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Wie Sie schlechte Nachrichten überbringen

In der Antike soll es mancherorts üblich gewesen, den Boten, der schlechte Nachrichten überbrachte, mit dem Tode zu bestrafen. Heute wird man als Überbringer sicherlich nicht mehr geköpft, aber unangenehm ist das Verkünden von Hiobsbotschaften allemal. Leider können wir uns im Leben nicht immer um diese schwere Aufgabe drücken. Nur, wie überbringt man schlechte Nachrichten? Gibt es da hilfreiche Hinweise.

Vielleicht können wir uns etwas von den Menschen abschauen, zu deren Beruf es gehört, immer wieder schlechte Nachrichten zu überbringen, wie etwa Ärzte oder Geistliche.

Andrew Neuschatz ist Onkologe und gibt uns in seinem Beitrag An oncologist explains how to deliver bad news einige Hinweise zu diesem ernsten Thema. Er empfiehlt:

Planen Sie im voraus

Beschäftigen Sie sich vor dem Gespräch mit dem individuellen Fall. Gehen Sie noch einmal die Fakten durch und holen Sie andere Meinungen ein. Achten Sie auf eine angemessene Umgebung und auf vermeintliche Kleinigkeiten wie Papiertaschentücher, wenn Tränen fließen sollten.

Beschränken Sie sich bei Ihrer Vorrede

Halten Sie Ihre Einleitung kurz und spannen Sie Ihr Gegenüber nicht unnötig auf die Folter (!). Lange Vorreden können für Ihr Gegenüber quälend sein.

Seien Sie direkt

Verstecken Sie sich nicht hinter einer Fachsprache. Drücken Sie sich so aus, dass Ihr Gesprächspartner Sie versteht. Seien Sie sorgfältig in Ihrer Wortwahl.

Machen Sie nach dem Überbringen der Botschaft eine Pause

Geben Sie dem Anderen die Chance, die eigenen Gedanken und Gefühle so gut wie möglich zu sortieren. Wir alle brauchen ein paar Momente, um schlechte Nachrichten zu „verdauen“. Geben Sie Ihrem Partner die Gelegenheit dazu. Während dieser Zeit dringen Sie ohnehin nicht zu ihm/ihr durch. Sie werden einfacht nicht gehört, der Partner ist mit sich selbst beschäftigt. Diesen Moment gilt es auszuhalten. Widerstehen Sie dem Wunsch, „die Sache schnell hinter sich zu bringen“.

Zeigen Sie Empathie

Hier gibt Andrew einen wichtigen Rat mit auf den Weg. Nehmen Sie nie an, Sie wüssten, was das Gegenüber in diesem Moment denkt oder fühlt. Versuchen Sie, Wellenlänge (Rapport) herzustellen. Dies kann verbal und/oder nonverbal geschehen. Bleiben Sie dabei aber Sie selbst und verstellen Sie sich nicht. Unsere Mitmenschen haben feine Antennen, gerade auch in solchen Situationen.

Beantworten Sie Fragen

Geben Sie dem Gesprächspartner die Möglichkeit, Fragen zu stellen und beantworten Sie diese ehrlich und ohne Umschweife, aber taktvoll.

Eröffnen Sie den nächsten Schritt

Lassen Sie den Gesprächspartner nicht mit der Botschaft allein. Seien Sie vorbereitet darauf, dass Ihr Gegenüber wissen will, was als nächstes geschieht. Schildern Sie die vorhandenen Optionen. Wenn möglich, haben Sie vielleicht diese nächsten Schritte schon eingeleitet.

Verarbeiten Sie für sich das Gespräch

Lassen Sie das Geschehene Revue passieren. Denken Sie daran, dass Gefühlsäußerungen nicht unbedingt gegen Sie persönlich gerichtet sind. Mitunter sind dies ganz „normale“ Reaktionen. Nehmen Sie sich die Zeit, mit Ihren eigenen Gefühlen und Gedanken klar zu kommen. Vielleicht können Sie sich auch einem Dritten öffnen.

Die Hinweise von Andrew Neuschatz sind im ärztlichen Kontext zu verstehen, aber ich denke, wir alle können von seinen Erfahrungen profitieren. Jeder von uns muss irgendwann einmal schlechte Nachrichten überbringen, beruflich und auch privat.

Eine Bitte: Wenn Sie des Englischen mächtig sind dann lesen Sie doch gerne den Originalartikel. Ich habe den Inhalt nicht übersetzt, sondern mit meinen eigenen Worten wiedergegeben.

StockSnap / Pixabay

 

[Nachtrag]

Jalid Sehouli ist Gynäkologe, leitete die gynäkologische Klinik der Charité und ist einer der führenden Krebsspezialisten weltweit. Er hat ein Buch über das Überbringen schlechter Nachrichten geschrieben. Katja Heijnen vom SWR hat in der Reihe „Leute“ ein Gespräch geführt, das Sie hier nachhören können:  „Prof. Jalid Sehouli ist der Meinung, dass jeder Mensch es lernen kann, schwierige Gespräche gut zu führen.

 

 

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OT: Mike Stern: Der Musiker als Vorbild

Wie jede(r) in meinem Freundeskreis weiß, bin ich bekennender Jazzfan. Alle zwei Jahre etwa versuche ich, in Rotterdam beim North Sea Jazz Festival zu sein, einem der größten Indoor-Jazzfestivals der Welt. 2012 durften wir dort ein Konzert des fantastischen Gitarristen Mike Stern erleben. Ich war damals hellauf begeistert.

Umso mehr habe ich mich gefreut, ihn gestern wieder auf dem Ravensburger Trans4Jazz-Festival hören und sehen zu können. Während des Konzerts fiel uns seine rechte Hand auf, die unnatürlich gekrümmt zu sein schien. Dem Spiel tat das keinen Abbruch, aber merkwürdig war das schon.

Tatsächlich gab es ein Ereignis vor einiger Zeit, ein Albtraum für jeden Musiker. Auf dem Weg zum Flughafen hatte Mike Stern 2016 einen Unfall, bei dem er sich beide Oberarme brach. Die rechte Hand blieb leider versehrt. Aber Mike Stern gab damals nicht auf und kämpfte sich zurück ins (Musiker-) Leben (hier und hier). Erfolgreich, wie man gestern hören konnte.

Für mich ist Mike Stern ein großes Vorbild, nicht nur als Musiker, sondern auch als Mensch.

Eine tiefe Verbeugung.

Mike Stern – Thank You to the Fans!

 

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15 Regeln für gutes Feedback

Der Spiegel ist ein vielbenutztes, doch völlig unterschätztes Werkzeug des täglichen Lebens. Wir benutzen ihn, weil er uns ermöglicht, eine Außerperspektive einzunehmen. Nur mit ihm bekommen wir einen Eindruck davon, wie unsere Mitmenschen uns betrachten könnten. Für das Aussehen (Kleidung, Rasur etc.) mag das leidlich funktionieren, aber wie sieht das mit unserem Verhalten aus?

Da der sprechende Spiegel aus dem Märchen „Schneewittchen“ verloren gegangen ist, bleibt uns wohl nur die Möglichkeit, unsere Mitmenschen direkt anzusprechen und sie um Rückmeldung („Feedback“) zu bitten. Wir warten dann gespannt auf die Meinung des Beobachters. Manchmal macht uns das verlegen, denn Feedback zu bekommen ist oft weniger schwierig als Feedback zu geben. Sind wir zu offen, kränken wir vielleicht den Empfänger, halten wir uns bedeckt, dann kann der Empfänger mit dem Feedback nichts anfangen und lügen sollen wir ja auch nicht. Eine verzwickte Situation. Noch viel schwieriger wird es, wenn Sie ungebeten Feedback geben müssen, etwa um Kollegen auf Fehler hinzuweisen.

Damit Ihnen das Feedback geben in Zukunft leichter fällt, nennt uns Ann Gomez The 15 golden rules of constructive feedback:

1. Konzentrieren Sie sich auf Lösungen

Vorwürfe bringen niemanden weiter, Lösungen schon. Helfen Sie Ihrem Partner, selbst Lösungen zu finden. Vielleicht haben Sie auch selbst Lösungen anzubieten. Auch gut, aber schulmeistern Sie nicht.

2. Fragen Sie anstatt zu behaupten

Bedenken Sie, dass Ihre Sichtweise nicht die richtige sein muss. Gute Fragen helfen dem Partner, sich zu sortieren und den Sachverhalt für sich zu klären. Vielleicht erfahren Sie Aspekte, an die Sie bisher noch gar nicht gedacht haben.

3. Machen Sie spezifische Aussagen

Versuchen Sie bei Beobachtungen zu bleiben und bleiben Sie bei Zahlen, Daten, Fakten. Das ist nicht einfach, denn wir neigen dazu, sofort zu interpretieren und zu werten. Versuchen Sie es trotzdem. Mit Generalisierungen kann Ihr gegenüber nichts anfangen.

4. Wählen Sie den richtigen Zeitpunkt

Geben Sie Feedback nur dann, wenn der andere es auch hören kann. Damit ist nicht nur der akustische Aspekt gemeint. Der Empfänger muss auch aufnahmebereit sein.

5. Nichts überstürzen!

Geben Sie Feedback nicht zwischen Tür und Angel. Wenn Sie sich Zeit für Ihren Partner nehmen, dann zeigen Sie damit Ihre Wertschätzung.

6. Bedenken Sie die Selbstachtung

Achten Sie darauf, dass der Andere sein Gesicht behält. Erwarten Sie auch nicht, dass Ihre Meinung sofort (oder überhaupt!) akzeptiert wird. Sie müssen nicht Recht haben und gut Ding will Weile haben.

7. Bilden Sie Vertrauen

Sie können nur dann erwarten, dass Ihr Feedback auf fruchtbaren Boden fällt, wenn der Andere Ihnen traut. Vertrauen entsteht durch Verbindlichkeit, Zuverlässigkeit und Sprechen auf Augenhöhe.

8. Achten Sie auf ein gutes Gefühl hinterher

Es muss einen Unterschied geben zwischen Gesprächsbeginn und -ende. Was haben Sie beide gelernt, was möchten Sie ändern, was beibehalten?

9. Gibt es ein Muster?

Einmaliges Verhalten rechtfertigt oft kein Feedback. Es ist vielmehr dann angebracht, wenn eine bestimmte Verhaltensweise zurückgespiegelt werden soll. Achten Sie also auf Wiederholungen oder Muster.

10. Lohnt es sich, etwas anzusprechen?

Bedenken Sie auch beim Feedback das Kosten-Nutzen-Verhältnis. Lohnt es sich tatsächlich, „ein Fass aufzumachen“ oder kann man auch mit Toleranz über die Sache hinwegsehen?

11. Konzentrieren Sie sich auf das, was der Empfänger ändern kann

Nicht ist frustrierender als für etwas kritisiert zu werden, was außerhalb des eigenen Einflussbereichs steht. Fragen Sie sich also vorher, ob der Andere überhaupt etwas ändern kann.

12. Erwische den Anderen, wenn er es richtig macht

In der Pädagogik kennt man den Begriff der „positiven Verstärkung“. Kenneth Blanchard formulierte dies so: „Erwische den Anderen, wenn er’s gut macht.“ Lassen Sie das den Anderen wissen. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird er/sie die Handlung wiederholen.

13. Prüfen Sie sich selbst

Geben Sie Feedback nie, wenn Sie negative Gefühle haben. Das kann Ihr berechtigtes Anliegen völlig verzerren. Warten Sie stattdessen, bis Sie wieder klarsehen.

14. Auch Feedback muss man üben

Gehen Sie dem Feedback nicht aus dem Weg, besonders wenn Sie darum gebeten werden. Nur so gewinnen Sie Sicherheit und Urteilsvermögen.

15. Seien Sie selbst offen für Feedback

Sind Sie selbst offen für Feedback und bereit, daraus Schlüsse für Ihr Verhalten zu ziehen? Wenn nicht, dann sollten Sie das auch nicht von Ihrem Gegenüber erwarten.

Ein wichtiger Hinweis zum Schluss:

Denken Sie daran, dass Feedback immer die Sichtweise eines Menschen darstellt. Es handelt sich um Wahr-nehmung, nicht um Wahrheit.
Auch der Spiegel in der Anprobe im Bekleidungsgeschäft zeigt Ihnen nicht die Wahrheit, sondern lässt eine Menge Spielraum für Interpretationen zu.

Sie kennen das.

a_m_o_u_t_o_n / Pixabay

 

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Alles über Tequila

Wie ich unlängst erfahren habe, ist momentan Gin das Getränk das gerade „in“ ist. Projektmanager wiederum bevorzugen Whiskey oder Whisky in mehr oder weniger rauhen Mengen, wie ich während einiger PM-Camps erleben durfte.
Nicht erst seit einer Rundreise durch Mexiko habe ich persönlich den Tequila schätzen gelernt.

Leider hat der Tequila hierzulande immer noch den Ruf des Schnapses für die Expertenrunde an der Trinkhalle. Doch Tequila ist weit mehr, weiß Jeremy Anderberg und lässt uns an seinem Wissen in A Man’s Primer on Tequila teilhaben.

Kürzer geht es mit der Infografik von Lemonly: Tequila!: All About Tequila.

 

Übrigens:
Tequila schmeckt am besten in Maßen. Bitte seien Sie vorsichtig mit Alkohol. Alkohol ist eine Droge. Legal zwar, aber eine Droge.

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Wilhelm Busch zum Thema Selbstkritik

Ab und zu kann es sinnvoll sein, sich öffentlich einer Selbstkritik zu unterziehen. Warum das so ist, sagt uns Wilhelm Busch:

Die Selbstkritik hat viel für sich.
Gesetzt den Fall, ich tadle mich:
So hab ich erstens den Gewinn,
Daß ich so hübsch bescheiden bin;

Zum zweiten denken sich die Leut,
Der Mann ist lauter Redlichkeit;
Auch schnapp ich drittens diesen Bissen
Vorweg den andern Kritiküssen;

Und viertens hoff ich außerdem
Auf Widerspruch, der mir genehm.
So kommt es denn zuletzt heraus,
Daß ich ein ganz famoses Haus.

Besser geht’s nicht.

 

 

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Wie man Mücken im Schlafzimmer bekämpft

Dem Dalai Lama wird das Zitat zugeschrieben:

Falls du glaubst, dass du zu klein bist, um etwas zu bewirken, dann versuche mal zu schlafen, wenn eine Mücke im Raum ist.

Ob der Ausspruch tatsächlich von ihm ist, sei dahingestellt, aber die Situation hat sicher jeder schon einmal erlebt. Man liegt müde im Bett und so ein Quälgeist summt dauernd um den Kopf herum und sticht an (fast) allen Stellen, die nicht bedeckt sind. In der Sommerhitze sind das eine Menge dieser ungeschützten Stellen!

Höchste Zeit, den Mücke Widerstand zu leisten und die Tipps von Patrick Allen zu befolgen: How to Find and Kill That Single Mosquito Buzzing Around Your Room. Patrick hat nach ausführlicher Recherche zwei erfolgversprechende Techniken ausgemacht:

  1. Die Taschenlampenjagd
  2. Die Technologiefalle

Die Taschenlampenjagd

  1. Nehmen Sie eine Taschenlampe zur Hand und löschen Sie alle Lichter im Schlafzimmer.
  2. Schalten Sie eine kleine Lichtquelle an, z.B. eine Lampe, ein Smartphone oder ein Tablet. Ihre Taschenlampe lassen Sie noch ausgeschaltet.
  3. Streifen Sie langsam durch das Zimmer und achten Sie auf die Summgeräusche des Feindes.
  4. Nach einer Weile wird sich der Feind in Richtung Lichtquelle bewegen und sich auf der Wand in der Nähe des Lichts niederlassen.
  5. Schalten Sie Ihre Taschenlampe an und halten Sie flach zur Wand. Dann bewegen Sie den Lichtstrahl wie einen Suchscheinwerfer langsam über die Wand.
  6. Wenn Sie Glück haben, dann wirft die Mücke einen langen Schatten. Nichts wie hin und drauf gehauen!

Achtung! Dieses Vorgehen kann unschöne Spuren auf weißen Wänden hinterlassen, wenn sich die erlegte Mücke kurz vor ihrem Ableben mit Blut vollgesaugt hat. Hier heißt es Prioritäten setzen…

Die Technologiefalle

  1. Sie liegen auf dem Rücken und legen Ihr Smartphone oder besser noch Ihr Tablet flach auf die Brust. Schalten Sie den Bildschirm auf maximale Leuchtstärke.
  2. Wenn Sie ein helles Laken haken, dann beugen Sie Ihre Knie. Auf diese Weise erzeugen Sie mit dem Laken vor Ihren Augen eine Art Bildschirm (Leinwand!), auf dem die Mücken gut zu sehen sind. Das Tablett ist quasi die Bühne, das Laken der Hintergrund.
  3. Holen Sie tief Luft und atmen aus auf das Tablet auf Ihrer Brust. Das Kohlendioxyd aus dem Atem lockt zusammen mit dem Licht die Mücke an.
  4. Legen Sie sich auf die Lauer. Mit etwas Glück landet die Mücke genau auf dem Tablet. Nun machen Sie ihr gnadenlos den Garaus.

Achtung! Bei dieser Methode ist Fingerspitzengefühl beim finalen Schlag gefragt. Schlagen Sie zu schwach, überlebt der Feind, schlagen Sie zu stark, dann zerstören Sie das Display Ihres Geräts.

Ich wünsche Ihnen Waidmanns Heil!

FotoshopTofs / Pixabay

 

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Buch: Das New Workspace Playbook

Man muss sich schon kräftig die Ohren zu halten, um Wörtern wie Digitalisierung, New Work, Agil & Co aus dem Weg zu gehen. Eines ist jedoch klar: Es wird gar nicht mehr diskutiert, ob es Veränderungen in der Arbeitswelt gibt, sondern allenfalls, wie stark sie sind und in welche Richtungen sie tatsächlich gehen.

Mit Sicherheit wird die Qualität der Kommunikation der beteiligten Menschen ein noch größere Rolle für den Erfolg eines Unternehmens spielen als bisher. Neue Formen der Zusammenarbeit benötigen auch andere (neue?) Arbeitsumgebungen. Das der der Arbeitsplatz großen Einfluss auf Kreativität und Produktivität der Beschäftigten hat, zeigt nicht zuletzt die teils heftige Diskussion um Vor- und Nachteile von Großraumbüros.

Dark Horse Innovation ist eine Denkfabrik aus Berlin (woher sonst), die auf die Fahne geschrieben haben, ihre „Kunden dazu zu befähigen, die Chancen der digitalen Revolution zu erkennen und davon zu profitieren“. Und das bedeutet eben auch, sich mit neuen Raumkonzepten zu beschäftigen. Daraus entstand das New Workspace Playbook, ein „Praxisbuch für das Arbeiten in neuen Räumen“.

Das Buch gliedert sich in drei Teile:

  1. In „New Times“ wird dargestellt, warum wir schon mitten in der Digitalisierung stecken und welche Auswirkungen sie auf die Arbeit hat.
  2. In „New Work„, werden die Prinzipien diskutiert, die nach Meinung der Autoren die Grundlagen für das neue Arbeiten bilden. Jedes Prinzip wird in drei Teilen dargestellt: Einer Definition, Beispiele hierfür und eine steckbriefartige Zusammenfassung („Take-Aways“).
  3. In „New Space“ geht es in die Praxis. Hier wird gezeigt, wie die im zweiten Teil des Buches vorgestellten Prinzipien in Arbeitsumgebungen übersetzt und umgesetzt werden. Vorgestellt wird ein Umsetzungsmodell in sechs Phasen, eine Vorbereitungsphase, vier Arbeitsphasen und eine Nachbereitungsphase. Dieser Teil des Buches zeigt sehr schön, dass das Design von Räumen weit mehr ist als bloßes Stühlerücken. Vielmehr handelt es sich um eine Stück Organisationsentwicklung, das wir oft genug gar nicht auf dem Schirm haben.

Mir gefällt dieses Buch außerordentlich gut. Es ist nicht nur ein Arbeits-, sondern im besten Sinn auch ein Bilderbuch, ein Playbook eben. Das große Format, die reichhaltige Illustration und die angenehme Haptik laden dazu ein, das Buch öfters in die Hand zu nehmen und darin zu blättern. Es ist kein Buch zum Durchlesen. Man nimmt es immer wieder, liest einen Abschnitt, schließt die Augen und stellt sich vor, wie es wäre, wenn…

Allerdings hat einen dann schnell wieder die Realität eingeholt. Das Gefühl kennen Sie vielleicht von den Broschüren der Bausparkassen. Da werden schmucke großzügige Einfamilienhäuser in parkähnlichen Landschaften vorgestellt und am Ende ist man froh ein Reihenhaus zu ergattern. So ging es mir manchmal beim Betrachten der Beispiele von Lufthansa, SAP usw. auch.

Dennoch; Wenn Sie planen, neue Büroräume zu beziehen oder Ihre alten umzugestalten, dann stöbern Sie in diesem Buch. Ihr Innenarchitekt wird im Gespräch Ihre Sachkenntnis bewundern.

 

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag Murmann Publishers als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

BTW: Ich freue mich, wenn ich ab und zu ein Buch zum Rezensieren geschickt bekomme. Die Bücher, die mir gut gefallen, bespreche ich, über die anderen schweige ich mich aus. Ich habe keinen Gefallen an Verrissen, schließlich bin ich nicht Reich-Ranicki.

 

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In eigener Sache: Sendepause beendet

Dieser Tage erreichte mich eine freundliche E-Mail, in der ein netter ToolBlog-Leser seine Sorge über den weiteren Betrieb des ToolBlogs ausdrückte:

Als interessierter Leser Ihres Blogs mache ich mir Gedanken über die gegenwärtige Pause. Vielleicht habe ich irgendeine Mitteilung übersehen?

Nein übersehen haben Sie nichts, die Sorge ist allerdings nicht ganz unberechtigt. Tatsächlich war ich durchaus im Zweifel, ob ich weiter im ToolBlog schreiben solle.

Der Aufwand für das ToolBlog ist beträchtlich. Für mich stellt sich daher immer wieder die Frage, inwieweit dieser Aufwand den Nutzen rechtfertigt. Die o.a. E-Mail konnte leider nicht zur Beantwortung dieser Frage beitragen. Es war die einzige dieser Art, so dass ich gar nicht sicher bin, ob überhaupt sonst noch jemand bemerkt hat, dass im ToolBlog Sendepause war.

Die DSGVO war für mich ein unwillkommener Anlass, über diese Dinge nachzudenken. Und wie so oft, wohnen auch hier zwei Seelen in meiner Brust. Zum einen könnte ich mich durchaus mit dem Gedanken anfreunden, das ToolBlog zu schließen und meine Zeit und Energie anderen Dingen zuzuwenden. Auf der anderen Seite steht die Freude am Scheiben, die immerhin seit 12 Jahren besteht und über 3000 Artikel hervorgebracht hat.

Machen wir es kurz: Ich habe mich für das Weitermachen entschieden. Die Entscheidung war knapp oder in Handballergebnissen gesprochen etwa 17:16.

Allerdings weiß ich weder, ob ich die alte Frequenz von ca. 4 Beiträgen pro Woche beibehalten werde, noch in welche Richtung sich die Themen entwickeln. Ich bin selbst gespannt!

Infolge der DSGVO ändern sich ein paar Kleinigkeiten:

Abonnieren der Beiträge und der Kommentare

Leider können Sie die Beiträge und die Kommentare nicht mehr abonnieren. Ich musste diese Funktion abstellen. Die E-Mails der Leserinnen und Leser,die diesen Dienst bisher genutzt haben, wurden gelöscht. Wenn Sie dennoch weiterhin über neue Artikel informiert werden möchten, dann empfehle ich Ihnen Dienste wie IFTTT. Ansonsten können Sie weiterhin die RSS-Feeds nutzen. Wie das geht, wird hier (Outlook) oder hier (allgemein) beschrieben.

Aktuelle Informationen von und zu mir erhalten Sie auch, wenn Sie mir auf Twitter folgen.

#ToolBlogTipps

Ebenfalls gestoppt wurde die laufende Übersicht meiner #ToolBlogTipps bei Twitter. Vielleicht führe ich diese Funktion irgendwann wieder ein.

Online-Kurs

Der online-Kurs zum effizienten Zeitmanagement wurde vom Netz genommen. Den für einen online-Kurs erforderlichen Aufwand für den Datenschutz wollte ich nicht betreiben.

Also dann ans Werk. Ab Montag wird wieder gesendet.

Danke für Ihre Geduld und Ihr Verständnis!

 

BTW:
Sie werden im ToolBlog weiterhin Werbung für Produkte via Amazon finden. Dies hilft mir, wenigstens einen kleinen Teil der Betriebskosten wieder einzuspielen.
Ich danke für die gfl. Beachtung.

manfredrichter / Pixabay

18 Antworten

Zimbardo’s Zeitparadox im Video

Eines der faszinierendsten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe, ist Philip Zimbardos Die neue Psychologie der Zeit. Ich habe hier im ToolBlog bereits darüber geschrieben: Zimbardos Zeitparadox. Nun habe ich die grafische Zusammenfassung eines Vortrags von Zimbardo gefunden. Autoren sind die Macher von von RSAnimates: The Secret Powers of Time. Sehen Sie selbst:

RSA ANIMATE: The Secret Powers of Time

 

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Tipps zur virtuellen Zusammenarbeit: Ein Leitfaden

Die Arbeit von zuhause aus ist mittlerweile fast zum Standard geworden. Das Spektrum der Telearbeit ist sehr weit gefasst. Viele Firmen geben ihren Mitarbeitern die Gelegenheit, ein oder zwei Tage von zuhause aus ihre Arbeit zu erledigen. Andere Unternehmen machen nichts anderes als Telearbeit, sie bilden je nach Aufgabenstellung komplett virtuelle Teams. Die Project Wizards zum Beispiel arbeiten in dieser Weise. Der Geschäftsführer Frank Blome hat darüber beim PM Camp Dornbirn 2013 berichtet.
Ich erinnere mich gut an seinen Vortrag, in dem er auch freimütig die Schwierigkeiten schilderte, die bei dieser Arbeitsweise auftreten können.

Der Teufel liegt auch hier wie so oft im Detail. Damit die Telearbeit reibungsarm funktioniert, haben nette Menschen bei Trello einen Leitfaden veröffentlicht: The Best Advice For Remote Work Success From 10 Global Teams. In dem Manual, das Sie kostenlos als pdf-Datei herunterladen können, erfahren Sie

  • weitverbreitete Vorurteile über Telearbeit und was von ihnen zu halten ist
  • Best Practices für die Kommunikation
  • wie Sie den Austausch zwischen Telearbeitern und dem Betrieb sicherstellen
  • welche Software Sie nützen können
  • Tipps zur Jobsuche als Telearbeiter
  • welche Atmosphäre für die virtuelle Zusammenarbeit förderlich ist

Bei dem Leitfaden mitgearbeitet haben so namhafte Unternehmen wie Evernote, Buffer, Atlassion und Zapier. Der Clou: Der Text ist in der Art von Infografiken aufgemacht. So können Sie einzelne Seiten ohne Änderung ausdrucken, vergrößern und als Poster an die Wand hängen. Schöne Idee.

aitoff / Pixabay

PS: Über den Ausdruck virtuelle Zusammenarbeit bin ich nicht glücklich, auch wenn er im Internet und in der Presse oft verwendet wird. Schließlich bedeutet virtuell „gefühlt, nicht real, scheinbar“ (Quelle). Und „scheinbar“ ist die Zusammenarbeit über mehr oder weniger große Distanzen sicher nicht. Detlef Stern hat mich auf Twitter auf diesen Umstand hingewiesen. Daraus ist ein kleiner Diskussionsfaden entstanden. Vielleicht fällt Ihnen ein passender Ausdruck ein?

PPS: Gibt es eine Möglichkeit, einen komplette Twitter-Thread einzubetten? Vielleicht weiß einer der Experten Rat. TIA!

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