Archiv der Kategorie: Büchertipps

Der Leitfaden für konzentriertes Arbeiten

Es gibt Bücher, die ich so interessant finde, dass ich sie sogar zweimal in die Hand nehme um sie noch besser zu verstehen. Konzentriert arbeiten: Regeln für eine Welt voller Ablenkungen von Cal Newport ist so ein Buch.
Newport beschreibt in seinem Buch die Segnungen des Deep Work. Er bezeichnet damit Phasen des konzentrierten Arbeitens unter Ausschaltung von Ablenkungen jedweder Art.

Es ist zwar sehr zu empfehlen, das Buch zu lesen, aber Sie müssen es nicht unbedingt. Fadeke Adegbuyi hat eine umfangreiche Anleitung vorgelegt, wie Sie Deep Work auch so erreichen können. In ihrem Artikel The Complete Guide to Deep Work zeigt sie Ihnen:

  • Wie Sie Deep Work am besten praktizieren
  • Wie Sie Ihre Fähigkeiten zu Deep Work verbessern
  • Wie Sie digitale Ablenkungen vermeiden
  • Wie Sie oberflächliches Tun aus Ihrem Leben verbannen
  • Wie Sie einen erfolgreichen Start mit Deep Work hinlegen

Wir sind ja gewohnt, dass unseren amerikanischen Freunde mit ihren Überschriften gerne etwas übertreiben. Neben dem Wort „ultimativ“ finden sich sehr oft auch andere Superlative, die versprechen, was dann der Artikel oft nicht halten kann.
Hier ist das anders. Fadeke kann m. E. schon mit einiger Berechtigung von einem complete guide sprechen. Sie finden hier wirklich eine nützliche Anleitung, die viele Facetten des Deep Work aufgreift. Sogar an eine Checkliste für eine erfolgreiche Umsetzung hat sie gedacht.

Lesens- und beachtenswert!

i410hlr / Pixabay

 

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Buch zu gewinnen: 47 Gründe, sich NICHT selbstständig zu machen

Seit 1996 verdiene ich meine Brötchen als Freiberufler oder Freelancer, wie das auf Denglisch heißt. Manche Menschen meinen auch etwas despektierlich, ich wäre ein „Einzelkämpfer“, was immer das auch heißen mag. Allerdings bin ich kein „Unternehmer“ und auf die Unterscheidung zwischen Freiberufler und Unternehmer habe ich immer Wert gelegt. Unternehmer spielen in einer anderen Liga und haben andere (zusätzliche) Verantwortlichkeiten, die auch andere Schwerpunkte in ihrer Arbeit setzen.

Auf die Frage, ob ich jungen Menschen heute zur Selbstständigkeit raten würde, gibt es eine klare Antwort: Kommt darauf an. Für mich war die Vorsilbe „Frei-“ beim Freiberufler immer das entscheidende Argument für meine Selbstständigkeit. Bei mir hat es ja auch gut funktioniert (und es funktioniert immer noch). Dennoch möge man den Schritt in die Selbstständigkeit gut überdenken, denn es wartet so manche Stolperfalle.

Der Unternehmer Matthias Büttner (X47 und der (sein?) Steuerberater Guido Joest haben in einem Buch 47 Gründe, sich nicht selbstständig zu machen, aufgelistet. Die Gründe sind zu finden in den Kapiteln

  1. Der Unternehmer
  2. Der Unternehmer und sein Umfeld
  3. Das Finanzamt als Feind des Unternehmers (!)
  4. Der Arbeitnehmer als Feind (!)
  5. Weitere Feinde des Unternehmers
  6. Fallen bei der Gründung

Sie sehen, da kommt schon einiges zusammen. Dennoch gilt „viel Feind, viel Ehr“ und wenn Sie nach der Lektüre immer noch in die Selbstständigkeit wollen, dann sind Sie für das Scheitern zumindest gut gerüstet.

(Na gut, der letzte Satz war ein Scherz, denn es gibt ja auch genug Beispiele für die erfolgreiche Selbstständigkeit. Büttner und Joest zum Beispiel.)

Allerdings frage ich mich, ob bei Matthias Büttner der Name seines Unternehmens X47 etwas mit den 47 Gründen zu tun hat. Aber vielleicht ist das nur ein Zufall.

Achtung!!
Sie können das Buch von Büttner und Joest gewinnen, einmal in analog und einmal in digital. Schreiben Sie mir bis 15. Juni d. J. eine entsprechenden E-Mail oder hinterlassen Sie einen Kommentar. Am 16. Juni benachrichtige ich dann die GewinnerInnen Das Werk geht ihnen dann schnellstmöglich zu. Viel Glück!

Vielen Dank fürs Mitmachen, sei es per Kommentar oder per E-Mail.
Die Gewinner wurden benachrichtigt. Herzlichen Glückwunsch!

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Buch: Alles ist Windhauch

Vor einiger Zeit las ich den ungemein spannenden historischen Roman Q, der in der Zeit während und nach der Reformation spielt. Einer der Protagonisten, ein römisch-katholischer Spion, unterschreibt in der Geschichte seine Depeschen immer mit den Decknamen Q oder Qohelet.

Was oder wer ist Kohelet? Die (fast) allwissende Wikipedia gibt Auskunft:

Kohelet (abgekürzt Koh; hebräisch קֹהֶלֶת „Versammler“) ist ein Buch des Tanach, das dort zu den Ketuvim („Schriften“) gehört. Im christlichen Alten Testament (AT) wird es zu den Büchern der Weisheit gezählt. In der Lutherbibel trägt das Buch den Titel Der Prediger Salomo.

Es lohnt sich, dieses Buch zu lesen, denn man kann eine Menge lernen. Sie finden es hier auf dem Bibelserver, in der analogen Bibel Ihres Vertrauens oder ganz eigenständig in dem Buch Alles ist Windhauch.

Das Buch zum Buch wird begleitet von Texten der bekannten Schauspielerin Ulrike Kriener, der Theologin Sabine Bobert und von Anselm Bilgri. Anselm Bilgri informiert uns in seinem Beitrag auch über die philosophischen und theologischen Hintergründe des Buches Kohelet. Er gibt uns einen Überblick über den historischen Kontext und über Aufbau und Inhalt. Außerdem zeigt er Bezüge zur modernen Existenzphilosophie auf.

Das Besondere: Dem Buch ist eine CD beigelegt, auf der Ulrike Kriener das Buch Kohelet vorliest. Und wie so oft, bekommt so ein Text noch einmal eine ganz andere Ausstrahlung, wenn er von einer geschulten Stimme vorgetragen wird. Für die musikalische Begleitung sorgt das Quadro Nuevo, das besonders den Jazz- und Weltmusikfreunden ein Begriff sein dürfte.

Im Buch Kohelet finden Sie viele Weisheiten, die gerade auch für die heutige Zeit große Bedeutung haben. Es geht um Vergänglichkeit, Mühe und Einsamkeit, die Nichtigkeit von Reichtum und Titeln, aber eben auch um Lebensfreude.

Einige Sätze aus dem Buch Kohelet dürften Ihnen bekannt vorkommen:

  • Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein [26,27]
  • Hochmut kommt vor dem Fall“ [16,18]
  • Wie du mir, so ich dir [24,29}

Das Buch ist schön aufgemacht, es macht einen hochwertigen Eindruck und eignet sich daher hervorragend als Geschenk. Nicht nur für sich selbst, sondern insbesondere für Mitmenschen, die vor lauter Betriebsamkeit keine Zeit zur Ruhe finden. Als Wink mit dem Zaunpfahl sozusagen.

Pexels / Pixabay

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Patmos Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

BTW: Ich freue mich, wenn ich ab und zu ein Buch zum Rezensieren geschickt bekomme. Die Bücher, die mir gut gefallen, bespreche ich, über die anderen schweige ich mich aus. Ich habe keinen Gefallen an Verrissen, schließlich bin ich nicht Reich-Ranicki.

 

 

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Meine Linkliste zur Präsentation

Aus gegebenem Anlass, wie es immer heißt, habe ich meine bevorzugten Quellen zum Thema Präsentation wieder auf den neuesten Stand gebracht. Da ich diese den geneigten Lesern nicht vorenthalten möchte, hier die ultimative meine persönliche Linkliste zur Präsentation:

Literatur

(Links führen zu Amazon)

Beispiele

Bilder und Vorlagen

(Danke, Vladimir Simovic für die Links!)

  • CC Search – Suchmaschine für Creative Commons Medien

Achtung: Vor Verwendung von Bildern und Vorlagen aus dem Internet unbedingt die Rechte abklären!
Lesen Sie dazu auch die Wikipedia-Artikel zur Gemeinfreiheit und zu Creative Commons.

Software: Alternativen zu Powerpoint

Interessante Websites

 

Diese und andere Links gibt es auch als klickbare Mind-Map:

 

Vielleicht kennen Sie andere Quellen zum Thema Präsentieren?
Wenn ja, ich freue mich über Ergänzungen.

 

Links zu den o. a. Büchern (Werbung)

ProduktnameBewertungPreis
Bekenntnisse eines Redners: Oder die Kunst, gehört zu werden von Scott Berkun (Januar 2015) Gebundene AusgabeBekenntnisse eines Redners: Oder die Kunst, gehört zu werden von Scott Berkun (Januar 2015) Gebundene AusgabeEUR 10,03
Das kleine, feine Präsentationsbuch "für Dich" - farbig, freundlich, humorvoll, sympathisch: für alle, die zum ersten Mal präsentieren und es gleich ganz richtig machen wollen (DPI Grafik)Das kleine, feine Präsentationsbuch "für Dich" – farbig, freundlich, humorvoll, sympathisch: für alle, die zum ersten Mal präsentieren und es gleich ganz richtig machen wollen (DPI Grafik)
Erzählen statt aufzählen: Neue Wege zur erfolgreichen PowerPoint-Präsentation; 2. Auflage. Mit CD-ROM.Erzählen statt aufzählen: Neue Wege zur erfolgreichen PowerPoint-Präsentation; 2. Auflage. Mit CD-ROM.
Microsoft PowerPoint 2013 - Einfach besser präsentieren: Der Ratgeber für Gestaltung und TechnikMicrosoft PowerPoint 2013 – Einfach besser präsentieren: Der Ratgeber für Gestaltung und Technik
slide:ology: Oder die Kunst, brillante Präsentationen zu entwickelnslide:ology: Oder die Kunst, brillante Präsentationen zu entwickelnEUR 34,90
Storytelling mit Daten: Die Grundlagen der effektiven Kommunikation und Visualisierung mit DatenStorytelling mit Daten: Die Grundlagen der effektiven Kommunikation und Visualisierung mit DatenEUR 34,90
Zen oder die Kunst der Präsentation: Mit einfachen Ideen gestalten und präsentierenZen oder die Kunst der Präsentation: Mit einfachen Ideen gestalten und präsentierenEUR 29,90
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Buch: Meet Up!

Dass die Besprechung von Menschen, die im Unternehmen produktiv sein möchten, oft als der Zeitdieb schlechthin empfunden wird, ist nichts Neues und steht auf der Hitliste der Ärgernisse ganz oben. Immer wieder wird diese Erkenntnis mit der Frage verbunden, wie man Besprechungen effektiver und effizienter, kurz erfolgreicher machen kann. Martin J. Eppler und Sebastian Kernbach stellen mit ihrem Buch Meet Up! eine mögliche Lösung für dieses Problem vor: Nudging.

Falls Sie nicht auf Anhieb wissen, was ein Nudge ist, dann hilft wie immer ein Blick in die Wikipedia:

Nudge (engl. für Stups oder Schubs) ist ein Begriff der Verhaltensökonomik, der durch den Wirtschaftswissenschaftler Richard Thaler und den Rechtswissenschaftler Cass Sunstein […] geprägt wurde: Unter einem Nudge verstehen die Autoren eine Methode, das Verhalten von Menschen zu beeinflussen, ohne dabei auf Verbote und Gebote zurückgreifen oder ökonomische Anreize verändern zu müssen.

Diese „Stupser“ können laut Eppler und Kernbach auch eingesetzt werden, um Besprechungen wieder zu dem zu machen, wofür sie gedacht sind, ein probates Mittel zum

  • Informieren
  • Probleme lösen
  • Entscheidungen treffen

Vor der Maßnahme steht die Analyse. Die Autoren identifizieren 5 Phasen der Besprechung, die alle ihre spezifischen Problemstellungen haben. Sie werden mit vier grundlegenden Nudging-Taktiken angegangen:

  1. Fokussieren
  2. Orientieren
  3. Involvieren
  4. Verpflichten

Keine Maßnahme ohne Analyse und so können die Leserinnen und Leser anhand eines Fragebogens herausfinden, wo in der eigenen Organisation die Engpässe liegen. Auf diese Weise kann der eilige Leser über eine „Landkarte der Meeting-Nudges“ zum entsprechenden Kapitel springen.

In den einzelnen Kapiteln werden insgesamt 100 Maßnahmen („Nudges“) vorgestellt, mit denen ein Besprechungsleiter/Moderator die vier o.a. Taktiken verfolgen kann. Sie folgen den Prinzipien:

  1. Ausgangswerte setzen und/oder verändern
  2. Vorstrukturieren
  3. Feedback sichtbar machen
  4. Wahrnehmung schärfen
  5. Spaßfaktor erhöhen
  6. Fehler vorhersehen und vermeiden

In einer großen Übersicht wird dargestellt, wie die Methoden einzuordnen sind. Außerdem folgt am Ende eines jeden Kapitels eine Übersicht über die vorgestellten Nudges und die dahinter stehenden Prinzipien. Das erleichtert die Orientierung erheblich. Sollten Ihnen die vorgestellten Nudges nicht ausreichen, dann erhalten Sie mit dem Meeting-Nudge-Designer ein Werkzeug, mit dem Sie eigene „Stupser“ konzipieren können. Sie finden übrigens auch einen Canvas-Baukasten, denn kein Meeting und keine Konferenz heutzutage ohne Canvas.

Aufgelockert wird der Inhalt durch eingestreute Hintergrundinformationen. So werden bestimmte Teilnehmertypen oder die Tricks berühmter Mitmenschen vorgestellt. Genau, zum Beispiel die Pizza-Regel von Jeff Bezos.

Das Buch versteht sich als „Impulsbuch“ für Leiter, Moderatoren und Teilnehmer von Sitzungen. Das ist durchaus gelungen. Allerdings reibt sich der erfahrende Moderationsprofi ab und zu die Augen, wenn er liest, dass eine altbekannte Methode neuerdings ein „Nudge“ sein soll („Eisenhower-Nudge“). An dieser Stelle muss ich gestehen, dass ich gegen Ende des Buches dieses Wort aufgrund des inflationären Gebrauchs fast nicht mehr sehen konnte.

Für mich ist das Buch in erster Linie ein Nachschlagewerk, in dem sich interessante Methoden für die einzelnen Besprechungsphasen finden lassen. Es ist ein Buch für die Praxis. Insofern werde ich es bestimmt das eine oder andere Mal aus dem Regal holen, wenn ich einen Workshop vorbereiten muss. Sehr hilfreich finde ich dabei, dass das Buch auch von einer entsprechenden Website ergänzt wird, wo man zusätzliche Materialien erhalten kann.

Wo Licht ist, ist allerdings auch Schatten.

Das Kapitel „Verpflichtung“ hat mir schon das eine oder andere Mal die Ärgerfalten auf die Stirn getrieben. Manche der vorgestellten Nudges sollen „subtil zu produktiveren Verhalten verführen“ und setzen dabei auf bekannte (berüchtigte?) Mechanismen der Gruppendynamik. M. E. kann von „subtil“ keine Rede mehr sein, wenn etwa beim Spotlight bestimmte „Kandidaten erwischtwerden und sogar die Zögerlichstenschauten, dass die Aufgaben erledigt werden, denn vor allen anderen dumm dazustehen, das wollte keiner„. Angemessene Führung in Zeiten des New Work sieht m. E. anders aus!

Aber wer weiß. Vielleicht bin ich aber auch nur etwas empfindlich.

 

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag Schaeffer-Poeschel als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

BTW: Ich freue mich, wenn ich ab und zu ein Buch zum Rezensieren geschickt bekomme. Die Bücher, die mir gut gefallen, bespreche ich, über die anderen schweige ich mich aus. Ich habe keinen Gefallen an Verrissen, schließlich bin ich nicht Reich-Ranicki.

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Buch: Mehr Zeit – Wie man sich auf das Wesentliche konzentriert

Mittlerweile pfeifen es die Spatzen von den Dächern, es hat sich bis in die letzten Winkel des Landes herumgesprochen: Effizientes Arbeiten ist nur dann möglich, wenn man sich auf eine Tätigkeit voll und ganz konzentriert. Ablenkungen sind Gift, seien es innere Ablenkungen, wie z. B. Gedankenkreisel oder externe, wie etwa die ständigen Benachrichtungen durch eine Smartphone-App. Je mehr Sie sich ablenken lassen, desto weniger können Sie sich konzentrieren. Ganz einfach lässt sich das auf eine Formel bringen (die MathematikerInnen mögen mir verzeihen):

Fokussierung (Konzentration) ~ 1/Ablenkung

Ganz einfach also. Sie müssen Ablenkungen eliminieren und schon können Sie fokussiert und effizient arbeiten. Wie so oft im Leben ist dies aber einfacher gesagt als getan. Kein Wunder, dass sich unzählige Blogartikel mit der Vermeidung von Ablenkungen beschäftigen.

Jake Knapp und John Zeratsky, die Autoren des Bestseller Sprint, haben dazu ein ganzes Buch geschrieben: Mehr Zeit – Wie man sich auf das Wichtigste konzentriert.

Laut der Autoren haben wir mit zwei Arten von Ablenkungen zu kämpfen, (1) dem Busy Bandwagon und (2) dem Infinity Pool. Der Busy Bandwagon bezeichnet das ständige Mit-Irgendetwas-Beschäftigt-Sein-Müssen, gekennzeichnet durch einen vollgestopften Terminkalender oder eine endlose Aufgabenliste. Der Infinity Pool wird gebildet durch ständig wieder aufpoppende Informationen, die zum Beispiel von Apps auf dem Smartphone bereitgestellt werden.

Zur Abhilfe empfehlen Knapp und Zeratsky ihr Make-Time-System, das aus vier Elementen besteht:

  1. Highlight: Wählen Sie sich eine Aufgabe, ein Ziel, um den Tag zu priorisieren
  2. Laserstrahl: Bündeln Sie Ihre Energie und blenden Sie alles andere aus
  3. Rückblickende Betrachtung: Lassen Sie den Tag Revue passieren und identifizieren Sie, was gut gelaufen ist und was nicht. Planen Sie für den nächsten Tag Verbesserungen ein
  4. Energie tanken: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Batterien von Zeit zu Zeit aufgeladen werden

Zu jedem dieser Elemente werden in dem Buch insgesamt 87 praktische Tipps („Taktiken“) vorgestellt. Einige dieser Tipps werden Ihnen bekannt vorkommen, andere sind vielleicht neu. Schwer umzusetzen sind sie alle nicht, meist steht uns unsere mangelnde Vorstellungskraft im Wege: „Das kann man doch nicht machen“. Doch, Sie können. Wer sagt Ihnen, dass Sie sich immer benachrichtigen lassen müssen, wenn eine neue E-Mail im Eingangskorb landet? Gibt es dafür eine Verfahrensanweisung?

Sympathisch ist, dass die Autoren nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daherkommen und ihren Ansatz größer machen als er ist. Sie finden in dem Buch eine ganze Anzahl hilfreicher Hinweise, wie Sie dem Effizienzkiller „Ablenkung“ ein Schnippchen schlagen können. So weisen Sie darauf hin, dass nicht alle Tipps für alle Mitmenschen in allen Situationen funktionieren und fordern immer wieder zum Ausprobieren auf. Allerdings merkt man durchaus, dass die Autoren aus der Silicon-Valley-Kultur kommen, indem selbstbestimmtes Arbeiten eher die Regel als die Ausnahme ist. Interne Ablenkungen spielen dort vermutlich eine größere Ablenkung als externe. In der klassischen Industriekultur bei uns verhält es sich vermutlich umgekehrt.

Ab und zu lassen uns die Autoren ab und zu über ihre Schultern schauen. Sie berichten, wie Sie selbst die Taktiken anwenden, wie sie dazu gekommen sind und was bei Ihnen funktioniert hat und was nicht. Das lockert auf und hilft, die Taktiken besser zu verstehen.

Mir hat das Buch gut gefallen. Es liest sich leicht und locker und bietet den einen oder anderen wertvollen Hinweis. Erwarten Sie jedoch kein umfangreiches in sich geschlossenes System á la Getting Things Done. Das liefert das Buch nicht und will es auch gar nicht liefern. Wenn Sie allerdings praktische Tipps für den Alltag bekommen möchten, dann lohnt es sich, dieses Buch näher unter die Lupe zu nehmen.

 

… und hier erleben Sie Jake Knapp in voller Pracht

"Make Time" by Jake Knapp at Lean Product Meetup

 

 

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Redline Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

BTW: Ich freue mich, wenn ich ab und zu ein Buch zum Rezensieren geschickt bekomme. Die Bücher, die mir gut gefallen, bespreche ich, über die anderen schweige ich mich aus. Ich habe keinen Gefallen an Verrissen, schließlich bin ich nicht Reich-Ranicki.

 

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Wie sich Menschen ihre Arbeitszeit wünschen

Zum Thema Arbeitszeit klaffen die Meinungen weit auseinander. Während die einen am liebsten den 12-Stunden-Tag wieder einführem möchten (aus „Flexibilitätsgründen“, wie es heißt), experimentieren andere mit der 4-Tage-Woche. Was viele nicht wissen, dass es ein Gesetz gibt, dass in Deutschland die Arbeitszeiten regelt: Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG). Hierbei ist noch einmal festzuhalten, dass das ArbZG nicht lediglich beratenden Charakter hat, wie viele meinen. Es ist ein Gesetz und daher verbindlich.

Nun sind Gesetze nicht in Stein gemeißelt und bis auf wenige Ausnahmen nicht für die Ewigkeit gemacht. Schließlich ändern sich gesellschaftliche Gegebenheiten, denen der Gesetzgeber durch Anpassungen Rechnung tragen sollte. Wichtige Grundlagen zur Entscheidungsfindung liefern hierzu wissenschaftliche Studien.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat nun eine Befragung zu Arbeitswünschen von Beschäftigten in Deutschland durchgeführt und veröffentlicht (pdf-Datei).

Untersucht wurden u.a.:

  • wie Arbeitszeitwünsche und -realitäten derzeit zusammenpassen
  • ob die Arbeitszeit verlängert oder verkürzt werden soll und wie die Chancen stehen, dass diesen Wünschen entsprochen wird
  • inwieweit für die Beschäftigten ein zeitlicher Handlungsspielraum gegeben ist
  • wie sich Diskrpanzen aus Wunsch und Wirklichkeit auf die Gesundheit auswirken

Gerade habe ich die Lektüre des bemerkenswerten Buchs Die Erfindung der Leistung von Nina Verheyen beendet (Leseempfehlung!). Sie finden dort auch einen Abschnitt zum Thema Arbeitszeit, in dem sie schreibt:

Im Deutschen Reichstag dagegen schmetterten Vertreter der Industrie noch 1904/05 den Vorschlag ab, die Arbeitszeit zumindest für Frauen auf 10 Stunden zu begrenzen. […] Man müsse schließlich auf dem Weltmarkt mithalten können.

Die Zeiten haben sich geändert, die Argumente offenbar nicht.

BTW: Sie bekommen das Buch von Nina Verheyen derzeit für kleines Geld bei der Bundeszentrale für Politische Bildung. Also nichts wie hin!

JESHOOTS-com / Pixabay

 

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Erfolgstipps von Ray Kroc

Sie kennen alle Ray Kroc, wenn vielleicht auch nur indirekt. Ray Kroc ist der Mann, der die Fast-Food-Kette McDonald’s groß gemacht hat. Ich kannte den Herrn auch nicht, bis ich im Rahmen der TQM-Welle in den 1990ern die McDonald’s Story von John F. Love gelesen hatte.
In dem Buch gab es damals sehr interessante Dinge zu erfahren, zum Beispiel, dass die Firma in manchen Zeiten mehr Geld mit Immobilien als mit Hamburgern gemacht hat. Oder wie viel Gehirnschmalz in die Fertigungs- und Qualitätsprozesse (ja, genau!) gesteckt wurde.

Das Buch von Love scheint mittlerweile vergriffen zu sein, dafür gibt es aber jetzt Die wahre Geschichte von McDonald’s: Erzählt von Gründer Ray Kroc höchstpersönlich. Vielleicht besorge ich mir das Buch bei Gelegenheit, denn es ist immer wieder interessant, was von solchen Gründern an Geschichten hinzugefügt und/oder weggelassen wird.

Ray Kroc ist sicher der personifizierte amerikanische Traum:

Ende der 1930er wechselte der 35-jährige Kroc aus dem sicheren Job und zog durch das Land, um sein Küchenzubehör unter die Leute zu bringen. 1954 wurde Kroc auf die Brüder Richard und Maurice McDonald aufmerksam, als sie in einem Auftrag gleich sechs seiner Milkshake-Mixer nachbestellten, worauf er sie in ihrem Restaurant California Diner in San Bernardino aufsuchte.

Irgendwann kaufte Kroc die Franchiserechte von den Brüdern McDonald und drängte sie schließlich aus dem Unternehmen. Sind halt harte Bandagen in dem Mutterland des Kapitalismus.

Viele Mitmenschen analysieren die Rezepte solcher Self-Made-Men, denn vielleicht können sie ja als Blaupause für die eigene Erfolgsstory dienen. Dies hat auch Donald Latumahina getan und 6 Essential Success Tips from Ray Kroc identifiziert. Dies sind seine Erkenntnisse:

  1. Glauben Sie daran, dass das Beste noch vor Ihnen liegt
  2. Entwickeln Sie einen Riecher für Gelegenheiten
  3. Wenn sich eine Gelegenheit ergibt, dann greifen Sie zu
  4. Denken Sie in großen Maßstäben (Think Big!)
  5. Konzentrieren Sie sich auf einen Punkt
  6. Bilden Sie ein starkes Team

Vielleicht haben Sie sich schon mit der Engpasskonzentrierte Strategie (EKS) beschäftigt. Wenn dem so ist, dann dürften Ihnen die Punkte 2, 3 und 5 bekannt vorkommen.

„Think Big“ fällt den meisten von uns vermutlich schwer. Ein kleines Stückchen Größenwahn dürfte von Nutzen sein, wenn man ein großer Unternehmer werden will. Allerdings ist dieses Denken auch mit Risiko verbunden, dass nicht jede(r) von uns eingehen möchte. Außerdem sind viele von uns Normalsterblichen mit einschränkenden Glaubenssätzen wie z. B. „auf Dich werden sie gerade noch gewartet haben“ aufgewachsen.

Der erste Punkt der Aufzählung gibt mir Anlass zur Hoffnung. Donald schreibt in seinem Artikel, dass Ray Kroc bereits 52 Jahre alt war, als er begann McDonald’s an die Spitze zu führen:

But the story of Ray Kroc proves otherwise.
It proves that it’s never too late to build something big in your life.

Es besteht also auch für mich noch Anlass zur Hoffnung.
Hopfen und Malz ist vielleicht doch noch nicht verloren.

BTW: Das Buch von Love ist noch im Grabbelkasten erhältlich:

 

NjoyHarmony / Pixabay

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Das Phänomen der Bullshit Jobs

Vor einiger Zeit habe ich hier im ToolBlog schon einmal auf David Graeber und sein Buch Bullshit Jobs: Vom wahren Sinn der Arbeit hingewiesen. Damals hatte mich der Titel magisch angezogen und ich habe das Buch mittlerweile auch mit großem Gewinn gelesen.

Ausgangspunkt für das Buch war eine Polemik, die Graeber für das Strike! Magazine geschrieben hatte. Sie können das Essay online auf Englisch im Original oder in deutscher Übersetzung nachlesen. Der Artikel scheint den Nerv der Zeit getroffen zu haben, denn er hatte so viele Downloads zu verzeichnen, dass zeitweise die Server überlastet waren.

Wenn ich mich richtig erinnere, sind es zwei Kriterien, die einen Job zu einem Bullshit Job machen:

  1. Es handelt sich um eine bezahlte Tätigkeit, bei der man gar nicht bemerkte, wenn sie morgen nicht mehr ausgeübt würden. Im schlimmsten Fall ist solch ein Job nicht nur sinnlos und unnötig, sondern sogar schädlich.
  2. Selbst der Ausübende kann die Existenz seines Jobs nicht mehr rechtfertigen, nicht nur anderen, sondern auch sich selbst gegenüber.

In seinem Buch beschreibt Graeber, wie diese Bullshit-Jobs entstanden sind und warum sie immer mehr werden. Außerdem zeigt der Autor die Folgen auf, (a) für das Individuum und (b) für die Gesellschaft. Er hat auch ein paar Ideen zur Abhilfe, allerdings hat mich das entsprechende Kapitel nicht besonders optimistisch gestimmt.

Ich muss gestehen, ich stand den Ideen des New Work immer schon skeptisch gegenüber. Viele der Aussagen kommen mir sehr bekannt vor bis hin zu einem Déjà-vu. Ähnliches habe ich schon zu den Hochzeiten des Total Quality Managements gehört, einer Philosophie, die als Löwe gesprungen und dann doch als Bettvorleger gelandet ist. Leider kann und konnte ich diese Skepsis nicht so gut in Worte fassen wie ein David Graeber. Nach der Lektüre den Buches weiß ich nun nicht nur, dass ich skeptisch bez. New Work bin, sondern auch warum.

Bernd Kramer hat in Zeit online das Buch von Graeber ausführlich besprochen. Wenn Sie lieber Fernsehen schauen und den Autoren in Aktion sehen wollen, dann ist vielleicht dieses Video für Sie richtig: On Bullsh*t Jobs.

On Bullsh*t Jobs | David Graeber | RSA Replay

 

 

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Marcus Raitner: Wie hältst Du’s mit Deiner Zeit? – Eine Ergänzung

Der von mir sehr geschätzte Marcus Raitner veröffentlichte dieser Tage auf seinem Blog „Führung erfahren“ einen Artikel mit dem Titel Wie hältst Du’s mit Deiner Zeit?.
Marcus nimmt den Jahreswechsel zum Anlass, selbstkritisch über die Verwendung seiner (Lebens-?) Zeit nachzudenken. Sein Fazit: Es gibt immer noch zu viele Termine, die „Fokussierung, Achtsamkeit und Muße“ im vergangenen Jahr verhindert oder zumindest behindert haben.

Am Ende seines Artikel stellt Marcus die Frage:

Und wie hältst Du’s mit Deiner Zeit im neuen Jahr?

Da Marcus zu Recht die Selbstverantwortung auch bei diesem Thema betont, möchte ich den Artikel um einen wichtigen Aspekt ergänzen und eine weitere Frage stellen:

Und wie hältst Du’s mit Deinen Ansprüchen und Bedürfnissen?

Wie die ToolBlog-Leser wissen, beschäftige ich mich seit einiger Zeit mit dem Thema Minimalismus. Dabei bin ich weit davon entfernt, mir das Motto „nur 100 Dinge zu besitzen“ zu eigen zu machen. Denn ein wenig Luxus darf es schon sein. Allerdings möchte ich auf einen verhängnisvollen Kreislauf hinweisen, der uns ein großes Stück eigener Zeitsouveränität raubt:

Wir arbeiten hart und belohnen uns dafür, indem wir konsumieren. Damit wir uns diesen Konsum leisten können, müssen wir hart arbeiten. Für diese harte Arbeit belohnen wir uns, indem wir konsumieren usw. usf.

Dass dies keine hohle Denkfigur ist, kenne ich aus eigener Erfahrung. Es gab Zeiten, zu denen ich nach einer harten Arbeitswoche mich zum Wochenende mit irgendeinem Gadget belohnt habe: Einer CD, einem Kleidungsstück, einem Buch oder [bitte selbst einsetzen]. Vieles davon war schlicht und einfach unnötig und lag dann schon nach kurzer Zeit ungenutzt irgendwo in der Wohnung oder im Büro herum. So funktioniert es halt in unserem System.

Die Lösung scheint einfach: Wenn Sie weniger konsumieren, dann müssen Sie weniger (hart) arbeiten und haben mehr Zeit für sich und können diese für sich und Ihre (wahren?) Interessen verwenden.

Sie müssen dazu nicht komplett aussteigen. Der Ausstieg ist zwar eine radikale Lösung, aber nicht die einzige. Sie könnten sich zum Beispiel auch selbstständig machen oder ganz bewusst einen Karriereverzicht ins Auge fassen. Downshifting nennt man das neudeutsch. Dass das funktioniert, zeigen viele Praxisbeispiele. Einen Erfahrungsbericht finden Sie beispielsweise bei Zeit online: „Ich will nie wieder in die Welt der Leistung zurück“.

Einen Pferdefuß gibt es allerdings. Wenn Sie downshiften, dann werden Sie wahrscheinlich über weniger Einkommen verfügen. Sie müssen sich daher überlegen , welche Anschaffungen für Sie wirklich wichtig sind und was Sie wirklich brauchen. Das Sich-klar-werden über die eigenen Bedürfnisse ist an sich schon eine wertvolle Übung, insofern stimmt das mit dem „Pferdefuß“ gar nicht.

Wenn Sie sich tiefer mit der Materie befassen wollen, möchte ich Ihnen zwei Bücher empfehlen. In Early Retirement Extreme: A philosophical and practical guide to financial independence beschreibt Jacob Lund Fisker, wie man den Ausstieg schon in frühen Jahren bewältigt. Keine einfache Lektüre, denn dort gibt es auch eine Menge Theorie. Der Autor betreibt auch ein Blog mit dem gleichen Titel wie das Buch. Sollten Sie leichtere Kost bevorzugen, dann greifen Sie zu Robert Wringhams Ich bin raus: Wege aus der Arbeit, dem Konsum und der Verzweiflung. Nebenbei bemerkt: Auch in der Bibel finden Sie interessante Textstellen zum Thema Konsum und Verzicht.

Ich möchte mich bei Marcus für seinen Artikel bedanken, der mich zu diesen Zeilen angeregt hat. Er beendet ihn mit den Worten:

Es wäre nun ein Leichtes diesen Missstand auf andere oder die Umstände zu schieben, auf die Kinder […], aber die Verantwortung für meine Zeit lag und liegt allein bei mir.

Da stimme ich ihm zu. Nur mit einem anderen Schwerpunkt.

hordenblech / Pixabay

 

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