Die App fürs Atmen

Seit nunmehr rund zehn Jahren über ich mich in formaler Achtsamkeit. Formal heißt, Bodyscan und Meditation haben bei mir ihren festen Platz im Tagesablauf.

Nun bin ich über eine App für das iPhone gestolpert, die mich wirklich begeistert. Sie trägt den einfachen Namen The Breathing App. Sie können The Breathing App im App Store kostenlos herunterladen und sofort loslegen.

Wie und warum The Breathing App funktioniert zeigt Ihnen einer der Macher, Eddie Stern, in einem eigenen Beitrag. Oder für die Eiligen auch direkt im Video:

 

Breathing App Quick Start

 

Das richtige Atmung wenn nicht heilende, so doch zumindest für viele Leiden lindernde Wirkung hat, können Sie hier nachlesen:

  • Dt. Herzstiftung: Atmen kann man lernen.
    Ein Interview mit Privatdozent Dr. med Axel Frey, Freiburg  [Download pdf]
  • Gary Bruno Schmid: Optimale Atmung für die Entspannung:
    die 4-bis 6-Atemtechnik [Download pdf].
    (Warum der Link hier durchgestrichen erscheint, weiß nur WordPress und der Geier)

Probieren Sie es aus, es kostet ja nichts.
Ihren Atem haben Sie ja immer dabei!

 

Schreibe eine Antwort

Ein Loblied auf die Checklist!

Ich kenne einige Leute, die das Primat der Schriftlichkeit in der Arbeitsorganisation nur mit einem spöttischen Lächeln begleiten. „Wozu habe ich denn sonst mein Gehirn, wenn ich mir meine Aufgaben nicht mehr merken soll oder kann“, wird von diesen Menschen oft gefragt. Meine Antwort: Zum Denken! Das berühmte Zitat von David Allen lautet dazu:

Your Mind Is For Having Ideas, Not Holding Them.

Der Ratschlag lautet, lagern Sie alle Daten aus, damit Ihr Kopf Platz für Ideen hat. Oder wie es Vera Birkenbihl einmal ausgedrückt hat:

Vom Gehirnbesitzer zum Gehirnbenutzer.

So gibt es eine Menge intelligenter Menschen in anspruchsvollen Berufen, die Checklisten benutzen, um sich den Umfang und die Reihenfolge von Routinetätigkeiten eben nicht merken zu müssen. Denken Sie an Piloten oder Chirurgen. Für die Ausübenden dieser Berufe und noch mehr für deren „Kunden“ könnte es fatal enden, wenn eine Tätigkeit vergessen würde.

Ein (mir leider unbekannter) Autor gibt in seinem Artikel The Simple Genius of Checklists, from B-17 to the Apollo Missions einen kurzen Abriss über die Geschichte der Checklist.

Die Übersicht reicht von einer Checklist für die Piloten des Militärflugzeuges Boeing B-17 über die Checklisten der Apollo-Mission bis hin zum Gebrauch im modernen Operationssaal.

Und hier ist die Checkliste es Autors für die Erstellung von Checklisten:

  1. Untersuchen Sie die bisher aufgetretenen Fehler.
  2. Konzentrieren Sie sich auf vermeintlich „dummes Zeug“.
    (Beachten Sie in diesem Zusammenhang Murphys Gesetz).
  3. Halten Sie die Liste einfach.
  4. Entscheiden Sie sich zwischen der Variante „Getan und abgehakt“ und der Variante „Als nächstes zu tun“.

Wenn Sie mehr über Checklisten erfahren wollen, dann empfehle ich Ihnen das Buch von Atul Gawande Checklist-Strategie: Wie Sie die Dinge in den Griff bekommen.

 

Von NASA – http://grin.hq.nasa.gov/ABSTRACTS/GPN-2001-000013.html, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32049

 

1 Antwort

Die ungehobenen Schätze des Marc Andreessen

Wenn Sie ein netzaffiner Mensch sind, dann brauche ich Ihnen nicht zu erklären, wer Marc Andreessen ist. Die Anderen, die ihn nicht kennen, finden eine ausführliche Biographie bei der allwissenden Wikipedia.

Zu früheren Zeiten hat sich Marc als Blogger betätigt. Mittlerweile finden sich seine spannenden Artikel in einem Archiv mit dem Namen Pmarchive. Wenn Sie dort ein wenig stöbern, finden Sie so manche Perle, die uns genussvoll mit der Zunge schnalzen lässt. Die Artikel sind zusammengefasst zu Guides zu den Themen Start-ups, Selbstorganisation oder Karriereplanung.

Mich als Herausgeber des ToolBlogs interessiert natürlich besonders der Bereich Selbstorganisation: Pmarca Guide to Personal Productivity. Er ist nicht mehr ganz jung, aber dennoch mit hochinteressanten Inhalten bestückt. Es lohnt sich, ein bisschen hin- und her zu scrollen. Sie werden den einen oder anderen wertvollen Tipp finden.

By Brian Solis (IMG_8642) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Schreibe eine Antwort

E-Mails mit reinem Text: Wie, warum, weshalb?

Wie viele ToolBlog-Leser wissen, bin ich bekennender Outlook-Nutzer. Von Haus aus befindet sich Outlook im HTML-Modus. Bei mir allerdings nicht. Ich habe Outlook so eingestellt, dass nur reine Textmails gesendet und empfangen werden.

Warum das so ist, können die Autoren von Use plaintext email viel besser erklären als ich selbst: Why is plaintext better than HTML?. HTML in E-Mails

  • erleichtert das Phishing
  • unterstützt Datenschutzverletzungen und Datenverfolgung
  • bietet eine Reihe von Sicherheitslücken
  • lenkt durch bunte Bildchen von der eigentlichen Information ab

und hat noch manch andere Nachteile, wie die Autoren schreiben.

Um diese zu vermeiden, können Sie zu einen den HTML-Modus in Ihrem E-Mail-Programm deaktivieren, wie ich es für Outlook getan habe.
Die andere Möglichkeit, die ich Ihnen zumindest für den Privatgebrauch emfpfehlen kann, ist die Verwendung eines E-Mail-Clients, der von sich aus nur reinen Text verarbeitet. Use plaintext email gibt Ihnen eine Übersicht über derartige Programme.

Ein paar weitere Dinge sind außerdem noch zu beachten. Auf der Website gibt es auch noch einige Hinweise zur Etiquette für Text-E-Mails und für das Versenden von Nachrichten.

Mein Lieblingsthema ist die Untugend, per E-Mail-Pingpong Nachrichten in der Länge von Handtüchern zu produzieren („top posting“). Gewöhnen Sie sich stattdessen an, aus den vorangegangenen Nachrichten zu zitieren. Bei den meisten E-Mail-Programmen ist dies gefahrlos und ohne Aufwand möglich. Außerdem erhält man so den natürlichen Lesefluss. Oder wie die Autoren der Website schreiben:

A: Because it reverses the logical flow of conversation.
Q: Why is top posting frowned upon?

422737 / Pixabay

 

1 Antwort

Markdown, Editoren und mehr

Kennen Sie Markdown?

Wenn Sie nicht, dann empfehle ich Ihnen den entsprechenden Wikipedia-Eintrag oder meinen Text Lernen Sie Markdown in 10 Minuten.

In meiner Begeisterung für Markdown lasse ich mich nur ungern übertreffen. Ich finde, Markdown hilft dabei, schnell und effizient Teste zu verfassen, ohne sich von Klicki-Bunti-Formatierungsvorschlägen ablenken zu lassen.
Zum Beispiel verwende ich für das Verfassen meiner ToolBlog Artikel den Markdown-Editor WriteMonkey. Mit ihm schreibe ich den Text, kopiere ihn als HTML-Datei in die Zwischenablage und übertrage ihn ins ToolBlog. Fertig die Laube.

Mittlerweile das Angebot von, auch kostenlosen, Markdown-Editoren schier unübersehbar. Mein Freund und Kollege Frank Hamm hat in seinem Beitrag Die besten Markdown-Editoren für Windows, MacOS und Online einige aufgelistet. Und auch hier im ToolBlog finden Sie unter Markdown für Chrome: Textdown (…und mehr) einige Hinweise.

Die wohl neueste Liste der Editoren liefert Andrew von der Dev Community: State of Markdown Editors 2019. Er empfiehlt Joplin, ein kostenloses Programm, das mit allen gängigen Betriebssystemen läuft. Der Schwerpunkt von Joplin liegt auf dem Erstellen und Verwalten von Aufgabenlisten und Notizen. Es bietet außerdem die Möglichkeit zwischen verschiedenen Geräten zu synchronisieren.

Wie auch immer. Hier noch einige spezielle Tipps für die Verwendung von Markdown:

  • Das Markdown Cheatsheet gibt Ihnen eine Übersicht über die wichtigsten Auszeichnungsbefehle
  • Mit Markdown-cv können Sie Ihren Lebenslauf zumindest optisch aufhübschen
  • Der Name ist bei Markdown Tables generator Programm. Manchmal braucht man eben Tabellen.
  • Marxico soll den vermissten Markdown-Editor für Evernote ersetzen. Da ich Marxico nicht benutze, kann ich auch kein Urteil über ihn abgeben.
  • Vor einiger Zeit wies Jan Fischbach hier im Blog auf Pandoc hin, mit dem Sie Dokumente verschiedener Dateiformate ineinander umwandeln können. So formuliert es die Wikipedia etwas umständlich.
  • Wenn Sie öfters Links zitieren müssen, dann empfehle ich Ihnen eine Erweiterung für Chrome namens Copy as Markdown. Hier können Sie geöffnete Tabs bequem als Link im Markdown-Format kopieren. Ein kleines, aber äußerst nützliches Helferlein.

Wenn Sie einen Tipp oder eine Empfehlung bez. Markdown haben, dann immer her damit! Die Kommentarfunktion steht Ihnen zur Verfügung!

 

 

2 Antworten

Entrümpeln Sie Ihr Leben!

Der Mind-Sweep kommt den Lesern der Bücher von David Allen sicher bekannt vor. Ich übersetze diesen Ausdruck gerne mit “mentalem Kehraus”. Es geht darum, alles aus dem Kopf zu bekommen, was in irgendeiner Form Ihre Aufmerksamkeit beansprucht. Outsourcing von Dingen, die noch nicht rund sind, sozusagen. Für eine Führungskraft, die ich vor geraumer Zeit coachen durfte, sorgte der Mind-Sweep wieder für einen erholsamen durchgängigen Schlaf.

Der Coach Michael O. „Coop“ Cooper geht noch einen großen Schritt über den Mind-Sweep hinaus. Er empfiehlt Ihnen, gleich Ihr komplettes Leben aufzuräumen: Are you ready to clean up your life? Sie finden auf dieser Seite eine Checkliste für eine Inventur mit 100 Dingen, die Sie selbstkritisch hinterfragen sollten. Das “Clean Sweep Program” berührt die Lebensbereiche

  • Materielle Umgebung
  • Wohlbefinden
  • Finanzen
  • Beziehungen

Die Beantwortung der Fragen allein bringt noch keine Veränderung. Ziel ist es, hinter jede Frage einen Haken zu machen und so hundert Punkte zu erreichen. Ich weiß nicht, ob es sinnvoll ist, die Checkliste in dieser Weise zu verwenden. Ich finde es aber durchaus nützlich, über die eine oder andere Frage nachzudenken. Ein interessanter Ansatz ist das “Clean Sweep Program” allemal.

MrsBrown / Pixabay

Schreibe eine Antwort

Kurznachrichten: Posteingang leeren, TextCleanr, Produktivitätstypen, Gewohnheiten, Video Clips, Gesundheit

Wie Sie Ihren Posteingang leeren

Der von E-Mails überquellende Posteingang war schon immer ein Problem für viele Mitmenschen. Vermutlich wird das auch so bleiben, so lange E-Mails verwendet sehen. Und da kein Ende dieses Mediums abzusehen ist, bleibt Revive Your Inbox vermutlich noch eine ganze Weile aktuell. Es handelt sich hierbei um einen E-Mail(!)-Kurs, in dem Sie lernen, wie Sie innerhalb von 21 Tagen Ihren Eingangskorb geregelt bekommen. Kostenlos ist das Angebot nicht, Sie sollten etwa 20 Minuten am Tag investieren.

Wie Sie Texte putzen: TextCleanr

Kopieren Sie dann und wann Texte per Cut & Paste zwischen Anwendungen hin und her? Dann haben sie sich bestimmt schon darüber geärgert, dass allerhand Zeichen mit übertragen werden, die Sie gar nicht haben wollen: HTML-Code, Formatierunszeichen oder Linkadressen. TextCleanr – Text Cleaner Tool macht Schluss damit. Sie fügen den Text in das Bearbeitungsfeld ein und bestimmen, wie mit den ungeliebten Zeichen umgegangen werden soll. Dann ein Knopfdruck und der Text ist gesäubert.

Welcher Produktivitätstyp sind Sie?

Dass wir Menschen nicht alle gleich ticken, ist eine Binsenweisheit. Aus diesem Grund hat jede seinen eigenen Ansatz, produktiv zu sein. Carson Tate versucht sich an einer Beschreibung von 4 Types of Productivity Styles als da sind: Priorsierer, Planer, Arrangeur und Visualisierer. Falls es Ihnen tatsächlich gelingen sollte, sich einer Gruppe zuzuordnen, dann gibt Ihnen Carson auch gleich Tipps, welche Produktivitätsapps zu Ihnen passen könnten.

Gewohnheiten aufbauen mit Daily Todo

Sie kennen sicher die Jerry-Seinfeld-Methode zum Aufbau neuer oder Abbau ungeliebter Gewohnheiten. Wenn nicht, dann hilft Ihnen dieses Video weiter:

How To Stick To Your Habits – Don't Break The Chain Method (animated)

 

Ein kleines aber feines Helferlein dafür ist Daily Todo. Sie können hier im Browser Ihre täglichen Tätigkeiten ablegen und editieren. Der Verlauf zeigt Ihnen dann, ob es Ihnen gelungen ist, die „Kette fortzuführen“. Das Programm ist klein, oho und kostest nichts. Nichts heißt, Sie müssen sich nicht einmal registrieren.

Wo Sie freie Video Clips bekommen

Die Quellen für freie Fotos dürften mittlerweile hinlänglich bekannt sein. Manchen reicht das allerdings nicht. Sie benötigen stattdessen freie Video Clips. Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen? Connie Malamed hilft Ihnen weiter und nennt 15 Sources for Free Stock Videos. Allerdings rate ich auch hier ausdrücklich dazu, die Copyright-Bestimmungen genau zu studieren um evtl. Ärger aus dem Weg zu gehen. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Wie Sie trotz Büro gesund bleiben

Viele Fachleute meinen, Sitzen sei das neue Rauchen. Will sagen, die Hockerei vor dem Bildschirm den ganzen Tag kann uns im schlimmsten Fall krank machen. Die Abhilfe: Sorgen Sie auch während der Arbeit mit einem entsprechenden Lebensstil für die eigene Gesundheit. Wie das geht, zeigt Ihnen Dr. Gundry mit dieser Infografik:

 

1 Antwort

Agilität und Lebenszyklus

Beim Blättern durch meine abonnierten Feeds ist mir sofort der Titel eines Artikels bei Haufe online ins Auge gesprungen: Dach 30 stellt Standards für Agilität im Unternehmen vor. In dem Beitrag wird berichtet, dass eine Arbeitsgruppe DACH 30, die Vertreter von 30 Großunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, Mindeststandards für Agilität formuliert haben. Die bisherigen (Re-) Zertifizierungsmaßnahmen reichen den Initiatoren nicht aus, stattdessen werden vier (!) Rollen und ein dreistufiger Lernprozess beschrieben. Das alles und noch mehr können Sie auf der Plattform Next Level Working nachlesen.

Ich will nun diese Initiative nicht näher kommentieren (vielleicht später einmal). Allerdings erinnerte ich mich sofort an einen Beitrag, den ich am 18. Januar 2006 für mein damaliges Blog „Interessante Zeiten“ geschrieben hatte. Ich möchte ihn an dieser Stelle noch einmal veröffentlichen. Hier ist er:

+++++ Beitrag „Interessante Zeiten“ am 18. 1. 2006 +++++

Lebenszyklen in der Beratung

In der Maillist Grp-Facl, die der International Association of Facilitators IAF als Forum dient, findet zur Zeit eine lebhafte Diskussion über die Zertifizierung von Facilitators statt. Für mich stellt diese Diskussion ein gewisses Déjà-vu-Erlebnis dar.
Ich habe mich oft schon gefragt, ob Strömungen in der Beratungsszene einem gewissen Lebenszyklus folgen. Wenn ich richtig beobachte, läuft der Zyklus in folgenden Phasen ab:

  1. Schlaue Menschen kommen einer interessanten Sache auf die Spur, entwickeln neue Modelle oder (er)finden etwas Anderes, das auf lebhafte Neugier stößt.
  2. Andere interessieren sich für das Modell, gehen bei den Urhebern in die Lehre und entwickeln das Modell mehr oder weniger weiter. In den Steckbriefen steht dann meist: Ausbildung bei Richard Bandler in den USA persönlich oder so etwas ähnliches.
  3. Die Eleven der Gründer gründen wiederum eigene Ausbildungsinstitute. Das Modell erfährt eine rapide Verbreitung bis hin zum Boom.
  4. Einige Protagonisten denken darüber nach, wie man die ungebremste Ausbreitung des Modells stoppen kann. Interessanterweise sind dies in den seltensten Fällen die Urheber selbst, sondern vielmehr deren Epigonen. Es wird darüber nachgedacht, wie eine sog. Qualitätssicherung vorgenommen werden kann. Ausdruck findet dies meist in einem Curriculum mit anschließender Zertifizierung. Höhepunkt ist die Gründung eines Verbandes.
  5. Es werden klare Hürden aufgestellt, wer mitmachen darf und wer nicht. Es gibt klare Richtlinien, wer drinnen ist und wer draußen. Es bildet sich eine einschlägige „Schule“ heraus, die sich klar von anderen abgrenzt. Die Spielregeln werden meist von den Verbandsgründern aufgestellt nach der Devise: Schließlich waren wir zuerst da und haben noch bei den Urvätern gelernt. Wir sind daher berufen, die Spielregeln aufzustellen. Ob die Regelaufsteller dabei ihren eigenen Kriterien genügen, hinterfragt niemand. Allein der Gedanke daran gilt als Sakrileg.
  6. Es findet eine zunehmende Institutionalisierung statt. Es gibt offizielle Verbandskonferenzen, auf denen über Ausbildungsrichtlinien gestritten wird, Datenbanken, in denen nur die stehen, die sich der Zertifizierungsprozedur unterzogen haben usw. usf.
  7. Die „Schule“ beschäftigt sich zunehmend mit sich selbst und schmort im eigenen Saft. Bewahrung geht vor Veränderung. Eine Weiterentwicklung findet nicht statt, die selbstgemachte Abschottung verhindert kreativen Ideenaustausch mit Menschen, die nicht der „Schule“ angehören.
  8. Die „Schule“ wird von der Außenwelt weitestgehend nicht mehr wahrgenommen und versinkt nach und nach in der Bedeutungslosigkeit.

Ich gebe zu, die Aufstellung kommt etwas grob daher und ist wissenschaftlich nicht überprüft. Aber konnten wir diese Phasen nicht beobachten, beim NLP, beim Coaching und anderen Strömungen, wie jetzt beim Facilitating? Ich frage ja nur.

+++++ Ende des Beitrags +++++

Sie ahnen wahrscheinlich, warum mir dieser alte Artikel im Zusammenhang mit der o.a. Initiative wieder eingefallen ist.  Vermutlich wird die Agilität von DACH 30 nun so lange freundlich umarmt, bis sie (zumindest in den Großunternehmen) keine Luft mehr bekommt, bewusstlos wird und stirbt.

 

aitoff / Pixabay

 

1 Antwort

Delegieren, aber richtig!

Ein Cheftypus, den ich fürchten würde wie der Teufel das Weihwasser, ist der Mikromanager. Unter dem Stichwort Mikromanagement steht in der Wikipedia:

Es kommt dabei [im Mikromanagent] zu einer „übertriebenen Detailorientierung“.] Für das Mikromanagement charakteristisch ist außerdem das Überspringen von Hierarchiestufen. Es wird dabei darauf verzichtet, Aufgaben zu delegieren.

Beide Seiten, Chef und Mitarbeiter, leiden unter dem Micromanagements (ich schreibe es lieber mit „c“):

  1. Insbesondere qualifizierte Mitarbeiter werden demotiviert, da ihnen genau vorgekaut wird, wie sie etwas zu tun haben. Oft empfinden sie dies (zu Recht) als mangelndes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Auf lange Sicht führt dies zur inneren Kündigung, denn „der Chef weiß ja sowieso alles besser“.
  2. Auch beim Chef hinterlässt das Micromanagement seine Spuren. Da er meint, sich auf niemanden verlassen zu können und alles selbst machen zu müssen, überlastet er sich selbst. Mit allen Konsequenzen: Überstunden, Erschöpfung, Sie wissen schon.

Delegieren heißt die Lösung des Problems. Allerdings ist dies leichter gesagt als getan. Schließlich muss der Micromanager lernen, Vertrauen in seine Mitarbeiter zu entwickeln und Verantwortlichkeiten abzugeben.

Was beim Delegieren zu beachten ist, hat Ann Gomez in ihrem Artikel * 12 ways to delegate effectively zusammengefasst:

Vor dem Auftrag

Delegieren Sie sofort

Warten Sie nicht lange mit dem Abgeben einer Aufgabe. Die Zeit wird dem Mitarbeiter und damit letztendlich auch ihnen fehlen. Also fackeln Sie nicht lange herum. delegieren Sie so schnell wie möglich.

Drücken Sie sich klar aus

Sagen Sie genau, was das Ergebnis des Auftrags sein sollen. Stellen Sie sicher, dass Ihr Mitarbeiter verstanden hat, woran Sie festmachen, dass der Auftrag erfolgreich erledigt wurde. Ermuntern Sie zur Verständnisfragen.

Setzen Sie Fristen

Ich hatte einen Chef, dessen geflügeltes Wort die Frage „Bis wann hör‘ ich was von Ihnen?“ war. Die Deadline, die dann genannt wurde, war sogar verhandelbar. Aber wenn sie vereinbart wurde, dann galt sie. Ohne Wenn und Aber. So schafft man Verbindlichkeit.

Achten Sie auf direkte Kommunikation

Auch wenn Outlook dies ausdrücklich ermöglicht. Weisen Sie insbesondere wichtige Aufgaben nicht einfach per E-Mail zu. Nehmen Sie sich Zeit, die Details des Auftrags von Angesicht zu Angesicht zu erläutern.

Beachten Sie die Interessen des Mitarbeiters

Denken Sie daran, dafür zu sorgen, dass auch der Mitarbeiter etwas von der Erledigung des Auftrags hat. Das gelingt sicher nicht immer, aber ab und zu sollten das schon drin sein.

Verbinden Sie den Auftrag mit dem großen Ganzen

Erklären Sie dem Mitarbeiter die Hintergründe und den Sinn und Zweck des Auftrages. Dies schafft Verbindung zu übergeordneten Zielen und fördert die Kreativität und das Engagement des Mitarbeiters.

Beschreiben Sie das Was, nicht das Wie

Das hatten wir schon weiter oben. Ihre Mitarbeiter wissen schon, wie sie ihre Arbeit am besten erledigen. Sie sind sie ja hochqualifiziert, denn schließlich haben Ihr Unternehmen sie ja selbst eingestellt oder selbst ausgebildet.

Während des Bearbeitung des Auftrags

Halten Sie Kontakt

Zeigen Sie, dass Sie an der Arbeit des Mitarbeiters interessiert sind. Das bedeutet keineswegs kleinliche Kontrolle und/oder Hineinreden. Zeigen Sie, dass Sie am Ball sind.

Kontrolle?

Wie gesagt, bleiben Sie am Ball. Aber bleiben Sie dabei flexibel und richten Sie sich nach Qualifikation des Auftragnehmers und nach Schwierigkeitsgrad und Bedeutung des Auftrags. Sie werden bei einem Azubi anders hinschauen als bei einem Gesellen mit zwanzig Jahren Berufserfahrung. Vielleich schauen Sie bei letzterem auch gar nicht mehr hin.

Nach der Erledigung des Auftrags

Geben Sie Feedback!

Feedback hilft dem Mitarbeiter, das Ergebnis seiner Arbeit richtig einzuordnen. Benennen Sie positive und nicht nur negative Seiten des Ergebnisses. Fragen Sie die Mitarbeiterin nach ihren eigenen Erfahrungen und bitten Sie um konstruktive Vorschläge für Verbesserungen.

Denken Sie ans Training

Achten Sie darauf, dass Ihre Mitarbeiter die nötige Weiterbildung bekommen. Die Aufgaben entwickeln sich ständig weiter, die Kenntnisse der Mitarbeiter sollten damit Schritt halten. Investieren Sie in die fachliche und persönliche Entwicklung Ihrer Mitarbeiter.

Zeigen Sie Ihre Wertschätzung

Es fällt der Führungskraft kein Zacken aus der Krone, wenn er die Arbeit der Mitarbeiterin würdigt und ihr ab und an für ihre Arbeit dankt.

Soweit die Aufzählung. Vielleicht geht es aber auch kürzer. So in etwa:

Behandeln Sie Ihre Mitarbeiter so, wie Sie von Ihrem Chef behandelt werden möchten.

 

Was meinen Sie?

pashminu / Pixabay

 

2 Antworten

Sie sind Ingenieur? Präsentieren Sie trotzdem spannend!

In manchen Workshop zum Erstellen und Strukturieren von Präsentationen behaupten Ingenieure immer wieder, fesselnde Präsentationen kämen für sie nicht in Frage. Die Gründe:

  • Der Inhalt bestehe aus Zahlen, Daten, Fakten. Der Stoff habe es nicht nötig, “gepimpt” zu werden, er spreche für sich
  • Die Zuhörer seien i. d. R. ebenfalls Ingenieure. Diese interessierten sich nur für Zahlen, Daten, Fakten (s. o.)
  • Es sei für einen nüchternen Techniker nicht angebracht, den Zirkusclown zu spielen. Das Auditorium wolle so etwas auch gar nicht (s. o.)

Alle Varianten desselben Themas sind hier möglich. Wer weiß, welche tieferen Glaubenssätze diesen Aussagen zugrunde liegen und welches Selbstbild da zum Vorschein kommt. Kate Torgovnick zeigt in einem Artikel, dass es auch Technikern möglich ist, spannenden Präsentationen zu geben: 6 tips on how scientists and engineers can excite, rather than bore, an audience. Hier ihre Hinweise (Anmerkungen von mir):

  1. Seien Sie sich über Ihre Zuhörer im Klaren
    Beschäftigen Sie sich schon vor dem Zusammenstellen Ihres Vortrags mit Ihren Zuhörern: Was sind ihre Wünsche, Probleme, Fragen? Wie ist ihr Kenntnisstand?
  2. Machen Sie die Bedeutung klar
    Zeigen Sie den Zuhörer, warum Ihre Botschaft wichtig für sie ist.
  3. Malen Sie ein Bild
    Alle großen Redner benutzen Bilder. Bilder können sein Metafern, Geschichten, Beispiele aus dem Leben, aus der Praxis
  4. Geben Sie den Zahlen eine Bedeutung
    Zahlen allein sagen noch nichts aus. Sie müssen interpretiert werden. Helfen Sie Ihren Zuhörern dabei, die Bedeutung von Zahlen zu verstehen. Durch geeignete Visualisierung und durch geeignete Vergleiche oder Beispiele.
  5. Keine Aufzählungszeichen
    Dieser Hinweis ist uralt. Aufzählungen erläutern keine Zusammenhänge.
  6. Tragen Sie dynamisch vor
    Sie können variieren: Stimmlage und Lautstärke, Körpersprache und Mimik. Seien Sie lebendig, Sie sind ein Mensch.

Kate zitiert einen Vortrag von Melissa Marshall: Talk Nerdy to Me. Melissa wendet sich direkt an Ingenieure & Co und gibt weitere Hinweise.

Melissa Marshall: Talk nerdy to me

 

05

Schreibe eine Antwort