Archiv des Autors: Stephan List

Kurznachrichten: Papierkugel, Time Tracker, GTD für GMail, QOwnNotes, Lernen, alte Software, Apps

Erschaffen Sie Ihre eigene Welt (aus Papier)

Es soll ja Menschen geben, die tatsächlich immer noch behaupten, die Erde sein eine Scheibe. Das ist sie mitnichten, wie Joachim Esque beweist. Vielmehr handelt es sich bei der Erde um ein Polyeder. Zur besseren Anschauung können Sie die Erde sogar als Pappmodell nachbauen. Die Vorlage zum Ausdrucken und die Bauanleitung liefert Joachim gleich mit. Viel Spaß beim Basteln!

Wissen, wo die Zeit geblieben ist: Time Tracker

Ein alter Tipp des Zeitmanagement lautet, zu analysieren, wo und womit Sie Ihre Zeit verbraten haben. Sollten Sie diesen Tipp umsetzen wollen, so können Sie dies mit Uhr, Papier und Bleistift tun oder aber den Rechenknecht bemühen. Schließlich gibt es Apps, die genau das tun, die Time Tracker. Saikat Basu stellt 5 Colorful Time Trackers That Help You Visualize Time Differently. Diese Tools bereiten die Ergebnisse sogar gleich grafisch auf, was bei der Auswertung sehr von Nutzen ist. Besonders interessant finde ich 144blocks und Orbit, die ich bei passender Gelegenheit ausprobieren werde. Ob es was bringt? Ich weiß es nicht.

GTD für Googlemail: Eine Anleitung

Wie die Leserinnen und Leser wissen, bin ich bekennender Nutzer von MS Outlook. Allerdings habe ich es so eingerichtet, dass es zu meinem Workflow passt. Dan Silvestre benutzt Googlemail und beschreibt in seinem Artikel GTD Gmail: Inbox Zero and Optimized Email Workflow, wie sein Setup aussieht. Wenn Sie mit GMail arbeiten und auf eine durchdachte Vorgehensweise nicht verzichten wollen, dann ist dieser Beitrag richtig für Sie.

Eine Alternative zu Evernote: QOwnNotes?

Schon als es noch völlig unbekannt war, war Evernote schon auf meinem Rechner. Damals war es einer Art Papierrolle nachempfunden, auf der man seine Notizen ablegen konnte. Mittlerweile teilen sich Evernote und OneNote die Rolle der Platzhirschen auf dem Gebiet und es gibt viele andere Apps, die ihnen den Platz streitig machen wollen. QOwnNotes ist so ein Programm und ich finde, es ist durchaus einen Blick wert. Es läuft auf allen Plattformen, Sie können es auch selbst hosten. Die Notizen lassen sich hierarchisch anordnen und das schönste: Sie lassen sich in Markdown erfassen. Kostenlos ist das ganze auch noch. Ach ja, auch Evernote-Notizen lassen sich importieren.

Wie man eine Sprache in Rekordzeit lernt

Seit geraumer Zeit lerne ich Spanisch und Französisch und nutze dazu das kostenfreie Duolingo. Mein Urteil ist zwiespältig. Einerseits macht das Lernen mit Duolingo durchaus Spaß, andererseits ärgere ich mich immer öfter über richtige Übersetzungen, die als falsch gewertet werden. Scott H. Young sieht das offensichtlich ähnlich und empfiehlt in seinem Beitrag How to Learn a Language in Record Time eine etwas andere Vorgehensweise. Dazu empfiehlt er auch entsprechende Lernprogramme. Die Uhr läuft und daher werde ich mir seine Vorschläge einmal näher ansehen.

Wie Sie alte Software auf neue PCs bekommen

Es gibt Programme, an die kann ich mich nur wehmütig erinnern. Sie waren einfach zu bedienen, aber dennoch äußerst nützlich. ABC Snapgraphics ist so ein Beispiel dafür. Leider sind viele (alle?) diese(r) Programme auf modernen PCs mit den neuen Betriebssystemen nicht mehr lauffähig. Oder etwa doch? Gavin Phillips beschreibt in How to Run Really Old Software on a 64-Bit PC: 6 Methods, wie wir diese alte Software vielleicht doch wieder ans Laufen kriegen. Ausprobiert habe ich es allerdings noch nicht.

Infografik: Apps für dies und jenes

Auch wenn wir manchmal alten Programmen hinterher trauen, Grund zum Verzweifeln ist das trotzdem nicht. Schließlich gibt es alle möglichen Apps für alle möglichen Anwendungen, die Sie noch nicht einmal auf Ihrem Rechner installieren müssen. Eine Übersicht gibt Ihnen die Infografik von Irfan Ahmad: Writing, Automation, Graphics, Productivity: 50+ Online Tools That Can Come in Handy. Sehen Sie selbst:

1 Antwort

Buch: Mehr Zeit – Wie man sich auf das Wesentliche konzentriert

Mittlerweile pfeifen es die Spatzen von den Dächern, es hat sich bis in die letzten Winkel des Landes herumgesprochen: Effizientes Arbeiten ist nur dann möglich, wenn man sich auf eine Tätigkeit voll und ganz konzentriert. Ablenkungen sind Gift, seien es innere Ablenkungen, wie z. B. Gedankenkreisel oder externe, wie etwa die ständigen Benachrichtungen durch eine Smartphone-App. Je mehr Sie sich ablenken lassen, desto weniger können Sie sich konzentrieren. Ganz einfach lässt sich das auf eine Formel bringen (die MathematikerInnen mögen mir verzeihen):

Fokussierung (Konzentration) ~ 1/Ablenkung

Ganz einfach also. Sie müssen Ablenkungen eliminieren und schon können Sie fokussiert und effizient arbeiten. Wie so oft im Leben ist dies aber einfacher gesagt als getan. Kein Wunder, dass sich unzählige Blogartikel mit der Vermeidung von Ablenkungen beschäftigen.

Jake Knapp und John Zeratsky, die Autoren des Bestseller Sprint, haben dazu ein ganzes Buch geschrieben: Mehr Zeit – Wie man sich auf das Wichtigste konzentriert.

Laut der Autoren haben wir mit zwei Arten von Ablenkungen zu kämpfen, (1) dem Busy Bandwagon und (2) dem Infinity Pool. Der Busy Bandwagon bezeichnet das ständige Mit-Irgendetwas-Beschäftigt-Sein-Müssen, gekennzeichnet durch einen vollgestopften Terminkalender oder eine endlose Aufgabenliste. Der Infinity Pool wird gebildet durch ständig wieder aufpoppende Informationen, die zum Beispiel von Apps auf dem Smartphone bereitgestellt werden.

Zur Abhilfe empfehlen Knapp und Zeratsky ihr Make-Time-System, das aus vier Elementen besteht:

  1. Highlight: Wählen Sie sich eine Aufgabe, ein Ziel, um den Tag zu priorisieren
  2. Laserstrahl: Bündeln Sie Ihre Energie und blenden Sie alles andere aus
  3. Rückblickende Betrachtung: Lassen Sie den Tag Revue passieren und identifizieren Sie, was gut gelaufen ist und was nicht. Planen Sie für den nächsten Tag Verbesserungen ein
  4. Energie tanken: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Batterien von Zeit zu Zeit aufgeladen werden

Zu jedem dieser Elemente werden in dem Buch insgesamt 87 praktische Tipps („Taktiken“) vorgestellt. Einige dieser Tipps werden Ihnen bekannt vorkommen, andere sind vielleicht neu. Schwer umzusetzen sind sie alle nicht, meist steht uns unsere mangelnde Vorstellungskraft im Wege: „Das kann man doch nicht machen“. Doch, Sie können. Wer sagt Ihnen, dass Sie sich immer benachrichtigen lassen müssen, wenn eine neue E-Mail im Eingangskorb landet? Gibt es dafür eine Verfahrensanweisung?

Sympathisch ist, dass die Autoren nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daherkommen und ihren Ansatz größer machen als er ist. Sie finden in dem Buch eine ganze Anzahl hilfreicher Hinweise, wie Sie dem Effizienzkiller „Ablenkung“ ein Schnippchen schlagen können. So weisen Sie darauf hin, dass nicht alle Tipps für alle Mitmenschen in allen Situationen funktionieren und fordern immer wieder zum Ausprobieren auf. Allerdings merkt man durchaus, dass die Autoren aus der Silicon-Valley-Kultur kommen, indem selbstbestimmtes Arbeiten eher die Regel als die Ausnahme ist. Interne Ablenkungen spielen dort vermutlich eine größere Ablenkung als externe. In der klassischen Industriekultur bei uns verhält es sich vermutlich umgekehrt.

Ab und zu lassen uns die Autoren ab und zu über ihre Schultern schauen. Sie berichten, wie Sie selbst die Taktiken anwenden, wie sie dazu gekommen sind und was bei Ihnen funktioniert hat und was nicht. Das lockert auf und hilft, die Taktiken besser zu verstehen.

Mir hat das Buch gut gefallen. Es liest sich leicht und locker und bietet den einen oder anderen wertvollen Hinweis. Erwarten Sie jedoch kein umfangreiches in sich geschlossenes System á la Getting Things Done. Das liefert das Buch nicht und will es auch gar nicht liefern. Wenn Sie allerdings praktische Tipps für den Alltag bekommen möchten, dann lohnt es sich, dieses Buch näher unter die Lupe zu nehmen.

 

… und hier erleben Sie Jake Knapp in voller Pracht

"Make Time" by Jake Knapp at Lean Product Meetup

 

 

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Redline Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

BTW: Ich freue mich, wenn ich ab und zu ein Buch zum Rezensieren geschickt bekomme. Die Bücher, die mir gut gefallen, bespreche ich, über die anderen schweige ich mich aus. Ich habe keinen Gefallen an Verrissen, schließlich bin ich nicht Reich-Ranicki.

 

Schreibe eine Antwort

Wie Sie die letzten 10 Minuten des Arbeitstags nutzen

Sie kennen das. Der Arbeitstag neigt sich dem Ende zu und Sie freuen sich darauf, was da noch kommt: Zeit mit den Kindern, Vereinslben, Sport oder Hobby. Wer scharrt da nicht vor Feierabend mit den Füßen und kann den Augenblick kaum erwarten, das Büro zu verlassen? Klar, dass es uns schwer fällt, vor dem Zuklappen des Laptops, den Arbeitstag noch einmal Revue passieren zu lassen und ihn mit einem Ritual sauber abzuschließen.

Jedoch hat es einen gewaltigen Nachteil, den Arbeitsplatz fluchtartig zu verlassen. Viele Menschen halten es für erstrebenswert, „nichts von der Arbeit mit nach Hause zu nehmen“. Sie wissen, dass es die Freizeitaktivitäten erheblich beeinträchtigen kann, wenn man Probleme aus dem Betrieb auch nach Feierabend mit sich herumschleppt. Die berühmter Trennung von „Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps“ will dann einfach nicht gelingen.

Die Psychologin Bljuma Wulfowna Zeigarnik hat dies mit einem Effekt erklärt, der später dann auch nach ihr benannt wurde:

Der Zeigarnik-Effekt ist ein psychologischer Effekt über die Erinnerung an abgeschlossene im Gegensatz zu unterbrochenen Aufgaben. Er besagt, dass man sich an unterbrochene, unerledigte Aufgaben besser erinnert als an abgeschlossene, erledigte Aufgaben.

Oder einfach gesagt, Ihr Gehirn erinnert Sie immer wieder an unabgeschlossene Aufgaben. Und genau das ist es, was eine Trennung von Arbeits- und Privatleben, die für unsere Erholung so wichtig ist, erschwert oder sogar verhindert.

Sie sehen, es macht durchaus Sinn, den Tag mit einem Ritual abzuschließen, um dem Gehirn die Beendigung einer Handlung quasi „vorzutäuschen“. Wie das geht, zeigt Brittany Lyte in ihrem Artikel The 5 Best Ways to Spend the Last 10 Minutes of Your Workday:

1. Erledigen Sie einfache Tätigkeiten

Im Laufe des Tages gibt es immer wieder Tätigkeiten, die unter die 2-Minuten-Regel fallen. Guru David Allen empfiehlt, eine Arbeit sofort und selbst auszuführen, wenn Sie innerhalb von 2 Minuten erledigt werden kann. Das ist die eine Möglichkeit. Die andere: Sammeln Sie diese Aufgaben und erledigen Sie diese vor Feierabend im Stapel.

2. Sehen Sie Ihre Aufgabenliste durch

Meine Arbeit organisiere ich nach Art der Pomodoro-Technik in Time-Boxes. Das heißt, mein Arbeitstag ist in 30-Minuten-Zeiteinheiten organisiert. Ich vergleiche am Ende des Tages immer meine Schätzung, wie viele Time-Boxes ich für eine Aufgabe gebraucht habe, mit der tatsächlich verwendeten Zahl. Wo habe ich länger gebraucht, wo war ich früher fertig? Lassen sich die Unterschiede erklären? Welche Schlüsse kann ich daraus ziehen, um am Folgetag produktiver zu werden?

3. Schreiben Sie die Aufgabenliste für morgen

Für den nächsten Tag erstelle ich (übrigens mit Papier und Bleistift) eine Liste der Aufgaben die ich angehen werde. Außerdem schätze ich, wie viel Time-Boxes ich dafür brauchen werde. Der Vorteil: Ein Blick auf den Zettel hilft mir am nächsten Morgen, mich schnell auf das zu konzentrieren, was zu tun ist.

4. Räumen Sie Ihren Schreibtisch auf

Machen Sie auf Ihrem Schreibtisch klar Schiff, bevor Sie gehen. Das vermittelt Ihnen die Botschaft, das Alte hinter sich gebracht zu haben. „Morgen ist ein neuer Tag“, heißt es immer und da passt es schlecht ins Bild, wenn das Geraffel vom Vortag noch auf dem Tisch liegt.

5. Verabschieden Sie sich

So halte ich es insbesondere dann, wenn ich in Sachen Workshops unterwegs bin. Bevor ich nach Hause fahre, räume ich den Tagungsraum gemütlich auf. Wenn ich dann gehe, drehe ich mich an der Tür noch einmal um und lasse den Blick durch den Raum schweifen. Vordergründig dient das der Vergewisserung, ob ich vielleicht doch noch etwas vergessen habe. Mindestens genauso wichtig ist, das ich den Tag noch einmal vorübergehen lasse und mich bewusst von Ort und Auftrag verabschiede. Erst dann ist für mich der Workshop wirklich beendet.

Wenn Sie diese abschließenden Handlungen am Ende des Tages zur Gewohnheit machen, werden Sie vermutlich wirklich nicht länger als zehn Minuten brauchen. Aber auch, wenn es eine halbe Stunde wird, Sie werden auf Dauer davon profitieren.

Probieren Sie es aus, es lohnt sich!

fancycrave1 / Pixabay

 

1 Antwort

Wie sich Menschen ihre Arbeitszeit wünschen

Zum Thema Arbeitszeit klaffen die Meinungen weit auseinander. Während die einen am liebsten den 12-Stunden-Tag wieder einführem möchten (aus „Flexibilitätsgründen“, wie es heißt), experimentieren andere mit der 4-Tage-Woche. Was viele nicht wissen, dass es ein Gesetz gibt, dass in Deutschland die Arbeitszeiten regelt: Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG). Hierbei ist noch einmal festzuhalten, dass das ArbZG nicht lediglich beratenden Charakter hat, wie viele meinen. Es ist ein Gesetz und daher verbindlich.

Nun sind Gesetze nicht in Stein gemeißelt und bis auf wenige Ausnahmen nicht für die Ewigkeit gemacht. Schließlich ändern sich gesellschaftliche Gegebenheiten, denen der Gesetzgeber durch Anpassungen Rechnung tragen sollte. Wichtige Grundlagen zur Entscheidungsfindung liefern hierzu wissenschaftliche Studien.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat nun eine Befragung zu Arbeitswünschen von Beschäftigten in Deutschland durchgeführt und veröffentlicht (pdf-Datei).

Untersucht wurden u.a.:

  • wie Arbeitszeitwünsche und -realitäten derzeit zusammenpassen
  • ob die Arbeitszeit verlängert oder verkürzt werden soll und wie die Chancen stehen, dass diesen Wünschen entsprochen wird
  • inwieweit für die Beschäftigten ein zeitlicher Handlungsspielraum gegeben ist
  • wie sich Diskrpanzen aus Wunsch und Wirklichkeit auf die Gesundheit auswirken

Gerade habe ich die Lektüre des bemerkenswerten Buchs Die Erfindung der Leistung von Nina Verheyen beendet (Leseempfehlung!). Sie finden dort auch einen Abschnitt zum Thema Arbeitszeit, in dem sie schreibt:

Im Deutschen Reichstag dagegen schmetterten Vertreter der Industrie noch 1904/05 den Vorschlag ab, die Arbeitszeit zumindest für Frauen auf 10 Stunden zu begrenzen. […] Man müsse schließlich auf dem Weltmarkt mithalten können.

Die Zeiten haben sich geändert, die Argumente offenbar nicht.

BTW: Sie bekommen das Buch von Nina Verheyen derzeit für kleines Geld bei der Bundeszentrale für Politische Bildung. Also nichts wie hin!

JESHOOTS-com / Pixabay

 

Schreibe eine Antwort

Die „Full List of Official No-List Systems“

Es gibt Autoren, die To-Do-Listen in Bausch und Bogen verdammen, weil sie angeblich nicht funktionieren könnten. Statt dessen werden dann Lösungen präsentiert, die dann doch wieder auf Listen hinauslaufen, jedoch anders strukturiert sind. Bis jetzt zumindest konnte mich noch keines der Argumente gegen die gute alte Aufgabenliste überzeugen.

Aber das ist ja nur meine bescheidene Meinung. Wenn Sie eine andere Ansicht haben, dann lohnt sich vielleicht ein Besuch auf der Website des britischen Zeitmanagement-Gurus Mark Forster. Dort finden Sie eine Full List of Official No-List Systems.

Ein Beispiel für eine solche Anti-Liste ist die 3T-Liste:

  1. Schreiben Sie drei Aufgaben auf
  2. Bearbeiten Sie die Aufgaben in beliebiger Reihenfolge, bis zwei erledigt sind
  3. Fügen Sie zwei weitere hinzu (so dass es wieder insgesamt drei Aufgaben sind)
  4. Wiederholen Sie das Prozedere ab dem 2. Schritt (erledige zwei, füge zwei hinzu) bis „der Arzt kommt“

Diese Listen gehören offensichtlich zu Forsters „Final Version (FV) time management system“, das Sie hier erklärt bekommen. Leider kann ich nur auf diese Seite verweisen, da ich mich mit diesem Ansatz noch nicht beschäftigt habe.

Sarah Michele Ford weiß mehr und hat über das Final Version (FV) time management system ein Video publiziert:

 

Wie auch immer, ich bleibe bei meinen Leiisten.

 

Schreibe eine Antwort

Scannerplatte selbst gemacht

Ich gebe zu, ich bin ein Mensch mit zwei linken Händen. Den berühmnten Nagel kann ich noch einschlagen, aber bereits der Aufbau eines schwedischen Billigregals stellt mich vor beinahe unlösbare Probleme. Meine (un)heimliche Bewunderung gilt daher jenen Zeitgenossen, die unter Zuhilfenahme von Kopf, Herz und Hand ihre notwendigen Utensilien selbst erstellen.

Horst Saak-Winkelmann ist so ein Anhänger der DIY („Do-It-Yourself“)- Bewegung. Auf seinem Blog wendet er sich an Leserinnen und Leser, die immer mal wieder auf saubere Art Dokumente scannen müssen. Wer muss das nicht, fragt man da und so wird vielen seine Bauanleitung für eine selbstgemachte Scannerplatte wie gerufen kommen.

Wenn Sie sich an die Anleitung halten, dann bekommen Sie für kleines Geld einen verstaubaren Scannertisch, bestehend aus einem Selfiestick (!), einem Sortiergitter und aus HARIBO-Dosen (!).

Für mich grenzt das an Zauberei, ein Dankeschön an Horst MacGuyver Saak-Winkelmann für die Idee und das Publizieren.

www_slon_pics / Pixabay

 

Schreibe eine Antwort

Therapie? Nichts für mich!

Immer wieder treffe ich auf Mitmenschen, die sich in seelischen Nöten befinden, professionelle Hilfe durch einen Psychotherapeuten jedoch vehement ablehnen. Ohne meinen ehemaligen BerufskollegInnen zu Nahe treten zu wollen, aber gerade unter Ingenieuren und Technikern ist diese Einstellung weit verbreitet. Ein bekannter Kalauer lautet „dem Inschenör nicht zu schwör“. Warum soll man dann also das Problem nicht alleine lösen können? Ist es die Angst vor dem Kontrollverlust, die hier zum Vorschein kommt?

Obwohl ich auch aus diesem Stall komme, habe ich die Abneigung gegen eine Psychotherapie nie verstanden. Warum soll man sich nicht von einem Profi helfen lassen? Schließlich gehe ich mit gebrochenem Arm auch zu einem Arzt und schiene ihn nicht selbst.

Eine Psychotherapie ablehnen kann man aus unterschiedlichen Gründen. Susan Kolod und Wylie Tyne führen in einem Artikel 9 Reasons Why People Resist Starting Therapy auf. Diese sind:

1. Meine Probleme sind gar nicht so schlimm

Hier verhält es sich ähnlich wie mit physischen Problemen. Wenn Sie merken, dass Sie nach drei Tagen immer noch starkes Bauchweh haben, dann gehen Sie zum Arzt um Schlimmeres zu verhindern. Oder warten Sie auf einen Blindarmdurchbruch? Genau so ist es mit der Psychotherapie. Sie sollten nicht erst damit beginnen, wenn der Schmerz unerträglich geworden ist. Die „Heilungschancen“ sind dann außerdem schlechter.

2. Ich muss meine Probleme alleine lösen

Wenn ein Problem nicht mehr trivial ist, dann gehen wir zu jemandem, „der sich damit auskennt“. Den Küche baut der Küchenspezialist ein, das Auto repariert die Werkstatt, das Fleisch kauft man beim Metzger. Nur seelische Probleme wollen wir alleine lösen, obwohl derlei Ungemach alles andere als trivial ist. Gehen Sie zur Fachfrau bzw. -Mann! Die haben das gelernt und wissen, was sie machen.

3. Eine einmal begonnene Therapie kommt nie zu einem Ende

Ein weit verbreitetes Vorurteil. Die Dauer und die Frequenz der Therapie wird zwischen dem Klienten (d. i. Patienten) und dem Therapeuten vereinbart. Hier gibt es die ganze Bandbreite von Kurzzeittherapien bis zu Therapien, die länger dauern. Nähere Informationen bekommen Sie auch bei Ihrer Krankenkasse.

4. Ich muss meine geheim(st)en Gedanken vor dem Therapeuten ausbreiten

Sie müssen gar nichts. Niemand kann Sie dazu zwingen, etwas preiszugeben, was Sie nicht möchten. Ohnehin klären Sie und die Therapeutin in einem Erstgespräch, ob die „Chemie stimmt“ und ob eine vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich ist. Ich möchte hier die Ausdrücke „Zusammenarbeit“ und „vertrauensvoll“ betonen.

5. Ich fühle mich beurteilt

Wenn Sie sich Sorgen machen, was eine Therapeutin über Sie denkt, dann sprechen Sie dies an. Allerdings sind diese Sorgen i. d. R. unbegründet. Der Therapeut ist nicht dazu da, über Sie zu urteilen, sondern um Ihnen zu helfen. Dies geschieht Zuhören und durch Klärungshilfe.

6. Ich habe Angst, dass ich von der Therapie abhängig werde

Eine Therapie ist nicht endlos (s. Pkt. 3). Die Therapie endet dann, wenn sich eine Person sicher ist, „dass sie die Fähigkeit besitzt, mehr aktiv am emotionalen Leben teilzunehmen“ (Zitat aus dem Artikel). Außerdem bezahlt die Krankenkasse keine Endlos-Therapien. Darauf können Sie sich verlassen.

7. Wenn ich über etwas spreche, muss ich etwas ändern

Das ist gut möglich, vielleicht aber auch nicht. Letztendlich treffen Sie die Entscheidung. Weiter oben habe ich den Begriff „Klärungshilfe“ benutzt. Im Gespräch bekommen Sie die Möglichkeit, zu ihren Problemen eine Außenperspektive zu entwickeln, sie evtl. anders zu betrachten und ggf. Handlungsalternativen zu entwickeln.

8. Ich habe Angst, dass ich etwas über mich lernen könnte

Vermutlich wird sich das nicht ganz vermeiden lassen. Wenn Sie das beunruhigt, sollten Sie das der Therapeutin mitteilen. Allerdings hilft es manchmal, zu verstehen, warum etwas so ist, wie es ist.

9. Ich bin mir unsicher, heißt das, ich sollte gar nicht erst anfangen?

Es geht uns allen so. Wenn wir Neuland betreten, dann fühlen wir uns unsicher, schließlich begeben wir uns auf unbekanntes Terrain. Allerdings heißt ein altes Sprichwort „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“. Seien Sie ehrlich, wie oft haben Sie Neues ausprobiert und waren am Ende froh, es gewagt zu haben? Auch hier gilt: Wenn Sie dieser Gedanke umtreibt, dann machen Sie es zum Thema im Erstgespräch.

 

Es kann nie schaden, sich im Vorfeld schlau zu machen. Wie immer finden Sie allerhand Informationen im Internet. Zum Beispiel:

Warten Sie aber nicht allzu lange.
Es ist schwer, die Reste aus dem Topf zu kratzen, wenn Sie einmal angebrannt sind.

OliverKepka / Pixabay

 

2 Antworten

Kurznachrichten: Papierplaner, PM-Apps, Jens-Schneider-Blog, GTD-Summit, alte Spiele, Speed-Conversation, Gespräche

Planer zum Selbst ausdrucken

Immer wieder stoße ich in den Weiten des Internets auf Vorlagen für die Aufgabenorganisation. Diese will ich natürlich den Freunden von Papier und Stift nicht vorenthalten. Printable Planners ist der schlichte Name einer Website, auf der Sie nahezu 1000 (!) solcher Templates herunterladen können. Eingeteilt sind die Vorlagen nach Papiergröße und Funktion. Der Download ist umsonst, die Zusammenstellung der Seiten kostet ein paar wenige Dollar.

Projektmanagement-Apps aufgelistet

Programme, die Sie beim Management von Projekten unterstützen, gibt es wohl in Hülle und Fülle. Die meisten der Leserinnen und Leser dürften ihre Lösung bereits gefunden haben. Falls Sie aber noch in der Such- oder Entscheidungsphase sind, dann hilft Ihnen vielleicht der Beitrag von Ines Bahr weiter: Die Top 30 kostenlosen bzw. Open Source-Projektmanagement-Tools für kleine Unternehmen. Dort finden Sie auch eine Übersicht der Features der wichtigsten Programme.

Das Produktivitätsformel-Blog von Jens Schneider

Jens Schneider ist ein Kollege, der sich so wie ich allerhand Gedanken zum Thema Aufgabenorganisation macht. In seinem Produktivitätsformel-Blog lässt er uns daran teilhaben. Sie finden dort in übersichtlicher Weise nützliche Tipps rund um die Produktivität. Ein Besuch lohnt sich.

Auf nach Amsterdam: Das GTD-Summit

Genau zehn Jahre ist es her, dass das GTD-Summit in San Francisco stattfand. Ich hatte damals die Gelegenheit, als ToolBlogger daran teilzunehmen. Offenbar kam David Allen zu Erkenntnis, dass nun die Zeit reif sei für ein neues GTD-Summit. Es findet am 20. und 21. Juni in Amsterdam statt. Sie erwartet dort ein Aufgalopp aller Produktivitätsgrößen und von denen, die sich dafür halten oder dafür gehalten werden. Mich werden Sie dort diesmal nicht treffen. Einmal reicht.

Alte Spiele für umsonst

Das wird nicht nur meinem Freund Thilo gefallen. Gavin Phillips hat 5 Sites Where You Can Download Old PC Games for Free aufgetan. Für die Freunde des Brotkasten möchte ich seine Hinweise noch um die C64 Software Library ergänzen. Die entsprenden Emulatoren finden Sie hier. Ich gebe zu, ich setze mich mitunter gerne an diese Spiele. Der Charme dieser alten Zeitdiebe ist unerreicht.

Ein Wort auf die Schnelle: Speed-Conversation

David Gurteen ist der Schöpfer des Knowledge Cafés. Er betreibt die wundervolle Website Conversational Leadership, die uns in Form eines „online-Buchs“ über die Hintergründe der Methode informiert. Auf dieser Website finden Sie auch die Beschreibung des Eisbrechers Speed-Convesation, die sich auch gut mit anderen Ansätzen kombinieren können. Hier ein kleiner Vorgeschmack, wie es da zugehen kann:

Wie Sie sinnvolle Gespräche führen

Weil wir gerade bei Gesprächen sind. In meinem Artikel Wieso können Sie nicht zuhören? konnten Sie lesen, wie gute Gespräche daran scheitern, dass die Partner nicht richtig zuhören. Mit der Infografik 11 Ways To Have Meaningful Conversations von gibt Ihnen Nivene Judeh weitere Hinweise, wie Sie ein nutzbringendes Gespräch gestalten können. Sehen Sie selbst:

 

Schreibe eine Antwort

Wieso können Sie nicht zuhören?

Die meisten Menschen stimmen der Aussage sicherlich zu, dass das Zuhören eine wichtige, wenn nicht vielleicht die wichtigste kommunikative Fähigkeit des Menschen ist. Offensichtlich besteht hier Einigkeit. Allerdings fragt man sich, warum dann so wenig Mitmenschen zuhören können.

Besonders augenfällig wird dies bei den unsäglichen Talkshows à la „Hart, aber fair“, so sich die Teilnehmer immer wieder ins Wort fallen, weil sie glauben, durch Überschreien des Gesprächspartners beim Zuhörer punkten zu können. Wir alle wissen, das Gegenteil ist der Fall, es sei denn, man hat Spaß am Krawall.

Manche Autoren, z. B. Peter Senge, unterscheiden in diesem Zusammenhang zwischen Diskussion und Dialog. In der Diskussion geht es darum, im Wettstreit der Argumente eine angemessene Lösung für ein Problem zu finden. Der Dialog dient zum besseren Verständnis des Gegenübers: Was ist es, das ihn so denken lässt, wie er denkt? Sowohl Diskussion als auch Dialog haben ihre Berechtigung, man muss nur wissen, wann man was tut. Dennoch behaupte ich, dass wir in der Regel zuviel diskutieren und zu wenig im Dialog stehen.

Ein Dialog kann ohne aufmerksames aktives Zuhören nicht funktionieren. Um meine Partnerin/meinen Partner verstehen zu können, muss ich mich ganz auf ihn/sie einlassen, sonst wird das nichts. Leider ist dies leichter gesagt als getan. Oft stehen wir uns beim aufmerksamen Zuhören selbst im Weg. Stephanie Vozza erklärt uns in ihrem Artikel 6 reasons why you’re a bad listener (and how to change it), warum dies so ist:

1. Sie reden von Natur aus gerne

Denken Sie an die Diskutanten in den Talkshows. Sich immer in den Vordergrund zu schieben, macht auf die Dauer einsam, denn das mag niemand. Ihr Gesprächspartner nicht und auch die Zuhörer, wenn es sie gibt. Es wirkt einfach dominant, auch wenn das wahrscheinlich gar nicht Ihre Absicht ist. Vielleicht hilft dieser Hinweis:

Fragen Sie viel und behaupten Sie wenig!

2. Sie urteilen über Ihr Gegenüber

Hier hilft ein Blick in die Bibel (Matth. 7,1-2)

Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn wie ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden.

Schwer einzuhalten, wie wir alle wissen. Aber dennoch sollten wir zumindest in der Lage sein, unser Urteil zu revidieren.

3. Sie sind voreingenommen und haben einen verzerrten Blick

Hier gilt analog das unter 2. Geschriebene.

4. Ihr Ego steht Ihnen im Weg

Besonders Führungskräfte glauben, stets das Heft in die Hand nehmen zu müssen um so die Kontrolle zu behalten. Meistens nützt das nichts, im schlimmsten Fall schadet das sogar. Sie haben auf das, was zwischen den Ohren Ihres Gesprächspartners stattfindet, ohnehin nur begrenzten Einfluss. Wenn immer nur Sie reden, werden Sie nie erfahren, was Ihre Mitarbeiter denken.

5. Sie versuchen, nebenher noch etwas anderes zu tun

Es ist nahezu unmöglich, auf verschiedenen Dinge gleichzeitig zu hören. Und außerdem ist es schlichtweg unhöflich. Glauben Sie ja nicht, Ihr Partner würde nicht merken, wenn Sie sich nebenbei mit etwas anderem beschäftigen.

6. Sie schalten bei dem Partner einfach ab

Oft höre ich in meinen Workshops, es sei sinnlos, mit XY zu reden. Man wisse ja ohnehin, wie er/sie reagieren würde. Stimmt, wenn Sie das wirklich sicher wissen, dann ist das wirklich sinnlos. Aber wissen Sie es tatsächlich sicher? Oder drücken Sie sich nur darum, sich mit anderen Argumenten und Meinungen auseinanderzusetzen?

 

Während einer Veranstaltung vor vielen Jahren hatte ich Gelegenheit, mich mit einer der Protagonisten des NLP, Robert Dilts, zu unterhalten. Vorher und auch nachher ist mir nie wieder ein Mensch begegnet, der so zuhören könnte. Er gab mir tatsächlich das Gefühl, er sein in diesem Moment ganz allein für mich da.

Eine beneidenswerte Fähigkeit!

jamesoladujoye / Pixabay

 

Schreibe eine Antwort

Tun Sie nichts!

In produktiven Zeiten wie diesen kann man gar nicht oft betonen, wie wichtig es ist, ab und zu einfach nichts zu tun. An anderer Stelle habe ich Astrid Lindgren bereits zitiert, doch gefällt mir ihre Äußerung so gut, dass ich sie gerne wiederhole:

Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen…

Leute, die ständig unter Strom sind, tun sich keinen Gefallen. Denn ab und zu nichts zu tun, hilft unserem Unbewusstem, an Problemlösungen zu arbeiten und uns dann mit kreativen Lösungen zu überraschen.

Wie man das Nichtstun in seinen Alltagsleben einbauen kann, zeigt uns Shelly Tygielski in dem Artikel The Benefits of “Doing Nothing”: Five Ways to Find Creativity Through Reflection:

1. Verfolgen Sie Ihren derzeitigen Tagesplan und analysieren Sie ihn
2. Legen Sie Laptop und Smartphone zur Seite
3. Nehme Sie die Natur um Sie herum bewusst wahr
4. Achten Sie während Stillständen auf Ihre Gedanken
5. Tun Sie absolut gar nichts

The Benefits of “Doing Nothing”: Five Ways to Find Creativity Through Reflection

 

Ich selber meditiere mindestens 20 Minuten jeden Tag. Wenn ich zum Beispiel meinen Vater im Seniorenheim besuche, dann verbinde ich den Besuch mit einer Meditation in der dortigen Kapelle. Auf dem Weg zurück, nehme ich oft einen Umweg und versuche, mit allen Sinnen die Umgebung wahrzunehmen und eine Art Gehmeditation durchzuführen.

Auf diese Weise habe ich die Meditation in meinen Alltag „eingebaut“. Das geht sehr gut. Wenn Sie bewusst Ihren Tag betrachten (s.o. Punkt 1), werden auch Sie eine Gelegenheit finden, „nichts“ zu tun.

Da bin ich mir sicher.

bogitw / Pixabay

 

Schreibe eine Antwort