Archiv der Kategorie: Gesundheit

Wenn die Hand schmerzt: Alternativen zu Maus & Co

Vor einiger Zeit bekam ich Schmerzen in den Endgliedern der Zeigefinger beider Hände. Zunächst dachte ich an Gicht, Arthrose oder ähnliche Unannehmlichkeiten. Dinge halt, mit denen Mann in meinem vorgerückten Alter langsam rechnen muss. Auch mein Hausarzt äußerte sich in dieser Richtung.

Wir lagen beide meterweit daneben! Als ich einmal zufällig auf meine Hand sah, als ich das Mausrad zum Scrollen betätigte, war mir sofort klar, das die Mausbenutzung die Ursache dieser schmerzhaften Fingergelenke war. Dazu passte auch, dass die anderen Finger völlig beschwerdefrei und ohne äußere Veränderung waren und bis heute noch sind. Bingo!

Natürlich habe ich nach dieser Beobachtung sofort Dr. med. Google konsultiert und tatsächlich bin ich fündig geworden, RSI heißt der Fachausdruck:

  1. Wikipedia: Repetitive-Strain-Injury-Syndrom
  2. Gerlinde Felix: RSI Syndrom: Mausklicken kann krank machen

Es gibt sogar eine eigene Website, die sich mit dem leidigen Thema befasst: Maushand & Mausarm – Was tun gegen schmerzende Mausklicks?.

Zwar werden Schädigungen unter dem Begriff RSI-Syndrom laut o.a. Wikipedia-Artikel nur bedingt als Berufskrankheit anerkannt, aber die Berufsgenossenschaft, die es betrifft, kümmert sich dennoch um dieses Thema.

Die Verwaltungs-BG (VBG) hat eine Broschüre veröffentlicht, in der „Alternative Eingabemittel an Bildschirmarbeitsplätzen“ vorgestellt werden (pdf-datei). Sie finden hier Checklisten zur ergonomischen Anwendung von Tastatur und Maus und zu entsprechenden Alternativen.

Seit meinen schmerzhaften Erkenntnissen verwende ich statt der herkömmlichen Maus einen Trackball und bin sehr zufrieden damit. Geheilt sind die Gelenke noch nicht, aber es hat sich auch nichts verschlimmert. Das ist ja auch schon mal was.

Wenn Sie Ihre Kenntnisse zur Gesundheit im Büro vertiefen wollen, dann laden Sie doch die gleichnamige Veröffentlichung der VBG herunter: Gesundheit im Büro – Fragen und Antworten (pdf-Datei). Hier bekommen Sie umfangreiche Informationen zu:

  • Belastungen am Arbeitsplatz
  • Belastungen durch die Arbeitsumgebung
  • Gefahrstoffe im Büro
  • Psychische Belastungen

und vieles mehr.

BTW: Bevor mich pfiffige Leser:innen fragen, warum ich mir beide Zeigefinger ruiniert habe, gebe ich gleich die Antwort vorneweg . Meine Tochter empfahl mir in bester Absicht zur Schonung der Schulter, immer mal wieder zu wechseln und die Maus mit der anderen Hand zu bedienen. Es hat funktioniert, denn Schulterprobleme habe ich keine.

Tja, so kann es gehen…

 

Bild von Shutterbug75 auf Pixabay

 

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12 Gründe für das Unglücklich sein

Von Paul Watzlawick stammt der ewigwährende Bestseller Anleitung zum Unglücklichsein”. Er gibt in diesem Buch Ratschläge, wie Sie sich nachhaltig selbst das Leben versauen können. Natürlich ist sein Absicht eine andere und er will damit das genaue Gegenteil erreichen. Paradoxe Intervention nennt das die Fachfrau/der Fachmann. Marc & Angel zählen in einem Beitrag in ihrem Blog 12 übliche Gründe für das Unglücklich sein auf und geben Hinweise, wie Sie diesen Tücken des Alltags entkommen können: 12 Common Causes and Proven Cures for Unhappiness. Die Hitliste der Miesmacher sieht so aus:

  1. Dem täglichen Leben fehlt es an Sinn
  2. Besessenes Fixieren auf Vergangenheit und Zukunft
  3. Aus der Form sein und sich ungesund fühlen
  4. Sich in nachteiliger Form mit anderen vergleichen
  5. Sich auf das Negative konzentrieren
  6. Vermeiden persönlicher Verantwortlichkeit
  7. Perfektionismus und die Angst vor dem Scheitern
  8. Wenig Selbstbewusstsein
  9. Schulden
  10. Dauernd arbeiten, kaum Zeit zum Spielen
  11. Vernachlässigen persönlicher Beziehungen
  12. Aufschieberitis

Eigentlich ist es ganz einfach. Sie müssen nur das Gegenteil von dem tun, was oben beschrieben wird. Ok, das war ein Scherz. “It’s simple, but not easy”, sagen die Amerikaner. Vielleicht können Sie so vorgehen:

  1. Schauen Sie in der Liste, was Sie am meisten zwickt
  2. Nehmen Sie bewusst wahr, wenn sich der identifizierte Miesmacher bemerkbar macht. Erwischen Sie sich selbst!
  3. Formulieren Sie bewusst zielführende Gedanken, anstatt den Miesmachern zu erlauben, sich in Ihrem Kopf breit zu machen.
    Beispiel Nr. 8: Das kriege ich nie hin. Besser: Das wird schwierig und könnte in die Hose gehen. Aber ich bin so gut vorbereitet, dass ich das wahrscheinlich schaffe.

BTW: Das Buch von Watzlawick lohnt sich nach wie vor zu lesen. Hier können Sie ein Interview mit dem Autor nachhören. Leider weiß ich nicht, wer der Gesprächspartner ist (Günter Gaus vielleicht?)

Paul Watzlawick Anleitung zum Unglücklichsein

 

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EinfachBesuchen: Die App zum Verfolgen von Infektionsketten

Vielleicht muss man das ja bald nicht mehr machen, aber bei der Unvernunft vieler Zeitgenossen muss man es sicher bald wieder tun: Das Sich-registrieren beim Besuch von Gaststätten. Diese soll dazu dienen, im Fall eines Falles Infektionsketten leichter nachvollziehen zu können.

Bei der letzten ApParade hatte ich ein kleines Programm vorgestellt, die Wirten und ihren Gästen die Prozedur erleichtern soll (Herein!).

Aber es geht auch ganz ohne Smartphone. Von der Evangelischen Bank stammt die Anwendung EinfachBesuchen.app. Sie wendet sich nicht nur an das Gastgewerbe, sondern an Veranstalter aller Art.

Und so geht es: Sie legen Ihr Event auf der Website an, dort wird ein QR-Code erzeugt. Diesen drucken Sie aus, hängen ihn an prominenter Stelle, z.B. am Eingang aus. Die Gäste scannen ihn mit dem Smartphone ab, es poppt ein Formular auf, in das die Gäste ihre persönlichen Daten eintragen. Am Ende der Veranstaltung melden sich die Gäste dann einfach ab, indem sie den QR-Code erneut einscannen. So einfach ist das. Man muss dazu auf dem Smartphone noch nicht einmal eine eigene App installieren.

Die Daten werden verschlüsselt auf sicheren Servern im Europäischen Raum und DSGVO-konform gespeichert, womit auch das geklärt wäre.

Weitere Fragen werden Ihnen auf der FAQ-Seite beantwortet oder Sie laden sich einen entsprechenden Info-Flyer herunter.

Praktische Sache, keine Frage!

 


Bild von OpenClipart-Vectors auf Pixabay

 

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Der Fluch der ständigen Erreichbarkeit

Dass psychische Fehlbeanspruchungen in den letzten Jahren zugenommen haben, pfeifen mittlerweile die Spatzen von den Dächern. Eine Folge davon ist die Zunahme von unerwünschtem Stress, der auf Dauer sogar zu ernsten Erkrankungen führen kann.

Als eine der einflussreichsten Fehlbelastungen nennen Experten immer wieder die zunehmende Entgrenzung von Arbeit und Privatleben. Befördert wird dies insbesondere durch die (Un-) Kultur der ständigen Erreichbarkeit. Dadurch wird es fast unmöglich, die Arbeit nach Feierabend dort zu lassen, wo sie hingehört. An ein „Abschalten“ ist oft nicht mehr zu denken.

Das Problem der ständigen Erreichbarkeit sieht auch die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft. In ihrer Mitgliederzeitschrift Certo erschien unlängst der Beitrag Flexibles Arbeiten: Neun Dinge, die Sie klären sollten. In dem Artikel stellen die Autoren neun Fragen, mit denen Sie testen können, wie gesund Ihr Umgang mit erweiterter Erreichbarkeit ist. Die Fragen betreffen die Bereiche:

  1. Kontrolle
  2. Vorhersagbarkeit
  3. Wahrgenommene Vorteile
  4. Regelungen

Wenn Sie die dort gestellten Fragen alle mit „Ja“ beantworten können, dann umso besser. Wenn nicht, dann hilft Ihnen eine einschlägige Broschüre der VBG weiter, die Sie als pdf-Datei kostenlos herunterladen können: Erweiterte Erreichbarkeit – Gut gestaltet im Betrieb.

Die Broschüre besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil geht es darum, zu verstehen, was erweiterte Erreichbarkeit überhaupt ist und welche Auswirkungen sie auf die Gesundheit haben kann. Im zweiten Teil bekommen Sie Hinweise, wie Sie die Erreichbarkeit gesundheitsgerecht gestalten können. Besonders empfohlen wird die Erarbeitung von Maßnahmen im Rahmen eines Workshops mit den Mitarbeitern. Für mich ist es immer wieder erstaunlich, dass man auf dieses wirksame Element der Mitarbeiterbeteiligung immer wieder extra hinweisen muss. Dabei ist die Durchführung gar nicht so schwer. Sie finden in dem Heft sogar einen Vorschlag für ein Drehbuch. Die Folien zum Workshop finden Sie hier.

Bedenken Sie, dass die ständige Erreichbarkeit nur ein Belastungsfaktor von vielen ist. Wenn Sie sicher gehen wollen, dass gesundheitstechnisch in Ihrem Betrieb alles im grünen Bereich ist, dann empfehle ich Ihnen eine vollständige Gefährdungsbeurteilung. Miriam Becker schreibt u.a. darüber in ihrem Beitrag Vorsicht, Überlast!.

Wenn Sie möchten, unterstütze ich Sie sowohl beim Workshop als auch bei der Gefährdungsbeurteilung.

Ich bin schließlich nicht umsonst auch Sicherheitsingenieur. 😉

 

Bild von Mabel Amber, still incognito… auf Pixabay

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Freelancer: Zwischen Selbstverwirklichung und Prekariat

Seit 1996 bin ich Freiberufler. Ob ich heute noch einmal die gleiche Entscheidung treffen würde, weiß ich nicht. In den fast 25 Jahren hat sich doch einiges verändert, nicht nur zum Positiven.

Ich glaube jedoch, dass die Position des Freeläncers oder Soloselbstständigen in Zukunft an Bedeutung zunehmen wird. Immer weniger Firmen möchten sich feste Arbeitsverhältnisse „ans Bein binden“, immer weniger Menschen möchten sich einer wie immer gearteten Unternehmenshierarchie unterwerfen. Für mich was die Vorsilbe „frei“ einer der Hauptbeweggründe für die Selbstständigkeit. Der Wunsch nach Selbstverwirklichung war auch für viele meiner Kolleginnen und Kollegen eine gewichtige Triebfedern für diese Entscheidung.

Eines muss jedoch klar sein: Freiberufler zu sein bedeutet mitnichten eine Lizenz zum Geld drucken. Denn je nach Branche und der verbundenen Marktsituation stehen so manche Freelancer mit einem Bein oder manchmal auch mit allen beiden im Prekariat. Leider korreliert die Auftragslage in den seltensten Fällen mit der Arbeitsbelastung. Gerade wer keine Aufträge hat, muss sich darum bemühen und geht nicht selten in schlecht oder gar nicht bezahlte Vorleistung. „Viel Arbeit gabs, doch wenig Brot“, für viele ist dieses Sprichwort bittere Realität.

Unter der Überschrift Zwischen Selbstverwirklichung und Prekariat veröffentlichte die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) die Ergebnisse einer einschlägigen Studie. Untersucht wurden insbesondere „Belastungsfaktoren, Ressourcen und Beanspruchungen bei Soloselbstständigen und Mehrfachbeschäftigten„. Sie können die Studie hier als pdf-Datei herunterladen.

Was den Umgang mit Belastungen angeht, bin ich oft erstaunt, wie leichtfertig „Solopreneure“ mit Ihren wichtigsten Ressourcen, nämlich Gesundheit und Leistungsvermögen, umgehen. Zwar gelten die gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich des Arbeitsschutzes für Selbstständige nur eingeschränkt. Ich empfehle aber dennoch, sich an den gesetzlichen Bestimmungen, sowie an den Vorgaben und Empfehlungen der Berufsgenossenschaften zu orientieren. Ist die Krankheit oder der Burnout erst einmal da, dann ist die Situation noch einmal deutlich schlechter als bei Angestellten. Es gibt zum Beispiel keine Lohnfortzahlung. Wo keine Arbeit, da keine Kohle. So einfach ist das. In diesem Zusammenhang empfehle ich auch, über eine freiwillige Versicherung bei einer Berufsgenossenschaft nachzudenken (Beispiel: VBG). Eine günstigere Versicherung bei Arbeitsunfällen wird man kaum finden.

Und noch etwas: Um die Arbeitsbedingungen zu verbessern, kann man sich organisieren und zusammenschließen. Zum Beispiel im VGSD, dem Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V..

 

So stehen Sie nicht allein auf weiter Flur.

 

Bild von SnapwireSnaps auf Pixabay

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Die App fürs Atmen

Seit nunmehr rund zehn Jahren über ich mich in formaler Achtsamkeit. Formal heißt, Bodyscan und Meditation haben bei mir ihren festen Platz im Tagesablauf.

Nun bin ich über eine App für das iPhone gestolpert, die mich wirklich begeistert. Sie trägt den einfachen Namen The Breathing App. Sie können The Breathing App im App Store kostenlos herunterladen und sofort loslegen.

Wie und warum The Breathing App funktioniert zeigt Ihnen einer der Macher, Eddie Stern, in einem eigenen Beitrag. Oder für die Eiligen auch direkt im Video:

 

Breathing App Quick Start

 

Das richtige Atmung wenn nicht heilende, so doch zumindest für viele Leiden lindernde Wirkung hat, können Sie hier nachlesen:

  • Dt. Herzstiftung: Atmen kann man lernen.
    Ein Interview mit Privatdozent Dr. med Axel Frey, Freiburg  [Download pdf]
  • Gary Bruno Schmid: Optimale Atmung für die Entspannung:
    die 4-bis 6-Atemtechnik [Download pdf].
    (Warum der Link hier durchgestrichen erscheint, weiß nur WordPress und der Geier)

Probieren Sie es aus, es kostet ja nichts.
Ihren Atem haben Sie ja immer dabei!

 

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Wie man ein Tagebuch führt

Ich habe in meinem Freundes- und Bekanntenkreis eine Menge Leute, die darauf schwören, ihr Leben in einem Tagebuch zu protokollieren. Auch eine meiner Töchter schreibt unermüdlich ihr tägliches Resümee.

Nun habe ich mich selbst noch nicht dazu durchringen können, das Tagebuch schreiben zu einem festen Bestandteil meines Tagesablaufs zu machen. Momentan reichen mir die Inhalte meines Notizbuchs, dass ich situativ und nach Bedarf mit Inhalt fülle. Wer weiß, vielleicht bereue ich dies einmal, wenn ich mich entschließen sollte meine Memoiren zu schreiben.

Zum Beispiel weiß man vom Dichter und Sänger Wolf Biermann, dass er penibel jeden Tag schriftlich Revue passieren ließ. Diese Einträge waren dann die Grundlage für seine Autobiographie, deren Lektüre ich übrigens wärmstens empfehlen kann.

Über die Art und Weise, wie am besten ein Tagebuch zu führen ist, gibt es höchst unterschiedliche Ansichten. Bekannt geworden ist das 5-Minuten-Journal, das in diesem Video erklärt wird:

How The Five Minute Journal works

 

Wenn Sie über diesen einfachen Ansatz hinausgehen möchten und tiefer in die Materie einsteigen möchten, dann könnte die Anleitung von Michal Korzonek für Sie richtig sein: Journal Writing for Intelligent People: The Ultimate Guide. Dem Inhaltsverzeichnis zufolge werden viele Aspekte rund um das Tagebuch behandelt:

  • Wie es funktioniert
  • Welche Fallstricke es gibt
  • Beispiel berühmter Mitmenschen
  • Werkzeuge für die Erstellung eines Journals
  • Ressourcen: FAQ, Tools usw.

Schade, manchmal bereue ich schon ein wenig, dass ich nicht früh mit so etwas angefangen habe. Nun wird es wohl doch nicht nichts mit der Autobiographie.

Pexels / Pixabay

 

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Die betriebliche Gesundheitsförderung auf dem Prüfstand

Vor einigen Tagen veröffentlichte Michael Brendler einen Artikel mit dem verstörenden Titel: Betriebliche Gesundheitsförderung bewirkt offenbar nichts. Darin zitiert er die Ergebnisse einer Studie der Harvard Medical School in Boston.
Laut den Forschern zeigte die betriebliche Gesundheitsförderung keine Wirkung hinsichtlich der beobachteten Faktoren

  • Schlafqualität, Nahrungsmittelwahl
  • Gemessenen Werten, wie Cholesterin, Blutdruck und BMI
  • Fehlzeiten und Arbeitsleistung

Warum wundert mich als Sicherheitsingenieur dieser Befund nicht?
Für mich hätte es für diese Erkenntnis keiner aufwändigen Studie bedurft.

Wenn Sie bei einer unserer Berufsgenossenschaften eine Ausbildung zur Sicherheitsfachkraft absolvieren, dann werden Sie immer wieder mit der Maßnahmenhierarchie konfrontiert.

Die Maßnahmenhierarchie benennt fünf Stufen von Maßnahmen, die Sie zur Vermeidung von Gefährdungen ergreifen können. Hierarchisch ist das Modell deswegen, weil die Wirksamkeit von oben nach unten abnimmt.

Wenn Sie jetzt die betriebliche Gesundheitsförderung, wie sie im Artikel beschrieben wird, richtig eingeordnet haben, dann sind Sie auf Stufe 5 gelandet: Den verhaltensbezogenen Maßnahmen. Also bei den Maßnahmen, die die geringste Wirksamkeit aufweisen.

Ich weiß nicht, wie die Lage in den USA aussieht, aber bei uns müsste die Sache eigentlich klar sein:

Verhältnisprävention geht vor Verhaltensprävention

Also genau so, wie es die Maßnahmenhierarchie beschreibt. Anstatt Ernährungsprogramme und Lauftreffs aufzusetzen, sollten die Unternehmer zuerst die Arbeitsplätze hinsichtlich Gefährdungen untersuchen. So sieht es im übrigen auch das Arbeitsschutzgesetz vor. Das Ganze heißt Gefährdungsbeurteilung. Die Berufsgenossenschaft Ihres Vertrauens hilft Ihnen mit umfangreichem Schriftmaterial bei der Durchführung.

Damit wir uns nicht falsch verstehen. Ich habe nichts gegen die betriebliche Gesundheitsförderung. Allerdings würde mich interessieren, welche Firmen mit betrieblicher Gesundheitsförderung die vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung durchgeführt und entsprechende Maßnahmen zur Verhältnisprävention abgeleitet haben.  Es gilt der Grundsatz:

Erst die Pflicht, dann die Kür!

Ich gebe zu, ich bin da nicht allzu optimistisch.

 

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Unterbrechungen aus Sicht des Arbeitsschutzes

Dass Unterbrechungen und/oder Störungen Gift für das produktive Arbeiten sind, haben Sie sicher schon am eigenen Leib erfahren. Unterbrechungen verhindern konzentriertes Arbeiten und damit das, was Cal Newport als Deep Work bezeichnet.

Der Erfinder der Pomodorotechnik, Francesco Cirillo, unterscheidet zwischen internen und externen Unterbrechungen. Interne Unterbrechungen verursachen Sie selbst, wenn Ihnen zum Beispiel während der Erledigung einer Aufgabe einfällt, dass Sie noch einen Termin für den Reifenwechsel benötigen und Sie unmittelbar zum Hörer greifen, um in der Werkstatt anzurufen. Externe Unterbrechungen werde, der Name sagt es schon, von Ihrer Umgebung verursacht: Ein Kollege kommt herein und fragt sie etwas oder Ihr E-Mail-Programm teilt Ihnen mit, dass eine neue Nachricht eingegangen ist.

Viele dieser Unterbrechungen lassen sich abstellen. Sie können schnell notieren, dass ein Anruf beim Reifendienst fällig ist und den Anruf tätigen, wenn die Aufgabe erledigt ist. Oder Sie stellen die Benachrichtigungsfunktion Ihres E-Mail-Clients ab. Das Abstellen des Kollegen ist etwas komplizierter, geht aber mit etwas Kreativität und Willen auch.

Aber nicht alle Unterbrechungen lassen sich selbst abstellen. Manche sind systemimmanent und daher schwer beeinflussbar. Das ist erst einmal noch nicht schlimm, denn manche Unterbrechungen gehören zum Job. Schwierig wird es, wenn die Unterbrechungen als sinn- und nutzlos empfunden werden.

Das derlei Störungen nicht nur das produktive Arbeiten, sondern auch die psychische Gesundheit beeinträchtigen können, zeigt Prof. Dr. Thomas Rigotti in seinem Forschungsbericht, den die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlicht hat. Die Lektüre dieses wissenschaftlichen Berichts ist keine leichte Kost.

Wenn Ihnen eine Übersicht über die Ergebnisse in Form von Zahlen, Daten, Fakten ausreicht, dann greifen Sie zum entsprechenden Poster.

 

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Was tun in schlaflosen Nächten

Wenn Sie zu den Menschen gehören, die jede Nacht durchschlafen und ausgeruht am nächsten Morgen aufstehen, dann brauchen Sie nicht weiterlesen. Denn dann gehören Sie zu dem glücklicheren Teil der Menschheit. Es gibt aber auch viele Menschen, denen entweder das Einschlafen oder denen das Durchschlafen nicht gelingen will. Im schlimmsten Fall beides.

Gesund ist das nicht, darüber sind sich alle einig. Die Ursachen für schlechten Schlaf können vielseitig sein. Wenn wir einmal die krankheitsbedingten beiseite lassen, dann gibt es zum Beispiel die sog. „senile Bettflucht“. Sie beschreibt den Umstand, dass wir mit zunehmendem Alter einfach nicht mehr so viel Schlaf benötigen. Auch das nächtliche Aufsuchen der Toilette gehört dazu. Aber lassen wir das…

Ein wichtiger Grund, uns nicht ein- oder durchschlafen zu lassen, ist die Grübelei, die uns in wachen Stunden oft befällt. In Gedankenkreiseln gehen uns immer wieder Sorgen oder Ängste durch den Kopf, für die wir untertags offensichtlich gar keine Zeit haben.

Schauen Sie in solchen Situationen nicht ständig auf die Uhr. Das schlechte Gefühl, nur noch soundsoviel Stunden zu haben, bis der Wecker klingelt, setzt Sie nur noch mehr unter Druck. Mitunter ist es einfach das Beste, einfach aufzustehen und einfache Arbeiten zu erledigen.

Zugegeben, eine dauerhafte Lösung ist das auch nicht, aber Nicole Bayes-Fleming hat noch einige andere Pfeile im Köcher. In ihrem Artikel What To Do When Worry Keeps You Awake empfiehlt sie:

Lenken Sie sich ab

Versuchen Sie Ihre Aufmerksamkeit von den negativen Gedanken abzuziehen und wenden Sie sich positiven Dingen zu. Denken Sie an den vergangenen oder kommenden Urlaub. Denken Sie sich schöne Orte aus und versuchen Sie, diese Orte mit Ihren Sinnen zu erfahren. Wie sieht es dort aus, wie hört es sich dort an, was können Sie spüren, riechen Sie vielleicht sogar etwas? Beteiligen Sie all Ihre Sinneskanäle.

Nehmen Sie Ihre Sorgen an

Bekämpfen Sie die unangenehmen Gedanken nicht. Der Schuss kann nach hinten losgehen. Das Paradox: Je mehr Sie versuchen, diese Gedanken zu unterdrücken, desto mehr werden Sie Besitz von Ihnen ergreifen. Nehmen Sie stattdessen die Gedanken mit Wohlwollen zur Kenntnis und denken Sie daran, dass Gedanken noch keine Realitäten sind.

Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern die Meinungen und die Beurteilungen über die Dinge. Epiktet

Wenn Ihre Sorgen auf ein ganz bestimmtes Ereignis gerichtet sind (Prüfung o. ä.), denken Sie an eine alltägliche Handlung, die Sie danach vornehmen werden. Zum Beispiel in die Mensa gehen und Kaffee trinken.

Üben Sie sich in Achtsamkeit

Ich schließe mich hier Nicole voll und ganz an und empfehle Ihnen, einen Bodyscan durchzuführen. Dieser hilft bei mir fast immer. Mittlerweile lasse ich mich nicht mehr durch diese Meditation führen, sondern gebe mir geeignete Geräusche auf die Ohren. Beim Bodyscan handelt es sich um eine Achtsamkeitsübung. Sie bewegen sich im Hier und Jetzt und nicht in der Zukunft woanders.

Seien Sie dankbar

Denken Sie nicht daran, was schief laufen könnte, sondern erinnern Sie sich daran, was in Ihrem Leben gut läuft. Erinnern Sie sich an die Menschen, die Ihnen wohlgesonnen sind und die Sie mögen. Und ja, auch das Gebet ist eine Gelegenheit. für die schönen Dinge im Leben zu danken.

Nicole hat ein schönes Video zum Thema veröffentlicht. Sehen Sie selbst:

How to Calm Your Worries and Sleep Better: A Scientist's Tips for Falling Asleep More Quickly

 

 

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