Archiv der Kategorie: Internet

Wehrlos im Netz? Auf keinen Fall!

Wie war ich doch naiv. Vor Jahren ließ ich mich in meiner Begeisterung für das Internet nicht übertreffen. Für mich schien es der Ort zu sein, an dem eine neue Art der Kommunikation möglich sei. Jede spricht mit jedem, auf Augenhöhe. Foren, Blogs und soziale Medien gaben verheißungsvolle Versprechen für die Zukunft. So schien es, bis Edward Snowden uns darüber aufklärte, was tatsächlich im Internet passiert.

Auch an anderer Stelle wurde das Netz missbraucht. Auf Twitter wird gepöbelt, auf Facebook gelogen und gehasst, mit YouTube-Videos Menschen ihrer Würde beraubt. Ja, ich denke auch, derartige (Un-?) Menschlichkeiten hat es auch in Zeiten vor dem Netz gegeben. Aber der Radius und die Geschwindigkeit der Verbreitung, sowie eine Hemmschwelle Nahe Null führt mitunter bei den Opfern zu schlimmsten Konsequenzen.

Ich habe meinen Facebook-Account mittlerweile gelöscht und meine Aktivitäten auf Twitter deutlich heruntergefahren. Kann man so machen, muss man aber nicht, denn auf diese Weise überlässt man den Trollen und Co das Internet, mit dem wir schließlich einstmals so große Hoffnung verbunden haben. Das Argument zieht, keine Frage.

Nicht alle wollen das hinnehmen, wie zum Beispiel die Initiative LOVE-Storm. Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, den Hass im Netz zu stoppen durch:

  • Online-Training von Gegenrede
  • Teilnahme an Aktionen gegen Hass im Netz
  • Melden von Hasskommentaren

Auf diese Weise sollen Zuschauende bewegt werden, sich einzumischen und Angreifern gewaltfrei Grenzen gesetzt werden. Getragen wird die Idee durch eine Community, in der man sich vernetzen und Erfahrungen austauschen kann. Man kann auch Angriffe in Posts oder Kommentaren melden. Dort wird auch genau beschrieben, wie man sich bei Facebook oder YouTube direkt beschweren kann.

Die Initiative bietet auch online-Trainings an, in denen Interessierte mehr über das Problem Hass im Netz und den Umgang damit lernen können. Es gibt sogar Workshops zur Qualifizierung von MultiplikatorInnen in der Bildungsarbeit.

Eine andere schlimme Form, das Internet zu missbrauchen, ist das Cyermobbing. In dem entsprechenden Artikel in der Wikipedia heißt es:

Eine repräsentative Studie der Universität Münster zusammen mit der Techniker Krankenkasse kam 2011 zu dem Ergebnis, dass mittlerweile 32 % (in NRW sogar 36 %) der Jugendlichen und jungen Erwachsenen als Opfer von Cybermobbing betroffen sind.

Aber auch hier sind die Betroffenen nicht mehr völlig wehrlos. Die Organisation Weißer Ring hat eine App mit dem Namen NO STALK veröffentlicht. Mit dieser App können Opfer eine Art Mobbing-Tagebuch führen. Mit dieser App lassen sich Vorfälle per Foto-, Video- und Sprachaufnahmen lückenlos dokumentieren. Diese Aufnahmen sind offensichtlich bei Polizei und Justiz anerkannte Beweismittel. NO STALK ist für iOS und Android erhältlich und kostenfrei.

Das ist doch schon mal was. Zu einem Reset des Internets reicht es natürlich nicht, aber vielleicht können wir es damit ein wenig sauberer machen.

FotoRieth / Pixabay

Nachtrag gerade eben

Es gibt ja keine Zufälle…
Gerade hat Spiegel online einen Artikel von Jörg Breithut ins Netz gestellt:
Wie man sich gegen Hass und Hetze wehrt.

Noch ein Nachtrag (25. Juni 2019)

Meine Frau hört regelmäßig den Podcast der Sendereihe SWR 1 „Leute“. Nachdem ich ihr erzählt habe, über was ich diesmal geschrieben hatte, wies sie mich auf eine Sendung mit dem Kommunikationsberater Hannes Ley hin, der unter dem Titel  #ichbinhier gegen Hass auf Facebook kämpft, Hier der Link zur Seite von SWR 1, hier das Video dazu:

Kämpft gegen Hass und Hetze im Netz | Kommunikationsberater | Hannes Ley | SWR1 Leute

 

Es tut sich was!

 

 

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Digital souverän im Alter?

Machen Sie sich nichts vor. Auch sie werden älter. Die einzige Alternative zum Alt werden ist, früh zu sterben (… sagt meine Frau immer). Auch nicht wirklich eine Option.

Ich gehöre zu den sogenannten Digital Immigrants, also zu den Menschen, die das Internet erst im Erwachsenenalter kennengelernt haben. Allerdings verweise ich mit etwas stolz darauf, dass ich stets am Ball geblieben bin. So war ich damals dabei, als mit BTX das online-Zeitalter eingeläutet wurde und habe die weitere Entwicklung stets aktiv begleitet. Nun allerdings komme ich zugegebenermaßen auch an meine Grenzen. Ich muss zugeben, ich bin bei den sozialen Medien nicht überall dabei. Mein Facebook-Konto habe ich gelöscht, Bloggen und Twittern muss reichen.

Es gibt aber Mitmenschen, die noch älter sind als die Digital Immigrants. An ihnen ist das Internet weitgehend vorbei gegangen. Wie kann es gelingen, diese Menschen dennoch an den Möglichkeiten, die das Netz bietet, teilhaben zu lassen? Wollen die das überhaupt? Und wenn ja, was sind ihre Bedürfnisse?

Vor einiger Zeit hat die Bertelsmannstiftung zu diesem Thema eine Studie erstellt und darüber publiziert. Die Veröffentlichung hat den Titel „Digitalisierung für mehr Optionen
und Teilhabe im Alter“ (Download pdf-Datei). Eine kurze Einführung in das Thema zeigt dieses Video:

Digital souverän? Kompetenzen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter

 

In der Studie geht es um Themen wie die Nutzung der Digitalisierung im Zusammenhang mit

  • Gesundem Leben
  • Selbstbestimmten Wohnen
  • Soziale Einbindung im Quartier
  • Vernetzung und Kommunikation

und einigem mehr.

Auf der diesjährigen re:publica schilderten Jutta Croll, Dagmar Hirche und Julian Stubbe ihre praktischen Erfahrungen aus Projekten zum Thema digitale Teilhabe von Senioren. Ich war anwesend und fand die Diskussion sehr spannend.

re:publica 2019 – Digital souverän im Alter: Welche Kompetenzen brauchen wir heute & 2040?

 

BTW: Mein Vater lebt in einem Pflegeheim. Viele der Bewohner bekommen nur selten Besuch von ihren Angehörigen. Das ist oft gar nicht böse Absicht, sondern die Kinder oder Enkel wohnen in weiter Entfernung vom Seniorenheim. Skype & Co könnte da helfen. Nur stellt sich die Frage, wie kommen die Senioren ins Netz?
Öffentliches WLAN ist schlicht und einfach nicht vorhanden. Auch dies ein Punkt, der in dem o.a. Gespräch diskutiert wurde.

Ich muss gestehen, ich musste beim Zuhören schon manchmal schlucken. Was mache ich, wenn ich (so richtig) alt werde? Allzu lang ist es nicht mehr bis dahin. Bin ich dann von der Außenwelt abgeschnitten, nur weil im Altenheim kein WLAN zur Verfügung steht?

Wir müssen uns jetzt schon darum kümmern, solange es noch geht.

 

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Wie man mit KI neue Musik entdeckt

Seit geraumer Zeit bin ich zufriedener Nutzer des Streamingdienstes Spotify. Dieses Programm schlägt mir aufgrund meiner Hörgewohnheiten immer wieder Musik vor. Wie es diese Art von Programmen halt so machen…

Da die Vorschläge in Form von Wiedergabelisten oder „Künstler-Radios“ anhand von Kategorien erstellt werden, ist die Gefahr sehr groß, sich in der eigenen Echokammer zu verfangen. Man bekommt immer nur das zu hören, was man ohnehin immer hört. Gänzlich Neues ist auf diese Weise schwer zu entdecken.

Robert Smith weiß um dieses Problem und hat ein Programm entwickelt, das auf intelligente Weise beim Entdecken neuer Musik helfen soll. Er beschreibt es in seinem Artikel How to discover new music on Spotify with Artificial Intelligence.

In dem Artikel beschreibt Robert, wie sein Programm Deej-A.I. vorgeht um neue Musik aufzustöbern und stellt einige praktische Anwendungsbeispiele vor. Ganz trivial ist das nicht, aber das war bei Künstlicher Intelligenz auch nicht zu erwarten.

Ich habe Deej-A.I. bislang noch nicht ausprobiert, aber reizen würde mich ein Versuch allemal. Sollten Sie mir zuvorkommen, dann freue ich mich über einen Kommentar mit Ihren Erfahrungen.

 

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15 nützliche Helferlein ganz ohne Registrieren

Sie kennen das. Manchmal braucht man für einen ganz bestimmten Zweck eine Anwendung, auf die man gerade keinen Zugriff hat. Entweder ist man unterwegs und hat den eigenen Rechenknecht nicht zur Hand oder man braucht die Anwendung so selten, dass man nicht extra ein Programm installieren möchte.

In diesem Fall schaffen diverse Webanwendungen Abhilfe. Hier müssen Sie zwar nichts installlieren, aber einen Nachteil haben diese Angebote aber doch: Zumeist verlangen Sie, dass Sie sich registrieren, bevor Sie sie nutzen können. Allerdings gibt es auch Ausnahmen von dieser Regel. Mihir Patkar stellt 15 Excellent No-Sign Up Websites for Everyday Use vor. Von diesen sind einige nur für den anglophonen Markt interessant, aber es gibt auch welche, die für uns in unseren Breitengraden nützlich sein könnten:

  • Daily Todo
    Mit diesem Programm können Sie Aufgabenlisten erstellen. Die besondere Stärke liegt in der Verwaltung wiederkehrender Tätigkeiten.
  • Pixabay
    ToolBlog-Leser wissen, dass ich mit den kostenlosen und rechtefreien Bildern meine Artikel verziere. Übrigens gibt es für WordPress auch ein geeignetes Plugin.
  • VirusTotal
    Der Name ist Programm. Hier können Sie Dateien auf evtl. Virenbefall überprüfen lassen. Die Größe der Datei ist allerdings beschränkt.
  • E.gg-Timer
    Ein Timer, dessen Besonderheit in seiner Einfachheit liegt. Ich greife für solche Fälle auf die Online Stopwatch zurück, die auch eine Countdown-Funktion bietet.
  • University of Reddit
    Ich muss gestehen, der Sinn von Reddit hat sich mir nie ganz erschlossen. Bei der „Reddit-Universität“ handelt es sich aber offensichtlich um Diskussionen zur ernsten Themen, die in bestimmte Kategorien eingeteilt sind.
  • Polls.io
    Mit dieser Anwendung können Sie unkompliziert und auf die Schnelle einfache Umfragen erstellen. Die Benutzerführung ist sogar in Deutsch.
  • Cloud Convert
    Hier können Sie Ihre Dateien in andere Formate übertragen: „Convert Anything to Anything“.
  • Maildrop
    Eine der vielen Angebote, mit denen Sie für sich eine Wegwerf-E-Mail-Adresse erstellen können. Das ist manchmal ganz praktisch, z. B. wenn Sie sich für bestimmte Websites registrieren sollen und Sie das gar nicht möchten.
    Nachtrag: Maildrop verhält sich merkwürdig, wenn man dem Link folgt. Hier gibt es Alternativen, die das Gleiche tun: Spoofmailbyom.de, Trash-Mail oder WegwerfE-Mail. Suchen Sie sich etwas aus. (Danke, Horst Saak-Winkelmann für den Hinweis.)
  • Compressor.io
    Mit diesem Tool können Sie die Dateigröße von Bilder reduzieren, ohne dass die Qualität darunter leidet.
  • pdf Escape
    Mit dieser App editieren und bearbeiten Sie pdf-Dateien online. Sie können auch Formulare ausfüllen oder einen Passwortschutz anbringen.

Ein Dankeschön an Mihir für diese Zusammenstellung. Am Schluss fragt er die Leser, ob sie noch andere nützliche Websites kennen, die man ohne Registrierung benutzen kann.

Diese Frage gebe ich gerne an Sie weiter!

xsmo / Pixabay

Nachtrag (17. 12. 2018)

Mittlerweile sind von ToolBlog-Lesern einige Ergänzungen zu den o.a. Anwendungen eingegangen:

  • bpmn.io: Dokumentation von Geschäftsprozessen (Danke Detlef Stern)
  • geojson.io:  Ermitteln der Luftlinie zwischen zwei Punkten (Danke Detlef Stern)
  • draw.io: Flowcharts und ähnliche Diagramme  (Danke Detlef Stern)
  • worldtimebuddy: Weltzeituhr und -converter (Danke Horst Saak-Winkelmann)
  • Hunter: E-Mail-Adressen suchen und finden
  • Xodo: U.a. für Anmerkungen an PDFs und Bildern (Danke Detlef Stern)
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Kultur: Freibier für alle!

Es kann mitunter durchaus sinnvoll sein, ohne bestimmtes Ziel im Netz herumzustöbern. Auf diese Weise kommt man manchmal auf Websites, auf die man sonst nie getoßen wäre. Ein Vorstoß in unbekannte Welten sozusagen. Und so habe ich durch Surfen aus Langeweile diese interessante Seite gefunden: Open Cultur. Laut eigener Aussage beinhaltet diese Website

the best free cultural & educational media on the web.

Nun ja, das klingt wie immer etwas vollmundig, aber im Kern stimmt diese Aussage wohl doch. Sie finden auf dieser Seite:

  • 1300 kostenlose online Kurse
  • mehr als tausend MOOCs (Massive Open Online Course)
  • 1150 Filme zum freien Anschauen
  • 700 kostenlose Hörbücher
  • 800 E-Books (kostenlos, natürlich)
  • 200 freie Lehrbücher
  • 300 kostenfreie Sprachkurse und manches mehr

Die Titel in den Sammlungen decken vielerlei Themen aus Geistes- und Naturwissenschaften ab, auch Fachbücher über Informationstechnologie sind hier zu finden. Bei den Filmen finden Sie Dokumentationen genauso wie Werke von Chaplin oder Hitchcock.

Wie gesagt, dem eigenen Anspruch (s.o.) kommt diese Sammlung ziemlich nahe. Open Culture ist werbefrei, um Spenden wird gebeten.

Für die Architektur- und Designinteressierten unter den ToolBlog-Lesern hier ein besonderes Schmankerl: Download Original Bauhaus Books & Journals for Free: Gropius, Klee, Kandinsky, Moholy-Nagy & More.

Moonglow / Pixabay

 

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Digitaler Minimalismus

Nach der Lektüre von Robert Wringhams Ich bin raus stellt sich bei mir die Frage, wie ich der Falle, immer und überall dabei sein zu wollen, entgehen kann. Das gilt gerade auch für soziale Netzwerke, die Gefahr von FOMO ist dort besonders groß. Ich habe bislang noch nicht gemessen, wie viel Zeit ich auf Twitter & Co verplempere. Vermutlich werde ich mir das auch ersparen, denn ich ahne, dass mich das Ergebnis wohl verunsichern würde, um frei einen deutschen Ex-Innenminister zu zitieren.

Da kommt mir ein Artikel von Cal Newport, dem Autor des Werkes Konzentriert arbeiten, gerade recht: On Digital Minimalism. In dem Beitrag definiert der Autor „Digital Minimalism“ wie folgt:

  • Digitaler Minimalismus hilft Ihnen zu hinterfragen, welche digitalen Kommunikationswerkzeuge Ihnen und Ihrem Leben den größten Mehrwert verleihen. Dies gilt auch für die damit verbundenen Verhaltensweisen.
  • Als Basis dient die Überzeugung, dass Ihr Leben erheblich verbessert wird, wenn Sie sinnloses digitales Rauschen minimiren und die Werkzeuge auswählen, die wirklich wichtig für Sie sind.

Laut Newport folgt Digitaler Minimalismus diesen Grundprinzipien:

Etwas zu verpassen, ist nicht zwangsläufig schlecht

Sie verpassen immer etwas, immer und überall. Wir können einfach nicht überall sein. Was für das analoge Leben gilt, trifft auch für das digitale zu. Hier ist mehr Gelassenheit angebracht. Wichtiges kommt wieder. Alles andere kann man vergessen. Oder wie der Hashtag #esmi sagt: Einen Scheiß muss ich.

Weniger ist oft mehr

Handeln Sie nach dem 80/20-P?rinzip. Finden Sie heraus, welche 20% Ihrer online-Aktivitäten 80% Nutzen stiften und lassen Sie die restlichen 80% weg. Sie sind es nicht Wert, dass Sie Ihre Zeit damit verplempern. (So, und jetzt räume ich gleich meine RSS-Feeds auf…)

Beginnen Sie mit Ihren eigenen Prinzipien

Was sind die Prinzipien, denen Sie in Ihrem Leben folgen? Wenn Sie hier ein klares Bild haben, fällt es Ihnen auch digital leichter, die Spreu vom Weizen zu trennen. Beantworten Sie dabei die Frage: Wird dieses Angebot, diese Tätigkeit usw. mein Leben bereichern?

Das Beste ist anders als der Rest

Auch wenn ein digitales Angebot dazu beiträgt, „Ihr Leben zu verbessern“, ist es wirklich der beste Weg, dies zu erreichen? Oder gibt es andere Möglichkeiten, die eher dazu geeignet sind? Es lohnt sich, dies von Zeit zu Zeit zu hinterfragen.

Digitaler Müll verursacht Stress

Sie kennen das von Ihrem Arbeitsplatz. Je mehr Dinge sinnlos herumliegen, desto abgelenkter sind Sie. Ablenkung ist Gift für die Effizienz. Was für die analoge Welt gilt, trifft auch für die digitale zu. Ordnung und Übersichtlichtlichkeit trägt zur Beruhigung und zur Konzentration bei.

Aufmerksamkeit ist knapp und brüchig

Ihre Aufmerksamkeit ist nicht endlos. Verschwenden Sie sie nicht. Bedenken Sie, dass vielen (den meisten?) digitalen Angeboten das Geschäftsmodell zugrunde liegt, soviel Ihrer Aufmerksamkeit wie möglich zu erhaschen. Gelingt ihnen das, dann haben Sie nicht mehr genügend Aufmerksamkeit für die Dinge übrig, die Ihnen wichtig sind.

Ein sinnvoller Umgang mit der online-Welt unterstützt dass Leben offline

Hüten Sie sich, digitale Produkte als Selbstzweck zu betrachten. Setzen Sie sie ein, um das „reale Leben“ zu bereichern. Dazu gehören Gemeinschaften oder auch Möglichkeiten, neue Dinge zu lernen.

Vorsicht vor Werkzeugen, die Probleme lösen, die es ohne sie nicht gäbe

Google Maps löst das Problem, von A nach B zu kommen, vor allem für Menschen, deren Orientierungssinn zu wünschen übrig lässt. Eine neue Lösung für ein altes Problem also. Es gibt auch andere. Hüten Sie sich vor Anwendung, die ein Problem lösen, das sie womöglich selbst erzeugt haben.

Aktivität schlägt Passivität

Ziehen Sie Angebote vor, bei denen Sie etwas schaffen können anstatt nur zu konsumieren. Helfen Sie etwa Ihren Mitmenschen, indem Sie Ihr Wissen teilen oder anderen aus einer Klemme helfen.

Ich habe mich im ToolBlog schon öfters als Fan des Minimalismus-Prinzips geoutet. Dabei ist es für mich wurscht, ob es sich um die analoge oder die digitale Welt handelt. Der Weg ist das Ziel:

Ich arbeite daran, Tag für Tag.

rawpixel / Pixabay

 

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Die Website zur Zeit: timeanddate

Vor einiger Zeit hatte ich im ToolBlog schon einmal über unterschiedliche Zeitbegriffe geschrieben: Zeit und Zeit: Ein wichtiger Unterschied!. Dem Zeitbegriff im Sinne von Chronos widmet sich die Website timeanddate. Hier finden Sie alles, was sich aus Messgrößen der Zeit berechnen lässt, z.B.

  • Zeitzonen
  • Kalender
  • Zeiträume zwischen zwei Daten
  • Countdowns uvm.

Das ist aber noch nicht alles. Es gibt dort auch Wettervorhersagen, Sonnenzeiten und Mondphasen und, für ToolBlog-Leser nicht ganu unwichtig, einen Konferenzplaner. Auch Kurioses wie ein Sternschnuppennächterechner wird geboten.
Natürlich können Sie allerlei Einstellungen auch personalisieren, wenn Sie sich registrieren.

Auf den ersten und auch den zweiten Blick lässt die Seite wirklich kaum noch Wünsche offen. Das Angebot gibt es in deutscher Sprache und ist kostenlos. Finanziert wird das Ganze durch Werbung und diverse Apps für iOS, Android und Windows.

Ich muss zugeben, ich bin beeindruckt. Mir fällt nichts ein, was auf dieser Seite zum Thmea messbarer Zeit nicht behandelt wird.

jarmoluk / Pixabay

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So bauen Sie Ihren eigenen RSS-Web-Feed

Mit einigem Schrecken musste ich zur Kenntnis nehmen, dass auf Twitter einige Experten vom Sterben des RSS-Feeds zwitscherten. Ich gebe zu, dass mir dies einen gehörigen Schreck eingejagt hat. Schließlich ist für mich der Web-Feed die Technik, um in der Informationsflut zu überleben. Außerdem ist er die Grundlage für viele Artikel, die hier im ToolBlog erscheinen.

Für die, die (schon wieder) vergessen haben, hier noch einmal in aller Kürze, wie das Ganze funktioniert. Eine Website (Blog, Forum, Wiki usw.) stellt einen standardisierten Code (z. B. eben RSS) bereit, der von dazu bestimmten Programmen, den Feedreadern, automatisch zu bestimmten Zeiten abgeholt wird. Der Nutzer kann die Informationen dann in diesen Readern lesen, ohne jedes Mal die entsprechenden Seite aufrufen zu müssen.

So ein RSS-Code wird (bis jetzt) von den meisten Websiteprogrammen automatisch erzeugt und bereit gestellt. Wenn Sie einen Feedreader installiert haben, müssen Sie diesen Code dann lediglich abonnieren. Den Code vom ToolBlog finden Sie beispielsweise unter https://toolblog.de/feed/.

Wenn allerdings immer mehr Websites auf das Bereitstellen von Web-Feed verzichten, wie manche Unken rufen, dann wird es eng. Allerdings besteht unter Umständen die Möglichkeit, den RSS-Code selbst zu stricken. Wie das geht, zeigt uns Ryan Dube in seinem Beitrag How to Create an RSS Feed for Your Site From Scratch.

Hier bekommen Sie erklärt, aus welchen Bausteinen ein RSS-Code besteht und wie Sie mit etwas Programmierkenntnissen diesen Code selbst erzeugen können. Ich gebe zu, für mich als DAU erscheint das bei weitem zu kompliziert.

Sollte Ihnen das auch so gehen, so müssen Sie deswegen nicht verzweifeln. Ryan stellt auch einfachere Alternativen zum Erstellen von RSS-Code vor. Es handelt sich dabei um webbasierte Apps, bei denen Sie nur einige Informationen über gewünschte Website eingeben müssen und schwuppdiwupp wird Ihnen der entsprechende Code geliefert. Als Beispiels hierfür werden FetchRSS, Feed Creator, Feed43 und Feedity aufgeführt.

Bis jetzt habe ich noch nicht den Eindruck, dass der Web-Feed dem Untergang geweiht ist. Nur selten erlebe ich Websites, die keinen RSS-Code bereitstellen. Solche Seiten fielen bei mir bis jetzt einfach durchs Raster, nach dem Grundsatz „Dann halt nicht“. Vielleicht werde ich das nächste Mal einen dieser Feedgeneratoren ausprobieren. Man kann ja nie wissen.

 

Nachtrag (8. August 2018)

Die o.a. Feed-Generatoren sind alle leider nicht kostenfrei. Schade. Aber ich konnte auch zwei kostenfreie Generatoren ausfindig machen: Feed Creator und RSS Feeds Generator.
Tiefer in die Materie können Sie einsteigen auf der Website Free News Feed Editors, Builders and Generators.

 

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Schluss mit Social Media!

Ohne dass ich dazu einen großartigen Entschluss gefasst hätte, habe ich mein Engagement auf Facebook drastisch zurück gefahren. Das mag an meiner starken Abneigung gegen FOMO liegen, vielleicht aber auch an den immer unerträglicher werdenden Äußerungen des Facebook-Gründers. Andere Netzwerke wie Instagram, Pinterest oder Google+ habe ich aus Angst vor Verzettelung ohnehin kaum bis gar nicht bedient. So kommt es, dass Twitter das einzige soziale Netzwerk ist, auf dem ich den einen oder anderen Gedanken in die Welt posaune.

Cal Newport, der Autor des Bestsellers Konzentriert arbeiten, ist ebenfalls kein Freund dieser Anwendungen. Seiner Meinung nach sind sie die Hauptstörenfriede für die persönliche Produktivität. Wie er das begründet, können Sie in diesem Video sehen.

Quit social media | Dr. Cal Newport | TEDxTysons

 

BTW: Es gibt für den Vortrag auch deutsche Untertitel.

 

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Die E-Mail-Selbstverpflichtung: Fasse Dich kurz

Manchmal bin ich schon erstaunt darüber, welchen Umfang e-Mails im Geschäftsverkehr annehmen. Man kann es nicht oft genug sagen: E-Mails sind nicht das Medium für längere Romane. Der Geschäftsbericht oder die Doktorarbeit gehört in den Anhang. Beschränkt Euch auf das Wesentliche. “Fasse Dich kurz”, stand früher in den Telefonzellen. Mittlerweile gibt es sogar die Website zu Selbstverpflichtung zu kurzen Nachrichten:  two.sentenc.es. Dort heißt es:

Treat all email responses like SMS text messages, using a set number of letters per response. Since it’s too hard to count letters, we count sentences instead.
two.sentenc.es is a personal policy that all email responses regardless of recipient or subject will be two sentences or less. It’s that simple.

Falls Ihnen zwei Sätze doch zu wenig sind, dann probieren Sie halt three.sentenc.es, four.sentenc.es oder five.sentenc.es. Das war es dann aber auch.

Es schadet übrigens auch nicht, sich die wichtigsten Grundregeln für E-Mails in Erinnerung zu rufen, die im Email Charter gelistet sind:

  1. Respektieren Sie die Zeit des Empfängers
  2. Kurz und knapp heißt nicht unhöflich
  3. Üben Sie sich in Klarheit
  4. Vermeiden Sie offene Fragen
  5. Vermeiden Sie überflüssige CCs
  6. Halten Sie den Gesprächsfaden kurz
  7. Denken Sie über Ihre Anhänge nach
  8. Nutzen Sie geläufige Kürzel
  9. Vermeiden Sie nutzlose Antworten
  10. Gehen Sie offline

Ich denke, diese Grundsätze sprechen für sich und bedürfen keiner weiteren Erklärung. Wenn doch, finden Sie ein paar Erläuterungen im Email Charter selbst.

cattu / Pixabay

 

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