Archiv der Kategorie: Methoden

Die Sammlung von To-do-Listen

Ich hatte es schon mehrfach erwähnt. Vorschläge für nützliche und vor allem praktikable Aufgabenlisten finden Sie im Netz wie Sand am Meer.  Man kann schon leicht den Überblick verlieren.

Da ist man froh, wenn sich jemand die Mühe macht und eine Übersicht gängiger Ansätze für To-do-Listen veröffentlicht. Eine derartige Zusammenstellung finden Sie auf der Website mit dem bezeichnenden Namen: Best To-do List. In der „A Collection of Successful To-Do List Approaches“ finden Sie alle möglichen Varianten der To-do-Liste, zum Beispiel:

  • Listen auf Karteikarten
  • Ein einfaches System für Gmail
  • Listen unter Verwendung von Screenshots (!)
  • Die Kombination aus Papier, Mind-Map und Smartphone

und manches mehr.

Ich muss zugeben, einiges finde ich schon etwas schräg, z. B. die Spielkartenmethode. Anderes verwende ich selbst mit einigem Erfolg, nämlich die „Total Workday Control“ – Liste nach Michael Linenberger.

Wenn Sie auf der Seite stöbern, dann beachten Sie auch die Recent To-Do Reviews in der rechten Spalte. Dort finden Sie noch ein paar Möglichkeiten mehr.

Alle Methoden sind eingehend beschrieben, teils mit Video, teils reichhaltig bebildert. Sie finden knappe Anleitungen ebenso wie eine Aufzählung von Pro und Contra.

Best To-do List ist allemal einen Blick wert, wie ich finde.

bohed / Pixabay

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Produktive Meetings mit der 3-Spalten-Agenda

Wenn es um effektive Meetings geht, betonen fast alle Experten, wie wichtig eine zweckmäßige Agenda ist. Gemeint ist nicht die LOP (Liste offener Punkte), in der die beschlossenen Aufgaben aufgezählt sind. Diese wird zumeist zu Anfang und zu Ende eines Meetings verlesen und gelangweilt zur Kenntnis genommen. Die Diskussion findet meist ziemlich ungesteuert dazwischen statt. Besonders effektiv sind solche Besprechungen nicht, wie wir wissen.

Die Agenda ist sicher nicht der einzige Erfolgsfaktor für ergebnisorientierte Meetings, aber sicher ein wichtiger. Könnte man diese wenig ergiebigen LOPs vielleicht durch eine andere wirkungsvolle Agenda ersetzen?
Ja, kann man, schreibt Sarah Harrison in ihrem Artikel The Meeting Trick Everyone at Work Will Want to Copy.

Die Agenda geht davon aus, dass in jeder Besprechung diese drei Fragen beantwortet werden sollen:

  1. Was ist das Thema, das ich ansprechen möchte?
  2. Welche besonderen Fragen habe ich dazu, was möchte ich diskutieren?
  3. Wie lauten die Antworten und was muss im folgenden getan werden?

Diesen Fragestellungen folgend bereiten Sie für die Besprechung als Agenda eine Tabelle mit drei Spalten vor. Sie können dies in einem Dokument tun, das Sie als Datei zur Bearbeitung zur Verfügung stellen (Sharepoint o.ä.). Ich bevorzuge die analoge Variante und bereite eine Pinnwand vor, die dann mit Haftklebezetteln befüllt werden kann. Über die Tabelle schreiben Sie das Datum. Die Tabellen beschriften Sie wie folgt:

  • Vor dem Meeting: Spalte 1 mit „Thema“
  • Vor und/oder im Meeting: Spalte 2 mit „Frage/Problem“
  • Im Meeting: Spalte 3 mit „Zu tun/Follow-up“

Drei-Spalten-Agenda

Füllen sie vor der Besprechung die 1. und die 2. Spalte aus. Die 2. Spalte muss im Meeting u. U. ergänzt werden. Die rechte 3. Spalte lassen Sie frei, diese wird während der Besprechung ausgefüllt. Hier hinein kommen dann:

  • Anworten
  • Neue Informationen, neue Aspekte
  • Getroffene Entscheidungen
  • Folgeaktionen

Vergessen Sie nicht, insbesondere bei den Folgeaktionen die Namen der „Kümmerer“ zu vermerken.

Nach dem Meeting haben Sie auf diese Weise auch schon Ihr Protokoll erstellt, dass Sie teilen können, entweder als geteiltes Dokument oder als Fotoprotokoll und können sich jederzeit darauf beziehen.

Diese 3-Spalten-Agenda eignet sich besonders für wiederkehrende Meetings. Nach einiger Zeit können Sie ältere Teile der Agenda archivieren, indem Sie das Dokument einfach teilen und unter einem bezeichnenden Namen abspeichern.

Ich denke, wenn Die diese Methode einsetzen, haben Sie tatsächlich einen großen Schritt in Richtung produktive Besprechungen getan. Probieren Sie es aus!

flockine / Pixabay

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Auf zum digitalen Frühjahrsputz!

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber von Zeit zu Zeit sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht (mehr). Nun habe ich mich bei den sozialen Medien schon auf das Wesentliche beschränkt und dennoch habe ich das Gefühl mich zu verzetteln. Verzetteln ist wiederum Gift für die persönliche Produktivität. Höchste Zeit zum Aufräumen also.

Bekanntlich gibt es keine Zufälle und so bin ich dieser Tage über einen Artikel gestolpert, der genau dies zum Thema hat: How to Eliminate Distractions and Organize Your Online Life in 8 Easy Steps. Der Verfasser Daniel Wallen empfiehlt:

  1. Schalten Sie alle Benachrichtigungen von sozialen Medien ab
    In meinen Workshops empfehle ich meinen Teilnehmern immer, die Benachrichtigunsfunktion von Outlook & Co auszuschalten. Es ist verführerisch, sofort im Eingangskorb nachzuschauen, was wohl gekommen sein mag. Warum wir das unbedingt wissen wollen, habe ich hier beschrieben. Leider finden Sie den Benachrichtigungsunfug auch anderswo, z. B. in Windows. Wie Sie ihn dort deaktivieren können, zeigt uns Roland Freist.
  2. Tragen Sie sich aus allen Newslettern u.ä. aus, die Ihnen keinen Mehrwert bringen
    Ja, ich gehe zu, ich kann die vielen Newsletter-Abos, die sich bei mir im Lauf der Jahre angesammelt haben, gar nicht mehr überschauen. Vielleicht werde ich mich des Tools unroll.me bedienen, mit der man ungenutzte Newsletter gleich bündelweise kündigen kann.
  3. Verlassen Sie alle Facebook-Gruppen, in denen Sie nicht aktiv sind
    Man könnte zwar die Abos der Nachrichten dieser Gruppen in der Timeline aufheben, aber warum nicht gleich Nägel mit Köpfen machen? Verlassen wir doch gleich die entsprechende Gruppe.
  4. Ent-liken Sie Facebookseiten, für die Sie sich nicht mehr interessieren
    Siehe (3)
  5. „Entfreunden“ Sie Menschen, mit denen Sie ohne besonderen Grund „befreundet“ sind
    Dieser Punkt trifft auf mich tatsächlich zu. Ich bin mal diesem Facebook beigetreten, um mit Familienmitgliedern und wirklichen Bekannten in Kontakt zu bleiben. Mittlerweise ist bei dem Konto doch eine Mischung aus dieser Gruppe, beruflichen Kontakten und völlig Unbekannten herausgekommen. Falls Sie also demnächst auf Facebook nicht mehr mit mir verbunden sein sollten, ist das nicht böse gemeint. Ich habe dann nur etwas aufgeräumt.
  6. Löschen Sie unbenutzte Telefonnummern
    Kalt erwischt. Die Zahl der Karteileichen in meiner Kontaktdatenbank wird immer größer. Auch hier ist die Folge wieder mangelnde Übersicht, nicht nur auf dem Desktop, sondern auch auf dem Mobilteil. Also: Kontakte sichern und dann gnadenlos „ausmisten“.
  7. Stoppen Sie unerwünschte Post und Telefonanrufe
    Obwohl bei uns die Regeln für derartigen Spam relativ eng gefasst sind, kommt es leider immer wieder vor, dass man ungebetene Post bekommt. Angeblich sollen die Robinsonlisten dagegen schützen. Ob das funktioniert, weiß ich nicht, ich habe es noch nicht ausprobiert.
  8. Gehen Sie diese Liste noch einmal in einem Monat durch
    Mit der persönlichen Produktivität ist es wie mit dem Gärtnern. Um Wildwuchs zu vermeiden, muss man immer wieder die Bäume zurückschneiden. Aus diesem Grund habe ich mir vorgenommen, zweimal im Jahr die o.a. Punkte abzuarbeiten.

Auch wenn die Liste sehr auf Facebook abhebt, so lässt sie sich doch sicher auch auf andere sozialen Netzt übertragen. Vielleicht sollte ich überhaupt einmal überlegen, in welchen Netzwerken ich Mitglied sein möchte. Eine Übersicht über die Abmeldung bei ausgewählten Netzwerken finden Sie hier.

Die Liste hat mich überzeugt, der digitale Frühlingsputz ist vorgemerkt.

orzalaga / Pixabay

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Sie wollen sich ändern? Das bremst Sie aus!

Man muss gar nicht vom Raucher zum Nichtraucher werden wollen, um zu wissen , wie schwer es ist, das eigene Verhalten zu ändern. Nicht umsonst lautet das amerikanische Sprichwort:

Old Habits Die Hard.

Ein feiner Trick besteht darin, die alte (ungewollte) Angewohnheit durch eine neue (gewollte) zu ersetzen. Zum Beispiel das Essen von Schokolade durch das Naschen von Nüssen. Sie merken schon, auch dieser Tipp lockt uns nicht hinter dem Ofen hervor. Vielleicht brauchen wir noch andere Tricks, die uns beim Verändern helfen.

Und tatsächlich lassen sich einige Hinweise ableiten, wenn wir die Fehler betrachten, die unsere Bemühungen sabotieren. Sam Thomas Davies nennt uns die  Top 10 Mistakes in Behaviour Change:

  1. Sie verlassen sich (allein) auf Ihre Willensstärke
    Eiserner Willen ist die harte Tour und tatsächlich schaffen es manche Menschen auf diese Weise. Meistens scheitern wir aber mit reiner Willensstärke: „Der Geist ist willig, das Fleisch ist schwach“. Schaffen Sie stattdessen kurze Feedbackschleifen für sich, indem Sie sich z.B. für kleine Schritte belohnen.
  2. Sie wollen Riesenfortschritte machen (anstatt Trippelschritte gehen)
    Einen großen Berg besteigt man, indem man (a) losläuft und (b) viele kleine Schritte macht. Eins nach dem anderen.
  3. Sie vernachlässigen die Umwelteinflüsse
    Wenn Sie Vegetarier werden wollen, dann sollten Sie Metzgereien meiden. Zumindestens zu Anfang.
  4. Sie wollen mit etwas aufhören, ohne es durch etwas anderes zu ersetzen
    Man verlernt am besten etwas dadurch, dass man etwas Neues lernt, das das „Vakuum“ füllt (s.o.).
  5. Sie führen Rückschläge auf mangelnde Motivation zurück
    Das hängt eng mit der Sache mit der Willensstärke zusammen. Gehen Sie ein Schritt nach dem anderen. Oder fragen Sie sich nach David Allen: Was ist der nächste physische Schritt?
  6. Sie ignorieren die Auslöser von Verhalten
    Analysieren Sie, was das ungewünschte Verhalten auslöst und versuchen Sie, in nächster Zeit diese Trigger zu vermeiden oder sich zumindest bewusst zu machen.
  7. Sie glauben, dass allein das Wissen ausreicht, um Verhalten zu ändern
    Verhaltensänderung erfolgt nur durch Wissen und Tun. Sie können zig Bücher über Achtsamkeit lesen, irgendwann sollten Sie mit dem Meditieren anfangen.
  8. Sie konzentrieren sich auf abstrakte Ziele anstatt auf konkretes Verhalten
    Noch einmal David Allen unter (5):
    Was ist der nächste Handlungsschritt? („What is the next action?“)
  9. Sie möchten Ihr Verhalten ein für alle mal ändern und nicht für eine kurze Zeit
    Gehen Sie nicht nur kleine Schritte, sondern setzen Sie sich auch kurze Fristen. Es ist leichter, etwas für einen Tag als für eine Woche als für einen Monat als für ein Jahr durchzuhalten.
  10. Sie folgen der Annahme, Verhaltensänderungen seien schwierig
    Es stimmt, wenn man nur den hohen Berg sieht, den man übersteigen will, dann kann das schon entmutigen. Aber das sollte nicht zur Lähmung führen. „Der längste Weg beginnt mit der ersten Schritt“, sagen die Chinesen.

In dem Artikel von Sam Thomas Davies finden Sie zu jedem Punkt einen Link, mit dem Sie das Thema vertiefen können.

BTW: Sam Thomas Davies folgt in seinem Artikel dem Ansatz Tiny Habits von BJ Fogg, über den ich selbst auch immer wieder gestolpert bin. Ein Zeichen, sich etwas näher damit zu beschäftigen.

Ein komplettes Programm zur Verhaltensänderung finden Sie auch bei Matthias Büttner:
Die THINK!-Methode.

PeterFranz / Pixabay

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Update: Der Emergent Task Planner und andere Tools

Der Titel ist paradox, ich gebe es zu. Schließlich ist der Clou am Unvorhergesehen, dass man es nicht vorhersehen kann. Und was man nicht vorhersehen kann, das kann man auch nicht planen. Ist doch logisch, oder? Diese einfache Wahrheit kann auch David Seah mit seinem “Emergent Task Planner (ETP)” nicht umstoßen. Allerdings hilft der ETP dabei, mit Unvorhergesehenem effizienter umzugehen. David schreibt:

The Emergent Task Planner (or ETP) is a daily planning sheet that provides a way for you to structure your day in the face of uncertainty. By helping you visualize the time you have, you can get a sense of just how much work you can get done done.

David bedient sich bei seinem ETP einer ausgefeilten Variante des Time-boxing, einer Methode, die auch bei der Pomodoro-Technik angewandt wird. David stellt auf seiner Website eine ausführliche, hübsch aufgemachte Anleitung zum Herunterladen zur Verfügung. Dort gibt es auch die Druckvorlagen für die Formulare seiner Methode, sogar in Deutsch. Ich selbst organisiere meine Bürotage ähnlich, wenn auch nicht so ausgeklügelt.

In seinem Artikel A Variety of Downloadable Productivity Tools hat David nun einige weitere Werkzeuge aufgelistet. Aus gegebenem Anlass, wie es so schön heißt, werde ich mir den Fast Book Outliner und den NaNoWriMo 2017 Word Counting Calendar (hoffentlich bald auch in einer 2018er-Version). Ersterer dient zum Anfertigen von Buchauszügen, letzterer zum Besiegen des inneren Schweinehunds beim Schreiben.

Wie gesagt, das sind die Tools, die ich gerade interessant finde, für Sie ist vielleicht etwas anderes gerade von Nutzen.

StockSnap / Pixabay

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So schlagen Sie das Suppenkoma

Für die meisten von uns ist die Stunde nach dem Mittagessen die unproduktivste Tageszeit. Manche nennen sie daher auch „Suppenkoma“ oder „Schnitzelstarre“. Komplizierten Aufgaben sollten man dann aus dem Weg gehen, denn es kommt ohnehin nichts Vernünftiges dabei heraus. Vielleicht bekommt das Gehirn zuwenig Sauerstoff, weil der Organismus das Blut in den Verdauungstrakt schickt. Ich weiß es nicht, ich bin kein Arzt.

Vielleicht kann man aber die Not zur Tugend machen, dachte sich Allison Stadd und beschreibt 8 Super-Productive Ways to Beat the Afternoon Slump. Und das können Sie tun:

Betreiben Sie ein wenig Büroyoga oder sonst etwas Gymnastik

Geben Sie nicht der Versuchung nach und hängen Sie herum wie ein Schluck Wasser in der Kurve Hier bekommen Sie von der netten Dame einen Crash Kurs in Büroyoga.

Halten Sie eine Besprechung im Gehen ab

Gehen Sie an der frischen Luft ein wenig Spazieren. Wenn Sie möchten, können Sie dabei sogar eine Besprechung abhalten. Meine sympathische Kollegin Franziska Köppe hat solche Besprechung zu einer regelrechten Methode entwickelt: Walk to Talk. Manchmal ist es aber auch sinnvoll, beim Gehen gar nichts zu machen und einfach die Gedanken schweifen zu lassen.

Trainieren Sie Ihren Denkapparat

Halten Sie mit geeigneten Rätseln und Denksportaufgaben Ihr Gehirn in Schwung. Anregungen finden Sie bei Brain-fit, der FAZ oder Neuronation.

Gehen Sie Ihre Wunschliste durch

Manche kennen die Wunschliste auch unter dem Namen @irgendwann/vielleicht. Gehen Sie doch Ihre Liste einmal durch: Was möchten Sie hinzufügen, was wegstreichen und was möchten Sie in Angriff nehmen?

Lesen Sie Artikel, die auf Ihrer Liste stehen

Wenn ich in den Weiten des Internets unterwegs bin, speichere ich Artikel, die ich später einmal lesen möchte, in Evernote ab. Manche Zeitgenossen benutzen Pocket zu diesem Zweck. Wie auch immer, wie wäre es die „tote“ Zeit zu nutzen, um einen oder mehrere Artikel zu lesen?

Lernen Sie etwas zwischendurch

Ich lerne für mein Leben gerne Sprachen. Ob mit Erfolg, sein jetzt einmal dahingestellt. Meine Programme bzw. Apps, mit denen ich übe, sind duolingo (kostenlos) und busuu (kostenpflichtig). Die Lektionen sind angenehm kurz gefasst und eignen sich daher wunderbar für das Lernen zwischendurch. Derlei Apps gibt es auch für das Smartphone, so dass Sie sich während des Spaziergangs (s.o) zum Büffeln auch auf eine Parkbank setzen können.

Räumen Sie Ihr Smartphone auf

Der Tipp spricht für sich. Entschlacken Sie Ihr Smartphone von Apps, die Sie ohnehin nicht benutzen. Organisieren Sie die Anordnung neu, so dass Sie schnellen Zugriff auf die am meisten verwendeten Apps haben.

Pflegen Sie Ihre Passwörter

Die Welt ist voller Spitzbuben und großer Gefahren. Das gilt auch für den digitalen Raum. Aus diesem Grund sollten Sie immer mal wieder Ihre Passwörter ändern. Damit das einfacher von der Hand geht, können Sie dazu einen geeigneten Passwortmanager wie 1Password (kostenpflichtig) oder KeePass (ummesonscht) verwenden.

Allisons Aufzählung ist bestimmt alles andere als vollständig. Es gibt bestimmt noch viele andere Dinge, mit denen man die Zeit des Suppenkomas sinnvoll gestalten kann.

Was machen Sie während der Schnitzelstarre? Lassen Sie es uns wissen!

maxlkt / Pixabay

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Entscheidungen und mentale Modelle

Lange Zeit herrschte die Meinung vor, wir träfen unsere Entscheidungen rein rational auf Basis von Zahlen, Daten, Fakten. Die Neurowissenschaft hat uns diesen Zahn aber schon längst gezogen. Vielmehr liegen unseren Entscheidungen mentale Modelle zugrunde, die die Betrachtung und Wertung von Pro und Contra verzerren können. Im ToolBlog habe ich über derlei kognitive Verzerrungen einige Male berichtet (hier oder hier).

Nun sind mentale Modelle nicht per se schlecht. Wenn man Sie schon nicht ausschalten kann, dann sollte man sie wenigstens kennen und vielleicht sogar sinnvoll nutzen. Dies zeigt Shane Parrish in diesem Video:

Der Filmschnipsel stammt von der Website Mental Models: The Best Way to Make Intelligent Decisions, auf der 113 (!) verschiedene Denkmodelle vorgestellt werden. Eingeteilt sind sie in die Kategorien:

  • Allgemeine Denkkonzepte
  • Rechnerisches Vorgehen
  • Das Multiplizieren mit 0
  • Denksysteme
  • Physik
  • Biologie
  • Menschliche Natur und Urteilsvermögen
  • Mikroökonomie und Strategie
  • Militär und Kriegskunst

Diese Kategorien sind bestimmt nicht selbsterklärend. Sie finden aber in jeder Kategorie einzelne Modell, die knapp aber ausreichend erklärt werden und teilweise sogar mit weiterführenden Links unterlegt sind.

Die Website ist sicher anspruchsvoll. Wenn Sie sich aber für derlei Themen interessieren, dann lohnt sich sicher die eingehende Beschäftigung. Viel Spaß beim Schmökern.

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Die Schönheit reiner Textdateien

Wie ich an dieser Stelle schon öfters kundgetan habe, bewundere ich die Zeitgenossen, die sich dem Minimalismus verschrieben haben. Mir gefällt die Idee, sich mit dem zu bescheiden, was zum Leben unbedingt notwendig ist, auch wenn ich von einem solchen Lebensstil meilenweit entfernt bin. Dabei gilt es, sich auf das Wesentliche zu beschränken und auf all den Schnickschnack zu verzichten, der das Leben kompliziert und teuer macht.

Wer nun meint, Minimalismus bezöge sich nur auf materielle Güter, der irrt. Einfachheit gibt es auch in der Arbeitsorganisation mit dem Computer. Scott Nesbitt hat sich dieser Idee verschrieben und das Plain Text Project ins Leben gerufen. Der Name ist Programm. Auf seiner – Sie ahnen es – klar und einfach gestalteten Website finden Sie alles zur Arbeit mit reinen Textdateien: Artikel, Vorlagen und Werkzeuge.

Besonders die letzte Rubrik, wie könnte es beim ToolBlog auch anders sein, hat es mir angetan. Sie finden Hinweise zu

und noch einiges mehr. Und wie gesagt, alles auf der Basis von reinen einfachen Textdateien oder plain text, wie unsere amerikanischen Freunde sagen.

Mich fasziniert dieses Projekt und ich werde mich sicher nicht nur einmal auf der Website des Plain Text Project tummeln. Hatte ich schon erwähnt, dass ich für Minimalismus etwas übrig habe?

Man muß die Dinge so einfach wie möglich machen. Aber nicht einfacher.
(Albert Einstein)

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Humusak / Pixabay

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Wie man Glück kaufen kann

Über den Zusammenhang von materiellem Wohlstand und Glück ist schon immer spekuliert worden und solange es  Menschen gibt, wird sich wohl daran nichts ändern. Mittlerweile beschäftigt sich mit dem Thema sogar die Wissenschaft in der sogenannten Glücksforschung. Zu Recht wird immer wieder darauf hingewiesen, dass zunächst einmal der Begriff „Glück“ geklärt werden muss, denn sicher sind die Ansichten über ihn so unterschiedlich wie die Menschen, die ihn gebrauchen. Außerdem müsste geklärt werden, was materieller Wohlstand ist: Wann ist genug genug?

Wie auch immer, mittlerweile liegen aus der Glücksforschung ein paar Ergebnisse vor. Dunn, Gilbert und Wilson haben 2011 den Zusammenhang zwischen Geld und Glück untersucht. Die Grundfrage lautete:

Kann man Glück kaufen?

Die Antwort: Ja, man kann. Aber nur, wenn man gewisse Prinzipien befolgt, die Iris van de Pavert in ihrem Artikel Buying Happiness aufzählt:

  1. Kaufen Sie sich Erfahrungen anstatt materielle Güter
    Das ist eine alte Weisheit: Ein Auto oder ein Gadget kann kaputt gehen, eine Reise oder den Besuch eines schönen Konzerts kann Ihnen aber keiner mehr nehmen.
  2. Unterstützen Sie andere anstatt nur sich selbst
    Anderen etwas schenken ist oft befriedigender als selbst beschenkt zu werden oder sich selbst zu beschenken. Man freut sich einfach mit!
  3. Gönnen Sie sich viele kleine Freuden anstatt wenige große
    „Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“, heißt ein Sprichwort und warum soll das nur für andere gelten. Gönnen Sie sich öfters eine kleine Freude.
  4. Schließen Sie weniger Versicherungen ab 
    (und das in Deutschland!)
    Überlegen Sie, ob Sie tatsächlich jede Versicherung brauchen, indem Sie sich fragen: (1) Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schaden eintritt und (2) wie groß ist die Tragweite, wenn er eintritt. Vieles relativiert sich dann.
  5. Bezahlen Sie jetzt und verbrauchen Sie später
    Das kann ich nur bestätigen. Meine liebe Frau sagt oft vor Antritt einer Urlaubsreise: „Der Flug ist schon lange bezahlt.“ Wir lehnen uns dann zufrieden zurück, obwohl wir gar nicht wissen, warum.
  6. Beachten Sie die Nachteile Ihrer Wünsche
    Überlegen Sie immer auch, was Sie bekommen, wenn Sie bekommen, was Sie wollen. Oft gibt es unschöne Nebeneffekte, an die Sie gar nicht gedacht haben. Oder wie ein Schlauberger einmal sagte: „Hüten Sie sich vor Ihren Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.“
  7. Tätigen Sie keine vergleichende Käufe
    Überlegen Sie, was Sie tatsächlich brauchen und das ist es dann. Sicher gibt es immer bessere Dinge, aber in der Regel kosten die auch mehr.
  8. Folgen Sie der Herde anstatt Ihrem Kopf
    Schauen Sie, was anderen Mitmenschen Freude bereitet hat und nehmen Sie dies als Anregung. Mit Verlaub, das halte ich für keine gute Idee, weil dann die Gefahr besteht, Vergleiche zu ziehen. Und das ist aller Unglück Anfang.

Wenn Sie tiefer in die Ergebnisse der Forschung von Dunn, Gilbert und Wilson eintauchen wollen, dann lesen Sie doch ihre Abhandlung If Money Doesn’t Make You Happy Then You Probably Aren’t Spending It Right  (pdf).

Eine andere Quelle, die ich wärmstens empfehlen kann, ist die Bibel. Hier steht einiges drin zum Thema Glück und Reichtum. Stöbern Sie ein bisschen. Sie werden staunen!

pixel2013 / Pixabay

 

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