Archiv der Kategorie: Software

Schreiben Sie sich selbst!

Wenn ich mir ohne Papier und Bleistift etwas kurz notieren möchte, dann greife ich zum iPhone und der App Captio. Wenn ich diese Anwendung aufrufe, dann öffnet sich ein Textfeld, in das ich meine Notiz eingeben kann. Auf Knopfdruck wird der Text dann automatisch an die E-Mail-Adresse versendet, die ich einmal vorher in den Einstellungen hinterlegt habe. Zu beachten ist, dass die erste Zeile der Notiz immer das (den?) „Betreff“ bildet, die anderen Zeilen erscheinen dann im Textkörper der Nachricht.

Auf diese Weise landen meine Notizen immer im Eingangskorb von Outlook, wo ich Sie dann weiterverarbeiten kann, wenn ich wieder am Schreibtisch bin. Meistens überführe ich diese Notizen in Aufgaben, was ja bekanntlich in Outlook besonders einfach ist. Ich habe dies schon einmal im ToolBlog beschrieben (beachten Sie die Kommentare!)

Captio gibt es nur für iPhone/iPad, aber die Nutzer eines Android-Smartphones müssen auf diese kleine Arbeitserleichterung nicht verzichten. Als Äquivalent zu Captio können sie Email Me (kostenlos) oder Email Me Pro (Obolus) verwenden. Beide Apps scheinen übrigens nur den Namen gemeinsam zu haben, sie werden von unterschiedlichen Entwicklern angeboten.

Eine weitere Anwendung, mit der Sie sich selbst Nachrichten zukommen lassen können, ist Nudgemail. Hier senden Sie die entsprechende Notiz über Ihren Browser. Dieses Programm ist vor allem für Erinnerungen gedacht. Alternativen zu Nudgemail beschreibt Mihir Patka in 5 Must-Have Email Web Apps for Reminders, Quick Mails, Burners, and More.

Sollten Sie einen Mac besitzen oder aus anderen Gründen auf Outlook verzichten wollen oder müssen, dann können Sie die o.a. Helferlein trotzdem sinnvoll einsetzen. Vielen Programmen (Evernote, Trello & Co) können Sie über eine eigene E-Mail-Adresse Notizen zukommen lassen. In dem Beitrag Wie Sie aus E-Mails Aufgaben machen habe ich bereits darüber berichtet. Als Ergänzung dazu empfehle ich den Artikel Connect Your Email to Your Favorite Apps.

Eine Bemerkung zu Outlook für den Mac

Ich weiß, es gibt Outlook auch für den Mac. Diese Variante bietet aber nur den Bruchteil der Möglichkeiten der Variante für Windows. Vor allem ist es nicht möglich, einfach per Drag & Drop aus einer E-Mail eine Aufgabe zu machen wie unter Windows. Verwenden Sie statt dessen lieber ein gutes E-Mail-Programm (z.B. Thunderbird] und einen Aufgabenmanager Ihrer Wahl. Sie leiten die Nachricht dann einfach per E-Mail an ihn weiter.

niekverlaan / Pixabay

 

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Task Boards für Gmail, Evernote & Co

Wenn Sie sich mit GTD und ähnlichen Konzepten befasst haben, dann sind Ihnen zwei grundsätzliche Aufgabentypen bekannt. Es gibt Aufgaben, die lassen sich „in einem Rutsch“ erledigen und die großen Brocken, die Sie in Teilaufgaben zerlegen müssen um sie handhabbar zu machen. David Allen nennt letztere Projekte. Ich persönlich ziehe es vor, zwischen Ein- und Mehrschrittaufgaben zu unterscheiden.

Für die Organisation der Einschrittaufgaben verwende ich die Aufgabenleiste von Outlook, die ich nach den Vorschlägen von Michael Linenberger eingerichtet habe. Für die Mehrschrittaufgaben habe ich eine Zeitlang ebenfalls mit Outlook experimentiert. Allerdings wurde das Ganze sehr schnell unübersichtlich, so dass ich mittlerweile meine persönlichen Projekte nach den Prinzip Personal Kanban mit Trello plane. In der Aufgabenleiste von Outlook verweise ich dann nur noch auf das entsprechende Task Board unter Trello.

Obwohl sich Trello zu diesem Zweck sehr gut eignet und etabliert ist, gibt es auch noch andere Möglichkeiten, ein Task Board zu erstellen. Sie können z.B. mit der Mind-Mapping-Software XMind in einer Kombination aus Organigramm und Baumdarstellung eine Aufgabenboard erstellen.

Melanie Pinola stellt in ihrem Beitrag Kanban Everything: How to Add Trello-Like Boards to Gmail, Evernote, and More Gestaltungsmöglichkeiten für

  • GoogleMail (GMail)
  • Evernote
  • den Chrome-Browser
  • WordPress und auch
  • Outlook vor.

Meist handelt es sich um Erweiterungen nach dem Freemium-Modell, mit denen die Task-Board-Funktionalität hergestellt werden kann. Das heißt die Basisausstattung ist kostenlos, für die interessanten Zusatzfunktionen ist ein monatlicher Obolus fällig.

Ausgerechnet die Erweiterung für Outlook bildet hier die Ausnahme. Sie heißt Outlook Taskboard und ist kostenlos über GitHub zu beziehen. Allerdings müssen Sie für den Gebrauch eine besondere Ordnerstruktur anlegen. Das Ganze ist schon ein wenig tricky. Dies und die Tatsache, dass die Verwendung von Erweiterungen in Outlook aus Performance- und Verträglichkeitsgründen mit Vorsicht zu betrachten ist, hielt mich davon ab, das Add-on zu installieren.

Fazit: Ich stehe erst einmal weiter treu und fest zu Trello. Aber vielleicht sind diese Erweiterungen für Sie eine Überlegung wert, was meinen Sie?

Übrigens sollten Sie durchaus als Alternative zu diesem Elektronikkram das gute alte Whiteboard und Post-it-Notes in Erwägung ziehen. Ich kenne eine Mengen Menschen, gerade auch aus dem IT-Bereich, die diese „altmodischen“ Werkzeuge benutzen und sehr zufrieden damit sind. VitaminP.info erklärt wie es geht:

Kanban in 2 Minuten erklärt | VitaminP.info

 

Das Buch zu Personal Kanban (Werbung)

 

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GTD: Vorlagen für Evernote und wie man damit umgeht

Wie die LeserInnen des ToolBlogs wissen, benutzte ich Evernote schon zu Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat. Auch die manches Mal unverständliche Geschäftspolitik hat es bislang (noch) nicht geschafft, mich hin zu anderen Produkten zu bewegen. Dafür ist Evernote einfach zu gut.

Eine Funktion, die ich gerade für mich neu entdecke, ist die Verwendung von Vorlagen. Mittlerweile gibt es eine Reihe vorgefertigter Templates, die auch in Deutsch heruntergeladen werden können und ggf. den eigenen Bedürfnissen angepasst werden können. Die Vorlagen sind in Kategorien unterteilt, wobei für die ToolBlog-Leser interessant sein dürften:

  • Management-Ressourcen
  • Meetings
  • Projektmanagement
  • Getting Things Done® (GTD)

Zu letzterem Thema ist im englischsprachigen Evernote-Blog auch ein umfangreicher Artikel erschienen: Getting Started with GTD (Getting Things Done) Templates. Dort können Sie nachlesen, wie die entsprechenden Vorlagen in den GTD-Workflow passen und wie Sie verwendet werden. Leider führen die Links zu den Vorlagen in englischer Sprache, lassen Sie sich davon nicht beirren, sie liegen auch in Deutsch vor (s.o.).

Ich selbst habe ein bisschen gebraucht, bis ich gelernt habe, wie man diese und andere Evernote-Vorlagen verwendet und erstellt, das liegt vermutlich an meiner Begriffstutzigkeit. Damit es bei Ihnen schneller geht empfehle ich Ihnen diese beiden Videoclips:

Wie Sie Evernote-Vorlagen verwenden

How to Use Templates in Evernote

Wie Sie Evernote-Vorlagen erstellen

How To Create Your Own Templates in Evernote

 

Ich habe es noch nicht ausprobiert, aber ich denke auf diese Weise lassen sich die Vorlagen auch den eigenen Bedürfnissen anpassen.

Auf jeden Fall sind diese Vorlagen ein hochinteressantes Feature, wie ich finde.

 

Nachtrag:

Ganz neu ist das Konzept mit Vorlage nicht. In meinen allerersten Beitrag zu Evernote schrieb ich am 10.  Mai 2006 (!):

Ein vielversprechendes Programm, mit dem man Notizen anlegen und an einem Ort verwalten kann, ist „EverNote“. Das Ganze ist organisiert wie eine Endlosrolle, auf der die einzelnen Notizen abgelegt werden. Ausgeklügelte Suchfunktionen helfen dabei, die Einträge schnell wieder zu finden. Der Clou für mich ist die Möglichkeit, Templates zu verwenden, um so für bestimmte Notizen strukturierte Eingabemasken zur Verfügung zu haben. Eine Reihe Templates wird bereits mitgeliefert, die lebhafte Community sorgt für ständigen Nachschub, so gibt es insbesondere für Getting Things Done einige interessante Vorlagen bei GTD Wannabe. EverNote könnte das Notizprogramm meiner Wahl werden. Das Allerbeste: Das Programm ist Freeware.

Tempus fugit.

 

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E-Mail, ganz einfach

David Allen und sein Team pflegen immer zu sagen: “GTD is tool-agnostic”. Auf deutsch, GTD funktioniert unabhängig vom Werkzeug, das Sie einsetzen. Wichtig ist, das Wesentliche der Methode erfasst zu haben und zu wissen, warum man das macht, was man macht. Insofern halte ich die endlosen Diskussionen über das technische Instrumentarium für mitunter überzogen. Im Gegenteil: Ich finde es besser, z. B. Outlook oder Notes “zu Fuß” einzurichten, anstatt ein Add-on zu verwenden, das mir eine Lösung vorkaut, mit der ich letztlich auch wieder nicht zufrieden bin. Eine gute Hilfestellung bieten da die einschlägigen Broschüren der David Allen Company, die mit 10$ ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aufweisen.

Scott Scheper hat vor langen Jahren einen hervorragenden Artikel über den Umgang mit E-Mail geschrieben: Email and Focus. Er ist es wert, noch einmal aufgewärmt zu werden. Zu Anfang seines Beitrags schreibt er:

There’s thousands of applications out there for email productivity. You’ll find long sales letter pages preaching the next “magic bullet” or “ultimate email productivity success system.” Yet, most productivity applications do a better job in confusing chaos than solving chaos.

Eben, und weiter…

Effective email use is simple.

Wie einfach es ist, zeigt Scott in seinem Fließschema zur E-Mail-Verarbeitung, das Sie in dem Beitrag betrachten können (ich traue mich aus rechtlichen Gründen nicht, die Skizze hier vollständig abzubilden. Ein Klick auf die Grafik führt Sie zum Original.

[via Lifehacker]

Wer es komplizierter mag, der greife auf diese Infografik von NetCredit zurück: How to Prioritize Your Inbox.

 

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Digitaler Minimalismus

Nach der Lektüre von Robert Wringhams Ich bin raus stellt sich bei mir die Frage, wie ich der Falle, immer und überall dabei sein zu wollen, entgehen kann. Das gilt gerade auch für soziale Netzwerke, die Gefahr von FOMO ist dort besonders groß. Ich habe bislang noch nicht gemessen, wie viel Zeit ich auf Twitter & Co verplempere. Vermutlich werde ich mir das auch ersparen, denn ich ahne, dass mich das Ergebnis wohl verunsichern würde, um frei einen deutschen Ex-Innenminister zu zitieren.

Da kommt mir ein Artikel von Cal Newport, dem Autor des Werkes Konzentriert arbeiten, gerade recht: On Digital Minimalism. In dem Beitrag definiert der Autor „Digital Minimalism“ wie folgt:

  • Digitaler Minimalismus hilft Ihnen zu hinterfragen, welche digitalen Kommunikationswerkzeuge Ihnen und Ihrem Leben den größten Mehrwert verleihen. Dies gilt auch für die damit verbundenen Verhaltensweisen.
  • Als Basis dient die Überzeugung, dass Ihr Leben erheblich verbessert wird, wenn Sie sinnloses digitales Rauschen minimiren und die Werkzeuge auswählen, die wirklich wichtig für Sie sind.

Laut Newport folgt Digitaler Minimalismus diesen Grundprinzipien:

Etwas zu verpassen, ist nicht zwangsläufig schlecht

Sie verpassen immer etwas, immer und überall. Wir können einfach nicht überall sein. Was für das analoge Leben gilt, trifft auch für das digitale zu. Hier ist mehr Gelassenheit angebracht. Wichtiges kommt wieder. Alles andere kann man vergessen. Oder wie der Hashtag #esmi sagt: Einen Scheiß muss ich.

Weniger ist oft mehr

Handeln Sie nach dem 80/20-P?rinzip. Finden Sie heraus, welche 20% Ihrer online-Aktivitäten 80% Nutzen stiften und lassen Sie die restlichen 80% weg. Sie sind es nicht Wert, dass Sie Ihre Zeit damit verplempern. (So, und jetzt räume ich gleich meine RSS-Feeds auf…)

Beginnen Sie mit Ihren eigenen Prinzipien

Was sind die Prinzipien, denen Sie in Ihrem Leben folgen? Wenn Sie hier ein klares Bild haben, fällt es Ihnen auch digital leichter, die Spreu vom Weizen zu trennen. Beantworten Sie dabei die Frage: Wird dieses Angebot, diese Tätigkeit usw. mein Leben bereichern?

Das Beste ist anders als der Rest

Auch wenn ein digitales Angebot dazu beiträgt, „Ihr Leben zu verbessern“, ist es wirklich der beste Weg, dies zu erreichen? Oder gibt es andere Möglichkeiten, die eher dazu geeignet sind? Es lohnt sich, dies von Zeit zu Zeit zu hinterfragen.

Digitaler Müll verursacht Stress

Sie kennen das von Ihrem Arbeitsplatz. Je mehr Dinge sinnlos herumliegen, desto abgelenkter sind Sie. Ablenkung ist Gift für die Effizienz. Was für die analoge Welt gilt, trifft auch für die digitale zu. Ordnung und Übersichtlichtlichkeit trägt zur Beruhigung und zur Konzentration bei.

Aufmerksamkeit ist knapp und brüchig

Ihre Aufmerksamkeit ist nicht endlos. Verschwenden Sie sie nicht. Bedenken Sie, dass vielen (den meisten?) digitalen Angeboten das Geschäftsmodell zugrunde liegt, soviel Ihrer Aufmerksamkeit wie möglich zu erhaschen. Gelingt ihnen das, dann haben Sie nicht mehr genügend Aufmerksamkeit für die Dinge übrig, die Ihnen wichtig sind.

Ein sinnvoller Umgang mit der online-Welt unterstützt dass Leben offline

Hüten Sie sich, digitale Produkte als Selbstzweck zu betrachten. Setzen Sie sie ein, um das „reale Leben“ zu bereichern. Dazu gehören Gemeinschaften oder auch Möglichkeiten, neue Dinge zu lernen.

Vorsicht vor Werkzeugen, die Probleme lösen, die es ohne sie nicht gäbe

Google Maps löst das Problem, von A nach B zu kommen, vor allem für Menschen, deren Orientierungssinn zu wünschen übrig lässt. Eine neue Lösung für ein altes Problem also. Es gibt auch andere. Hüten Sie sich vor Anwendung, die ein Problem lösen, das sie womöglich selbst erzeugt haben.

Aktivität schlägt Passivität

Ziehen Sie Angebote vor, bei denen Sie etwas schaffen können anstatt nur zu konsumieren. Helfen Sie etwa Ihren Mitmenschen, indem Sie Ihr Wissen teilen oder anderen aus einer Klemme helfen.

Ich habe mich im ToolBlog schon öfters als Fan des Minimalismus-Prinzips geoutet. Dabei ist es für mich wurscht, ob es sich um die analoge oder die digitale Welt handelt. Der Weg ist das Ziel:

Ich arbeite daran, Tag für Tag.

rawpixel / Pixabay

 

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Wie Sie die richtige App für Notizen finden

Wenn man Twitter & Co betrachtet, dann scheint es nur drei Arten von Programmen zu geben, mit denen Sie Notizen anfertigen können: Evernote, OneNote und die anderen. Meine App der Wahl ist Evernote, vor allem deshalb, weil ich dieses Programm schon seit ewigen Zeiten benutze und ein evtl. Umstieg mit allerlei Mühe und Ärger verbunden sein dürfte.

Eine Zeitlang habe ich mein Glück mit OneNote aus dem Hause Microsoft versucht. Evernote folgt einem nicht ganz billgen Bezahl-Abo-System, OneNote ist hingegen kostenlos. Das ist für einen naturalisierten Schwaben wie mich schon ein gewichtiges Argument. Allerdings hat mich an OneNote das gestört, was andere an diesem Programm so toll finden: Es folgt in Anmutung, Einteilung und Gebrauch sehr dem analogen Vorbild des Notizbuchs. Das ist nicht so mein Ding, ich habe es lieber computergerecht.

Bevor jetzt hier der übliche Glaubenskrieg ausbricht, möchte ich auf einen Artikel von Akshata Shanbhag hinweisen, die uns einige Kriterien an die Hand gibt, die bei der Auswahl des richtigen Notizprogramm helfen können. Der Beitrag trägt den bezeichnenden Titel How to Find the Perfect Note-Taking App With This Checklist. Laut Akshata sollte man sich bei der Auswahl des Programms folgende Fragen stellen:

Wie arbeitet Ihr Gehirn?

Wie wir wissen, funktioniert unser Gehirn nicht linear. Die Gedanken kreisen vielmehr um ein Thema. Außerdem arbeitet das Gehirn manchmal recht sprunghaft, man denke nur an die vielgerühmten Geistesblitze. Viele Methoden und Programme versuchen, diese Arbeitsweise abzubilden oder zumindest zu unterstützen. Ganz vorne mit dabei ist natürlich das Mind-Mapping. Die Anzahl der Mind-Mapping-Programme ist Legion. Einen Überblick können Sie sich auf dem Mind-Mapping-Software-Blog verschaffen. Ich persönlich benutze Mind-Mapping zum Strukturieren meiner Gedanken und dazu die Apps XMind und (selten) iMindMap.
Sollten Sie der linearen Arbeitsweise den Vorzug geben, dann können Sie ebenfalls auf eine Vielzahl von Programmen zurückgreifen: OneNote, Evernote, SimpleNote, Google Keep und wie Sie alle heißen.
Auch der berühmte Zettelkasten nach Nicklas Luhmann könnte einen Blick wert sein.

BTW: Akshata weist auf eine App namens Gingko hin. Ich finde das Konzept sehr interessant und werde mir Gingko bei Gelegenheit einmal näher anschauen.

Welche Elemente und Merkmale sind für Sie wichtig?

Hier geht es vor allem um technische Features. Wollen Sie mehrere Notizbücher anlegen, Taggen oder Handschriftliches speichern? Möchten Sie Ihre Internetrecherche damit durchführen? Oder ist es wichtig, Notizen zu teilen oder gar im Team zu bearbeiten? Erstellen Sie eine Liste mit den gewünschten Funktionen. Was ist notwendig, was ist nützlich, was lediglich „nice to have“?

Wie kompliziert darf das Programm sein?

Wie wichtig ist es für Sie, das Programm schnell zu begreifen und leicht zu beherrschen? Evernote und OneNote sind zum Beispiel relativ komplex, vom Zettelkasten ganz zu schweigen. Achten Sie auf die 80/20-Regel. Was sind die 20% der Funktionen, die 80% Ihrer Bedürfnisse erfüllen?

Auf welchen Geräten (Plattformen) möchten Sie das Programm nutzen?

Wenn Sie mehrere Geräte verschiedenen Betriebssystemen haben, dann achten Sie darauf, dass die Programme auch darauf laufen. Ich hätte zum Beispiel zu gerne einmal DevonThink ausprobiert, doch leider läuft dieses Programm ausschließlich auf dem Mac. Wichtig ist auch, dass die Synchronisation funktioniert. Auf Evernote kann ich zum Beispiel mit meinem MacBook, dem Desktop, dem iPhone und dem iPad zugreifen. Wenn ich gar nichts zur Hand habe, gibt es das Ganze auch als Webanwendung. Funktioniert prima, die Notizen sind wunderbar abgeglichen.

Was wollen Sie ausgeben?

Nicht alle Programme sind kostenfrei. Evernote zum Beispiel ist nicht billig und außerdem nur im Abo zu haben, was mich gewaltig stört. Andere Apps sind auf OpenSource-Basis und kostenfrei, wie sie allerdings gepflegt werden, ist eine Sache für sich. Eine kostenlose Anwendung, die ich empfehlen kann, ist TiddlyWiki. Google Keep ist übrigens nicht kostenfrei, Sie zahlen mit Ihren Daten. Aber das wussten Sie bestimmt schon.

Ob Akshata Shanbhags Checkliste zur richtigen Entscheidung führt, sei dahingestellt. Oft merkt man erst nach einiger Zeit des Gebrauchs, was für die eigenen Zwecke wichtig ist und ob ggf. etwas fehlt. Vielleicht ist es daher eine gute Idee, erst einmal eine kostenlose Variante auszuprobieren.

stokpic / Pixabay

Nachtrag (21. 10. 2018)

ToolBlog-Leser Horst Saak-Winkelmann wies mich in einer E-Mail darauf hin, dass es Evernote in einer kostenlosen Basis-Variante gibt. Da hat er natürlich Recht. Danke für den Hinweis.

 

 

 

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Wie Sie Ihre Aufgaben mit Google Tabellen organisieren

In einem Beitrag, auf den ich kürzlich in den Kurznachrichten hingewiesen habe, schreibt der Autor:

GTD is tool neutral

Ich denke, was für GTD gilt, gilt auch für jeden anderen Organisationsansatz, wenn er ernst genommen werden will. Die Arbeitsweise (der „Workflow“) macht die Wirksamkeit aus, nicht das Werkzeug, das bei der Durchführung benutzt wird.

Auch Programme zur Tabellenkalkulation können sinnvolle Werkzeuge zur Arbeitsorganisation sein. Dies beweist Mike Sturm in seinem Artikel How to Implement a Killer GTD System in Google Sheets. In Google Tabellen legt Mike hierzu 7 Arbeitsblätter an:

  1. Projekte (Projects)
  2. Nexte Tätigkeiten (Next Actions)
  3. Warten auf (Waiting-For)
  4. Agenden (Agendas)
  5. Brutkasten (Incubator)
  6. Wochendurchsicht (Weekly Review)
  7. Abgeschlossene Projekte (Projects completed)

Die Zellen dieser Tabellenblätter werden teilweise besonders formatiert. So wird bei den „Projekten“ eine eindeutige Projektnummer vergeben. Dies alles erklärt Mike in der Beschreibung der jeweiligen Tabellenblätter.

Das Ganze können Sie übrigens auch als Podcast nachhören, wenn Sie des Englischen mächtig sind. Besonders nett von Mike finde ich, dass er uns eine Vorlage für sein System zur Verfügung gestellt hat („Click here and save your own copy“). Es gibt auch eine Einführung als online-Kurs, wenn Sie tiefer in die Materie eintauchen möchten.

Sollten Sie gerne mit Google Tabellen arbeiten, könnte Mikes Ansatz durchaus eine sinnvolle Lösung für Sie sein. Probieren Sie es aus!

Pexels / Pixabay

 

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Buch: LibreOffice 6 – Praxiswissen für Ein- und Umsteiger

In Zeiten, als man noch zur Stromversorgung des Rechenknechts im Keller den Dynamo treten musste, gab es ein Programm namens StarWriter. Dabei handelte es sich um ein Textverarbeitungsprogramm aus deutschen Landen, das dann später noch durch andere Komponenten wie Tabellenkalkulation usw. zu dem Office-Paket StarOffice ausgebaut wurde. Später entwickelte sich aus StarOffice dann OpenOffice, daraus dann wieder LibreOffice, womit wir wieder in der Gegenwart angekommen wären.

Zur Popularität LibreOffice hat sicher beigetragen, dass dieses Office-Paket quelloffen ist. Darüber hinaus ist es kostenlos und wird von einer engagierten Community gepflegt und weiter entwickelt und das für Windows, Mac und Linux. Ich selbst benutze die Programme aus LibreOffice lieber als das übermächtige Konkurrenzprodukt aus dem Hause Microsoft. Ich finde es nicht ganz so überladen, „logischer“ zu bedienen und … ich weiß auch nicht. Mir gefällt es einfach besser.
Deshalb meine Empfehlung: Falls Sie für Ihren Privatrechner ein gutes umfangreiches Officepaket suchen, für das Sie noch nicht einmal etwas bezahlen müssen, dann ist LibreOffice sicher erste Wahl. Ein großes Manko gibt es allerdings: Bei LibreOffice fehlt das Pendant zu Outlook. Aber man kann halt nicht alles haben.

Im Gegensatz zu manch anderer OpenSource-Software sind die Anleitungen zu LibreOffice vorbildlich. Sie finden zu jedem der Module ausführliche Handbücher, die jeden Winkel des mächtigen Programmpakets ausleuchten. Indes dürften Ein- und Umsteiger mit dieser Dokumentation wenig glücklich werden. Für die ersten Schritte ist der Inhalt zu detailliert und umfangreich, der Text zu sperrig. Da wäre eine gut geschriebene knackige Einleitung schon sehr hilfreich.

Winfried Seimert legt mit seinem Buch LibreOffice 6: Praxiswissen für Ein- und Umsteiger genau diese Einleitung vor.  Der Titel ist Programm, in insgesamt sieben Kapiteln erfahren die Leser die ersten grundlegenden  Schritte zu

  • Der Einrichtung des Programs
  • Writer, dem Textverarbeitungsmodul
  • Calc, dem Tabellenkalkulationsprogramm
  • Math, dem Formeleditor
  • Impress, dem Gegenstück zu MS PowerPoint
  • Draw, dem Zeichenprogramm und
  • Base, der Datenbank.

Die Kapitel sind konsequent nach dem 80/20-Prinzip gestaltet. Sie lernen, wie Sie mit 20 Prozent der Programfunktionen 80% Ihrer Büroaufgaben erledigen können. Alles sehr luftig und locker beschrieben und reichlich bebildert. Wenn Sie mit dem Buch eine Weile gearbeitet haben, dann beherrschen Sie das Programm sicher so weit, dass Sie auch aus der offiziellen online-Dokumentation den optimalen Nutzen ziehen können.

Sollten Sie sich als Ein- oder Umsteiger in Libreoffice einarbeiten wollen, dann erleichtert Ihnen dieses preiswerte Buch dieses Vorhaben ganz gewaltig. Es gehört zu diesem Zweck nicht in den Bücherschrank, sondern in Reichweite neben die Tastatur.

Für Ein- und Umsteiger absolut empfehlenswert!

 

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag mitp als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

BTW: Ich freue mich, wenn ich ab und zu ein Buch zum Rezensieren geschickt bekomme. Die Bücher, die mir gut gefallen, bespreche ich, über die anderen schweige ich mich aus. Ich habe keinen Gefallen an Verrissen, schließlich bin ich nicht Reich-Ranicki.

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Virtuelle Lernkartei: Wie man Anki bedient

Kürzlich habe ich mich offen dazu bekannt, ein Brett vor dem Kopf zu haben. Das Brett bezieht sich auf Anki, einem kostenfreien Lernkarteiprogramm. Hilfsbereit wie Sie ist, hat mich meine sympathische Kollegin Alexandra Graßler auf ein Video hingewiesen, das den Umgang mit Anki erklärt. Dankeschön dafür.

How I Learn Everything : Anki Tutorial

 

Mal sehen, vielleicht werden Anki und ich doch noch Freunde.

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Drucken, bis der Printer qualmt

Meiner persönlichen Meinung nach waren wir dem papierlosen Büro noch nie so nahe wie jetzt. Dennoch ist Papier als Informationsträger mitunter äußerst praktisch:

  • man muss nichts hochfahren
  • es stürzt nichts ab
  • man kann die unerlaubte Weitergabe weitgehend einschränken
  • zum Lesen ist kein Stromanschluss notwendig

und vermutlich noch anderes mehr.

James Yeang hat eine imposante Liste veröffentlicht mit Dingen, die Sie ausdrucken können: Useful Items You Never Knew You Could Print Out.

Sie finden dort u. a.

  • Geldbeutel (!)
  • Irrgärten
  • Lochkameras
  • Vorlagen für Sudoku und rechtzeitig zu Weihnachten
  • Spielzeug aus Papier

Wenn Ihnen das alles zu verspielt ist, dann nutzen Sie die andere Liste von James. Die ist “seriöser”.

Sollten Sie Bedarf haben an

  • Millimeterpapier in unterschiedlichster Ausführung
  • Kalendern
  • Storyboards
  • Flaggen (!) oder
  • Sudoku,

dann sind Sie bei PDFPad richtig. Hier können Sie sich o. a. Vorlagen nach eigenem Gusto zusammenbasteln und anschließend für den Ausdruck als pdf-Datei herunterladen. Für die Musiker unter den Lesern gibt es sogar Notenpapier.

So etwas kann man immer einmal brauchen.

fsHH / Pixabay

 

 

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