Archiv der Kategorie: Selbstorganisation

Ab wann lohnt sich Automatisierung?

Wenn Sie eine Aufgabe immer und immer wieder auf die gleiche Weise erledigen müssen, dann lohnt es sich darüber nachzudenken, ob Sie sie in irgendeiner Weise automatisieren können. So lautet der wohlmeinende Ratschlag, den ich in meinen Workshops gebe. Im Prinzip stimmen die Teilnehmer zu, aber in den Gesichtern steht ein großes Fragezeichen:

Ab wann lohnt sich eine Automatisierung?

Die Frage nach dem Return of Invest ist absolut berechtigt, denn schließlich muss mit einem Aufwand an Zeit und Mühe die Automatisierung erstellt werden, ganz egal, ob Sie für ein Programm ein Makro programmieren oder Textbausteine definieren.

Cory Doctorow hat in seinem Beitrag How much time should you spend automating a routine task? eine interessante Tabelle veröffentlicht. Diese zeigt, wie viel Zeit Sie in die Automatisierung von Routineaufgaben stecken müssen, damit Sie über einen Zeitraum von fünf Jahren einen bestimmten Zeitbetrag sparen können (auf die Grafik klicken).

 

Nun halte ich den Zeitraum von fünf Jahren für bei weitem zu hoch gegriffen. Ich hätte den Zeitrahmen ein bis drei Jahre für realistischer gehalten. Aber das kann man ja selbst einmal runterrechnen. Man muss nur die Zeit dazu haben.

BTW: Wenn Sie sich bez. der Automatisierung nicht sicher sind, dann denken Sie über den idealtypischen Ablauf nach und erstellen dafür eine Checkliste. Das ist zwar keine Vollautomatisierung, erleichtert die Arbeit aber dennoch außerordentlich. Und Zeit sparen Sie auch.

 

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Wie ich mein Notizbuch führe

In meinen Workshops zur Arbeitsorganisation lege ich großen Wert auf den Bezug zur Praxis, das Herumtheoretisieren ist nicht so meine Sache. Aus diesem Grund zeige ich den TeilnehmerInnen gerne Arbeitsweisen und Kniffe, die ich selbst praktiziere. Ausnahmen bestätigen die Regel, doch begründe ich diese immer sorgfältig.

Immer wieder werde ich nach Einzelheiten zu meinem Notizbuch gefragt: Was ist der Zweck, wie ist es aufgebaut und wie wird es geführt? Die Antwort will ich Ihnen nicht vorenthalten.

Zweck und Hintergrund

Mein Notizbuch folgt dem Konzept des „Superbuchs“ (an diesen dämlichen Ausdruck kann und will ich mich einfach nicht gewöhnen).

Bekanntlich ist unser Gehirn zwar ein Wunderwerk, hat aber dennoch seine Grenzen. An die stößt es gelegentlich, wenn Sie es gleichzeitig zum Denken und zum Merken verwenden wollen. Aus diesem Grund vergessen wir oft Dinge, die wir nicht vergessen sollten oder sie poppen zur falschen Zeit am falschen Ort auf. Dann, wenn wir so gar nichts mit der Information anfangen können. Durch Auslagern der Daten auf einen externen Datenträger können wir das Gehirn wirkungsvoll entlasten.

Allerdings haben Haftklebe-, Schmier- und sonstige Notizzettel den Nachteil, dass sie schnell verloren gehen. Ein Notizbuch beseitigt diese „Zettelwirtschaft“. Die Vorteile des Notizbuchs:

  • Alle Informationen liegen zentral an einem Ort. Das erleichtert das Wiederfinden
  • Ein Notizbuch kennt weder Hochfahren, noch Einfrieren, noch Abstürze. Es hängt weder am Strom noch am Internet
  • Es schafft Ordnung und verhindert Ablenkung, denn es gibt keine lose herum liegenden Zettel auf dem Schreibtisch oder Post-it-Notes, die um den Bildschirm herum kleben.
  • Es dient der Dokumentation, z. B. durch Gesprächsnotizen oder Gedächtnisprotokolle. Ein Freund von mir, Jurist, hat mit seinem Notizbuch einmal einen Prozess gewonnen. Die Gegenseite hatte keins

Grundsätze

Damit ein Notizbuch wirklich funktioniert, sollten einige (wenige) Grundsätze beachtet werden:

  1. Schreiben Sie Alles (ja, Alles!) auf!
    Das Notizbuch dient als externes Gedächtnis und entlastet damit das Gehirn. Es sollte nichts „durch die Lappen“ gehen. Wenn Sie im Zweifel sind, ob Sie etwas notieren sollen, dann tun Sie es!
  2. Alle Notizen an einem Ort
  3. Führen Sie Ihr Notizbuch mit System

Ausführung des Notizbuchs

Wenn Sie ein Notizbuch kaufen, dann benutzen Sie die folgende Aufzählung als Checkliste:

  • Solide Qualität: Geschäftsbuch mit festem strapazierfähigem Einband, evtl. abwaschbar
  • Ein Gummibandverschluss vermeidet Eselsohren und andere Unansehnlichkeiten
  • Format: DIN A 4, wenn Sie viel am Schreibtisch sitzen, DIN A 5, wenn Sie viel unterwegs sind
  • Papier: Liniert oder kariert, wenn Sie lieber schreiben. Blanko, wenn Sie visuelle Notizen machen oder gerne kritzeln
  • Seitlicher Rand für das Datum, Kürzel, Icons u. ä. (können Sie auch selber machen)
  • Umfang: Form eines Buchs, also mehr als 100 Seiten
  • Seitenzahlen (können Sie auch selber machen)
  • Einstecktasche für Visitenkarten etc.
  • Evtl. Lesebändchen
  • Zusätzlich hilfreich sind Haft-Lesezeichen von Post-it & Co

Wenn Sie sich die Mühe sparen wollen, dann können Sie ein solches „Superbuch“ auch fix und fertig kaufen.

Systematisch Arbeiten

Noch einmal: Schreiben Sie alles auf. Aber mit System:

  • Führen Sie das Buch immer bei sich oder weisen Sie ihm einen festen Platz zu
  • Schreiben Sie zu jeder Notiz das Datum und eine aussagekräftige Überschrift
  • Sie wollen nicht den Büchner-Preis gewinnen oder einen Schönschreibwettbewerb. Verfassen Sie aber die Notizen so, dass Sie auch nach Tagen oder Wochen noch lesen können und wissen, was mit dem Inhalt gemeint war
  • Verwenden Sie aussagekräftige Kürzel oder Symbole auf dem Seitenrand. Meine Kürzel/Icons sind: A – Aufgabe, RD – Recherche, Blitz – Widerspruch, ? – Zu überlegen, ! – Idee
  • Benutzen Sie Farben zum Hervorheben, aber sparsam. Bei mir: Blau – Allg. Hervorhebung, Gelb – Datum und Überschrift, Rot – Gesprächsnotiz. Die Farben setze ich dann ein, wenn ich am Ende des Tages die Notizen durchsehe
  • Lassen Sie hinteren Seiten frei für den Index bzw. ein Inhaltsverzeichnis

Pflege des Notizbuchs

An dieser Stelle möchte ich betonen, dass das Notizbuch für mich kein Organisationsmittel, sondern lediglich ein externer Datenträger ist, der das Gehirn unterstützt. Aus diesem Grund sollten Sie die Notizen weiterverarbeiten, indem Sie sie in Ihr Organisationssystem einpflegen.

  • Das Einpflegen erfolgt in einer Tages- oder Wochendurchsicht (bei mir eher letzteres).
  • Aufgaben, Kontaktdaten, Termine werden in Outlook übernommen. Entsprechendes Symbol durchstreichen, wenn die Notiz verarbeitet ist (z. B. „A“ für Aufgabe)
  • Die Stelle, bis zu der die Informationen eingepflegt wurden, wird im Notizbuch durch einen Querstrich markiert.
  • Vergessen Sie nicht, die Einstecktasche zu leeren
  • Ergänzen Sie das Inhaltsverzeichnis und/oder den Index

Archivieren

Wenn das Notizbuch voll ist, etikettieren Sie den Buchrücken mit dem Start- und dem Enddatum und stellen es ins Bücherregal. Mit der Zeit haben Sie ein schönes Archiv. Schauen Sie ruhig ab und an noch einmal alte Notizbücher durch. Sie werden staunen, über welch umfangreichen Fundus Sie verfügen.

 

Ich verwende Notizbücher seit vielen Jahren und möchte sie nicht mehr missen. Ich möchte Sie dazu ermuntern das Gleiche zu tun und zitiere David Allen:

Your mind is for having ideas, not holding them.

 

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Sind Sie leistungsstark oder arbeitssüchtig?

Wer des Denglischen mächtig ist, wird bemerkt haben, dass sich in den Personalabteilungen deutscher Unternehmen der Ausdruck „Performer“ in den Ausprägungen „low“ und „high“ breitgemacht hat. Demnach versteht man unter einem High Performer einen leistungsstarken Mitarbeiter (was immer das ist) und unter einem Low Performer das Gegenteil davon.

Bei der Beurteilung lohnt es sich, genau hinzuschauen. Nur weil jemand ordentlich Staub aufwirbelt, heißt das noch lange nicht, dass die Leistung stimmt. Ich hatte mal einen Kommilitonen, dem konnte man während des Praktikums im Labor sprichwörtlich die Schuhe besohlen und dennoch war er immer mit den Aufgaben am schnellsten fertig. „Keine überflüssigen Bewegungen“ war seine Devise. Ein wahrer Meister des ökonomischen Arbeitens.

Insofern macht es Sinn, zwischen Leistungsstärke und Arbeitssucht zu unterscheiden. Denn gerade letztere sind eher Opfer als Täter. Jacquelyn Smith stellt 4 Subtle Differences Between Workaholics And High Performers vor, als da sind:

  1. Leistungsstarke Menschen kennen ihren Wert.
    Arbeitssüchtige lassen ihren Wert von anderen bestimmen
  2. Leistungsstarke geben 100%, aber nur dann, wenn es darauf ankommt.
    Arbeitssüchtige 110%, und zwar immer
  3. Leistungsstarke Menschen ergreifen die Initiative.
    Arbeitssüchtige reagieren
  4. Leistungsträger machen Geschäfte.
    Workaholics sind beschäftigt

Jacquelyn zitiert in ihrem Beitrag den Kollegen Jullien Gordon, der in High Performers vs. Workaholics: 7 Subtle Differences noch einige Unterschiede mehr beschreibt. In seinem Beitrag gibt er auch einige Hinweise, wie man der Workoholic-Falle entgehen kann.

Ein interessanter Artikel.

Ob Sie tatsächlich arbeitssüchtig sind, können Sie mit dieser Infografik von  Lionel Valdellon grob überschlagen:

 

 

 

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Buch: Mehr Zeit – Wie man sich auf das Wesentliche konzentriert

Mittlerweile pfeifen es die Spatzen von den Dächern, es hat sich bis in die letzten Winkel des Landes herumgesprochen: Effizientes Arbeiten ist nur dann möglich, wenn man sich auf eine Tätigkeit voll und ganz konzentriert. Ablenkungen sind Gift, seien es innere Ablenkungen, wie z. B. Gedankenkreisel oder externe, wie etwa die ständigen Benachrichtungen durch eine Smartphone-App. Je mehr Sie sich ablenken lassen, desto weniger können Sie sich konzentrieren. Ganz einfach lässt sich das auf eine Formel bringen (die MathematikerInnen mögen mir verzeihen):

Fokussierung (Konzentration) ~ 1/Ablenkung

Ganz einfach also. Sie müssen Ablenkungen eliminieren und schon können Sie fokussiert und effizient arbeiten. Wie so oft im Leben ist dies aber einfacher gesagt als getan. Kein Wunder, dass sich unzählige Blogartikel mit der Vermeidung von Ablenkungen beschäftigen.

Jake Knapp und John Zeratsky, die Autoren des Bestseller Sprint, haben dazu ein ganzes Buch geschrieben: Mehr Zeit – Wie man sich auf das Wichtigste konzentriert.

Laut der Autoren haben wir mit zwei Arten von Ablenkungen zu kämpfen, (1) dem Busy Bandwagon und (2) dem Infinity Pool. Der Busy Bandwagon bezeichnet das ständige Mit-Irgendetwas-Beschäftigt-Sein-Müssen, gekennzeichnet durch einen vollgestopften Terminkalender oder eine endlose Aufgabenliste. Der Infinity Pool wird gebildet durch ständig wieder aufpoppende Informationen, die zum Beispiel von Apps auf dem Smartphone bereitgestellt werden.

Zur Abhilfe empfehlen Knapp und Zeratsky ihr Make-Time-System, das aus vier Elementen besteht:

  1. Highlight: Wählen Sie sich eine Aufgabe, ein Ziel, um den Tag zu priorisieren
  2. Laserstrahl: Bündeln Sie Ihre Energie und blenden Sie alles andere aus
  3. Rückblickende Betrachtung: Lassen Sie den Tag Revue passieren und identifizieren Sie, was gut gelaufen ist und was nicht. Planen Sie für den nächsten Tag Verbesserungen ein
  4. Energie tanken: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Batterien von Zeit zu Zeit aufgeladen werden

Zu jedem dieser Elemente werden in dem Buch insgesamt 87 praktische Tipps („Taktiken“) vorgestellt. Einige dieser Tipps werden Ihnen bekannt vorkommen, andere sind vielleicht neu. Schwer umzusetzen sind sie alle nicht, meist steht uns unsere mangelnde Vorstellungskraft im Wege: „Das kann man doch nicht machen“. Doch, Sie können. Wer sagt Ihnen, dass Sie sich immer benachrichtigen lassen müssen, wenn eine neue E-Mail im Eingangskorb landet? Gibt es dafür eine Verfahrensanweisung?

Sympathisch ist, dass die Autoren nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daherkommen und ihren Ansatz größer machen als er ist. Sie finden in dem Buch eine ganze Anzahl hilfreicher Hinweise, wie Sie dem Effizienzkiller „Ablenkung“ ein Schnippchen schlagen können. So weisen Sie darauf hin, dass nicht alle Tipps für alle Mitmenschen in allen Situationen funktionieren und fordern immer wieder zum Ausprobieren auf. Allerdings merkt man durchaus, dass die Autoren aus der Silicon-Valley-Kultur kommen, indem selbstbestimmtes Arbeiten eher die Regel als die Ausnahme ist. Interne Ablenkungen spielen dort vermutlich eine größere Ablenkung als externe. In der klassischen Industriekultur bei uns verhält es sich vermutlich umgekehrt.

Ab und zu lassen uns die Autoren ab und zu über ihre Schultern schauen. Sie berichten, wie Sie selbst die Taktiken anwenden, wie sie dazu gekommen sind und was bei Ihnen funktioniert hat und was nicht. Das lockert auf und hilft, die Taktiken besser zu verstehen.

Mir hat das Buch gut gefallen. Es liest sich leicht und locker und bietet den einen oder anderen wertvollen Hinweis. Erwarten Sie jedoch kein umfangreiches in sich geschlossenes System á la Getting Things Done. Das liefert das Buch nicht und will es auch gar nicht liefern. Wenn Sie allerdings praktische Tipps für den Alltag bekommen möchten, dann lohnt es sich, dieses Buch näher unter die Lupe zu nehmen.

 

… und hier erleben Sie Jake Knapp in voller Pracht

"Make Time" by Jake Knapp at Lean Product Meetup

 

 

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Redline Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

BTW: Ich freue mich, wenn ich ab und zu ein Buch zum Rezensieren geschickt bekomme. Die Bücher, die mir gut gefallen, bespreche ich, über die anderen schweige ich mich aus. Ich habe keinen Gefallen an Verrissen, schließlich bin ich nicht Reich-Ranicki.

 

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Wie Sie die letzten 10 Minuten des Arbeitstags nutzen

Sie kennen das. Der Arbeitstag neigt sich dem Ende zu und Sie freuen sich darauf, was da noch kommt: Zeit mit den Kindern, Vereinslben, Sport oder Hobby. Wer scharrt da nicht vor Feierabend mit den Füßen und kann den Augenblick kaum erwarten, das Büro zu verlassen? Klar, dass es uns schwer fällt, vor dem Zuklappen des Laptops, den Arbeitstag noch einmal Revue passieren zu lassen und ihn mit einem Ritual sauber abzuschließen.

Jedoch hat es einen gewaltigen Nachteil, den Arbeitsplatz fluchtartig zu verlassen. Viele Menschen halten es für erstrebenswert, „nichts von der Arbeit mit nach Hause zu nehmen“. Sie wissen, dass es die Freizeitaktivitäten erheblich beeinträchtigen kann, wenn man Probleme aus dem Betrieb auch nach Feierabend mit sich herumschleppt. Die berühmter Trennung von „Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps“ will dann einfach nicht gelingen.

Die Psychologin Bljuma Wulfowna Zeigarnik hat dies mit einem Effekt erklärt, der später dann auch nach ihr benannt wurde:

Der Zeigarnik-Effekt ist ein psychologischer Effekt über die Erinnerung an abgeschlossene im Gegensatz zu unterbrochenen Aufgaben. Er besagt, dass man sich an unterbrochene, unerledigte Aufgaben besser erinnert als an abgeschlossene, erledigte Aufgaben.

Oder einfach gesagt, Ihr Gehirn erinnert Sie immer wieder an unabgeschlossene Aufgaben. Und genau das ist es, was eine Trennung von Arbeits- und Privatleben, die für unsere Erholung so wichtig ist, erschwert oder sogar verhindert.

Sie sehen, es macht durchaus Sinn, den Tag mit einem Ritual abzuschließen, um dem Gehirn die Beendigung einer Handlung quasi „vorzutäuschen“. Wie das geht, zeigt Brittany Lyte in ihrem Artikel The 5 Best Ways to Spend the Last 10 Minutes of Your Workday:

1. Erledigen Sie einfache Tätigkeiten

Im Laufe des Tages gibt es immer wieder Tätigkeiten, die unter die 2-Minuten-Regel fallen. Guru David Allen empfiehlt, eine Arbeit sofort und selbst auszuführen, wenn Sie innerhalb von 2 Minuten erledigt werden kann. Das ist die eine Möglichkeit. Die andere: Sammeln Sie diese Aufgaben und erledigen Sie diese vor Feierabend im Stapel.

2. Sehen Sie Ihre Aufgabenliste durch

Meine Arbeit organisiere ich nach Art der Pomodoro-Technik in Time-Boxes. Das heißt, mein Arbeitstag ist in 30-Minuten-Zeiteinheiten organisiert. Ich vergleiche am Ende des Tages immer meine Schätzung, wie viele Time-Boxes ich für eine Aufgabe gebraucht habe, mit der tatsächlich verwendeten Zahl. Wo habe ich länger gebraucht, wo war ich früher fertig? Lassen sich die Unterschiede erklären? Welche Schlüsse kann ich daraus ziehen, um am Folgetag produktiver zu werden?

3. Schreiben Sie die Aufgabenliste für morgen

Für den nächsten Tag erstelle ich (übrigens mit Papier und Bleistift) eine Liste der Aufgaben die ich angehen werde. Außerdem schätze ich, wie viel Time-Boxes ich dafür brauchen werde. Der Vorteil: Ein Blick auf den Zettel hilft mir am nächsten Morgen, mich schnell auf das zu konzentrieren, was zu tun ist.

4. Räumen Sie Ihren Schreibtisch auf

Machen Sie auf Ihrem Schreibtisch klar Schiff, bevor Sie gehen. Das vermittelt Ihnen die Botschaft, das Alte hinter sich gebracht zu haben. „Morgen ist ein neuer Tag“, heißt es immer und da passt es schlecht ins Bild, wenn das Geraffel vom Vortag noch auf dem Tisch liegt.

5. Verabschieden Sie sich

So halte ich es insbesondere dann, wenn ich in Sachen Workshops unterwegs bin. Bevor ich nach Hause fahre, räume ich den Tagungsraum gemütlich auf. Wenn ich dann gehe, drehe ich mich an der Tür noch einmal um und lasse den Blick durch den Raum schweifen. Vordergründig dient das der Vergewisserung, ob ich vielleicht doch noch etwas vergessen habe. Mindestens genauso wichtig ist, das ich den Tag noch einmal vorübergehen lasse und mich bewusst von Ort und Auftrag verabschiede. Erst dann ist für mich der Workshop wirklich beendet.

Wenn Sie diese abschließenden Handlungen am Ende des Tages zur Gewohnheit machen, werden Sie vermutlich wirklich nicht länger als zehn Minuten brauchen. Aber auch, wenn es eine halbe Stunde wird, Sie werden auf Dauer davon profitieren.

Probieren Sie es aus, es lohnt sich!

fancycrave1 / Pixabay

 

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Die „Full List of Official No-List Systems“

Es gibt Autoren, die To-Do-Listen in Bausch und Bogen verdammen, weil sie angeblich nicht funktionieren könnten. Statt dessen werden dann Lösungen präsentiert, die dann doch wieder auf Listen hinauslaufen, jedoch anders strukturiert sind. Bis jetzt zumindest konnte mich noch keines der Argumente gegen die gute alte Aufgabenliste überzeugen.

Aber das ist ja nur meine bescheidene Meinung. Wenn Sie eine andere Ansicht haben, dann lohnt sich vielleicht ein Besuch auf der Website des britischen Zeitmanagement-Gurus Mark Forster. Dort finden Sie eine Full List of Official No-List Systems.

Ein Beispiel für eine solche Anti-Liste ist die 3T-Liste:

  1. Schreiben Sie drei Aufgaben auf
  2. Bearbeiten Sie die Aufgaben in beliebiger Reihenfolge, bis zwei erledigt sind
  3. Fügen Sie zwei weitere hinzu (so dass es wieder insgesamt drei Aufgaben sind)
  4. Wiederholen Sie das Prozedere ab dem 2. Schritt (erledige zwei, füge zwei hinzu) bis „der Arzt kommt“

Diese Listen gehören offensichtlich zu Forsters „Final Version (FV) time management system“, das Sie hier erklärt bekommen. Leider kann ich nur auf diese Seite verweisen, da ich mich mit diesem Ansatz noch nicht beschäftigt habe.

Sarah Michele Ford weiß mehr und hat über das Final Version (FV) time management system ein Video publiziert:

 

Wie auch immer, ich bleibe bei meinen Leiisten.

 

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Tun Sie nichts!

In produktiven Zeiten wie diesen kann man gar nicht oft betonen, wie wichtig es ist, ab und zu einfach nichts zu tun. An anderer Stelle habe ich Astrid Lindgren bereits zitiert, doch gefällt mir ihre Äußerung so gut, dass ich sie gerne wiederhole:

Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen…

Leute, die ständig unter Strom sind, tun sich keinen Gefallen. Denn ab und zu nichts zu tun, hilft unserem Unbewusstem, an Problemlösungen zu arbeiten und uns dann mit kreativen Lösungen zu überraschen.

Wie man das Nichtstun in seinen Alltagsleben einbauen kann, zeigt uns Shelly Tygielski in dem Artikel The Benefits of “Doing Nothing”: Five Ways to Find Creativity Through Reflection:

1. Verfolgen Sie Ihren derzeitigen Tagesplan und analysieren Sie ihn
2. Legen Sie Laptop und Smartphone zur Seite
3. Nehme Sie die Natur um Sie herum bewusst wahr
4. Achten Sie während Stillständen auf Ihre Gedanken
5. Tun Sie absolut gar nichts

The Benefits of “Doing Nothing”: Five Ways to Find Creativity Through Reflection

 

Ich selber meditiere mindestens 20 Minuten jeden Tag. Wenn ich zum Beispiel meinen Vater im Seniorenheim besuche, dann verbinde ich den Besuch mit einer Meditation in der dortigen Kapelle. Auf dem Weg zurück, nehme ich oft einen Umweg und versuche, mit allen Sinnen die Umgebung wahrzunehmen und eine Art Gehmeditation durchzuführen.

Auf diese Weise habe ich die Meditation in meinen Alltag „eingebaut“. Das geht sehr gut. Wenn Sie bewusst Ihren Tag betrachten (s.o. Punkt 1), werden auch Sie eine Gelegenheit finden, „nichts“ zu tun.

Da bin ich mir sicher.

bogitw / Pixabay

 

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5 Handlungen, die Ihren Tag verbessern

Bei meinen Streifzügen durch die Weiten des Internets stolpere ich immer wieder einmal über Artikel, die unscheinbar daher kommen, aber nützliche Hinweise beinhalten. Josh Spector hat einen solchen Beitrag geschrieben: Five Ways To Make Your Day 5x Better Than It Is Right Now.

Was der Titel verspricht, hält der Beitrag auch. Sie erfahren, wie Sie mit fünf einfachen Handlungen Ihr Tag und, mehr noch, Ihr Wohlbefinden verbessern können. Josh empfiehlt:

  1. Tun Sie etwas Wirkungsvolles, das Sie heute auch abschließen können
  2. Tun Sie etwas, von dem Sie bereuen, es nicht gestern getan zu haben
  3. Tun Sie etwas, mit dem Sie jemanden angenehm überraschen
  4. Tun Sie etwas, das Sie bisher vermieden haben
  5. Tun Sie etwas nur für sich

Ich finde, die Tipps von Josh heben sich wohltuend vom Produktivitäts-Einerlei ab, das man in den meisten Beiträgen geboten bekommt. Sie lesen sich auf den ersten Blick banal, aber wenn man Sie hinterfragt, bemerkt man ihren Tiefgang. Ich denke, wenn man nur einen oder zwei dieser Hinweise befolgt hat man schon viel für die eigene Zufriedenheit getan.

Probieren wir es aus!

Alexas_Fotos / Pixabay

 

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Vordrucke für Ihren analogen Planer

Papier und Stift feiern durch den Hype um das Bullet Journal eine fröhliche Wiederauferstehung. Nun sind ein Wesensmerkmal dieses Organisationsmittels die selbst gestalteten bunten Seiten. Kreativität ist hier nicht nur erlaubt, sondern geradezu gefordert. Um ehrlich zu sein, mir erscheint das Ganze unter dem Nutzen-Aufwand-Aspekt fragwürdig zu sein, wie ich ja auch schon bei der Besprechung des Buchs von Diana Meier-Soriat geschrieben habe.

Einen Mittelweg schlägt Nancy Messieh in ihrem Beitrag 4 Digital Hacks for Your Bullet Journal That Always Work vor. Um sich das aufwändige Anlegen der Seiten zu ersparen, empfiehlt sie den Ausdruck vorgefertigter Vorlagen.

Sie verweist dazu auf eine ganze Reihe von Websites, mit denen Sie Vordrucke erstellen oder fertige Designs per Download beziehen können. Sie erfahren auch, wie Sie diese Vorlagen in Ihr Bullet Journal einbinden.

Es gibt Links zu Templates

  • für leere Blätter mit Gitterstruktur („dotted paper“)
  • von Kalendern (hier der Link für den 2019-Kalender)
  • für Sticker und Stempel (das erinnert mich ein wenig an Poesiealben).

Ich möchte nicht versäumen, Sie in diesem Zusammenhang noch einmal auf D*I*Y Planner hinweisen. Gemäß dem Motto „the best thing in printing since Gutenberg“ stellt Ihnen diese Website eine Unmenge aller möglichen Vordrucke zur Verfügung. Ich denke, hier gibt es wirklich alles, was das Herz begehrt.

Schöpfen Sie aus dem Vollen.
Allerdings müssen Sie damit rechnen, dass echte Bullet-Jounal-Puristen die Nase rümpfen.

LUM3N / Pixabay

 

Das Buch zum Artikel (Werbung)

 

 

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