Archiv des Autors: Stephan List

Pocketmod 2.0: Das Paperphone (Android)

Können Sie sich noch an Pocketmod  (The Free Recyclable Personal Organizer) erinnern? Nein? Hier eine kleine Auffrischung. Es handelt sich bei Pocketmod um ein Programm, mit dem Sie allerhand Informationen auf Papier ausdrucken können. Danach können Sie auf raffinierte Weise das Blatt so zusammenfalten, dass es garantiert in jede Hosen- oder Jackentasche passt.

Im ToolBlog habe ich Pocketmod einige Male erwähnt:

Nun heben die Kreativbolzen von Google das Prinzip des Pocketmod auf eine höhere Stufe, Pocketmod 2.0 sozusagen. Sie haben einen Android-App entwickelt, mit der Sie Inhalte Ihres Smartphones zusammenstellen, ausdrucken und dann zusammenfalten können. Sinnigerweise haben Sie ihre Spielerei Paper Phone genannt.

Paper phone – A printable Paper Phone which helps you take a break away from your digital world

 

Leider (aber nur in diesem Fall) habe ich ein iPhone, so dass ich keine eigenen Erfahrungen beisteuern kann. Falls Sie aber stolzer Eigner eines Androiden sind, dann hinterlassen Sie doch einen Kommentar und erzählen uns, wie Paper Phone funktioniert hat.

 

Schreibe eine Antwort

Kurznachrichten: Post-its, Tomatentechnik, Hotel, Flipchart, 3-D-To-Do-Liste, Kleiderschrank

Projekte planen mit Post-its und Trello

Für mich ist der Haftklebezettel eine der genialsten Erfindungen des 20. Jahrhunderts. Für mich sind diese selbstklebenden Helferlein das Mittel der Wahl beim Erstellen von Workshopkonzepten oder der Planung von Projekten. Für letzteres verwende ich auch gerne Trello, wie meine Leser wissen. Alexia erklärt in dem Beitrag From Ideas To Action: How To Turn Post-it Notes Into Trello Cards, wie Sie das Analog mit dem Digitalen verbinden. Mit der Post-it-Note-App, die es jetzt nicht nur für iOS, sondern auch für Android gibt.

Missverständnisse bez. der Tomatentechnik

Die Pomodoro-Technik nach Francesco Cirillo ist nicht unumstritten. Während einige Zeitgenossen auf diese besondere Form des Time-Boxing schwören, können andere damit gar nichts anfangen. Vielleicht gibt es bei Letztern aber auch nur einige Missverständnisse bez. der Tomatentechnik. Zumindest meint das Alice Coleman in ihrem Artikel Common misconceptions of the pomodoro technique. Für Eilige gibt es dieses Video:

The common misconceptions of the pomodoro technique

Tricks für den Aufenthalt im Hotel

Wenn Sie, so wie ich, öfters in Hotels übernachten, dann stolpern Sie sicher auch manchmal über das eine oder andere Ärgernis. Dinge, die eigentlich nicht der Rede wert sind, aber eben nerven. Wie zum Beispiel die Türentriegelungskarte, die man eingesteckt haben muss, damit im Zimmer elektrischer Strom fließt. Dabei ist die Lösung so einfach, dass es schon fast peinlich ist. Dies und noch einige mehr hilfreich Kniffe für das Hotel erfahren Sie in dem Beitrag von Jonas Grinevičius und Li Nefas: 25 People Share Their Hotel Hacks And Traveling Might Never Be The Same Again.

Kein Flipchart? Macht nichts!

Für mich ist das Flipchart zusammen mit den Haftklebezetteln (s.o.) die eierlegende Wollmilchsau in der Moderation. Aber es soll tatsächlich noch Räumlichkeiten geben, in denen nicht einmal dieses Allroundwerkzeug vorhanden ist. Kein Grund zur Panik meint Jörg Jelden und stellt Seine 7 besten Flipchart-Alternativen vor. Ich möchte gerne noch ergänzen: Die Moderationtools von Stange-Design und das Tisch-Flipchart von 3m für kleinere Gruppen.

Die dreidimensionale To-Do-Liste

Über diese Vierfelderdiagramme muss ich Ihnen wahrlich nichts mehr erzählen. Durch ein zweidimensionales Achsenkreuz werden vier Felder definiert, mit denen unterschiedliche Zustände beschrieben werden können. Das Eisenhower-Diagramm ist wohl die bekannteste Anwendung dieser Darstellung. Wenn man bei besagtem Diagramm neben Wichtigkeit und Dringlichkeit noch die Dimension „Aufwand“ hinzufügt, bekommt man ein dreidimensionales Diagramm, in das man seine Aufgaben eintragen kann. Geht nicht? Geht eben doch, und zwar bei ToDo3D.

Wie Sie Ihren Kleiderschrank „ausmisten“

Es soll Mitmenschen geben, die vor lauter Klamotten den Kleiderschrank nicht mehr sehen. Wenn Sie glauben, zu dieser Gruppe zu gehören und schon immer mal Ihren Schrank „ausmisten“ wollten, dann kann Ihnen das folgende Flowchart bei der Entscheidung helfen, was mit Ihren Kleidungsstücken zu tun ist: This Flowchart Helps Clean Your Closet with Quick Decisions.

 

Schreibe eine Antwort

Zwei kostenlose Taskboard-Apps: Nullboard und TaskBoard

Bis vor einigen Jahren hatte ich noch relativ wenig mit IT-Unternehmen zu tun. Und wie alle Leute, die keine Ahnung haben, hatte ich ein Vorverständnis davon, wie die Menschen dort zusammenarbeiten würden. Alle säßen wie gebannt vor ihren Bildschirmen und hackten ihren Code in die Rechner, so war meine Vorstellung.

Nachdem ich nun einige Male für IT-Firmen arbeiten durfte, weiß ich es besser. Die Arbeitsmittel sind oft erstaunlich analog, das Whiteboard und die Haftklebezettel erfreuen sich großer Beliebtheit, besonders wenn es um die Erstellung und die Pflege von Task Boards geht. Ich kann einem solchen analogen Taskboard einiges abgewinnen, vor allem weil es allen Teammitgliedern einen Überblick im wahrsten Sinn des Wortes bietet. Da ist der Bildschirm schon von der Fläche her recht begrenzt

Das Ganze geht auch wieder in einer Rolle rückwärts von analog auf digital. Es gibt eine Vielzahl von Apps da draußen im Netz, die ein Taskboard digital abbilden. Der bekannteste Vertreter dürfte wohl Trello sein. Trello gibt es in einer kostenfreien und einer kostenpflichtigen Version, wobei die erstere für den Otto Normalverbraucher wohl ausreichend sein dürfte.

Ein völlig kostenloses Taskboard ist Nullboard. Der Name ist Programm. Nullboard kommt absolut minimalistisch daher. Es läuft im Browser Ihres Vertrauens. Sie müssen nichts installieren, Sie brauchen sich nirgendwo registrieren, sondern können sofort loslegen. Das Menü ist nicht ganz einfach zu finden. Es befindet sich im rechten oberen Fenstereck hinter drei kleinen Strichen.

Ein weiteres kostenfreies (um Spenden wird gebeten!) Tool ist TaskBoard. Sie können es einfach auf Ihrem Server installieren und von dort aus starten. TaskBoard ist nicht ganz so minimalistisch und bietet einige Möglichkeiten mehr als das Nullboard. Sie können zum Beispiel für die Erstellung Ihrer Aufgaben-Karten Markdown benutzen. Das ist doch schon mal was!
Mir gefällt TaskBoard gut und ich werde es sicher einmal probieren, wenn es sich ergibt und der Tag verregnet ist.

 

 

Schreibe eine Antwort

Matthew Cornell testet Methoden

Wenn Sie Matthew Cornell nicht kennen, dann befinden Sie sich in bester Gesellschaft. Ich kenne ihn nämlich auch nicht, zumindest nicht persönlich. Er hat aber einen bemerkenswerten Artikel auf seinem Blog veröffentlicht, in dem er mehr oder weniger bekannte Produktivitätstricks in seinem persönlichen Arbeitsalltag testet und uns seine Erfahrungen mitteilt: Just do it! But HOW?.

Die Veröffentlichung des Artikels ist zwar schon einige Jahre her, aber dennoch hat der Beitrag kaum an Aktualität eingebüßt. Matthew bewertet Ansätze, die heute immer noch diskutiert, angewendet oder verworfen werden. Beispiele sind die Vierfeldermatrix, Tagesplanung oder die Buchführung über Unterbrechungen.

Mir gefällt, dass Matthew nicht nur erzählt, was gut funktioniert, sondern auch, was überhaupt nicht geklappt hat. Beispielsweise die künstliche Deadline (“It was a disaster, and I hated it”). Kann ich nur bestätigen.

Pavlofox / Pixabay

 

 

Schreibe eine Antwort

Ein großes Lob auf die Tafel!

Vor lauter Projektoren, Internet und anderem Technikgedöns vergessen wir ab und zu die Vorzüge der einfachen Tafel. Die Tafel ist zwar von der Schieferversion zum Whiteboard mutiert, an ihren grundsätzlichen Vorzügen hat das aber nichts geändert. Das findet auch Kevin Purdy. In seinem Artikel “How a Whiteboard Helped a Terrible Delegator Keep a Team On-Task” benennt er folgende Vorteile:

  • Tafeln sind so groß, dass jeder sehen kann, was darauf geschrieben steht
  • Tafeln regen zu Ideen an, denn wir alle möchten gerne leere Stellen füllen
    (das kennen wir vom Mind-Mapping)
  • Tafeln fördern den Gedankenfluss durch die physische Tätigkeit des Schreibens an
    (da hätten vielleicht die Kinästheten etwas dazu zu sagen)
  • Tafeln zwingen uns nicht zur Selbstverpflichtung (“commitment”), sondern fördern das Ausspucken von Gedanken zum weiteren Erörtern
  • Tafeln kann man kaum mit samt einem Rucksack verlieren

Na gut, die letzten zwei Vorteile lassen wir einmal dahingestellt, aber ich habe noch andere Punkte beizusteuern:

  • Man kann Whiteboards immer wieder auswischen und so die Inhalte neu strukturieren
  • Whiteboards lassen sich mit Haftklebezetteln als Pinnwandersatz verwenden
  • Whiteboards kann man als spezielle Tafeln verwenden, z. B. als Kanbanboard oder für die Maßnahmenplanung. Ach ja, Sie können darauf auch prima MindMaps malen.

Ganz ohne Nachteile geht es allerdings nicht. Wenn Sie etwas ausgewischt haben, ist es weg. Für immer. Es sei denn, Sie fotografieren vorher das Ergebnis. Das ist bei Whiteboards gar nicht so einfach, denn einfallendes Licht wird stark reflektiert. Allerdings können Sie sich von entsprechenden Apps helfen lassen, zum Beispiel von MS Office Lens (iOS, Android) oder 3M Post-it (iOS, Android), wenn Sie Ihr Whiteboard mit Haftklebezettel verziert haben.

Tipps und Tricks in Hülle und Fülle finden Sie auch auf dem Blog meines verehrten Kollegen Tim Themann. Einfach in das Suchfeld oben rechts „Whiteboard“ eingeben. Sie werden staunen über die Fülle der Ergebnisse.

 

Sie sehen, mitunter macht es Sinn, sich auf alte Medien zu besinnen.
Warum? Weil sie sich bewährt haben.

 

Schreibe eine Antwort

Alles ist wichtig? Priorisieren Sie trotzdem!

Immer wieder beklagen sich die TeilnehmerInnen in meinen Workshops über das Priorisieren. Es funktioniere schlecht bis gar nicht, weil im beruflichen Alltag alles „wichtig“ sei. Ich gebe zu, es ist vielleicht wirklich alles wichtig, aber man sollte hinterfragen, ob wirklich alles gleich wichtig ist (mal davon abgesehen: Was ist überhaupt wichtig und wer definiert das?).

Um besser zwischen der Tragweite von Aufgaben differenzieren zu können und vielleicht doch eine Rangfolge aufstellen zu können, gibt es da draußen eine ganze Reihe von Priorisierungstechniken. Jessica Greene stellt in Ihrem Artikel How to Prioritize When Everything Feels Important neun dieser Techniken vor:

1. Die Priorisierungsmatrix

Hier handelt es sich um die berühmte Vierfeldermatrix, deren bekannteste Vertreterin die Eisenhower-Matrix. Dringlichkeit und Wichtigkeit sind aber beileibe nicht die einzigen zwei Elemente, zwischen denen man die Matrix aufspannen kann. Es gibt auch noch andere, wie Jessica zeigt.
Mittlerweile bin ich ein Fan der Vierfeldermatrix geworden. Es ist erstaunlich, welche Zusammenhänge man damit aufzeigen kann. Sogar „Dummheit“ lässt sich darüber definieren.

2. MoSCoW

Dieses Merkwort steht für: M_ust do, S_hould do, C_ould do, W_on’t do. Eine solche Einteilung der Aufgaben kann man gut mit Programmen wie Trello visualisieren, meint Jessica. Mir ist das zu kompliziert. Ich unterscheide frei nach Michael Linenberger lediglich zwischen Critical Now, Opportunity Now und @Irgendwann/Vielleicht.

3. ABCDE

Im Prinzip handelt es sich hierbei um eine Variante von MoSCoW, erweitert und D für D_elegation. Diese Einteilung geht auf Brian Tracy zurück, was bei mir sofort Skepsis auslöst.

4. Priorisieren nach Scrum

Laut Jessica wird hier eine Rangfolge hergestellt, indem man die Aufgaben miteinander vergleicht. Es handelt sich somit um ein relativierendes Vorgehen. Wichtig ist dabei, dass Sie das richtige Kriterium wählen. In Scrum geht es um den wirtschaftlichen Beitrag der Aufgabe am Gesamtprojekt.

5. Bubble Sort

Im Artikel wird eine Variante des Paarvergleichs vorgestellt, auch bekannt unter dem Namen „Swap Sort“. Sie können auch eine App dafür verwenden, im ToolBlog hatte ich vor einiger Zeit über eine solche Anwendung geschrieben: Choicing.

6. Most Importang Task (MIT)

Bei dieser Methode wählen Sie sich für den betreffenden Arbeitstag die 1-3 wichtigste Aufgaben aus. Ein einfaches, geradezu minimalistisches Prinzip. Kein Wunder, es stammt auch von Leo Babauta. Allerdings stehen Sie auch hier vor der Qual, die wichtigsten drei Tätigkeiten für den Tag herauszusuchen.

7. Die Ivy-Lee-Methode

Auch hier müssen Sie eine Rangfolge Ihrer Aufgaben bilden. Die Aufgaben werden dann strikt und konsequent gemäß ihrer Stellung in der Rangfolge abgearbeitet. Ich habe das Verfahren in Aufgaben erledigen wie Ivy Lee beschrieben.

8. 1-3-9

Hier gruppieren Sie Ihre Aufgaben in 1 sehr wichtige Aufgabe, 3 mittelwichtige (was immer das ist) und 9 weniger wichtige Aufgaben. Sie können zur Einteilung die Eisenhowermatrix benutzen. Ich bin skeptisch.

9. Zwei-Listen-Technik

Diese Methode geht auf Warren Buffet zurück. Bei den zwei Listen handelt es sich um eine To-Do-Liste und eine Don’t-Do-List. Auf letztere kommen die Dinge, die Sie auf keinen Fall tun sollten. Dieses Vorgehen soll Ablenkung und Verzettelung vorbeugen. Nähere Informationen finden Sie bei James Clear oder Trent Hamm.

 

Sie haben es schon bemerkt, die Methode, die ich bevorzuge, führt Jessica nicht auf. Ich priorisiere nach der One Minute To-Do-List nach Michael Linenberger in einer abgewandelten Variante. Wenn Sie Näheres darüber erfahren möchten, dann holen Sie sich das kostenlose E-Book vom Meister persönlich.

 

evondue / Pixabay

 

Buch zum Artikel (Werbung)

 

1 Antwort

Nutzen Sie @WartenAuf?

Warten Sie auch manchmal vergeblich auf Informationen, die Kollegen, der Chef oder auch Kunden Ihnen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt versprochen haben? Und dann ärgern Sie sich, wenn Sie von Ihren Partnern einfach vergessen werden?

Die Grundfrage lautet: Wie stellen Sie Verbindlichkeit her?

Sie brauchen etwas, das Sie ganz sicher daran erinnert, was Sie wann von wem zu bekommen haben. So etwas wie die @WartenAuf-Liste nach David Allen. Hier tragen Sie ein, wer Ihnen bis wann was zugesagt hat und gehen sie täglich durch. Falls etwas nicht zum versprochenen Zeitpunkt geliefert wird, haken Sie nach. Erinnern Sie, fragen Sie, seien Sie penetrant.

Ich nenne das den Schmeißfliegen-Effekt. Der ist schnell erklärt: Wenn von Ihnen fünf Kollegen etwas wollen und einer verhält sich wie dieses Insekt, wem werden Sie liefern? Genau, Sie ahnen es.

Aber vergessen Sie bitte nicht die Regeln der Höflichkeit. Der Ton macht die Musik. Nachhaken kann man in vielen Varianten und Sie sollten nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Sie wollen ja schließlich nicht mit der Fliegenklatsche erschlagen werden.

Alan Henry hat einen Artikel zu diesem Thema verfasst: A Stress-Free Guide to Remembering to Follow Up at Work. Dort finden Sie auch Hinweise zu einigen Softwaretools, die Ihnen bei der Nachverfolgung helfen können. Ich selbst organisiere meine Nachverfolgung mit Outlook und zwar “zu Fuß”. Alan verweist in diesem Zusammenhang auf einen Beitrag von Kelly Forrister: Cool GTD tip for tracking Waiting For items in Outlook.

 

mikadago / Pixabay

 

Buch zum Artikel (Werbung)

Schreibe eine Antwort

Warum Sie in der Regel eben doch Ihrem Bauch trauen sollten

“Bauch oder nicht Bauch?”, das ist hier die Frage. In einem Artikel auf seinem Blog will Scott Berkun den Nachweis führen, warum “Always trust your gut” (“Verlass Dich immer auf Deinen Bauch”) kein guter Ratschlag ist: Should you always trust your gut?

In dem Artikel erklärt er auch, warum:

  1. Unsere Instinkte können widersprüchlich reagieren
    Gemeint ist hier die Angst vor dem Ja-Wort im Standesamt, obwohl man sich auf diesen Moment eigentlich freut.
    Mag sein. Und dennoch. Es geht hier beim Bauchgefühl nicht um Momentaufnahmen. Wenn mich vor einem wichtigen Ereignis immer und immer wieder Zweifel plagen, dann sollte ich sie ernst nehmen. Es geht nicht um den Augenblick, sondern um ein gewisses Grundgefühl. Ein typischer Fall ist die Beförderung. Eigentlich sollte ich mich darüber freuen, aber es quält mich ein Unbehagen, das nicht auszuräumen ist. Wenn dem so ist, dann sollte ich mich fragen, woher das Bauchgefühl kommt.
  2. Wir kennen uns selbst gar nicht so gut
    Das stimmt. Das Meiste schlummert eben im Unbewussten. Und gerade deshalb ist es ja so wichtig, in sich hineinzuhören, ob vom Bauch nicht wichtige Impulse kommen.
  3. Instinkte hängen von Situationen ab
    Das ist richtig. Und hier zeigt sich, dass es nicht zweckmäßig ist, Instinkt mit Bauchgefühl gleichzusetzen. Instinkt ist nicht Intuition. Instinkt liegt im Reptilienhirn und gehört zu unserem Überlebensprogramm.
  4. Manche unserer Instinkte sind besser ausgebildet als andere
    Mag sein, aber siehe 3.
  5. Gutes Urteilsvermögen rührt von Fehlern her, die wiederum von schlechtem Urteilsvermögen kommen
    Klar, man bildet (teilweise) aufgrund von Erfahrungen sein Bauchgefühl aus. Wenn die Batterie etwas abgeben soll, dann muss man sie vorher laden.
  6. Daten stechen Speicher
    Was Scott hier beschreibt, hat für mich nichts mit Pro oder Contra Bauchgefühl zu tun. Was will er mir damit sagen?
  7. Man kann aus den falschen Gründen Erfolg haben und Misserfolg aus den richtigen
    Ach ja, was ist “falsch” und was ist “richtig”? Auch das hat m. E. nichts mit dem Bauchgefühl zu tun.

Meine Folgerungen?

So sehr ich Scott Berkun schätze, aber hier hat er sich meiner Meinung nach vergaloppiert. Zum ist das Gleichsetzen von Bauchgefühl und Instinkt für mich nicht sinnvoll. Zum anderen zählt er Dinge auf, die nichts über Vor- und Nachteile von Bauchentscheidungen aussagen. Ich kann verstehen, dass es besonders den “Kopfgesteuerten” unter uns schwerfällt, die Überlegenheit des Bauchgefühls zu akzeptieren. Vielleicht hilft ihnen die Lektüre von Gigerenzer weiter.

Bauchentscheidungen: Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition (Taschenbuch)
by Gerd Gigerenzer

Price: EUR 10,00
33 used & new available from EUR 10,00
(0 customer reviews)

Für mich ist die Sache klar. Ich höre auf meinen Bauch. Denn die Entscheidungen, die ich in meinem Leben mit dem Kopf getroffen habe, gingen alle ordentlich in die Hose. Das heißt aber nicht, dass ich meinen Kopf ausschalte. Lassen Sie es mich auf auf folgende Formel bringen:

Vorbereitet werden die Entscheidungen mit dem Kopf, getroffen mit dem Bauch!

Wie so oft im Leben heißt die Devise “Sowohl als auch” und nicht “Entweder oder”. Ähnlich sieht es Scott wohl letztlich auch, wenn ich den Kommentarthread zu seinem Artikel richtig interpretiere.

 

 

Bücher zum Thema (Werbung)

Schreibe eine Antwort

Der Tag in 4 mal 2 Stunden

Es gibt ja viele Anregungen, wie Sie Ihren Arbeitstag einteilen können.

Einen interessanten Ansatz habe ich bei Donna McGeorge gesehen. In How to boost your productivity in 2-hour blocks und The 2 hour technique that could supercharge your productivity empfiehlt sie, den Arbeitstag in 4 Blöcke á 2 Stunden aufzuteilen.

Sie beruft sich dabei auf Daniel Kahneman, der zwei Arten des Denkens unterscheidet:

  1. Schnelles Denken:
    Schnelle Auffassung und Verarbeitung, braucht wenig Energie (Intensität)
  2. Langsames Denken:
    Tiefes Durchdringen eines Themas, benötigt tiefe Intensität

 

Dieser Unterscheidung fügt Donna noch die Dimension Bedeutung, Tragweite, Auswirkung einer Tätigkeit hinzu. Sie schlägt vor, 2-Stunden-Blöcke für die Erledigung vorzusehen:

  1. Die ersten zwei Stunden des Arbeitstages sollten Sie für die Arbeiten mit hoher Tragweite und hoher Intensität reservieren.
  2. In den zweiten zwei Stunden führen Sie die Tätigkeiten mit (noch) geringer Trageweite und hoher Intensität aus.
  3. Die dritten zwei Stunden sind weniger anspruchsvollen und weniger wichtigen Aufgaben gewidmet, Routinetätigkeiten wie die Beantwortung von E-Mails etwa.
  4. In vierten zwei Stunden erledigen Sie die Aufgaben, die eine gewisse Tragweite haben, aber nur geringen Energieaufwand erfordern. Planung, „Wartung“ des Organisationssystems (z.B. Wochendurchsicht) und Vorbereitung des Folgetages etwa.

 

Ob diese Reihenfolge allgemeingültig ist, weiß ich nicht. Ich denke, Sie können auch eine andere wählen, wenn Ihre Energieverlauf über den Tag ein anderer ist. Im Prinzip handelt es sich bei Donnas Vorgehen um eine Variante des alten Tipps „Beachten Sie Ihre persönliche Leistungskurve„.

Mir leuchtet dieser Tipp und die erweiterte Version von Donna zwar ein, allerdings „höre ich die Botschaft wohl, allein mir fehlt der Glaube“. Sie ist praktikabel für Menschen, die weitgehend autonom ihre Arbeitszeit gestalten können. Den anderen werden wohl Kollegen, Chefs und andere Umstände in die Suppe spucken und dieses Schema scheitern lassen.

 

Oder bin ich wieder mal ein Schwarzseher?
Was meinen Sie?

 

Schreibe eine Antwort

Software: Alt, aber nicht verstaubt

Sicher haben Sie sich bei so manchem Softwareupdate gefragt, was denn nun an der neuen Version besser sein soll. Oft gibt es gar keine Verbesserung, sondern eher eine Ver“schlimm“besserung, wie ein Kommilitone von mir immer sagte.

Es lohnt sich also manchmal, bei der alten Version zu bleiben oder zu einer alten zurückzukehren. Manchmal hat das sogar den Vorteil, dass diese alten Versionen kostenlos zu haben sind.

Sie finden alte Prorammversionen fein säuberlich aufgelistet bei OldApps.com oder OldVersion.com. Sie werden sehen, das Stöbern lohnt sich.

 

 

 

2 Antworten