Archiv der Kategorie: Besprechungen

Wie Sie in 7 Schritten eine Agenda erstellen

Ein Grundbedingung für erfolgreiche Besprechungen ist das Vorhandensein einer Tagesordnung aka Agenda. Die Macher der App [Less Meeting] haben einen Artikel geschrieben, in dem Sie erfahren, wie Sie systematisch eine Agenda erstellen können: 7 Steps to The Perfect Meeting Agenda. Hier sind die 7 Schritte zur perfekten (!) Agenda:

1. Erstellen und versenden Sie Ihre Agenda 3 Tage vor der Besprechung

Die Teilnehmer haben genügend Zeit, sich auf die Besprechung vorzubereiten (ob sie die Zeit nutzen, ist eine andere Frage). In dieser Zeitspanne können Sie auf Angregungen der Teilnehmer reagieren und stressfreiarm Änderungen vornehmen.

2. Fangen Sie mit den Rahmenbedingungen an

Nennen Sie Zeitrahmen (Beginn und Ende), sowie den Ort der Veranstaltung. Überlegen Sie sich, wer an der Besprechung teilnehmen soll: Wer kann etwas zu den Themen beitragen, bzw, wer soll dazu informiert werden? Benötigen Sie Teilnehmer, die zu Entscheidungen berechtigt sind? Gibt es technische Hinweise, die für die Teilnehmer wichtig sind, wie Anfahrtsbeschreibungen oder technische Details? Letzteres betrifft vor allem online-Meetings.

3. Formulieren Sie das Ziel des Meetings

Was soll bei der Besprechung heauskommen? Denken Sie über den Unterschied (das Delta) zwischen dem Beginn und dem Ende des Meetings nach. Hier hilft oft die Technik des Zweiten Futurs: Was soll in der Besprechung passiert sein, wenn Sie erfolgreich verlaufen ist?

4. Strukturieren Sie die Besprechung

Strukturieren Sie den Inhalt des Meetings, indem Sie den einzelnen Tagesordnungspunkten Zeitspannen zuweisen. Planen Sie dabei nicht zu knapp und denken Sie an die vielen kleinen Zeitdiebe. Achten Sie darauf, Zeit für einen guten Einstieg und einen angemessenen Abschluss einzuplanen. Menschen müssen ankommen und benötigen einen ordentlichen Abschluss, z. B. eine Reflexion über das Meeting selbst (Was haben wir erreicht?).

5. Planen Sie höchstens 5 Punkte auf der Tagesordnung ein

Nichts fürchten unsere Mitmenschen mehr als endlose Besprechungen. Beschränken Sie sich auf die wesentlichen Punkte, sonst steigt die Anzahl der Absagen.

6. Ergänzen Sie notwendige Informationen

Teilen Sie in der Agenda mit, wer welche Rollen (z.B. Protokollant) einnimmt und was u.U. von den Teilnehmern im Vorfeld erwartet wird („Lesen Sie bitte das angefügte Dokument).

7. Was tun bei Einladungen ohne Agenda

Wenn Sie zu Besprechungen eingeladen werden ohne eine Agenda zu bekommen, dann thematisieren Sie dies in Ihrer Organisation. Wenn Sie sich trauen: Lehnen Sie die Einladung mit der Begründung ab, die Agenda nicht zu kennen. Ich bin sicher, Sie werden darauf eine Antwort bekommen.

In dem Artikel finden Sie ein Beispiel für eine Agenda, die nach der o.a. Vorgehensweise erstellt wurde. Ob eine derartige Agenda perfekt ist, wie in der Überschrift steht, sei dahingestellt.

Unsere amerikanischen Freunde neigen mitunter dazu, den Mund etwas voll zu nehmen. Aber das wissen wir ja. 😉

delphinmedia / Pixabay

 

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Wie gehen Sie mit Totschlagargumenten um?

In vielen Diskussionen, insbesondere bei TV-Krawallsendungen á la „Hart, aber fair“, kann man beobachten, dass gar nicht auf Argumente sachlich, fachlich, logisch, kurz angemessen, reagiert wird. Vielmehr versuchen die Gesprächsgegnerpartner das Argument mit Scheinargumenten totzuschlagen.

Eine meiner Lieblingsfiguren ist der Whataboutism. Wenn ich beispielsweise Fahrradfahrer auf regelwidriges Verhalten gegenüber Fußgänger hinweise, bekomme ich oft die Antwort: „Und was ist mit den Autofahrern? Wie verhalten die sich gegenüber uns? Ist das etwa besser?“. Auf das ursprüngliche Argument wird also gar nicht eingegangen, vielmehr wird es mit Whataboutism totgeschlagen.

Es gibt aber noch mehr solcher Konstruktionen. Ligitas Nefas hat 20 Logical Fallacies That Dumb People Use To Win Arguments zusammengetragen. Mit dabei sind fiese Methoden wie

  • Auf die Person statt auf das Argument zielen
  • Das ausschließliche Verwenden von „Beweisen“, die die eigene Meinung untermauern oder
  • zirkuläres Begründen.

Nun kann man sich fragen, wer jemals durch derartige Rabulistik jemand anders überzeugt hat. Den Anwendern geht es aber oft auch gar nicht um das Überzeugen. Vielmehr wollen sie sich selbst erhöhen, indem sie andere klein machen. Oder sie ziehen es vor, in ihrem vermeintlich sicheren Meinungskokon zu verbleiben. Andere wiederum wollen vor dem Publikum glänzen. Es geht also weniger um die Sache, sondern um die eigene Person.

Leider bietet Ligitas Nefas keine Lösungen für seine Beipiele an. Vielmehr sind die Leser gefordert, in den Kommentaren ihre Vorschlage für den Umgang mit Totschlagargumenten zu hinterlassen. Allerdings muss man die sprachlichen Figuren erst einmal kennen, bevor man in der Lage ist sich zu wehren.

Zu diesem Zweck empfehle ich den Klassiker von Arthur Schopenhauer: Die Kunst, Recht zu behalten. Für den Kindle gibt es das Buch sogar umsonst.

Tumisu / Pixabay

 

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Time-Boxing und mehr: Die 22-Minuten-Besprechung

Wenn ich schon gerade bei der Produktivität in Besprechungen bin, so möchte ich auch auf einen älteren Artikel des geschätzten Scott Berkun verweisen, in dem er einen Vortrag von Nicole Steinbok zitiert: The 22 minute meeting. Laut Steinbok gibt es für effiziente Meetings neun Regeln, Scott erläutert Sie auf seine Weise:

  1. Setzen Sie eine Besprechungsdauer von 22 Minuten an
  2. Sie brauchen eine zielorientierte Agenda
  3. Schicken Sie benötigtes Lesematerial 3 Tage vor dem Meeting an die Teilnehmer
  4. Beginnen Sie pünktlich
  5. Stehen Sie auf und vertreten Sie Ihre Meinung
  6. Keine Laptops, außer denen des Referenten und des Protokollanten
  7. Ohne Ausnahme: Kein Telefon!
  8. Bleiben Sie bei der Sache
  9. Verschicken Sie die Besprechungsnotizen so schnell wie möglich

Diese Regeln (bis auf Regel 9) können Sie sich auch bei Scott als kleines Poster herunterladen (pdf) oder werden Sie Fan einer entsprechenden Facebook-Seite.

Wie Sie sich denken können, ist für mich das Interessanteste an diesem Verfahren das Time-Boxing: 22 Minuten und „rien ne vas plus“ (nichts geht mehr).

Für die Freunde des bewegten Bildes erklärt Nicole Steinbok höchstselbst das 22-Minuten-Meeting im Film. Sehen Sie selbst.

THE 22 MINUTE MEETING by Nicole Steinbok, Ep 53

 

 

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Wie Sie (vielleicht) um Meetings herumkommen

Wenn man den Teilnehmern meiner Workshops Glauben schenkt, dann stehen lange, langweilige und ineffiziente Besprechungen nach wie vor auf der Hitliste der Zeitdiebe ganz oben. Meiner Beobachtung nach ist dafür ein ganzes Bündel von Ursachen verantwortlich:

  • Die Rollen in der Besprechung sind nicht geklärt, es gibt keinen Moderator.
  • Viele nützliche Medien bleiben ungenutzt mit Ausnahme des Projektors.
  • Es existiert keine Beprechungsplanung in Form eines Skript (das ist etwas mehr als nur eine Agenda).
  • Es sitzen die falschen Leute im Raum. Die entscheidenden (!) sind nicht da und andere wissen nicht, was sie dort sollen.
  • Es werden keine Probleme gelöst oder Entscheidungen getroffen, sondern Schuldige gesucht.

Wenn Sie finden, dass diese Aufzählung unvollständig ist, dann haben Sie sicher recht. Dies sind nur die Punkte, die mir so eben spontan einfielen.

Nun gibt es laut Harrison Owen überhaupt nur zwei Gründe, an einem Meeting teilzunehmen:

  1. Sie können etwas beitragen
  2. Sie können etwas lernen

Wenn keine der beiden Bedingungen zutriftt, dann bleiben Sie besser an Ihrem Arbeitsplatz. Sie haben sicherlich Sinnvolleres zu tun als Ihre Zeit in der Besprechung zu verschwenden.

Auch wenn der o.a. Grundsatz nach Owen einleuchtend ist, so sieht die Realität in vielen Betrieben anders aus. Es wird wider besseres Wissen erwartet, dass man zu den Meetings erscheint, wenn man eingeladen ist. Es ist dann nicht so einfach, sich darum zu drücken, auch wenn die Begründung noch so plausibel ist. Ann Gomez trägt dem in ihrem Artikel How to Attend Less Meetings (Without sabotaging your career) Rechnung und empfiehlt:

  1. Verschieben Sie das Meeting. Erklären Sie, dass Sie keinen Termin frei haben und bieten Sie stattdessen einen späteren an.
  2. Schicken Sie jemand anderen (…wenn Sie einen haben).
  3. Bitten Sie statt der Teilnahme darum, auf dem Laufenden gehalten zu werden.
  4. Kürzen Sie die Dauer der Besprechungen.
  5. Reduzieren Sie die Häufigkeit der Meetings.
  6. Fragen Sie, ob Sie die ganze Zeit über anwesend sein müssen.
  7. Blocken Sie Zeit für sich im Kalender. Sie werden als belegt angezeigt. Allerdings spricht es sich diese Schummelei schnell herum.
  8. Überprüfen Sie anhand der Agenda, ob Sie anwesend sein müssen.
  9. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Kernprojekte.

Sie merken schon, nahezu alle Tipps funktionieren nur mit dem nötigen Lametta auf der Schulterklappe. Aber auch Mitarbeiter ohne Führungsaufgaben sollten einmal Nummer 6 oder 8 probieren.

Interessant finde ich übrigens auch in Verbindung mit Punkt (4) das Konzept des Time-Boxing, wie wir es aus dem Scrum-Ansatz kennen. Sie legen von vornherein für eine maximale Dauer für ein Meeting fest, die nicht überschritten werden darf. Sie tagen so lange, bis die Zeitspanne ausgefüllt ist. Danach ist Schluss. Oder wie Harrison Owen sagen würde:

Vorbei ist vorbei.

sabinevanerp / Pixabay

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Produktive Meetings mit der 3-Spalten-Agenda

Wenn es um effektive Meetings geht, betonen fast alle Experten, wie wichtig eine zweckmäßige Agenda ist. Gemeint ist nicht die LOP (Liste offener Punkte), in der die beschlossenen Aufgaben aufgezählt sind. Diese wird zumeist zu Anfang und zu Ende eines Meetings verlesen und gelangweilt zur Kenntnis genommen. Die Diskussion findet meist ziemlich ungesteuert dazwischen statt. Besonders effektiv sind solche Besprechungen nicht, wie wir wissen.

Die Agenda ist sicher nicht der einzige Erfolgsfaktor für ergebnisorientierte Meetings, aber sicher ein wichtiger. Könnte man diese wenig ergiebigen LOPs vielleicht durch eine andere wirkungsvolle Agenda ersetzen?
Ja, kann man, schreibt Sarah Harrison in ihrem Artikel The Meeting Trick Everyone at Work Will Want to Copy.

Die Agenda geht davon aus, dass in jeder Besprechung diese drei Fragen beantwortet werden sollen:

  1. Was ist das Thema, das ich ansprechen möchte?
  2. Welche besonderen Fragen habe ich dazu, was möchte ich diskutieren?
  3. Wie lauten die Antworten und was muss im folgenden getan werden?

Diesen Fragestellungen folgend bereiten Sie für die Besprechung als Agenda eine Tabelle mit drei Spalten vor. Sie können dies in einem Dokument tun, das Sie als Datei zur Bearbeitung zur Verfügung stellen (Sharepoint o.ä.). Ich bevorzuge die analoge Variante und bereite eine Pinnwand vor, die dann mit Haftklebezetteln befüllt werden kann. Über die Tabelle schreiben Sie das Datum. Die Tabellen beschriften Sie wie folgt:

  • Vor dem Meeting: Spalte 1 mit „Thema“
  • Vor und/oder im Meeting: Spalte 2 mit „Frage/Problem“
  • Im Meeting: Spalte 3 mit „Zu tun/Follow-up“

Drei-Spalten-Agenda

Füllen sie vor der Besprechung die 1. und die 2. Spalte aus. Die 2. Spalte muss im Meeting u. U. ergänzt werden. Die rechte 3. Spalte lassen Sie frei, diese wird während der Besprechung ausgefüllt. Hier hinein kommen dann:

  • Anworten
  • Neue Informationen, neue Aspekte
  • Getroffene Entscheidungen
  • Folgeaktionen

Vergessen Sie nicht, insbesondere bei den Folgeaktionen die Namen der „Kümmerer“ zu vermerken.

Nach dem Meeting haben Sie auf diese Weise auch schon Ihr Protokoll erstellt, dass Sie teilen können, entweder als geteiltes Dokument oder als Fotoprotokoll und können sich jederzeit darauf beziehen.

Diese 3-Spalten-Agenda eignet sich besonders für wiederkehrende Meetings. Nach einiger Zeit können Sie ältere Teile der Agenda archivieren, indem Sie das Dokument einfach teilen und unter einem bezeichnenden Namen abspeichern.

Ich denke, wenn Die diese Methode einsetzen, haben Sie tatsächlich einen großen Schritt in Richtung produktive Besprechungen getan. Probieren Sie es aus!

flockine / Pixabay

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OpenSpace zur Strategieentwicklung

Wie die geneigten Leserinnen und Leser (gar nicht) gemerkt haben, habe ich in der ersten Woche nichts zu Papier in den Blog gebracht. Der Grund war sehr angenehm für mich: Ich durfte wieder einmal einen OpenSpace begleiten. Es ging bei der Veranstaltung um Stratiegieentwicklung bei AX Semantics. Kurz das Fazit von meiner Warte aus:

  • Lasst Menschen über die Dinge nachdenken, die ihnen am Herzen liegen. Fragt die Leute einfach und nehmt sie ernst, dann kommen die Lösungen von alleine. Es war faszinierend mit anzusehen, mit welchem Engagement und welcher Konzentration die Menschen zusammenarbeiten. Da braucht man kein Motivationsgedöns.
  • Die Menge an Themen, die im OpenSpace bearbeitet werden, ist beeindruckend. Am Dienstag bearbeiteten rd. 30 Teilnehmer 16 verschiedene Themen.
  • Es ist wichtig dafür zu sorgen, dass die Themen am Ende der Veranstaltung so aufbereitet werden, dass nahtlos mit/an ihnen weitergearbeitet werden kann. Das ist gelungen, wie ich finde.
  • Zwischen Barcamp und OpenSpace gibt es tatsächlich Unterschiede, die den Unterschied machen. Ohne den Diskurs der vergangenen Wochen noch einmal aufgreifen zu wollen, fühle ich mich in meiner Ansicht bestätigt.

Danke dem sympathischen Team von AX Semantics für die Gastfreundschaft und das erwiesene Vertrauen!

 

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Vom Umgang mit schwierigen Kollegen

Wir kennen sie alle, die Zeitgenossen, die uns tierisch auf den Geist gehen. Wir selbst gehören natürlich nicht dazu, denn wir sind ja edel, hilfreich und gut.

J.D. Meier, der Autor des Buches Getting Results the Agile Way, identifiziert Ten Types of Difficult People und gibt Tipps, wie wir, die Guten, mit ihnen umgehen können. Die zehn Typen sind:

  1. Der Panzer
    Menschen, die ohne Rücksicht auf Verluste alles niederwalzen, was sich ihnen in den Weg stellt (Tipps zum Umgang)
  2. Der Heckenschütze
    Menschen, die mehr oder weniger heimlich darauf lauern, dass andere einen Fehler machen und dies nutzen um sie dann schlecht aussehen zu lassen (Tipps zum Umgang)
  3. Der Alleswisser (aka Klugscheißer)
    Diese Leute korrigieren immer und überall, auch die kleinsten Fehler und das mit einer großen Portion Überheblichkeit. J.D. Meier hält sie für die Schwierigsten der Schwierigen und gibt diese Tipps zum Umgang
  4. Die Leute, die sich für Alleswisser halten (aka Klugscheißer light)
    Labertaschen hat oder wie der Volksmund sagt: „Große Klappe und nichts dahinter“.
    (Tipps zum Umgang)
  5. Die Handgranate
    Leute, die plötzlich und unerwartet explodieren (Tipps zum Umgang)
  6. Der Ja-Sager
    Menschen, die immer zu allem Ja und Amen sagen. Meist wollen sie damit Konflikten aus dem Weg gehen. (Tipps zum Umgang)
  7. Die Indifferenten 
    Menschen, die sich nicht festlegen wollen und daher keine Entscheidungen treffen können.
    (Tipps zum Umgang)
  8. Menschen, die gar nicht in Erscheinung treten (aka die grauen Mäuse)
    Wir kennen Sie von Besprechungen. Sie sitzen nur da und tragen nichts zur Wahrheitsfindung bei. Menschliche Hüllen sozusagen. (Tipps zum Umgang)
  9. Der Nein-Sager
    Das Gegenstück  zu Nummer (6). Egal, wie vernünftig ein Argument oder ein Vorschlag ist, sie lehnen es/ihn ab. (Tipps zum Umgang)
  10. Der Jammerfritze
    Diese Klagenden sind oft gar nicht an der Lösung des beklagten Problems interessiert. Dann müssten sie nämlich aufhören zu jammern und das wollen sie nicht. (Tipps zum Umgang)

Grundsätzlich halte ich das Stecken von Menschen in vorgefertigte Schubladen für problematisch. Vielleicht können aber diese Typisierung und die Schlüsse doch den einen oder anderen Hinweis zum richtigen Umgang mit schwierigen Zeitgenossen geben.

J.D. Meier bezieht sich in seinen Ausführungen übrigens auf die Autoren Dr. Brinkman and Dr. Rick Kirschner und ihr Buch In Dealing with People You Can’t Stand: How to Bring Out the Best in People at Their Worst. Ich glaube, ich werde mir das Werk einmal näher anschauen.

Wenn Sie deutsche Lektüre bevorzugen, dann empfehle ich Ihnen das Buch von Claudia Hochbrunn Ein Arschloch kommt selten allein: So werden Sie mit schwierigen Zeitgenossen fertig, das ich hier besprochen habe.

 

Falls sie sich noch unsicher sind, ob Ihr Kollege wirklich ein A-loch ist, dann können Sie es schnell herausfinden. Folgen Sie einfach dem Flowchart aus einem Beitrag von Erik Devaney: Is Your Coworker Actually an A-hole? Hier ist es:

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Coaching selbst gemacht: Die Kollegiale Beratung

Wo Menschen zusammenarbeiten, läuft es nicht immer rund und manchmal entstehen Konflikte. Vielleicht hatten Sie dabei auch schon einmal das Gefühl, mit Ihren Problemen allein auf weiter Flur zu stehen ohne sich darüber lösungsorientiert austauschen zu können.
„Lösungsorientiert“ beschreibt hierbei den Unterschied, der den Unterschied macht. Wenn Sie Glück haben, stoßen Sie zwar in der Kaffeeküche auf das offene Ohr des einen oder anderen Kollegen. Wie Sie dann aber mit den Schwierigkeiten weiter zurecht kommen oder gar den Konflikt lösen, bleibt im weiteren Verlauf Ihnen überlassen.

Kein Wunder, dass Sie dann das Gefühl beschleicht, mit Ihrem einzigartigen Problem allein fertig werden zu müssen. Das muss nicht so sein, denn zumeist ist Ihr Problem (a) nicht einzigartig und (b) müssen Sie nicht als Einzelkämpfer eine Lösung suchen.
Oftmals ist es so, dass auch schon anderswo Kolleginnen oder Kollegen ein ähnliches Problem gelöst haben. Warum also nicht die „Weisheit“ dieser Menschen anzapfen?

Zu diesem Zweck gibt es die „Kollegiale Beratung“. Coaching ohne Coach, so könnte man die Kollegiale (Fall-) Beratung (Intervision) auch beschreiben. Nach einer festen Vorgehensweise tauschen sich die Teilnehmer über anstehende Problemfälle aus, unterstützen sich gegenseitig und geben Lösungshinweise aus ihrem eigenen Erfahrungshintergrund.

Und so geht man dabei vor:

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Besprechungsprotokolle: Tipps und Tricks

Eine der am meist gehassten Jobs während eines Meetings ist der des Protokollanten. Aus diesem Grund wird er oft an den Berufsjüngsten in der Besprechung vergeben. So ging es auch mir in meinen ersten Berufsjahren. Allerdings habe ich schnell bemerkt, welche Vorteile mit der ungeliebten Aufgabe verbunden waren. Der eine besteht in der Möglichkeit des Weglassens, der andere in der unterschiedlichen Gewichtung eines Beitrags. Auf diese Weise kann ein Protokollant nach der Besprechung Akzente setzen, die ganz in seinem Sinne sind. Ein Schelm, der Schlimmes dabei denkt.

Immer wieder stellt sich für den Protokollführer die Frage, welchen Umfang ein Protokoll haben sollte. Die Antwort ist klar:

So wenig wie möglich, so viel wie nötig.

Schließlich soll sich der Aufwand in Grenzen halten, sowohl beim Schreiben als auch beim Lesen.

In dem Artikel Meeting Minutes for Ninjas, den Amy Dean über das Schreiben von Protokollen veröffentlicht hat, behandelt einer der Tipps auch die Frage nach Form und Umfang. Aber es gibt noch weitere:

  1. Machen Sie sich nicht zu viel Gedanken über die äußere Form und
    schreiben Sie eine knappe E-Mail, die alles enthält, was man wissen muss
    (Beispiel im Artikel)
  2. Hacken Sie das Protokoll direkt gleich in ein elektronisches Gerät (Laptop, Tablet)
  3. Lassen Sie jemand anders das Protokoll schreiben (!)
  4. Führen Sie nur Punkte auf, die die Zielsetzung des Meetings tangieren
  5. Achten Sie auf eine klare übersichtliche Struktur.
    Und ja, hier sind Aufzählungszeichen ausdrücklich erwünscht!
  6. Schicken Sie die Protokolle innerhalb von zwei Tagen nach Ende des Meetings an die Teilnehmer und die, die es angeht

Ich muss gestehen, mit dem Punkt (2) komme ich nicht klar. Wenn ich ein Protokoll schreiben muss, verwende ich nach wie vor Papier und Bleistift. Vielleicht liegt es am Alter.

Noch einmal zum Umfang eines Protokolls: Ich hatte einen Kollegen, dessen Protokolle an Ausführlichkeit nicht zu überbieten waren. Er erzählte uns, dass er einmal auf die vorletzte Seite eines dicken Protokolls den Satz unterbrachte:

Wer bis hierhin gelesen hat, kann sich bei mir eine Flasche Sekt abholen!

Sie können sich denken, es hat nie jemand dieses Angebot eingelöst.

Wenn Sie Protokolle in elektronischer Form vorziehen, dann versuchen Sie es doch einmal mit iProt. An diesem Programm hat mein Freund und Kollege Thomas Mathoi (hier im Gespräch) mitgearbeitet. Und wenn der was macht, dann macht er es richtig.

 

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Bauen Sie Papierflieger!

Während meines Studiums an der TH Darmstadt gab es einen inoffiziellen Wettbewerb. Gesucht wurde der Papierflieger mit dem besten Flugverhalten im Sinne von Schönheit (Loopings und Kurven), Flugdauer und Reichweite. Testgelände war aufgrund nahezu idealer Bedingungen das Audimax. Natürlich waren Professoren und Dozenten nicht immer begeistert von dieser Parallelveranstaltung.

Im Nachhinein waren die Konstruktionen, die im Audimax gezeigt wurden, nicht besonders einfallsreich. Genau genommen waren sie einer Technischen Universität unwürdig.

Damals, das war von 1980 bis 1986, tobte der Kampf um die Vorherrschaft der Programmiersprachen (Cobol! Fortran!) und statt Internet gab es BTX. Gott sei Dank sind wir diesem dunklen Zeitalter entronnen. Und so gibt es mittlerweile auch eigene Websites, die sich mit dem Bau von Papierfliegern beschäftigen. Sie finden anschauliche Bauanleitungen bei

Auf der letzteren Website finden Sie nicht nur Bauanleitungen, sondern auch allerlei andere einschlägige Informationen zur

  • Geschichte der Papierflieger
  • Materialkunde
  • Wettbewerbe  und zum
  • physikalischen Hintergrund

Ich glaube, die Seite Papierfliegerei muss kurz nach Erfindung des Internets entstanden sein, zumindest lässt dies das Design vermuten. Hoffentlich gibt hier es keine Korrelation zu der technischen Entwicklung der Papierflieger selbst.

Mittlerweile sind wir im Zeitalter des Smartphones angelangt und so ist es kein Wunder, dass Sie für Ihr Gerät auch eine App namens Paper Planes bekommen können. Lars Wienand hat darüber einen Artikel geschrieben: Smartphone als Papierflieger: „Paper Planes“ hebt gerade ab.

Warum ich das schreibe? Vielleicht haben Sie nun genug Anregungen, Leerzeiten im Besprechungsraum sinnvoll zu nutzen. Blöd ist nur, wenn das Teil gerade schön fliegt und der Chef betritt das Zimmer. Wenn Sie Ingenieur sind, dann sind Sie im Vorteil, denn es fällt Ihnen sicher leicht, eine vernünftige Erklärung zu basteln.

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[Foto von Steen Jepsen [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

BTW: Wie es sich für Flieger aus Papier gehört, gibt es natürlich viel mehr Bücher darüber als Websites. Einige Beispiele finden Sie hier im Amazon-Werbefunk:

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