse mitbringen, um Diagramme zu erzeugen.

Ich finde diese Programme schon sehr cool. Wenn Sie mich allerdings fragen, wozu man das braucht, dann bringen Sie mich in Verlegenheit. Schließlich gibt es mittlerweile die tollsten Anwendungen zum Erstellen von Grafiken, auch online.

Vielleicht begeistern mich diese Apps deswegen, weil sie mich an die Anfangsjahre des Rechenknechts erinnern. Damals wurden mit ganz „normalen“ ASCII-Zeichen nicht nur Diagramm, sondern die reinsten Kunstwerke erstellt. ASCII-Art nannte man das. Beispiele hierfür finden Sie im Ascii Art Dictionary.

Wie gesagt, viele der Programme in Muhammads Liste wenden sich wohl eher an die Softwareexperten im Publikum. Aber manche sind auch eine schöne Spielerei für das Laienvolk.

Hier ein kleines Tutorial, wenn Sie mehr wissen wollen:

Gabriel Santos – ASCII Art Techniques & Animation

 

 

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