Archiv der Kategorie: Software

Wie Sie Fotoprotokolle von Whiteboards erstellen

Whiteboards sind heute das, was früher einmal Kreidetafeln waren. Sie sind praktisch, denn man kann auf die Schnelle für Alle sichtbar Informationen festhalten und diese durch einfaches Auswischen auch wieder entfernen. Und genau darin liegt auch ein entscheidendender Nachteil solcher Schreibtafeln, denn man möchte mitunter doch gerne für die Nachwelt festhalten, was auf der Tafel geschrieben und gemalt wurde.

Wenn Sie allerdings mit Ihrem Smartphone versuchen, ein Bild von den Aufschrieben auf dem Whiteboard zu machen, dann werden Sie i.d.R. enttäuscht feststellen, dass das Foto wenig bis gar nicht zu gebrauchen ist. Der Grund liegt darin, dass die glatte Oberfläche der Tafel das Licht dermaßen stark reflektiert, dass das Geschiebene/Skizzierte auf dem Foto fast nicht zu erkennen ist.

Doch es gibt Abhilfe und wie Sie richtig vermuten, in Form von Apps. Ich kann Ihnen drei Möglichkeiten anbieten:

Die Korrektur per E-Mail

Ja, Sie haben richtig gelesen. Wie Mihir Patkar in seinem Artikel Unwhiteboard Cleans Whiteboard Photos With an Email schreibt, müssen Sie Ihr Foto nur an die Adresse please@make.unwhiteboard.com schicken und schwuppdiwupp bekommen Sie eine korrigierte lesbare Kopie als pdf-Datei zurück. Nähere Info erhalten Sie unter (Un)Whiteboard.

TurboScan für Android

Da ich Benutzer eines iPhones bin, kann ich Ihnen nichts Bedeutsames zu TurboScan für Android sagen. Falls Sie sich nicht damit anfreunden können, dann probieren Sie doch eine der Alternative aus, die Namrata Gogoi in dem Beitrag 5 Free Alternatives to CamScanner on Android vorstellt.

Office Lens für iPhone und Android

Ich benutze für Fotoprotokolle von Whiteboards mein iPhone und Office Lens und bin im Großen und Ganzen auch zufrieden mit den Ergebnissen. Office Lens gibt es auch für PC und Android-Smartphones.

Inwieweit dieser Anwendungen OCR-fähig sind, spielt meines Erachtens keine Rolle, denn die Erkennungsrate ist bei Handschriften ohnehin mehr als dürftig. Aber für die einfache Erstellung von Fotoprotokollen reichen diese Anwendungen allemal.

 

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Die Website zur Zeit: timeanddate

Vor einiger Zeit hatte ich im ToolBlog schon einmal über unterschiedliche Zeitbegriffe geschrieben: Zeit und Zeit: Ein wichtiger Unterschied!. Dem Zeitbegriff im Sinne von Chronos widmet sich die Website timeanddate. Hier finden Sie alles, was sich aus Messgrößen der Zeit berechnen lässt, z.B.

  • Zeitzonen
  • Kalender
  • Zeiträume zwischen zwei Daten
  • Countdowns uvm.

Das ist aber noch nicht alles. Es gibt dort auch Wettervorhersagen, Sonnenzeiten und Mondphasen und, für ToolBlog-Leser nicht ganu unwichtig, einen Konferenzplaner. Auch Kurioses wie ein Sternschnuppennächterechner wird geboten.
Natürlich können Sie allerlei Einstellungen auch personalisieren, wenn Sie sich registrieren.

Auf den ersten und auch den zweiten Blick lässt die Seite wirklich kaum noch Wünsche offen. Das Angebot gibt es in deutscher Sprache und ist kostenlos. Finanziert wird das Ganze durch Werbung und diverse Apps für iOS, Android und Windows.

Ich muss zugeben, ich bin beeindruckt. Mir fällt nichts ein, was auf dieser Seite zum Thmea messbarer Zeit nicht behandelt wird.

jarmoluk / Pixabay

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So bauen Sie Ihren eigenen RSS-Web-Feed

Mit einigem Schrecken musste ich zur Kenntnis nehmen, dass auf Twitter einige Experten vom Sterben des RSS-Feeds zwitscherten. Ich gebe zu, dass mir dies einen gehörigen Schreck eingejagt hat. Schließlich ist für mich der Web-Feed die Technik, um in der Informationsflut zu überleben. Außerdem ist er die Grundlage für viele Artikel, die hier im ToolBlog erscheinen.

Für die, die (schon wieder) vergessen haben, hier noch einmal in aller Kürze, wie das Ganze funktioniert. Eine Website (Blog, Forum, Wiki usw.) stellt einen standardisierten Code (z. B. eben RSS) bereit, der von dazu bestimmten Programmen, den Feedreadern, automatisch zu bestimmten Zeiten abgeholt wird. Der Nutzer kann die Informationen dann in diesen Readern lesen, ohne jedes Mal die entsprechenden Seite aufrufen zu müssen.

So ein RSS-Code wird (bis jetzt) von den meisten Websiteprogrammen automatisch erzeugt und bereit gestellt. Wenn Sie einen Feedreader installiert haben, müssen Sie diesen Code dann lediglich abonnieren. Den Code vom ToolBlog finden Sie beispielsweise unter https://toolblog.de/feed/.

Wenn allerdings immer mehr Websites auf das Bereitstellen von Web-Feed verzichten, wie manche Unken rufen, dann wird es eng. Allerdings besteht unter Umständen die Möglichkeit, den RSS-Code selbst zu stricken. Wie das geht, zeigt uns Ryan Dube in seinem Beitrag How to Create an RSS Feed for Your Site From Scratch.

Hier bekommen Sie erklärt, aus welchen Bausteinen ein RSS-Code besteht und wie Sie mit etwas Programmierkenntnissen diesen Code selbst erzeugen können. Ich gebe zu, für mich als DAU erscheint das bei weitem zu kompliziert.

Sollte Ihnen das auch so gehen, so müssen Sie deswegen nicht verzweifeln. Ryan stellt auch einfachere Alternativen zum Erstellen von RSS-Code vor. Es handelt sich dabei um webbasierte Apps, bei denen Sie nur einige Informationen über gewünschte Website eingeben müssen und schwuppdiwupp wird Ihnen der entsprechende Code geliefert. Als Beispiels hierfür werden FetchRSS, Feed Creator, Feed43 und Feedity aufgeführt.

Bis jetzt habe ich noch nicht den Eindruck, dass der Web-Feed dem Untergang geweiht ist. Nur selten erlebe ich Websites, die keinen RSS-Code bereitstellen. Solche Seiten fielen bei mir bis jetzt einfach durchs Raster, nach dem Grundsatz „Dann halt nicht“. Vielleicht werde ich das nächste Mal einen dieser Feedgeneratoren ausprobieren. Man kann ja nie wissen.

 

Nachtrag (8. August 2018)

Die o.a. Feed-Generatoren sind alle leider nicht kostenfrei. Schade. Aber ich konnte auch zwei kostenfreie Generatoren ausfindig machen: Feed Creator und RSS Feeds Generator.
Tiefer in die Materie können Sie einsteigen auf der Website Free News Feed Editors, Builders and Generators.

 

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Ein Evergreen: Die Dateisuche in Windows

Ich muss zugeben, während ich sonst gut aufgeräumt bin, sieht meine Dateiablage auf meinem Bürorechner aus wie Kraut und Rüben. Na gut, ganz so schlimm ist es nicht, aber es kommt schon ab und zu vor, dass ich vergessen habe, wo ich eine Datei abgelegt habe. Mit zunehmender Speichergröße ist dieses Problem nicht geringer geworden. Nun stellt sich die Frage, warum man nicht selbst den Rechenknecht nach den benötigten Dateien suchen lassen soll. Schließlich ist der Computer geradezu prädestiniert für solche Routinearbeiten.

Kein großes Problem, müsste man meinen. Ist es auch nicht, zumindest für den Mac. Dort habe ich das Suchtool DEVONsphere Express im Einsatz. Das im Mac eingebaute Spotlight ist schon gut, aber DEVONsphere Express lässt keine Wünsche offen. Einfach, schnell, treffsicher – die Investition von knapp € 9 lohnt sich.

Etwas anders sieht die Suche unter Windows aus. Ich glaube, seit es das ToolBlog gibt, schreibe ich immer wieder über geeignete Suchtools. Mit der eingebauten Such bin ich alles andere als zufrieden. Das scheint nicht nur mir so zu gehen und so gibt es eine Vielzahl von Programmen, die die Mängel der Windowssuche ausgleichen wollen. Joel Lee hat in einem Artikel The 10 Best Free Search Tools for Windows 10 unter die Lupe genommen. Mit dabei sind die üblichen Verdächtigen wie Everything, Lookeen oder Copernic Desktop Search. Es gibt aber auch andere, die zumindest ich noch nicht kannte wie Listary oder AstroGrep.

Momentan suche ich mit Everything, ein Programm namens UltraSearch schlummert den Dornröschenschlaf. Everything ist wirklich schnell, aber optisch etwas in die Jahre gekommen.

Das Bessere ist bekanntlich der Feind des Guten, vielleicht probiere ich einmal AstroGrep oder Listary aus.

Wenn Sie ein gutes Suchtool unter Windows kennen, lassen Sie es uns wissen. Ich bedanke mich schon jetzt.

Skullman / Pixabay

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Die ultimative Liste für TiddlyWiki

Über das leichtgewichtige aber dennoch mächtige TiddlyWiki habe ich im ToolBlog bereits einige Male berichtet. Nun bin ich über eine Liste gestolpert, die für Anwender von TiddlyWiki kaum noch Wünsche offen lässt: Die TiddlyWiki toolmap.

Anwender des Programms finden gesammelte Links zu den Gebieten

  • Nutzer Communities
  • Beschreibung und Anleitungen
  • Hintergrundbilder und -Farben
  • Anwendungen im Businessbereich
  • Kalender und Daten
  • Checklisten
  • Zusammenarbeit
  • Visualisierung von Daten
  • Werkzeuge für Entwickler
  • Anwendungsbeispiele
  • Import, Export
  • Spezielle Anwendungsgebiete wie Mathematik, Spiele (!), Social Media

und vieles mehr.

Ich glaube, es gibt kaum etwas TiddlyWiki Betreffendes, das auf dieser Website nicht adressiert wird. Bei mir ist die Einarbeitung in TiddlyWiki leider etwas zu kurz gekommen, denn ich hatte andere Dinge um die Ohren. Sobald ich wieder etwas Luft habe, steige ich noch einmal ein in die Bedienung dieses hochinteressanten Programms. Und dann sicherlich mit Hilfe dieser Liste.

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Freie Vorlagen für Evernote

Sie kennen sicher Vorlagen für alle möglichen Programme. Excel, Word, LibreOffice & Co erleichtern derartige „Templates“, wie unsere amerikanischen Mitmenschen sagen, die Arbeit erheblich.

Auch unser beliebter Notizenknecht Evernote steht da nicht beiseite. Auf dem Evernote-Blog hat Pamela Rosen einige interessante Vorlagen veröffentlicht: Take Evernote to Work With These Free Business Templates. Sie finden dort Blaupausen für

  • Gesprächssnotizen
  • Zielvereinbarungen
  • eine Tagesordnung für Besprechungen
  • eine Checkliste für Dienstreisen und einiges mehr.

Diese Vorlagenliste ist aber nicht die einzige, die im Internet zu finden ist. Weitere Beispiele sind:

Natürlich können Sie Ihre Templates auch selber machen. Wie das geht, zeigt der Artikel Uncovering Templates, the Hidden Gem of Evernote. Auch in diesem Artikel finden Sie am Ende einige Vorlagen zum Herunterlade.

Sollten Sie ein(e) Freund(in) bewegter Bilder sein, dann zeigen Ihnen diese Videos, wie Sie auch selbst Ihre eigenen Vorlagen erstellen können, das erste lang, das zweite kurz:

 

Evernote TEMPLATES How to Create them Yourself | EVERNOTE PC

 

Sponchia / Pixabay

Bücher zum Thema (Werbung)

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In eigener Sache: Verschlüsselung von E-Mails mit Outlook

Wie der geneigte Leser sicher bemerkt hat, habe ich mich in der letzten Zeit mehr oder weniger intensiv mit der DSGVO auseinandergesetzt. Da blieb es nicht aus, dass ich auch über das Thema Verschlüsselung von Daten im allgemeinen und E-Mails im besonderen gestolpert bin.

Für Windows-Rechner und für MS Outlook empfiehlt die Fachwelt ja Gpg4win, so eine Art Rundum-Sorglos-Paket, das auch von der öffentlichen Hand gefördert wurde.  Dieses Paket habe ich flugs installiert und es schien auch alles so weit zu funktionieren, wie in der hervorragend verständlichen Anleitung beschrieben. „Schien“ habe ich geschrieben und Sie ahnen schon, was jetzt kommt.

Zunächst schien das Outlook-Plug-in GpgOL prima zu funktionieren. Stutzig wurde ich erst, als ich eine entschlüsselte E-Mail nicht in einen anderen Ordner verschieben konnte. Es ging einfach nicht. Danach stürzte das Add-in mehrfach ab und wurde deaktiviert. Irgendwann war das GpgOL überhaupt nicht mehr da. Auch eine Neuinstallation des Pakets und mehrfaches Booten half nichts. GpgOL war weg, einfach weg. Auch nicht im Add-in-Verzeichnis unter Optionen. Nichts, niente, nada…

Aber es gibt ja vielleicht Alternativen. Und tatsächlich fand ich das Outlook Privacy Plugin, das auch auf Gpg4win aufsetzt. Als ich es installiert hatte, war es auch in Outlook im Ribbon Band, als ich aber eine Testmail verschlüsseln und abschicken wollte, wurde wie folgt gemeckert:

Nun steht auf der Website zwar If your Gnupg installation is in a custom location, or Outlook Privacy Plugin cannot find your keys, set the GNUPGHOME environmental variable and restart Outlook, aber für einen DAU wie mich ist das ein Buch mit sieben Siegeln.
Wenn eine(r) der LeserInnen mir weiterhelfen kann, dann wäre ich sehr dankbar.

Sollten Sie so ein ambitionierter Laie sein wie ich, dann glauben Sie bitte den Stimmen nicht, die behaupten, Verschlüsselung funktionierte problemlos und wäre auch für Computernormalnutzer mit geringem Aufwand zu bewerkstelligen.

Wenn das so wäre, würde das jeder machen.

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DSGVO für Wald- und Wiesenblogger (4)

Achtung: Dies ist weder eine Rechtsberatung noch eine technische Anleitung! Weder kann ich garantieren, dass die Maßnahmen rechtlich korrekt noch dass sie vollständig sind.

Wer jetzt meint, mit der Überarbeitung seiner/ihrer WordPress-Seite wäre alles erledigt, der täuscht sich. Ein paar Dinge sind noch offen.

Blog auf https umstellen

Das führe ich nur der Vollständigkeit halber auf. Ist beim ToolBlog schon längst passiert. Wie das geht, beschreibt Dr. Katja Flinzner hier oder ein Beitrag von tiefenschaerfe.

Cookies

Es schadet sicher nicht, zum Abschluss noch einmal auf die Browsererweiterungen Ghostery und/oder Privacy Badger zu schauen. Auf diese Weise kann man herausbekommen, wer heimlich von der Website nach Hause telefoniert um das Nutzerverhalten zu melden.
Wie Cookies in Zukunft behandelt werden, ist wohl noch nicht abschließend geklärt, wie RA Max-Lion Keller schreibt. Dennoch sollte weiterhin ein Banner auf die Verwendung von Cookies hinweisen. Welche Möglichkeiten es dazu gibt, zeigt Michelle Retzlaff. Wenn Sie ganz tief in das Thema Cookies einsteigen wollen, dann empfehle ich die Seite What Are Cookies – Computer Cookies Explained.

Datenschutzerklärung

Bis jetzt steht auf dem ToolBlog eine Datenschutzerklärung, deren Text von einem Datenschutzgenerator erzeugt wurde. Dieser wurde dankenswerterweise von RA Dr. Thomas Schwenke zur Verfügung gestellt. Momentan wird er bez. der DSGVO überarbeitet. Ich harre sehnsüchtig auf die Veröffentlichung. Allerdings muss man dieses Mal wohl genauer hinschauen und die eine oder ander Anpassung vornehmen. Kleiner Tipp am Rande: Die IT Logic GmbH empfiehlt Impressum und Datenschutzerklärung mit einem noindex gegen Abmahnungen zu versehen.

Weitere Datenschutzgeneratoren findet man auch bei:

ADV-Verträge

Wenn Sie Dritte beschäftigen, die Ihre Daten weiterverarbeiten, dann handelt es sich um Auftragsdatenverarbeitung (ADV). Mit diesen Dritten müssen Sie einen ADV-Vertrag schließen. Dazu gehört u.a. auch der Provider (bei mir all-inkl). Welche Unternehmen derzeit schon einen solchen ADV-Vertrag bereitstellen, verrät uns wieder einmal Finn Hillebrandt: ADV-Verträge für Blogger: Liste mit Hostern, Newsletter-Tools etc.. Wichtig: Es geht nicht nur um das Internet, sondern auch um andere Unternehmen, die unsere Daten verarbeiten. Also muss man überprüfen, mit wem man noch entsprechende Geschäftsbeziehungen hat. Auch mit ihnen müssen ADV-Verträge geschlossen werden.

Sonstiges Zeug

Es gibt noch andere Dinge zu erledigen, die nicht unbedingt mit dem Bloggen zu tun haben, aber mit meiner Tätigkeit als Freiberufler. Zum Beispiel das Erstellen eines Verzeichnisses von Verarbeitungstätigkeiten. Näheres erfährt man bei Thomas Werning in seinem Artikel DSGVO – und nun ?. Auf jeden Fall zu empfehlen ist die Broschüre Erste Hilfe zur Datenschutz-Grundverordnung für Unternehmen und Vereine: Das Sofortmaßnahmen-Paket.

Weitere Informationen über die Kombination Freiberufler und DSGVO findet man unter:

Überprüfung der getroffenen Maßnahmen

Eine letzte Kontrolle darüber, ob unsere Maßnahmen ausreichend sind, könnte die Antwort auf einen (noch) fiktiven Albtraum-Brief sein. Roman Abashin hat ihn geschrieben: Der DSGVO-Albtraum-Brief: Ein Kunde will an seine Daten. Danke Franziska für den Tipp.

Ein letztes Wort

Mein Freund Detlef Stern, ein ausgewiesener IT-Experte meinte, WordPress DSGVO-sicher zu machen ist alles andere als trivial. Das liegt an den ganzen Plugins, die von dritter Seite gebastelt wurden. Ich denke, da hat er Recht. Man darf gespannt sein, inwieweit die DSGVO in späteren Versionen von WordPress berücksichtigt wird. Über die einzelnen Plug-ins, insbesondere über Jetpack habe ich mich ja bereits ausgelassen.

Ich denke, der Grundgedanke der DSGVO ist richtig. Ob man allerdings Großkonzerne, KMUs oder gar Einzelunternehmer über einen Kamm scheren sollte, ist eine andere Frage. Ein Konzern leistet sich halt einige Rechtsanwälte, die sich um nichts anderes als die Anwendung der DSGVO kümmern. Aus diesem Grund wird sich die Abmahnindustrie überlegen, Konzerne und große Unternehmen anzugehen. Das ist bei uns „kleinen Leuten“ leider anders. Und so liegt die Motivation, die DSGVO einzuhalten, nicht so sehr in dem Respekt vor dem Gesetzgeber, sondern vielmehr in der Angst vor den Abmahnhyänen, seien wir ehrlich. Abmahnungen sind mittlerweile ein lukratives Geschäftsmodell geworden. Die Politik weiß das, unternimmt aber nichts dagegen. Vielleicht schreien wir nicht laut genug. Damit sich das ändert, zeichnen Sie die Petition 77180

Unlauterer Wettbewerb – Reform des wettbewerbsrechtlichen Abmahnwesens vom 08.03.2018
(Zeichnen)

… und noch eine Bemerkung:

<sarkasmus> Als Sicherheitsingenieur wünschte ich mir, dass die zuständigen Stellen bei Umsetzung der Arbeitsschutzgesetzes, insbes. der Gefährdungsbeurteilung, nur halb so sorgfältig vorgingen wie bei der DSGVO. Aber vielleicht ist der Aufwand bei der Überprüfung zu hoch und das Abmahnen schwieriger. </sarkasmus>

darkmoon1968 / Pixabay

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DSGVO für Wald- und Wiesenblogger (3)

Achtung: Dies ist weder eine Rechtsberatung noch eine technische Anleitung! Weder kann ich garantieren, dass die Maßnahmen rechtlich korrekt noch dass sie vollständig sind.

In diesem Beitrag möchte ich mich mit dem Plug-in „Jetpack“ befassen. Man könnte ihn deshalb auch mit „Das Jetpack-Problem“ betiteln.

Leider kann man m.W. die Funktion zur Messung des Besucherverkehrs (Traffic) bei Jetpack nicht deaktivieren. Im Klartext: Sobald sich ein Besucher auf der Seite befindet, geht die Trackerei los. Momentan arbeitet Automattic offenbar mit Hochdruck daran, Jetpack DSGVO kompatibel zu machen. Sollte dies allerdings nicht rechtzeitig klappen, werde ich Jetpack bis auf weiteres komplett abschalten (müssen).

Über mögliche Alternativen für die Statistikfunktion habe ich im letzten Teil der Reihe geschrieben.

Mit dem Abschalten von Jetpack ist leider dann auch gleich ein ganzes Bündel nützlicher Funktionen weg, die ebenso bequem wie leicht einzurichten sind, wie:

  1. Das Jetpack Mobile-Theme
  2. Das Teilen meiner Beiträge automatisch in sozialen Netzwerken
  3. Funktion „Blog folgen“ und „Kommentaren folgen“
  4. Ähnliche Inhalte am Ende des Beitrags anzeigen

Ich gebe zu, dass ich diese Funktionen gerne nutze bzw. genutzt habe. Hier einige Ideen, wie sich die einzelnen Module vielleicht ersetzen lassen.

Das Jetpack Mobile-Theme

Ich weiß, mein derzeit benutztes mobiles Thema sollte responsiv sein. Ist es auch, nur bin ich damit aus verschiedenen Gründen sehr unzufrieden. Deshalb habe ich diese Funktion von Jetpack gerne genutzt. Leider habe ich noch keine vernünftige Alternative gefunden. WPtouchPro ist mir zu teuer. Außerdem hatte ich es schon einmal und wurde durch eine kundenunfreundliche Update-Politik verärgert. David Keulert hat noch eine andere Idee: Minileven Mobile Theme ohne Jetpack nutzen. Allerdings hat das bei mir nicht funktioniert.
Derzeitiger Stand: Ich suche nach einem ähnlich minimalistischen mobilen Theme á la Minileven. Wenn Sie eines kennen, lassen Sie es mich wissen.

Teilen der Artikel in sozialen Netzwerken

Das war eine äußerst bequeme Funktion von Jetpack, die ich sehr vermissen werde. Auch hier habe ich noch keine datenschutzgerechte Methode gefunden. Außer dem händischen Verlinkten natürlich. Aber ich bleibe am Ball.

Andere Funktionen wie Sharing oder Like Buttons sind bei mir schon jetzt nicht mehr im Einsatz. Siehe auch hier den zweiten Teil dieser Artikelreihe.

Funktion „Blog folgen“ und „Kommentaren folgen“

Momentan können Sie dank dieser Funktion ein Abo auf Blogartikel und Folgekommentare abschließen. Das funktioniert sogar wie es soll, nämlich mit Double-Opt-in und einfacher Abmeldemöglichkeit. Die E-Mail-Adressen werden bei wordpress.com gespeichert, wo ich jederzeit Zugriff auf sie habe. Ich weiß also, wo sie stehen und kann sie auf Wunsch sofort löschen. Soweit so gut, aber wenn Jetpack komplett abgeschaltet wird, wird auch diese Funktion abgeschaltet. Momentan denke ich über den Einsatz der Plug-ins Subscribe To Comments Reloaded oder Subscribe to Double-Opt-In Comments nach.
Derzeitiger Stand: Ersatz möglich, aber umständlich. Insbesondere das Abonnieren neuer Artikel via E-Mail ist für mich noch nicht befriedigend gelöst.

Ähnliche Inhalte am Ende des Beitrags anzeigen

Auch dies war eine schöne Funktion, die ich sehr vermissen werde. Als Alternative bietet sich Contextual Related Posts an.

Fazit

Auch wenn ich bei einigen WordPress-Spezialisten Naserümpfen erzeuge: Mir wird Jetpack fehlen. Allerdings gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass den Macherinnen und Machern bei Automattic noch rechtzeitig bis Ende Mai das Richtige einfällt. Einige sind in Europa beheimatet, die DSGVO bzw. GDPR dürfte sie deswegen ausreichend beschäftigen. Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn sie es bis zum Stichtag schaffen. Nicht ganz uneigennützig, wie ich zugebe.

burntpoet / Pixabay

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DSGVO für Wald- und Wiesenblogger (2)

Achtung: Dies ist weder eine Rechtsberatung noch eine technische Anleitung! Weder kann ich garantieren, dass die Maßnahmen rechtlich korrekt noch dass sie vollständig sind.

Vielleicht der für Blogger wichtigste Punkt der DSGVO ist der Umgang mit den persönlichen Daten der Besucher. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie in einer schönen Infografik der Europäischen Kommission.

Kritisch wird es immer dann, wenn es um die persönlichen Daten der Leserinnen und Leser geht. Darunter fällt neben den üblichen Verdächtigen wie Name oder E-Mail auch die IP-Adresse des Nutzers. Für mich gilt damit eine Art hierarchische Maßnahmenliste zur Vermeidung von Ärger:

  1. Gar keine persönlichen Daten erheben
  2. Persönliche Daten erheben, aber vorher um Erlaubnis fragen und jederzeitigen Widerruf ermöglichen
  3. In der Datenschutzerklärung darauf hinweisen, wann, wo und wozu die Daten erhoben werden. Ansonsten s. (2)

Ich gebe zu, als datentechnischer Laie habe ich nicht schlecht gestaunt, als ich gewahr wurde, was so an Daten erhoben wird, von denen ich Naivling gar nichts gewusst hatte. Allerdings habe ich mich als Blogger auch nicht besonders darum gekümmert. Wenn Sie wissen wollen, wer auf Ihrer Seite als irgendwelche Daten trackt, dann schauen Sie im Quelltext nach. Ein anderes nützliches Helferlein ist die Browsererweiterung Ghostery. Für mich haben sich hierbei diese Problemfelder ergeben:

Tracking via Schriftarten

Wenn Sie in Ihrem WordPress-Theme wie ich Google Fonts eingebunden haben, dann gibt es etwas zu tun: Entweder Sie ersetzen die diese durch Systemschriften oder Sie lagern die Fonts auf Ihren Server(-platz) aus. Näheres beschreibt ein Artikel im Privacy Handbuch. Wissenswertes über Google Fonts auch bei:

Nutzerstatistiken

Da ich doch interessiert bin, wie viele Mitmenschen mein ToolBlog besuchen und wozu, habe ich Google Analytics und das Plug-in Jetpack von Automattic im Einsatz. Wenn ich die DSGVO richtig verstanden habe, verarbeiten diese Anbieter die Daten meiner Besucher weiter. Also muss ich mit diesen eine Vereinbarung zur Auftragsdatenverarbeitung treffen. Bei Google geht das, Automattic ist an dem Thema dran. Ich persönlich werde erst einmal meine Google Analytics Konten komplett löschen. Jetpack wird deaktiviert. Um nicht ganz ohne Statistik dazustehen werde ich wohl Statify installieren. Zitat: Es ist konform zu deutschem Datenschutzrecht, da es weder Cookies noch einen Drittanbieter nutzt. Eine Alternative zu Statify könnte WP Statistics sein.

Hier noch einige einschlägige Artikel:

Kommentare und IP-Adressen, das Kontaktformular

Blogs leben durch den Austausch mit den Lesern, der über die Kommentarfunktion erfolgt. Dummerweise wird hierbei von WordPress die IP-Adresse erfasst. Man kann dies durch das Plug-in Remove IP verhindern. Schon installiert!

Bereits gesammelte IP-Adressen müssen aus der Datenbank entfernt werden. Wie das geht, beschreibt Jens Bayer: IP Adressen von Nutzern nicht speichern.

Außerdem hole ich mir in Zukunft das Einverständnis der Leser ab, den Kommentar zu veröffentlichen (Hier wiehert der Amtsschimmel!). Das geht ganz einfach mit dem Plug-in WP GDPR Compliance.

Das Gesagte gilt auch für das beliebte Kontaktformular. Ich habe mich gefragt, warum ich überhaupt eines brauche und werde es von der Seite nehmen. Die E-Mail-Adresse reicht auch. Allerdings: Muss ich für die DSGVO auch schriftlich festhalten, dass über die Signatur des Schreibers die Adresse (persönliche Daten!) u.U. in der Kontaktliste von Outlook landet?. Muss ich dazu auch die Erlaubnis einholen? Fragen über Fragen…

Einbinden von Social Media Buttons und anderer Dateien

Zum Teilen auf den sozialen Netzwerken gibt es die Social Media Buttons (Twitter, Faceboók & Co). Ich habe sie bereits entfernt, denn sie wurden ohnehin nur selten genutzt. Wenn ich mal viel Zeit habe, dann installiere ich vielleicht das Plug-in Shariff Wrapper. Dann klappt es auch mit der Datensicherheit.

Einbinden von YouTube & Co.

Um YouTube datensicherheitstechnisch richtig einzubinden, gibt es einige Möglichkeiten, die hier beschrieben werden:

Ich werde das Plug-in Embed videos and respect privacy installieren. Das Plug-in baut erst eine Verbindung zu Youtube auf, wenn der Nutzer aktiv auf den Abspielen-Knopf klickt.

Ansonsten habe ich noch einige Videos von Vimeo, bestimmte Tweets und Infografiken mit Skripts eingebunden. Ich werde dies durch einfache Textlinks ersetzen. Nützt ja nichts.

Zwei kleine Helferlein: Anti-Spam-Bee und Pretty Links

Zur Abwehr von Spam habe ich Anti-Spam-Bee im Einsatz. Allerdings „sollten die Optionen „Öffentliche Spamdatenbank berücksichtigen“ sowie „Kommentare nur in einer bestimmten Sprache zulassen“ deaktiviert werden“, wie Finn Hillebrandt schreibt.

Außerdem verwende ich auch Pretty Links, die hässliche Bandwurm-Linkadressen verkürzt. Auch das ist laut Finn kein Problem, wenn man durch Ausschalten die Klick-Statistiken unterbindet.

Vielen Dank soweit, nach den Feiertagen geht es weiter.

bis dahin…

Frohe Ostern!

stux / Pixabay

 

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