Archiv der Kategorie: WorkLife

Das Gegenskript zur Bekämpfung ungebetener Anrufe

Kürzlich ist es wieder passiert. Ich sitze gerade konzentriert bei der Arbeit, ein Pomodoro ist zur Hälfte abgelaufen und dann klingelt das Telefon.

Ärgerlich genug, aber dann ist auch noch jemand am anderen Ende der Leitung, der wissen will, ob man sein Geld (welches Geld?) sinnvoll angelegt hat oder ob man den Stromanbieter wechseln möchte. In letzter Zeit habe ich öfters Anrufe der Vereinigten Medien bekommen, mit denen ich nun wirklich nichts mehr zu tun haben möchte. Normalerweise lege ich bei derartigen Anrufen schnell auf und sperre die Nummer in meiner FritzBox.

Wenn Ihnen diese technische Lösung zu einfach ist und bei Ihnen der Ärger richtig hochkocht, dann können Sie sich auch anders wehren.

Wie wir wissen, benutzen die professionellen Nervensägen ein Skript, mit dem sie uns systematisch zu überrumpeln hoffen. Was liegt also näher, zur eigenen Verteidigung mit grimmigem Lächeln ein Gegenskript zu verwenden?
Mir leider unbekannt gebliebene Autoren haben ein solches Gegenskript entworfen und ins Netz gestellt. Sie können es als pdf-Datei herunterladen.

Klar, das Sperren ungebetener eingehender Anrufe ist einfacher, macht aber bestimmt nicht so viel Spaß. Aber ich gebe zu, ein bisschen gemein ist das Skript schon und das Tätigen von Anrufen zur kalten Akquise ist bestimmt auch kein Zuckerschlecken.

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12 Gründe für das Unglücklichsein

Von Paul Watzlawick stammt der immerwährende Bestseller “Anleitung zum Unglücklichsein”. Er gibt in diesem Buch Ratschläge, wie Sie sich nachhaltig selbst das Leben versauen können. Er will damit das Gegenteil erreichen, paradoxe Intervention nennt das der Fachmann. Marc & Angel zählen in einem Beitrag in ihrem Blog 12 übliche Gründe für das Unglücklichsein auf und geben Hinweise, wie Sie diesen Tücken des Alltags entkommen können: 12 Common Causes and Proven Cures for Unhappiness. Die Hitliste der Miesmacher sieht so aus:

  1. Dem täglichen Leben fehlt es an Sinn
  2. Besessenes Fixieren auf Vergangenheit und Zukunft
  3. Aus der Form sein und sich ungesund fühlen
  4. Sich in nachteiliger Form mit anderen vergleichen
  5. Sich auf das Negative konzentrieren
  6. Vermeiden persönlicher Verantwortlichkeit
  7. Perfektionismus und die Angst vor dem Scheitern
  8. Wenig Selbstbewusstsein
  9. Schulden
  10. Dauernd arbeiten, kaum Zeit zum Spielen
  11. Vernachlässigen persönlicher Beziehungen
  12. Aufschieberitis

Eigentlich ist es ganz einfach. Sie müssen nur das Gegenteil von dem tun, was oben beschrieben wird. Ok, das war ein Scherz. “It’s simple, but not  easy”, sagen die Amerikaner. Vielleicht können Sie so vorgehen:

  1. Schauen Sie in der Liste, was Sie am meisten zwickt
  2. Nehmen Sie bewusst wahr, wenn sich der identifizierte Miesmacher bemerkbar macht. Erwischen Sie sich selbst!
  3. Formulieren Sie bewusst zielführende Gedanken, anstatt den Miesmachern zu erlauben, sich in Ihrem Kopf breit zu machen.
    Beispiel Nr. 8: Das kriege ich nie hin. Besser: Das wird schwierig und könnte in die Hose gehen. Aber ich bin so gut vorbereitet, dass ich das wahrscheinlich schaffe.

BTW: Das Buch von Watzlawick lohnt sich nach wie vor zu lesen. Hier liest der Meister selbst…

 

Anleitung zum Unglücklichsein – Paul Watzlawick

 

 

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Entrümpeln Sie Ihr Leben!

Der Mind-Sweep kommt den Lesern der Bücher von David Allen sicher bekannt vor. Ich übersetze diesen Ausdruck gerne mit “mentalem Kehraus”. Es geht darum, alles aus dem Kopf zu bekommen, was in irgendeiner Form Ihre Aufmerksamkeit beansprucht. Outsourcing von Dingen, die noch nicht rund sind, sozusagen. Für eine Führungskraft, die ich vor geraumer Zeit coachen durfte, sorgte der Mind-Sweep wieder für einen erholsamen durchgängigen Schlaf.

Der Coach Michael O. „Coop“ Cooper geht noch einen großen Schritt über den Mind-Sweep hinaus. Er empfiehlt Ihnen, gleich Ihr komplettes Leben aufzuräumen: Are you ready to clean up your life? Sie finden auf dieser Seite eine Checkliste für eine Inventur mit 100 Dingen, die Sie selbstkritisch hinterfragen sollten. Das “Clean Sweep Program” berührt die Lebensbereiche

  • Materielle Umgebung
  • Wohlbefinden
  • Finanzen
  • Beziehungen

Die Beantwortung der Fragen allein bringt noch keine Veränderung. Ziel ist es, hinter jede Frage einen Haken zu machen und so hundert Punkte zu erreichen. Ich weiß nicht, ob es sinnvoll ist, die Checkliste in dieser Weise zu verwenden. Ich finde es aber durchaus nützlich, über die eine oder andere Frage nachzudenken. Ein interessanter Ansatz ist das “Clean Sweep Program” allemal.

MrsBrown / Pixabay

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Agilität und Lebenszyklus

Beim Blättern durch meine abonnierten Feeds ist mir sofort der Titel eines Artikels bei Haufe online ins Auge gesprungen: Dach 30 stellt Standards für Agilität im Unternehmen vor. In dem Beitrag wird berichtet, dass eine Arbeitsgruppe DACH 30, die Vertreter von 30 Großunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, Mindeststandards für Agilität formuliert haben. Die bisherigen (Re-) Zertifizierungsmaßnahmen reichen den Initiatoren nicht aus, stattdessen werden vier (!) Rollen und ein dreistufiger Lernprozess beschrieben. Das alles und noch mehr können Sie auf der Plattform Next Level Working nachlesen.

Ich will nun diese Initiative nicht näher kommentieren (vielleicht später einmal). Allerdings erinnerte ich mich sofort an einen Beitrag, den ich am 18. Januar 2006 für mein damaliges Blog „Interessante Zeiten“ geschrieben hatte. Ich möchte ihn an dieser Stelle noch einmal veröffentlichen. Hier ist er:

+++++ Beitrag „Interessante Zeiten“ am 18. 1. 2006 +++++

Lebenszyklen in der Beratung

In der Maillist Grp-Facl, die der International Association of Facilitators IAF als Forum dient, findet zur Zeit eine lebhafte Diskussion über die Zertifizierung von Facilitators statt. Für mich stellt diese Diskussion ein gewisses Déjà-vu-Erlebnis dar.
Ich habe mich oft schon gefragt, ob Strömungen in der Beratungsszene einem gewissen Lebenszyklus folgen. Wenn ich richtig beobachte, läuft der Zyklus in folgenden Phasen ab:

  1. Schlaue Menschen kommen einer interessanten Sache auf die Spur, entwickeln neue Modelle oder (er)finden etwas Anderes, das auf lebhafte Neugier stößt.
  2. Andere interessieren sich für das Modell, gehen bei den Urhebern in die Lehre und entwickeln das Modell mehr oder weniger weiter. In den Steckbriefen steht dann meist: Ausbildung bei Richard Bandler in den USA persönlich oder so etwas ähnliches.
  3. Die Eleven der Gründer gründen wiederum eigene Ausbildungsinstitute. Das Modell erfährt eine rapide Verbreitung bis hin zum Boom.
  4. Einige Protagonisten denken darüber nach, wie man die ungebremste Ausbreitung des Modells stoppen kann. Interessanterweise sind dies in den seltensten Fällen die Urheber selbst, sondern vielmehr deren Epigonen. Es wird darüber nachgedacht, wie eine sog. Qualitätssicherung vorgenommen werden kann. Ausdruck findet dies meist in einem Curriculum mit anschließender Zertifizierung. Höhepunkt ist die Gründung eines Verbandes.
  5. Es werden klare Hürden aufgestellt, wer mitmachen darf und wer nicht. Es gibt klare Richtlinien, wer drinnen ist und wer draußen. Es bildet sich eine einschlägige „Schule“ heraus, die sich klar von anderen abgrenzt. Die Spielregeln werden meist von den Verbandsgründern aufgestellt nach der Devise: Schließlich waren wir zuerst da und haben noch bei den Urvätern gelernt. Wir sind daher berufen, die Spielregeln aufzustellen. Ob die Regelaufsteller dabei ihren eigenen Kriterien genügen, hinterfragt niemand. Allein der Gedanke daran gilt als Sakrileg.
  6. Es findet eine zunehmende Institutionalisierung statt. Es gibt offizielle Verbandskonferenzen, auf denen über Ausbildungsrichtlinien gestritten wird, Datenbanken, in denen nur die stehen, die sich der Zertifizierungsprozedur unterzogen haben usw. usf.
  7. Die „Schule“ beschäftigt sich zunehmend mit sich selbst und schmort im eigenen Saft. Bewahrung geht vor Veränderung. Eine Weiterentwicklung findet nicht statt, die selbstgemachte Abschottung verhindert kreativen Ideenaustausch mit Menschen, die nicht der „Schule“ angehören.
  8. Die „Schule“ wird von der Außenwelt weitestgehend nicht mehr wahrgenommen und versinkt nach und nach in der Bedeutungslosigkeit.

Ich gebe zu, die Aufstellung kommt etwas grob daher und ist wissenschaftlich nicht überprüft. Aber konnten wir diese Phasen nicht beobachten, beim NLP, beim Coaching und anderen Strömungen, wie jetzt beim Facilitating? Ich frage ja nur.

+++++ Ende des Beitrags +++++

Sie ahnen wahrscheinlich, warum mir dieser alte Artikel im Zusammenhang mit der o.a. Initiative wieder eingefallen ist.  Vermutlich wird die Agilität von DACH 30 nun so lange freundlich umarmt, bis sie (zumindest in den Großunternehmen) keine Luft mehr bekommt, bewusstlos wird und stirbt.

 

aitoff / Pixabay

 

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Wie man ein Tagebuch führt

Ich habe in meinem Freundes- und Bekanntenkreis eine Menge Leute, die darauf schwören, ihr Leben in einem Tagebuch zu protokollieren. Auch eine meiner Töchter schreibt unermüdlich ihr tägliches Resümee.

Nun habe ich mich selbst noch nicht dazu durchringen können, das Tagebuch schreiben zu einem festen Bestandteil meines Tagesablaufs zu machen. Momentan reichen mir die Inhalte meines Notizbuchs, dass ich situativ und nach Bedarf mit Inhalt fülle. Wer weiß, vielleicht bereue ich dies einmal, wenn ich mich entschließen sollte meine Memoiren zu schreiben.

Zum Beispiel weiß man vom Dichter und Sänger Wolf Biermann, dass er penibel jeden Tag schriftlich Revue passieren ließ. Diese Einträge waren dann die Grundlage für seine Autobiographie, deren Lektüre ich übrigens wärmstens empfehlen kann.

Über die Art und Weise, wie am besten ein Tagebuch zu führen ist, gibt es höchst unterschiedliche Ansichten. Bekannt geworden ist das 5-Minuten-Journal, das in diesem Video erklärt wird:

How The Five Minute Journal works

 

Wenn Sie über diesen einfachen Ansatz hinausgehen möchten und tiefer in die Materie einsteigen möchten, dann könnte die Anleitung von Michal Korzonek für Sie richtig sein: Journal Writing for Intelligent People: The Ultimate Guide. Dem Inhaltsverzeichnis zufolge werden viele Aspekte rund um das Tagebuch behandelt:

  • Wie es funktioniert
  • Welche Fallstricke es gibt
  • Beispiel berühmter Mitmenschen
  • Werkzeuge für die Erstellung eines Journals
  • Ressourcen: FAQ, Tools usw.

Schade, manchmal bereue ich schon ein wenig, dass ich nicht früh mit so etwas angefangen habe. Nun wird es wohl doch nicht nichts mit der Autobiographie.

Pexels / Pixabay

 

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Wie Sie der E-Mail-Flut entgegentreten: 7 einfache Tipps

Ich denke, die Klagen über unnütze und nervige E-Mails sind so alt wie das Medium selbst. Und fast so alt sind die Tipps und Tricks, wie man sich gegen die E-Mail-Flut zur Wehr setzt. Troy Larson hat aus seiner Sicht ein paar kleine Kniffe aufgelistet: 7 Ways to Easily Stop Email Overload. Hier sind sie:

1. Fragen Sie sich, ob eine E-Mail überhaupt die angemessene Kommunikationsform ist

Das kann sich man gar nicht oft genug fragen. Eine Faustregel: Je “kritischer” die Nachricht ist, desto mehr sollte der Kommunikationskanal in Richtung f2f-Gespräch gehen. Grobe Richtung: Wenn unkritisch, dann E-Mail, wenn etwas kritisch, dann Telefon, wenn haarig, dann persönliches Gespräch. Beim E-Mail-Verkehr gibt es keinen Tonfall, keine Mimik und keine Körpersprache!

2. Versetzen Sie sich in die Position des Adressaten

Überlegen Sie genau, welches Wissen und welches Verständnis Sie voraussetzen können. Überfordern und unterfordern Sie Ihr Gegenüber nicht. Was soll am anderen Ende ankommen. Was soll Ihr Partner wissen oder tun? Was soll er/sie begriffen haben. Wenn Sie möchten, dass er/sie etwas tun soll, können Sie das vielleicht im Betreff schon formulieren: “Bitte um Entscheidung, um Rücksprache, um Klärung” usw.

3. Nehmen Sie evtl. Fragen vorweg

Das hängt stark mit 2. zusammen. Versetzen Sie sich in den Empfänger Ihrer Nachricht und fragen Sie sich, was aus seiner Sicht noch offen geblieben sein könnte.

4. Heben Sie Wichtiges hervor

Wenn Sie reine Textmails schreiben, so wie ich, dann können Sie dennoch Worte _unterstreichen_ oder *hervorheben*.

5. Benutzen Sie Vorlagen!

Dieser Tipp folgt dem Grundsatz, wo immer Sie etwas automatisieren können, tun Sie es: Standardtexte, Signaturen, Filter, Regeln usw.

6. Sprechen Sie Ihre Empfänger gezielt an

Sie wissen schon, das leidige Thema CC, FWD und BCC. Überlegen Sie sich bitte genau, an wen die Nachricht gehen soll. Grundsatz: So wenig Empfänger wie möglich, so viel wie nötig. Andernfalls erzeugen Sie genau das sinnlose Rauschen, das Sie selbst ja auch nicht im Briefkasten sehen wollen.

7. Legen Sie Ihre persönlichen Einstellungen für E-Mails fest

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und reden darüber, wie wichtig Ihnen gute E-Mail-Kommunikation ist und welche Kriterien Sie dafür haben. Das gilt besonders dann, wenn Sie Führungskraft sind.

 

Ich glaube, E-Mail ist so schnell nicht totzukriegen. Da werden wohl noch weitere Tipps folgen.

epicantus / Pixabay

 

 

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Eine kleine Geschichte des Zeitmanagements

Heutzutage rümpfen viele Menschen die Nase, wenn man den Ausdruck “Zeitmanagement” verwendet. Zwar hält sich der Begriff im Sprachgebrauch tapfer, aber viele Zeitgenossen sprechen lieber von “Selbstorganisation”, “Selbstmanagement” oder “Aufgabenmanagement”. Solch ein Wandel von Begriffen ist immer auch Ausdruck der Veränderung der dahinter stehenden Grundannahmen oder Glaubenssätze. Auch die Methodik verändert sich. Für mich ist beispielsweise David Allens “GTD®” die Antwort auf die Arbeitsweise des “Knowledge Workers”, die Peter Drucker eingehend beschrieben hat.

Leigh Buchanan und Drew Gannon sind die Autoren einer hübsch aufgemachten Bilderstrecke über die Entwicklung des Zeitmanagements : A Brief History of Time Management.

Sicher kratzt diese Bilderreihe nur an der Oberfläche. Wenn Sie wissensdurstig sind und etwas tiefer tauchen möchten, dann empfehle ich Ihnen diese Artikel:.

Und hier gibt es noch eine schöne Infografik zum Thema:
A brief History of Time Management and Measuring Tools.

 

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Die betriebliche Gesundheitsförderung auf dem Prüfstand

Vor einigen Tagen veröffentlichte Michael Brendler einen Artikel mit dem verstörenden Titel: Betriebliche Gesundheitsförderung bewirkt offenbar nichts. Darin zitiert er die Ergebnisse einer Studie der Harvard Medical School in Boston.
Laut den Forschern zeigte die betriebliche Gesundheitsförderung keine Wirkung hinsichtlich der beobachteten Faktoren

  • Schlafqualität, Nahrungsmittelwahl
  • Gemessenen Werten, wie Cholesterin, Blutdruck und BMI
  • Fehlzeiten und Arbeitsleistung

Warum wundert mich als Sicherheitsingenieur dieser Befund nicht?
Für mich hätte es für diese Erkenntnis keiner aufwändigen Studie bedurft.

Wenn Sie bei einer unserer Berufsgenossenschaften eine Ausbildung zur Sicherheitsfachkraft absolvieren, dann werden Sie immer wieder mit der Maßnahmenhierarchie konfrontiert.

Die Maßnahmenhierarchie benennt fünf Stufen von Maßnahmen, die Sie zur Vermeidung von Gefährdungen ergreifen können. Hierarchisch ist das Modell deswegen, weil die Wirksamkeit von oben nach unten abnimmt.

Wenn Sie jetzt die betriebliche Gesundheitsförderung, wie sie im Artikel beschrieben wird, richtig eingeordnet haben, dann sind Sie auf Stufe 5 gelandet: Den verhaltensbezogenen Maßnahmen. Also bei den Maßnahmen, die die geringste Wirksamkeit aufweisen.

Ich weiß nicht, wie die Lage in den USA aussieht, aber bei uns müsste die Sache eigentlich klar sein:

Verhältnisprävention geht vor Verhaltensprävention

Also genau so, wie es die Maßnahmenhierarchie beschreibt. Anstatt Ernährungsprogramme und Lauftreffs aufzusetzen, sollten die Unternehmer zuerst die Arbeitsplätze hinsichtlich Gefährdungen untersuchen. So sieht es im übrigen auch das Arbeitsschutzgesetz vor. Das Ganze heißt Gefährdungsbeurteilung. Die Berufsgenossenschaft Ihres Vertrauens hilft Ihnen mit umfangreichem Schriftmaterial bei der Durchführung.

Damit wir uns nicht falsch verstehen. Ich habe nichts gegen die betriebliche Gesundheitsförderung. Allerdings würde mich interessieren, welche Firmen mit betrieblicher Gesundheitsförderung die vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung durchgeführt und entsprechende Maßnahmen zur Verhältnisprävention abgeleitet haben.  Es gilt der Grundsatz:

Erst die Pflicht, dann die Kür!

Ich gebe zu, ich bin da nicht allzu optimistisch.

 

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Vorsicht Falle! Kennen Sie diese Verkaufstricks?

Ich will nicht päpstlicher sein als der Papst. Auch wenn ich der Minimalismusbewegung vieles abgewinnen kann, so möchte ich doch nicht ganz auf den Konsum verzichten. In Maßen allerdings, wofür ich für mich einige Kriterien definiert habe. Das für mich wichtigste Kriterium stammt aus Robert Wringhams Buch Ich bin raus: Wege aus der Arbeit, dem Konsum und der Verzweiflung:

Wir müssen nichts konsumieren, wenn wir gelernt haben, mit dem zufrieden zu sein, was bereits da ist.

Ich gebe es zu, das bewusste Verzichten ist ein ständiger Kampf gegen die Versuchung zu kaufen. Industrie und Handel möchten ihn naturgemäß gewinnen und wenden dabei allerlei Tricks an. Will man da nicht ins Hintertreffen geraten, sollte man die Tricks und Kniffe des Gegners kennen. Eva M. Krockow stellt uns in dem Artikel
From “Presuasion” to FOMO: How to Spot 6 Common Sales Traps einige davon vor:

1. Presuasion

Presuasion ist ein Kunstwort des Autoren Robert Cialdini. Zu Presuasion zählen die Maßnahmen, die Händler anwenden, um Sie in vor dem eigentlichen Kauf in die entsprechende Laune zu versetzen. In „Kauflaune“, wie es so schön heißt. Dazu gehören kostenlose Proben, Sektempfang in angenehmer Atmosphäre, persönliche Dankschreiben u.ä.

2. Das Cocktail-Party-Phänomen

Wenn Sie sich auf einer Party unterhalten und irgendwo im Raum Ihren Namen hören, lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit automatisch auf dieses Signal. Sie können gar nicht anders. Händler nutzen diesen Effekt durch persönliche Ansprache und personifizierte Angebote. Dadurch bekommen Sie das Gefühl der persönlichen Verbundenheit und der Einzigartigkeit.

3. Preistricks

Sie kennen das, das sind die Klassiker:

  • Preisreduzierungen, die gar keine sind, denn der „ursprüngliche“ Preis wurde zu hoch angesetzt. Hier hilft nur eingehende Preisrecherche.
  • Scheinrabatte, wie „Kauf 2, nimm 3“, obwohl kein Mensch 3 Stück von der Ware braucht.

4. Effekte von Framing

Händler versuchen, ihr Produkt in besonders gutem Licht dastehen zu lassen. Das ist auch legitim. Man kann nun wirklich nicht verlangen, dass die Nachteile eines Produkts herausgestellt werden. Achten Sie deswegen auf versteckte Informationen, auf das, was nicht gesagt wird. Ich hatte das einmal beim Kauf einer Waschmaschine: „Sie können das vor dem Waschgang einstellen“. Kann man das oder muss man das? Sie merken, ein ganz anderer Zungenschlag.

5. Gruppenkonformität

Wenn (fast) jeder das Produkt besitzt und (fast) jeder damit zufrieden ist, wer könnte da widerstehen? Branding funktioniert auf diese Weise. Wenn alle meine Klassenkameraden Sneakers der Marke XY tragen, dann möchte ich auch welche. Das hat immer schon funktioniert, selbst in meiner Schulzeit in den 1970ern mit Turnschuhen, die drei Streifen hatten.

5. FOMO

FOMO ist die Abkürzung von Fear of Missing Out, also die Angst, etwas zu verpassen. Unsere Lieblingsdiscounter arbeiten besonders gern auf diese Weise: „Nur noch diese Woche“. Und wenn Sie dieses Angebot verpassen, dann müssen Sie lange warten, bis es noch einmal kommt. Aber wer weiß, vielleicht gibt es die Ware auch woanders, vielleicht sogar günstiger. Oder vielleicht brauchen Sie sie überhaupt nicht…?

 

All diese Methoden können auch kombiniert werden, die Wirkung addiert potenziert sich dann.

Ich verstehe, wenn Händler ihre Produkte an die Frau und den Mann bringen wollen. Das ist nicht immer einfach und legale Tricks sind sicher nicht verwerflich.
Allerdings ist es ebenso nicht verwerflich, als Kunde diese Tricks zu kennen und entsprechend auf der Hut zu sein.

stevepb / Pixabay

 

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Digital souverän im Alter?

Machen Sie sich nichts vor. Auch sie werden älter. Die einzige Alternative zum Alt werden ist, früh zu sterben (… sagt meine Frau immer). Auch nicht wirklich eine Option.

Ich gehöre zu den sogenannten Digital Immigrants, also zu den Menschen, die das Internet erst im Erwachsenenalter kennengelernt haben. Allerdings verweise ich mit etwas stolz darauf, dass ich stets am Ball geblieben bin. So war ich damals dabei, als mit BTX das online-Zeitalter eingeläutet wurde und habe die weitere Entwicklung stets aktiv begleitet. Nun allerdings komme ich zugegebenermaßen auch an meine Grenzen. Ich muss zugeben, ich bin bei den sozialen Medien nicht überall dabei. Mein Facebook-Konto habe ich gelöscht, Bloggen und Twittern muss reichen.

Es gibt aber Mitmenschen, die noch älter sind als die Digital Immigrants. An ihnen ist das Internet weitgehend vorbei gegangen. Wie kann es gelingen, diese Menschen dennoch an den Möglichkeiten, die das Netz bietet, teilhaben zu lassen? Wollen die das überhaupt? Und wenn ja, was sind ihre Bedürfnisse?

Vor einiger Zeit hat die Bertelsmannstiftung zu diesem Thema eine Studie erstellt und darüber publiziert. Die Veröffentlichung hat den Titel „Digitalisierung für mehr Optionen
und Teilhabe im Alter“ (Download pdf-Datei). Eine kurze Einführung in das Thema zeigt dieses Video:

Digital souverän? Kompetenzen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter

 

In der Studie geht es um Themen wie die Nutzung der Digitalisierung im Zusammenhang mit

  • Gesundem Leben
  • Selbstbestimmten Wohnen
  • Soziale Einbindung im Quartier
  • Vernetzung und Kommunikation

und einigem mehr.

Auf der diesjährigen re:publica schilderten Jutta Croll, Dagmar Hirche und Julian Stubbe ihre praktischen Erfahrungen aus Projekten zum Thema digitale Teilhabe von Senioren. Ich war anwesend und fand die Diskussion sehr spannend.

re:publica 2019 – Digital souverän im Alter: Welche Kompetenzen brauchen wir heute & 2040?

 

BTW: Mein Vater lebt in einem Pflegeheim. Viele der Bewohner bekommen nur selten Besuch von ihren Angehörigen. Das ist oft gar nicht böse Absicht, sondern die Kinder oder Enkel wohnen in weiter Entfernung vom Seniorenheim. Skype & Co könnte da helfen. Nur stellt sich die Frage, wie kommen die Senioren ins Netz?
Öffentliches WLAN ist schlicht und einfach nicht vorhanden. Auch dies ein Punkt, der in dem o.a. Gespräch diskutiert wurde.

Ich muss gestehen, ich musste beim Zuhören schon manchmal schlucken. Was mache ich, wenn ich (so richtig) alt werde? Allzu lang ist es nicht mehr bis dahin. Bin ich dann von der Außenwelt abgeschnitten, nur weil im Altenheim kein WLAN zur Verfügung steht?

Wir müssen uns jetzt schon darum kümmern, solange es noch geht.

 

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