Archiv der Kategorie: Selbstorganisation

Entfernen Sie Ihre mentalen Bremsklötze (Teil 2)

Hier und heute der zweite Teil von Gilbert Ross‘
20 Mental Barriers You Should Let Go Of :

  1. Ängste und Befürchtungen
    Sorgen gehören zum Leben. Unbegründete Sorgen verzerren allerdings die Wahrnehmung und trüben die Urteilsfähigkeit. Fragen Sie sich, wie groß die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten des befürchteten Ereignisses ist und welche Tragweite es hat. Oft relativierten sich die Befürchtungen dann.
  2. Kummer aus der Vergangenheit
    Verletzungen heilen manchmal langsam. Doch irgendwann ist es Zeit, ein Kapitel abzuschließen.
  3. Schlechte Erinnerungen
    Dasselbe gilt für unangenehme Erfahrungen, wie Peinlichkeiten oder Fehler, die Sie gemacht habe. So etwas kann man lange mit sich herumschleppen, doch was geschehen ist, ist geschehen. Lernen Sie daraus für die Zukunft und seien Sie nicht allzu streng mit sich.
  4. Unnütze Dinge
    Was schleppen Sie an unnützen Zeug mit sich herum? Vielleicht ist es Zeit, gründlich aufzuräumen und sich von überflüssigem Krempel zu befreien. Das gilt übrigens nicht nur für materielle Dinge.
  5. Schlechter Umgang
    Mit welchen Leuten umgeben Sie sich? Sind diese Menschen für Sie eine Stütze oder werden Sie von ihnen eher „heruntergezogen“? Ich habe vor einiger Zeit beschlossen, mich von Einbahnstraßenbeziehungen zurückzuziehen. Das sind Beziehungen, bei denen in der Hauptteil in der Beziehung von mir geleistet wird, aber wenig bis gar nichts zurückkommt.
  6. Die Idee, ein Produkt der Vergangenheit zu sein
    Sicher wirft die Vergangenheit ihre Schatten in die Gegenwart. Dennoch: Wollen Sie sich von der Vergangenheit lähmen lassen oder ziehen Sie einen Neuanfang vor. Sie entscheiden!
  7. Sich selbst gleichsetzen mit dem Job oder/und der Rolle
    Hüten Sie sich davor, sich lediglich über Ihren Beruf oder Ihre Rolle zu definieren. Sie und Ihre Arbeit sind nicht identisch. Nehmen Sie sich als der/die, der/die Sie sind, nämlich als einzigartigen Menschen.
  8. Kontraproduktive Angewohnheiten
    Haben Sie Angewohnheiten, die Ihnen schaden und/oder Sie daran hindern, das zu tun, was Sie wirklich möchten? Dies kann alles sein: Rauchen, zu wenig Bewegung, übermäßiges Essen und Trinken usw.
  9. Dinge zu persönlich nehmen
    Wir sollten uns immer wieder fragen, ob eine Bemerkung oder auch Kritik wirklich an uns persönlich gerichtet ist. Niemand möchte gerne zurückgewiesen werden. Vielleicht sind wir aber gar nicht persönlich gemeint, sondern es wird etwas ganz anderes adressiert.
  10. Die tickende Uhr
    Denken Sie nicht immer an die tickende Uhr. Sie müssen nicht immer produktiv sein. Sie dürfen sich auch erlauben, ab und zu die Zeit zu verplempern. Oder wie Astrid Lindgren sagt:

Und dann muss man ja auch noch Zeit haben,
einfach da zu sitzen und vor sich hin zu schauen.

annca / Pixabay

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Entfernen Sie Ihre mentalen Bremsklötze (Teil 1)

Wir alle kennen Sie, diese mentalen Blockaden, die uns davon abhalten, Dinge zu tun, die wir tun möchten, sollen oder müssen. Der „innere Schweinehund“ ist so ein Bremsklotz, aber es gibt noch einige mehr. Gilbert Ross kennt sie und hat sie in seinem Artikel Reboot Your Life: 20 Mental Barriers You Should Let Go Of beschrieben. Hier sind die ersten zehn:

  1. Unnötige Bindungen
    Ist es notwendig, sich von so vielen Dingen abhängig zu machen? Wir meinen, so viel zu brauchen, aber benötigen wir dies alles tatsächlich? Abhängigkeit schränkt ein, macht uns unflexibel. Übrigens gilt das auch für Beziehungen. Ist es jede Beziehung wert, das sie einseitig von mir gepflegt wird?
  2. Schuldgefühle
    Machen Sie sich nicht klein durch Schuldgefühle. Gewiss, manchmal hat man allen Grund zu bereuen. Dennoch ist es besser, Fehler als Chance zu begreifen, es das nächste Mal besser zu machen, als sich in Selbstanklagen zu ergehen.
  3. Negatives Denken
    Hüten Sie sich vor Catastrophizing. Stets das Schlechtestes anzunehmen, beeinträchtigt Ihr Leben und das Ihrer Umgebung.
  4. Übertriebene Selbstkritik
    Verwechseln Sie Selbstkritik nicht mit Selbstkasteiung. Wir alle machen Fehler, sonst wären wir keine Menschen.
  5. Voreingenommenheit
    Infolge von Vorurteilen verpassen wir manch günstige Gelegenheit, interessante Mitmenschen näher kennen zu lernen. Setzen Sie Ihre Vorannahmen auf den Prüfstand!
  6. Zwanghaftes Denken
    Behalten Sie nicht Dinge bei, nur weil Sie es so gewohnt sind. Entrümpeln Sie von Zeit zu Zeit. Sind sie immer noch nützlich?
  7. Gier nach Anerkennung
    Wir alle brauchen die Anerkennung durch Andere. Aber auch hier gilt: Die Dosis macht das Gift (Paracelsus). Hüten Sie sich, etwas nur deshalb zu machen, damit Sie anderen gefallen. Entwickeln Sie für Ihren Erfolg Ihren eigenen Maßstab.
  8. Einschränkende Glaubenssätze
    Die Transaktionsanalytiker setzen den Antreibern die Erlauber entgegen. Was treibt Sie an?
  9. Groll
    Jeder hat das Recht, enttäuscht oder wütend zu sein. Allerdings wird es problematisch, wenn daraus Groll wird. Groll führt zur Verbitterung, die im schlimmsten Fall einsam machen kann.
  10. Aufschieberitis
    Wenn Sie Angst vor dem Scheitern haben, dann fangen Sie manche Aufgaben wahrscheinlich gar nicht erst an. Das Problem, damit sind Sie schon gescheitert, bevor Sie überhaupt begonnen haben. Scheitern ist nicht schön, gehört aber mit zum Leben. Aller Anfang ist schwer (aber nicht unmöglich).

Kennen Sie auch solche Blockaden?

Sackgasse

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10 einfache E-Mail-Regeln für Teams

Immer mehr Teams ersetzen in ihrer Zusammenarbeit die gute alte Tante E-Mail durch eigens dafür konzipierte Software (Groupware). Bekannte Beispiele für solche Anwendungen sind etwa Asana, Trello, Jira & Co. (hier eine kleine Übersicht).
Dennoch weiß ich von meinen Kunden, dass auch heute noch besonders innerhalb gemeinsamer Projekte unterschiedlicher Firmen immer noch auf das Medium E-Mail zurückgegriffen wird.

Für solche Fälle hat Boris Veldhuijzen van Zanten seinen Artikel 10 simple rules to make email (within teams) more efficient geschrieben. Er empfiehlt.

  1. Antworten Sie nicht auf jede Nachricht
    Auch wenn Sie ein höflicher Mensch sind, sollten Sie sich fragen, ob tatsächlich jeder Mail ein „Dankeschön“ folgen muss. Das bläht den Eingangskorb Ihrer Partner auf und lenkt sie ab. Sparen Sie sich überflüssige Reaktionen.
  2. Schreiben Sie nicht wegen jeder Kleinigkeit
    Nicht jeder Gedankenblitz muss sofort in eine E-Mail umgesetzt werden. Machen Sie sich stattdessen Notizen und gehen Sie diese später noch einmal durch. Dann können Sie immer noch entscheiden, ob Sie eine Nachricht absetzen möchten.
  3. Fragen Sie die E-Mail-Vorlieben Ihrer Partner ab
    Klären Sie im Team ab, wie die E-Nachrichten gestaltet werden sollen. Kann man Sie irgendwie standardisieren. Sie merken schon, wenn Sie das konsequent zu Ende denken, landen Sie zwangsläufig bei der Groupware.
  4. Je kürzer die Mail, desto besser
    Das muss nicht weiter erklärt werden. Die E-Mail ist digital das, was die Postkarte analog ist. Kennen Sie die zwei-, drei-, vier-, fünf-Sätze-Verpflichtung?
  5. Ist die E-Mail tatsächlich das beste Medium für die Nachricht?
    Manchmal ist es besser von schriftlich auf mündlich zu wechseln. Insbesondere, wenn es um heikle oder konfliktbeladene Dinge geht. Es gibt ja auch noch andere Medien, wie z.B. Skype oder das gute alte Telefon. Für extrem kurze Fragen, die einer extrem kurzen Antwort bedürfen, ist der firmeninterne Messenger die richtige Lösung.
  6. Halten Sie Ihre Gefühle außen vor
    Ich habe in meiner Laufbahn schon die schlimmsten Dinge infolge missverstandener E-Mails erlebt. Da helfen auch keine Emojis. Schreiben Sie keine E-Mails, wenn Sie ärgerlich sind. Greifen Sie stattdessen zum Telefonhörer oder noch besser: Gehen Sie hin und suchen das persönliche Gespräch.
  7. Verschicken Sie keine ellenlange Anhänge
    Nicht alle Unternehmen stellen ihren Mitarbeitern unbegrenzten Speicherplatz zur Verfügung. Richten Sie für die Zusammenarbeit ein gemeinsames Laufwerk für Dokumente ein. Wie Sie so etwas professionell bewerkstelligen, zeigen Ihnen Jan Fischbach und Wolf Steinbrecher im Praxisbuch Informationsmanagement.
  8. Verwenden Sie CC sparsam
    Benutzen Sie CC bitte nicht nur deshalb, weil Sie es können. Je mehr Leute Sie im Verteiler stehen haben, desto weniger von diesen Leuten werden Ihre Nachricht lesen. Oft ist ein aufgedunsener CC-Verteiler doch nur ein Merkmal einer ausgeprägten Absicherungsmentalität
  9. Benutzen Sie BCC, wenn es angebracht ist
    Wenn Sie doch einmal eine Nachricht an viele Absender schicken müssen, verwenden Sie die BCC-Funktion. Nicht jeder will jedem seine E-Mail-Adresse zukommen lassen.
  10. Verschicken Sie überhaupt keine E-Mail
    Das Versenden von E-Mails ist zwar einfach, aber nicht immer angebracht. Gehen Sie bitte verantwortungsvoll mit E-Mails um. Ihre Partner werden es Ihnen danken.

Postkasten Arona

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Wie Sie Ihre Aufgaben mit Thunderbird organisieren

Ich sag es mal vorweg, auch wenn ich mich bei manchen Zeitgenossen unbeliebt mache. Wenn Sie die Möglichkeit haben, preisgünstig an MS Outlook zu kommen, z. B. über eine Mitarbeiterlizenz Ihres Unternehmens, dann tun Sie es. Outlook ist zusammen mit Trello für mich immer noch das Mittel der Wahl für die Organisation meiner Aufgaben.

Allerdings frage ich mich hin und wieder, was ich benutzen würde, stünde mir Outlook nicht zur Verfügung. Aufgrund positiver Erfahrungen in der Vergangenheit kommt mir dann sofort Thunderbird in den Sinn. Das Programm ist umsonst und offenbar können Sie damit auch ganz hervorragend Ihr Aufgabenmanagement gestalten. Wie das gehen könnte, habe ich im ToolBlog in diesen Beiträgen festgehalten:

  1. GTD® mit Thunderbird
  2. 10 Add-ons für Thunderbird und das Exchange-Problem

Nun ist noch ein anderer Artikel dazu gekommen, der allerdings schon etwas angestaubt zu sein scheint. Er stammt von Katy Whitton und hat den Titel  Getting Things Done with Thunderbird.

Ein Problem ist allerdings (zumindest für mich) immer noch ungeklärt. Wie bekommen ich die Daten mit einem Exchange-Server syncronisiert?
Falls zu dieser Frage eine Leserin oder ein Leser inzwischen eine Antwort gefunden hat, dann wäre ich für einen entsprechenden Kommentar überaus dankbar.

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20 grundlegende Zeitmanagementtipps

Mitunter wird man mit derartig vielen klugen Ratschlägen zur persönlichen Produktivität überhäuft, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Deshalb ist es sinnvoll, sich wenigstens ab und zu einmal wesentliche Grundsätze in Erinnerung zu rufen. Die Zeitmanagement-Basics sozusagen.

Vor einiger Zeit ist mir ein Artikel von Richard Feloni aufgefallen, der genau das tut. Er beschreibt die 20 Time-Management Lessons Everyone Should Learn In Their 20s. Diese sind:

  1. Zeit ist immer. Es kommt auf die Prioriäten an!
    Viele mögen den Ausdruck „Zeitmanagement“ nicht. Denn Zeit kann man nicht managen, sie ist einfach da. Was Sie managen können, ist Ihre Aufmerksamkeit. Welchen Tätigkeiten verdienen Ihre Aufmerksamkeit jetzt im Moment?
  2. Der Tag ist schneller rum als man glaubt
    Bei der Planung verschätzen wir uns oft und müssen dann feststellen, dass wir für unsere Aufgaben „viel zu wenig Tag“ zur Verfügung haben. Haben Sie Mut zur Lücke und rechnen Sie mit der Hälfte.
  3. Nutzen Sie es, wenn Sie einen „Lauf“ haben
    Hier geht es um Ihre Energie. Wenn es gerade flutscht, dann bleiben Sie dran. Wenn es partout nicht laufen will, dann erledigen Sie einfache Routinearbeiten oder pausieren Sie.
  4. Vergessen Sie Multitasking!
    Viele Tätigkeiten gleichzeitig führen zur Verzettelung. Verzettelung ist der Feind der Konzentration.
  5. Begrenzte Zeit fördert die Fokussierung
    Arbeiten Sie mit festen Zeitblöcken (Time-Boxing). Verpflichten Sie sich zum Beispiel, eine halbe Stunde fest am Ball zu bleiben.
  6. Arbeit erledigen Sie am besten durch Arbeiten
    Die Arbeit erledigt sich nicht von allein. Fangen Sie einfach an. Der „Flow“ kommt dann schon. Nicht immer, aber oft. Manchmal macht es deshalb Sinn, eben nicht am Anfang des Tages „den Frosch zu schlucken“, sondern mit einfachen Tätigkeiten zu beginnen um in Schwung zu kommen.
  7. Arbeiten Sie iterativ
    Legen Sie los und arbeiten Sie mit kurzen Feedbackschleifen. Die Projektmanager unter den Lesern wissen, was damit gemeint ist.
  8. Mehr Stunden bedeuten nicht mehr Produktivität
    Dieser Satz ist selbsterklärend.
  9. Trennen Sie verschíedene Aufgabentypen voneinander
    Sie kennen das vom Brainstorming. Wenn Sie Ideen sammeln, dann halten Sie sich mit der Wertung zurück. Die kommt nachher.
  10. Setzen Sie wichtige Besprechungen früh am Tag an
    Hier bin ich dezidiert anderer Meinung. Ich habe es schon immer gehasst, meine Zeit mit Besprechungen zu vertrödeln, wenn ich auf dem höchsten Energielevel bin, nämlich vormittags.
  11. Arbeiten Sie mit Zeitblöcken
    Reservieren Sie bestimmte Zeitfenster um bestimmte Routineaufgaben en bloc zu erledigen. Zum Beispiel die Durchsicht des E-Mail-Posteingangs.
  12. Legen Sie einen Sprint ein
    Dieser Tipp korreliert mit (5). Eine der bekanntesten Methoden so zu arbeiten, ist die Tomatentechnik.
  13. Schneiden Sie den Elefant in Scheiben
    Lassen Sie sich nicht von großen Aufgaben demotivieren. Zerlegen Sie sie in kleine handhabbare Teilschritte.
  14. Nicht alle Aufgaben sind gleich wichtig
    Hier geht es um das Priorisieren. Mein Favorit: Der Ansatz von Michael Linenberger, die One Minute To-Do List
  15. Arbeiten Sie mit der „Aufgabe des Tages“
    Für mich gibt es drei bis fünf Aufgaben, die unbedingt am heutigen Tag erledigt werden müssen. Nähere Infos finden Sie unter (14).
  16. Delegieren Sie!
    Ein guter Tipp, wenn Sie jemanden zum Delegieren haben.
  17. Denken Sie an heute und morgen
    Grübeln Sie nicht zuviel über die vergangenen Tage nach. Sie sind gelaufen. Konzentrieren Sie sich auf das Heute und das Morgen.
  18. Setzen Sie sich für jede Aufgaben eine Deadline
    Auch hier bin ich anderer Meinung. Ich glaube, mit „künstlichen“ Deadlines verschaukeln Sie sich selbst. Sie wissen schon, dass Sie sie nicht ernst nehmen müssen.
  19. Machen Sie sich Notizen, immer
    Alles aus dem Kopf! Dann vergessen Sie nichts und werden nicht ständig von Dingen abgelenkt, die unerledigt im Kopf herumschwirren.
  20. Lagern Sie Ihre Ideen aus
    Das ist Tipp (19) etwas anders formuliert.

Die Liste, die Richard zusammengestellt hat, basiert auf einer Präsentation von Étienne Garbugli mit dem Titel 26 Time Management Hacks I Wish I’d Known At 20.

Ich finde, auch wenn Sie schon älter sind als 20, diese Tipps sind immer nützlich!

JESHOOTS / Pixabay

PS: Eine Frage an die Experten. Vor einiger Zeit sollte man keine Slideshare-Präsentationen in die eigenen Blogartikel einbinden, um in der Juristenrepublik Deutschland Abmahnungen zu vermeiden. Hat sich durch die Übernahme durch LinkedIn etwas daran geändert?

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Die Sammlung von To-do-Listen

Ich hatte es schon mehrfach erwähnt. Vorschläge für nützliche und vor allem praktikable Aufgabenlisten finden Sie im Netz wie Sand am Meer.  Man kann schon leicht den Überblick verlieren.

Da ist man froh, wenn sich jemand die Mühe macht und eine Übersicht gängiger Ansätze für To-do-Listen veröffentlicht. Eine derartige Zusammenstellung finden Sie auf der Website mit dem bezeichnenden Namen: Best To-do List. In der „A Collection of Successful To-Do List Approaches“ finden Sie alle möglichen Varianten der To-do-Liste, zum Beispiel:

  • Listen auf Karteikarten
  • Ein einfaches System für Gmail
  • Listen unter Verwendung von Screenshots (!)
  • Die Kombination aus Papier, Mind-Map und Smartphone

und manches mehr.

Ich muss zugeben, einiges finde ich schon etwas schräg, z. B. die Spielkartenmethode. Anderes verwende ich selbst mit einigem Erfolg, nämlich die „Total Workday Control“ – Liste nach Michael Linenberger.

Wenn Sie auf der Seite stöbern, dann beachten Sie auch die Recent To-Do Reviews in der rechten Spalte. Dort finden Sie noch ein paar Möglichkeiten mehr.

Alle Methoden sind eingehend beschrieben, teils mit Video, teils reichhaltig bebildert. Sie finden knappe Anleitungen ebenso wie eine Aufzählung von Pro und Contra.

Best To-do List ist allemal einen Blick wert, wie ich finde.

bohed / Pixabay

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Varianten, einen Kalender zu nutzen

In meinen Workshops zum Zeitmanagement empfehle ich immer, den Kalender für Aufgaben bzw. Tätigkeiten mit festem Start und festem Ende zu verwenden. Beispiele für solchen Einträge sind:

  • Besprechungen
  • Besuche von Kunden
  • Arzttermine

Kurz: Es handelt sich um Zeitspannen, in denen Sie nichts anderes tun können. Diese Tätigkeiten/Aufgaben werden im Kalender geblockt. Alle anderen Aufgaben kommen bei mir auf eine To-do-Liste.

Das kann man so machen, muss es aber nicht. Niklas Goeke schlägt in seinem Artikel How To Get The Most Out Of Your Calendar weitere Verwendungsmöglichkeiten vor:

Der voll ausgefüllte Kalender

Hier wird jede freie Fläche im Kalender ausgefüllt. Es darf sprichwörtlich kein freier Zeitraum mehr übrig bleiben. Ich verhehle nicht, dass ich von dieser Vorgehensweise nichts halte, denn ich denke, sie ist einfach nicht durchführbar. Es handelt sich hier um ein überbestimmtes System, wie der Ingenieur sagt. Was soll man etwa tun, wenn man für Unvorhergesehenes keinen Spielraum mehr hat? Das ist wie bei dem alten Kinderspiel Schiebefix. Sie brauchen immer etwas Luft, damit Sie sich bewegen können.
Außerdem müssen Sie wissen, wie viel Zeit eine bestimmte Tätigkeit in Anspruch nimmt. Das mag für Routinetätigkeiten funktionieren, ansonsten wird es schwierig bis unmöglich.

Der Zeitpuffer

Bei der guten alten ALPEN-Methode wird empfohlen, bei der Planung der Tätigkeiten einen Zeitpuffervorzusehen (P für Puffer). Niklas empfiehlt 50% Pufferzeit einzuplanen und diese auf Anfang und Ende der Tätigkeit zu verteilen. Wenn also eine Aufgabe eine Stunde dauert, sollten man zu Anfang 15 Minuten zusätzlich einplanen und am Ende ebenso 15 Minuten.

Planung nach Fiore

Über den Ansatz von Neil Fiore habe ich schon verschiedentlich berichtet. Hier werden nicht die Arbeitsphasen in den Kalender eingetragen, sondern die Pausen und andere „Freizeit“-Aktivitäten. Die Zeiten dazwischen arbeitet man in Zeitblöcken. Hilfreich ist dies in Kombination mit der Tomatentechnik.
Ich habe das schon ausprobiert. Es funktioniert gut, insbesondere bei persönlichen Projekten.

Verkaufen Sie Zeit an sich selbst

Der Titel ist ein wenig irreführend. Im Prinzip geht es darum, sich einen Zeitraum pro Tag freizuhalten, in denen man persönliche Anliegen verfolgt. Ich habe mit dieser Methode gute Erfahrungen gemacht. Jeden Arbeitstag arbeite ich eine Stunden an dem, was mir gerade am Herzen liegt. Fortschritte lassen sich auf diese Weise gar nicht vermeiden.

Mein Fazit

Für mich sind die ersten zwei Vorschläge nach wie vor nicht praktikabel. Ich bleibe dabei: Feste Zeiträume mit Start und Ende in den Kalender, alles andere auf entsprechende Listen. Die Neil-Fiore-Methode empfehle ich dann, wenn Sie hochkonzentriert an einer größern Aufgabe arbeiten wollen (müssen).

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Wie Sie sich etwas abgewöhnen

Letzten Montag habe ich einen Beitrag mit dem Titel Sie wollen sich ändern? Das bremst Sie aus! veröffentlicht. In Ergänzung dazu möchte ich Ihnen den Artikel von Judson Brewer empfehlen: A Simple Way to Break a Bad Habit.  Welche Zusammenhänge es zwischen der Achtsamkeit und Suchtverhalten gibt, erklärt Judson Brewer hier:

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Auf zum digitalen Frühjahrsputz!

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber von Zeit zu Zeit sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht (mehr). Nun habe ich mich bei den sozialen Medien schon auf das Wesentliche beschränkt und dennoch habe ich das Gefühl mich zu verzetteln. Verzetteln ist wiederum Gift für die persönliche Produktivität. Höchste Zeit zum Aufräumen also.

Bekanntlich gibt es keine Zufälle und so bin ich dieser Tage über einen Artikel gestolpert, der genau dies zum Thema hat: How to Eliminate Distractions and Organize Your Online Life in 8 Easy Steps. Der Verfasser Daniel Wallen empfiehlt:

  1. Schalten Sie alle Benachrichtigungen von sozialen Medien ab
    In meinen Workshops empfehle ich meinen Teilnehmern immer, die Benachrichtigunsfunktion von Outlook & Co auszuschalten. Es ist verführerisch, sofort im Eingangskorb nachzuschauen, was wohl gekommen sein mag. Warum wir das unbedingt wissen wollen, habe ich hier beschrieben. Leider finden Sie den Benachrichtigungsunfug auch anderswo, z. B. in Windows. Wie Sie ihn dort deaktivieren können, zeigt uns Roland Freist.
  2. Tragen Sie sich aus allen Newslettern u.ä. aus, die Ihnen keinen Mehrwert bringen
    Ja, ich gehe zu, ich kann die vielen Newsletter-Abos, die sich bei mir im Lauf der Jahre angesammelt haben, gar nicht mehr überschauen. Vielleicht werde ich mich des Tools unroll.me bedienen, mit der man ungenutzte Newsletter gleich bündelweise kündigen kann.
  3. Verlassen Sie alle Facebook-Gruppen, in denen Sie nicht aktiv sind
    Man könnte zwar die Abos der Nachrichten dieser Gruppen in der Timeline aufheben, aber warum nicht gleich Nägel mit Köpfen machen? Verlassen wir doch gleich die entsprechende Gruppe.
  4. Ent-liken Sie Facebookseiten, für die Sie sich nicht mehr interessieren
    Siehe (3)
  5. „Entfreunden“ Sie Menschen, mit denen Sie ohne besonderen Grund „befreundet“ sind
    Dieser Punkt trifft auf mich tatsächlich zu. Ich bin mal diesem Facebook beigetreten, um mit Familienmitgliedern und wirklichen Bekannten in Kontakt zu bleiben. Mittlerweise ist bei dem Konto doch eine Mischung aus dieser Gruppe, beruflichen Kontakten und völlig Unbekannten herausgekommen. Falls Sie also demnächst auf Facebook nicht mehr mit mir verbunden sein sollten, ist das nicht böse gemeint. Ich habe dann nur etwas aufgeräumt.
  6. Löschen Sie unbenutzte Telefonnummern
    Kalt erwischt. Die Zahl der Karteileichen in meiner Kontaktdatenbank wird immer größer. Auch hier ist die Folge wieder mangelnde Übersicht, nicht nur auf dem Desktop, sondern auch auf dem Mobilteil. Also: Kontakte sichern und dann gnadenlos „ausmisten“.
  7. Stoppen Sie unerwünschte Post und Telefonanrufe
    Obwohl bei uns die Regeln für derartigen Spam relativ eng gefasst sind, kommt es leider immer wieder vor, dass man ungebetene Post bekommt. Angeblich sollen die Robinsonlisten dagegen schützen. Ob das funktioniert, weiß ich nicht, ich habe es noch nicht ausprobiert.
  8. Gehen Sie diese Liste noch einmal in einem Monat durch
    Mit der persönlichen Produktivität ist es wie mit dem Gärtnern. Um Wildwuchs zu vermeiden, muss man immer wieder die Bäume zurückschneiden. Aus diesem Grund habe ich mir vorgenommen, zweimal im Jahr die o.a. Punkte abzuarbeiten.

Auch wenn die Liste sehr auf Facebook abhebt, so lässt sie sich doch sicher auch auf andere sozialen Netzt übertragen. Vielleicht sollte ich überhaupt einmal überlegen, in welchen Netzwerken ich Mitglied sein möchte. Eine Übersicht über die Abmeldung bei ausgewählten Netzwerken finden Sie hier.

Die Liste hat mich überzeugt, der digitale Frühlingsputz ist vorgemerkt.

orzalaga / Pixabay

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Sie wollen sich ändern? Das bremst Sie aus!

Man muss gar nicht vom Raucher zum Nichtraucher werden wollen, um zu wissen , wie schwer es ist, das eigene Verhalten zu ändern. Nicht umsonst lautet das amerikanische Sprichwort:

Old Habits Die Hard.

Ein feiner Trick besteht darin, die alte (ungewollte) Angewohnheit durch eine neue (gewollte) zu ersetzen. Zum Beispiel das Essen von Schokolade durch das Naschen von Nüssen. Sie merken schon, auch dieser Tipp lockt uns nicht hinter dem Ofen hervor. Vielleicht brauchen wir noch andere Tricks, die uns beim Verändern helfen.

Und tatsächlich lassen sich einige Hinweise ableiten, wenn wir die Fehler betrachten, die unsere Bemühungen sabotieren. Sam Thomas Davies nennt uns die  Top 10 Mistakes in Behaviour Change:

  1. Sie verlassen sich (allein) auf Ihre Willensstärke
    Eiserner Willen ist die harte Tour und tatsächlich schaffen es manche Menschen auf diese Weise. Meistens scheitern wir aber mit reiner Willensstärke: „Der Geist ist willig, das Fleisch ist schwach“. Schaffen Sie stattdessen kurze Feedbackschleifen für sich, indem Sie sich z.B. für kleine Schritte belohnen.
  2. Sie wollen Riesenfortschritte machen (anstatt Trippelschritte gehen)
    Einen großen Berg besteigt man, indem man (a) losläuft und (b) viele kleine Schritte macht. Eins nach dem anderen.
  3. Sie vernachlässigen die Umwelteinflüsse
    Wenn Sie Vegetarier werden wollen, dann sollten Sie Metzgereien meiden. Zumindestens zu Anfang.
  4. Sie wollen mit etwas aufhören, ohne es durch etwas anderes zu ersetzen
    Man verlernt am besten etwas dadurch, dass man etwas Neues lernt, das das „Vakuum“ füllt (s.o.).
  5. Sie führen Rückschläge auf mangelnde Motivation zurück
    Das hängt eng mit der Sache mit der Willensstärke zusammen. Gehen Sie ein Schritt nach dem anderen. Oder fragen Sie sich nach David Allen: Was ist der nächste physische Schritt?
  6. Sie ignorieren die Auslöser von Verhalten
    Analysieren Sie, was das ungewünschte Verhalten auslöst und versuchen Sie, in nächster Zeit diese Trigger zu vermeiden oder sich zumindest bewusst zu machen.
  7. Sie glauben, dass allein das Wissen ausreicht, um Verhalten zu ändern
    Verhaltensänderung erfolgt nur durch Wissen und Tun. Sie können zig Bücher über Achtsamkeit lesen, irgendwann sollten Sie mit dem Meditieren anfangen.
  8. Sie konzentrieren sich auf abstrakte Ziele anstatt auf konkretes Verhalten
    Noch einmal David Allen unter (5):
    Was ist der nächste Handlungsschritt? („What is the next action?“)
  9. Sie möchten Ihr Verhalten ein für alle mal ändern und nicht für eine kurze Zeit
    Gehen Sie nicht nur kleine Schritte, sondern setzen Sie sich auch kurze Fristen. Es ist leichter, etwas für einen Tag als für eine Woche als für einen Monat als für ein Jahr durchzuhalten.
  10. Sie folgen der Annahme, Verhaltensänderungen seien schwierig
    Es stimmt, wenn man nur den hohen Berg sieht, den man übersteigen will, dann kann das schon entmutigen. Aber das sollte nicht zur Lähmung führen. „Der längste Weg beginnt mit der ersten Schritt“, sagen die Chinesen.

In dem Artikel von Sam Thomas Davies finden Sie zu jedem Punkt einen Link, mit dem Sie das Thema vertiefen können.

BTW: Sam Thomas Davies folgt in seinem Artikel dem Ansatz Tiny Habits von BJ Fogg, über den ich selbst auch immer wieder gestolpert bin. Ein Zeichen, sich etwas näher damit zu beschäftigen.

Ein komplettes Programm zur Verhaltensänderung finden Sie auch bei Matthias Büttner:
Die THINK!-Methode.

PeterFranz / Pixabay

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