Archiv der Kategorie: Büchertipps

Buch: Alles ist Windhauch

Vor einiger Zeit las ich den ungemein spannenden historischen Roman Q, der in der Zeit während und nach der Reformation spielt. Einer der Protagonisten, ein römisch-katholischer Spion, unterschreibt in der Geschichte seine Depeschen immer mit den Decknamen Q oder Qohelet.

Was oder wer ist Kohelet? Die (fast) allwissende Wikipedia gibt Auskunft:

Kohelet (abgekürzt Koh; hebräisch קֹהֶלֶת „Versammler“) ist ein Buch des Tanach, das dort zu den Ketuvim („Schriften“) gehört. Im christlichen Alten Testament (AT) wird es zu den Büchern der Weisheit gezählt. In der Lutherbibel trägt das Buch den Titel Der Prediger Salomo.

Es lohnt sich, dieses Buch zu lesen, denn man kann eine Menge lernen. Sie finden es hier auf dem Bibelserver, in der analogen Bibel Ihres Vertrauens oder ganz eigenständig in dem Buch Alles ist Windhauch.

Das Buch zum Buch wird begleitet von Texten der bekannten Schauspielerin Ulrike Kriener, der Theologin Sabine Bobert und von Anselm Bilgri. Anselm Bilgri informiert uns in seinem Beitrag auch über die philosophischen und theologischen Hintergründe des Buches Kohelet. Er gibt uns einen Überblick über den historischen Kontext und über Aufbau und Inhalt. Außerdem zeigt er Bezüge zur modernen Existenzphilosophie auf.

Das Besondere: Dem Buch ist eine CD beigelegt, auf der Ulrike Kriener das Buch Kohelet vorliest. Und wie so oft, bekommt so ein Text noch einmal eine ganz andere Ausstrahlung, wenn er von einer geschulten Stimme vorgetragen wird. Für die musikalische Begleitung sorgt das Quadro Nuevo, das besonders den Jazz- und Weltmusikfreunden ein Begriff sein dürfte.

Im Buch Kohelet finden Sie viele Weisheiten, die gerade auch für die heutige Zeit große Bedeutung haben. Es geht um Vergänglichkeit, Mühe und Einsamkeit, die Nichtigkeit von Reichtum und Titeln, aber eben auch um Lebensfreude.

Einige Sätze aus dem Buch Kohelet dürften Ihnen bekannt vorkommen:

  • Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein [26,27]
  • Hochmut kommt vor dem Fall“ [16,18]
  • Wie du mir, so ich dir [24,29}

Das Buch ist schön aufgemacht, es macht einen hochwertigen Eindruck und eignet sich daher hervorragend als Geschenk. Nicht nur für sich selbst, sondern insbesondere für Mitmenschen, die vor lauter Betriebsamkeit keine Zeit zur Ruhe finden. Als Wink mit dem Zaunpfahl sozusagen.

Pexels / Pixabay

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Patmos Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

BTW: Ich freue mich, wenn ich ab und zu ein Buch zum Rezensieren geschickt bekomme. Die Bücher, die mir gut gefallen, bespreche ich, über die anderen schweige ich mich aus. Ich habe keinen Gefallen an Verrissen, schließlich bin ich nicht Reich-Ranicki.

 

 

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Meine Linkliste zur Präsentation

Aus gegebenem Anlass, wie es immer heißt, habe ich meine bevorzugten Quellen zum Thema Präsentation wieder auf den neuesten Stand gebracht. Da ich diese den geneigten Lesern nicht vorenthalten möchte, hier die ultimative meine persönliche Linkliste zur Präsentation:

Literatur

(Links führen zu Amazon)

Beispiele

Bilder und Vorlagen

(Danke, Vladimir Simovic für die Links!)

  • CC Search – Suchmaschine für Creative Commons Medien

Achtung: Vor Verwendung von Bildern und Vorlagen aus dem Internet unbedingt die Rechte abklären!
Lesen Sie dazu auch die Wikipedia-Artikel zur Gemeinfreiheit und zu Creative Commons.

Software: Alternativen zu Powerpoint

Interessante Websites

 

Diese und andere Links gibt es auch als klickbare Mind-Map:

 

Vielleicht kennen Sie andere Quellen zum Thema Präsentieren?
Wenn ja, ich freue mich über Ergänzungen.

 

Links zu den o. a. Büchern (Werbung)

ProduktnameBewertungPreis
Bekenntnisse eines Redners: Oder die Kunst, gehört zu werden von Scott Berkun (Januar 2015) Gebundene AusgabeBekenntnisse eines Redners: Oder die Kunst, gehört zu werden von Scott Berkun (Januar 2015) Gebundene AusgabeEUR 15,64
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Buch: Meet Up!

Dass die Besprechung von Menschen, die im Unternehmen produktiv sein möchten, oft als der Zeitdieb schlechthin empfunden wird, ist nichts Neues und steht auf der Hitliste der Ärgernisse ganz oben. Immer wieder wird diese Erkenntnis mit der Frage verbunden, wie man Besprechungen effektiver und effizienter, kurz erfolgreicher machen kann. Martin J. Eppler und Sebastian Kernbach stellen mit ihrem Buch Meet Up! eine mögliche Lösung für dieses Problem vor: Nudging.

Falls Sie nicht auf Anhieb wissen, was ein Nudge ist, dann hilft wie immer ein Blick in die Wikipedia:

Nudge (engl. für Stups oder Schubs) ist ein Begriff der Verhaltensökonomik, der durch den Wirtschaftswissenschaftler Richard Thaler und den Rechtswissenschaftler Cass Sunstein […] geprägt wurde: Unter einem Nudge verstehen die Autoren eine Methode, das Verhalten von Menschen zu beeinflussen, ohne dabei auf Verbote und Gebote zurückgreifen oder ökonomische Anreize verändern zu müssen.

Diese „Stupser“ können laut Eppler und Kernbach auch eingesetzt werden, um Besprechungen wieder zu dem zu machen, wofür sie gedacht sind, ein probates Mittel zum

  • Informieren
  • Probleme lösen
  • Entscheidungen treffen

Vor der Maßnahme steht die Analyse. Die Autoren identifizieren 5 Phasen der Besprechung, die alle ihre spezifischen Problemstellungen haben. Sie werden mit vier grundlegenden Nudging-Taktiken angegangen:

  1. Fokussieren
  2. Orientieren
  3. Involvieren
  4. Verpflichten

Keine Maßnahme ohne Analyse und so können die Leserinnen und Leser anhand eines Fragebogens herausfinden, wo in der eigenen Organisation die Engpässe liegen. Auf diese Weise kann der eilige Leser über eine „Landkarte der Meeting-Nudges“ zum entsprechenden Kapitel springen.

In den einzelnen Kapiteln werden insgesamt 100 Maßnahmen („Nudges“) vorgestellt, mit denen ein Besprechungsleiter/Moderator die vier o.a. Taktiken verfolgen kann. Sie folgen den Prinzipien:

  1. Ausgangswerte setzen und/oder verändern
  2. Vorstrukturieren
  3. Feedback sichtbar machen
  4. Wahrnehmung schärfen
  5. Spaßfaktor erhöhen
  6. Fehler vorhersehen und vermeiden

In einer großen Übersicht wird dargestellt, wie die Methoden einzuordnen sind. Außerdem folgt am Ende eines jeden Kapitels eine Übersicht über die vorgestellten Nudges und die dahinter stehenden Prinzipien. Das erleichtert die Orientierung erheblich. Sollten Ihnen die vorgestellten Nudges nicht ausreichen, dann erhalten Sie mit dem Meeting-Nudge-Designer ein Werkzeug, mit dem Sie eigene „Stupser“ konzipieren können. Sie finden übrigens auch einen Canvas-Baukasten, denn kein Meeting und keine Konferenz heutzutage ohne Canvas.

Aufgelockert wird der Inhalt durch eingestreute Hintergrundinformationen. So werden bestimmte Teilnehmertypen oder die Tricks berühmter Mitmenschen vorgestellt. Genau, zum Beispiel die Pizza-Regel von Jeff Bezos.

Das Buch versteht sich als „Impulsbuch“ für Leiter, Moderatoren und Teilnehmer von Sitzungen. Das ist durchaus gelungen. Allerdings reibt sich der erfahrende Moderationsprofi ab und zu die Augen, wenn er liest, dass eine altbekannte Methode neuerdings ein „Nudge“ sein soll („Eisenhower-Nudge“). An dieser Stelle muss ich gestehen, dass ich gegen Ende des Buches dieses Wort aufgrund des inflationären Gebrauchs fast nicht mehr sehen konnte.

Für mich ist das Buch in erster Linie ein Nachschlagewerk, in dem sich interessante Methoden für die einzelnen Besprechungsphasen finden lassen. Es ist ein Buch für die Praxis. Insofern werde ich es bestimmt das eine oder andere Mal aus dem Regal holen, wenn ich einen Workshop vorbereiten muss. Sehr hilfreich finde ich dabei, dass das Buch auch von einer entsprechenden Website ergänzt wird, wo man zusätzliche Materialien erhalten kann.

Wo Licht ist, ist allerdings auch Schatten.

Das Kapitel „Verpflichtung“ hat mir schon das eine oder andere Mal die Ärgerfalten auf die Stirn getrieben. Manche der vorgestellten Nudges sollen „subtil zu produktiveren Verhalten verführen“ und setzen dabei auf bekannte (berüchtigte?) Mechanismen der Gruppendynamik. M. E. kann von „subtil“ keine Rede mehr sein, wenn etwa beim Spotlight bestimmte „Kandidaten erwischtwerden und sogar die Zögerlichstenschauten, dass die Aufgaben erledigt werden, denn vor allen anderen dumm dazustehen, das wollte keiner„. Angemessene Führung in Zeiten des New Work sieht m. E. anders aus!

Aber wer weiß. Vielleicht bin ich aber auch nur etwas empfindlich.

 

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag Schaeffer-Poeschel als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

BTW: Ich freue mich, wenn ich ab und zu ein Buch zum Rezensieren geschickt bekomme. Die Bücher, die mir gut gefallen, bespreche ich, über die anderen schweige ich mich aus. Ich habe keinen Gefallen an Verrissen, schließlich bin ich nicht Reich-Ranicki.

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Buch: Mehr Zeit – Wie man sich auf das Wesentliche konzentriert

Mittlerweile pfeifen es die Spatzen von den Dächern, es hat sich bis in die letzten Winkel des Landes herumgesprochen: Effizientes Arbeiten ist nur dann möglich, wenn man sich auf eine Tätigkeit voll und ganz konzentriert. Ablenkungen sind Gift, seien es innere Ablenkungen, wie z. B. Gedankenkreisel oder externe, wie etwa die ständigen Benachrichtungen durch eine Smartphone-App. Je mehr Sie sich ablenken lassen, desto weniger können Sie sich konzentrieren. Ganz einfach lässt sich das auf eine Formel bringen (die MathematikerInnen mögen mir verzeihen):

Fokussierung (Konzentration) ~ 1/Ablenkung

Ganz einfach also. Sie müssen Ablenkungen eliminieren und schon können Sie fokussiert und effizient arbeiten. Wie so oft im Leben ist dies aber einfacher gesagt als getan. Kein Wunder, dass sich unzählige Blogartikel mit der Vermeidung von Ablenkungen beschäftigen.

Jake Knapp und John Zeratsky, die Autoren des Bestseller Sprint, haben dazu ein ganzes Buch geschrieben: Mehr Zeit – Wie man sich auf das Wichtigste konzentriert.

Laut der Autoren haben wir mit zwei Arten von Ablenkungen zu kämpfen, (1) dem Busy Bandwagon und (2) dem Infinity Pool. Der Busy Bandwagon bezeichnet das ständige Mit-Irgendetwas-Beschäftigt-Sein-Müssen, gekennzeichnet durch einen vollgestopften Terminkalender oder eine endlose Aufgabenliste. Der Infinity Pool wird gebildet durch ständig wieder aufpoppende Informationen, die zum Beispiel von Apps auf dem Smartphone bereitgestellt werden.

Zur Abhilfe empfehlen Knapp und Zeratsky ihr Make-Time-System, das aus vier Elementen besteht:

  1. Highlight: Wählen Sie sich eine Aufgabe, ein Ziel, um den Tag zu priorisieren
  2. Laserstrahl: Bündeln Sie Ihre Energie und blenden Sie alles andere aus
  3. Rückblickende Betrachtung: Lassen Sie den Tag Revue passieren und identifizieren Sie, was gut gelaufen ist und was nicht. Planen Sie für den nächsten Tag Verbesserungen ein
  4. Energie tanken: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Batterien von Zeit zu Zeit aufgeladen werden

Zu jedem dieser Elemente werden in dem Buch insgesamt 87 praktische Tipps („Taktiken“) vorgestellt. Einige dieser Tipps werden Ihnen bekannt vorkommen, andere sind vielleicht neu. Schwer umzusetzen sind sie alle nicht, meist steht uns unsere mangelnde Vorstellungskraft im Wege: „Das kann man doch nicht machen“. Doch, Sie können. Wer sagt Ihnen, dass Sie sich immer benachrichtigen lassen müssen, wenn eine neue E-Mail im Eingangskorb landet? Gibt es dafür eine Verfahrensanweisung?

Sympathisch ist, dass die Autoren nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daherkommen und ihren Ansatz größer machen als er ist. Sie finden in dem Buch eine ganze Anzahl hilfreicher Hinweise, wie Sie dem Effizienzkiller „Ablenkung“ ein Schnippchen schlagen können. So weisen Sie darauf hin, dass nicht alle Tipps für alle Mitmenschen in allen Situationen funktionieren und fordern immer wieder zum Ausprobieren auf. Allerdings merkt man durchaus, dass die Autoren aus der Silicon-Valley-Kultur kommen, indem selbstbestimmtes Arbeiten eher die Regel als die Ausnahme ist. Interne Ablenkungen spielen dort vermutlich eine größere Ablenkung als externe. In der klassischen Industriekultur bei uns verhält es sich vermutlich umgekehrt.

Ab und zu lassen uns die Autoren ab und zu über ihre Schultern schauen. Sie berichten, wie Sie selbst die Taktiken anwenden, wie sie dazu gekommen sind und was bei Ihnen funktioniert hat und was nicht. Das lockert auf und hilft, die Taktiken besser zu verstehen.

Mir hat das Buch gut gefallen. Es liest sich leicht und locker und bietet den einen oder anderen wertvollen Hinweis. Erwarten Sie jedoch kein umfangreiches in sich geschlossenes System á la Getting Things Done. Das liefert das Buch nicht und will es auch gar nicht liefern. Wenn Sie allerdings praktische Tipps für den Alltag bekommen möchten, dann lohnt es sich, dieses Buch näher unter die Lupe zu nehmen.

 

… und hier erleben Sie Jake Knapp in voller Pracht

"Make Time" by Jake Knapp at Lean Product Meetup

 

 

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Redline Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

BTW: Ich freue mich, wenn ich ab und zu ein Buch zum Rezensieren geschickt bekomme. Die Bücher, die mir gut gefallen, bespreche ich, über die anderen schweige ich mich aus. Ich habe keinen Gefallen an Verrissen, schließlich bin ich nicht Reich-Ranicki.

 

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Wie sich Menschen ihre Arbeitszeit wünschen

Zum Thema Arbeitszeit klaffen die Meinungen weit auseinander. Während die einen am liebsten den 12-Stunden-Tag wieder einführem möchten (aus „Flexibilitätsgründen“, wie es heißt), experimentieren andere mit der 4-Tage-Woche. Was viele nicht wissen, dass es ein Gesetz gibt, dass in Deutschland die Arbeitszeiten regelt: Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG). Hierbei ist noch einmal festzuhalten, dass das ArbZG nicht lediglich beratenden Charakter hat, wie viele meinen. Es ist ein Gesetz und daher verbindlich.

Nun sind Gesetze nicht in Stein gemeißelt und bis auf wenige Ausnahmen nicht für die Ewigkeit gemacht. Schließlich ändern sich gesellschaftliche Gegebenheiten, denen der Gesetzgeber durch Anpassungen Rechnung tragen sollte. Wichtige Grundlagen zur Entscheidungsfindung liefern hierzu wissenschaftliche Studien.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat nun eine Befragung zu Arbeitswünschen von Beschäftigten in Deutschland durchgeführt und veröffentlicht (pdf-Datei).

Untersucht wurden u.a.:

  • wie Arbeitszeitwünsche und -realitäten derzeit zusammenpassen
  • ob die Arbeitszeit verlängert oder verkürzt werden soll und wie die Chancen stehen, dass diesen Wünschen entsprochen wird
  • inwieweit für die Beschäftigten ein zeitlicher Handlungsspielraum gegeben ist
  • wie sich Diskrpanzen aus Wunsch und Wirklichkeit auf die Gesundheit auswirken

Gerade habe ich die Lektüre des bemerkenswerten Buchs Die Erfindung der Leistung von Nina Verheyen beendet (Leseempfehlung!). Sie finden dort auch einen Abschnitt zum Thema Arbeitszeit, in dem sie schreibt:

Im Deutschen Reichstag dagegen schmetterten Vertreter der Industrie noch 1904/05 den Vorschlag ab, die Arbeitszeit zumindest für Frauen auf 10 Stunden zu begrenzen. […] Man müsse schließlich auf dem Weltmarkt mithalten können.

Die Zeiten haben sich geändert, die Argumente offenbar nicht.

BTW: Sie bekommen das Buch von Nina Verheyen derzeit für kleines Geld bei der Bundeszentrale für Politische Bildung. Also nichts wie hin!

JESHOOTS-com / Pixabay

 

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Erfolgstipps von Ray Kroc

Sie kennen alle Ray Kroc, wenn vielleicht auch nur indirekt. Ray Kroc ist der Mann, der die Fast-Food-Kette McDonald’s groß gemacht hat. Ich kannte den Herrn auch nicht, bis ich im Rahmen der TQM-Welle in den 1990ern die McDonald’s Story von John F. Love gelesen hatte.
In dem Buch gab es damals sehr interessante Dinge zu erfahren, zum Beispiel, dass die Firma in manchen Zeiten mehr Geld mit Immobilien als mit Hamburgern gemacht hat. Oder wie viel Gehirnschmalz in die Fertigungs- und Qualitätsprozesse (ja, genau!) gesteckt wurde.

Das Buch von Love scheint mittlerweile vergriffen zu sein, dafür gibt es aber jetzt Die wahre Geschichte von McDonald’s: Erzählt von Gründer Ray Kroc höchstpersönlich. Vielleicht besorge ich mir das Buch bei Gelegenheit, denn es ist immer wieder interessant, was von solchen Gründern an Geschichten hinzugefügt und/oder weggelassen wird.

Ray Kroc ist sicher der personifizierte amerikanische Traum:

Ende der 1930er wechselte der 35-jährige Kroc aus dem sicheren Job und zog durch das Land, um sein Küchenzubehör unter die Leute zu bringen. 1954 wurde Kroc auf die Brüder Richard und Maurice McDonald aufmerksam, als sie in einem Auftrag gleich sechs seiner Milkshake-Mixer nachbestellten, worauf er sie in ihrem Restaurant California Diner in San Bernardino aufsuchte.

Irgendwann kaufte Kroc die Franchiserechte von den Brüdern McDonald und drängte sie schließlich aus dem Unternehmen. Sind halt harte Bandagen in dem Mutterland des Kapitalismus.

Viele Mitmenschen analysieren die Rezepte solcher Self-Made-Men, denn vielleicht können sie ja als Blaupause für die eigene Erfolgsstory dienen. Dies hat auch Donald Latumahina getan und 6 Essential Success Tips from Ray Kroc identifiziert. Dies sind seine Erkenntnisse:

  1. Glauben Sie daran, dass das Beste noch vor Ihnen liegt
  2. Entwickeln Sie einen Riecher für Gelegenheiten
  3. Wenn sich eine Gelegenheit ergibt, dann greifen Sie zu
  4. Denken Sie in großen Maßstäben (Think Big!)
  5. Konzentrieren Sie sich auf einen Punkt
  6. Bilden Sie ein starkes Team

Vielleicht haben Sie sich schon mit der Engpasskonzentrierte Strategie (EKS) beschäftigt. Wenn dem so ist, dann dürften Ihnen die Punkte 2, 3 und 5 bekannt vorkommen.

„Think Big“ fällt den meisten von uns vermutlich schwer. Ein kleines Stückchen Größenwahn dürfte von Nutzen sein, wenn man ein großer Unternehmer werden will. Allerdings ist dieses Denken auch mit Risiko verbunden, dass nicht jede(r) von uns eingehen möchte. Außerdem sind viele von uns Normalsterblichen mit einschränkenden Glaubenssätzen wie z. B. „auf Dich werden sie gerade noch gewartet haben“ aufgewachsen.

Der erste Punkt der Aufzählung gibt mir Anlass zur Hoffnung. Donald schreibt in seinem Artikel, dass Ray Kroc bereits 52 Jahre alt war, als er begann McDonald’s an die Spitze zu führen:

But the story of Ray Kroc proves otherwise.
It proves that it’s never too late to build something big in your life.

Es besteht also auch für mich noch Anlass zur Hoffnung.
Hopfen und Malz ist vielleicht doch noch nicht verloren.

BTW: Das Buch von Love ist noch im Grabbelkasten erhältlich:

 

NjoyHarmony / Pixabay

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Das Phänomen der Bullshit Jobs

Vor einiger Zeit habe ich hier im ToolBlog schon einmal auf David Graeber und sein Buch Bullshit Jobs: Vom wahren Sinn der Arbeit hingewiesen. Damals hatte mich der Titel magisch angezogen und ich habe das Buch mittlerweile auch mit großem Gewinn gelesen.

Ausgangspunkt für das Buch war eine Polemik, die Graeber für das Strike! Magazine geschrieben hatte. Sie können das Essay online auf Englisch im Original oder in deutscher Übersetzung nachlesen. Der Artikel scheint den Nerv der Zeit getroffen zu haben, denn er hatte so viele Downloads zu verzeichnen, dass zeitweise die Server überlastet waren.

Wenn ich mich richtig erinnere, sind es zwei Kriterien, die einen Job zu einem Bullshit Job machen:

  1. Es handelt sich um eine bezahlte Tätigkeit, bei der man gar nicht bemerkte, wenn sie morgen nicht mehr ausgeübt würden. Im schlimmsten Fall ist solch ein Job nicht nur sinnlos und unnötig, sondern sogar schädlich.
  2. Selbst der Ausübende kann die Existenz seines Jobs nicht mehr rechtfertigen, nicht nur anderen, sondern auch sich selbst gegenüber.

In seinem Buch beschreibt Graeber, wie diese Bullshit-Jobs entstanden sind und warum sie immer mehr werden. Außerdem zeigt der Autor die Folgen auf, (a) für das Individuum und (b) für die Gesellschaft. Er hat auch ein paar Ideen zur Abhilfe, allerdings hat mich das entsprechende Kapitel nicht besonders optimistisch gestimmt.

Ich muss gestehen, ich stand den Ideen des New Work immer schon skeptisch gegenüber. Viele der Aussagen kommen mir sehr bekannt vor bis hin zu einem Déjà-vu. Ähnliches habe ich schon zu den Hochzeiten des Total Quality Managements gehört, einer Philosophie, die als Löwe gesprungen und dann doch als Bettvorleger gelandet ist. Leider kann und konnte ich diese Skepsis nicht so gut in Worte fassen wie ein David Graeber. Nach der Lektüre den Buches weiß ich nun nicht nur, dass ich skeptisch bez. New Work bin, sondern auch warum.

Bernd Kramer hat in Zeit online das Buch von Graeber ausführlich besprochen. Wenn Sie lieber Fernsehen schauen und den Autoren in Aktion sehen wollen, dann ist vielleicht dieses Video für Sie richtig: On Bullsh*t Jobs.

On Bullsh*t Jobs | David Graeber | RSA Replay

 

 

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Marcus Raitner: Wie hältst Du’s mit Deiner Zeit? – Eine Ergänzung

Der von mir sehr geschätzte Marcus Raitner veröffentlichte dieser Tage auf seinem Blog „Führung erfahren“ einen Artikel mit dem Titel Wie hältst Du’s mit Deiner Zeit?.
Marcus nimmt den Jahreswechsel zum Anlass, selbstkritisch über die Verwendung seiner (Lebens-?) Zeit nachzudenken. Sein Fazit: Es gibt immer noch zu viele Termine, die „Fokussierung, Achtsamkeit und Muße“ im vergangenen Jahr verhindert oder zumindest behindert haben.

Am Ende seines Artikel stellt Marcus die Frage:

Und wie hältst Du’s mit Deiner Zeit im neuen Jahr?

Da Marcus zu Recht die Selbstverantwortung auch bei diesem Thema betont, möchte ich den Artikel um einen wichtigen Aspekt ergänzen und eine weitere Frage stellen:

Und wie hältst Du’s mit Deinen Ansprüchen und Bedürfnissen?

Wie die ToolBlog-Leser wissen, beschäftige ich mich seit einiger Zeit mit dem Thema Minimalismus. Dabei bin ich weit davon entfernt, mir das Motto „nur 100 Dinge zu besitzen“ zu eigen zu machen. Denn ein wenig Luxus darf es schon sein. Allerdings möchte ich auf einen verhängnisvollen Kreislauf hinweisen, der uns ein großes Stück eigener Zeitsouveränität raubt:

Wir arbeiten hart und belohnen uns dafür, indem wir konsumieren. Damit wir uns diesen Konsum leisten können, müssen wir hart arbeiten. Für diese harte Arbeit belohnen wir uns, indem wir konsumieren usw. usf.

Dass dies keine hohle Denkfigur ist, kenne ich aus eigener Erfahrung. Es gab Zeiten, zu denen ich nach einer harten Arbeitswoche mich zum Wochenende mit irgendeinem Gadget belohnt habe: Einer CD, einem Kleidungsstück, einem Buch oder [bitte selbst einsetzen]. Vieles davon war schlicht und einfach unnötig und lag dann schon nach kurzer Zeit ungenutzt irgendwo in der Wohnung oder im Büro herum. So funktioniert es halt in unserem System.

Die Lösung scheint einfach: Wenn Sie weniger konsumieren, dann müssen Sie weniger (hart) arbeiten und haben mehr Zeit für sich und können diese für sich und Ihre (wahren?) Interessen verwenden.

Sie müssen dazu nicht komplett aussteigen. Der Ausstieg ist zwar eine radikale Lösung, aber nicht die einzige. Sie könnten sich zum Beispiel auch selbstständig machen oder ganz bewusst einen Karriereverzicht ins Auge fassen. Downshifting nennt man das neudeutsch. Dass das funktioniert, zeigen viele Praxisbeispiele. Einen Erfahrungsbericht finden Sie beispielsweise bei Zeit online: „Ich will nie wieder in die Welt der Leistung zurück“.

Einen Pferdefuß gibt es allerdings. Wenn Sie downshiften, dann werden Sie wahrscheinlich über weniger Einkommen verfügen. Sie müssen sich daher überlegen , welche Anschaffungen für Sie wirklich wichtig sind und was Sie wirklich brauchen. Das Sich-klar-werden über die eigenen Bedürfnisse ist an sich schon eine wertvolle Übung, insofern stimmt das mit dem „Pferdefuß“ gar nicht.

Wenn Sie sich tiefer mit der Materie befassen wollen, möchte ich Ihnen zwei Bücher empfehlen. In Early Retirement Extreme: A philosophical and practical guide to financial independence beschreibt Jacob Lund Fisker, wie man den Ausstieg schon in frühen Jahren bewältigt. Keine einfache Lektüre, denn dort gibt es auch eine Menge Theorie. Der Autor betreibt auch ein Blog mit dem gleichen Titel wie das Buch. Sollten Sie leichtere Kost bevorzugen, dann greifen Sie zu Robert Wringhams Ich bin raus: Wege aus der Arbeit, dem Konsum und der Verzweiflung. Nebenbei bemerkt: Auch in der Bibel finden Sie interessante Textstellen zum Thema Konsum und Verzicht.

Ich möchte mich bei Marcus für seinen Artikel bedanken, der mich zu diesen Zeilen angeregt hat. Er beendet ihn mit den Worten:

Es wäre nun ein Leichtes diesen Missstand auf andere oder die Umstände zu schieben, auf die Kinder […], aber die Verantwortung für meine Zeit lag und liegt allein bei mir.

Da stimme ich ihm zu. Nur mit einem anderen Schwerpunkt.

hordenblech / Pixabay

 

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Buch: LibreOffice 6 – Praxiswissen für Ein- und Umsteiger

In Zeiten, als man noch zur Stromversorgung des Rechenknechts im Keller den Dynamo treten musste, gab es ein Programm namens StarWriter. Dabei handelte es sich um ein Textverarbeitungsprogramm aus deutschen Landen, das dann später noch durch andere Komponenten wie Tabellenkalkulation usw. zu dem Office-Paket StarOffice ausgebaut wurde. Später entwickelte sich aus StarOffice dann OpenOffice, daraus dann wieder LibreOffice, womit wir wieder in der Gegenwart angekommen wären.

Zur Popularität LibreOffice hat sicher beigetragen, dass dieses Office-Paket quelloffen ist. Darüber hinaus ist es kostenlos und wird von einer engagierten Community gepflegt und weiter entwickelt und das für Windows, Mac und Linux. Ich selbst benutze die Programme aus LibreOffice lieber als das übermächtige Konkurrenzprodukt aus dem Hause Microsoft. Ich finde es nicht ganz so überladen, „logischer“ zu bedienen und … ich weiß auch nicht. Mir gefällt es einfach besser.
Deshalb meine Empfehlung: Falls Sie für Ihren Privatrechner ein gutes umfangreiches Officepaket suchen, für das Sie noch nicht einmal etwas bezahlen müssen, dann ist LibreOffice sicher erste Wahl. Ein großes Manko gibt es allerdings: Bei LibreOffice fehlt das Pendant zu Outlook. Aber man kann halt nicht alles haben.

Im Gegensatz zu manch anderer OpenSource-Software sind die Anleitungen zu LibreOffice vorbildlich. Sie finden zu jedem der Module ausführliche Handbücher, die jeden Winkel des mächtigen Programmpakets ausleuchten. Indes dürften Ein- und Umsteiger mit dieser Dokumentation wenig glücklich werden. Für die ersten Schritte ist der Inhalt zu detailliert und umfangreich, der Text zu sperrig. Da wäre eine gut geschriebene knackige Einleitung schon sehr hilfreich.

Winfried Seimert legt mit seinem Buch LibreOffice 6: Praxiswissen für Ein- und Umsteiger genau diese Einleitung vor.  Der Titel ist Programm, in insgesamt sieben Kapiteln erfahren die Leser die ersten grundlegenden  Schritte zu

  • Der Einrichtung des Programs
  • Writer, dem Textverarbeitungsmodul
  • Calc, dem Tabellenkalkulationsprogramm
  • Math, dem Formeleditor
  • Impress, dem Gegenstück zu MS PowerPoint
  • Draw, dem Zeichenprogramm und
  • Base, der Datenbank.

Die Kapitel sind konsequent nach dem 80/20-Prinzip gestaltet. Sie lernen, wie Sie mit 20 Prozent der Programfunktionen 80% Ihrer Büroaufgaben erledigen können. Alles sehr luftig und locker beschrieben und reichlich bebildert. Wenn Sie mit dem Buch eine Weile gearbeitet haben, dann beherrschen Sie das Programm sicher so weit, dass Sie auch aus der offiziellen online-Dokumentation den optimalen Nutzen ziehen können.

Sollten Sie sich als Ein- oder Umsteiger in Libreoffice einarbeiten wollen, dann erleichtert Ihnen dieses preiswerte Buch dieses Vorhaben ganz gewaltig. Es gehört zu diesem Zweck nicht in den Bücherschrank, sondern in Reichweite neben die Tastatur.

Für Ein- und Umsteiger absolut empfehlenswert!

 

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag mitp als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

BTW: Ich freue mich, wenn ich ab und zu ein Buch zum Rezensieren geschickt bekomme. Die Bücher, die mir gut gefallen, bespreche ich, über die anderen schweige ich mich aus. Ich habe keinen Gefallen an Verrissen, schließlich bin ich nicht Reich-Ranicki.

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Buch: Bullet-Journal – Das Praxisbuch

Wie die geneigten Leser wissen, bin ich durchaus der althergebrachten Methode, mit Papier und (Blei-) Stift zu arbeiten, nicht abgeneigt. Aus diesem Grund erscheint im ToolBlog immer wieder auch ein Artikel für die Mitmenschen, die ihren haptischen Sinneskanal auch bei der eigenen Arbeitsorganisation bevorzugen.

In den letzten Jahren hat das Bullet Journal von Ryder Caroll für Furore gesorgt. Auch ich habe u.a. in Die Anleitung zum Bullet Journal darüber berichtet.
Mittlerweile gibt zum Bullet Journal eine ganze Reihe von Büchern. Ich hatte die Gelegenheit, das Buch von Diana Meier-Soriat zu lesen: Bullet Journal – Das Praxisbuch.

Auf knapp 200 Seiten erfahren die Leser einiges zur Gestaltung und zum Gebrauch eines Bullet Journals:

Materialkunde

Hier gibt es eine Übersicht darüber, welche Notizbücher für Bullet Journals geeignet sind. Außerdem stellt die Autorin verschiedenen Schreibgeräte vor: Fineliner, Brushpens, Buntstifte oder Pastellkreide.

Das Organisationssystem

In diesem Kapitel geht es um Rapid Logging. Hier werden Einfälle, Aufgaben und andere Notizen kurz und knapp untereinander aufgelistet. Danach können Sie zur besseren Unterscheidbarkeit mit Symbolbildchen oder Farben („Key Codes“) versehen werden.

Inhaltlicher Aufbau

Hier erfahren Sie, wie Sie sich mit einem Bullet Journal organisieren können. Welche Funktion hat ein Kalendarium, was ist ein Future Log und wie werden die Aufgaben „heruntergebrochen“ auf den Monat, die Woche und den Tag.

Die Gestaltung der Einträge

In 3 Kapiteln geht es um die Gestaltung des Bullet Journals. Sie erfahren, wie Sie Sketchnotes anfertigen, Symbole verwenden und Notizen mit allerlei Gestaltungselementen hervorheben. Eigene Abschnitte widmen sich der Verwendung von Farben und diversen Dekoelementen.

Anwendungsbeispiele

Der Rest des Buchs zeigt die Anwendungsbreite eines Bullet Journals. Sie finden Anregungen zu

  • To-Do-Listen
  • Protokollen (Trackern) verschiedenster Art: Gewohnheiten, Stimmungen, Leibesübungen, Kosten usw. usf.
  • Planungsarbeiten, wie Reiseplanung, Weihnachten und Social-Media-Planung
  • (Reise-) Tagebüchern

Abgerundet wird das Buch durch eine Reihe einschlägiger Links und reichbebilderte Beispiele von Bullet Journals anderer Autoren.

Fazit

Ich muss gestehen, mein Urteil über dieses Buch ist zwiespältig. Zunächst ist festzuhalten: Es ist ein schönes Buch geworden. Es hat ein ansprechendes Format mit abgerundeten Ecken (Warum macht man das bei Papierbacks nicht immer so?) und ist reich mit farbigen Bildern illustriert. Über die Schrift, die ein wenig wie Comic Sans Serif daherkommt und wohl eine Handschrift simulieren soll, kann man streiten, das ist Geschmacksache.

Die Schönheit dieser vielen Bilder lässt mich eher ratlos zurück. Zum einen weiß ich, dass ich nie und nimmer ein so ansprechendes Bullet Journal gestalten könnte. Zum anderen frage ich mich, ob der Zeitaufwand den Nutzen bei weitem übersteigt. Wenn ich schon sehe, wie viel verschiedene Stifte da vorgestellt werden…
Dieses Problem begegnete mir schon bei anderen Büchern über Sketchnotes. Die Beispiele sind einfach zu schön um wahr zu sein.

Nüchtern wie ich bin, hätte ich gerne mehr darüber gelesen, wie man sein Leben mit Hilfe des Bullet Journals tatsächlich organisiert. Dieser Frage sind leider nur 40 von insgesamt rd. 190 Seiten gewidmet. Auf den anderen Seiten geht es tatsächlich mehr oder weniger um die grafische Gestaltung. Das betrifft im übrigen auch die Anwendungsbeispiele.

Wenn Sie gerne Sketchnotes machen, Icons gestalten und Ihre Notizen ausschmücken möchten, dann liegen Sie mit diesem Buch sicher goldrichtig. Wenn Sie mehr über die Organisationsprinzipien wissen wollen, müssen Sie wohl doch weiterhin die Suchmaschine Ihres Vertrauens bemühen.

Vielleicht ist meine Wahrnehmung aber auch verzerrt, denn ich bin ohnehin kein Freund von Scetchnotes.

Aber das wäre einen eigenen Artikel wert. Mal sehen.

 

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag mitp als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

BTW: Ich freue mich, wenn ich ab und zu ein Buch zum Rezensieren geschickt bekomme. Die Bücher, die mir gut gefallen, bespreche ich, über die anderen schweige ich mich aus. Ich habe keinen Gefallen an Verrissen, schließlich bin ich nicht Reich-Ranicki.

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