Kurznachrichten: RSS, Ablage, Schreiben (Mac), Essential Scrum, Facebook, Sprachen

Eine Einführung in RSS von Nils Müller

Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich ohne den Einsatz von RSS-Feeds ziemlich aufgeschmissen wäre. Im Prinzip organisiere ich mein komplettes Informationsmanagement mit dieser Technologie. Nils Müller hat eine schöne Einführung zu RSS geschrieben: RSS ist das alte neue Twitter. Wenn Sie mögen, lesen Sie zur Ergänzung meinen Artikel So bauen Sie Ihren eigenen RSS-Web-Feed. Wie Sie das ToolBlog als Newsfeed beziehen können, erfahren Sie hier.

Wie Sie Ihren Papierkram organisieren

Wenn es um die Organisation von Schriftstücken geht, bin ich bekanntermaßen ein großer Fan des Systems von Noguchi. Eine andere Methode besteht darin, die Dokumente einzuscannen und dann in Evernote (oder einem anderen geeigneten Programm) zu archivieren. Wenn Ihnen all das nicht zusagt, dann hilft Ihnen vielleicht der Artikel des MindTools-Teams weiter: The Art of Filing. Auch bei wikiHow finden Sie einen einschlägigen Beitrag mit dem Titel How to Establish an Office Filing System

Besser schreiben mit dem Mac

Ich fahre zweigleisig. Während ich zuhause im Büro die Tastatur eines Windows-Rechners traktiere, tippe ich unterwegs auf einem MacBook Air. Mich lassen die Glaubenskriege zwischen den Win- und Macanhängern kalt, ich habe einen nüchternen Blick auf die Rechenmaschinen. Wenn Sie öfters auf dem Mac Texte verfassen, dann ist vielleicht der Artikel von Rahul Saigal etwas für Sie: Write Better on Your Mac With These 9 Apps and Tricks. Neu für mich war die App SearchLink, mit der man bequem Links finden und in den Text einbauen kann. Das will ich demnächst einmal probieren.

„Essential Scrum“ in der Zusammenfassung

Über Scrum als Rahmenwerk für effektive und effiziente Teamarbeit muss wohl nicht mehr allzuviel gesagt werden. Eines der Standardwerke über diese Methode ist Essential Scrum von Kenneth S. Rubin. Sollte Sie gerade blank sein oder aus anderen Gründen den Erwerb des Buchs scheuen, dann können Sie zumindest eine Zusammenfassung lesen. Die ist zwar in Englisch, dafür aber kostenfrei.

Wie man seinen Facebook-Account löscht

Eine Aufgabe, die bei mir ganz oben auf der Liste steht, ist das Löschen meines Facebook-Accounts. Der Gründe gibt es genug, mich hat Facebook die letzten Monate einfach zu sehr geärgert. Nun ist es wesentlich einfacher, ein Konto bei Facebook zu eröffnen als eines zu löschen. Ben Gilbert hat netterweise einen Beitrag veröffentlicht, der uns zeigt, wie wir erfolgreich bei Facebook aussteigen können: #DeleteFacebook is trending: Here’s how to delete your Facebook account. Ob man sich damit tatsächlich zu 100% aus den Fängen der Datenkrake befreit hat, wage ich dennoch zu bezweifeln.

50+ Fakten über Sprachen

Ich bin ein begeisterter Nutzer von ]Duolingo](https://www.duolingo.com/). Mit dieser Software lerne ich kostenfrei Spanisch und Französisch. Und das seit immerhin nun 466 Tagen in Folge, vorherige Bemühungen nicht eingerechnet. Fortschritte lassen sich so gar nicht vermeiden. Natalie Hagen hat in einer schönen Infografik 50+ Fascinating Language Facts You Didn’t Know Infographic zusammengetragen. Ein Klick auf die Vorschau bringt Sie zum Bild.

 

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Alles über Schnürsenkel: Ian’s Shoelace Site

Heute morgen bin ich über einen Tweet von @awkwardgoogle gestolpert, in dem auf ein kleines Filmchen mit dem Titel 5 Cool Ways To Lace Your Shoes gezeigt wurde. Leider war es mir nicht möglich, den Streifen hier direkt einzubetten.

Schade, aber trotzdem nicht weiter schlimm, denn auf YouTube finden Sie derartige Schnürsenkel-Videos in Hülle und Fülle. Stellvertretend für die vielen anderen, hier ein Video mit 20 cool ideas how to tie shoe laces.

LACE SHOES – 20 cool ideas how to tie shoe laces

 

Nun müssen Sie sich aber nicht mit derlei Videos zufrieden geben. Wenn Sie ganz tief in die Materie einsteigen wollen, dann empfehle ich Ihnen Ian’s Shoelace Site. Sie lesen richtig, ein Zeitgenosse namens Ian W. Fieggen hat eine eigene Seite zum Gebrauch von Schnürsenkeln ins Netz gestellt. Ich weiß nicht, ob Sie auf dieser Seite Alles zu Schnürsenkeln finden, aber es dürfte dem ziemlich nahe kommen. Nicht umsonst trägt Ian den Ehrennamen „Professor Shoelace“.

Wie die Navigationsleiste auf der linken Seite zeigt, hat Ian bez. der Schnürsenkelwissenschaft tatsächlich an nahezu alles gedacht. Es gibt sogar ein Kapitel, in dem das Vorkommen von Schnürsenkeln in der Bibel diskutiert wird.

Bevor Sie jetzt den Kopf schütteln…
Ich habe mir dieses Jahr ein Paar Sneakers gekauft, bei denen Ösen durch einschneidende Senkel durchtrennt wurden. Die Schuhe waren prima, ich werde sie nächstes Jahr wieder kaufen. Dann schaue ich aber garantiert auf Ian’s Shoelace Site nach, wie ich sie ösenschonend binden kann.

cherylholt / Pixabay

 

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Wie Sie in 7 Schritten eine Agenda erstellen

Ein Grundbedingung für erfolgreiche Besprechungen ist das Vorhandensein einer Tagesordnung aka Agenda. Die Macher der App [Less Meeting] haben einen Artikel geschrieben, in dem Sie erfahren, wie Sie systematisch eine Agenda erstellen können: 7 Steps to The Perfect Meeting Agenda. Hier sind die 7 Schritte zur perfekten (!) Agenda:

1. Erstellen und versenden Sie Ihre Agenda 3 Tage vor der Besprechung

Die Teilnehmer haben genügend Zeit, sich auf die Besprechung vorzubereiten (ob sie die Zeit nutzen, ist eine andere Frage). In dieser Zeitspanne können Sie auf Angregungen der Teilnehmer reagieren und stressfreiarm Änderungen vornehmen.

2. Fangen Sie mit den Rahmenbedingungen an

Nennen Sie Zeitrahmen (Beginn und Ende), sowie den Ort der Veranstaltung. Überlegen Sie sich, wer an der Besprechung teilnehmen soll: Wer kann etwas zu den Themen beitragen, bzw, wer soll dazu informiert werden? Benötigen Sie Teilnehmer, die zu Entscheidungen berechtigt sind? Gibt es technische Hinweise, die für die Teilnehmer wichtig sind, wie Anfahrtsbeschreibungen oder technische Details? Letzteres betrifft vor allem online-Meetings.

3. Formulieren Sie das Ziel des Meetings

Was soll bei der Besprechung heauskommen? Denken Sie über den Unterschied (das Delta) zwischen dem Beginn und dem Ende des Meetings nach. Hier hilft oft die Technik des Zweiten Futurs: Was soll in der Besprechung passiert sein, wenn Sie erfolgreich verlaufen ist?

4. Strukturieren Sie die Besprechung

Strukturieren Sie den Inhalt des Meetings, indem Sie den einzelnen Tagesordnungspunkten Zeitspannen zuweisen. Planen Sie dabei nicht zu knapp und denken Sie an die vielen kleinen Zeitdiebe. Achten Sie darauf, Zeit für einen guten Einstieg und einen angemessenen Abschluss einzuplanen. Menschen müssen ankommen und benötigen einen ordentlichen Abschluss, z. B. eine Reflexion über das Meeting selbst (Was haben wir erreicht?).

5. Planen Sie höchstens 5 Punkte auf der Tagesordnung ein

Nichts fürchten unsere Mitmenschen mehr als endlose Besprechungen. Beschränken Sie sich auf die wesentlichen Punkte, sonst steigt die Anzahl der Absagen.

6. Ergänzen Sie notwendige Informationen

Teilen Sie in der Agenda mit, wer welche Rollen (z.B. Protokollant) einnimmt und was u.U. von den Teilnehmern im Vorfeld erwartet wird („Lesen Sie bitte das angefügte Dokument).

7. Was tun bei Einladungen ohne Agenda

Wenn Sie zu Besprechungen eingeladen werden ohne eine Agenda zu bekommen, dann thematisieren Sie dies in Ihrer Organisation. Wenn Sie sich trauen: Lehnen Sie die Einladung mit der Begründung ab, die Agenda nicht zu kennen. Ich bin sicher, Sie werden darauf eine Antwort bekommen.

In dem Artikel finden Sie ein Beispiel für eine Agenda, die nach der o.a. Vorgehensweise erstellt wurde. Ob eine derartige Agenda perfekt ist, wie in der Überschrift steht, sei dahingestellt.

Unsere amerikanischen Freunde neigen mitunter dazu, den Mund etwas voll zu nehmen. Aber das wissen wir ja. 😉

delphinmedia / Pixabay

 

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Bullet Journal: Eine Anleitung

In meiner Buchbesprechung zum Bullet Journal neulich hatte ich ein wenig herumgemeckert, dass dort die Beschreibung der Methode etwas zu kurz kommt.

Wenn Sie auch eher an der Methode als an der Optik interessiert sind, dann empfehle ich Ihnen den umfangreichen Artikel von Kim Alvarez: Thorough Guide to the Bullet Journal System. In dem Beitrag können Sie eine systematische und ausführliche Beschreibung des Ansatzes nachlesen.

Kim empfiehlt, vor der Lektüre ihres Artikels das offizielle Bullet-Journal-Video anzuschauen. Das können Sie direkt hier tun. Viel Spaß!

 

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Wie gehen Sie mit Totschlagargumenten um?

In vielen Diskussionen, insbesondere bei TV-Krawallsendungen á la „Hart, aber fair“, kann man beobachten, dass gar nicht auf Argumente sachlich, fachlich, logisch, kurz angemessen, reagiert wird. Vielmehr versuchen die Gesprächsgegnerpartner das Argument mit Scheinargumenten totzuschlagen.

Eine meiner Lieblingsfiguren ist der Whataboutism. Wenn ich beispielsweise Fahrradfahrer auf regelwidriges Verhalten gegenüber Fußgänger hinweise, bekomme ich oft die Antwort: „Und was ist mit den Autofahrern? Wie verhalten die sich gegenüber uns? Ist das etwa besser?“. Auf das ursprüngliche Argument wird also gar nicht eingegangen, vielmehr wird es mit Whataboutism totgeschlagen.

Es gibt aber noch mehr solcher Konstruktionen. Ligitas Nefas hat 20 Logical Fallacies That Dumb People Use To Win Arguments zusammengetragen. Mit dabei sind fiese Methoden wie

  • Auf die Person statt auf das Argument zielen
  • Das ausschließliche Verwenden von „Beweisen“, die die eigene Meinung untermauern oder
  • zirkuläres Begründen.

Nun kann man sich fragen, wer jemals durch derartige Rabulistik jemand anders überzeugt hat. Den Anwendern geht es aber oft auch gar nicht um das Überzeugen. Vielmehr wollen sie sich selbst erhöhen, indem sie andere klein machen. Oder sie ziehen es vor, in ihrem vermeintlich sicheren Meinungskokon zu verbleiben. Andere wiederum wollen vor dem Publikum glänzen. Es geht also weniger um die Sache, sondern um die eigene Person.

Leider bietet Ligitas Nefas keine Lösungen für seine Beipiele an. Vielmehr sind die Leser gefordert, in den Kommentaren ihre Vorschlage für den Umgang mit Totschlagargumenten zu hinterlassen. Allerdings muss man die sprachlichen Figuren erst einmal kennen, bevor man in der Lage ist sich zu wehren.

Zu diesem Zweck empfehle ich den Klassiker von Arthur Schopenhauer: Die Kunst, Recht zu behalten. Für den Kindle gibt es das Buch sogar umsonst.

Tumisu / Pixabay

 

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Virtuelle Lernkartei: Wie man Anki bedient

Kürzlich habe ich mich offen dazu bekannt, ein Brett vor dem Kopf zu haben. Das Brett bezieht sich auf Anki, einem kostenfreien Lernkarteiprogramm. Hilfsbereit wie Sie ist, hat mich meine sympathische Kollegin Alexandra Graßler auf ein Video hingewiesen, das den Umgang mit Anki erklärt. Dankeschön dafür.

How I Learn Everything : Anki Tutorial

 

Mal sehen, vielleicht werden Anki und ich doch noch Freunde.

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Was Internetnutzer über Führung denken

Wissen Sie, was Netnographie ist? Ich weiß es auch nicht. Lassen Sie uns also zusammen die Wikipedia zu Rate ziehen. Dort steht unter dem Stichwort Netnographie:

Netnographie (englisch netnography) bezeichnet einen Forschungszweig, in dem die Methoden der Ethnografie auf Communitys im Internet angewendet werden.

und weiter

War es vor Zeiten des Internets notwendig Zugang zu einer Gruppe zu erhalten, erlaubt eine netnographische Beobachtung meist den Kommunikationsfluss innerhalb der Gruppe zu beobachten, ohne der Gemeinschaft unbedingt selbst aktiv beizutreten. Netnographie kann somit als nichtteilnehmende Beobachtung klassifiziert werden […].

Genau dieses Verfahren haben Forscher der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) herangezogen um zu untersuchen, was Internetnutzer über Führung denken. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie auf der entsprechenden Seite der BAuA, Sie können aber auch die komplette Veröffentlichung als pdf-Datei herunterladen: Die Notwendigkeit von Führung in einer digitalisierten Arbeitswelt – eine Netnografie.

Nach der Studie wandelt sich das Führungsverständnis, dennoch wird Führung nach wie vor für notwendig gehalten. Allerdings bestehen unterschiedliche Auffassungen über den Grad der Notwendigkeit. Auf einer Skala von „keine“ bis „hohe“ Notwendigkeit identifizeren die Autoren vier Typen:

  1. Digitale Systeme ersetzen Führung
  2. Digitale Systeme ermöglichen Selbststeuerung
  3. Digitale Systeme ergänzen Führung
  4. In digitalen Systemen wird Führung benötigt

Im Text werden die einzelnen Positionen ausführlich erläutert und mit Zitaten illustriert.

Ich finde die Studie sehr aufschlussreich. Leichte Kost ist sie allerdings nicht, das ist bei einem wissenschaftlichen Text auch nicht zu erwarten. Mindestens so interessant wie die Ergebnisse ist für mich die Forschungsmethode, die ich bislang noch nicht kannte. Auch sie wird in der Publikation eingehend beschrieben.

Fazit: Endlich einmal Zahlen, Daten, Fakten zu einem Thema, über das täglich auf vielen Kanälen spekuliert wird. Das Papier eignet sich auch als Ausgangspunkt für eine tiefere Beschäftigung mit dem Thema. Sie finden im Anhang eine umfantreiche Liste zu einschlägiger Literatur, Blogs und Foren.

geralt / Pixabay

 

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Lernen mit der Lernkartei

Schon im Studium, und das ist gefühlte hundert Jahre her, habe ich die Lernkartei nach Sebastian Leitner benutzt, um den Prüfungsstoff einzuprägen und, was genau so wichtig ist, auch zu behalten.

Das Lernen mit der Lernkartei trägt den Erkenntnissen von Herrmann Ebbinghaus Rechnung. Dieser gilt als Vater der experimentellen Gedächtnisforschung und erstellte die berühmte Lern- und Vergessenskurve. Diese besagt, dass

Der Vorgang des Vergessens muss durch mehrfaches Wiederholen des Lernstoffes abgemindert werden (Überlernen), wobei jede Wiederholung das Intervall, nach dem eine erneute Wiederholung nötig ist, vergrößert. Was man nicht im Alltag benutzt, vergisst man; und nur durch ständiges Benutzen des Wissens behält man es.

Der Volksmund wusste das auch schon vorher: „Übung macht den Meister“.

Die Lernkartei bietet dem Lernenden einen Rahmen, in dem der Stoff systematisch wiederholt wird. Außerdem wird vermieden, dass bereits Gelerntes noch einmal unnötig wiederholt wird. Das trägt zur Effizienz des Lernens bei.

Meiner Erfahrung nach eignet sich diese Methode vor allem zum Lernen von Zahlen, Daten, Fakten. Das könnten sein Geschichtsdaten, geographische Fakten oder – der Klassiker – Fremdsprachenvokabeln. Für Mathematik & Co ist die Lernkartei weniger geeignet, hier übt man besser durch das Lösen von Aufgaben.

Für die Haptiker unter den Lesern empfehle ich, tatsächlich einen Karteikasten mit den entsprechenden Karten zu benutzen. Sie können ihn selber bauen. Wie das geht, erfahren Sie auf der Seite lernkartei.de. Es empfiehlt sich, die Karten selbst zu schreiben, denn auf diese Weise erfolgt schon ein erstes Einprägen des Inhalts.

Natürlich gibt es auch Programme, die die Lernkartei virtuell abbilden. Sie können sich auch bei lernkartei.de kostenlos registrieren, um einen webbasierten virtuellen Karteikasten zu nutzen. Weitere Angebote finden Sie bei Sandy Writtenhouse: 8 Awesome Sites for Making Flashcards Online.

Wenn Sie den virtuellen Kasten lieber auf dem eigenen Rechner haben, dann gibt Ihnen der einschlägige Artikel in der Wikipedia eine erste Übersicht.
Ich selbst habe es einmal mit Anki probiert, es aber nach einiger Zeit wieder aufgegeben. Die Philosophie dieses Programms hat sich mir einfach nicht erschlossen. Ich fand die App viel zu kompliziert.

Vielleicht kennen Sie ja ein leicht zu bedienende Lernkartei-Programm.

Was können Sie empfehlen?

 

Bild: M.Blinky unter CC BY-SA 3.0

 

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Ist Ihr Kollege erschöpft?

Die Tragweite von Erkrankungen infolge von Erschöpfung steht in krassem Gegensatz zu der Bedeutung, die man diesem Thema beimisst. Ja, ich weiß, es gibt unzählige Veröffentlichungen zur psychischen Belastung am Arbeitsplatz. Wenn ich allerdings sehe, wie wenig der Pflicht zu einer umfassenden Gefährdungsbeurteilung nachgekommen wird, dann muss ich all diese Statements für Lippenbekenntnisse und die Gesundheitsmaßnahmen nur für Pflaster halten. Kaum jemand setzt sich ernsthaft mit dem Thema psychische Belastung am Arbeitsplatz ernsthaft auseinander.

Oft sind Führungskräfte gar nicht in der Lage zu erkennen, wann Ihre Mitarbeiter erschöpft sind. Zum einen, weil Sie selbst in der Tretmühle sind und aufpassen müssen, nicht selbst über die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit hinaus zu gehen, zum anderen, weil sie die Alarmsignale bei sich und/oder ihren Mitarbeitern gar nicht erkennen.

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege greift diesen Mangel auf und hat eine einschlägige Broschüre veröffentlicht. Sie heißt Erschöpfung erkennen – sicher handeln (Download pfd-Datei). Diese Broschüre erklärt, was Führungskräfte über die Anzeichen psychischer Erschöpfung wissen und welche Warnsignale sie ernst nehmen sollten. Aus dem Inhalt:

  • Erkennen: Was wirkt auf die psychische Gesundheit ein?
  • Handeln: Was können Führungskräfte für Betroffene tun?
  • Vorbeugen, unterstützen, integrieren: Was können Unternehmen tun?

In dem letzten Abschnitt wird (wieder einmal) auf die Bedeutung der Gefährdungsbeurteilung hingewiesen. Sie ist die Grundlage für ein weiteres systematisches Vorgehen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen mit messbaren Ergebnissen. Nur: Man muss sie halt auch machen!

Immer wieder höre ich aus den Betrieben, dass da und dort Mitarbeiter in die Auszeit mussten, weil sie den Anforderungen nicht mehr gewachsen waren, aus welchen Gründen auch immer. Leider ist es dann bereits zu spät. Deshalb:

Passen Sie auf sich auf!

geralt / Pixabay

 

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FOMO im Bild

Sie erinnern sich. FOMO (Fear Of Missing Out) beschreibt die Sorge, etwas Wichtiges im Leben zu verpassen. FOMO ist ein Phänomen, das sich unter ungünstigen Umständen zu einem echten Problem für den Betroffenen auswachsen kann. Auch im TooBlog war FOMO bereits Thema (hier und hier).

Die Grafikerin Ortal Avraham hat eine kleine Bildergeschichte zum Thema veröffentlicht, in der sie beschreibt, warum FOMO in der Regel unberechtigt ist: 99 Times Out of 100 My FOMO Is Wrong. Schön gemacht.

 

 

BTW: Auf Twitter bekommen wir des öfteren gesagt, was wir lesen „sollten“ oder tun „müssen“. Meine Hashtags dafür sind #essi (einen Sch… soll ich) oder #esmi (einen Sch… muss ich). Ich entscheide immer noch selbst, was ich verpassen will und was nicht.

So einfach ist das.

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