Archiv der Kategorie: Karriere

13 Angewohnheiten, die Ihren Erfolg torpedieren

Wenn Sie in eine Buchhandlung gehen, dann werden Sie Dutzende Bücher finden, die Ihnen zeigen wollen, wie Sie Erfolg haben. Erfolgsstrategien nennt man das im allgemeinen. Und tatsächlich, die beschriebenen Schritte zum Erfolg sind einleuchtend und nachvollziehbar. Sie müssen sich also nur für eine der vielen Erfolgsstrategien entscheiden, die Ärmel hochkrempeln und loslegen. Dem Erfolg steht nun nichts mehr im Wege.

Wir wissen alle, dass es so leider nicht funktioniert. Hinterher lässt sich immer eine Theorie (er-)finden, die den Erfolg logisch erklärt. Allerdings gibt es bis jetzt keine Strategie, die ihn vorher garantiert. Gäbe es sie, wären wir alle ausnahmslos erfolgreich.

Mit dem Erfolg ist es wie mit der Gesundheit. Wir wissen nicht sicher, wie wir sie erreichen und erhalten können, aber wir können mit Gewissheit sagen, was ihr schadet. Mario Christou hat einen Artikel darüber verfasst, mit welchen Gewohnheiten Sie den Erfolg wirkungsvoller verhindern können: 13 Common Bad Habits That Hold You Back From Success. Hier sind Sie:

1. Sie warten immer auf den richtigen Moment

Für manche Vorhaben gibt es keinen richtigen Moment. Wenn Sie möchten, dann finden Sie immer einen Grund, warum Sie gerade jetzt nicht mit Ihrem Vorhaben anfangen sollten. Und wenn Sie dann zu lange warten, ist der „Kas bissn“, wie unsere bayerischen Landsleute sagen. Oder anders: Dann ist der Zug abgefahren. Wenn Sie ein Vorhaben immer wieder aufschieben, fragen Sie sich doch einmal, vor was Sie tatsächlich Angst haben.

2. Sie benötigen die Zustimmung anderer

Es ist sicher sinnvoll, sich die unterschiedliche Meinungen einzuholen. Aber übertreiben Sie es nicht damit. Ab einem gewissen Punkt haben Sie davon keinen Nutzen mehr. Ein Mehr an Information macht Ihre Entscheidung nicht besser. Wenn Sie das Gefühl (!) haben, etwas machen zu müssen, dann tun sie es. Es ist besser, etwas zu bereuen, was man getan hat als etwas, was man unterlassen hat.

3. Sie möchten perfekt sein

Der Hang zum Perfektionismus kann lähmen. Außerdem ist er ohnehin zum Scheitern verurteilt, denn nichts und niemand ist vollkommen. Also starten sie und arbeiten Sie mit engen Feedbackschleifen. Und dann handeln Sie nach dem Grundsatz „Das bessere ist der Feind des Guten“. Arbeiten Sie iterativ. Ich glaube, die Scrum-Anhänger wissen von was ich rede.

4. Sie sind zu stur um loszulassen

Trauen Sie sich, auch Dinge aufzugeben, wenn Sie den Eindruck haben, es lohnt sich nicht, sie weiter zu verfolgen. Folgen Sie der altbekannten Indianerweisheit: „Wenn Sie merken, dass Sie ein totes Pferd reiten, ist es Zeit, abzusteigen. Manchmal ist es schlicht und einfach unklug, der amerikanischen Devise „Never give up“ zu folgen.

5. Sie können sich nicht für Ihre Fehler entschuldigen

Wenn Sie nicht gelernt haben, für Ihre Fehler gerade zu stehen, dann werden Sie u.U. Schwierigkeiten haben, Menschen zu finden, die Sie unterstützen. Zeitgenossen, die nicht die Verantwortung für ihr Tun übernehmen, machen sich schnell unbeliebt.

6. Sie lernen nicht von Menschen, die „unter Ihnen stehen“

Es gibt tatsächlich niemanden (in Worten: niemanden), von dem Sie nichts lernen können. Wie oft haben wir schon erlebt, dass so manche gute Idee nicht umgesetzt wurde, weil sie aus dem Munde eines „einfachen“ Mitarbeiters kam. In vielen Firmen treibt solcher Standesdünkel bis heute noch sein Unwesen und verhindert notwendige Verbesserungen und Innovationen. Weg damit, Sie können sich so etwas nicht leisten!

7. Sie machen nur das, was Sie müssen

Wenn Sie immer in der altgewohnten Komfortzone verbleiben, dann werden Sie kaum die Chance haben, neue Erfahrungen zu sammeln. Klar, diese müssen nicht immer positiv sein, aber lernen können Sie aus ihnen allemal. Also fassen Sie sich ein Herz und greifen zu, wenn sich die Gelegenheit bietet.

8. Sie machen sich zu viel Sorgen über das Ergebnis

Es spricht nichts dagegen, mit kühlem Kopf Chancen und Risiken eines Vorhabens abzuwägen. Sich sorgen ist aber etwas anderes. Sorgen sind unbestimmte Ängste vor etwas, was kommen könnte. Könnte, nicht muss. Manchmal ist es sinnvoll, sich zu fragen: (1) Wie wahrscheinlich ist es, dass etwas eintritt? und (2) was wäre, das Schlimmste, was dann passieren würde? Viele Dinge, über die Sie sich jetzt Sorgen machen, werden vermutlich gar nicht eintreffen. Dafür andere, an die Sie jetzt noch gar nicht denken. Dafür gebe ich Ihnen Brief und Siegel.

9. Sie vergleichen sich mit anderen

Lassen Sie es. Oder wie Søren Aabye Kierkegaard sagt:

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.

Für den Erfolg zählt nur der eigene Maßstab. Lassen Sie sich die Deutungshoheit über Ihren persönlichen Erfolg nicht von anderen aus der Hand nehmen.

10. Sie lernen nicht aus Ihren Fehlern

Laut Konfuzius ist das Lernen aus Erfahrung der bitterste Weg, klug zu handeln. Aber er ist vermutlich auch der nachhaltigste. Wenn Sie nicht aus Ihren Fehlern lernen wollen, dann werden Sie diese wohl wiederholen müssen.

11. Sie arbeiten nicht an Ihren Schwächen

Bei diesem Grundsatz bin ich mir nicht so sicher. Ich neige dazu, mich Autoren anzuschließen, die empfehlen, eher an den eigenen Stärken als an den Schwächen zu arbeiten. Vielleicht wäre es sinnvoll, die Partnerschaft mit einem Menschen zu suchen, der Sie komplementär ergänzt, d.h. der Ihre Schwächen durch seine Fähigkeiten abdecken kann? Manchmal ist dies der effektivere Weg als das Bemühen, aus Schwächen Stärken zu machen.

12. Sie verbringen zu viel Zeit mit Dingen, die Sie nicht tun wollen

Hier gilt das unter 11 Geschriebene. Wenn Sie etwas nur widerwillig tun, dann tun Sie es vermutlich nicht gut. Überlegen Sie, ob Sie solchen Tätigkeiten an jemanden Anderen vergeben können. Vielleicht ergibt sich sogar eine Art Tauschgeschäft.

13. Sie nehmen alles zu ernst

Verbeißen Sie sich nicht in den Erfolg. Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie das, was Sie schon jetzt erreicht haben. Achten Sie auf sich und sorgen Sie dafür, dass Sie bei allem Streben nach Erfolg genug Zeit für sich, Ihre Lieben und für Freunde haben. Denken Sie an die Menschen, die Sie mögen, egal, ob Sie erfolgreich sind oder nicht. Sie haben es verdient.

Die 1000-€-Frage zum Schluss: Was ist Erfolg für Sie?

Überlegen Sie hin und wieder, was Erfolg für Sie ist. Woran werden Sie merken, dass Sie erfolgreich sind? Und dann überprüfen Sie Ihre Antwort:

Wollen Sie das alles wirklich haben?

Free-Photos / Pixabay

 

 

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Entfernen Sie Ihre mentalen Bremsklötze (Teil 2)

Hier und heute der zweite Teil von Gilbert Ross‘
20 Mental Barriers You Should Let Go Of :

  1. Ängste und Befürchtungen
    Sorgen gehören zum Leben. Unbegründete Sorgen verzerren allerdings die Wahrnehmung und trüben die Urteilsfähigkeit. Fragen Sie sich, wie groß die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten des befürchteten Ereignisses ist und welche Tragweite es hat. Oft relativierten sich die Befürchtungen dann.
  2. Kummer aus der Vergangenheit
    Verletzungen heilen manchmal langsam. Doch irgendwann ist es Zeit, ein Kapitel abzuschließen.
  3. Schlechte Erinnerungen
    Dasselbe gilt für unangenehme Erfahrungen, wie Peinlichkeiten oder Fehler, die Sie gemacht habe. So etwas kann man lange mit sich herumschleppen, doch was geschehen ist, ist geschehen. Lernen Sie daraus für die Zukunft und seien Sie nicht allzu streng mit sich.
  4. Unnütze Dinge
    Was schleppen Sie an unnützen Zeug mit sich herum? Vielleicht ist es Zeit, gründlich aufzuräumen und sich von überflüssigem Krempel zu befreien. Das gilt übrigens nicht nur für materielle Dinge.
  5. Schlechter Umgang
    Mit welchen Leuten umgeben Sie sich? Sind diese Menschen für Sie eine Stütze oder werden Sie von ihnen eher „heruntergezogen“? Ich habe vor einiger Zeit beschlossen, mich von Einbahnstraßenbeziehungen zurückzuziehen. Das sind Beziehungen, bei denen in der Hauptteil in der Beziehung von mir geleistet wird, aber wenig bis gar nichts zurückkommt.
  6. Die Idee, ein Produkt der Vergangenheit zu sein
    Sicher wirft die Vergangenheit ihre Schatten in die Gegenwart. Dennoch: Wollen Sie sich von der Vergangenheit lähmen lassen oder ziehen Sie einen Neuanfang vor. Sie entscheiden!
  7. Sich selbst gleichsetzen mit dem Job oder/und der Rolle
    Hüten Sie sich davor, sich lediglich über Ihren Beruf oder Ihre Rolle zu definieren. Sie und Ihre Arbeit sind nicht identisch. Nehmen Sie sich als der/die, der/die Sie sind, nämlich als einzigartigen Menschen.
  8. Kontraproduktive Angewohnheiten
    Haben Sie Angewohnheiten, die Ihnen schaden und/oder Sie daran hindern, das zu tun, was Sie wirklich möchten? Dies kann alles sein: Rauchen, zu wenig Bewegung, übermäßiges Essen und Trinken usw.
  9. Dinge zu persönlich nehmen
    Wir sollten uns immer wieder fragen, ob eine Bemerkung oder auch Kritik wirklich an uns persönlich gerichtet ist. Niemand möchte gerne zurückgewiesen werden. Vielleicht sind wir aber gar nicht persönlich gemeint, sondern es wird etwas ganz anderes adressiert.
  10. Die tickende Uhr
    Denken Sie nicht immer an die tickende Uhr. Sie müssen nicht immer produktiv sein. Sie dürfen sich auch erlauben, ab und zu die Zeit zu verplempern. Oder wie Astrid Lindgren sagt:

Und dann muss man ja auch noch Zeit haben,
einfach da zu sitzen und vor sich hin zu schauen.

annca / Pixabay

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Entfernen Sie Ihre mentalen Bremsklötze (Teil 1)

Wir alle kennen Sie, diese mentalen Blockaden, die uns davon abhalten, Dinge zu tun, die wir tun möchten, sollen oder müssen. Der „innere Schweinehund“ ist so ein Bremsklotz, aber es gibt noch einige mehr. Gilbert Ross kennt sie und hat sie in seinem Artikel Reboot Your Life: 20 Mental Barriers You Should Let Go Of beschrieben. Hier sind die ersten zehn:

  1. Unnötige Bindungen
    Ist es notwendig, sich von so vielen Dingen abhängig zu machen? Wir meinen, so viel zu brauchen, aber benötigen wir dies alles tatsächlich? Abhängigkeit schränkt ein, macht uns unflexibel. Übrigens gilt das auch für Beziehungen. Ist es jede Beziehung wert, das sie einseitig von mir gepflegt wird?
  2. Schuldgefühle
    Machen Sie sich nicht klein durch Schuldgefühle. Gewiss, manchmal hat man allen Grund zu bereuen. Dennoch ist es besser, Fehler als Chance zu begreifen, es das nächste Mal besser zu machen, als sich in Selbstanklagen zu ergehen.
  3. Negatives Denken
    Hüten Sie sich vor Catastrophizing. Stets das Schlechtestes anzunehmen, beeinträchtigt Ihr Leben und das Ihrer Umgebung.
  4. Übertriebene Selbstkritik
    Verwechseln Sie Selbstkritik nicht mit Selbstkasteiung. Wir alle machen Fehler, sonst wären wir keine Menschen.
  5. Voreingenommenheit
    Infolge von Vorurteilen verpassen wir manch günstige Gelegenheit, interessante Mitmenschen näher kennen zu lernen. Setzen Sie Ihre Vorannahmen auf den Prüfstand!
  6. Zwanghaftes Denken
    Behalten Sie nicht Dinge bei, nur weil Sie es so gewohnt sind. Entrümpeln Sie von Zeit zu Zeit. Sind sie immer noch nützlich?
  7. Gier nach Anerkennung
    Wir alle brauchen die Anerkennung durch Andere. Aber auch hier gilt: Die Dosis macht das Gift (Paracelsus). Hüten Sie sich, etwas nur deshalb zu machen, damit Sie anderen gefallen. Entwickeln Sie für Ihren Erfolg Ihren eigenen Maßstab.
  8. Einschränkende Glaubenssätze
    Die Transaktionsanalytiker setzen den Antreibern die Erlauber entgegen. Was treibt Sie an?
  9. Groll
    Jeder hat das Recht, enttäuscht oder wütend zu sein. Allerdings wird es problematisch, wenn daraus Groll wird. Groll führt zur Verbitterung, die im schlimmsten Fall einsam machen kann.
  10. Aufschieberitis
    Wenn Sie Angst vor dem Scheitern haben, dann fangen Sie manche Aufgaben wahrscheinlich gar nicht erst an. Das Problem, damit sind Sie schon gescheitert, bevor Sie überhaupt begonnen haben. Scheitern ist nicht schön, gehört aber mit zum Leben. Aller Anfang ist schwer (aber nicht unmöglich).

Kennen Sie auch solche Blockaden?

Sackgasse

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Strategie und Konzentration

Management-Guru Peter Drucker wird die Unterscheidung zwischen Effektiviät und Effizienz zugeschrieben. Demnach bedeutet

Effektivität: Die richtigen Dinge tun  und
Effizienz: Die Dinge richtig tun

Sie merken schon, bei der Effektivität bezieht sich „richtig“ auf die Dinge, ist also ein Adjektiv, bei der Effizienz auf das „Tun“ und ist daher Adverb.
Bei der Effektivität geht es um Ziele und Verwandtem, bei der Effizienz um den Wirkungsgrad.

Es wird immer wieder diskutiert, welches von den beiden das Wichtigere ist. Ehrlich gesagt, ich finde diese Debatte müßig, Sie können sehr effizient die falschen Dinge tun und/oder trotz richtiger Ziele nicht zu Potte kommen. Um Erfolg zu haben, sollten Sie also

Die richtigen Dinge richtig tun!

William Allen greift diese Idee in seinem Artikel Be Unapologetically Focused: Why Having a Great Strategy Matters auf. Er plädiert dafür, eine sinnvolle Strategie zu entwickeln (Effektiviät) und diese dann fokussiert zur verfolgen (Effizienz). Dazu schlägt er vor, folgende Fragen zu beantworten:

  1. Welches Problem müssen Sie gerade lösen?
  2. Setzen Sie Ihre Ressourcen punktgenau ein, um Ihre Stratgie zu verfolgen?
    (Zeit, Geld, Energie oder sonstige Unterstützung)
  3. Sagen Sie oft genug „Nein“ oder lassen Sie sich in andere Aufgaben einspannen?
  4. Überprüfen Sie Ihre Strategie von Zeit zu Zeit?

Ich denke, vor allem die letzte Frage wird immer wieder unterschätzt. Die Rahmenbedingungen sind dynamisch, sie ändern sich. Aus diesem Grund ist es notwendig, immer wieder einmal innezuhalten und zu überprüfen, „ob man noch in der Spur“ ist. Deswegen sind auch die verschiedenen Reviews (wöchentlich, monatlich, jährlich) so wichtig.

Vielleicht nutzen Sie dazu die kommenden Feiertage, wenn die Geschenke alle ausprobiert sind und es draußen regnet. Sie werden es nicht bereuen.

 

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Wie tickt die neue Firma? So finden Sie es heraus!

In meiner Generation war es üblich, in einem Vorstellungsgespräch gegenüber dem Unternehmen als Bittsteller aufzutreten. Die Kommunikationsbeziehung war meistens asymmetrisch, wir wollten einen Job von der Firma und durften froh sein, wenn wir den bekamen. Unter diesem Aspekt wurden auch die Interviews betrachtet: Der Personaler fragt, der Kandidat hat zu antworten, auch wenn die Fragen noch so dämlich oder gar taktlos sind.

Dieses Verhältnis scheint sich, zumindest bei einigen Jobs und Berufen, sowie in gewissen Branchen, etwas umzukehren. Oder wie mir ein sichtbar empörter Unternehmer vor einiger Zeit sagte: „Stellen Sie sich vor, der junge Mann ist nach einer halben Stunde aufgestanden und sagte, er gehe jetzt, denn ich könne ihm sowieso nichts bieten.“ Ich konnte mir ein klammheimliches innerliches Feixen nicht verkneifen. Der gute Mann wird sich an derartige Dinge gewöhnen müssen, wenn er gute Leute haben will.

Dennoch haben viele Menschen über die Jahre vergessen, dass sich in einem Vorstellungsgespräch nicht nur der Kandidat bei der Firma vorstellt, sondern auch umgekehrt. Sie müssen nicht unter dem Teppich durchkriechen. Prüfen Sie das Unternehmen eingehend, schließlich müssen Sie einen großen Teil Ihrer wertvollen Lebenszeit dort verbringen.

Meghan Rabbitt gibt Ihnen Tipps für eine Reihen von Fragen, mit denen Sie während des Vorstellungsgesprächs (und nicht nur da) die herrschende Unternehmenskultur auf das Passvermögen abklopfen können. Nach Want to Know the Real Deal With a Company’s Culture? 6 Interview Questions You Should Ask könnten Sie fragen:

  1. Was unterscheidet in dieser (ausgeschriebenen) Position einen guten von einem großartigen Mitarbeiter?
  2. Wie arbeiten Sie Mitarbeiter ein und wie gehen Sie mit Anfängerfehlern um?
  3. Auf welche Weise fördert das Unternehmen die Entwicklung von Teams?
  4. Was gefällt Ihnen selbst an der Arbeit hier und was mögen Sie nicht so gerne?
  5. Wie würden Ihre Mitarbeiter antworten, wenn ich sie nach drei Gründen fragen würde, warum sie gern in Ihrem Unternehmen arbeiten?
  6. Inwieweit trägt die Position zum Unternehmenszweck, den Zielen und dem gewünschten Erfolg bei?

Für manche Personaler sind diese Fragen sicher starker Tobak, besonders wenn man die Fragen (4) und (5) betrachtet und Sie dürften damit so manchen ins Stottern bringen. Es hilft sicher, wenn Ihr Gegenübe merkt, dass es nicht um Machtspielchen, sondern um ein Gespräch auf Augenhöhe geht. Bleiben Sie also ernst und freundlich.

Eine Geschäftsbeziehung ist dann nachhaltig und ertragreich, wenn beide Seiten zufrieden sind. Das gilt auch für ein Arbeitsverhältnis.

alda2 / Pixabay

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Was wir von den Stoikern lernen können

Ich muss gestehen, meine Kenntnisse in der Philosophie gehen kaum über das hinaus, was ich während meiner Schulzeit im Latein- und Griechischunterricht mitbekommen habe. Allerdings muss mich das dort Gehörte sehr beeindruckt haben, denn es wirkt noch nach bis zum heutigen Tag.

Besonders beeindruckt haben mich immer die Werke der Stoiker. Leider kamen im Griechischunterricht die Urheber dieser Ideenschule etwas zu kurz, man konzentrierte sich damals in Latein eher auf die wohl berühmtesten römischen Vertreter der Stoa, Seneca und Marcus Aurelius. Nach der Schule bin ich dann irgendwann einmal über Epiktet gestolpert, der nicht viel an Menge, aber dafür viel an Gewicht hinterlassen hat. Sein Handbüchlein der Moral kann ich jedem nur wärmstens ans Herz legen.

Die Gedanken der Stoiker haben nichts an Aktualität verloren und können auch für das moderne (Wirtschafts-) Leben angewandt werden. Eric Barker gibt in seine Artikel Stoicism Reveals 4 Rituals That Will Make You Mentally Strong Tipps, wie Sie auf stoische Weise Ihren Alltag bewältigen können:

  1. Entscheiden: Was ist das Schlimmste, was passieren könnte?
    Manchmal lassen wir uns vor wichtigen Entscheidungen von Ängsten und Befürchtungen leiten. Es kann zwar nicht schaden, die Risiken abzuschätzen oft werden wir aber durch Ängste und Befürchtungen blockiert. Fragen Sie sich stattdessen, was das Schlimmste ist, was passieren könnte und weiter, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass es auch tatsächlich eintritt. Ja, wenn Sie so wollen, die klassische Risikoanalyse: Tragweite mal Wahrscheinlichkeit.
  2. Misserfolg: Sie können nicht alles kontrollieren
    Wenn Sie sich über einen Misserfolg ärgern, dann bedenken Sie, dass Sie nicht alles unter Kontrolle haben können. Das soll nicht heißen, dass Sie sich in faulen Ausreden üben. Vielmehr ist dies die Bitte, mit sich selbst wertschätzend umzugehen. Sie können nicht alles im Griff haben, sonst wären Sie Gott gleich. Menschen sind nunmal fehlbar, da machen Sie keine Ausnahme.
  3. Übersicht und Detail: Beachten Sie das große Ganze
    Sie kennen sicher die Satellitenansicht von Google Maps. Schauen Sie doch einmal auf das Gebäude, in dem Sie sich gerade befinden und vergrößern Sie dann kontinuierlich den Maßstab. Sie sehen zuerst die Umgebung des Hauses, dann die Stadt, dann das Land, den Erdteil usw. Merken Sie, wie klein Sie sind? Wir sind nur ein Teil des Ganzen, das sollten wir uns immer wieder einmal bewusst machen. Nehmen wir uns also nicht so wichtig.
  4. Probleme lösen: Was würde N. N. tun?
    Sicher hat jeder von uns Menschen, deren Fähigkeiten, Leistungen oder Einstellungen er/sie sehr bewundert. Könnte dieser Mensch als Vorbild oder sogar Rollenmodell wirken? Wie haben sich bestimmte Menschen verhalten um diesen Erfolg zu haben? Wenn Sie also in einer kritischen Situation sind, hilft manchmal die Frage: „Was würde …. in dieser Situation jetzt tun?“

Diese vier Punkte sind nur ein Ausschnitt von Hinweisen der Stoiker bez. einer zufriedenen Lebensführung. Zur Vertiefung hier noch einige weitere Artikel:

Es ist immer Vorsicht geboten, wenn philosophische Gedanken aus dem Zusammenhang gerissen und zu stark vereinfacht werden. Aber vielleicht dienen der Artikel und die Linkhinweise für Sie als Anregung, sich eingehender mit dem Stoizismus zu beschäftigen. Wenn Sie dabei Ähnlichkeiten zur Achtsamkeit entdecken, dann dürften Sie nicht falsch liegen.

Für den Einstieg hilft Ihnen dabei vielleicht die Webstite des Philosophie-Professors Massimo Pigliucci: How to Be a Stoic.

Hier ein Video von Pigliucci zum Stoizismus:

The philosophy of Stoicism – Massimo Pigliucci

 

Nachtrag (23. 10. 2017)

Massimos Pigliuccis Buch über Stoizismus im Alltag ist jetzt auch auf Deutsch erschienen. Gelesen habe ich es noch nicht, werde das aber sicher noch tun.

 

 

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Wie Sie Ihren idealen Job planen

Einige Male im Jahr biete ich Workshops an, in denen die Teilnehmer über ihre berufliche Entwicklung nachdenken können. Dabei vermeide ich ganz bewusst den Ausdruck „Karriere“, weil dieser Begriff immer noch stark mit hierarchischem Denken verknüpft ist.

Mir geht es um etwas ganz Anderes. Aufgrund meiner eigenen beruflichen Biographie weiß ich, wie wichtig es ist, Klarheit über die persönlichen Prioritäten zu besitzen. Es ist eine existenzielle Frage, was Ihre persönlichen Kriterien für ein ausgefülltes Berufsleben sind. Wenn Sie nicht entscheiden können, was für Sie wichtig ist und was nicht, dann entscheiden dies andere für Sie. Und das ist nicht immer das, was Sie glücklich macht.

Aus diesem Grund biete ich den Teilnehmern an, die persönlichen „Leitplanken“ zu erstellen. Das Vorgehen ist einfach. Sie zeichnen auf ein Blatt Papier eine Tabelle mit lediglich zwei Spalten. In die linke Spalte tragen Sie ein, was Sie auf gar keinen Fall tun möchten, in die rechte Spalte, was Sie anstatt dessen oder gerne tun wollen. In eine zweiten Tabelle betrachten Sie nicht das Was, sondern das Wie: Wie will ich unter keinen Umständen arbeiten, auf welche Weise würde ich gerne tätig sein?
Bei Bedarf können Sie diese Leitplanken für Ihre verschiedenen Lebensrollen ausfüllen, die Sie derzeit einnehmen: Beruf, Familienmensch usw.
Eine simple Übung, die zwar nicht einfach ist, aber oft zu erstaunlicher Klarheit führt.

Es ist sinnvoll, solche Bestandsaufnahmen immer wieder in gewissen Abständen neu zu machen, denn Einstellungen, Gewohnheiten und Bedürfnisse können sich ändern. Das meint wohl auch Charlie Kindel, der zu diesem Zweck eine bemerkenswerte Methode entwickelt hat: The Job Decision Matrix: How to make your next big move.

Dies sind die Schritte:

  1. Sammeln Sie Oberbegriffe von Dingen, die Ihnen im Beruf wichtig sind.
    Beispiel: Unternehmensgröße, Standort, Tätigkeitsfeld, Einkommen, Kollegenkreis usw.
  2. Bilden Sie eine Rangfolge. Was ist Ihnen am wichtigsten, am zweitwichtigsten, am wenigsten wichtig?
  3. Tragen Sie die Oberbegriffe als Spaltenüberschriften in eine Tabelle ein. Geordnet von links nach rechts gemäß Ihrer Tragweite. Ganz links ist also die Spalte mit dem Oberbegriff, der Ihnen am wichtigsten ist, ganz rechts die Spalte mit dem am wenigsten wichtigen Kriterium.
  4. Füllen Sie nun die Tabelle aus: Welchen Kriterien fallen Ihnen zu den jeweiligen Oberbegriffen ein? Notieren Sie sie in der jeweiligen Spalte.
  5. Bilden Sie nun eine Rangfolge innerhalb der Spalten nach der Wichtigkeit. Was am wichtigsten ist, steht oben, das am wenigsten wichtige unten.

Sie haben die strikte Aufteilung von Qualität und Quantität sicher schon bemerkt. Im 1. Schritt geht es darum, die wichtigen Kriterien einfach mal zu sammeln. Erst im 2. Schritt nehmen Sie eine persönliche Bewertung vor.

Ich empfehle Ihnen, für das Erstellen Ihrer Matrix Post-it’s oder Stattys zu verwenden. Schreiben Sie einen Begriff immer auf eine einzelne Karte. Sie können die Karten dann hin- und herschieben und immer wieder neu strukturieren.

Sollten Sie lieber mit dem Computer arbeiten, dann können Sie auch eine Software á la Trello benutzen. Charlie gibt Ihnen mit seinem eigenen Trello-Board eine Vorlage, von der Sie sich für Ihre eigene Matrix anregen lassen können.

BTW: Wenn Sie dann geeignete Arbeitsmöglichkeiten zur Auswahl haben, können Sie diese Tabelle als Entscheidungsmatrix zur Auswahl Ihres nächsten Arbeitsplatzes heranziehen. Sie können sie auch bei Bedarf zu einer Nutzwerttabelle erweitern.

Eine interessante und nützliche Vorgehensweise, finde ich. Danke, Charlie Kindel, fürs Teilen.

 

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Gehen Sie in Rente – Jetzt!

Während meiner Dienstzeit bei der Bundeswehr gab es die Sitte bei den Wehrpflichtigen, die Restzeit bis zur Entlassung mittels eines Maßbands darzustellen oder zu visualisieren, wie es neudeutsch heißt. Ich habe so etwas nie besessen, denn ich hatte Glück mit meiner Einheit und war sogar ausgesprochen gerne bei der Bundeswehr.

Nun gibt es Mitmenschen, die auch an ihrem Arbeitsplatz schon frühzeitig anfangen, die Tage bis zur Beginn der Rente zu zählen. Wenn Sie das 1 Jahr vor dem Renteneintritt tun, dann sehe ich dies nicht als allzu großes Problem an. Wenn Sie allerdings schon mit vierzig die Tage zählen, dann legt sich bei mir schon die Stirn in Falten. Denn wenn der Grund dafür ist, dass Sie sich Unwohl „auffe Zeche“ fühlen, dann sollten Sie vielleicht nicht über den Ruhestand nachdenken. Vielmehr könnte es angebracht sein, den Arbeitsplatz oder sogar den Beruf zu wechseln. Letzeres habe ich gemacht und mir ist es gut gegangen seither.

Vielleicht möchten Sie aber auch ganz aus dem Berufsleben aussteigen, als selbsternannter Frührentner sozusagen. Sollten Sie aber nicht als Millionär über das nötige Kleingeld verfügen, dann müssen Sie sich über Ihre Ausgaben Gedanken machen und dort den Rotstift ansetzen. Eine einfache Rechnung, die schon meine Großmutter kannte: „Sie können nicht mehr ausgeben als Sie einnehmen“.

Um Ihre Ausgaben zu reduzieren, sollten Sie sich klar machen, was Sie tatsächlich brauchen. Damit das leichter fällt, sollten Sie einige Annahmen und Glaubenssätze über Bord werfen, wie Brian Stoffel meint. In seiner Präsentation Want to Retire Early? Ditch the Middle-Class Mindset sagt er Ihnen, welche das sind. Eine Einladung zum minimalistischen Prinzip, denn vieles was wir zu benötigen meinen, wird von außen gesteuert. Kratzen Sie an der Oberfläche, dann relativiert sich so manches. Wie auch Brian meint: Alles eine Frage der inneren Einstellung oder des Mindsets, wie unsere amerikanischen Freunde sagen.

Leider hat er seine Präsentation auf Slideshare veröffentlicht. Aus diesem Grund kann ich sie aus Datenschutzgründen nicht direkt einbinden. Wenn Sie aber auf das Bild klicken, dann werden Sie zu Slideshare geleitet.

 

BTW: Wenn Sie die Nummer mit dem Maßband vorziehen, dann können Sie die Restzeit bis zur Rente mit dem Zeitrechner bestimmern. Aber erschrecken Sie dann nicht über das Ergebnis.

Ein Buch, dass ich Ihnen zu diesem Thema ans Herz legen kann, ist Early Retirement Extreme: A philosophical and practical guide to financial independence von Jacob Lund Fisker.

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Was Sie tun können, wenn Sie keinen Mentor finden

Immer wieder ist zu lesen, dass Führungskräfte ihre Mitarbeiter coachen sollen. Ich halte das, mit Verlaub, für Blödsinn und finde mich mit dieser Meinung in bester Gesellschaft. Coaching ist meines Erachtens nicht möglich, wenn beide Seiten innerhalb des gleichen Systems ein einseitiges Abhängigkeitsverhältnis haben.

Etwa anders verhält es sich mit dem Mentoring. Hierbei nimmt ein erfahrener Mitarbeiter, auch gerne eine Führungskraft, einen weniger erfahrenen, meist jüngeren Kollegen “unter seine Fittiche” und gibt seine berufliche Erfahrungen an ihn weiter. Informell gab es das schon immer, auch ich habe so etwas in meinen ersten Berufsjahren erlebt und habe sehr davon profitiert.

Nicht immer gelingt es jedoch, einen geeigneten Mentor innerhalb oder außerhalb der eigenen Organisation zu finden. Kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen, denn es gibt auch andere Möglichkeiten von den Erfahrungen anderer zu profitieren, wie Rich Bellis meint. In seinem Artikel Let’s Be Real, You’re Never Getting A Mentor, So Do These Six Things Instead nennt er folgende Möglichkeiten:

  1. Bleiben Sie Menschen, denen Sie nacheifern möchten,
    online auf den Fersen
    Schauen Sie doch einmal nach, ob und wenn ja, welche interessanten Persönlichkeiten einen Account in einem sozialen Netzwerk haben. Vielleicht lohnt es sich, einem Vorbild auf Twitter zu folgen.
  2. Dehnen Sie Ihren Arbeitsbereich aus
    Wenn Sie über Ihre Position hinauswachsen möchten, dann sollten Sie auch Aufgaben übernehmen, die vielleicht über Ihre Arbeitsplatzbeschreibung hinausgehen. “Show up”, sagen die Amerikaner dazu.
  3. Vermeiden Sie sinnlose Netzwerktreffen
    Dieser Tage haben Sie nahezu unendliche Möglichkeiten an “Netzwerktreffen” teilzunehmen. Überprüfen Sie vorher, ob Sie tatsächlich davon profitieren. Leider trifft hier oft der Satz zu: “Außer Spesen nichts gewesen.” Zeitverschwendung.
  4. Laden Sie jedes Jahr vier Menschen zum Kaffee ein
    Hier geht es tatsächlich um den Aufbau eines Informellen Netzwerks. Wer könnte Ihnen wertvolle Tipps geben? Treffen Sie sich mit Ihnen immer mal wieder in zwangloser Atmosphäre.
  5. Kommen Sie mit den Chefs ins Gespräch
    Diese Gelegenheit kommt nicht häufig, ist aber dafür umso wichtiger. Vielleicht legen Sie sich für alle Fälle einen Elevator Pitch zurecht. Und Nein, mit diesem Hinweis ist nicht plumpe Schmeichelei gemeint.
  6. Machen Sie sich klar, wie viele informellen Mentoren Sie jetzt schon haben
    Gehen Sie doch einmal gedanklich die Verbindungen durch, die Sie jetzt bereits haben. Vielleicht ist ja sogar schon ein Mentor dabei ohne dass Sie sich dessen bewusst sind. Können Sie eine Lernbeziehung auf- bzw. ausbauen?

Übrigens finde ich die Überschrift des zitierten Artikels schon etwas drastisch. Ich glaube nicht, dass Sie nie einen Mentor finden werden. Allerdings brauchen Sie mit den o.a. Tipps auch gar keinen mehr, sondern kommen auch ohne gut zurecht.

Karriere Mentor

 

 

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Sollten Sie wirklich Ihrer Leidenschaft folgen?

Wenn es um die Berufswahl oder die eigene Karriereplanung geht, dann hören wir immer wieder diesen einen “goldenen” Ratschlag:

Follow Your Passion!

Dieses “Folgen Sie Ihrer Leidenschaft” klingt im Deutschen etwas kleinlauter. Hier heißt es umgangssprachlich “das Hobby zum Beruf machen”.

Besonders amerikanische Autoren tragen den o.a. Grundsatz wie eine Monstranz vor sich her, teilweise in Varianten wie “Hell yeah” oder ähnlichem. Den Vorgang muss man sich in etwa vorstellen wie die biblische Wandlung von Wasser in Wein. Wenn Sie Ihrer Leidenschaft nur leidenschaftlich genug frönen, dann stellt sich der Erfolg automatisch ein. Eine logische Folge, fast schon ein Naturgesetz.

Und wenn es nicht klappt? Dann war wohl Ihre Leidenschaft nicht stark genug . Sie haben eben nicht genug an sich geglaubt und den Zwillingsbruder von “Follow Your Passion” nicht beachtet:

Never Give Up!

Dass diese Erfolgsstrategie funktioniert, beweisen die vielen Erfolgsstories nach dem Muster “vom Tellerwäscher zum Millionär”, an denen die amerikanische Geschichte so reich ist. Beispiele gibt es genug.

Was jedoch häufig nicht beachtet wird, das der Zahl der erfolgreichen Fälle eine noch viel größere Zahl der erfolglosen Beispiele gegenübersteht. Wer auf diesen Umstand hinweist, ist kein kleingeistiger Miesepeter, vielmehr ist er/sie vielleicht nur nicht in die Falle des “Überlebensirrtums” getappt.

Was also tun? Sind die eigenen Interessen (oder Leidenschaften) nun etwa unwichtig für die Berufswahl oder Karrierewunsch? Nein mitnichten, nur sollte man diese Strategie mit ein paar Fragen kritisch durchleuchten wie Heather Pole meint: Don’t Know How to Balance Your Dream With Reality? Ask Yourself These 7 Questions. Ihre Fragen lauten:

  1. Gibt es nur eine Leidenschaft oder auch andere?
  2. Bin ich gut genug um mich von den anderen Wettbewerbern abzuheben?
  3. Ist es realistisch, meine Leidenschaft zum Beruf zu machen?
  4. Habe ich die Geschäftslogik der Branche verstanden, die mit meiner Leidenschaft verbunden ist?
  5. Kann ich meine Leidenschaft anderweitig einsetzen?
  6. Halte ich angemessen lange durch, wenn ich mich für diesen Karriereweg entscheide?
  7. Wäre es immer noch meine Leidenschaft, wenn ich meine täglichen Brötchen damit verdienen müsste?

Diese Fragen sollen Sie nicht entmutigen. Vielmehr sollen sie zu einer realistischen Einschätzung der Möglichkeiten führen. Seien Sie also ehrlich zu sich selbst. Seien Sie nicht zu selbstkritisch, aber auch nicht zu euphorisch.

Sie haben schon gemerkt, bei den Fragen handelt es sich um geschlossene Fragen, die ggf. durch offene ergänzt werden sollten. Wenn Sie für sich zum Beispiel die Frage Nr. 6 mit einem Ja beantwortet haben, sollten Sie sich außerdem fragen: Was muss ich jetzt konkret tun, um sicherzustellen, dass ich lange genug durchhalte?

Die von mir sehr geschätzte Kollegin und Autorin Svenja Hofert hat vor einiger Zeit auf ihrem Blog einen lesenswerten Artikel dazu verfasst: Folge deinen Interessen und du findest deinen Weg? Nicht immer.

Prädikat lesenswert.

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