Archiv der Kategorie: Präsentieren

Tipps für Ihre Stegreifrede

Sie kennen die unangenehme Situation. Sie sitzen nichtsahnend auf einer Jubiläumsfeier, bei einem Familienfest oder einer anderen mehr oder weniger offiziellen Veranstaltung. Und urplötzlich wird die Bitte, nein die Aufforderung, an Sie herangetragen, doch „ein paar Worte“ zu sagen. Und nun sitzen Sie da und kommen nicht raus aus der Nummer.

Stegreifrede nennt der Fachmann das, was die Anwesenden nun von Ihnen erwarten. Zugegeben, oft passiert sowas nicht, aber wenn doch, dann ist guter Rat teuer. John Coleman ist so nett und gibt Ihnen 5 Tips for Off-the-Cuff Speaking völlig kostenlos, doch hoffentlich nicht umsonst. Er rät…

Machen Sie sich schnell eine Struktur

Ich empfehle hier die Dreiteilung aus dem guten deutsche Schulaufsatz: Enleitung – Hauptteil – Schluss. Machen Sie auf einer Serviette ein kurzes Brainstorming, was Sie wann sagen möchten. Fassen Sie zum Schluss noch einmal das Wesentliche zusammen, geben Sie einen kurzen Ausblick oder vermitteln Sie (Glück-) Wünsche, wenn es eine Festrede ist.

Starten Sie mit der Pointe

Überlegen Sie, wie Sie schon in der Einleitung die Zuhörer auf Ihre Seite bringen könnten. Vielleicht eine steile These, eine provokante Frage oder ein Witz. Seien Sie bei letzterem allerdings Vorsichtig. Humor ist nicht jedermanns Sache.

Denken Sie an Ihre Zuhörer

Überlegen Sie, mit welchen Geschichten oder Erfahrungen Ihre Zuhörer „abholen“ können. Dies zeigt, dass Sie Ihr Publikum kennen und es ernst nehmen. Damit fällt es Ihnen leichter, Neues zu vermitteln.

Prägen Sie sich das Was und nicht das Wie ein

Im schlimmsten Fall kann es passieren, dass Sie vor lauter nachdenken über die Form den Inhalt vergessen. Merken Sie sich drei Dinge, die Sie unbedingt „rüberbringen“ möchten.

Fassen Sie sich kurz

Kurt Tucholsky sagte einmal: „Du darfst über alles reden, nur nicht über 15 Minuten“. Dem ist nichts hinzuzufügen. Zwar möchten die Zuhörer gerne etwas hören, aber am liebsten bleiben Sie doch miteinander im Gespräch. Tun Sie ihnen den Gefallen.

Wenn Sie sich eingehender mit dem Thema „Reden aus dem Stegreif“ beschäftigen möchten, dann empfehle ich Ihnen die Hinweise von Bernhard Hohl, Angela Krenger und Melchior Glatthard: Aus dem Stegreif reden (pdf).

 

Übrigens ist „Stegreif“ ein altes Wort für „Steigbügel“. Der berittene Bote musste in kniffeligen Situationen die Botschaft vom Pferd herab vermitteln, aus den Steigbügeln heraus sozusagen.

Da sage noch einer, das Internet mache die Menschen dümmer.

 

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Richtig Präsentieren: 10 Tipps von Garr Reynolds

Sicher werden viele der Leserinnen und Leser Garr Reynolds als Autor des Bestsellers Presentation Zen kennen. Vor einige Jahren hat er bei TEDxKyoto einen Vortrag gehalten und erklärt Why Storytelling Matters.

Why storytelling matters | Garr Reynolds | TEDxKyoto

 

In einem Artikel mit dem Titel 10 tips for Improving Your Presentations Today listet er die wichtigste Tipps aus dem Vortrag noch einmal auf.

Schalten Sie den Computer aus

Lassen Sie zu Anfang der Präsentationsplanung den Computer aus dem Spiel und benutzen Sie Post-it-Notes und große Wandflächen. Nur so können Sie Ihre Ideen strukturieren und Zusammenhänge erkennen. Ein kleiner Bildschirm zeigt kein „Big Picture“.

Stellen Sie das Publikum an die erste Stelle

Machen Sie Ihre eigene Geschichte zu der Ihrer Zuhörer. Ihre Geschichte muss für sie nachvollziehbar, die Folgerungen daraus schlüssig sein. Dazu sollten Sie sich vor der Präsentation mit Ihrem Publikum auseinandersetzen. Welche Probleme treiben sie um, welche Wünsche und Erwartungen haben sie?

Geben Sie Ihrem Vortrag eine klare Struktur

Mein alter Chef sagte immer, ein Vortrag müsse stringent sein: Schlüssig, nachvollziehbar, zwingend in den Argumenten. Wie ein Vortrag aufgebaut sein kann, zeigt Cliff Atkinson in seinem Buch Beyond Bullet Points. Eine hervorragende Blaupause für Ihre Präsentationen.

Konzentrieren Sie sich auf die Kernbotschaft

Welche Kernbotschaft sollen die Zuhörer mit nach Hause nehmen, was sollen sie sich merken, was sollen sie tun? Verlieren Sie diese Kernbotschaft bei der Planung nie aus den Augen. Darum geht es!

Lassen Sie Unwesentliches weg

Ein Kenner der Zen-Philosophie sagte einmal: „Wenn Du nichts mehr weglassen kannst ohne dass es den Kern verändert, dann ist es perfekt.“ Lassen Sie alles weg, was nichts „zur Wahrheitsfindung beiträgt“. Es lenkt nur ab vom Wesentlichen. Übrigens gilt das nicht nur für Informationen, sondern auch für Designelemente.

Packen Sie das Publikum von Anfang an

Versuchen Sie, das Publikum von Anfang an zu begeistern. Beginnen Sie gleich zu Anfang mit einem Knaller. Die ersten Minuten entscheiden, ob Ihnen die Zuhörer weiter ihre Aufmerksamkeit schenken. Wenn Sie sie an einmal an der Angel haben, dann lassen Sie nicht wieder los.

Benennen Sie einen klaren Konflikt auf

Zeigen Sie auf, welches Problem oder welcher Konflikt gelöst werden muss. Vielleicht gibt es auch andere Hindernisse zu überwinden. Zeigen Sie auf, auf welche Weise dies gelingen kann.

Zeigen Sie eine eindeutige Veränderung

Es muss ein Unterschied bestehen für die Zuschauer zwischen dem, was vor der Rede war und dem, was nach der Rede ist. Wenn kein Delta zu erkennen ist, war der Vortrag verschwendete Zeit. Welche Veränderung im Bewusstsein oder den Handlungen der Zuhörer wird Ihr Vortrag hevorrufen?

Überraschen Sie Ihr Publikum

Das beste Mittel, um die Zuhörer aufnahmebereit zu halten, ist, sie mit Unerwartetem zu überraschen. Oder wie einer meiner Lehrer zu sagen pflegte: Ein Drittel Bekanntes, ein Drittel Neues und ein Drittel Verwirrendes. Wie könnten Sie die Erwartungen Ihres Publikums positiv enttäuschen?

Lassen Sie Ihre Zuhörer fühlen

Zahlen, Daten, Fakten sind die Pflicht, Gefühle sind die Kür. Überlegen Sie sich, wie Sie und Ihr Publikum sich während und nach dem Vortrag fühlen sollen. Gefühle bleiben eher in der Erinnerung als pure Informationen.

Quasi als Zugabe gibt Ihnen Garr Reynolds den Tipp, Sie selbst zu bleiben. Wenn wir uns an berühmte Redner der bundesdeutschen Geschichte erinnern, dann fallen uns Menschen wie Willy Brandt, Franz Josef Strauß oder Herbert Wehner ein. Sie machten viele rhetorische Fehler, hatten aber Charakter. Und genau daran erinnern wir uns. Übrigens ist der Maßstab für Authentizität für mich, wie gut sich der/die Betreffende parodieren lässt. Je leichter die Parodie, desto mehr Charakter.

Gehen Sie doch einmal im Geiste die Redner der heutigen Zeit nach diesem Kriterium durch. Das Ergebnis ist einigermaßen enttäuschend.

 

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Präsentationstipps vom TED-Coach

Es gab eine Zeit, da galt ein Auftritt auf einer TED-Konferenz als der Ritterschlag für professionelle Redner, oder „Speaker“, wie man neudeutsch sagt. Was ich nicht wusste, dass diese Präsentationen vor dem Auftritt unter den Augen eines Präsentationscoachs gründlich geprobt werden. Naiv von mir, ich weiß.
Wie auch immer, Gina Barnett ist solch ein TED-Coach. Kate Torgovnick May und emludolph (?) haben ihr über die Schulter geschaut. Die Ergebnisse ihrer Beobachtungen haben sie in einem Artikel zusammengefasst: A TED speaker coach shares 11 tips for right before you go on stage.

Her sind die Ratschläge des Coachs:

  1. Trinken Sie 15 Minuten vor Ihrem Auftritt Wasser
  2. Denken Sie positiv, vermeiden Sie Selbstzweifel
  3. Wandeln Sie Ihre Nervosität in positive Energie um
  4. Wenn Sie Angst bekommen, konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem
  5. Vermeiden Sie sich wiederholende Bewegung oder zappeln Sie nicht herum
  6. Setzen Sie Körperbewegung zielgerichtet ein
  7. Betonen Sie richtig, um Worte zu unterstreichen
  8. Geben Sie den Zuhörern die Möglichkeit, sich auf ihren Akzent einzustellen (so Sie einen haben)
  9. Suchen Sie sich etwas aus, auf was Sie sich konzentrieren können
  10. Denken Sie daran, dass Ihnen das Publikum wohlgesonnen ist
  11. Trotz guter Vorbereitung: Rechnen Sie mit Überraschungen!

Merken Sie etwas? Einige dieser Dinge können (sollten) Sie schon im Vorfeld üben. Ich glaube, es bringt z.B. nicht allzu viel, direkt vor der Präsentation mit Atemübungen zu beginnen. Die sollten Sie schon geraume Zeit im Köcher haben.

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Was Sie in einer Präsentation nie sagen sollten

Bei vielen Dingen im Leben wissen wir nicht, was sie gelingen lässt, aber sehr wohl, was ihnen schadet. So ist es auch mit Vorträgen. Das ganze Internet ist voll von Tipps und Tricks, die zu einer gelungenen Präsentation beitragen sollen. Aber Sie werden vergeblich darauf warten, dass jemand Ihnen den Erfolg garantiert, wenn Sie diesen Hinweisen brav und treu folgen.

Ganz anders verhält es sich mit den Faktoren, die einen Vortrag scheitern lassen. Hier lassen sich schon einige Dinge aufzählen, mit deren „Hilfe“ Sie Ihre Präsentation mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an die Wand fahren werden.

So sollten Sie zum Beispiel während Ihrer Präsentation gewisse Floskeln vermeiden, wie Boris Veldhuijzen van Zanten meint. In seinem Beitrag 10 things you should NEVER say during presentations zählt er sie auf:

  1. Ich bin sehr müde, verkatert oder leide unter dem Jet-lag
    Zwar ist es bedauerlich für Sie, aber das Publikum kann nun wirklich nichts dafür und ehrlich gesagt, dem Publikum ist das auch wurscht. Bedenken Sie außerdem, dass Sie die Zuhörer für negative Vorkommnisse geradezu sensibilisieren. Also: Schauen Sie, dass niemand Ihre Unpässlichkeit bemerkt. Augen zu und durch!
  2. Ich komme später noch einmal darauf zurück
    Es besteht die Gefahr, dass die Zuhörer über die Zeit das Interesse an dem Punkt verlieren. Sie müssen es später erst wieder wecken. Denken Sie noch einmal darüber nach, wie Sie Ihren Vortrag in eine geeignete logische Struktur bekommen.
  3. Können Sie mich hören? Ja, Sie können!
    Die Technik sollten Sie vor Ihrem Vortrag checken (lassen). Eine solche Frage wirkt unprofessionell.
  4. Ich kann Sie nicht sehen, weil das Licht so hell ist
    Das ist normal auf einer Bühne, jeder Schauspieler kennt das. Im Prinzip schaut man ggf. in ein schwarzes Loch. Unangenehm, aber eben manchmal nicht zu ändern. Falls Sie in den Dialog mit dem Publikum treten möchten, bitten Sie den Techniker, das Licht einen Moment anzuschalten. Kabarettisten machen das auch so.
  5. Können Sie das lesen?
    Hier empfehle ich die Kawasaki Regel 10/20/30. Die letzten 30 stehen für eine Schriftgröße von 30 pt. Sie sollten keine kleinere Schriftgröße darunter benutzen. Vor allem ist es sinnvoll, die Folien vorher auf Lesbarkeit zu testen.
  6. Ich lese das mal laut für Sie
    Die Zuhörer sollen keine Zeit damit verbringen, Ihre Folien zu lesen, Sie sollen Ihnen zuhören. Also allenfalls ein Satz pro Folie mit 7 ± 2 Worten. 
  7. Bitte machen Sie Ihr iPhone, Laptop oder Tablet aus
    Ob eine solche Regel sinnvoll ist oder nicht, ist durchaus umstritten. Es ist aber nicht Ihre Aufgabe, den Zuhörern Vorschriften zu machen. Wenn überhaupt, dann sollte dies an anderer Stelle in den Rahmenbedingungen für die Veranstaltung geklärt werden.
  8. Sie müssen nicht mitschreiben oder Fotos machen,
    Sie finden die Präsentation später im Netz
    Warum halten Sie dann die Präsentation? Auch wenn ich weiß, dass viele Veranstalter gerne meine Folien hätten, versuche ich doch, Handouts zu vermeiden. Außerdem könnten die Zuhörer mit den Folien allein ohnehin wenig anfangen, denn man sieht nur Bilder mit etwas Text. Man muss schon beim Vortrag dabei gewesen sein, um sie zu verstehen.
  9. Lassen Sie mich Ihre Frage gleich beantworten
    Auch wenn Sie diese Frage schon 100mal gehört haben, der Frager stellt Sie zum ersten Mal. Stellen Sie also sicher dass Sie sie wirklich verstanden haben, indem Sie sie in Ihren Worten noch einmal wiederholen. Außerdem zeigen Sie damit dem Fragenden, dass Sie ihn (oder sie) ernst nehmen. Wertschätzung nennt man das.
  10. Ich werde mich kurz fassen
    Das ist eine Selbstverständlichkeit und muss nicht extra erwähnt werden. Das Auditorium erwartet von Ihnen, dass Sie nicht schwafeln, sondern auf den Punkt kommen.
  11. (Zugabe) Was die Zeit ist schon um? Aber ich habe noch 23 Folien!
    Um es kurz zu machen: So etwas darf nicht passieren, denn das zeugt von schlechter oder gar fehlender Vorbereitung. Üben Sie Ihren Vortrag mehrmals und stoppen Sie die Zeit, damit Sie ein Gefühl dafür bekommen, wie lange Sie brauchen werden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Sie kürzen müssen.

Wie immer sollten Sie auch diese Tipps nicht als unumstößliches Dogma betrachten. Es mag Situationen geben, in denen manche der o.a. Phrasen durchaus angebracht sind. Betrachten Sie jedoch solche Gelegenheiten als Ausnahmen, die die Regel bestätigen.

Auditorium

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Daten präsentieren mit Hans Rosling

Immer wieder taucht die Frage auf, wie man „trockene“ Zahlen, Daten, Fakten präsentieren kann. Cole Nussbaumer Knaflic hat mit ihrem Buch Storytelling mit Daten Lösungen für dieses Problem angeboten. Vor einiger Zeit habe ich ihr Buch hier im ToolBlog besprochen.

Ein Experte, der immer wieder genannt wird, wenn es um die Präsentation von Facts & Figures geht, ist Hans Rosling. Hans Rosling starb von fast genau einem Jahr. Hier können Sie noch einmal ein Video von ihm anschauen, in dem Sie einiges zum Thema Darstellung von Statistiken lernen können.

The best stats you've ever seen | Hans Rosling

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Tipps von TED für gute Folien

Zwar glaube ich nicht, dass TED heute noch irgendjemandem erklärt werden muss, falls aber doch, dann empfehle ich den einschlägigen Artikel auf (in?) der Wikipedia. Im allgemeinen gilt es als Ritterschlag, bei einer TED-Konferenz referieren zu dürfen und tatsächlich sind die Präsentationen selten langweilig. Dies liegt nicht zuletzt auch an der Gestaltung der Folien, die den Inhalt des Gesagten nicht ersetzen, sondern eben wirkungsvoll ergänzen.

Wenn Sie lernen möchten, wie auch Sie solche Folien erstellen können, dann empfehle ich Ihnen einen einschlägigen Artikel auf dem TEDBlog: 10 tips on how to make slides that communicate your idea, from TED’s in-house expert. Hier sind die Tipps:

  1. Denken Sie erst zum Schluss über Ihre Folien nach
  2. Verwenden Sie ein durchgängiges Foliendesign
  3. Wählen Sie eine besondere Gestaltung für die Folien für die Übergänge
  4. Bei Text gilt ganz besonders: Weniger ist mehr!
  5. Verwenden Sie Bilder, die die Bedeutung des Gesagten unterstreichen
  6. Gehen Sie sparsam mit Effekten und Animationen um (oder verwenden Sie gar keine)
  7. Benutzen Sie statt einem Pfeil die Technik des Maskierens, um Bedeutsames hervorzuheben
  8. Verschieben Sie große Bilder (anstatt sie zu skalieren oder abzuschneiden)
  9. Vermeiden Sie Autoplay, wenn Sie Videos zeigen
  10. Erstellen Sie Diagramme mit Ihrem Präsentationsprogramm
    (anstatt sie mit Cut & Paste einfach einzufügen)

Nähere Informationen und ein paar Beispiele finden Sie in dem o.a. Artikel. Ich kann diesen Tipps nur zustimmen. Ein Vorgehen nach der Methode „Hast Du Folie, hast Du Vortrag“ funktioniert nicht. Wenn Sie wirklich eine gute Präsentation gestalten wollen, dann kostet das eben Mühe und Gehirnschmalz. Warum sollte das auch anders sein?

seagul / Pixabay

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Buch: Storytelling mit Daten

Mitunter darf ich Workshops zu Struktur und Aufbau von Präsentationen begleiten. Meistens kommen die Zuhörer aus dem technischen Bereich und so werde ich oft gefragt, wie man “trockenes” Zahlenmaterial auf aktivierende Weise dem Publikum vermitteln kann. Ein bekanntes Konzept für spannende Vorträge ist das Storytelling, wie es zum Beispiel von Cliff Atkinson beschrieben wird. Wie aber funktioniert eine Umsetzung dieses Ansatzes bei der Vorstellung von Zahlen, Daten, Fakten?

Eine Antwort auf diese Frage gibt Cole Nussbaumer Knaflic mit ihrem Buch Storytelling mit Daten. Hier erfahren Sie “die Grundlagen der effektiven Kommunikation und Visualisierung mit Daten”.

Der Aufbau des Buches macht dem Anspruch der Autorin nach Klarheit alle Ehre. Es ist logisch aufgebaut: Zunächst werden sechs Bausteine einer guten Präsentation beschrieben, danach erfolgt die Anwendung an einem konkreten Beispiel. Fallstudien und Tipps runden das inhaltliche Angebot ab.

Laut Nussbaumer Knaflic sind dies die Bausteine einer guten Präsentation:

  1. Der Kontext
    Die Kenntnis des Kontexts, in denen Ihre Präsentation stattfinden soll, ist essentiell für den Erfolg Ihres Vortrags. Hierbei helfen zielführende Fragen zu Publikum und Thema, die in diesem Kapitel vorgestellt werden.
  2. Die Auswahl der effektiven Darstellung
    Nicht jede Darstellung ist für jeden Zweck geeignet. In diesem Artikel werden die Vor- und Nachteile der wichtigste Darstellungsformen (Tabellen, Diagramme) erörtert. Danach wissen Sie auch, warum Sie keine Kuchendiagramme verwenden sollten. Und 3D schon gar nicht.
  3. Reduzierung von “Wirrwarr”
    Wenn Sie an Ihre Zuhörer klare Signale senden wollen, dann sollten Sie Rauschen so weit wie möglich vermeiden. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre Grafiken von jeglichem Ballast befreien.
  4. Lenkung der Aufmerksamkeit des Publikums
    Hier lernen Sie präattentive Merkmale bei Text, Farbe und grafischen Darstellungen kennen.
  5. Denken wie ein Designer
    Es gibt allgemein anerkannte Regeln,  nach denen Texte und wirksame Visualisierungen gestaltet werden sollten. Sie sind nicht allzu schwierig zu verstehen und auch als Nicht-Designer ist es durchaus möglich, ihnen zu folgen.
  6. Geschichten erzählen
    Wichtig für eine gute Geschichte ist ein logischer, in sich schlüssiger Ablauf. Nussbaumer Knaflic plädiert für einen einfachen Aufbau, den Sie auch aus der Schule kennen: Beginn, Mitte, Schluss. Sie erfahren, wie Sie für Ihre Präsentation ein Drehbuch erstellen.

Alle Bausteine werden in einem eigenen Kapitel noch einmal zusammengefasst und zusammenhängend an einem Beispiel erläutert. Darüber hinaus gibt es noch fünf Fallstudien zur Vertiefung der einzelnen Bausteine. Zwar bin ich nicht immer mit den “Musterlösungen” einverstanden, aber das muss ja auch nicht sein. Auf erklärenden Text in den Diagrammen würde ich zum Beispiel verzichten und stattdessen Handouts bemühen.

Wenn Sie öfters Zahlen, Daten und Fakten präsentieren müssen, dann können Sie mit diesem Buch die Grundlagen dafür erlernen. Es ist sachlich geschrieben und gut strukturiert. Es bekommt einen festen Platz in meinem Bücherschrank, denn auch zum Nachschlagen eignet es sich aufgrund der vielen Beispiele sehr gut.

Die Website zum Buch finden Sie hier.

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag Franz Vahlen GmbH als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

 

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Checkliste für Präsentationen

Offensichtlich habe ich es gerade etwas mit Checklisten. Nachdem ich vor ein paar Tagen schon eine zur Einsatzfähigkeit von Datenprojektoren veröffentliche habe, folgt diesmal eine generell zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Präsentationen.

Sie stammt von Scott Berkun, der sie als Ergänzung zu seinem Buch Bekenntnisse eines Redners veröffentlicht hat: Speaking checklist for great talks. Sie finden dort Punkte zum Abhaken für die einzelnen Phasen:

  • Vorbereitung
  • Aufbruch zur Veranstaltung
  • Während der Veranstaltung
  • Nach der Präsentation

Sie können die Checkliste auch direkt als pdf-Datei herunterladen.

Das Buch von Scott Berkun habe ich seinerzeit mit großem Gewinn gelesen. Ich kann es Ihnen nur empfehlen.

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Wie Sie einen Projektor einrichten

Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel verfasst, in dem ich das Hohelied auf die Checkliste gesungen habe. Wie praktisch eine solche Liste ist, können Sie erahnen, wenn Sie den Beitrag von David Katzmaier lesen: How to set up a projector.

Wie der Titel verrät, geht es um die richtige Einstellung des Projektors vor einem Vortrag. Hier sind die Punkte, die Sie vor Ihrer Präsentation durchgehen sollten um das Funktionieren der Technik zu gewährleisten:

  1. Finden Sie den richtigen Ort, um den Projektor aufzustellen
  2. Falls Sie einen Bildschirm verwenden, stellen Sie ihn ein
  3. Optimieren Sie das Licht
  4. Stöpseln Sie alles zusammen und schalten Sie die Geräte ein
  5. Projizieren Sie ein Testbild, z. B. das hier
  6. Justieren Sie den Projektor mit einem Testbild
  7. Wählen Sie den richtigen Modus aus
  8. Optimieren Sie evtl. den Klang
  9. Schalten Sie das Licht aus und legen Sie los!

Falls Sie jetzt nicht auf die Schnelle wissen, was sich hinter einem bestimmten Checkpunkt verbirgt, dann gibt Ihnen David wertvolle Hinweise zu dem betreffenden Punkt.

Manchmal nützt aber auch die beste Checkliste nichts.
Hier ein Schwank aus meinem Leben:

Während eines Vortrags vor großem Publikum kämpfte ein Redner mit völlig willkürlichem Hin- und Herspringen der Folien. Zuerst dachen wir, er hätten versehentlich die automatische Bildfolge aktiviert. Das hätte aber nicht erklärt, warum die Folien wieder zurücksprangen. Schließlich stellte sich heraus, dass der Präsentierende einen Ordner auf die Laptopmaus gelegt hatte. Jedes Mal, wenn er an den Ordner stieß, wurde unabsichtlich die Maus geklickt und die Folien vor- und zurückbewegt.

Wie sagen unsere amerikanischen Freunde? Richtig:

Shit happens!

projector-1102271_1920

[Foto von Tomasz Mikołajczyk [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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Wie Sie Lampenfieber bekämpfen

Jeder kennt das, die einen mehr, die anderen weniger: Die Angst vor dem Sprechen vor der Gruppe.

Ich meine, irgendwo einmal gelesen zu haben, dass die Ursachen für diese Angst tief in unserem Inneren vergraben sind. Wir haben nämlich die Urangst, den Schutz der Gruppe zu verlieren, wenn wir sie verlassen und dies sogar dadurch markieren, dass wir uns vor die Gruppe stellen. Ich bin kein Anthropologe, aber ich kann diese Begründung für das Auftreten des berüchtigten Lampenfiebers durchaus nachvollziehen, denn der Mensch ist ein soziales Wesen, wie schon Aristoteles bemerkte.

Außerdem helfen uns derartige Betrachtungen auch nicht weiter, wenn wir eine Rede halten oder präsentieren müssen. Hier sind praktische Tipps gefragt. Solche, wie Sie sie beispielsweise in der Infografik How to Overcome Public Speaking Fear bekommen. Schauen Sie selbst:

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