Archiv des Autors: Stephan List

Kleine Helferlein für Ihren Browser: Bookmarklets

Bookmarklets werden die meisten LeserInnen gar nicht mehr auf dem Schirm haben. Den Experten sind diese kleinen Helferlein so selbstverständlich geworden, dass sie schon lange nicht mehr darüber diskutieren. Den weniger Beschlagenen werden Bookmarklets vielleicht genau deswegen unbekannt sein. Schade eigentlich, denn sie können sehr praktisch sein.

Wenn Sie jetzt tatsächlich nicht wissen, was Sie mit dem Begriff “Bookmarklet” anfangen sollen, dann hilft Ihnen der Blick in die Wikipedia:

Ein Bookmarklet (auch: Favelet) ist ein kleines in JavaScript geschriebenes Makro, das als Bookmark abgespeichert wird und dadurch die Funktionen eines Webbrowsers erweitert. Es erlaubt beispielsweise, Aussehen oder Funktionalität von Webseiten clientseitig zu verändern. Technisch gesehen ist ein Bookmarklet ein Lesezeichen auf das Pseudoprotokoll javascript:, das ermöglicht, Code durch den Browser auszuführen.

Bookmarklets haben gegenüber Erweiterungen gewisse Vorteile. Sie sind in der Regel browserübergreifend einsetzbar und müssen nicht besonders installiert werden. Amit Agarwal scheint der Spezialist für die Konstruktion und Verwendung dieser Mini-Programme zu sein. Auf seiner Seite hat er über 400 (!) einschlägige Artikel verfasst. Es ist wirklich unglaublich, was Sie mit Bookmarklets alles machen können.

Wenn Sie wissen wollen, was es an „fertigen“ Bookmarklets gibt, dann schauen Sie doch einmal bei Jesse’s Bookmarklets Site vorbei. Seine Website ist zwar schon etwas älteren Datums, bietet Ihnen aber dennoch eine große Auswahl. Eine andere gute Adresse ist die Sammlung von Honkiat Lim: 100+ Useful Bookmarklets For Better Productivity.

Wenn Sie dort keinen Schnipsel für Ihre Zwecke finden, dann müssen Sie wohl selbst ein Bookmarklet schreiben. Wie das geht, zeigt Ihnen Silke Schlüter in Bookmarklet oder Favelet erstellen.

Für die Videofreunde gibt es hier etwas Passendes:

11.2: Bookmarklets – Programming with Text

 

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Websites für kühle Rechner

Wenn Sie schon einmal angloamerikanische Länder bereist haben, dann haben Sie sicher festgestellt, dass Sie mit unserem Einheitensystem nicht weit kommen. Auch wenn das MKS-Einheitensystem bestechend logisch ist und weltweit akzeptiert wird, tun sich unsere FreundInnen auf der anderen Seite des Atlantiks und teilweise auch des Ärmelkanals immer noch schwer damit.

Wenn man also in Irland ein Auto mietet und die (noch) imaginäre Grenze nach Nordirland überquert (mph), dann muss man die Geschwindigkeit von km/h in mph umrechnen, wenn man kein Knöllchen riskieren will. Links gefahren wird in beiden Ländern, wenigstens da muss man sich nicht umstellen.

Aber auch auf anderen Gebieten ist es mitunter notwendig, Einheiten umzurechnen. Damit Sie sich dabei nicht verkünsteln müssen, stellt die Website Unit Converter die wichtigsten Werkzeuge zur Umrechnung von Einheiten aus den Bereichen

  • Zahlen und Zahlensystemen
  • Mathematische Berechnungen
  • Finanzen
  • Datum und Zeit
  • Heim und Freizeit
  • Wetterberechnungen
  • Währungen und Sonstiges

Leider wird die Website der Überschrift nicht ganz gerecht. So habe ich für das o.a. Problem, km/h in mph hin- und her zu rechnen trotz längerem Suchen keine Lösung gefunden. Dafür finden Sie allerlei Kuriositäten. So können Sie das Alter Ihrer Katze oder Ihres Hundes in das entsprechende Menschenalter umrechnen. Wer es braucht…

Wenn Sie es seriöser möchten, dann weichen Sie einfach auf die Konkurrenz aus. Bei Unit Converter finden Sie den entsprechenden km/h-mph-Rechner. Diese Seite verzichtet auf sinnfreie Merkwürdigkeiten und orientiert sich völlig an den Naturwissenschaften. Ich finde sie auch wesentlich übersichtlicher, denn Sie macht das, was sie soll: Einheiten umrechnen.

Sollten Sie sich öfters in der Finanzmathematik tummeln, dann ist Calculator.net vielleicht die richtige Website für Sie. Dort gibt es eine eigene Rubrik zum Thema (Finance Calculator).

Aber was dem „Einen sin Uhl, ist dem Anderen sin Nachtigall“. Finden Sie selbst heraus, mit welchem Angebot Sie lieber arbeiten möchten.

Bild von 2427999 auf Pixabay

 

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Mentale Irrtümer, die gute Entscheidungen erschweren

Ja, ich gebe zu, auch mich stört der Ausdruck „gute“ Entscheidungen. Vielleicht sollte es korrekt heißen „gute“ Entscheidungsfindung. Und außerdem, was genau heißt „gut“?

Wie auch immer. James Clear beschreibt in einem Artikel die 5 Common Mental Errors That Sway You From Making Good Decisions. Diese sind:

  1. Überlebensirrtum (Survivorship Bias)
  2. Verlustaversion
  3. Verfügbarkeitsheuristik
  4. Ankerheuristik
  5. Bestätigungfehler

Insbesondere der Überlebensirrtum kommt mir sehr bekannt vor. Diese Art der verzerrten Wahrnehmung beobachte ich bei manchen Kollegen, die aus der Leuchtturmposition einiger Unternehmen auf die Zukunft des gesamten Wirtschaftslebens schließen.

Um diese Wahrnehmungsverzerrungen zu minimieren, scheint eine Entscheidungsfindung im Team sinnvoll. Doch vollständig gefeit davor ist man auch dann nicht, insbesondere wenn die Mitglieder des Teams bereits eine funktionierende Echokammer bilden.

Weitere Hinweise auf kognitive Verzerrungen geben Shana Lebowitz und Drake Baer in ihrem Beitrag  Cognitive biases that hurt your success – Business Insider. Ebenfalls von Shana Lebowitz, aber diesmal zusammen, stammt ein Diagramm, in dem weitere Wahrnehmungsverzerrungen zusammengefasst sind: 20 cognitive biases that screw up your decisions [via Lifehacker].

Welche Auswirkungen kognitive Verzerrungen auf das Lernen haben können, erfahren Sie in What Are Yours? Top Ten Cognitive Biases in Learning von Andrea May. Auch dazu gibt es ein informatives Schaubild:

 

Bücher zum Thema (Werbung)

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Vom Text zum Diagramm

Ich muss gestehen, als ich das entdeckt habe, war ich geplättet. Haben Sie gewusst, dass man aus reinen Textdateien Diagramme basteln kann? Wenn ja, dann sind Sie mir einen Riesenschritt voraus, denn ich wusste es nicht. Nun weiß ich es, denn ich bin zufällig über die Website Online text to diagram tools von Muhammad Usama gestolpert.

Auf dieser Seite verlinkt Muhammad knapp 40 (!) Programme, mit Sie, nun ja, ich schrieb es schon, aus ganz einfachen Texten Diagramme erstellen können.

Als Beispiel diene Markdeep, die erste App in der Liste. Links sehen Sie das getippte Ausgangsformat und rechts das, was im Browser dann zu sehen ist.

ASCIIFlow Infinity liefert das Zeichenbrett gleich mit. Sie können Ihr Diagramm im Browser direkt „malen“ und anschließend auf Google Drive exportieren oder zur weiteren Verwendung in die Zwischenablage legen. Allerdings ist die Umsetzung nicht immer so einfach. Bei Webgraphviz müssen Sie schon ein bisschen Programmierkenntnisse mitbringen, um Diagramme zu erzeugen.

Ich finde diese Programme schon sehr cool. Wenn Sie mich allerdings fragen, wozu man das braucht, dann bringen Sie mich in Verlegenheit. Schließlich gibt es mittlerweile die tollsten Anwendungen zum Erstellen von Grafiken, auch online.

Vielleicht begeistern mich diese Apps deswegen, weil sie mich an die Anfangsjahre des Rechenknechts erinnern. Damals wurden mit ganz „normalen“ ASCII-Zeichen nicht nur Diagramm, sondern die reinsten Kunstwerke erstellt. ASCII-Art nannte man das. Beispiele hierfür finden Sie im Ascii Art Dictionary.

Wie gesagt, viele der Programme in Muhammads Liste wenden sich wohl eher an die Softwareexperten im Publikum. Aber manche sind auch eine schöne Spielerei für das Laienvolk.

Hier ein kleines Tutorial, wenn Sie mehr wissen wollen:

Gabriel Santos – ASCII Art Techniques & Animation

 

 

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ApParade: Herein!, MarkDown, Listen, Dateimanager, Bildschirm-Videos, Budgetkontrolle

Seit der letzten ApParade sind wieder einige Tage vergangen. In der Zwischenzeit hat sich einiges an Programmvorschlägen angesammelt. Hier die Apps, die ich für besonders interessant halte:

Die App für Kneipenbesuche während Corona: Herein!

Nein, die Pandemie ist noch nicht vorbei, auch wenn manche Zeitgenossen es aufgrund der Lockerungen glauben. Nach wie vor sind ein paar Vorschriften in Kraft, die verhindern sollen, dass uns eine zweite Welle kalt erwischt. Bei uns in Baden-Württemberg muss man als Besucher einer Gaststätte nach wie vor seine Daten sowie die Uhrzeit für die Einkehr hinterlassen. Mit Papier und Stift ist das etwas mühselig. Einfacher geht es mit dem Smartphone mit der App Herein! von Frank Blome. Wie sie funktioniert, erklärt Jörg Schieb in App statt Zettel: Restaurantbesuche komfortabler machen.

Noch ein Markdown-Editor: Zettlr

Mittlerweile sind die vielen Markdown-Editoren auf dem Markt nicht mehr zu zählen. Auf meinem Windows-Desktop-Rechner verwende ich derzeit WriteMonkey, in der Version 2.7. Mittlerweile ist die Version 3 erschienen, mit der ich mich allerdings noch nicht so recht anfreunden kann. Außerdem teste ich gerade ausführlich Typora, eine App, die ich auch auf meinem Mac nutzen kann. Nun bin ich über Zettlr für Windows gestolpert. Die Macher behaupten, dass Zettlr noch etwas mehr kann als Typora. Wie bereits der Name vermuten lässt, soll Zettlr sogar die Zettelkasten-Methode nach Luhmann unterstützen. Ich kann dazu nichts sagen, denn ich habe diese Methode bis heute nicht begriffen.

Zettlr Introduction: Getting Started

 

Listen in Spaltenform: Columns

Wenn Sie gerne mit Listen arbeiten und die Übersicht behalten wollen, dann sind Sie bei Columns genau richtig. On dieser webbasierten Anwendung ordnen Sie Ihre Notizen, Aufgaben in Spalten an, die sie nahezu beliebig gestalten können. Individuelle Überschriften, Farben. Checkboxes: Alles ist möglich. Sie können mit KollegInnen sogar über einzelne Listenpunkte chatten. Columns ist wirklich ein beeindruckendes Programm!

Die einzige Sorge, die mich bei solchen Umsonst-Apps immer umtreibt: Diese Programme werden von den Betreibern immer wieder auch vom Netz genommen. Und dann stehen Sie da mit Ihren Daten…

Columns.me Review: A new type of checklist app

 

Ein visueller Dateimanager: Cryo

Wenn Sie zu den Mitmenschen gehören, die ihren visuellen Sinneskanal besonders nutzen, dann könnte der Dateimanager cryo für Sie interessant sein. cryo stellt die Dateistruktur auf Ihrem Rechner visuell in Form von Diagrammen dar, die an Mind-Maps erinnern. Auf diese Weise können Sie auf einem Blick die Dateihierarchie auf der Festplatte Ihres Rechenknechts erfassen. Die App gibt es für Windows, Mac und Linux und wird als Freemium-Software vertrieben.

Wenn Sie Windows nutzen und die visuelle Darstellung für Sie nicht so wichtig ist, können Sie den Windows eigenen Fileexplorer auch anderweitig ersetzen. Zum Beispiel ganz kostenfrei mit Files UWP. Eine Beschreibung gibt Ihnen Brendan Hesse in seinem Artikel Replace File Explorer With This Free Windows App.

Bildschirm filmen ganz einfach: Screen Recorder

Wenn Sie einmal auf die Schnelle ein Filmchen von Ihrem Bildschirm aufnehmen wollen, dann müssen Sie nicht extra ein eigenes Programm installieren. Für das Bildschirm-Video zwischendurch brauchen Sie nur Ihren Browser und Screen Recorder. Screen Recorder macht wirklich nur das, was der Name verspricht, nämlich Bildschirmaufnahmen. Dafür ist das Design minimalistisch, die Bedienung einfach.

Wie Ihr Budget kontrollieren: Money for Excel

Ältere LeserInnen werden sich vielleicht daran erinnern, dass es zu urvordenklicher Zeit ein Microsoft-Programm gab, mit dem Sie Ihre Geldbewegungen kontrollieren konnten. Es hatte den einfallsreichen Titel Microsoft Money und wurde 2011 eingestellt. Nun feierte Money seine Auferstehung in Form einer Erweiterung für Excel. Arjun Tomar, stellt die Erweiterung in seinem Beitrag Introducing Money in Excel, an easier way to manage your finances vor. Die Erweiterung gibt es bislang nur für die USA, ob sie mit der deutschen Version von Excel läuft, ist mir nicht bekannt. Vielleicht weiß ein(e) ToolBlog-LeserIn Näheres.

How to use Money in Excel

 

 

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Arbeiten mit Notion: Ein Erfahrungsbericht (Gastbeitrag)

Vor einiger Zeit habe ich auf Twitter gefragt, ob irgendjemand in der Twitterwelt das Notizen-mach-Programm Notion benutzt und Erfahrungen gesammelt hat. Denn mittlerweile mausert sich Notion zum ernsthaften Wettbewerber für den Platzhirschen Evernote.

Erfahrungen sammeln ist das eine, darüber zu sprechen oder gar zu schreiben, das andere. ToolBlog-Leserin Daniela Schulz hat einen umfangreichen Bericht darüber geschrieben, warum sie von Notion begeistert ist und wie sie Notion nutzt. Lesen Sie selbst:

 

Da melde ich mich mal und schreibe Ihnen dazu einige Zeilen. Aus Gründen: ich bin da nämlich schwer von notion angefixt. Notion legt ziemlich zu in den letzten Monaten, im deutschsprachigen Raum scheint es aber noch nicht ganz so bekannt zu sein. Ich benutze es seit Anfang März sehr intensiv. Dass es nun in der Basisversion kostenlos ist, finde ich super. Damit lässt es sich auch das Tool wirklich gut ausprobieren – bei der bisherigen Einschränkung auf 1000 Blöcke war das meines Erachtens nach nicht wirklich möglich.

Also was ist Notion überhaupt? Die Selbstbezeichnung „All-in-one workspace“ hilft einem auch nicht richtig weiter, aber sie stimmt. Notion ist eine sehr vielseitig zu nutzende Anwendung, die allerhand andere spezifische Tools ersetzen kann. Was es für mich einzigartig macht, ist die absolute Gestaltungsfreiheit: ich kann mir meine Arbeitsumgebung so zurecht basteln, wie ich es möchte. Und immer wieder anpassen, wenn sich Bedürfnisse ändern. Das muss man allerdings mögen und auch die damit einhergehende Lernkurve in Kauf nehmen. Wenn man es frisch installiert, benötigt man entweder vorgefertigte Templates, die man einfach duplizieren und verwenden kann oder (und das ist der bessere Weg) man investiert Zeit und Geduld, sich in die Möglichkeiten des Systems einzuarbeiten und entwickelt sein eigenes Tool – das macht Spaß, und ist eigentlich auch nicht schwer – vieles ist intuitiv gestaltet oder so, dass man es rasch versteht und Erfolgs- und Aha-Erlebnisse nicht lange auf sich warten lassen. Dennoch: Notion erfordert etwas Einsatz – das muss man wollen.

Nun ein paar Anwendungsbeispiele:

Strukturiertes Sammeln von Informationen lässt sich mit Notion gut machen. Es kann durchaus als Evernote-Ersatz genutzt werden. Ich habe eine Datenbank angelegt, wo ich alles, was mir an hilfreichen kleinen Dingen im Leben unterkommt, notiere, mit URL, Notiz und Verschlagwortung ablege und dann leicht wiederfinden kann. Auch Bilder und Dateien lassen sich leicht einfügen (Beispiel).

„Habittracking“ ist mit Notion leicht und vielfältig machbar. Welche Dinge habe ich wann, wie oft gemacht? Es lassen sich monatliche Auswertungen automatisiert erstellen (Beispiel).

Aufgaben- und Projektverwaltung ist eine großer Bereich: es lassen sich Termine mit Erinnerungen anlegen, Aufgaben gefiltert anzeigen nach Arbeitsbereichen, Art der Tätigkeit, verfügbarer Zeit oder welchen Parametern auch immer – nichts davon ist vorgegeben, das erstellt man alles selbst. Die Aufgabendatenbank kann man mit einer Projektdatenbank verknüpfen. So lässt sich im Monats- und Quartalsrückblick gut erfassen, was in welchem Projekt geschehen ist. Es gibt einige Youtube-Videos, die zeigen wie sich Todoist durch Notion ersetzen lässt (hier oder hier).

Hervorragend gelöst ist die Möglichkeit, ein und dieselbe Datenbank völlig unterschiedlich darzustellen (und diese Darstellungsformen auch abzuspeichern). Mal als schlichte Liste, als Kanban-Board, als Kalender, als Liste, die nach allen möglichen Parametern gefiltert und sortiert wird, u.v.a. Datenbank können beliebig oft auf einer Seite oder verschiedenen Seiten eingebunden werden. Dennoch bleibt es die eine Datenbank, wo eine Änderung dann überall zum Tragen kommt.

Notion = Evernote + Todoist + Trello + Google Calendar

 

Besonders ist auch, dass jeder Datenbankeintrag zugleich die Funktion einer Seite hat. Das heißt: neben den strukturierten Daten wie Vorname, Nachname, Adresse, etc. kann ich auch unstrukturierte Daten wie Text und Bilder außerhalb der Datenfelder erfassen (z.B. eine Telefonnotiz, o.ä.). Kann man nutzen, muss man aber nicht.

Schwerpunkt für mich ist die Aufgabenverwaltung, die wirklich recht viele Parameter umfasst. In der Darstellung auf der Startseite meines Notion-Systems habe ich aber die allermeisten ausgeblendet – ich sehe nur das, was ich will: das, was ich mit „wichtig“ gekennzeichnet habe, das, was in dieser Woche anliegt, o.ä. Kann also Aufgaben im kirchlichen Ehrenamt auf einer anderen Seite anzeigen lassen, als berufliche Aufgaben. Erfasst werden sie aber alle in einer Datenbank. Ich habe mir eine „Inbox“ eingerichtet, in der ich Aufgaben rasch notieren kann, wenn sie mir einfallen. Diese Inbox gehe ich dann durch und plane und verschlagworte die Aufgaben dann, wenn ich dazu Zeit habe.

Auch die Arbeit im Team ist möglich – das habe ich aber bisher nicht ausprobiert. Es gibt viele Anleitungen auf Youtube, Notion selbst hat einen eigenen Youtube-Kanal mit vielen Videos für Einsteiger. – hier empfiehlt sich auch ein Blick auf die „Featured Channels“, die Nutzungsbeispiele und Tutorials verschiedener AnwenderInnen zeigen.

Abschließend noch zwei Bemerkungen:

Die Möglichkeiten der freien Konfiguration, das Ausloten dessen, was geht – das hat eine kreative Community hervorgebracht. Viele Menschen sind äußerst hilfbereit und stellen ihre selbstentwickelten Templates anderen frei zur (hier eine Auswahl).

Wer Gefahr läuft, sich im Erstellen und Modifizieren der Arbeitsumgebung zu verlieren, der muss bei Notion ein bisschen aufpassen. Es fühlt sich eben durchaus produktiv an, wenn man sich damit beschäftigt, seine Templates und Dashboards zu optimieren. In dieser Hinsicht verführt das Tool zum Prokrastinieren – man ist im Flow und gut beschäftigt, aber erledigt nicht unbedingt dass, was man auf der Todo-Liste stehen hatte.

 

Es scheint so, dass der User mittlerweile tatsächlich die Qual der Wahl hat. Evernote ist nicht mehr allein auf der Welt. Daneben stehen Programme, hinter denen interessante Konzepte stehen wie eben Notion oder auch Roam oder TiddlyWiki.

Man kommt wohl nicht darum herum, sich vor der Wahl für ein Programm zu überlegen, was genau man damit machen will. Das sollte zwar selbstverständlich sein, bietet aber auch keine Gewährleistung für die „richtige“ Wahl, denn meistens merkt man erst beim Gebrauch, was fehlt oder was man gerne anders hätte.

Umso wertvoller sind daher solche Berichte aus der Praxis, die dabei helfen, sich ein Bild über die Philosophie und die Funktionsweise eines Programms zu machen.

Vielen herzlichen Dank, liebe Daniela Schulz, für diesen ausführlichen informativen Erfahrungsbericht!

 

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Internet: Wie Sie sich vom Acker machen

Mittlerweile dürfte es sich bis in den letzten Winkel der Republik herumgesprochen haben: Verglichen mit dem Internet hat ein Elefant ein Gedächtnis wie ein Sieb. Das Internet vergisst nichts und man sollte sich schon überlegen, welche Daten man preiszugeben bereit ist. Schon manchen dürfte ein feuchtfröhliches Partyfoto von der Kandidatenliste für den Traumjob geworfen haben. Vielleicht war es auch nicht ganz so schlimm, aber peinlich allemal. So ein blödes Ereignis kann noch so lang her sein, es besteht immer die Gefahr, dass es einen irgendwann mal wieder einholt.

Aus diesem Grunde wird immer wieder ein Recht auf Vergessenwerden diskutiert, auch digitaler Radiergummi genannt. Allerdings ist bis heute „das Recht auf Vergessenwerden nicht ausdrücklich gesetzlich geregelt. Die Datenschutzgesetze – zum Beispiel in Deutschland – enthalten lediglich Bestimmungen, unter welchen Voraussetzungen personenbezogene Daten zu löschen sind“ (Quelle Wikipedia).

Aber vielleicht können Sie auch selbst etwas tun, so ganz hilflos sind wir nicht.

Zum einen sollten Sie sich vorher überlegen, was Sie ins Netz stellen und was nicht. Bei der Entscheidung helfen Fragen wie:

  • Würden Sie diese Information laut auf einem öffentlichen Platz teilen?
  • Würden Sie dieses Foto jedermann/frau auf der Straße zeigen?

Wenn die Antwort nein lautet oder Sie im Zweifel sind, dann lassen Sie die Veröffentlichung lieber sein.

Zum anderen können Sie auch versuchen sich vom Platz, d.h. aus dem Internet zu stehlen. Wie Sie dabei vorgehen können, zeigt Ihnen Benjamin Walsh in seinem Beitrag 10 Tips to Delete Yourself from the Internet in 2020. Sie erfahren in dem Beitrag unter anderem, wie Sie:

  • ihre Konten bei sozialen Netzwerken oder beim online-Shopping löschen oder deaktivieren
  • das Program Deseat.me einsetzen. Damit überprüfen Sie jede Website, bei der Sie jemals ein Konto erstellt haben um es zu löschen oder zu deaktivieren
  • sich von Seiten, die nur dazu dienen, Daten zu sammeln, entfernen
  • alle persönliche Informationen von Google-Seiten beseitigen

und vieles mehr.

Einige der Maßnahmen habe ich schon ausprobiert, andere wieder nicht. Die Crux dabei: Wie wirkungsvoll die Methoden sind, die Benjamin vorschlägt, lässt sich imo nicht mit Bestimmtheit sagen. Zwar dürften sie zur eigenen Beruhigung beitragen, aber ob Sie wirklich zu einem „Delete Yourself from the Internt“ führen, wage ich dann doch zu bezweifeln. Daher gilt auch hier der Grundsatz:

Vorsicht ist besser als Nachsicht!

Bild von Juraj Varga auf Pixabay

 

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Kaufen! Kaufen! Kaufen!

In dem Buch des berühmten Finanzwesirs meine ich gelesen zu haben, dass eine der größten finanziellen Einnahmequellen darin besteht, gar nicht erst etwas auszugeben (Raucher, höret die Signale!).

Logisch, dass es eine Menge Leute da draußen gibt, die den ganzen Tag nichts anderes tun, als sich zu überlegen, wie sie derartigen Sparsamkeitsanwandlungen wirksam torpedieren können. Skrupel gibt es dabei keine und so kommen auch wissenschaftliche psychologische Erkenntnisse zum Tragen. Der Rubel muss schließlich rollen.

Wenn man die Tricks der das-Geld-aus-der-Tasche-zieh-Spezialisten kennt, dann kann man sich ein wenig vor ihren Nachstellungen schützen. Carly Hallmann stellt eine Infografik vor, die einige dieser Taktiken übersichtlich darstellt: 29 Psychological Pricing Tricks and Tactics Used to Make People Buy More.

 

Diejenigen, die meinen Sparsamkeits-Appell skeptisch betrachten, haben nicht ganz unrecht. Nur Sparsamkeit wird zur Erzeugung von Wohlstand nicht ausreichen. Warum das so ist, können Sie in dem anschaulichen Artikel von Joe Udo nachlesen: No One Ever Gets Rich by Being Frugal.

 

 

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Wichtige Rollen in der Besprechung

Für den Erfolg oder Misserfolg einer Besprechung ist entscheidend, wer daran teilnimmt. Eine Binsenweisheit, vollkommen logisch, oder? Nur fällt bei der Planung einer Besprechung die Entscheidung nicht immer leicht, wen man dazu einladen soll. Die Devise lautet: “So wenig Teilnehmer wie möglich, so viel wie nötig.”

Das einfachste Kriterium für eine Teilnahme stammt von Harrison Owen, wenn ich mich nicht irre. Demnach gibt es nur zwei Gründe, an einem Meeting teilzunehmen:

  1. Man kann etwas lernen (man bekommt wichtige Informationen) oder
  2. man kann etwas zum Thema beitragen.

Wenn beides nicht zutrifft, möge man sich lieber an den Arbeitsplatz begeben und dort einer wichtigeren Beschäftigung nachgehen. Einfach, klar und logisch, oder?

Paul Williams macht es sich nicht ganz so einfach und schlägt vor, unterschiedliche Rollen zur Auswahl der Teilnehmer heranzuziehen: The Seven People Who Need To Be Involved In Your Meetings.

Er nennt folgende Rollen:

  • R esponsible (Zuständige)
  • A ccountable (Rechenschaftspflichtige)
  • S upportive (Unterstützende)
  • C onsulted (Rat gebende)
  • I informed (zu informierende)

Für Strategiebesprechungen oder für ein Brainstorming empfiehlt er, den Kreis auf sieben Rollen zu erweitern:

  • C hampions (selbsterklärend)
  • A udience affected (Betroffene)
  • T asked (Menschen, denen Aufgaben zukommen könnten)
  • B uy-in (Leute, die man auf seiner Seite haben muss)
  • R esponsible (siehe oben)
  • I nformed (siehe oben)
  • O kay (Entscheider)

Nun gut, wenn man die Regel von Owen richtig anwendet, dann geht es auch einfacher.

 

 

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