Archiv der Kategorie: Selbstorganisation

13 Angewohnheiten, die Ihren Erfolg torpedieren

Wenn Sie in eine Buchhandlung gehen, dann werden Sie Dutzende Bücher finden, die Ihnen zeigen wollen, wie Sie Erfolg haben. Erfolgsstrategien nennt man das im allgemeinen. Und tatsächlich, die beschriebenen Schritte zum Erfolg sind einleuchtend und nachvollziehbar. Sie müssen sich also nur für eine der vielen Erfolgsstrategien entscheiden, die Ärmel hochkrempeln und loslegen. Dem Erfolg steht nun nichts mehr im Wege.

Wir wissen alle, dass es so leider nicht funktioniert. Hinterher lässt sich immer eine Theorie (er-)finden, die den Erfolg logisch erklärt. Allerdings gibt es bis jetzt keine Strategie, die ihn vorher garantiert. Gäbe es sie, wären wir alle ausnahmslos erfolgreich.

Mit dem Erfolg ist es wie mit der Gesundheit. Wir wissen nicht sicher, wie wir sie erreichen und erhalten können, aber wir können mit Gewissheit sagen, was ihr schadet. Mario Christou hat einen Artikel darüber verfasst, mit welchen Gewohnheiten Sie den Erfolg wirkungsvoller verhindern können: 13 Common Bad Habits That Hold You Back From Success. Hier sind Sie:

1. Sie warten immer auf den richtigen Moment

Für manche Vorhaben gibt es keinen richtigen Moment. Wenn Sie möchten, dann finden Sie immer einen Grund, warum Sie gerade jetzt nicht mit Ihrem Vorhaben anfangen sollten. Und wenn Sie dann zu lange warten, ist der „Kas bissn“, wie unsere bayerischen Landsleute sagen. Oder anders: Dann ist der Zug abgefahren. Wenn Sie ein Vorhaben immer wieder aufschieben, fragen Sie sich doch einmal, vor was Sie tatsächlich Angst haben.

2. Sie benötigen die Zustimmung anderer

Es ist sicher sinnvoll, sich die unterschiedliche Meinungen einzuholen. Aber übertreiben Sie es nicht damit. Ab einem gewissen Punkt haben Sie davon keinen Nutzen mehr. Ein Mehr an Information macht Ihre Entscheidung nicht besser. Wenn Sie das Gefühl (!) haben, etwas machen zu müssen, dann tun sie es. Es ist besser, etwas zu bereuen, was man getan hat als etwas, was man unterlassen hat.

3. Sie möchten perfekt sein

Der Hang zum Perfektionismus kann lähmen. Außerdem ist er ohnehin zum Scheitern verurteilt, denn nichts und niemand ist vollkommen. Also starten sie und arbeiten Sie mit engen Feedbackschleifen. Und dann handeln Sie nach dem Grundsatz „Das bessere ist der Feind des Guten“. Arbeiten Sie iterativ. Ich glaube, die Scrum-Anhänger wissen von was ich rede.

4. Sie sind zu stur um loszulassen

Trauen Sie sich, auch Dinge aufzugeben, wenn Sie den Eindruck haben, es lohnt sich nicht, sie weiter zu verfolgen. Folgen Sie der altbekannten Indianerweisheit: „Wenn Sie merken, dass Sie ein totes Pferd reiten, ist es Zeit, abzusteigen. Manchmal ist es schlicht und einfach unklug, der amerikanischen Devise „Never give up“ zu folgen.

5. Sie können sich nicht für Ihre Fehler entschuldigen

Wenn Sie nicht gelernt haben, für Ihre Fehler gerade zu stehen, dann werden Sie u.U. Schwierigkeiten haben, Menschen zu finden, die Sie unterstützen. Zeitgenossen, die nicht die Verantwortung für ihr Tun übernehmen, machen sich schnell unbeliebt.

6. Sie lernen nicht von Menschen, die „unter Ihnen stehen“

Es gibt tatsächlich niemanden (in Worten: niemanden), von dem Sie nichts lernen können. Wie oft haben wir schon erlebt, dass so manche gute Idee nicht umgesetzt wurde, weil sie aus dem Munde eines „einfachen“ Mitarbeiters kam. In vielen Firmen treibt solcher Standesdünkel bis heute noch sein Unwesen und verhindert notwendige Verbesserungen und Innovationen. Weg damit, Sie können sich so etwas nicht leisten!

7. Sie machen nur das, was Sie müssen

Wenn Sie immer in der altgewohnten Komfortzone verbleiben, dann werden Sie kaum die Chance haben, neue Erfahrungen zu sammeln. Klar, diese müssen nicht immer positiv sein, aber lernen können Sie aus ihnen allemal. Also fassen Sie sich ein Herz und greifen zu, wenn sich die Gelegenheit bietet.

8. Sie machen sich zu viel Sorgen über das Ergebnis

Es spricht nichts dagegen, mit kühlem Kopf Chancen und Risiken eines Vorhabens abzuwägen. Sich sorgen ist aber etwas anderes. Sorgen sind unbestimmte Ängste vor etwas, was kommen könnte. Könnte, nicht muss. Manchmal ist es sinnvoll, sich zu fragen: (1) Wie wahrscheinlich ist es, dass etwas eintritt? und (2) was wäre, das Schlimmste, was dann passieren würde? Viele Dinge, über die Sie sich jetzt Sorgen machen, werden vermutlich gar nicht eintreffen. Dafür andere, an die Sie jetzt noch gar nicht denken. Dafür gebe ich Ihnen Brief und Siegel.

9. Sie vergleichen sich mit anderen

Lassen Sie es. Oder wie Søren Aabye Kierkegaard sagt:

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.

Für den Erfolg zählt nur der eigene Maßstab. Lassen Sie sich die Deutungshoheit über Ihren persönlichen Erfolg nicht von anderen aus der Hand nehmen.

10. Sie lernen nicht aus Ihren Fehlern

Laut Konfuzius ist das Lernen aus Erfahrung der bitterste Weg, klug zu handeln. Aber er ist vermutlich auch der nachhaltigste. Wenn Sie nicht aus Ihren Fehlern lernen wollen, dann werden Sie diese wohl wiederholen müssen.

11. Sie arbeiten nicht an Ihren Schwächen

Bei diesem Grundsatz bin ich mir nicht so sicher. Ich neige dazu, mich Autoren anzuschließen, die empfehlen, eher an den eigenen Stärken als an den Schwächen zu arbeiten. Vielleicht wäre es sinnvoll, die Partnerschaft mit einem Menschen zu suchen, der Sie komplementär ergänzt, d.h. der Ihre Schwächen durch seine Fähigkeiten abdecken kann? Manchmal ist dies der effektivere Weg als das Bemühen, aus Schwächen Stärken zu machen.

12. Sie verbringen zu viel Zeit mit Dingen, die Sie nicht tun wollen

Hier gilt das unter 11 Geschriebene. Wenn Sie etwas nur widerwillig tun, dann tun Sie es vermutlich nicht gut. Überlegen Sie, ob Sie solchen Tätigkeiten an jemanden Anderen vergeben können. Vielleicht ergibt sich sogar eine Art Tauschgeschäft.

13. Sie nehmen alles zu ernst

Verbeißen Sie sich nicht in den Erfolg. Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie das, was Sie schon jetzt erreicht haben. Achten Sie auf sich und sorgen Sie dafür, dass Sie bei allem Streben nach Erfolg genug Zeit für sich, Ihre Lieben und für Freunde haben. Denken Sie an die Menschen, die Sie mögen, egal, ob Sie erfolgreich sind oder nicht. Sie haben es verdient.

Die 1000-€-Frage zum Schluss: Was ist Erfolg für Sie?

Überlegen Sie hin und wieder, was Erfolg für Sie ist. Woran werden Sie merken, dass Sie erfolgreich sind? Und dann überprüfen Sie Ihre Antwort:

Wollen Sie das alles wirklich haben?

Free-Photos / Pixabay

 

 

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Warum Denken auf Papier zur Fokussierung führt

Ryder Caroll? Ryder Caroll? Grübel, grübel, studier, studier… Richtig! Das ist der Erfinder des hier so oft erwähnten Bullet Journals. In diesem Video erklärt er uns, warum das Denken mit Papier und (Blei-) Stift ein schneller Weg zu höherer Konzentration ist. Sehr sehenswert!

Why thinking on paper is a fast way to focus | Ryder Carroll

 

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E-Mail, ganz einfach

David Allen und sein Team pflegen immer zu sagen: “GTD is tool-agnostic”. Auf deutsch, GTD funktioniert unabhängig vom Werkzeug, das Sie einsetzen. Wichtig ist, das Wesentliche der Methode erfasst zu haben und zu wissen, warum man das macht, was man macht. Insofern halte ich die endlosen Diskussionen über das technische Instrumentarium für mitunter überzogen. Im Gegenteil: Ich finde es besser, z. B. Outlook oder Notes “zu Fuß” einzurichten, anstatt ein Add-on zu verwenden, das mir eine Lösung vorkaut, mit der ich letztlich auch wieder nicht zufrieden bin. Eine gute Hilfestellung bieten da die einschlägigen Broschüren der David Allen Company, die mit 10$ ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aufweisen.

Scott Scheper hat vor langen Jahren einen hervorragenden Artikel über den Umgang mit E-Mail geschrieben: Email and Focus. Er ist es wert, noch einmal aufgewärmt zu werden. Zu Anfang seines Beitrags schreibt er:

There’s thousands of applications out there for email productivity. You’ll find long sales letter pages preaching the next “magic bullet” or “ultimate email productivity success system.” Yet, most productivity applications do a better job in confusing chaos than solving chaos.

Eben, und weiter…

Effective email use is simple.

Wie einfach es ist, zeigt Scott in seinem Fließschema zur E-Mail-Verarbeitung, das Sie in dem Beitrag betrachten können (ich traue mich aus rechtlichen Gründen nicht, die Skizze hier vollständig abzubilden. Ein Klick auf die Grafik führt Sie zum Original.

[via Lifehacker]

Wer es komplizierter mag, der greife auf diese Infografik von NetCredit zurück: How to Prioritize Your Inbox.

 

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Priorisieren mit der Waagschalen-Methode

Kürzlich bin ich über einen Artikel gestolpert, in dem beschrieben wird, wie man mit der geeigneten Methode zehnfach schneller priorisieren und arbeiten kann: How to Prioritize Right in 10 Minutes and Work 10X Faster. Die Erfahrung lehrt, dass solche Artikel sehr oft nicht halten, was der Titel vollmundig verspricht. Dennoch finde ich die beschriebene Vorgehensweise recht interessant, auch wenn ich nicht glaube, dass Sie dadurch tatsächlich zehnmal schneller arbeiten werden.

Der Autor Leon Ho nennt seine Technik zum Priorisieren Scales Method, was man vielleicht am ehesten mit „Waagschalen-Methode“ übersetzen kann.
Leon orientiert sich ganz konsequent an dem Verhältnis Nutzen zu Aufwand („Benefit vs. „Cost“).

Leider gibt Leon Ho keine genaueren Hinweise, was er unter Nutzen versteht. Vielleicht geht das auch gar nicht, da die Vorstellungen davon sich doch sehr voneinander unterscheiden. Infolgedessen ist es wichtig, dass Sie sich klar machen, was Sie erreichten wollen und worin der Nutzen besteht, wenn Sie eine Tätigkeit erledigt haben.

Beim Aufwand („Cost“) ist das etwas einfacher. Hierunter fällt alles, was Sie zur Erledigung einer Aufgabe aufwenden müssen: Zeit, Geld, Energie, Gehirnschmalz und andere Ressourcen.

Bildlich gesprochen, legt man Nutzen und Aufwand in die Waagschalen und wägt ab, was die Aufgaben „wert“ sind.

 

Eine andere Darstellung bietet das 4-Felder-Modell, mit dem sich vier Arten von Aufgaben ergeben:

A – Niedriger Aufwand und großer Nutzen

Diese Aufgaben sollten zuerst erledigt werden, denn sie führen auf einfache Weise näher zum Ziel.

B – Hoher Aufwand und großer Nutzen

Hier handelt es sich um die berühmten „dicken Brocken“. Versuchen Sie den Aufwand zu verringern, in dem Sie die Aufgabe in kleinere Teilaufgaben zerlegen.

C – Geringer Aufwand bei geringem Nutzen

Diese Aufgaben sollten in der Priorität ganz unten stehen. Oft handelt es sich um notwendige Routineaufgaben. Können Sie die Erledigung vielleicht rationalisieren oder automatisieren? Räumen Sie diesen Tätigkeiten so wenig Zeit wie möglich ein.

D – Hoher Aufwand bei geringem Nutzen

Diese Tätigkeiten sollten Sie mit ganz spitzen Fingern anfassen und nach Möglichkeit sein lassen. Falls das aus irgendwelchen Gründen nicht gehen sollte, überlegen Sie, wie Sie den Aufwand reduzieren oder den Nutzen vergrößern können, damit das Verhältnis wieder stimmt.

Mit dieser Einteilung klären, welche Arbeit mit welcher Priorität erledigt werden muss. So bekommen Sie Struktur in Ihre To-do-Liste und Sie können sie leichter handhaben.
Außerdem gefällt mir die Idee mit der Priorität A am besten, denn hier wird dieser (imo dämliche) „Eat-That-Frog“-Tipp relativiert. Ich habe es schon immer für etwas einfältig gehalten, den Tag mit der unangenehmsten Aufgabe zu beginnen. Da gefällt mir dieser Ansatz schon wesentlich besser. Beginnen Sie mit der Tätigkeit, die Sie am wenigsten kostet und die Ihnen den größten Nutzen stiftet.

 

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Der effektive Ingenieur

Ich meinem früheren Leben war ich einmal Ingenieur in der Papierproduktion. Wenn ein Vortrag den Titel „The Effective Engineer“ trägt, bekomme ich natürlich sofort Ohren wie Rhabarberblätter. Edmond Lau hat einen solchen Vortrag bei Google gehalten, schauen Sie hier:

Edmond Lau: "The Effective Engineer" | Talks at Google

 

 

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Digitaler Minimalismus

Nach der Lektüre von Robert Wringhams Ich bin raus stellt sich bei mir die Frage, wie ich der Falle, immer und überall dabei sein zu wollen, entgehen kann. Das gilt gerade auch für soziale Netzwerke, die Gefahr von FOMO ist dort besonders groß. Ich habe bislang noch nicht gemessen, wie viel Zeit ich auf Twitter & Co verplempere. Vermutlich werde ich mir das auch ersparen, denn ich ahne, dass mich das Ergebnis wohl verunsichern würde, um frei einen deutschen Ex-Innenminister zu zitieren.

Da kommt mir ein Artikel von Cal Newport, dem Autor des Werkes Konzentriert arbeiten, gerade recht: On Digital Minimalism. In dem Beitrag definiert der Autor „Digital Minimalism“ wie folgt:

  • Digitaler Minimalismus hilft Ihnen zu hinterfragen, welche digitalen Kommunikationswerkzeuge Ihnen und Ihrem Leben den größten Mehrwert verleihen. Dies gilt auch für die damit verbundenen Verhaltensweisen.
  • Als Basis dient die Überzeugung, dass Ihr Leben erheblich verbessert wird, wenn Sie sinnloses digitales Rauschen minimiren und die Werkzeuge auswählen, die wirklich wichtig für Sie sind.

Laut Newport folgt Digitaler Minimalismus diesen Grundprinzipien:

Etwas zu verpassen, ist nicht zwangsläufig schlecht

Sie verpassen immer etwas, immer und überall. Wir können einfach nicht überall sein. Was für das analoge Leben gilt, trifft auch für das digitale zu. Hier ist mehr Gelassenheit angebracht. Wichtiges kommt wieder. Alles andere kann man vergessen. Oder wie der Hashtag #esmi sagt: Einen Scheiß muss ich.

Weniger ist oft mehr

Handeln Sie nach dem 80/20-P?rinzip. Finden Sie heraus, welche 20% Ihrer online-Aktivitäten 80% Nutzen stiften und lassen Sie die restlichen 80% weg. Sie sind es nicht Wert, dass Sie Ihre Zeit damit verplempern. (So, und jetzt räume ich gleich meine RSS-Feeds auf…)

Beginnen Sie mit Ihren eigenen Prinzipien

Was sind die Prinzipien, denen Sie in Ihrem Leben folgen? Wenn Sie hier ein klares Bild haben, fällt es Ihnen auch digital leichter, die Spreu vom Weizen zu trennen. Beantworten Sie dabei die Frage: Wird dieses Angebot, diese Tätigkeit usw. mein Leben bereichern?

Das Beste ist anders als der Rest

Auch wenn ein digitales Angebot dazu beiträgt, „Ihr Leben zu verbessern“, ist es wirklich der beste Weg, dies zu erreichen? Oder gibt es andere Möglichkeiten, die eher dazu geeignet sind? Es lohnt sich, dies von Zeit zu Zeit zu hinterfragen.

Digitaler Müll verursacht Stress

Sie kennen das von Ihrem Arbeitsplatz. Je mehr Dinge sinnlos herumliegen, desto abgelenkter sind Sie. Ablenkung ist Gift für die Effizienz. Was für die analoge Welt gilt, trifft auch für die digitale zu. Ordnung und Übersichtlichtlichkeit trägt zur Beruhigung und zur Konzentration bei.

Aufmerksamkeit ist knapp und brüchig

Ihre Aufmerksamkeit ist nicht endlos. Verschwenden Sie sie nicht. Bedenken Sie, dass vielen (den meisten?) digitalen Angeboten das Geschäftsmodell zugrunde liegt, soviel Ihrer Aufmerksamkeit wie möglich zu erhaschen. Gelingt ihnen das, dann haben Sie nicht mehr genügend Aufmerksamkeit für die Dinge übrig, die Ihnen wichtig sind.

Ein sinnvoller Umgang mit der online-Welt unterstützt dass Leben offline

Hüten Sie sich, digitale Produkte als Selbstzweck zu betrachten. Setzen Sie sie ein, um das „reale Leben“ zu bereichern. Dazu gehören Gemeinschaften oder auch Möglichkeiten, neue Dinge zu lernen.

Vorsicht vor Werkzeugen, die Probleme lösen, die es ohne sie nicht gäbe

Google Maps löst das Problem, von A nach B zu kommen, vor allem für Menschen, deren Orientierungssinn zu wünschen übrig lässt. Eine neue Lösung für ein altes Problem also. Es gibt auch andere. Hüten Sie sich vor Anwendung, die ein Problem lösen, das sie womöglich selbst erzeugt haben.

Aktivität schlägt Passivität

Ziehen Sie Angebote vor, bei denen Sie etwas schaffen können anstatt nur zu konsumieren. Helfen Sie etwa Ihren Mitmenschen, indem Sie Ihr Wissen teilen oder anderen aus einer Klemme helfen.

Ich habe mich im ToolBlog schon öfters als Fan des Minimalismus-Prinzips geoutet. Dabei ist es für mich wurscht, ob es sich um die analoge oder die digitale Welt handelt. Der Weg ist das Ziel:

Ich arbeite daran, Tag für Tag.

rawpixel / Pixabay

 

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Wie Sie einen minimalistischen Arbeitsplatz einrichten

Wenn man über Ordnung im Büro spricht, dann gibt es meiner Erfahrung nach zwei Lager an den Enden eines weiten Spektrums.
Die Mitglieder des einen Lagers behaupten, zu einem Genie gehöre auch das Chaos. Sie führen berühmte Zeitgenossen als Beweis an, wie zum Beispiel Albert Einstein. Ich gebe zu, dass es Genies gibt, deren Arbeitsplatz aussieht wie bei Luis Trenker im Rucksack. Allerdings ist der Schluss von “Ein Genie hat einen unordentlichen Schreibtisch” auf “Jeder, der einen unordentlichen Schreibtisch hat, ist ein Genie” nur für bedingt zulässig.
Die Anhänger des anderen Lagers werden auch “Leertischler” genannt. Hier darf nichts auf dem Schreibtisch liegen, was nicht unmittelbar mit der momentanen Tätigkeit zu tun hat, denn unnötige Dinge lenken nur ab.

Wenn Sie das Lager wechseln und vom “Volltischler” zum “Leertischler” werden wollen, dann zeigt Ihnen einer der berühmtesten Minimalisten, Leo Babauta, wie Sie dabei vorgehen können. In seinem Artikel Creating a Minimalist Workspace beschränkt er sich allerdings nicht nur auf den Schreibtisch, sondern beschreibt die Einrichtung eines minimalistischen Arbeitsplatzes. Dies sind die Schritte dazu:

Beschränken Sie sich auf einen Eingangskorb

Minimalistisch hin oder her, diesen Vorschlag kann ich nur unterstützen. Verwenden Sie nur einen Eingangskorb, denn dies ist das Nadelöhr für alle eingehenden Informationen. Auf diese Weise geht nichts verloren.

Machen Sie Ihre Schreibtischoberfläche leer

Behalten Sie nur die Dinge auf dem Schreibtisch, die Sie für die jeweilige Tätigkeit in Griffweite haben müssen. Na gut, ein Foto Ihrer Familie darf auch noch sein. Ich gestehe, ich folge diesem Vorschlag nicht.

Trennen Sie sich konsequent von Krimskrams

Gibt es Dinge, die einfach nur herumliegen: Büroklammern, Visitenkarten usw.? Runter vom Schreibtisch!

Machen Sie die Wände frei

Hängen an der Wand noch Flipcharts von der Besprechung von vor zwei Jahren? Oder mehr oder weniger witzige (Un-) Sinnsprüche? Wenn wirklich etwas Wichtiges an der Wand hängt, fotografieren Sie es und speichern es auf dem Computer ab.

Räumen Sie die Benutzeroberfläche Ihres Computers auf

Befreien Sie Ihren Computer von unnötigen Icons. Die Benutzeroberfläche ist in virtuell das, was Ihre Schreibtischoberfläche in analog ist.

Denken Sie über Ihren Papiergebrauch nach

Können Sie Ihre Dokumente auch in elektronischer Form verwenden? Lohnt sich hierzu vielleicht sogar die Anschaffung eines Scanners? Ich gehe nicht so weit, von einem papierlosen Büro zu sprechen, aber ein papierarmes dürfte es schon sein.

Trennen Sie sich von unnötigen Werkzeugen

Wenn Sie Werkzeuge nicht verwenden, warum stehen sie dann in Ihrem Büro herum? Wann haben Sie das Laminiergerät zuletzt benutzt (gilt nicht für Grundschullehrer)? Empfangen Sie tatsächlich noch Faxe mit einem Faxgerät? Oder kann man letzteres auch mit dem Computer erledigen?

Vereinfachen Sie Ihre Ablage

Was die Papierablage angeht, bin ich überzeugter Anhänger der Methode nach Noguchi. Oder die Dokumente werden eingescannt. Aber keine alphabetische Ablage oder ähnlicher Unsinn.

Misten Sie Ihre Schubladen aus

Hier gilt dasselbe wie weiter oben das über „Krimskrams“ gesagte. Wenn Sie Stifte in Ihrer Schublade haben, die Sie nicht verwenden, weg damit.

Verwenden Sie einen einfachen Tisch (ohne Schreib-)

Wenn es keine Schubladen gibt, dann müssen Sie auch nichts aufräumen.

Räumen Sie den Fußboden frei

Manche Bürofußböden gleichen einem Hindernisparcour. Hören Sie auf, um die Dinge herum Slalom zu laufen. Lassen Sie nichts auf dem Boden herumliegen.

 

Mein Vater hatte so ein Büro in der Papierfabrik, in der er als Instandhaltungsingenieur arbeitete. Manchmal habe ich ihn deswegen aufgezogen, aber insgeheim diese Arbeitsweise bewundert.

Ich selbst gehöre übrigens keinem der beiden Lager an. Mein Arbeitsplatz ist nicht minimalistisch, aber durchaus aufgeräumt. Sich wohlfühlen und produktiv sein schließt sich imo nicht zwangsläufig aus.

purplejuice / Pixabay

 

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Wie Sie Ihre Bücher loswerden

Schon seit einiger Zeit trage ich mich mit dem Gedanken, meine Bibliothek zu verkleinern. Ich werde mich von einigen Büchern trennen, denn ich brauche Platz für neue. Eigentlich ganz einfach, müsste man meinen.

Allerdings schiebe ich dieses Vorhaben immer wieder hinaus. Der Grund steht oben, ich muss mich von einigen Büchern trennen und das verursacht Trennungsschmerzen. Da ich wie die meisten Menschen Schmerz vermeiden möchte, habe ich bislang noch gar nicht mit dem Aufräumen angefangen.

Doch ich schöpfe Hoffnung. Anderen geht es offensichtlich ebenso wie mir und so hat Jacki Hollywood Brown auf Anfrage beschrieben, wie man seine geliebten Bücher doch noch loswerden kann: Reader question: Letting go of books. Sie empfiehlt:

Spielen Sie Evakuierung

Stellen Sie sich vor, Sie müssten Ihr Haus oder Ihre Wohnung verlassen und hätten nur drei kleine Umzugskartons für Ihre Bücher. Welche würden Sie mitnehmen? Welche würden Sie zurücklassen? Für diese Entscheidung haben Sie genau 30 Minuten Zeit, nicht mehr. Die Bücher in den Umzugskartons sind die, die Sie behalten, die anderen sind verzichtbar.

Worst-case Szenario

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie sich von einem Buch trennen sollten, dann überlegen Sie den Worst Case. Was wäre das Schlimmste, was passieren könnte, wenn Sie dieses Buch nicht mehr hätten? Wäre das tragbar für Sie? Wenn nicht, dann behalten Sie es.

Handeln Sie wie ein Bibliothekar

Sind Sie sicher, dass Sie Ihre Bücher zweckmäßig aufbewahren? Könnten Sie dadurch vielleicht noch etwas Platz schaffen? Gibt es Bücher, die gar nicht mehr aktuell sind und wirklich nur noch Platz wegnehmen?

Gamification

Bitten Sie einen Freund, ein beliebiges Buch aus Ihrem Regal zu entnehmen. Nachdem er Ihnen Autor und Titel genannt hat, erzählen Sie Ihrem Freund aus dem Kopf, was Sie (noch) über das Buch wissen. Je weniger Sie über das Buch wissen, desto eher sollten Sie das Buch entsorgen. Wenn Sie es noch gar nicht gelesen haben, dann nehmen Sie sich vor, es alsbald zu lesen. Sollten Sie das aus irgendwelchen Gründen in einer bestimmten Frist nicht schaffen, dann trennen Sie sich von dem Buch.

Übrigens weist Jacki auf einen Beitrag ihres Kollegen Jeri Danski hin. Dieser nennt in Uncluttering books: What to let go Bücher , die man getrost wegwerfen, verschenken oder weitergeben kann. Dies sind

  • Bücher, die man nicht noch einmal lesen wird
  • Bücher, die man nie lesen wird
  • Bücher, zu denen man einfach keinen Zugang bekommt
  • Bücher mit Informationen, die man auch online erhalten kann
  • Bücher, die keinen besonderen Nutzen stiften
  • Reiseführer von Orten, die man bereits besucht hat.

Ich bin mir nicht sicher, ob mir diese Tipps wirklich helfen werden.
Es hängt halt doch viel Herzblut an den Schwarten…

EliFrancis / Pixabay

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Wie Sie Ihre Aufgaben mit Google Tabellen organisieren

In einem Beitrag, auf den ich kürzlich in den Kurznachrichten hingewiesen habe, schreibt der Autor:

GTD is tool neutral

Ich denke, was für GTD gilt, gilt auch für jeden anderen Organisationsansatz, wenn er ernst genommen werden will. Die Arbeitsweise (der „Workflow“) macht die Wirksamkeit aus, nicht das Werkzeug, das bei der Durchführung benutzt wird.

Auch Programme zur Tabellenkalkulation können sinnvolle Werkzeuge zur Arbeitsorganisation sein. Dies beweist Mike Sturm in seinem Artikel How to Implement a Killer GTD System in Google Sheets. In Google Tabellen legt Mike hierzu 7 Arbeitsblätter an:

  1. Projekte (Projects)
  2. Nexte Tätigkeiten (Next Actions)
  3. Warten auf (Waiting-For)
  4. Agenden (Agendas)
  5. Brutkasten (Incubator)
  6. Wochendurchsicht (Weekly Review)
  7. Abgeschlossene Projekte (Projects completed)

Die Zellen dieser Tabellenblätter werden teilweise besonders formatiert. So wird bei den „Projekten“ eine eindeutige Projektnummer vergeben. Dies alles erklärt Mike in der Beschreibung der jeweiligen Tabellenblätter.

Das Ganze können Sie übrigens auch als Podcast nachhören, wenn Sie des Englischen mächtig sind. Besonders nett von Mike finde ich, dass er uns eine Vorlage für sein System zur Verfügung gestellt hat („Click here and save your own copy“). Es gibt auch eine Einführung als online-Kurs, wenn Sie tiefer in die Materie eintauchen möchten.

Sollten Sie gerne mit Google Tabellen arbeiten, könnte Mikes Ansatz durchaus eine sinnvolle Lösung für Sie sein. Probieren Sie es aus!

Pexels / Pixabay

 

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Bullet Journal: Eine Anleitung

In meiner Buchbesprechung zum Bullet Journal neulich hatte ich ein wenig herumgemeckert, dass dort die Beschreibung der Methode etwas zu kurz kommt.

Wenn Sie auch eher an der Methode als an der Optik interessiert sind, dann empfehle ich Ihnen den umfangreichen Artikel von Kim Alvarez: Thorough Guide to the Bullet Journal System. In dem Beitrag können Sie eine systematische und ausführliche Beschreibung des Ansatzes nachlesen.

Kim empfiehlt, vor der Lektüre ihres Artikels das offizielle Bullet-Journal-Video anzuschauen. Das können Sie direkt hier tun. Viel Spaß!

 

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