Archiv der Kategorie: Teamwork

Was Google über die Effektivität von Teams denkt

Ich bin ja ein bisschen skeptisch, wenn ich höre, dass Google als Modell für die neue Arbeitswelt hingestellt wird. Aber sei’s drum, interessant sind die Impulse aus diesem Unternehmen allemal.

In einem Vortrag erzählt Julia Rozovsky, was ein effektives Team von den anderen unterscheidet: How Google thinks about team effectiveness. Sie beruft sich dabei auf Studien, die intern bei Google angestellt wurden. Rozovsky beantwortet in ihrem Vortrag die Fragen:

  1. Können wir als Team Risiken eingehen ohne Angst vor Unsicherheit oder Verlegenheit zu haben?
  2. Können wir aufeinander zählen um rechtzeitig Ergebnisse hoher Qualität zu erreichen?
  3. Sind unsere Ziele, Rollen und Maßnahmenpläne klar?
  4. Arbeiten wir an etwas, das auch jedem von uns persönlich etwas bedeutet?
  5. Sind wir davon überzeugt, dass die Arbeit, die wir tun, von Bedeutung ist?

Wenn diese Fragen im Team mit „Ja“ beantwortet werden, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass ein Team auch als effektiv anzusehen ist.

Aber sehen und hören Sie selbst;

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OpenSpace zur Strategieentwicklung

Wie die geneigten Leserinnen und Leser (gar nicht) gemerkt haben, habe ich in der ersten Woche nichts zu Papier in den Blog gebracht. Der Grund war sehr angenehm für mich: Ich durfte wieder einmal einen OpenSpace begleiten. Es ging bei der Veranstaltung um Stratiegieentwicklung bei AX Semantics. Kurz das Fazit von meiner Warte aus:

  • Lasst Menschen über die Dinge nachdenken, die ihnen am Herzen liegen. Fragt die Leute einfach und nehmt sie ernst, dann kommen die Lösungen von alleine. Es war faszinierend mit anzusehen, mit welchem Engagement und welcher Konzentration die Menschen zusammenarbeiten. Da braucht man kein Motivationsgedöns.
  • Die Menge an Themen, die im OpenSpace bearbeitet werden, ist beeindruckend. Am Dienstag bearbeiteten rd. 30 Teilnehmer 16 verschiedene Themen.
  • Es ist wichtig dafür zu sorgen, dass die Themen am Ende der Veranstaltung so aufbereitet werden, dass nahtlos mit/an ihnen weitergearbeitet werden kann. Das ist gelungen, wie ich finde.
  • Zwischen Barcamp und OpenSpace gibt es tatsächlich Unterschiede, die den Unterschied machen. Ohne den Diskurs der vergangenen Wochen noch einmal aufgreifen zu wollen, fühle ich mich in meiner Ansicht bestätigt.

Danke dem sympathischen Team von AX Semantics für die Gastfreundschaft und das erwiesene Vertrauen!

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Vom Umgang mit schwierigen Kollegen

Wir kennen sie alle, die Zeitgenossen, die uns tierisch auf den Geist gehen. Wir selbst gehören natürlich nicht dazu, denn wir sind ja edel, hilfreich und gut.

J.D. Meier, der Autor des Buches Getting Results the Agile Way, identifiziert Ten Types of Difficult People und gibt Tipps, wie wir, die Guten, mit ihnen umgehen können. Die zehn Typen sind:

  1. Der Panzer
    Menschen, die ohne Rücksicht auf Verluste alles niederwalzen, was sich ihnen in den Weg stellt (Tipps zum Umgang)
  2. Der Heckenschütze
    Menschen, die mehr oder weniger heimlich darauf lauern, dass andere einen Fehler machen und dies nutzen um sie dann schlecht aussehen zu lassen (Tipps zum Umgang)
  3. Der Alleswisser (aka Klugscheißer)
    Diese Leute korrigieren immer und überall, auch die kleinsten Fehler und das mit einer großen Portion Überheblichkeit. J.D. Meier hält sie für die Schwierigsten der Schwierigen und gibt diese Tipps zum Umgang
  4. Die Leute, die sich für Alleswisser halten (aka Klugscheißer light)
    Labertaschen hat oder wie der Volksmund sagt: „Große Klappe und nichts dahinter“.
    (Tipps zum Umgang)
  5. Die Handgranate
    Leute, die plötzlich und unerwartet explodieren (Tipps zum Umgang)
  6. Der Ja-Sager
    Menschen, die immer zu allem Ja und Amen sagen. Meist wollen sie damit Konflikten aus dem Weg gehen. (Tipps zum Umgang)
  7. Die Indifferenten 
    Menschen, die sich nicht festlegen wollen und daher keine Entscheidungen treffen können.
    (Tipps zum Umgang)
  8. Menschen, die gar nicht in Erscheinung treten (aka die grauen Mäuse)
    Wir kennen Sie von Besprechungen. Sie sitzen nur da und tragen nichts zur Wahrheitsfindung bei. Menschliche Hüllen sozusagen. (Tipps zum Umgang)
  9. Der Nein-Sager
    Das Gegenstück  zu Nummer (6). Egal, wie vernünftig ein Argument oder ein Vorschlag ist, sie lehnen es/ihn ab. (Tipps zum Umgang)
  10. Der Jammerfritze
    Diese Klagenden sind oft gar nicht an der Lösung des beklagten Problems interessiert. Dann müssten sie nämlich aufhören zu jammern und das wollen sie nicht. (Tipps zum Umgang)

Grundsätzlich halte ich das Stecken von Menschen in vorgefertigte Schubladen für problematisch. Vielleicht können aber diese Typisierung und die Schlüsse doch den einen oder anderen Hinweis zum richtigen Umgang mit schwierigen Zeitgenossen geben.

J.D. Meier bezieht sich in seinen Ausführungen übrigens auf die Autoren Dr. Brinkman and Dr. Rick Kirschner und ihr Buch In Dealing with People You Can’t Stand: How to Bring Out the Best in People at Their Worst. Ich glaube, ich werde mir das Werk einmal näher anschauen.

Wenn Sie deutsche Lektüre bevorzugen, dann empfehle ich Ihnen das Buch von Claudia Hochbrunn Ein Arschloch kommt selten allein: So werden Sie mit schwierigen Zeitgenossen fertig, das ich hier besprochen habe.

 

Falls sie sich noch unsicher sind, ob Ihr Kollege wirklich ein A-loch ist, dann können Sie es schnell herausfinden. Folgen Sie einfach dem Flowchart aus einem Beitrag von Erik Devaney: Is Your Coworker Actually an A-hole? Hier ist es:

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Methodensteckbriefe für Ihr Projektmanagement

Ich stimme den Mitmenschen zu, die vor allzu großer Methodengläubigkeit warnen. Auch ich erlebe immer wieder, dass Zeitgenossen bestimmte Methoden verwenden, ohne das „Big Picture“ zu kennen, in das sie eingebettet sind. Werkzeuge aber, die ohne entsprechende Hintergrundkenntnisse angewandt werden, sind oft im besten Fall nutzlos, im schlimmsten sogar schädlich.

Dennoch kann auch der talentierteste Handwerker nichts verrichten, wenn er nicht über entsprechende Tools verfügt. Wenn Sie viel in Projekten arbeiten und Ihre Werkzeugkiste füllen oder ergänzen möchten, empfehle ich Ihnen eine Website der US Regierung: 18F Method Cards.

Hier finden Sie im Format von kurzen Steckbriefen eine

collection of tools to bring human-centered design into your project.

Die Methoden sind in Kartenform gehalten und beschreiben:

  • Den Inhalt (Was)
  • Den Zweck (Wozu)
  • Das Verfahren (Wie)
  • Zusätzliches Hintergrundmaterial (Ressourcen)
  • Die Phase im Projektzyklus (s.u.)
  • Die Zeit, die benötigt wird

Eingeteilt sind die Methoden in die Kategorien

  • Discover
  • Decide
  • Make
  • Validate
  • Fundamentals

Praktisch: Sie können die Karten als pdf-Datei ausdrucken und so zurecht schneiden, dass Sie sie überall hin mitnehmen können. Und wer weiß, vielleicht sind diese Methoden ja auch der Grundstock für die eigene Sammlung.

bluebudgie / Pixabay

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Die große Methodensammlung zur Erwachsenenbildung

Seit meine Tochter als Grundschullehrerin im Schuldienst ist, habe ich aufgehört, über Lehrerinnen und Lehrer zu lästern. Sozusagen als Zaungast durfte ich während ihres Studiums und auch danach miterleben, wie viel an Theorie und Praxis für einen guten Unterricht nötig ist. Jeder von uns hat die Schule besucht und so meinen viele, sie verstünden etwas von Pädagogik. Dem ist nicht so, denn auf diese Weise sieht man nur eine Seite der Medaille.

Wie facettenreich die Methoden sind, die derzeit an vielen unserer Schulen verwendet werden, zeigt die Methodensammlung der Qualitäts- und UnterstützungsAgentur – Landesinstitut für Schule (QUA-LiS NRW). Lassen Sie sich von diesem grauenhaften Bürokratennamen nicht täuschen. Sie finden in der Methodensammlung eine bunte Palette von aktivierenden Methoden nicht nur für die Schule, sondern auch für die Erwachsenenbildung. Sie soll helfen (Zitat):

  • Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu motivieren und zu aktivieren,
  • Problemerleben und Erwartungen transparent zu machen,
  • Erfahrungen und Kompetenzen aufzurufen und zu nutzen,
  • Mitbestimmungs- und Selbstorganisationsprozesse zu organisieren,
  • ein Klima kollegialer Kooperation herzustellen.

Die Methodensammlung ist nicht nur sehr umfangreich, sondern auch bedienerfreundlich. Sie können in einer Matrix vorauswählen, für welche Phase sie Methoden benötigen, z.B. zum Kennenlernen, für Partnerarbeit, Gruppenarbeit usw. Es werden Ihnen dann nur die Methoden angezeigt, die für den jeweiligen Zweck geeignet sind. Zu allen Methoden gibt es einen kompakten Steckbrief, in dem der Verlauf und die benötigten Materialien beschrieben werden. Sie finden dort auch einen Kommentar, der Sie mit dem Einsatzzweck und evtl. Stolperstellen vertraut macht.

Alle Methoden können Sie auch als pdf-Datei herunterladen. Für die Kinästheten unter den Lesern gibt es die Methodensammlung auch in Form von Karteikarten in einer ansprechenden Box. Allerdings kostet sie dann etwas, wenn auch nicht die Welt.

Wenn Sie Trainerkollegin oder -kollege sind oder sonst öfters mit dem Thema Seminar und/oder Workshop befasst sind, dann kann ich Ihnen diese Methodensammlung nur ans Herz legen.

Seminar - Gruppenarbeit

 

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Coaching selbst gemacht: Die Kollegiale Beratung

Wo Menschen zusammenarbeiten, läuft es nicht immer rund und manchmal entstehen Konflikte. Vielleicht hatten Sie dabei auch schon einmal das Gefühl, mit Ihren Problemen allein auf weiter Flur zu stehen ohne sich darüber lösungsorientiert austauschen zu können.
„Lösungsorientiert“ beschreibt hierbei den Unterschied, der den Unterschied macht. Wenn Sie Glück haben, stoßen Sie zwar in der Kaffeeküche auf das offene Ohr des einen oder anderen Kollegen. Wie Sie dann aber mit den Schwierigkeiten weiter zurecht kommen oder gar den Konflikt lösen, bleibt im weiteren Verlauf Ihnen überlassen.

Kein Wunder, dass Sie dann das Gefühl beschleicht, mit Ihrem einzigartigen Problem allein fertig werden zu müssen. Das muss nicht so sein, denn zumeist ist Ihr Problem (a) nicht einzigartig und (b) müssen Sie nicht als Einzelkämpfer eine Lösung suchen.
Oftmals ist es so, dass auch schon anderswo Kolleginnen oder Kollegen ein ähnliches Problem gelöst haben. Warum also nicht die „Weisheit“ dieser Menschen anzapfen?

Zu diesem Zweck gibt es die „Kollegiale Beratung“. Coaching ohne Coach, so könnte man die Kollegiale (Fall-) Beratung (Intervision) auch beschreiben. Nach einer festen Vorgehensweise tauschen sich die Teilnehmer über anstehende Problemfälle aus, unterstützen sich gegenseitig und geben Lösungshinweise aus ihrem eigenen Erfahrungshintergrund.

Und so geht man dabei vor:

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Spielen wir eine Runde agile Bullshit-Bingo!

Bullshit-Bingo (aka Buzzword-Bingo) ist ein Spiel, dass mittlerweile allen Leserinnen und Lesern des ToolBlogs bekannt sein dürfte. So manchen frustrierten Mitmenschen hat Bullshit-Bingo während langatmiger Besprechungen über die Zeit geholfen.

Bullshit-Bingo kommt nie aus der Mode, denn entsprechenden Ausdrücke wachsen quasi immer wieder nach, sie gehen nie aus.
Momentan hört man zum Beispiel an allen Ecken und Enden das Wort „agil“ in allen möglichen und unmöglichen Zusammenhängen. Klar, dass Sie einen dazu gehörenden Spielvordruck im Internet herunterladen können: Agile Bingo.

Neben diesem höchst aktuellen Template finden Sie auf der Website noch eine große Zahl Vorducke für andere Themen, etwa Click-Bait– oder Cloud Computing Bingo. Falls nicht das Richtige dabei ist, können Sie natürlich auch Ihr ganz persönliches Bullshit-Bingo gestalten und ausdrucken.

Wenn Sie das Spiel lieber in Deutsch spielen möchten, dann geht das natürlich auch. Auf bsbingo.de können Sie aus verschiedenen Themen von Besprechung über Politiker bis Marketing wählen. Sie können sogar das Format des Vordrucks bestimmen.

Nun steht einer gepflegten Runde Bullshit-Bingo nichts mehr im Wege. Viel Spaß!

BTW: Sollten Sie Bullshit-Bingo tatsächlich noch nicht kennen, dann hilft Ihnen dieses (auch schon etwas ältere) Video weiter:

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Besprechungsprotokolle: Tipps und Tricks

Eine der am meist gehassten Jobs während eines Meetings ist der des Protokollanten. Aus diesem Grund wird er oft an den Berufsjüngsten in der Besprechung vergeben. So ging es auch mir in meinen ersten Berufsjahren. Allerdings habe ich schnell bemerkt, welche Vorteile mit der ungeliebten Aufgabe verbunden waren. Der eine besteht in der Möglichkeit des Weglassens, der andere in der unterschiedlichen Gewichtung eines Beitrags. Auf diese Weise kann ein Protokollant nach der Besprechung Akzente setzen, die ganz in seinem Sinne sind. Ein Schelm, der Schlimmes dabei denkt.

Immer wieder stellt sich für den Protokollführer die Frage, welchen Umfang ein Protokoll haben sollte. Die Antwort ist klar:

So wenig wie möglich, so viel wie nötig.

Schließlich soll sich der Aufwand in Grenzen halten, sowohl beim Schreiben als auch beim Lesen.

In dem Artikel Meeting Minutes for Ninjas, den Amy Dean über das Schreiben von Protokollen veröffentlicht hat, behandelt einer der Tipps auch die Frage nach Form und Umfang. Aber es gibt noch weitere:

  1. Machen Sie sich nicht zu viel Gedanken über die äußere Form und
    schreiben Sie eine knappe E-Mail, die alles enthält, was man wissen muss
    (Beispiel im Artikel)
  2. Hacken Sie das Protokoll direkt gleich in ein elektronisches Gerät (Laptop, Tablet)
  3. Lassen Sie jemand anders das Protokoll schreiben (!)
  4. Führen Sie nur Punkte auf, die die Zielsetzung des Meetings tangieren
  5. Achten Sie auf eine klare übersichtliche Struktur.
    Und ja, hier sind Aufzählungszeichen ausdrücklich erwünscht!
  6. Schicken Sie die Protokolle innerhalb von zwei Tagen nach Ende des Meetings an die Teilnehmer und die, die es angeht

Ich muss gestehen, mit dem Punkt (2) komme ich nicht klar. Wenn ich ein Protokoll schreiben muss, verwende ich nach wie vor Papier und Bleistift. Vielleicht liegt es am Alter.

Noch einmal zum Umfang eines Protokolls: Ich hatte einen Kollegen, dessen Protokolle an Ausführlichkeit nicht zu überbieten waren. Er erzählte uns, dass er einmal auf die vorletzte Seite eines dicken Protokolls den Satz unterbrachte:

Wer bis hierhin gelesen hat, kann sich bei mir eine Flasche Sekt abholen!

Sie können sich denken, es hat nie jemand dieses Angebot eingelöst.

Wenn Sie Protokolle in elektronischer Form vorziehen, dann versuchen Sie es doch einmal mit iProt. An diesem Programm hat mein Freund und Kollege Thomas Mathoi (hier im Gespräch) mitgearbeitet. Und wenn der was macht, dann macht er es richtig.

 

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Telefonieren ist besser als Schreiben

Ich muss gestehen, ich telefoniere nur ungern. Wahrscheinlich rührt das von meiner Tätigkeit als Produktionsingenieur in der Papierfabrik her. Ein Telefonanruf zu dieser Zeit bedeutete selten etwas Gutes. Entweder wurden Produktions- oder Qualitätsprobleme verkündet, und das zu jeder Tages und Nachtzeit. Daher war mir die E-Mail als Kommunikationsmittel sehr willkommen, schon weil ich zeitlich flexibler auf Nachrichten reagieren konnte.

Dennoch gibt es immer noch gute Gründe, auch in Zeiten des Internets zum guten alten Telefon zu greifen. Kevin Daum hat in seinem Artikel 10 Reasons to Pick Up the Phone Now aufgeführt.

Sie sollten telefonieren, wenn

  1. Sie sofort ohne Zeitverzug eine Antwort benötigen
    Vorsicht! Viele Menschen reagieren genervt auf „ungebetene“ Anrufe. Bedenken Sie, dass Sie den Adressaten wahrscheinlich mit Ihrem Anruf in seiner/ihrer Arbeit unterbrechen. Gehen Sie verantwortungsvoll mit der Zeit Ihrer Mitmenschen um. Die Entscheidung liegt bei Ihnen, ob Ihr Anliegen wirklich so dringend ist, dass es tatsächlich sofort beantwortet werden muss.
  2. Sie komplexe Dinge mit vielerlei Leuten bearbeiten müssen
    Manchmal ist es sehr aufwändig, mit vielen Menschen schwierige Dinge mit asynchronen Hilfsmitteln zu bearbeiten. Abhilfe schafft dann (jawohl!) ein Meeting oder eine Telefonkonferenz.
  3. es ihnen zu heikel ist, schriftliche „Spuren “ zu hinterlassen
    Wenn das Thema heikel ist, sollten Sie es nur mündlich behandeln. Achten Sie auch darauf, was Sie wem auf dem Anrufbeantworter hinterlassen. Wenn ich mich richtig erinnere, hat eine solche Nachricht den Abschied eines amtierenden Bundespräsidenten eingeleitet.
  4. Sie sich emotionale Zweideutigkeiten nicht leisten können
    Spätestens seit Watzlawick wissen wir um die Sach- und die Beziehungsebene in der zwischenmenschlichen Kommunikation. Eine E-Mail kann die Untertöne eines Gesprächs nicht widergeben. Gestik und Mimik fehlen. Da helfen auch Emoticons nicht.
    Im schlimmsten Fall kann die Fehldeutung des „Tons“ einer E-Mail zu handfesten Konflikten, im leichteren Fällen führt sie zu Missverständnissen.
    Am Telefon steht mir zumindest Stimme und Tonlage zur Verfügung. Und ich kann sofort rückfragen.
  5. eine allgemeine Verwirrung herrscht und andauert
    Manchmal ist es einfacher, per Telefon Klärung herbeizuführen anstatt E-Mails hin und her zu schicken. E-Mail-Pingpong nennt das der Fachmann. Dies führt zu handtuchlangen E–Mails und beeinträchtigt die Effizienz erheblich.
  6. schlechte Nachrichten zu übermitteln sind
  7. die Nachrichten sehr wichtig sind
    Punkt (6) und (7) lassen sich zusammenfassen, denn schlechte Nachrichten sind in der Regel wichtige Nachrichten.
  8. es schwierig ist, einen Termin zu finden
    Oft geht es schneller, sich „zusammen zu telefonieren“, wenn auf die Schnelle ein Termin gefunden werden muss. Man greift zum Kalender und spricht sich direkt ab.
  9. es Anzeichen von Ärger, Angriffen oder Konflikten in der Luft liegen
    Hier gilt das unter (4) Gesagte.
  10. ein persönliches Kontakt aufnehmen schlicht von Vorteil ist

Für mich gibt es eine klare Reihenfolge in der Kommunikation mit meinen Mitmenschen. Je größer die Tragweite einer Nachricht ist, desto wichtiger ist der persönliche Kontakt. Daraus ergibt sich Präsenz vor Telefon vor E-Mail. Andererseits scheint die Wahl des Kommunikationskanals auch eine Typfrage zu sein. Während meine eine Tochter gerne WhatsApp & Co auch für einen ernsthaften Austausch verwendet, lehnt die andere dies kategorisch ab. Sobald sie den Eindruck hat, ein Gespräch könnte “tiefer” gehen, greift sie zum Telefon.

Wie sehen Sie das?

Telefon statt E-Mail

[Foto von 526663 [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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Wie Sie virtuelle Teams organisieren

Ehrliche gesagt, ich weiß gar nicht, wie der englische Ausdruck „remote team“ genau ins Deutsche zu übersetzen ist. Mir selbst gefällt der Ausdruck „virtuelle Teams“, der seit einigen Jahren allgemein in Gebrauch ist, nicht besonders gut. Aber sei’s drum.
Fragen wir die allwissende Wikipedia, was unter einem virtuellen Team zu verstehen ist, so antwortet sie folgendermaßen:

Bei virtuellen Teams handelt es sich um eine Organisationsform, deren Mitglieder

  • zeitlich befristet, gelegentlich auch dauerhaft
  • mit gemeinsamen Zielen
  • an verschiedenen Orten und evtl. zu verschiedenen Zeiten
  • über regionale, nationale oder Unternehmensgrenzen hinweg zusammenarbeiten und
  • überwiegend medienvermittelt kommunizieren.

Oder verkürzt ausgedrückt: Die Mitglieder virtueller Teams haben selten oder gar nicht die Möglichkeit, sich von Angesicht zu Angesicht zu treffen, um Informationen auszutauschen oder ggf. Probleme zu lösen.

Nun existieren für reale Teams eine Reihe von mehr oder weniger brauchbaren Modellen, die beschreiben, wie effektive und effiziente Teamarbeit erreicht werden kann. Das Modell meiner Wahl stammt von Ruth Cohn. Es ist plausibel und gut in der Praxis anzuwenden. Aber wie gesagt, gedacht ist es für Teams, deren Mitglieder sich in der Regel f2f treffen. Wie sieht es aber bei virtuellen Teams aus? Gelten dort in etwa die gleichen Regeln oder ist alles ganz anders? Eine Frage, die in der Organisationspsychologie heftig diskutiert wird.

Wenn Sie nicht so lange warten können, bis die Wissenschaft befriedigende Antworten auf all diese Fragen gegeben hat, dann ist vielleicht Casandra Campbells The Beginner’s Guide to Building a Remote Team für Sie das Richtige. Hier erfahren Sie in 10 Kapiteln, wie Sie Ihr virtuelles Team organisieren können:

  • Vorteile von virtuellen Teams
  • Wo Sie eventuell Mitarbeiter finden
  • Welche Kommunikationstools es gibt

und vieles mehr.

Auch mein befreundeter Kollege Georg Lohrer hat sich intensiv mit diesem Thema auseinander gesetzt und einen Podcast zum Thema gemacht. In einem einschlägigen Podcast beschreibt er seinen biggest (rookie) mistake as Virtual Team Leader. Hören Sie mal rein.

Die Welt wird immer kleiner und die Bedeutung von Remote Teams wird sicher zunehmen. Dennoch glaube ich, dass die persönliche Begegnung durch nichts zu ersetzen ist. Warum? Weil wir Menschen so ticken.

BTW: Falls Sie zu Menschen gehören, die vornehmlich den visuellen Sinneskanal benutzen, dann empfehle ich Ihnen die einschlägige Infografik von nutcache: 7 Crucial Tips for Managing a Remote Team:

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