Archiv der Kategorie: Kreativität

Ein Werkzeug für vernetztes Denken: Roam

Schon immer haben mich Programme interessiert, die das Denken im allgemeinen und das vernetzte Denken (gibt es eigentlich ein anderes?) im besonderen unterstützen. Daher meine Vorliebe für Programme zu Mind-Mapping, Concept-Mapping und andere Methoden dieser Art.

Nun bin ich wieder über eine solche Anwendung gestolpert. Sie heißt Roam und ist ein

Note-taking tool für networked thought.

Offensichtlich kann man Notizen anlegen und diese durch clevere Verlinkung miteinander vernetzen. Das Programm lässt sich über den Browser steuern, man muss sich auf der entsprechenden Website registrieren. Es gibt also nicht herunterzuladen und auf dem eigenen Rechner zu installieren.

Ich steige noch nicht so richtig durch, wie Roam funktioniert, die Philosophie dahinter ist mir noch nicht klar. Aber es gibt eine Menge Erklärvideos zum Beispiel für den Einsatz von Roam in der Aufgabenorganisation

Task Management in Roam

 

oder für Luhmanns Zettelkastenmethode („Zettlekasting“):

 

Wer so wie ich Text den bewegten Bildern vorzieht, für den gibt es eine Einführung, natürlich mit Roam verfasst.

Über seine Verwendung von Roam hat Nat Eliason einen Erfahrungsbericht geschrieben: Roam: Why I Love It and How I Use It. In diesem ausführlichen Beitrag stellt er vor:

  • Warum er Roam benutzt
  • Wie er es als „Zweithirn“ verwendet
  • Wie das Programm seine Produktivität unterstützt

Hauptaugenmerk legt Nat auf den Einsatz als CRM-System, ein Gebiet, das für mich nicht so wichtig ist, aber vielleicht die eine Leserin oder den anderen Leser interessiert.

Was mich bei diesen Programmen immer stört ist, dass ich letztendlich nicht die Kontrolle über meine Daten habe. Ich meine das gar nicht einmal im Sinne des Datenschutz. Aber was passiert, wenn Roam irgendwann mal wieder vom Netz genommen wird? Wohin kommen dann meine sorgfältig gehegten und gepflegten Notizen? Und falls ich sie sichern kann, habe ich dann anderweitig Zugriff um sie auf dem Desktop weiter zu verwenden?

Wäre ja nicht das erste Mal (Gruß an Google)…

 

Nachtrag (17. 2. 2020)

Auch Anne-Laure Le Cunff hat sich in einem ausführlichen Artikel mit Roam beschäftigt: How to use Roam Research: a tool for metacognition. Sie erklärt, welcher Philosophie Roam folgt und das ist ja für einen Newbie schon mal die halbe Miete.

Nachtrag (3. 3. 2020)

Roam scheint derzeit einen kleinen Boom zu erleben. Hier eine Beitrag auf reddit und die Diskussion dazu: Building a Second Brain in Roam…And Why You Might Want To.

 

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Wie man ein Tagebuch führt

Ich habe in meinem Freundes- und Bekanntenkreis eine Menge Leute, die darauf schwören, ihr Leben in einem Tagebuch zu protokollieren. Auch eine meiner Töchter schreibt unermüdlich ihr tägliches Resümee.

Nun habe ich mich selbst noch nicht dazu durchringen können, das Tagebuch schreiben zu einem festen Bestandteil meines Tagesablaufs zu machen. Momentan reichen mir die Inhalte meines Notizbuchs, dass ich situativ und nach Bedarf mit Inhalt fülle. Wer weiß, vielleicht bereue ich dies einmal, wenn ich mich entschließen sollte meine Memoiren zu schreiben.

Zum Beispiel weiß man vom Dichter und Sänger Wolf Biermann, dass er penibel jeden Tag schriftlich Revue passieren ließ. Diese Einträge waren dann die Grundlage für seine Autobiographie, deren Lektüre ich übrigens wärmstens empfehlen kann.

Über die Art und Weise, wie am besten ein Tagebuch zu führen ist, gibt es höchst unterschiedliche Ansichten. Bekannt geworden ist das 5-Minuten-Journal, das in diesem Video erklärt wird:

How The Five Minute Journal works

 

Wenn Sie über diesen einfachen Ansatz hinausgehen möchten und tiefer in die Materie einsteigen möchten, dann könnte die Anleitung von Michal Korzonek für Sie richtig sein: Journal Writing for Intelligent People: The Ultimate Guide. Dem Inhaltsverzeichnis zufolge werden viele Aspekte rund um das Tagebuch behandelt:

  • Wie es funktioniert
  • Welche Fallstricke es gibt
  • Beispiel berühmter Mitmenschen
  • Werkzeuge für die Erstellung eines Journals
  • Ressourcen: FAQ, Tools usw.

Schade, manchmal bereue ich schon ein wenig, dass ich nicht früh mit so etwas angefangen habe. Nun wird es wohl doch nicht nichts mit der Autobiographie.

Pexels / Pixabay

 

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Schritte zur Kreativität

Guru Leo Babauta hat in einem älteren, aber immer noch aktuellen Artikel eine kleine Liste von Schritten aufgestellt, mit deren Hilfe Sie kreativer werden können: The Little But Really Useful Guide to Creativity. Ich finde alle Schritte wertvoll, besonders herausstellen möchte ich jedoch:

Don’t consume and create at the same time — separate the processes

Wenn ich etwas gelernt habe in den letzten Jahren, dann ist das. Es ist immer sinnvoll, die Schritte im Ablauf strikt voneinander zu trennen. Sonst kommen Sie durcheinander oder muten Ihrem Verstand zu viel zu. Also immer eins nach dem anderen. Wenn Sie es nicht glauben, fragen Sie Walt Disney oder David Allen.

Just get it out, no matter how crappy that first draft

Perfektionismus hat schon so manche gute Idee getötet. Auch hier gilt: Trennen Sie die Schritte „Ideen finden“ und „Ideen beurteilen“. Dennoch Obacht: Manchmal macht es keinen Sinn, mit einer Idee zu früh an die Öffentlichkeit zu gehen.

Teach and you’ll learn

O ja. Momentan bereite ich mich auf einen Vortrag vor, der die Anwendung der Getting-Things-Prinzipien auf die Teamarbeit behandelt. Es ist erstaunlich, auf welche neuen Einsichten ich dabei gestoßen bin. Schreiben hat übrigens einen ähnlichen Effekt. Wenn man über etwas schreiben will, muss man es durchdenken. Mein verehrter Lehrer Fritz B. Simon sagte mir einmal, das wäre einer der Gründe, warum er Bücher schreibt.

Apply things in other fields to your field, in ways not done before

Ein schwäbisches Sprichwort sagt: „Du musst immer mit den Augen stehlen“. Eine Art Reframing: In welchem anderen Kontext kann man eine Lösung noch verwenden?

Don’t be afraid to be stupid and silly

Das ist ein bisschen das deutsche Problem. In unseren Schulen arbeitet man hart und auch erfolgreich daran, genau das zu ändern. Deshalb ist ein anderer Tipp von Leo so wichtig:

Play with kids

Und dann ein wichtiger Hinweis aus den Kommentaren:

Carry a pen and notepad with you everywhere you go. You’ll never know what’ll inspire you next.

Stimmt, zumindest einen Kugelschreiber, eine Serviette findet sich immer.

AbsolutVision / Pixabay

 

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Freie Icons für alles Mögliche: Mind-Maps, Websites usw.

Die Piktogramme (“Icons”), die von Programmen wie dem Mind-Manager oder XMind mitgeliefert werden, haben mich noch nie vom Hocker gehauen. Wenn Sie Ihre Maps wirklich anschaulich illustrieren oder einfach nur verschönern möchten, dann müssen Sie sich im Internet selbst auf die Suche machen. Sie können sich aber dabei helfen lassen. Von Lea Weitekamp zum Beispiel. In ihrem gleichnamigen Beitrag stellt sie uns Die 15 besten Seiten für kostenlose Icons und Icon-Fonts vor. Die beschriebenen Icons sind aktuell, denn sie sind im hochmodischen Flat-Design gehalten. Leider liegt der Fokus für meinen Geschmack zu sehr auf der Darstellung von Social-Media-Anwendungen. Mir würde es gefallen, wenn mehr ganz normale Objekte dargestellt würden, so wie bei “Free Web Icons” etwa. Damit könnten wir Mind-Mapper mehr anfangen. Aber immerhin, ein Anfang ist gemacht, ein Dankeschön für das kostenlose zur Verfügung Stellen!

Wenn Sie noch mehr Icons benötigen, schauen Sie doch einmal bei FreeIconsWeb vorbei. Aber achten Sie wie immer auf evtl.Urheberrechte.

 

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Erhöhen Sie Ihre Wahlmöglichkeiten!

Vor einigen Jahren hatte ich eine schwere Entscheidung zu treffen. Mein Freund und Kollege Roger Drew rief mir seinerzeit ein wichtiges Prinzip zur Entscheidungsfindung ins Gedächtnis:

  • Wenn es nur einen Weg gibt, ein Ziel zu erreichen, dann hat man ein Problem
  • Wenn es zwei Wege gibt, dann steckt man in einem Dilemma
  • Erst drei oder mehr verschiedene Optionen verschaffen die Möglichkeit einer Wahl

Derek Sivers sieht das offensichtlich genauso. In seinem Artikel “There are always more than two options” schreibt er:

When they say they only have two options, beware. It means they got stuck. Once people get two options, they start comparing the pros and cons of those two, and forget to think of more options.

Anhand eines Beispiels beschreibt er, wie man weitere Wahlmöglichkeiten kreieren kann. Sie merken schon am Wort “kreieren”, das Ganze hat etwas mit Kreativität zu tun. Es gilt, so viel wie Alternativen zu finden, wie möglich. Werten können Sie später immer noch. So neu ist das alles nicht, oder? Wird aber oft vergessen.

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Apps für das Erstellen von Infografiken

Vielleicht haben Sie es schon bemerkt. Meine Kurznachrichten werden immer durch eine Infografik abgeschlossen. Ich mag diese Infografiken, denn Sie verschaffen einen Überblick zu Zahlen, Daten, Faken zu einem bestimmten Thema.

Sie möchten Ihre eigenen Infografiken erstellen? Versuchen Sie es doch einmal mit den 5 Best Free Tools to Make Infographics Online, die Kamosh Pathak in seinem Beitrag vorstellt. Wie der 30Titel verrät, sind diese Apps frei und webbasiert. Um die ersten Versuche zu starten, müssen Sie also kein Geld ausgeben und auch kein Programm installieren. Hier seine Auswahl:

  1. Canva
  2. Visme
  3. Piktochart
  4. Venngage
  5. Infogram

Dass die Programme kostenfrei sind, stimmt leider nicht so ganz, denn sie folgen dem Freemium-Modell. Meist können Sie nur eine begrenzte Anzahl an Infografiken mit ebenso begrenzten Programmfunktionen erstellen. Wenn Sie die Anwendung in ganzer Pracht nutzen wollen, wird ein Obolus fällig. Nun gut, für das Ausprobieren und die ersten Schritte dürften die kostenlosen Varianten erst einmal ausreichen.

Wenn Ihnen die o.a. Auswahl nicht ausreicht, dann gibt es auch noch andere Alternativen. Einige davon habe ich in Werkzeuge für Infografiken aufgeführt. Karl Gude hat darüber sogar eine Präsentation auf Slideshare erstellt.

Sie können Ihre Infografik aber auch mit dem erstellen, was bei Ihnen sowieso auf dem Rechner ist, mit Bordmitteln sozusagen. Lesen Sie hier, wie Sie Infografiken mit Powerpoint erstellen. Powerpoint dürfte auf jedem gut sortierten Rechner installiert sein.

Von Venngage gibt es auch eine nette Anleitung für Beginner, die Ihnen bei der Arbeit unter die Arme greift.

Ansonsten betrachten Sie einfach diese Infographic About Infographics:

 

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Das Museum des Scheiterns

Wenn man manche Tweets oder Blogeinträge liest, könnte man meinen, es gäber nichts Schöneres auf der Welt als zu Scheitern. Dass man aus Fehlschlägen lernen soll und kann, geschenkt, das steht außer Frage. Aber sie herbei sehnen muss man Sie trotzdem nicht finde ich.

Scheitern kann eine Menge Geld und Nerven kosten, manche Mitmenschen mussten aufgrund einschlägiger Verluste schon ihren Laden dicht machen. Außerdem wären da noch Selbstzweifel und die Angst vor Blamage und/oder Schadenfreude. Man kann nämlich sicher sein, es gibt Leute, die haben es ja gleich gesagt. Sie kennen das.

Aber wie, gesagt, dümmer wird man durch Misserfolge nicht. Das weiß auch der Psychologe Samuel West. Um einen Einblick in die Risiken von Innovationen zu geben und uns tiefere Einsichten zu verschaffen, hat er das Museum des Scheiterns gegründet. Offensichtlich war er gelangweilt von den immergleichen Erfolgsstories, die in der Regel weniger Lernerfahrungen versprechen als Misserfolgsgeschichten. Das Museum möchte daher zu Diskussionen über Fehlschläge anregen und uns Mut machen, sinnvolle Risiken einzugehen.
Viele der ausgestellten Informationen waren der Zeit einfach nur voraus und kamen zu früh auf den Markt. Manche sind wirklich pure Fehleinschätzungen.

Übrigens handelt es sich bei dem Museum of Failure nicht um ein digitales, sondern um ein analoges Museum, offensichlich in Form einer Wanderausstellung. Kommendes Frühjahr wird es in München eröffnen. Wie lange es dort beheimatet sein wird, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Einen Vorgeschmack bietet dieses Video:

Inside Sweden's "Museum of Failure" for failed gadgets and electronics

 

Ich werde auf jeden Fall hingehen, wenn sich die Gelegenheit bietet.

 

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Bauen Sie sich Ihren Amiga selbst!

Ich weiß, mein Freund Thilo ist ein großer Freund antiker Rechenknechte. Es vergeht kaum ein Tag, an dem er nicht über den Erwerb oder die Reparatur eines antiken Taschenrechners twittert. Und ich gebe zu, auch ich bekomme manchmal feuchte Augen, wenn ich z. B. ein Foto meines alten HP 34C sehe. Was für ein Taschenrechner!

Nun liegt es in der Natur der Dinge, dass solche Veteranen nur noch schwer aufzutreiben sind, denn sie werden naturgemäß immer seltener. Mein Vorschlag lautet daher: Basteln Sie sich doch selber so einen Rechenoldtimer. Der Designer Rocky Bergen zeigt Ihnen auf seiner Website, wie das geht. Im Angebot hat er zum Beispiel den Amiga 500, den Amstrad CPC 464 und naürlich auch den Klassiker, den Commodore 64. Es gibt sogar einen sog. Ghettoblaster zum Nachbau, den Conion C-100F, aber das ist ja nur eine coole Boombox und kein Rechner.

Vielleicht sollte ich Ihnen fairerweise noch sagen, dass die selbstgebauten Rechner nicht so funktionieren, wie Sie es sich vielleicht gedacht haben. Sie sind nämlich aus Pappe. Aber wenn Ihnen das nichts ausmacht, dann können Sie den entsprechenden Schnittbogen herunterladen, ausdrucken, aufkleben und sofort mit der Bastelei loslegen.

Thilos Bastelstunde für Arme, sozusagen.

Viel Spaß dabei.

Monfocus / Pixabay

 

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Brian Sun zur Philosophie hinter XMind

Vor einigen Jahren konnte ich der Preispolitik von MindJet nicht mehr folgen. Aus diesem Grund bin ich zu XMind gewechselt, habe es nie bereut und halte diesem Programm heute noch die Stange. Darüber hinaus habe ich auch mit iMindMap, der „offiziellen“ Software von Tony Buzan geliebäugelt, allerdings fällt der praktische Nutzwert, zumindest für meine Zwecke, weit hinter XMind zurück.

In der Zwischenzeit hatte ich auch mehrfach Kontakt mit Mitarbeitern des Unternehmens, das hinter XMind steht. Ich habe den E-Mail-Verkehr immer als sehr hilfreich und freundlich empfunden. Das (kleine) Unternehmen, das XMind herstellt und weiterentwickelt, befindet sich in Shenzhen in China und nicht im Silicon Valley, wie manche glauben.

Brian Sun ist der Gründer und CEO von XMind und hat auf der TEDxFutian 2018 Annual Conference einen Vortrag über die Entstehungsgeschichte XMind und die Philosphie dahinter gehalten: What Makes Me Say No to VC. Ich finde, es lohnt sich wirklich, diese Präsentation anzuschauen, denn sie gibt einen Einblick über

  • was Brian als Unternehmer antreibt
  • welche (Unternehmens-) Philosophie hinter XMind steckt
  • die Art, wie Menschen in kleinen Unternehmen erfolgreich zusammenarbeiten

Für mich ist XMind auch ein Beispiel für die geradezu mustergültige Anwendung der EKS-Strategie in der Praxis, auch wenn ich mir ziemlich sicher bin, dass Brian diesen Ansatz gar nicht kennt.

What Makes Me Say No to VC | Brian Sun | TEDxFutian Talk

 

Sie finden übrigens das Transkript des Vortrags in dem o.a. Beitrag, falls Sie des Chinesischen nicht mächtig sein sollten.

BTW: Wie gesagt, ich bin eingefleischter Nutzer von XMind Pro. In der Zwischenzeit ist XMind ZEN erschienen. Um ehrlich zu sein, erschließt sich mir der Sinn dieses Schritts bislang noch nicht. Außer einer ansprechenderen Optik kann ich keinen Mehrwert von ZEN erkennen. Vielleicht ändert sich das noch.

Meine Bitte an Brian und seine KollegInnen: Verzettelt Euch nicht!

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Warum Denken auf Papier zur Fokussierung führt

Ryder Caroll? Ryder Caroll? Grübel, grübel, studier, studier… Richtig! Das ist der Erfinder des hier so oft erwähnten Bullet Journals. In diesem Video erklärt er uns, warum das Denken mit Papier und (Blei-) Stift ein schneller Weg zu höherer Konzentration ist. Sehr sehenswert!

Why thinking on paper is a fast way to focus | Ryder Carroll

 

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