Archiv der Kategorie: Software

Arbeiten mit Notion: Ein Erfahrungsbericht (Gastbeitrag)

Vor einiger Zeit habe ich auf Twitter gefragt, ob irgendjemand in der Twitterwelt das Notizen-mach-Programm Notion benutzt und Erfahrungen gesammelt hat. Denn mittlerweile mausert sich Notion zum ernsthaften Wettbewerber für den Platzhirschen Evernote.

Erfahrungen sammeln ist das eine, darüber zu sprechen oder gar zu schreiben, das andere. ToolBlog-Leserin Daniela Schulz hat einen umfangreichen Bericht darüber geschrieben, warum sie von Notion begeistert ist und wie sie Notion nutzt. Lesen Sie selbst:

 

Da melde ich mich mal und schreibe Ihnen dazu einige Zeilen. Aus Gründen: ich bin da nämlich schwer von notion angefixt. Notion legt ziemlich zu in den letzten Monaten, im deutschsprachigen Raum scheint es aber noch nicht ganz so bekannt zu sein. Ich benutze es seit Anfang März sehr intensiv. Dass es nun in der Basisversion kostenlos ist, finde ich super. Damit lässt es sich auch das Tool wirklich gut ausprobieren – bei der bisherigen Einschränkung auf 1000 Blöcke war das meines Erachtens nach nicht wirklich möglich.

Also was ist Notion überhaupt? Die Selbstbezeichnung “All-in-one workspace” hilft einem auch nicht richtig weiter, aber sie stimmt. Notion ist eine sehr vielseitig zu nutzende Anwendung, die allerhand andere spezifische Tools ersetzen kann. Was es für mich einzigartig macht, ist die absolute Gestaltungsfreiheit: ich kann mir meine Arbeitsumgebung so zurecht basteln, wie ich es möchte. Und immer wieder anpassen, wenn sich Bedürfnisse ändern. Das muss man allerdings mögen und auch die damit einhergehende Lernkurve in Kauf nehmen. Wenn man es frisch installiert, benötigt man entweder vorgefertigte Templates, die man einfach duplizieren und verwenden kann oder (und das ist der bessere Weg) man investiert Zeit und Geduld, sich in die Möglichkeiten des Systems einzuarbeiten und entwickelt sein eigenes Tool – das macht Spaß, und ist eigentlich auch nicht schwer – vieles ist intuitiv gestaltet oder so, dass man es rasch versteht und Erfolgs- und Aha-Erlebnisse nicht lange auf sich warten lassen. Dennoch: Notion erfordert etwas Einsatz – das muss man wollen.

Nun ein paar Anwendungsbeispiele:

Strukturiertes Sammeln von Informationen lässt sich mit Notion gut machen. Es kann durchaus als Evernote-Ersatz genutzt werden. Ich habe eine Datenbank angelegt, wo ich alles, was mir an hilfreichen kleinen Dingen im Leben unterkommt, notiere, mit URL, Notiz und Verschlagwortung ablege und dann leicht wiederfinden kann. Auch Bilder und Dateien lassen sich leicht einfügen (Beispiel).

“Habittracking” ist mit Notion leicht und vielfältig machbar. Welche Dinge habe ich wann, wie oft gemacht? Es lassen sich monatliche Auswertungen automatisiert erstellen (Beispiel).

Aufgaben- und Projektverwaltung ist eine großer Bereich: es lassen sich Termine mit Erinnerungen anlegen, Aufgaben gefiltert anzeigen nach Arbeitsbereichen, Art der Tätigkeit, verfügbarer Zeit oder welchen Parametern auch immer – nichts davon ist vorgegeben, das erstellt man alles selbst. Die Aufgabendatenbank kann man mit einer Projektdatenbank verknüpfen. So lässt sich im Monats- und Quartalsrückblick gut erfassen, was in welchem Projekt geschehen ist. Es gibt einige Youtube-Videos, die zeigen wie sich Todoist durch Notion ersetzen lässt (hier oder hier).

Hervorragend gelöst ist die Möglichkeit, ein und dieselbe Datenbank völlig unterschiedlich darzustellen (und diese Darstellungsformen auch abzuspeichern). Mal als schlichte Liste, als Kanban-Board, als Kalender, als Liste, die nach allen möglichen Parametern gefiltert und sortiert wird, u.v.a. Datenbank können beliebig oft auf einer Seite oder verschiedenen Seiten eingebunden werden. Dennoch bleibt es die eine Datenbank, wo eine Änderung dann überall zum Tragen kommt.

Notion = Evernote + Todoist + Trello + Google Calendar

 

Besonders ist auch, dass jeder Datenbankeintrag zugleich die Funktion einer Seite hat. Das heißt: neben den strukturierten Daten wie Vorname, Nachname, Adresse, etc. kann ich auch unstrukturierte Daten wie Text und Bilder außerhalb der Datenfelder erfassen (z.B. eine Telefonnotiz, o.ä.). Kann man nutzen, muss man aber nicht.

Schwerpunkt für mich ist die Aufgabenverwaltung, die wirklich recht viele Parameter umfasst. In der Darstellung auf der Startseite meines Notion-Systems habe ich aber die allermeisten ausgeblendet – ich sehe nur das, was ich will: das, was ich mit “wichtig” gekennzeichnet habe, das, was in dieser Woche anliegt, o.ä. Kann also Aufgaben im kirchlichen Ehrenamt auf einer anderen Seite anzeigen lassen, als berufliche Aufgaben. Erfasst werden sie aber alle in einer Datenbank. Ich habe mir eine “Inbox” eingerichtet, in der ich Aufgaben rasch notieren kann, wenn sie mir einfallen. Diese Inbox gehe ich dann durch und plane und verschlagworte die Aufgaben dann, wenn ich dazu Zeit habe.

Auch die Arbeit im Team ist möglich – das habe ich aber bisher nicht ausprobiert. Es gibt viele Anleitungen auf Youtube, Notion selbst hat einen eigenen Youtube-Kanal mit vielen Videos für Einsteiger. – hier empfiehlt sich auch ein Blick auf die “Featured Channels”, die Nutzungsbeispiele und Tutorials verschiedener AnwenderInnen zeigen.

Abschließend noch zwei Bemerkungen:

Die Möglichkeiten der freien Konfiguration, das Ausloten dessen, was geht – das hat eine kreative Community hervorgebracht. Viele Menschen sind äußerst hilfbereit und stellen ihre selbstentwickelten Templates anderen frei zur (hier eine Auswahl).

Wer Gefahr läuft, sich im Erstellen und Modifizieren der Arbeitsumgebung zu verlieren, der muss bei Notion ein bisschen aufpassen. Es fühlt sich eben durchaus produktiv an, wenn man sich damit beschäftigt, seine Templates und Dashboards zu optimieren. In dieser Hinsicht verführt das Tool zum Prokrastinieren – man ist im Flow und gut beschäftigt, aber erledigt nicht unbedingt dass, was man auf der Todo-Liste stehen hatte.

 

Es scheint so, dass der User mittlerweile tatsächlich die Qual der Wahl hat. Evernote ist nicht mehr allein auf der Welt. Daneben stehen Programme, hinter denen interessante Konzepte stehen wie eben Notion oder auch Roam oder TiddlyWiki.

Man kommt wohl nicht darum herum, sich vor der Wahl für ein Programm zu überlegen, was genau man damit machen will. Das sollte zwar selbstverständlich sein, bietet aber auch keine Gewährleistung für die “richtige” Wahl, denn meistens merkt man erst beim Gebrauch, was fehlt oder was man gerne anders hätte.

Umso wertvoller sind daher solche Berichte aus der Praxis, die dabei helfen, sich ein Bild über die Philosophie und die Funktionsweise eines Programms zu machen.

Vielen herzlichen Dank, liebe Daniela Schulz, für diesen ausführlichen informativen Erfahrungsbericht!

 

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Wie Andere die Dinge geregelt kriegen

Wenn ich einen Workshop zur Selbstorganisation begleite, bin ich immer gespannt, welche Kniffe meine Teilnehmer anwenden, um gut durch ihren Arbeitstag zu kommen. Ich weise immer darauf hin, dass sie etwas, was gut funktioniert, unbedingt beibehalten sollten. Gemäß dem alten Spruch “Never change a running system”, sollte man nicht etwas über Bord werfen, was sich bewährt hat, nur weil es auf den ersten Blick nicht zu einer Zeitmanagementmethode zu passen scheint. Vielmehr lautet hier die Frage: “Wie kann ich das eine tun ohne das andere zu lassen?”

Eine große Sammlung individueller Ansätze finden Sie auf der Website uses this. Dort erzählen Mitmenschen mit unterschiedlichsten beruflichen Hintergründen, wie sie die Dinge geregelt kriegen. Die Website uses this ist eine

collection of nerdy interviews asking people from all walks of life what they use to get the job done.

In den Kategorien finden Sie alle die Berufe, deren VertreterInnen bislang interviewt worden sind. Das sind seit Bestehen der Seite (2009) eine ganze Menge. Wenn Sie ein bisschen stöbern, tun sich da ganz neue Perspektiven auf.

 

Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay

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Windows rauf- und runterfahren: Shutdown7

Manchmal stolpert man über kleine Softwareperlen, die das Computerleben erheblich vereinfachen können. Shutdown7 ist ein solches feines Helferlein. Mit dieser Freeware können Sie zu festgelegten Zeiten

  • automatisch den Rechner herunterfahren oder neustarten
  • den Monitor abschalten
  • in den Ruhezustand wechseln
  • und vieles mehr.

Kurzum, das Programm ist so flexibel, dass ich manches aus der Featureliste gar nicht verstehe. Das gilt aber sicher nicht für Sie. Deshalb empfehle ich Ihnen, das Programm einmal näher unter die Lupe zu nehmen.

 

Bild von Pete Linforth auf Pixabay

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Daten visualisieren mit Tulip

Ingenieure und Naturwissenschaftler haben es bei ihren Präsentation oft schwerer als Ökonomen oder Marketingmenschen. Ich denke hier vor allem an die Visualisierung der dargebotenen Inhalte. Während letztere oft “nur” Statements mit eingehenden Bildern unterstreichen müssen, kämpfen Naturwissenschaftler in der Regel damit, große Zahlenfriedhöfe mit geeigneten Diagrammen anschaulich zu machen.

Tulip ist ein Programm, dass die Visualisierung von Zahlen, Daten, Fakten erleichtern soll. Sie können hier verschiedene Daten miteinander in Beziehung setzen und diese Beziehungen auf geeignete Weise grafisch darstellen (Beschreibung):

Tulip is an information visualization framework dedicated to the analysis and visualization of relational data. Tulip aims to provide the developer with a complete library, supporting the design of interactive information visualization applications for relational data that can be tailored to the problems he or she is addressing.

Das Programm stammt offenbar von der Universität Bordeaux und wird Ihnen kostenlos zum Download zur Verfügung gestellt. Allerdings ist die Bedienung nicht ganz einfach, das kann man schon an den Diagrammenersehen, die Tulip erzeugt. Aus diesem Grund gibt es auch ein Fülle von Anleitungen und ein Nutzerforum.

Für einen ersten Einstieg empfehle ich Ihnen dieses Video:

Tulip Software Presentation

 

 

Bücher zum Artikel (Werbung)

 

 

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Aufgaben organisieren: Text oder Tabellen?

Wie meine LeserInnen wissen, ist für mich MS Outlook das Mittel der Wahl, wenn es um die Organisation meiner Arbeit geht. Allerdings ärgere ich mich aus verschiedenen Gründen gerade sehr über Office 365 Microsoft 365 und ich liebäugele damit, mein Abonnement zum Ende des Jahres zu beenden. Was dann?

Da ich mich zum minimalistischen Prinzip hingezogen fühle und sowohl Windows als auch den Mac benutze, wär die Aufgabenorganisation mit Textdateien denkbar. Ich habe darüber im ToolBlog mehrfach berichtet. Hier eine Auswahl:

Eine andere Möglichkeit wäre der Einsatz einer Tabellenkalkulation, z. B. LibreOffice Calc oder ein einschlägiges online-Produkt wie Google Tabellen.

Wie dies zu bewerkstelligen ist, können Sie in dem Artikel Getting Things Done mit Google Tabellen nachlesen.

So eine online-Variante oder auch die Verwendung von txt-Dateien hat für mich noch einen anderen entscheidenden Vorteil. Ich arbeite sowohl mit Windows als auch mit dem Mac. Beide Varianten sind unabhängig von der Plattform. Wer schon einmal parallel mit Outlook für Windows und für Mac gearbeitet hat, weiß das zu schätzen.

Vielleicht gelingt es mir aber auch einmal, Thunderbird mit einem vernünftigen Aufgabenmanager zu kombinieren. “Vernünftig” heißt für mich, dass ich ihn nach den Ideen von Michael Linenberger konfigurieren kann. Kostenlos und OpenSource sollte das Ganze dann auch noch sein.

Sagen Sie nicht, ich wäre anspruchsvoll.

 

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

 

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ApParade: pdf-Reader, Dateien organisieren, Diagramme, Termine, Links kürzen, Screenshots

Es ist nun ein paar Tage her, dass ich hier auf diesem Bildschirm einen Beitrag veröffentlicht habe. Der Grund für die Unterbrechung liegt auf der Hand. Auch mich lässt die Corona-Krise nicht kalt. Offensichtlich gibt es aber ein normales Leben im anormalen. Und so gibt es ab sofort wieder etwas zu lesen im ToolBlog. Schließlich kann ich ja nicht ewig Pause machen und gebannt auf das Rauschen achten, das die Meinungen echter und vermeintlicher Experten verursachen.

Starten möchte ich mit einer Übersicht über interessante Apps, auf die ich in den letzten Tagen gestoßen bin.

Ein neuer pdf-Reader: Slim PDF Reader 2

Ich gebe zu, pdf-Reader gibt es wie Sand am Meer. Nun ist noch einer hinzugekommen: Slim PDF Reader. Er kommt aus demselben Haus wie Able2Extract Professional™, über das ich im ToolBlog bereits berichtet habe. Für mich wird diese App wohl in Zukunft der Standard auf meinem Rechner werden, denn er ist schlank und gut ausgestattet. Gut, das sind andere auch. Das i-Tüpfelchen ist für mich die Bedienung und die Optik des Programms. Die Beurteilung des Designs bleibt natürlich Ihrem Geschmack überlassen. Die App läuft unter Windows, Linux und auf dem Mac.

Dateien und Verzeichnisse organisieren: DropIt

Das Organisieren von Dateien und Verzeichnissen ist ein trockenes, wenn auch wichtiges Geschäft. Hierfür gibt es einige sog. Dateimanager auf dem Markt, die diese Arbeit erleichtern sollen. Ein kostenloser Vertreter aus dem Open Source Bereich ist DropIt. Damit können Sie einfacher als sonst Dateien hin- und herschieben, verschlüsseln, filtern, drucken, umbenennen und noch viel mehr. DropIt läuft unter Windows und ist ummesonscht (um Spenden wird gebeten).

HOW TO DropIt file & folder management tool

Online Grafiken erstellen: Vectr

Kürzlich musste ich für ein Tutorial auf die Schnelle eine Grafik erstellen. Ich mache das nicht oft, aus diesem Grund wollte ich kein besonderes Grafikprogramm installieren. Erste Versuche mit LibreOffice und Word waren unbefriedigend, denn der Aufwand stand in keinem Verhältnis zum Nutzen. Genau für solche Fälle eignet sich Vectr. Mit dieser App können Sie im Browser schnell und einfach Diagramme (und noch einiges mehr) erstellen. Installieren brauchen Sie nichts, bezahlen auch nicht.

Getting Started with Vectr

Gemeinsame Termine finden: Nuudel

Sie kennen sicher Doodle, das Programm, mit dem Sie bequemTermine für gemeinsame Aktivitäten finden können. Genau das können Sie auch mit nuudel tun. Was ist anders an Nuudel? Das Programm speichert nichts und ist daher datensicher. Mit einem einfachen Kniff, der auf der Website beschrieben wird, brauchen Sie als Owner der Befragung noch nicht mal Ihre E-Mail-Adresse angeben, wenn Sie nicht wollen. Neben der Terminfindung sind auch einfache Umfragen möglich. Leicht zu bedienen, kostenlos und funktioniert!

Lange Links zu kurzen machen: KurzeLinks.de

Wenn Sie so wie ich öfters mal Links verschicken, dann haben Sie sicher auch schon mal einen Link-Kürzer benutzt. Bitly oder Ow.ly sind bekannte Vertreter dieses Genres, die in ihrer kommerziellen Version auch noch einiges mehr können als “nur” Linkadressen kürzen. Wenn Sie es lieber kostenlos und in Deutsch mögen, dann versuchen Sie es doch einmal mit KurzeLinks.de. Das Programm ist datenschutzfreundlich und bietet die Möglichkeit die Kurzlinks in gewissen Grenzen weiter zu bearbeiten. Sie können auch den Gültigkeitszeitraum beschränken, den Link durch ein Passwort schützen, einen QR-Code generieren und noch ein paar andere Kleinigkeiten mehr. KurzeLinks.de ist derzeit das Mittel meiner Wahl.

Screenshots erstellen und bearbeiten: ShareX

Ein viel benutztes Programm auf meinem Rechner ist Snagit, mit dem man einfach Bildschirmaufnahmen und -Videos erstellen kann. Die Software ist gut, aber nicht kostenfrei. Wenn Sie kein Geld ausgeben möchten und trotzdem ansprechende Bildschirmfotos (aka Screenshots) erstellen und anschließend bearbeiten wollen, dann schauen Sie sich doch einmal ShareX an. Sie können damit alle möglichen Arten von Screenshots schießen und bearbeiten. Aber nicht nur das: Auch das Teilen mit unterschiedlichsten Services ist möglich. Eine eierlegende Wollmilchsau für Windows, kostenlos noch dazu.

Das bessere Puush? ► Software Vorstellung : ShareX | SephsRevenge

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In diesen Tagen wichtig: Allerhand digitales Zeug

Ich will kein Wort über Corona verlieren. Da ist “alles schon gesagt, nur noch nicht von allen” (Karl Valentin). Allerdings habe ich mir vorgenommen, interessante Ideen, Links, Apps und (auch analoge) Anregungen zu sammeln. Not macht bekanntlich erfinderisch, und da kommt schon einiges Be-Merkens-Wertes zutage.

Außerdem wird es wieder eine Zeit danach geben und dann ist es vielleicht nützlich, sich daran zu erinnern, was uns damals geholfen hat und was vielleicht auch nicht.

Da ich mich auch etwas in der evangelischen Kirche engagiere, stehen weiter unten auch Tipps aus und für dieses Umfeld. Das ist mir persönlich sehr wichtig, wenn Sie das stören sollte, überlesen Sie es einfach. Aber wer weiß, vielleicht finden Sie auch da die eine oder andere Anregung für den “weltlichen” Gebrauch.

Online-Werkzeuge zur Zusammenarbeit

Wenn wir uns schon nicht persönlich nahekommen dürfen, so sollten wir uns dennoch nahe sein. Dabei helfen Tools zur Kommunikation online:

Linksammlungen und Anleitungen

Empfehlungen für einzelne Tools

[Dank an @AndreasPublic, @SCRUMschau, @robert_we, @spacedani, @selinafui2, @jepe92, @schlossblog, @SwiftLizard, @krolli53], @madiko

Ich habe mich sehr angestrengt, dass mir beim Dankeschön niemand durch die Lappen gegangen ist. Sollte mir es doch passiert sein, danke ich Euch anonym und bitte um Verzeihung.

Hier eine Video-Anleitung für die Arbeit mit Jitsi, gedacht als online-Klassenzimmer, aber auch für andere online-Konferenzen.

So gelingt das virtuelle Klassenzimmer 2 – Ein Tool für die Onlinekonferenz

 

In diesem Zusammenhang ein (von ihm abgewandeltes) Zitat
meines geschätzten Kollegen Marcus Raitner. Denken Sie dran!

Wenn du eine Scheißbesprechung digitalisierst, dann hast du eben eine scheiß digitale Besprechung!

Ideen, Anregungen

Wir werden in den nächsten Wochen und Monaten einiges anders machen müssen. Hier finden Sie ein paar Idee dazu:

 

Kirchlicher Bereich

Apps

Ich bin mir bewusst, dass diese Übersicht nur ein Bruchteil der Ideen und Angebote darstellt. Daher meine Bitte: Sollten Sie auf etwas stoßen, auf das ich an dieser Stelle hinweisen sollte, dann lassen Sie mich es wissen. Bitte benutzen Sie dazu die Kommentarfunktion. Ich pflege Ihre Tipps dann ein.

Nochmals vielen Dank.
Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen.

 

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Bücher hören mit Spotify

Seit längerem bin ich Nutzer der Bezahlversion von Spotify. Meistens höre ich Musik, die Auswahl ist riesengroß und lässt kaum Wünsche offen. In letzter Zeit habe ich allerdings auch entdeckt, dass Spotify auch eine ganze Anzahl hörenswerter Audiobooks im Programm hat.

Die Suche nach Hörbüchern ist allerdings nicht besonders komfortabel. Hier kommt Spooks (iOS, Android) ins Spiel. In dieser App sind die Hörbücher, die Spotify anbietet, in Kategorien Hörspiele oder Hörbücher eingeteilt oder nach Genres gelistet. Hat man ein Buch gefunden, kann man es entweder im Spooks-eigenen Player (Registrierung notwendig) anhören, oder wird zum Hören direkt zu Spotify geleitet. Ganz nett, aber das Bessere ist bekanntlich der Fein des Guten.

Meine App der Wahl heißt Eary (iOS, Android?). Hier können Sie nach Hörbüchern suchen und diese dann in Eary abhören. Der Clou: Eary merkt sich, wo sie das letzte Mal unterbrochen haben und setzt an dieser Stelle das nächste Mal das Abspielen automatisch fort. Wenn Sie nun noch die Offline-Funktion von Spotify nutzen und Ihr gewähltes Hörbuch herunterladen, dann können Sie immer und überall hören, auch wenn mal kein Netz in der Nähe ist. Spooks ist gut, aber Eary hat mich restlos überzeugt!

Ach ja, ich hätte fast vergessen zu erwähnen, dass beide Apps kostenlos sind.

Bild von StockSnap auf Pixabay

 

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Ein Werkzeug für vernetztes Denken: Roam

Schon immer haben mich Programme interessiert, die das Denken im allgemeinen und das vernetzte Denken (gibt es eigentlich ein anderes?) im besonderen unterstützen. Daher meine Vorliebe für Programme zu Mind-Mapping, Concept-Mapping und andere Methoden dieser Art.

Nun bin ich wieder über eine solche Anwendung gestolpert. Sie heißt Roam und ist ein

Note-taking tool für networked thought.

Offensichtlich kann man Notizen anlegen und diese durch clevere Verlinkung miteinander vernetzen. Das Programm lässt sich über den Browser steuern, man muss sich auf der entsprechenden Website registrieren. Es gibt also nicht herunterzuladen und auf dem eigenen Rechner zu installieren.

Ich steige noch nicht so richtig durch, wie Roam funktioniert, die Philosophie dahinter ist mir noch nicht klar. Aber es gibt eine Menge Erklärvideos zum Beispiel für den Einsatz von Roam in der Aufgabenorganisation

Task Management in Roam

 

oder für Luhmanns Zettelkastenmethode (“Zettlekasting”):

 

Wer so wie ich Text den bewegten Bildern vorzieht, für den gibt es eine Einführung, natürlich mit Roam verfasst.

Über seine Verwendung von Roam hat Nat Eliason einen Erfahrungsbericht geschrieben: Roam: Why I Love It and How I Use It. In diesem ausführlichen Beitrag stellt er vor:

  • Warum er Roam benutzt
  • Wie er es als “Zweithirn” verwendet
  • Wie das Programm seine Produktivität unterstützt

Hauptaugenmerk legt Nat auf den Einsatz als CRM-System, ein Gebiet, das für mich nicht so wichtig ist, aber vielleicht die eine Leserin oder den anderen Leser interessiert.

Was mich bei diesen Programmen immer stört ist, dass ich letztendlich nicht die Kontrolle über meine Daten habe. Ich meine das gar nicht einmal im Sinne des Datenschutz. Aber was passiert, wenn Roam irgendwann mal wieder vom Netz genommen wird? Wohin kommen dann meine sorgfältig gehegten und gepflegten Notizen? Und falls ich sie sichern kann, habe ich dann anderweitig Zugriff um sie auf dem Desktop weiter zu verwenden?

Wäre ja nicht das erste Mal (Gruß an Google)…

 

Nachtrag (17. 2. 2020)

Auch Anne-Laure Le Cunff hat sich in einem ausführlichen Artikel mit Roam beschäftigt: How to use Roam Research: a tool for metacognition. Sie erklärt, welcher Philosophie Roam folgt und das ist ja für einen Newbie schon mal die halbe Miete.

Nachtrag (3. 3. 2020)

Roam scheint derzeit einen kleinen Boom zu erleben. Hier eine Beitrag auf reddit und die Diskussion dazu: Building a Second Brain in Roam…And Why You Might Want To.

 

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Tools für die intensive Bahnbenutzung

Ein Kunde von mir hat uns Trainer, Coaches und Berater einmal spöttisch als Nachfahren der Gaukler und Wanderprediger bezeichnet. Man kann trefflich darüber streiten, was an dieser Aussage gerechtfertigt ist, aber bezüglich der Reisetätigkeit trifft sie ins Schwarze.

Mein Freund und Kollege Jan Fischbach, mit dem ich hin und wieder gemeinsam auftrete, ist einer der Fachleute, wenn es um agile Methode und/oder Scrum geht. Als solcher ist er permanent auf Achse und nutzt für seine Reisen fast ausschließlich die Deutsche Bahn. Ich bewundere immer wieder, mit welcher Gelassenheit er die Mätzchen dieses großen Transportunternehmens erträgt. Er lässt sich in keinster Weise durch Verspätungen, Zugausfälle oder Änderungen der Wagenreihung seine gute Laune verderben.

Vielleicht liegt es an den Tools, die er für das Bahnreisen benutzt. Für die Leserinnen und Leser beschreibt er in diesem Gastartikel, mit welchen Werkzeugen er die vielen Reisen organisiert und sicherstellt, auch unterwegs nicht aufgeschmissen zu sein, wenn es mal zu “Störungen im Betriebsablauf” kommt.

… Und hier seine Tipps:

Ich lege pro Jahr mehr als 45.000 km mit der Bahn zurück. Da kann man schon einiges erleben. Bitte kein Bahn-Bashing an dieser Stelle. Das System Bahn mit seinem Netz und den verschiedenen Beteiligten ist komplex. Und Infrastruktur kann man nicht in kurzer Zeit austauschen. Aber man kann sich vorbereiten. Daher will ich an dieser Stelle vorstellen, welche Dinge mich begleiten.

 

Zur Planung und während der Fahrt sind die Reiseauskunft und der DB Navigator unverzichtbar. Sehr praktisch finde ich die Möglichkeit, die BahnCard in der App zu zeigen. Da muss ich nicht in meiner Tasche danach kramen. Der DB Navigator bietet auch den Ticketverkauf in vielen Verkehrsverbünden an. Falls Sie für Ihre Spesenabrechnung einen Kaufbeleg brauchen, können Sie den eigenständig mit richtiger Rechnungsadresse über die Auftragssuche erzeugen.

Wissen Sie wie viele Kilometer Sie mit der Bahn zurücklegen? Früher gab es eine Software, mit der man die Trassenpreise ermitteln konnte. Dafür gibt es nun eine eigene Webseite bei der Bahn, den Trassenfinder. Dort kann man die Strecke anzeigen lassen und erfährt auch die Länge. Falls Sie bestimmte Bahnhöfe häufiger nutzen, können Sie sich die Abkürzung der Betriebsstelle merken.

Wenn es beim Umsteigen knapp wird, ist es gut zu wissen, ob die Gleise beim nächsten Umstieg am selben Bahnsteig liegen oder nicht. Dies erfährt man in der Bahnhofssuche. Für die größeren Bahnhöfe gibt es eine PDF-Datei mit dem Lageplan, z. B. für den Berliner Hbf. Einige davon habe ich schon auf meinem Mobiltelefon gespeichert. Falls Sie dort keinen Plan finden, können Sie Ihr Glück bei openrailwaymap versuchen. Manchmal werden dort auch die Gleisnummern angezeigt.

Ist mein Zug pünktlich? Zum Einen gibt es die Informationen zum Zug und zur Abfahrt/Ankunft im DB Navigator. Wenn Sie den Fernverkehr überblicken wollen, empfehle ich die unabhängige Webseite Zugfinder. Dort können Sie einen Netzbereich auswählen und die Fernzüge sehen, die dort gerade unterwegs sind. (Wenn Sie zu einem geringen Preis ein Abo abschließen, bekommen Sie eine Verspätungsprognose.) Sehr schön wird dies auch auf der unabhängigen Webseite Zugverfolgung.com dargestellt.

Die DB Station&Service AG hat einen Dienst, der die aktuellen Abfahrten anzeigt. Diese Anzeige kennen Sie vielleicht aus einer DB Lounge. Hier brauchen Sie jetzt die Abkürzung der Betriebsstelle (s. o.). Der Bahnhof Ravensburg hat das Kürzel TRB. Mit folgender URL sehen Sie die Abfahrten in Ravensburg: https://iris.noncd.db.de/wbt/js/index.html?bhf=TRB. Eine ähnliche Funktion bietet der Dienst Marudor.de von Thies Clasen. Hier wählen Sie den Bahnhof aus und sehen zusätzliche Informationen zum Zug.

Wenn die Abfahrtstafel viele Meldungen anzeigt, wissen Sie, dass es eine Störung gibt. Eine wichtige Regel für mich lautet dann: “Strecke machen”. Das funktioniert meistens, aber nicht immer. Dazu müssen Sie das Streckennetz und die Zugläufe kennen. Welcher Zug bringt mich näher an mein Ziel? Auf welcher Strecke kann ich die Störung umfahren. Die Karten vom ICE- und vom EC/IC-Netz habe ich ausgedruckt und laminiert dabei. Zusätzlich habe ich mir im Reisezentrum für 4 EUR eine Deutschlandkarte mit den Personenverkehrstrecken gekauft. Das ist die Karte, die auch in den Zügen im Einstiegsbereich hängt.

Dann allzeit gute Fahrt!

 

Hier gibt es noch die Abkürzungen für die größten Bahnhofe in Deutschland (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Berlin Hauptbahnhof: BL und BLS
  • Bremen Hauptbahnhof: HB
  • Dortmund Hauptbahnhof: EDO
  • Düsseldorf Hauptbahnhof: KD
  • Duisburg Hauptbahnhof: EDG
  • Essen Hauptbahnhof: EE
  • Frankfurt (Main) Hauptbahnhof: FF
  • Hamburg Hauptbahnhof: AH
  • Hannover Hauptbahnhof: HH
  • Köln Hauptbahnhof: KK
  • Leipzig Hauptbahnhof: LL
  • Mannheim Hauptbahnhof: RM
  • München Hauptbahnhof: MH
  • Nürnberg Hauptbahnhof: NN
  • Stuttgart Hauptbahnhof: TS

Vielen Dank, lieber Jan, für diese wertvollen Infos.

 

Und für die, die neugierig sind und gerne hinter die Kulissen des Bahnbetriebs schauen möchten, ein Vortrag von Daniel KrieselBahnMining – Pünktlichkeit ist eine Zier.

36C3 – BahnMining – Pünktlichkeit ist eine Zier

 

Nachtrag (13. 02. 2020)

Der Beitrag von Jan hat mich veranlasst, einmal zu recherchieren, welche Apps die Bahn selbst anbietet. Schließlich hatten die App-Macher auf der re:publica einen bemerkenswerten Auftritt: Mobility re:loaded – Inspiring innovation with #DBLabs.

Hier die Ergebnisse meiner Suche (die wichtigsten Apps hat Jan oben schon vorgestellt):

  • DB Streckenagent: Überwacht die Situation im Nahverkehr und sendet Push-Nachrichten, wenn es etwas zu melden gibt. (iOS, Android)
  • BahnBonus: Die App zum Kundenbindungsprogramm der DB. (iOS, Android)
  • DB Bahnhof live: Hier gibt es Infos zu den meisten Bahnhöfen, auch die Abfahrt- und Ankunftszeiten. Ob sie so aktuell sind wie die von Jan geschilderten Anzeigetafeln, kann ich nicht sagen. (iOS, Android)
  • DB Zug Simulator: Selbsterklärend. (iOS, Android)
  • DB Bauarbeiten: Anzeige baubedingter Fahrplanänderungen. Gerade in meiner Gegend interessant, denn die Südbahn wird momentan elektrifiziert. (iOS, Android)
  • DB Barrierefrei: Reisebegleiter für Fahrgäste mit Einschränkungen. (iOS, Android)
  • WIFI@DB Regio: Internettechnische Service App für das regionale Streckennetz. Was sie genau tut, entzieht sich meiner Kenntnis. (iOS, Android)

Ansonsten gibt es natürlich für viele regionale Verkehrsverbünde noch eigene Programme.

 

 

 

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