Archiv der Kategorie: Methoden

Medien in Workshops: Eine Übersicht

Mehrfach haben mich Teilnehmer gefragt, welche Medien ich in meinen Workshops einsetze und warum gerade hier an dieser Stelle, dort an jener aber nicht. Für mich ein willkommener Anlass, noch einmal darüber nachzudenken, welche Vor- und Nachteile die unterschiedlichen Medien haben.

Im Folgenden finden Sie eine kleine Übersicht über die Hardware, die in meinen Workshops zum Einsatz kommt. Zu jedem Werkzeug finden Sie die Vor- und Nachteile und ein paar besondere Hinweise. Es versteht sich von selbst, dass die Auswahl subjektiv ist. Was für mich ein Nachteil darstellt, mag für einen anderen gerade der Grund sein, dieses Medium zu verwenden. Eine subjektive Liste also, die Ihnen Anregungen geben soll und hoffentlich von Nutzen sein wird.

Die Medien:

fxxu / Pixabay

Sprache

Vorteile

  • Immer vorhanden, außer bei Husten und Heiserkeit

Nachteile

  • Kann leicht monoton werden
  • Dynamik ist nicht immer leicht herzustellen

Materialien

  • In großen Räumen: Mikrofon

Bemerkung

  • Sprachmelodie, -tempo und Tonhöhe variieren (Dynamik)
  • Verständliche Sprache verwenden
  • Kurz und präzise Sätze
  • Klar und deutlich sprechen
  • Die Kehle feucht halten: Viel Wasser oder Tee trinken

Daten- oder Arbeitsblatt (neudeutsch: Handout)

Vorteile

  • Fertig vorbereitet, wiederverwendbar
  • Auch nach dem Workshop verfügbar (ggf. auch vorher)
  • Anzahl der Kopien kann angepasst werden
  • Man kann einen Pool von Handouts anlegen, aus dem man sich immer wieder bedienen kann

Nachteile

  • Erstellen, Formatieren und Vervielfältigen kann aufwändig werden
  • Nur unterstützend, z. B. bei Referaten, Lehrgesprächen usw.

Bemerkung

  • Inhalt knapp halten. 1-Blatt Prinzip: Das Wesentliche muss auf ein Blatt passen
  • Beschränkung auf Zahlen, Daten, Fakten („ZDF“)
  • Arbeitsblätter sollten übersichtlich strukturiert und ansprechend gestaltet werden

Whiteboard (früher: Tafel)

Vorteile

  • In den meisten Besprechungsräumen vorhanden, fast immer verfügbar
  • Inhalt kann entwickelt werden, ggf. gemeinsam mit den Teilnehmern
  • Kann situativ nach Bedarf eingesetzt werden
  • Kann auch als Fläche für Haftklebezettel oder für Magnete verwendet werden

Nachteile

  • Einmal Gelöschtes steht nicht weiter zur Verfügung
  • Oft eingetrocknete Farbreste infolge schlechter Pflege
  • Schreiber stehen mit dem Rücken zum Publikum
  • Meist fest an der Wand montiert und daher unflexibel
  • Fotografieren manchmal schwierig, da das Licht zu stark reflektiert (Abhilfe: s.u.)

Materialien

  • Spezielle Filzstifte für Whiteboards
  • Reinigungsflüssigkeit mit Wischtuch
  • Spezielle App zur Dokumentation, z. B. Office Lens

Bemerkung

  • Groß und deutlich schreiben
  • Die richtigen Stifte verwenden, Whiteboardstifte nicht mit Flipchartstiften verwechseln!
  • Sorgfältige Reinigung erforderlich
  • Vor dem Löschen des Inhalts ggf. zur Dokumentation ein Foto machen

Pinnwand

Vorteile

  • Interaktives Arbeiten möglich (Kartenabfrage, Ishikawa-Diagramm usw.)
  • Arbeitsergebnisse können durch Abfotografieren schnell dokumentiert werden
  • Zettel bzw. Karten können umgeordnet werden, dadurch Strukturieren möglich
  • Wand für Poster, Plakate und Fotografien
  • Komplexe Sachverhalte können dargestellt werden, da gute Übersicht
  • Wenig Aufwand

Nachteile

  • Pinnwände sind leicht, aber sperrig, daher nicht immer leicht zu transportieren
  • In Unternehmen nicht immer vorhanden
  • Wird oft nur im Seminarkontext gesehen und deswegen oft als „Spielzeug“ betrachtet
  • Packpapier als Trägermaterial im richtigen Format muss vorhanden sein

Materialien

  • Pinnwand (Material: Schaumstoff oder Wellpappe, kein Kork!)
  • Pinnwandpapier im passenden Format, braun oder weiß
  • Haftklebezettel (Post-its) oder Metaplankärtchen mit Pinnnadeln

Bemerkung

  • Auf Zettel klar und deutlich schreiben. Blockbuchstaben in max. drei Zeilen
  • Schwarze Filzstifte benutzen
  • Wenn Metaplankärtchen, dann bitte nur mit richtigen Pinnnadeln verwenden. Keine Stecknadeln, da Verletzungsgefahr
  • Möglichst Haftzettel verwenden, spart gegenüber Kärtchen ein paar Arbeitsgänge
  • Filzstifte für Haftzettel mit Rundspitze
  • Haftzettel plan ankleben

Post It Notes Lay Flat Tip

Flipchart

Vorteile

  • Als Arbeitsgerät das eierlegende Wollmilchschwein. Vielfältige Verwendungsmöglichkeiten
  • Vorbereitung von Flipchartblättern möglich
  • Einfach zu handhaben
  • Kann situativ nach Bedarf eingesetzt werden
  • Transportabel und daher flexibel zu platzieren
  • Erstellen einer Flipchartgalerie zur Dokumentation des Arbeitsfortschritts und der Ergebnisse
  • Leichte Dokumentation durch Abfotografieren

Nachteile

  • Manchmal sind die Flipcharts schwer und schwer zu bewegen
  • Oft sind Flipcharts mangels Wartung nicht kippsicher und können umfallen
  • Spezielle Flipchartblöcke erforderlich. Die Bohrung der Löcher passt nicht immer
  • Das Mitschreiben am Flipchart erfordert Übung

Materialien

  • Flipchart
  • Flipchartblock
  • Geeignete Filzmarker möglichst mit Keilspitze in verschiedenen Farben und ggf. mit unterschiedlicher Strichbreite
  • Wachsmalblöcke zu Hervorheben und Aufhübschen des Inhalts

Bemerkung

  • Vor der Verwendung immer auf Funktionssicherheit überprüfen: Steht das Flipchart stabil und kippsicher?
  • Sind die Flipchartstifte gefüllt?
  • Groß und deutlich schreiben
  • Flipchartbögen nummerieren, damit der richtige Ablauf nachvollzogen werden kann
  • Man kann mit Haftzetteln und zwei Flipcharts nebeneinander eine Pinnwand ersetzen.

Datenprojektor (neudeutsch: Beamer)

Vorteile

  • Nahezu in allen Workshopräumen vorhanden
  • Präsentationen können vorbereitet und mehrfach verwendet werden
  • Als Medium allgemein akzeptiert (wenn auch selten geliebt)
  • Helle Projektionsfläche und Verdunkelung notwendig
  • Einsatz von Videos möglich
  • In kleinen Gruppen effizientes Arbeiten durch Vorgabe der Handlungsschritte möglich

Nachteile

  • Anspruchsvolles teures Equipment
  • Oft schlechte Erfahrungen der Zuhörer mit langweiligen Präsentationen
  • Fördert die Passivität der Teilnehmer
  • Für gute Präsentationen hoher Vorbereitungsaufwand
  • Sitzordnung oft durch feste Montage des Projektors schwer veränderbar

Materialien

  • Laptop, Tablet oder Smartphone
  • Datenprojektor
  • Geeignete Kabel, Anschlüsse und Adapter

Bemerkung

  • Unbedingt vor der Veranstaltung die Funktionstüchtigkeit der Anlage überprüfen: Anschlüsse, Adapter etc.
  • Falls Ton verwendet wird, überprüfen, ob die Lautsprecher des Laptops ausreichen. Wenn nicht, ist im Raum ein Lautsprecher mit Anschluss vorhanden? Ansonsten portablen Lautsprecher verwenden

 

Das wäre meine kleine subjektive Zusammenstellung. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, besonders, was die Bemerkungen angeht. Falls Sie aus eigener Erfahrung noch zusätzliche Punkte beisteuern möchten, freue ich mich auf Ihren Kommentar.

Ich werde diese Liste auch immer wieder einmal aktualisieren. Entweder, weil mir in der Praxis etwas auf- oder einfällt oder ich ein neues Medium ausprobiere.

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Ab wann lohnt sich Automatisierung?

Wenn Sie eine Aufgabe immer und immer wieder auf die gleiche Weise erledigen müssen, dann lohnt es sich darüber nachzudenken, ob Sie sie in irgendeiner Weise automatisieren können. So lautet der wohlmeinende Ratschlag, den ich in meinen Workshops gebe. Im Prinzip stimmen die Teilnehmer zu, aber in den Gesichtern steht ein großes Fragezeichen:

Ab wann lohnt sich eine Automatisierung?

Die Frage nach dem Return of Invest ist absolut berechtigt, denn schließlich muss mit einem Aufwand an Zeit und Mühe die Automatisierung erstellt werden, ganz egal, ob Sie für ein Programm ein Makro programmieren oder Textbausteine definieren.

Cory Doctorow hat in seinem Beitrag How much time should you spend automating a routine task? eine interessante Tabelle veröffentlicht. Diese zeigt, wie viel Zeit Sie in die Automatisierung von Routineaufgaben stecken müssen, damit Sie über einen Zeitraum von fünf Jahren einen bestimmten Zeitbetrag sparen können (auf die Grafik klicken).

 

Nun halte ich den Zeitraum von fünf Jahren für bei weitem zu hoch gegriffen. Ich hätte den Zeitrahmen ein bis drei Jahre für realistischer gehalten. Aber das kann man ja selbst einmal runterrechnen. Man muss nur die Zeit dazu haben.

BTW: Wenn Sie sich bez. der Automatisierung nicht sicher sind, dann denken Sie über den idealtypischen Ablauf nach und erstellen dafür eine Checkliste. Das ist zwar keine Vollautomatisierung, erleichtert die Arbeit aber dennoch außerordentlich. Und Zeit sparen Sie auch.

 

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Wie Sie noch mehr Bücher lesen

Nachdem ich das Bücher lesen eine Zeit lang vernachlässigt habe, habe ich mich in den letzten Monaten durchaus wieder zum Bücherwurm entwickelt. Allerdings hat sich der Schwerpunkt des Interesses geändert. Ich lese mittlerweile mehr Belletristik oder Sachbücher über Philosophie & Co, weniger Bücher zu meinen beruflichen Themen.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen beim Lesen geht. Für mich ist die Lektüre eines Buches wie das Aufschließen einer Tür zu einem neuen ZImmer, in dem es wieder viele verschlossene Türen zu weiteren Räumen gibt. Will sagen, wenn ich ein Buch lese, regen mich allein schon die Literaturangaben dazu an, noch mehr lesen zu wollen. Ein Menschenleben reicht dazu gar nicht aus, wie ich schon leicht resigniert feststellen musste. Ist es eine Lösung, in der verbleibenden Zeit die Anzahl der Bücher zu erhöhen? Mehr Bücher pro Zeiteinheit, gemessene Leseleistung sozusagen?

Nun bin ich etwas zwiegespalten, was Schnellesetechniken angeht. Um die Schönheit der Sprache in einem richtig erfassen zu können, muss das Buch mit einer gewissen Geschwindigkeitsbegrenzung nach oben gelesen werden. Nur so kann man m. E. die Arbeit des Autors (und evtl. des Übersetzers!) würdigen. Bei Sachbüchern ist das anders. Im Bereich der Managementliteratur habe ich ohnehin oft den Eindruck, dass sich die Inhalte über die Jahre ständig wiederholen. Hier macht es imo gar nichts, die Schlagzahl kräftig zu erhöhen.

Austin Kleon ist selbst Autor und gibt Ihnen Tipps, wie Sie es schaffen, mehr zu lesen: How to read more. Er empfiehlt uns:

1. Lesen Sie Bücher nicht zu Ende, die Sie nicht mögen

Ob ein Buch „gut“, d. h. nützlich oder berührend ist, liegt immer im Auge des Lesers, um ein bekanntes Wort abzuwandeln. Unsere Zeit ist begrenzt. Hören Sie also auf, sich durch ein Buch hindurchzuquälen, dass nach mehreren Seiten/Kapiteln immer noch nicht „anspringt“. Vergeuden Sie damit nicht Ihre wertvolle Lesezeit.
Übrigens bin ich auch dazu übergegangen, Veranstaltungen in der Halbzeitpause zu verlassen, wenn sie mir nicht gefallen. Ich sitze ja nicht meine Zeit ab, nur weil ich bezahlt habe.

2. Führen Sie stets ein Buch mit sich

Es gibt viele Gelegenheiten zu lesen: Der Bus, das Wartezimmer beim Arzt oder auf dem Amt. Anstatt sich durch das Smartphone zu wischen, greifen Sie zu Ihrem Buch oder Ihrem E-Book-Reader. Im Gegensatz zu Austin bin ich jedoch der Meinung, dass mitunter lesefreie Zeit nützlich sein kann, damit das Unbewusste das Aufgenommene auch verarbeiten kann.
Ob Sie mehrere Bücher gleichzeitig lesen sollten, hängt wohl von Ihren Vorlieben ab. Momentan lese ich drei Bücher gleichzeitig. Allerdings achte ich dann darauf, dass sie thematisch weit auseinander liegen. Damit versuche ich, der Ähnlichkeitshemmung zu entkommen.
Austins Tipp, immer ein Buch, das man als nächstes lesen will, in der „Pipeline“ zu haben, kann ich nur bestätigen. Ich habe dafür in meinem Bücherregal einen besonderen Platz für die Bücher reserviert, die als nächstes „drankommen“.

3. Versetzen Sie das Smartphone in den Flugmodus

Ach ja, das Smartphone. Für die meisten von uns ist das die Quelle für Ablenkungen aller Art. Anstatt im Bus E-Mails zu checken, Nachrichten zu lesen oder Gezwitscher zu verfolgen, schalten Sie das Smartphone auf Flugmodus und lesen stattdessen in Ihrem Buch. Oder deaktivieren Sie zumindest die Benachrichtigungsfunktion, damit sie nicht gestört werden.

4. Besuchen Sie regelmäßig die Bücherei oder die Buchhandlung

Speziell in der Welt der Romane, habe ich längst aufgehört, „nach Plan“ zu lesen. Ich schaffe ohnehin nicht mehr alle. Vielmehr besuche ich mindestens einmal die Woche die Stadtbücherei und schmökere dort in den Regalen herum. Dort gibt es auch Büchertische, auf denen die Empfehlungen der Mitarbeiter liegen. Wenn man dann ins Blättern kommt…
Übrigens informiere ich mich auch gerne via Podcasts (z. B. hier oder hier) über Bücher.

5. Teilen Sie Bücher, die Sie mögen, mit anderen

Austin empfiehlt, öffentlich zu machen, was man gerade liest, z. B. über die Plattform Goodreads. Ich selbst bin zwar auf librarything, habe es aber noch nicht zu diesem Zweck benutzt. Allerdings habe ich schon darüber nachgedacht, hier auf dem ToolBlog mitzuteilen, was ich gerade lese. Auf diese Weise könnte ich sicherlich den einen oder anderen ergänzenden Tipp erhalten.

Ich weiß, dass es unter den ToolBlog-Lesern wahre Leseratten gibt.
Wenn Sie sich angesprochen fühlen, haben Sie noch andere Tipps auf Lager?

ninocare / Pixabay

 

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Wie ich mein Notizbuch führe

In meinen Workshops zur Arbeitsorganisation lege ich großen Wert auf den Bezug zur Praxis, das Herumtheoretisieren ist nicht so meine Sache. Aus diesem Grund zeige ich den TeilnehmerInnen gerne Arbeitsweisen und Kniffe, die ich selbst praktiziere. Ausnahmen bestätigen die Regel, doch begründe ich diese immer sorgfältig.

Immer wieder werde ich nach Einzelheiten zu meinem Notizbuch gefragt: Was ist der Zweck, wie ist es aufgebaut und wie wird es geführt? Die Antwort will ich Ihnen nicht vorenthalten.

Zweck und Hintergrund

Mein Notizbuch folgt dem Konzept des „Superbuchs“ (an diesen dämlichen Ausdruck kann und will ich mich einfach nicht gewöhnen).

Bekanntlich ist unser Gehirn zwar ein Wunderwerk, hat aber dennoch seine Grenzen. An die stößt es gelegentlich, wenn Sie es gleichzeitig zum Denken und zum Merken verwenden wollen. Aus diesem Grund vergessen wir oft Dinge, die wir nicht vergessen sollten oder sie poppen zur falschen Zeit am falschen Ort auf. Dann, wenn wir so gar nichts mit der Information anfangen können. Durch Auslagern der Daten auf einen externen Datenträger können wir das Gehirn wirkungsvoll entlasten.

Allerdings haben Haftklebe-, Schmier- und sonstige Notizzettel den Nachteil, dass sie schnell verloren gehen. Ein Notizbuch beseitigt diese „Zettelwirtschaft“. Die Vorteile des Notizbuchs:

  • Alle Informationen liegen zentral an einem Ort. Das erleichtert das Wiederfinden
  • Ein Notizbuch kennt weder Hochfahren, noch Einfrieren, noch Abstürze. Es hängt weder am Strom noch am Internet
  • Es schafft Ordnung und verhindert Ablenkung, denn es gibt keine lose herum liegenden Zettel auf dem Schreibtisch oder Post-it-Notes, die um den Bildschirm herum kleben.
  • Es dient der Dokumentation, z. B. durch Gesprächsnotizen oder Gedächtnisprotokolle. Ein Freund von mir, Jurist, hat mit seinem Notizbuch einmal einen Prozess gewonnen. Die Gegenseite hatte keins

Grundsätze

Damit ein Notizbuch wirklich funktioniert, sollten einige (wenige) Grundsätze beachtet werden:

  1. Schreiben Sie Alles (ja, Alles!) auf!
    Das Notizbuch dient als externes Gedächtnis und entlastet damit das Gehirn. Es sollte nichts „durch die Lappen“ gehen. Wenn Sie im Zweifel sind, ob Sie etwas notieren sollen, dann tun Sie es!
  2. Alle Notizen an einem Ort
  3. Führen Sie Ihr Notizbuch mit System

Ausführung des Notizbuchs

Wenn Sie ein Notizbuch kaufen, dann benutzen Sie die folgende Aufzählung als Checkliste:

  • Solide Qualität: Geschäftsbuch mit festem strapazierfähigem Einband, evtl. abwaschbar
  • Ein Gummibandverschluss vermeidet Eselsohren und andere Unansehnlichkeiten
  • Format: DIN A 4, wenn Sie viel am Schreibtisch sitzen, DIN A 5, wenn Sie viel unterwegs sind
  • Papier: Liniert oder kariert, wenn Sie lieber schreiben. Blanko, wenn Sie visuelle Notizen machen oder gerne kritzeln
  • Seitlicher Rand für das Datum, Kürzel, Icons u. ä. (können Sie auch selber machen)
  • Umfang: Form eines Buchs, also mehr als 100 Seiten
  • Seitenzahlen (können Sie auch selber machen)
  • Einstecktasche für Visitenkarten etc.
  • Evtl. Lesebändchen
  • Zusätzlich hilfreich sind Haft-Lesezeichen von Post-it & Co

Wenn Sie sich die Mühe sparen wollen, dann können Sie ein solches „Superbuch“ auch fix und fertig kaufen.

Systematisch Arbeiten

Noch einmal: Schreiben Sie alles auf. Aber mit System:

  • Führen Sie das Buch immer bei sich oder weisen Sie ihm einen festen Platz zu
  • Schreiben Sie zu jeder Notiz das Datum und eine aussagekräftige Überschrift
  • Sie wollen nicht den Büchner-Preis gewinnen oder einen Schönschreibwettbewerb. Verfassen Sie aber die Notizen so, dass Sie auch nach Tagen oder Wochen noch lesen können und wissen, was mit dem Inhalt gemeint war
  • Verwenden Sie aussagekräftige Kürzel oder Symbole auf dem Seitenrand. Meine Kürzel/Icons sind: A – Aufgabe, RD – Recherche, Blitz – Widerspruch, ? – Zu überlegen, ! – Idee
  • Benutzen Sie Farben zum Hervorheben, aber sparsam. Bei mir: Blau – Allg. Hervorhebung, Gelb – Datum und Überschrift, Rot – Gesprächsnotiz. Die Farben setze ich dann ein, wenn ich am Ende des Tages die Notizen durchsehe
  • Lassen Sie hinteren Seiten frei für den Index bzw. ein Inhaltsverzeichnis

Pflege des Notizbuchs

An dieser Stelle möchte ich betonen, dass das Notizbuch für mich kein Organisationsmittel, sondern lediglich ein externer Datenträger ist, der das Gehirn unterstützt. Aus diesem Grund sollten Sie die Notizen weiterverarbeiten, indem Sie sie in Ihr Organisationssystem einpflegen.

  • Das Einpflegen erfolgt in einer Tages- oder Wochendurchsicht (bei mir eher letzteres).
  • Aufgaben, Kontaktdaten, Termine werden in Outlook übernommen. Entsprechendes Symbol durchstreichen, wenn die Notiz verarbeitet ist (z. B. „A“ für Aufgabe)
  • Die Stelle, bis zu der die Informationen eingepflegt wurden, wird im Notizbuch durch einen Querstrich markiert.
  • Vergessen Sie nicht, die Einstecktasche zu leeren
  • Ergänzen Sie das Inhaltsverzeichnis und/oder den Index

Archivieren

Wenn das Notizbuch voll ist, etikettieren Sie den Buchrücken mit dem Start- und dem Enddatum und stellen es ins Bücherregal. Mit der Zeit haben Sie ein schönes Archiv. Schauen Sie ruhig ab und an noch einmal alte Notizbücher durch. Sie werden staunen, über welch umfangreichen Fundus Sie verfügen.

 

Ich verwende Notizbücher seit vielen Jahren und möchte sie nicht mehr missen. Ich möchte Sie dazu ermuntern das Gleiche zu tun und zitiere David Allen:

Your mind is for having ideas, not holding them.

 

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Das macht Sie zum Smartphone-Junkie

Vor einiger Zeit habe ich darüber geschrieben, was ein E-Mail-Programm mit einem einarmigen Banditen gemeinsam hat. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass es viele Zeitgenossen gibt, die der Versuchung nicht widerstehen können, ihre E-Mails zu checken, sobald eine Eingangsnachricht aufpoppt.

Eine ähnliche Verhaltensweise zeigen auch viele Mitmenschen im Umgang mit ihrem Smartphone. Auch wenn Sie von den interessantesten Menschen umgeben sind, mit denen Sie live und von Angesicht zu Angesicht (neudeutsch „f2f“) die spannendsten Gespräche führen könnten, starren sie stattdessen ständig in ihr i- oder sonstiges Phone. Selbst Eltern sind betroffen, die auf dem Spielplatz lieber in ihr Smartphone glotzen als sich mit Ihren Kindern zu beschäftigen. Mittlerweile gibt es zu diesem Thema sogar Plakataktionen, die Eltern dazu animieren sollen, mit ihren Kindern zu spielen, zu sprechen oder sonstwie direkt zu kommunizieren (s. z.B. hier).

Ob diese Bemühungen Erfolg haben werden, sei dahin gestellt, denn es gibt mächtige Gegner, die allerlei Tricks anwenden, um Handysüchtige Mitmenschen bei der Stange bzw. vor dem Smartphone zu halten. Nicole Bayes-Fleming beschreibt drei dieser Tricks in ihrem Artikel Three Mind Tricks That Keep You Addicted to Your Phone:

Trick Nr.1: Unser Belohnungssystem wird gereizt

Wir wiederholen gerne die Tätigkeiten, für die wir in irgendeiner Form belohnt wurden. Wenn wir eine Botschaft ins Netz stellen, hoffen wir auf eine Reaktion, z. B. ein Like oder sogar einen Kommentar. Dies ist die Belohnung, die uns veranlasst, immer wieder aufs Display zu schauen.

Trick Nr.2: Konditionierung nach Pawlow

Sie kennen sicher das Pawlowsche Experiment mit dem Hund und der Glocke. Jedes Mal, wenn dem Hund Futter gegeben wurde, ertönte gleichzeitig ein Klingeln. Schließlich reichte allein das Klingeln, um beim Hund den Speichelfluss auszulösen, auch ohne Futter. Analog passiert dies, wenn wir über unser Smartphone eine Benachrichtigung erhalten. Wir müssen einfach schauen, was los ist.

Trick Nr. 3: Operantes Konditionieren

In Weiterführung zu Nummer 2 sehen Sie nicht, was der Inhalt der Nachricht ist, sondern nur, dass Sie eine erhalten haben. Wenn Sie wissen möchten, was Sache ist, dann sind Sie gezwungen auf die App zu gehen und zu schauen, was es mit dieser Nachricht auf sich hat. Twitter mach dies zum Beispiel so. Sie bekommen per E-Mail eine Nachricht, dass Sie in Tweets erwähnt wurden. Und jetzt möchten Sie natürlich wissen, wie diese Erwähnungen aussehen und öffnen die App. Das machen Sie so lange, bis diese Verhaltensweise zur festen Gewohnheit wird (operantes Konditionieren).

Um diesen Fallen zu entgehen, schlägt Nicole vor:

  1. Löschen Sie Apps, die keinen Nutzen stiften
  2. Halten Sie Ihr Smartphone außerhalb Ihrer Reichweite
  3. Schalten Sie die Benachrichtigungsfunktion ab
  4. Überprüfen Sie, wie viel Zeit Sie mit dem Smartphone tatsächlich verbringen

Letzteres erfolgt zumindest beim iPhone sogar automatisch. Wenn Sie noch mehr über Tipps gegen Handysucht oder Nomophobie erhalten wollen, empfehle ich Ihnen meinen Beitrag Wie Sie Nomophobie bekämpfen.

 

The Psychological Tricks Keeping You Online

 

 

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Vordrucke für Ihren analogen Planer

Papier und Stift feiern durch den Hype um das Bullet Journal eine fröhliche Wiederauferstehung. Nun sind ein Wesensmerkmal dieses Organisationsmittels die selbst gestalteten bunten Seiten. Kreativität ist hier nicht nur erlaubt, sondern geradezu gefordert. Um ehrlich zu sein, mir erscheint das Ganze unter dem Nutzen-Aufwand-Aspekt fragwürdig zu sein, wie ich ja auch schon bei der Besprechung des Buchs von Diana Meier-Soriat geschrieben habe.

Einen Mittelweg schlägt Nancy Messieh in ihrem Beitrag 4 Digital Hacks for Your Bullet Journal That Always Work vor. Um sich das aufwändige Anlegen der Seiten zu ersparen, empfiehlt sie den Ausdruck vorgefertigter Vorlagen.

Sie verweist dazu auf eine ganze Reihe von Websites, mit denen Sie Vordrucke erstellen oder fertige Designs per Download beziehen können. Sie erfahren auch, wie Sie diese Vorlagen in Ihr Bullet Journal einbinden.

Es gibt Links zu Templates

  • für leere Blätter mit Gitterstruktur („dotted paper“)
  • von Kalendern (hier der Link für den 2019-Kalender)
  • für Sticker und Stempel (das erinnert mich ein wenig an Poesiealben).

Ich möchte nicht versäumen, Sie in diesem Zusammenhang noch einmal auf D*I*Y Planner hinweisen. Gemäß dem Motto „the best thing in printing since Gutenberg“ stellt Ihnen diese Website eine Unmenge aller möglichen Vordrucke zur Verfügung. Ich denke, hier gibt es wirklich alles, was das Herz begehrt.

Schöpfen Sie aus dem Vollen.
Allerdings müssen Sie damit rechnen, dass echte Bullet-Jounal-Puristen die Nase rümpfen.

LUM3N / Pixabay

 

Das Buch zum Artikel (Werbung)

 

 

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Extraversion und die Medienwahl von Projektmanagern

Was es alles gibt…
Gerade bin ich über die Thesis for Master of Business Administration von Robert Peloschek gestolpert. Der Titel lautet:

Auswirkungen des Persönlichkeitsmerkmals Extraversion auf die Medienwahl von Projektmanagern aus dem IT- und Telekommunikationsumfeld

Die Thesis“untersucht die Beziehung zwischen den Persönlichkeitsmerkmalen Extraversion und Introversion und der Mediennutzung von Projektmanagern„. Vielleicht interessiert sich der eine Leser oder die andere Leserin des ToolBlogs dafür. Sie könnten die vollständige Arbeit als pdf-Datei herunterladen.

Achtung, Wissenschaft ist schwere Kost!

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Das Museum des Scheiterns

Wenn man manche Tweets oder Blogeinträge liest, könnte man meinen, es gäber nichts Schöneres auf der Welt als zu Scheitern. Dass man aus Fehlschlägen lernen soll und kann, geschenkt, das steht außer Frage. Aber sie herbei sehnen muss man Sie trotzdem nicht finde ich.

Scheitern kann eine Menge Geld und Nerven kosten, manche Mitmenschen mussten aufgrund einschlägiger Verluste schon ihren Laden dicht machen. Außerdem wären da noch Selbstzweifel und die Angst vor Blamage und/oder Schadenfreude. Man kann nämlich sicher sein, es gibt Leute, die haben es ja gleich gesagt. Sie kennen das.

Aber wie, gesagt, dümmer wird man durch Misserfolge nicht. Das weiß auch der Psychologe Samuel West. Um einen Einblick in die Risiken von Innovationen zu geben und uns tiefere Einsichten zu verschaffen, hat er das Museum des Scheiterns gegründet. Offensichtlich war er gelangweilt von den immergleichen Erfolgsstories, die in der Regel weniger Lernerfahrungen versprechen als Misserfolgsgeschichten. Das Museum möchte daher zu Diskussionen über Fehlschläge anregen und uns Mut machen, sinnvolle Risiken einzugehen.
Viele der ausgestellten Informationen waren der Zeit einfach nur voraus und kamen zu früh auf den Markt. Manche sind wirklich pure Fehleinschätzungen.

Übrigens handelt es sich bei dem Museum of Failure nicht um ein digitales, sondern um ein analoges Museum, offensichlich in Form einer Wanderausstellung. Kommendes Frühjahr wird es in München eröffnen. Wie lange es dort beheimatet sein wird, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Einen Vorgeschmack bietet dieses Video:

Inside Sweden's "Museum of Failure" for failed gadgets and electronics

 

Ich werde auf jeden Fall hingehen, wenn sich die Gelegenheit bietet.

 

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Effektive Besprechungen: Wie Sie eine Agenda erstellen

Auch wenn es noch so viele (geplagte) Zeitgenossen gibt, die auf Besprechungen schimpfen, ganz ohne sie geht es nicht. Ich selbst bin mittlerweile ein großer Fan der Time-Boxes geworden. Besprechungen gehören in einen festen Zeitrahmen, denn sonst neigen sie dazu, auszuufern. Es gilt, je mehr ein Meeting in Richtung Routinebesprechung (z. B. jour fixe) geht, desto eher sollte auf ein striktes Zeitlimit geachtet werden. Beispiele hierfür sind etwa die Ereignisse im Scrum oder die 22-Minuten-Besprechung.

Aber nicht alle Besprechungen sind Routinemeetings. Eine Grundvoraussetzung, damit diese Treffen nicht aus dem Ruder laufen, ist eine gut durchdachte Agenda. Dale Cudmore gibt in seinem Artikel How to Create a Time-saving Meeting Agenda einige Hinweise, die beim Erstellen einer Tagesordnung zu beachten sind. In dem Artikel erfahren Sie:

  • warum Besprechungsplanung so wichtig ist
  • aus welchen Elementen eine Agenda besteht
  • wie Sie eine zweckmäßige Agenda schreiben

Darüberhinaus gibt er Ihnen ein Beispiel und eine Vorlage mit auf den Weg.
Letztere können Sie hier herunterladen.

Dale empfiehlt zum Erstellen einer Tagesordnung diese Schritte:

  1. Entscheiden Sie, welches Ziel im Meeting erreicht werden soll und mit welchen Methoden es erreicht werden kann
  2. Bestimmen Sie die Teilnehmer und die Rahmenbedingungen, wie Ort, Zeit und Rollen
  3. Beginnen Sie mit einer Durchsicht der Agenda
  4. Listen Sie die Tagesordnungspunkte auf
  5. Bestimmen Sie, was bei den einzelnen Punkten herauskommen soll
  6. Schätzen Sie ab, wie viel Zeit Sie für jeden Punkt brauchen werden (Puffer!)
  7. Denken Sie darüber nach, wer außer Ihnen bei den einzelnen TOPn die Leitung übernehmen könnte
  8. Überlegen Sie zu jedem Punkt detailliert, wie Sie am besten vorgehen.
    Notieren Sie Vorgehensweise und den Input, den Sie geben möchten.
  9. Schicken Sie die Agenda an die Teilnehmer.

Mir gefällt der Artikel von Dale recht gut. Allerdings unterscheide ich in meinen Workshops zur Besprechungsmoderation gerne zwischen Agenda und Drehbuch. Kurz gesagt, ist die Agenda das, was der Teilnehmer vor der Besprechung zu sehen bekommt. In einem Drehbuch hingegen notiert sich der Besprechungsleiter/Moderator, wie er zu Erreichung der Ziele vorgehen möchte. Elemente des Drehbuchs sind etwa:

  • Methodik (z. B. Brainstorming, Kartenabfrage usw,)
  • Bedarf an Hardware (Pinnwand, Flipchart o. ä.)
  • Formulieren der Aufgabenstellung (z. B. Anweisung oder Formulieren einer geeigneten Frage)
  • Abschätzen des Zeitbedarfs für jeden Schritt unter Berücksichtigung einer „Sollbruchstelle“.

Dieses Drehbuch ist allein für den Besprechungsleiter gedacht.

Ja, ich finde, viele beklagen sich zu Recht über die Qualität von Besprechungen. Meistens ist aber nicht das „Was“ daran schuld, sondern das „Wie“. Und das ist

Handwerkszeug, das man lernen kann!

chief22880 / Pixabay

 

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Lassen Sie sich anregen: 35 Trello-Boards

Ich habe es schon läuten hören, dass es ja mittlerweile viel „bessere“ Kartenstecktafelprogramme als Trello gibt. Meist wird hier Meistertask genannt. Mag sein, ich bleibe bei Trello, schon allein, weil ich mich damit auskenne und angemessen erfolgreich meine eigenen Projekte damit fahre. Frei nach dem Titel einer Platte meines Lieblingsgitarristen John Scofield: „Works for me“.

Für mich ist die Umsonst-Version von Trello mehr als ausreichend. Darüber hinaus ist das Tool leicht zu bedienen und äußerst vielseitig. Wie vielseitig, habe ich noch gar nicht gewusst, bis ich über einen Artikel auf dem innovate Magazinie gestolpert bin: Best 35 Trello Boards For You To See And Get Inspired.

Die vorgestellten Boards kommen aus folgenden Themenbereichen:

  • Eigene persönliche Entwicklung, z.B. Produktivität
  • Planung von Veröffentlichungen, z.B. Podcasts oder Blogartikel
  • Projektplanung wie Scrum, Kanban & Co
  • Marketing
  • Planung von Events von Hochzeit bis Dinner Party
  • Familie und Freunde

Gut, ich hätte die Kategorien anders benannt und auch die Einteilung anders vorgenommen. Nichtsdestoweniger finde ich die Zusammenstellung wirklich sehr anregend.

Sie können übrigens die vorgestellten Boards sehr einfach übernehmen und dann nach Ihren Bedürfnissen verändern. Auf Mausklick lässt sich jedes Board in Ihrem Account betrachten und verwenden oder weiter verarbeiten.

Weitere Anregungen für Boards auf Trello finden Sie außerdem unter:

Sollten Sie sich jetzt verwundert die Augen reiben, weil Sie gar nicht wissen, was Trello ist, dann lesen Sie zum Einstieg:

Wenn Sie Projektarbeit lieben und gerne fernsehen, dann ist dieses Video vielleicht etwas für Sie: Projekte organisieren mit Trello.

Projekte organisieren mit Trello | Grundlagen Tutorial deutsch

 

 

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