Archiv der Kategorie: WorkLife

12 Gründe für das Unglücklichsein

Von Paul Watzlawick stammt der ewigwährende Bestseller “Anleitung zum Unglücklichsein”. Er gibt in diesem Buch Ratschläge, wie Sie sich nachhaltig selbst das Leben versauen können. Natürlich will er damit das Gegenteil erreichen, paradoxe Intervention nennt das der Fachmann. Marc & Angel zählen in einem Beitrag in ihrem Blog 12 übliche Gründe für das Unglücklichsein auf und geben Hinweise, wie Sie diesen Tücken des Alltags entkommen können: 12 Common Causes and Proven Cures for Unhappiness. Die Hitliste der Miesmacher sieht so aus:

  1. Dem täglichen Leben fehlt es an Sinn
  2. Besessenes Fixieren auf Vergangenheit und Zukunft
  3. Aus der Form sein und sich ungesund fühlen
  4. Sich in nachteiliger Form mit anderen vergleichen
  5. Sich auf das Negative konzentrieren
  6. Vermeiden persönlicher Verantwortlichkeit
  7. Perfektionismus und die Angst vor dem Scheitern
  8. Wenig Selbstbewusstsein
  9. Schulden
  10. Dauernd arbeiten, kaum Zeit zum Spielen
  11. Vernachlässigen persönlicher Beziehungen
  12. Aufschieberitis

Eigentlich ist es ganz einfach. Sie müssen nur das Gegenteil von dem tun, was oben beschrieben wird. Ok, das war ein Scherz. “It’s simple, but not easy”, sagen die Amerikaner. Vielleicht können Sie so vorgehen:

  1. Schauen Sie in der Liste, was Sie am meisten zwickt
  2. Nehmen Sie bewusst wahr, wenn sich der identifizierte Miesmacher bemerkbar macht. Erwischen Sie sich selbst!
  3. Formulieren Sie bewusst zielführende Gedanken, anstatt den Miesmachern zu erlauben, sich in Ihrem Kopf breit zu machen.
    Beispiel Nr. 8: Das kriege ich nie hin. Besser: Das wird schwierig und könnte in die Hose gehen. Aber ich bin so gut vorbereitet, dass ich das wahrscheinlich schaffe.

BTW: Das Buch von Watzlawick lohnt sich nach wie vor.

Hier liest der Meister selbst…

Die Geschichte mit dem Hammer – Paul Watzlawick

 

[Dieser Beitrag erschien zuerst am 18. Oktober 2011 im ToolBlog]

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Arbeiten, immer überall: Das Remote Only Manifesto

Wenn Sie eine Idee haben wie man „Remote Work“ treffsicher ins Deutsche übersetzen könnte, dann bin ich für entprechende Vorschläge dankbar. Der Ausdruck „Telearbeit“ trifft es wohl nicht und altbacken klingt er außerdem. Es geht nämlich nicht darum, an einem Tag von zuhause aus zu arbeiten. Vielmehr bezeichnet Remote Work die Möglichkein, von jedem beliebigen Ort der Welt aus seine Arbeit zu erledigen.

Die Website Remote Only geht noch einen Schritt weiter. Hier wird propagiert, generell den festen Arbeitsplatz ad acta zu legen und nur noch (von) dort zu arbeiten, wo man möchte.

Wie es dieser Tage so Mode ist, beginnt die Website in Anlehnung an das Agile Manifest mit einem ebensolchen. Dort werden die Prinzipien für Remote Only aufgezählt:

  1. Hiring and working from all over the world instead of from a central location.
  2. Flexible working hours over set working hours.
  3. Writing down and recording knowledge over verbal explanations.
  4. Written down processes over on-the-job training.
  5. Public sharing of information over need-to-know access.
  6. Opening every document to change by anyone over top down control of documents.
  7. Asynchronous communication over synchronous communication.
  8. The results of work over the hours put in.
  9. Formal communication channels over informal communication channels.

Meines Erachtens sind das interessante, teilweise aber auch steile Thesen. Dabei denke ich besonders an die Nummern 4, 6 und 9. So ist mir nicht klar, wie „Formale Kommunikationskanäle vor informelle Kommunikationskanäle“ gesetzt werden sollen. Schließlich widerspricht dies allen Erfahrungen, die wir in Organisationen gemacht haben. Oder täusche ich mich oder habe ich da etwas übersehen?

Desweiteren gibt es auf der Seite noch

  • Praktische Tipps
  • Hinweise darauf, was Remote Only nicht ist und
  • wie Remote Only eine Organisation verändert
  • Eine Liste von Vorteile für Beschäftigte, Organisationen und sogar die ganze Welt (!)
  • Eine Aufzählung von Gründen, warum Remote Only jetzt tatsächlich möglich ist
  • Eine Zusammenstellung von Unternehmen, die Remote Only arbeiten
  • Eine Linksammlung zur Vertiefung

Als Denkanstoß finde ich Remote Only sehr gelungen, glaube jedoch, dass diese Arbeitsweise derzeit nur einem kleinen Teil der arbeitenden Bevölkerung vorbehalten ist. Man darf gespannt sein, ob sich dies mit fortschreitender Digitalisierung ändert.

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Buch: Das New Workspace Playbook

Man muss sich schon kräftig die Ohren zu halten, um Wörtern wie Digitalisierung, New Work, Agil & Co aus dem Weg zu gehen. Eines ist jedoch klar: Es wird gar nicht mehr diskutiert, ob es Veränderungen in der Arbeitswelt gibt, sondern allenfalls, wie stark sie sind und in welche Richtungen sie tatsächlich gehen.

Mit Sicherheit wird die Qualität der Kommunikation der beteiligten Menschen ein noch größere Rolle für den Erfolg eines Unternehmens spielen als bisher. Neue Formen der Zusammenarbeit benötigen auch andere (neue?) Arbeitsumgebungen. Das der der Arbeitsplatz großen Einfluss auf Kreativität und Produktivität der Beschäftigten hat, zeigt nicht zuletzt die teils heftige Diskussion um Vor- und Nachteile von Großraumbüros.

Dark Horse Innovation ist eine Denkfabrik aus Berlin (woher sonst), die auf die Fahne geschrieben haben, ihre „Kunden dazu zu befähigen, die Chancen der digitalen Revolution zu erkennen und davon zu profitieren“. Und das bedeutet eben auch, sich mit neuen Raumkonzepten zu beschäftigen. Daraus entstand das New Workspace Playbook, ein „Praxisbuch für das Arbeiten in neuen Räumen“.

Das Buch gliedert sich in drei Teile:

  1. In „New Times“ wird dargestellt, warum wir schon mitten in der Digitalisierung stecken und welche Auswirkungen sie auf die Arbeit hat.
  2. In „New Work„, werden die Prinzipien diskutiert, die nach Meinung der Autoren die Grundlagen für das neue Arbeiten bilden. Jedes Prinzip wird in drei Teilen dargestellt: Einer Definition, Beispiele hierfür und eine steckbriefartige Zusammenfassung („Take-Aways“).
  3. In „New Space“ geht es in die Praxis. Hier wird gezeigt, wie die im zweiten Teil des Buches vorgestellten Prinzipien in Arbeitsumgebungen übersetzt und umgesetzt werden. Vorgestellt wird ein Umsetzungsmodell in sechs Phasen, eine Vorbereitungsphase, vier Arbeitsphasen und eine Nachbereitungsphase. Dieser Teil des Buches zeigt sehr schön, dass das Design von Räumen weit mehr ist als bloßes Stühlerücken. Vielmehr handelt es sich um eine Stück Organisationsentwicklung, das wir oft genug gar nicht auf dem Schirm haben.

Mir gefällt dieses Buch außerordentlich gut. Es ist nicht nur ein Arbeits-, sondern im besten Sinn auch ein Bilderbuch, ein Playbook eben. Das große Format, die reichhaltige Illustration und die angenehme Haptik laden dazu ein, das Buch öfters in die Hand zu nehmen und darin zu blättern. Es ist kein Buch zum Durchlesen. Man nimmt es immer wieder, liest einen Abschnitt, schließt die Augen und stellt sich vor, wie es wäre, wenn…

Allerdings hat einen dann schnell wieder die Realität eingeholt. Das Gefühl kennen Sie vielleicht von den Broschüren der Bausparkassen. Da werden schmucke großzügige Einfamilienhäuser in parkähnlichen Landschaften vorgestellt und am Ende ist man froh ein Reihenhaus zu ergattern. So ging es mir manchmal beim Betrachten der Beispiele von Lufthansa, SAP usw. auch.

Dennoch; Wenn Sie planen, neue Büroräume zu beziehen oder Ihre alten umzugestalten, dann stöbern Sie in diesem Buch. Ihr Innenarchitekt wird im Gespräch Ihre Sachkenntnis bewundern.

 

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag Murmann Publishers als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

BTW: Ich freue mich, wenn ich ab und zu ein Buch zum Rezensieren geschickt bekomme. Die Bücher, die mir gut gefallen, bespreche ich, über die anderen schweige ich mich aus. Ich habe keinen Gefallen an Verrissen, schließlich bin ich nicht Reich-Ranicki.

 

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Drogen am Arbeitsplatz: Ein Diskussionspapier

Den Ausdruck Doping kennen wir vor allem aus dem Sport, wo ehrgeizige Aktive, Trainer und Funktionäre mehr oder weniger illegale Drogen zur Leistungssteigerung einsetzen. Was wir in der Diskussion oft vergessen: Doping ist auch am Arbeitsplatz weit verbreitet.

Bei zunehmender Leistungsdichte und damit eingehender Versagensangst ist die Versuchung sehr groß, zu einer Pille zu greifen, die verspricht, das Leistungsvermögen in irgendeiner Form zu steigern. Dabei stehen vor allem Mittel zu Verbesserung mentaler Fähigkeiten im Vorderung: Konzentration, Stimmungen oder Aufmerksamkeit. Die zwei bis drei Red Bull während der Nachtschicht zum Wach bleiben gehören da eher schon zu den Kinkerlitzchen.

Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) hat dazu ein Diskussionspapier mit dem sperrigen Titel Umgang mit leistungssteigernden Drogen am Arbeitsplatz aus der Perspektive von Sicherheit und Gesundheitsschutz verfasst. Es

versucht, die Umstände zu ergründen, unter denen Arbeitnehmer leistungssteigernde Drogen konsumieren, indem die soziale und wirtschaftliche Situation untersucht wird, in der jemand derartige Drogen wahrscheinlich konsumieren wird. Ein weiterer Aspekt ist die Art und Weise, wie darüber in den Medien berichtet wird.

Sie können das Papier als pdf-Datei direkt herunterladen. Leider ist nur eine englischsprachige Fassung erhältlich.

Meine Bitte:
Keine Arbeit ist es wert, die eigene Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Wenn Sie sich öfters dabei erwischen, das Arbeitspensum nur mit irgendwelchen rezeptfreien oder -pflichtigen Mitteln zu schaffen, dann ist es Zeit, über Ihr Leben nachzudenken. Dasselbe gilt auch, wenn Sie regelmäßig das „kleine Gläschen Rotwein“ am Abend brauchen um „runterzukommen“.

Denken Sie neu. Es geht auch anders.

Pexels / Pixabay

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DSGVO für Wald- und Wiesenblogger (4)

Achtung: Dies ist weder eine Rechtsberatung noch eine technische Anleitung! Weder kann ich garantieren, dass die Maßnahmen rechtlich korrekt noch dass sie vollständig sind.

Wer jetzt meint, mit der Überarbeitung seiner/ihrer WordPress-Seite wäre alles erledigt, der täuscht sich. Ein paar Dinge sind noch offen.

Blog auf https umstellen

Das führe ich nur der Vollständigkeit halber auf. Ist beim ToolBlog schon längst passiert. Wie das geht, beschreibt Dr. Katja Flinzner hier oder ein Beitrag von tiefenschaerfe.

Cookies

Es schadet sicher nicht, zum Abschluss noch einmal auf die Browsererweiterungen Ghostery und/oder Privacy Badger zu schauen. Auf diese Weise kann man herausbekommen, wer heimlich von der Website nach Hause telefoniert um das Nutzerverhalten zu melden.
Wie Cookies in Zukunft behandelt werden, ist wohl noch nicht abschließend geklärt, wie RA Max-Lion Keller schreibt. Dennoch sollte weiterhin ein Banner auf die Verwendung von Cookies hinweisen. Welche Möglichkeiten es dazu gibt, zeigt Michelle Retzlaff. Wenn Sie ganz tief in das Thema Cookies einsteigen wollen, dann empfehle ich die Seite What Are Cookies – Computer Cookies Explained.

Datenschutzerklärung

Bis jetzt steht auf dem ToolBlog eine Datenschutzerklärung, deren Text von einem Datenschutzgenerator erzeugt wurde. Dieser wurde dankenswerterweise von RA Dr. Thomas Schwenke zur Verfügung gestellt. Momentan wird er bez. der DSGVO überarbeitet. Ich harre sehnsüchtig auf die Veröffentlichung. Allerdings muss man dieses Mal wohl genauer hinschauen und die eine oder ander Anpassung vornehmen. Kleiner Tipp am Rande: Die IT Logic GmbH empfiehlt Impressum und Datenschutzerklärung mit einem noindex gegen Abmahnungen zu versehen.

Weitere Datenschutzgeneratoren findet man auch bei:

ADV-Verträge

Wenn Sie Dritte beschäftigen, die Ihre Daten weiterverarbeiten, dann handelt es sich um Auftragsdatenverarbeitung (ADV). Mit diesen Dritten müssen Sie einen ADV-Vertrag schließen. Dazu gehört u.a. auch der Provider (bei mir all-inkl). Welche Unternehmen derzeit schon einen solchen ADV-Vertrag bereitstellen, verrät uns wieder einmal Finn Hillebrandt: ADV-Verträge für Blogger: Liste mit Hostern, Newsletter-Tools etc.. Wichtig: Es geht nicht nur um das Internet, sondern auch um andere Unternehmen, die unsere Daten verarbeiten. Also muss man überprüfen, mit wem man noch entsprechende Geschäftsbeziehungen hat. Auch mit ihnen müssen ADV-Verträge geschlossen werden.

Sonstiges Zeug

Es gibt noch andere Dinge zu erledigen, die nicht unbedingt mit dem Bloggen zu tun haben, aber mit meiner Tätigkeit als Freiberufler. Zum Beispiel das Erstellen eines Verzeichnisses von Verarbeitungstätigkeiten. Näheres erfährt man bei Thomas Werning in seinem Artikel DSGVO – und nun ?. Auf jeden Fall zu empfehlen ist die Broschüre Erste Hilfe zur Datenschutz-Grundverordnung für Unternehmen und Vereine: Das Sofortmaßnahmen-Paket.

Weitere Informationen über die Kombination Freiberufler und DSGVO findet man unter:

Überprüfung der getroffenen Maßnahmen

Eine letzte Kontrolle darüber, ob unsere Maßnahmen ausreichend sind, könnte die Antwort auf einen (noch) fiktiven Albtraum-Brief sein. Roman Abashin hat ihn geschrieben: Der DSGVO-Albtraum-Brief: Ein Kunde will an seine Daten. Danke Franziska für den Tipp.

Ein letztes Wort

Mein Freund Detlef Stern, ein ausgewiesener IT-Experte meinte, WordPress DSGVO-sicher zu machen ist alles andere als trivial. Das liegt an den ganzen Plugins, die von dritter Seite gebastelt wurden. Ich denke, da hat er Recht. Man darf gespannt sein, inwieweit die DSGVO in späteren Versionen von WordPress berücksichtigt wird. Über die einzelnen Plug-ins, insbesondere über Jetpack habe ich mich ja bereits ausgelassen.

Ich denke, der Grundgedanke der DSGVO ist richtig. Ob man allerdings Großkonzerne, KMUs oder gar Einzelunternehmer über einen Kamm scheren sollte, ist eine andere Frage. Ein Konzern leistet sich halt einige Rechtsanwälte, die sich um nichts anderes als die Anwendung der DSGVO kümmern. Aus diesem Grund wird sich die Abmahnindustrie überlegen, Konzerne und große Unternehmen anzugehen. Das ist bei uns „kleinen Leuten“ leider anders. Und so liegt die Motivation, die DSGVO einzuhalten, nicht so sehr in dem Respekt vor dem Gesetzgeber, sondern vielmehr in der Angst vor den Abmahnhyänen, seien wir ehrlich. Abmahnungen sind mittlerweile ein lukratives Geschäftsmodell geworden. Die Politik weiß das, unternimmt aber nichts dagegen. Vielleicht schreien wir nicht laut genug. Damit sich das ändert, zeichnen Sie die Petition 77180

Unlauterer Wettbewerb – Reform des wettbewerbsrechtlichen Abmahnwesens vom 08.03.2018
(Zeichnen)

… und noch eine Bemerkung:

<sarkasmus> Als Sicherheitsingenieur wünschte ich mir, dass die zuständigen Stellen bei Umsetzung der Arbeitsschutzgesetzes, insbes. der Gefährdungsbeurteilung, nur halb so sorgfältig vorgingen wie bei der DSGVO. Aber vielleicht ist der Aufwand bei der Überprüfung zu hoch und das Abmahnen schwieriger. </sarkasmus>

darkmoon1968 / Pixabay

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DSGVO für Wald- und Wiesenblogger (3)

Achtung: Dies ist weder eine Rechtsberatung noch eine technische Anleitung! Weder kann ich garantieren, dass die Maßnahmen rechtlich korrekt noch dass sie vollständig sind.

In diesem Beitrag möchte ich mich mit dem Plug-in „Jetpack“ befassen. Man könnte ihn deshalb auch mit „Das Jetpack-Problem“ betiteln.

Leider kann man m.W. die Funktion zur Messung des Besucherverkehrs (Traffic) bei Jetpack nicht deaktivieren. Im Klartext: Sobald sich ein Besucher auf der Seite befindet, geht die Trackerei los. Momentan arbeitet Automattic offenbar mit Hochdruck daran, Jetpack DSGVO kompatibel zu machen. Sollte dies allerdings nicht rechtzeitig klappen, werde ich Jetpack bis auf weiteres komplett abschalten (müssen).

Über mögliche Alternativen für die Statistikfunktion habe ich im letzten Teil der Reihe geschrieben.

Mit dem Abschalten von Jetpack ist leider dann auch gleich ein ganzes Bündel nützlicher Funktionen weg, die ebenso bequem wie leicht einzurichten sind, wie:

  1. Das Jetpack Mobile-Theme
  2. Das Teilen meiner Beiträge automatisch in sozialen Netzwerken
  3. Funktion „Blog folgen“ und „Kommentaren folgen“
  4. Ähnliche Inhalte am Ende des Beitrags anzeigen

Ich gebe zu, dass ich diese Funktionen gerne nutze bzw. genutzt habe. Hier einige Ideen, wie sich die einzelnen Module vielleicht ersetzen lassen.

Das Jetpack Mobile-Theme

Ich weiß, mein derzeit benutztes mobiles Thema sollte responsiv sein. Ist es auch, nur bin ich damit aus verschiedenen Gründen sehr unzufrieden. Deshalb habe ich diese Funktion von Jetpack gerne genutzt. Leider habe ich noch keine vernünftige Alternative gefunden. WPtouchPro ist mir zu teuer. Außerdem hatte ich es schon einmal und wurde durch eine kundenunfreundliche Update-Politik verärgert. David Keulert hat noch eine andere Idee: Minileven Mobile Theme ohne Jetpack nutzen. Allerdings hat das bei mir nicht funktioniert.
Derzeitiger Stand: Ich suche nach einem ähnlich minimalistischen mobilen Theme á la Minileven. Wenn Sie eines kennen, lassen Sie es mich wissen.

Teilen der Artikel in sozialen Netzwerken

Das war eine äußerst bequeme Funktion von Jetpack, die ich sehr vermissen werde. Auch hier habe ich noch keine datenschutzgerechte Methode gefunden. Außer dem händischen Verlinkten natürlich. Aber ich bleibe am Ball.

Andere Funktionen wie Sharing oder Like Buttons sind bei mir schon jetzt nicht mehr im Einsatz. Siehe auch hier den zweiten Teil dieser Artikelreihe.

Funktion „Blog folgen“ und „Kommentaren folgen“

Momentan können Sie dank dieser Funktion ein Abo auf Blogartikel und Folgekommentare abschließen. Das funktioniert sogar wie es soll, nämlich mit Double-Opt-in und einfacher Abmeldemöglichkeit. Die E-Mail-Adressen werden bei wordpress.com gespeichert, wo ich jederzeit Zugriff auf sie habe. Ich weiß also, wo sie stehen und kann sie auf Wunsch sofort löschen. Soweit so gut, aber wenn Jetpack komplett abgeschaltet wird, wird auch diese Funktion abgeschaltet. Momentan denke ich über den Einsatz der Plug-ins Subscribe To Comments Reloaded oder Subscribe to Double-Opt-In Comments nach.
Derzeitiger Stand: Ersatz möglich, aber umständlich. Insbesondere das Abonnieren neuer Artikel via E-Mail ist für mich noch nicht befriedigend gelöst.

Ähnliche Inhalte am Ende des Beitrags anzeigen

Auch dies war eine schöne Funktion, die ich sehr vermissen werde. Als Alternative bietet sich Contextual Related Posts an.

Fazit

Auch wenn ich bei einigen WordPress-Spezialisten Naserümpfen erzeuge: Mir wird Jetpack fehlen. Allerdings gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass den Macherinnen und Machern bei Automattic noch rechtzeitig bis Ende Mai das Richtige einfällt. Einige sind in Europa beheimatet, die DSGVO bzw. GDPR dürfte sie deswegen ausreichend beschäftigen. Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn sie es bis zum Stichtag schaffen. Nicht ganz uneigennützig, wie ich zugebe.

burntpoet / Pixabay

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DSGVO für Wald- und Wiesenblogger (2)

Achtung: Dies ist weder eine Rechtsberatung noch eine technische Anleitung! Weder kann ich garantieren, dass die Maßnahmen rechtlich korrekt noch dass sie vollständig sind.

Vielleicht der für Blogger wichtigste Punkt der DSGVO ist der Umgang mit den persönlichen Daten der Besucher. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie in einer schönen Infografik der Europäischen Kommission.

Kritisch wird es immer dann, wenn es um die persönlichen Daten der Leserinnen und Leser geht. Darunter fällt neben den üblichen Verdächtigen wie Name oder E-Mail auch die IP-Adresse des Nutzers. Für mich gilt damit eine Art hierarchische Maßnahmenliste zur Vermeidung von Ärger:

  1. Gar keine persönlichen Daten erheben
  2. Persönliche Daten erheben, aber vorher um Erlaubnis fragen und jederzeitigen Widerruf ermöglichen
  3. In der Datenschutzerklärung darauf hinweisen, wann, wo und wozu die Daten erhoben werden. Ansonsten s. (2)

Ich gebe zu, als datentechnischer Laie habe ich nicht schlecht gestaunt, als ich gewahr wurde, was so an Daten erhoben wird, von denen ich Naivling gar nichts gewusst hatte. Allerdings habe ich mich als Blogger auch nicht besonders darum gekümmert. Wenn Sie wissen wollen, wer auf Ihrer Seite als irgendwelche Daten trackt, dann schauen Sie im Quelltext nach. Ein anderes nützliches Helferlein ist die Browsererweiterung Ghostery. Für mich haben sich hierbei diese Problemfelder ergeben:

Tracking via Schriftarten

Wenn Sie in Ihrem WordPress-Theme wie ich Google Fonts eingebunden haben, dann gibt es etwas zu tun: Entweder Sie ersetzen die diese durch Systemschriften oder Sie lagern die Fonts auf Ihren Server(-platz) aus. Näheres beschreibt ein Artikel im Privacy Handbuch. Wissenswertes über Google Fonts auch bei:

Nutzerstatistiken

Da ich doch interessiert bin, wie viele Mitmenschen mein ToolBlog besuchen und wozu, habe ich Google Analytics und das Plug-in Jetpack von Automattic im Einsatz. Wenn ich die DSGVO richtig verstanden habe, verarbeiten diese Anbieter die Daten meiner Besucher weiter. Also muss ich mit diesen eine Vereinbarung zur Auftragsdatenverarbeitung treffen. Bei Google geht das, Automattic ist an dem Thema dran. Ich persönlich werde erst einmal meine Google Analytics Konten komplett löschen. Jetpack wird deaktiviert. Um nicht ganz ohne Statistik dazustehen werde ich wohl Statify installieren. Zitat: Es ist konform zu deutschem Datenschutzrecht, da es weder Cookies noch einen Drittanbieter nutzt. Eine Alternative zu Statify könnte WP Statistics sein.

Hier noch einige einschlägige Artikel:

Kommentare und IP-Adressen, das Kontaktformular

Blogs leben durch den Austausch mit den Lesern, der über die Kommentarfunktion erfolgt. Dummerweise wird hierbei von WordPress die IP-Adresse erfasst. Man kann dies durch das Plug-in Remove IP verhindern. Schon installiert!

Bereits gesammelte IP-Adressen müssen aus der Datenbank entfernt werden. Wie das geht, beschreibt Jens Bayer: IP Adressen von Nutzern nicht speichern.

Außerdem hole ich mir in Zukunft das Einverständnis der Leser ab, den Kommentar zu veröffentlichen (Hier wiehert der Amtsschimmel!). Das geht ganz einfach mit dem Plug-in WP GDPR Compliance.

Das Gesagte gilt auch für das beliebte Kontaktformular. Ich habe mich gefragt, warum ich überhaupt eines brauche und werde es von der Seite nehmen. Die E-Mail-Adresse reicht auch. Allerdings: Muss ich für die DSGVO auch schriftlich festhalten, dass über die Signatur des Schreibers die Adresse (persönliche Daten!) u.U. in der Kontaktliste von Outlook landet?. Muss ich dazu auch die Erlaubnis einholen? Fragen über Fragen…

Einbinden von Social Media Buttons und anderer Dateien

Zum Teilen auf den sozialen Netzwerken gibt es die Social Media Buttons (Twitter, Faceboók & Co). Ich habe sie bereits entfernt, denn sie wurden ohnehin nur selten genutzt. Wenn ich mal viel Zeit habe, dann installiere ich vielleicht das Plug-in Shariff Wrapper. Dann klappt es auch mit der Datensicherheit.

Einbinden von YouTube & Co.

Um YouTube datensicherheitstechnisch richtig einzubinden, gibt es einige Möglichkeiten, die hier beschrieben werden:

Ich werde das Plug-in Embed videos and respect privacy installieren. Das Plug-in baut erst eine Verbindung zu Youtube auf, wenn der Nutzer aktiv auf den Abspielen-Knopf klickt.

Ansonsten habe ich noch einige Videos von Vimeo, bestimmte Tweets und Infografiken mit Skripts eingebunden. Ich werde dies durch einfache Textlinks ersetzen. Nützt ja nichts.

Zwei kleine Helferlein: Anti-Spam-Bee und Pretty Links

Zur Abwehr von Spam habe ich Anti-Spam-Bee im Einsatz. Allerdings „sollten die Optionen „Öffentliche Spamdatenbank berücksichtigen“ sowie „Kommentare nur in einer bestimmten Sprache zulassen“ deaktiviert werden“, wie Finn Hillebrandt schreibt.

Außerdem verwende ich auch Pretty Links, die hässliche Bandwurm-Linkadressen verkürzt. Auch das ist laut Finn kein Problem, wenn man durch Ausschalten die Klick-Statistiken unterbindet.

Vielen Dank soweit, nach den Feiertagen geht es weiter.

bis dahin…

Frohe Ostern!

stux / Pixabay

 

4 Antworten

DSGVO für Wald- und Wiesenblogger (1)

Die Spatzen haben es mittlerweile so lange von den Dächern gepfiffen, bis es schließlich selbst Schwerhörige wie ich nicht mehr überhören konnten.

Ab 25. Mai 2018 gilt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)

Ich will mich hier weder über das Für und Wider auslassen, noch diese Verordnung in aller epischen Breite erläutern. Im folgenden richte ich mich vielmehr an die Wald- und Wiesenblogger, die so etwas wie das ToolBlog betreiben und einfach nur wissen möchten, was zu tun ist. „Was zu tun ist“ habe ich gerade geschrieben und mir dabei fast den Finger in die Tastatur geklemmt. Natürlich erhebe ich nicht den Anspruch,

  1. rechtsverbindliche Auskunft zur erteilen (ich bin kein Jurist!)
  2. detaillierte technische Anleitung geben (ich bin kein ITler!)
  3. vollständig und ohne Fehler zu sein (ich bin ein Mensch!)

Vielmehr erläutere ich in diesem Beitrag nur mein Vorgehen und meine Schritte, die ich bis zum o.a. Stichtag abgeschlossen haben möchte.

Allgemeine Informationen

Wenn Sie „DSGVO“ in einen Suchmaschine tippen, dann werden Sie förmlich von der Fülle von Suchergebnissen erschlagen. Vielleicht halten Sie sich an das Nächstliegende:

Mir ging es wie Ihnen. Man muss schon mit besonderer Geduld gesegnet sein, um derlei Texte wirklich durchzulesen. Wobei das Lesen allein nicht reicht, denn verstehen muss man sie auch und ableiten können, was das für das eigene Weblog bedeutet. Viele Artikel, die man im Netz finden kann, richten sich an Unternehmen jedweder Größe. Wir sogenannten „kleinen Leute“, die ein mehr oder weniger einfaches Weblog mit WordPress betreiben, müssen da schon näher hinschauen, um geeignete Beiträge zu finden.

Für den ersten Überblick hilft Ihnen vielleicht die Broschüre Erste Hilfe zur Datenschutz-Grundverordnung für Unternehmen und Vereine: Das Sofortmaßnahmen-Paket.

Ansonsten bedanke ich mich bei den Autorinnen und Autoren dieser Beiträge, die mir sehr geholfen haben:

Aus diesen und anderen Artikeln, die ich an entsprechender Stelle verlinken werde (auch hier großer Dank an die Autoren), habe ich mir die Vorgehensweise gebastelt, die ich in mehreren Abschnitten vorstellen möchte. Fragen Sie bitte mich nicht, warum ich das so machen werde. Nähere Informationen finden Sie in den o.a. Quellen oder unter den entsprechenden Links. Ich werde mich auf die Maßnahmen beschränken, die ich für mein ToolBlog zu tun gedenke. Kurz, knapp, knackig.

Bis denne…

Justitia

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Zimbardo’s Zeitparadox im Video

Eines der faszinierendsten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe, ist Philip Zimbardos Die neue Psychologie der Zeit. Ich habe hier im ToolBlog bereits darüber geschrieben: Zimbardos Zeitparadox. Nun habe ich die grafische Zusammenfassung eines Vortrags von Zimbardo gefunden. Autoren sind die Macher von von RSAnimates: The Secret Powers of Time. Sehen Sie selbst:

RSA ANIMATE: The Secret Powers of Time

 

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Tom Peters über Geschwindigkeit

Dieser Tweet von Altmeister Tom Peters spricht mir aus der Seele:

„Speed is everything in 2018“ total bullshit:

Relationships take time.
Recruiting allies to your cause takes time.
Reading/studying take time.
Practice & prep take time.
MBWA takes time.
Thoughtfulness/small gestures take time.
„The last 10%“ takes time.

EXCELLENCE takes time.

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