Archiv des Autors: Stephan List

E-Mails mit reinem Text: Wie, warum, weshalb?

Wie viele ToolBlog-Leser wissen, bin ich bekennender Outlook-Nutzer. Von Haus aus befindet sich Outlook im HTML-Modus. Bei mir allerdings nicht. Ich habe Outlook so eingestellt, dass nur reine Textmails gesendet und empfangen werden.

Warum das so ist, können die Autoren von Use plaintext email viel besser erklären als ich selbst: Why is plaintext better than HTML?. HTML in E-Mails

  • erleichtert das Phishing
  • unterstützt Datenschutzverletzungen und Datenverfolgung
  • bietet eine Reihe von Sicherheitslücken
  • lenkt durch bunte Bildchen von der eigentlichen Information ab

und hat noch manch andere Nachteile, wie die Autoren schreiben.

Um diese zu vermeiden, können Sie zu einen den HTML-Modus in Ihrem E-Mail-Programm deaktivieren, wie ich es für Outlook getan habe.
Die andere Möglichkeit, die ich Ihnen zumindest für den Privatgebrauch emfpfehlen kann, ist die Verwendung eines E-Mail-Clients, der von sich aus nur reinen Text verarbeitet. Use plaintext email gibt Ihnen eine Übersicht über derartige Programme.

Ein paar weitere Dinge sind außerdem noch zu beachten. Auf der Website gibt es auch noch einige Hinweise zur Etiquette für Text-E-Mails und für das Versenden von Nachrichten.

Mein Lieblingsthema ist die Untugend, per E-Mail-Pingpong Nachrichten in der Länge von Handtüchern zu produzieren („top posting“). Gewöhnen Sie sich stattdessen an, aus den vorangegangenen Nachrichten zu zitieren. Bei den meisten E-Mail-Programmen ist dies gefahrlos und ohne Aufwand möglich. Außerdem erhält man so den natürlichen Lesefluss. Oder wie die Autoren der Website schreiben:

A: Because it reverses the logical flow of conversation.
Q: Why is top posting frowned upon?

422737 / Pixabay

 

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Markdown, Editoren und mehr

Kennen Sie Markdown?

Wenn Sie nicht, dann empfehle ich Ihnen den entsprechenden Wikipedia-Eintrag oder meinen Text Lernen Sie Markdown in 10 Minuten.

In meiner Begeisterung für Markdown lasse ich mich nur ungern übertreffen. Ich finde, Markdown hilft dabei, schnell und effizient Teste zu verfassen, ohne sich von Klicki-Bunti-Formatierungsvorschlägen ablenken zu lassen.
Zum Beispiel verwende ich für das Verfassen meiner ToolBlog Artikel den Markdown-Editor WriteMonkey. Mit ihm schreibe ich den Text, kopiere ihn als HTML-Datei in die Zwischenablage und übertrage ihn ins ToolBlog. Fertig die Laube.

Mittlerweile das Angebot von, auch kostenlosen, Markdown-Editoren schier unübersehbar. Mein Freund und Kollege Frank Hamm hat in seinem Beitrag Die besten Markdown-Editoren für Windows, MacOS und Online einige aufgelistet. Und auch hier im ToolBlog finden Sie unter Markdown für Chrome: Textdown (…und mehr) einige Hinweise.

Die wohl neueste Liste der Editoren liefert Andrew von der Dev Community: State of Markdown Editors 2019. Er empfiehlt Joplin, ein kostenloses Programm, das mit allen gängigen Betriebssystemen läuft. Der Schwerpunkt von Joplin liegt auf dem Erstellen und Verwalten von Aufgabenlisten und Notizen. Es bietet außerdem die Möglichkeit zwischen verschiedenen Geräten zu synchronisieren.

Wie auch immer. Hier noch einige spezielle Tipps für die Verwendung von Markdown:

  • Das Markdown Cheatsheet gibt Ihnen eine Übersicht über die wichtigsten Auszeichnungsbefehle
  • Mit Markdown-cv können Sie Ihren Lebenslauf zumindest optisch aufhübschen
  • Der Name ist bei Markdown Tables generator Programm. Manchmal braucht man eben Tabellen.
  • Marxico soll den vermissten Markdown-Editor für Evernote ersetzen. Da ich Marxico nicht benutze, kann ich auch kein Urteil über ihn abgeben.
  • Vor einiger Zeit wies Jan Fischbach hier im Blog auf Pandoc hin, mit dem Sie Dokumente verschiedener Dateiformate ineinander umwandeln können. So formuliert es die Wikipedia etwas umständlich.
  • Wenn Sie öfters Links zitieren müssen, dann empfehle ich Ihnen eine Erweiterung für Chrome namens Copy as Markdown. Hier können Sie geöffnete Tabs bequem als Link im Markdown-Format kopieren. Ein kleines, aber äußerst nützliches Helferlein.

Wenn Sie einen Tipp oder eine Empfehlung bez. Markdown haben, dann immer her damit! Die Kommentarfunktion steht Ihnen zur Verfügung!

 

 

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Entrümpeln Sie Ihr Leben!

Der Mind-Sweep kommt den Lesern der Bücher von David Allen sicher bekannt vor. Ich übersetze diesen Ausdruck gerne mit “mentalem Kehraus”. Es geht darum, alles aus dem Kopf zu bekommen, was in irgendeiner Form Ihre Aufmerksamkeit beansprucht. Outsourcing von Dingen, die noch nicht rund sind, sozusagen. Für eine Führungskraft, die ich vor geraumer Zeit coachen durfte, sorgte der Mind-Sweep wieder für einen erholsamen durchgängigen Schlaf.

Der Coach Michael O. „Coop“ Cooper geht noch einen großen Schritt über den Mind-Sweep hinaus. Er empfiehlt Ihnen, gleich Ihr komplettes Leben aufzuräumen: Are you ready to clean up your life? Sie finden auf dieser Seite eine Checkliste für eine Inventur mit 100 Dingen, die Sie selbstkritisch hinterfragen sollten. Das “Clean Sweep Program” berührt die Lebensbereiche

  • Materielle Umgebung
  • Wohlbefinden
  • Finanzen
  • Beziehungen

Die Beantwortung der Fragen allein bringt noch keine Veränderung. Ziel ist es, hinter jede Frage einen Haken zu machen und so hundert Punkte zu erreichen. Ich weiß nicht, ob es sinnvoll ist, die Checkliste in dieser Weise zu verwenden. Ich finde es aber durchaus nützlich, über die eine oder andere Frage nachzudenken. Ein interessanter Ansatz ist das “Clean Sweep Program” allemal.

MrsBrown / Pixabay

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Kurznachrichten: Posteingang leeren, TextCleanr, Produktivitätstypen, Gewohnheiten, Video Clips, Gesundheit

Wie Sie Ihren Posteingang leeren

Der von E-Mails überquellende Posteingang war schon immer ein Problem für viele Mitmenschen. Vermutlich wird das auch so bleiben, so lange E-Mails verwendet sehen. Und da kein Ende dieses Mediums abzusehen ist, bleibt Revive Your Inbox vermutlich noch eine ganze Weile aktuell. Es handelt sich hierbei um einen E-Mail(!)-Kurs, in dem Sie lernen, wie Sie innerhalb von 21 Tagen Ihren Eingangskorb geregelt bekommen. Kostenlos ist das Angebot nicht, Sie sollten etwa 20 Minuten am Tag investieren.

Wie Sie Texte putzen: TextCleanr

Kopieren Sie dann und wann Texte per Cut & Paste zwischen Anwendungen hin und her? Dann haben sie sich bestimmt schon darüber geärgert, dass allerhand Zeichen mit übertragen werden, die Sie gar nicht haben wollen: HTML-Code, Formatierunszeichen oder Linkadressen. TextCleanr – Text Cleaner Tool macht Schluss damit. Sie fügen den Text in das Bearbeitungsfeld ein und bestimmen, wie mit den ungeliebten Zeichen umgegangen werden soll. Dann ein Knopfdruck und der Text ist gesäubert.

Welcher Produktivitätstyp sind Sie?

Dass wir Menschen nicht alle gleich ticken, ist eine Binsenweisheit. Aus diesem Grund hat jede seinen eigenen Ansatz, produktiv zu sein. Carson Tate versucht sich an einer Beschreibung von 4 Types of Productivity Styles als da sind: Priorsierer, Planer, Arrangeur und Visualisierer. Falls es Ihnen tatsächlich gelingen sollte, sich einer Gruppe zuzuordnen, dann gibt Ihnen Carson auch gleich Tipps, welche Produktivitätsapps zu Ihnen passen könnten.

Gewohnheiten aufbauen mit Daily Todo

Sie kennen sicher die Jerry-Seinfeld-Methode zum Aufbau neuer oder Abbau ungeliebter Gewohnheiten. Wenn nicht, dann hilft Ihnen dieses Video weiter:

How To Stick To Your Habits – Don't Break The Chain Method (animated)

 

Ein kleines aber feines Helferlein dafür ist Daily Todo. Sie können hier im Browser Ihre täglichen Tätigkeiten ablegen und editieren. Der Verlauf zeigt Ihnen dann, ob es Ihnen gelungen ist, die „Kette fortzuführen“. Das Programm ist klein, oho und kostest nichts. Nichts heißt, Sie müssen sich nicht einmal registrieren.

Wo Sie freie Video Clips bekommen

Die Quellen für freie Fotos dürften mittlerweile hinlänglich bekannt sein. Manchen reicht das allerdings nicht. Sie benötigen stattdessen freie Video Clips. Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen? Connie Malamed hilft Ihnen weiter und nennt 15 Sources for Free Stock Videos. Allerdings rate ich auch hier ausdrücklich dazu, die Copyright-Bestimmungen genau zu studieren um evtl. Ärger aus dem Weg zu gehen. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Wie Sie trotz Büro gesund bleiben

Viele Fachleute meinen, Sitzen sei das neue Rauchen. Will sagen, die Hockerei vor dem Bildschirm den ganzen Tag kann uns im schlimmsten Fall krank machen. Die Abhilfe: Sorgen Sie auch während der Arbeit mit einem entsprechenden Lebensstil für die eigene Gesundheit. Wie das geht, zeigt Ihnen Dr. Gundry mit dieser Infografik:

 

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Agilität und Lebenszyklus

Beim Blättern durch meine abonnierten Feeds ist mir sofort der Titel eines Artikels bei Haufe online ins Auge gesprungen: Dach 30 stellt Standards für Agilität im Unternehmen vor. In dem Beitrag wird berichtet, dass eine Arbeitsgruppe DACH 30, die Vertreter von 30 Großunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, Mindeststandards für Agilität formuliert haben. Die bisherigen (Re-) Zertifizierungsmaßnahmen reichen den Initiatoren nicht aus, stattdessen werden vier (!) Rollen und ein dreistufiger Lernprozess beschrieben. Das alles und noch mehr können Sie auf der Plattform Next Level Working nachlesen.

Ich will nun diese Initiative nicht näher kommentieren (vielleicht später einmal). Allerdings erinnerte ich mich sofort an einen Beitrag, den ich am 18. Januar 2006 für mein damaliges Blog „Interessante Zeiten“ geschrieben hatte. Ich möchte ihn an dieser Stelle noch einmal veröffentlichen. Hier ist er:

+++++ Beitrag „Interessante Zeiten“ am 18. 1. 2006 +++++

Lebenszyklen in der Beratung

In der Maillist Grp-Facl, die der International Association of Facilitators IAF als Forum dient, findet zur Zeit eine lebhafte Diskussion über die Zertifizierung von Facilitators statt. Für mich stellt diese Diskussion ein gewisses Déjà-vu-Erlebnis dar.
Ich habe mich oft schon gefragt, ob Strömungen in der Beratungsszene einem gewissen Lebenszyklus folgen. Wenn ich richtig beobachte, läuft der Zyklus in folgenden Phasen ab:

  1. Schlaue Menschen kommen einer interessanten Sache auf die Spur, entwickeln neue Modelle oder (er)finden etwas Anderes, das auf lebhafte Neugier stößt.
  2. Andere interessieren sich für das Modell, gehen bei den Urhebern in die Lehre und entwickeln das Modell mehr oder weniger weiter. In den Steckbriefen steht dann meist: Ausbildung bei Richard Bandler in den USA persönlich oder so etwas ähnliches.
  3. Die Eleven der Gründer gründen wiederum eigene Ausbildungsinstitute. Das Modell erfährt eine rapide Verbreitung bis hin zum Boom.
  4. Einige Protagonisten denken darüber nach, wie man die ungebremste Ausbreitung des Modells stoppen kann. Interessanterweise sind dies in den seltensten Fällen die Urheber selbst, sondern vielmehr deren Epigonen. Es wird darüber nachgedacht, wie eine sog. Qualitätssicherung vorgenommen werden kann. Ausdruck findet dies meist in einem Curriculum mit anschließender Zertifizierung. Höhepunkt ist die Gründung eines Verbandes.
  5. Es werden klare Hürden aufgestellt, wer mitmachen darf und wer nicht. Es gibt klare Richtlinien, wer drinnen ist und wer draußen. Es bildet sich eine einschlägige „Schule“ heraus, die sich klar von anderen abgrenzt. Die Spielregeln werden meist von den Verbandsgründern aufgestellt nach der Devise: Schließlich waren wir zuerst da und haben noch bei den Urvätern gelernt. Wir sind daher berufen, die Spielregeln aufzustellen. Ob die Regelaufsteller dabei ihren eigenen Kriterien genügen, hinterfragt niemand. Allein der Gedanke daran gilt als Sakrileg.
  6. Es findet eine zunehmende Institutionalisierung statt. Es gibt offizielle Verbandskonferenzen, auf denen über Ausbildungsrichtlinien gestritten wird, Datenbanken, in denen nur die stehen, die sich der Zertifizierungsprozedur unterzogen haben usw. usf.
  7. Die „Schule“ beschäftigt sich zunehmend mit sich selbst und schmort im eigenen Saft. Bewahrung geht vor Veränderung. Eine Weiterentwicklung findet nicht statt, die selbstgemachte Abschottung verhindert kreativen Ideenaustausch mit Menschen, die nicht der „Schule“ angehören.
  8. Die „Schule“ wird von der Außenwelt weitestgehend nicht mehr wahrgenommen und versinkt nach und nach in der Bedeutungslosigkeit.

Ich gebe zu, die Aufstellung kommt etwas grob daher und ist wissenschaftlich nicht überprüft. Aber konnten wir diese Phasen nicht beobachten, beim NLP, beim Coaching und anderen Strömungen, wie jetzt beim Facilitating? Ich frage ja nur.

+++++ Ende des Beitrags +++++

Sie ahnen wahrscheinlich, warum mir dieser alte Artikel im Zusammenhang mit der o.a. Initiative wieder eingefallen ist.  Vermutlich wird die Agilität von DACH 30 nun so lange freundlich umarmt, bis sie (zumindest in den Großunternehmen) keine Luft mehr bekommt, bewusstlos wird und stirbt.

 

aitoff / Pixabay

 

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Delegieren, aber richtig!

Ein Cheftypus, den ich fürchten würde wie der Teufel das Weihwasser, ist der Mikromanager. Unter dem Stichwort Mikromanagement steht in der Wikipedia:

Es kommt dabei [im Mikromanagent] zu einer „übertriebenen Detailorientierung“.] Für das Mikromanagement charakteristisch ist außerdem das Überspringen von Hierarchiestufen. Es wird dabei darauf verzichtet, Aufgaben zu delegieren.

Beide Seiten, Chef und Mitarbeiter, leiden unter dem Micromanagements (ich schreibe es lieber mit „c“):

  1. Insbesondere qualifizierte Mitarbeiter werden demotiviert, da ihnen genau vorgekaut wird, wie sie etwas zu tun haben. Oft empfinden sie dies (zu Recht) als mangelndes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Auf lange Sicht führt dies zur inneren Kündigung, denn „der Chef weiß ja sowieso alles besser“.
  2. Auch beim Chef hinterlässt das Micromanagement seine Spuren. Da er meint, sich auf niemanden verlassen zu können und alles selbst machen zu müssen, überlastet er sich selbst. Mit allen Konsequenzen: Überstunden, Erschöpfung, Sie wissen schon.

Delegieren heißt die Lösung des Problems. Allerdings ist dies leichter gesagt als getan. Schließlich muss der Micromanager lernen, Vertrauen in seine Mitarbeiter zu entwickeln und Verantwortlichkeiten abzugeben.

Was beim Delegieren zu beachten ist, hat Ann Gomez in ihrem Artikel * 12 ways to delegate effectively zusammengefasst:

Vor dem Auftrag

Delegieren Sie sofort

Warten Sie nicht lange mit dem Abgeben einer Aufgabe. Die Zeit wird dem Mitarbeiter und damit letztendlich auch ihnen fehlen. Also fackeln Sie nicht lange herum. delegieren Sie so schnell wie möglich.

Drücken Sie sich klar aus

Sagen Sie genau, was das Ergebnis des Auftrags sein sollen. Stellen Sie sicher, dass Ihr Mitarbeiter verstanden hat, woran Sie festmachen, dass der Auftrag erfolgreich erledigt wurde. Ermuntern Sie zur Verständnisfragen.

Setzen Sie Fristen

Ich hatte einen Chef, dessen geflügeltes Wort die Frage „Bis wann hör‘ ich was von Ihnen?“ war. Die Deadline, die dann genannt wurde, war sogar verhandelbar. Aber wenn sie vereinbart wurde, dann galt sie. Ohne Wenn und Aber. So schafft man Verbindlichkeit.

Achten Sie auf direkte Kommunikation

Auch wenn Outlook dies ausdrücklich ermöglicht. Weisen Sie insbesondere wichtige Aufgaben nicht einfach per E-Mail zu. Nehmen Sie sich Zeit, die Details des Auftrags von Angesicht zu Angesicht zu erläutern.

Beachten Sie die Interessen des Mitarbeiters

Denken Sie daran, dafür zu sorgen, dass auch der Mitarbeiter etwas von der Erledigung des Auftrags hat. Das gelingt sicher nicht immer, aber ab und zu sollten das schon drin sein.

Verbinden Sie den Auftrag mit dem großen Ganzen

Erklären Sie dem Mitarbeiter die Hintergründe und den Sinn und Zweck des Auftrages. Dies schafft Verbindung zu übergeordneten Zielen und fördert die Kreativität und das Engagement des Mitarbeiters.

Beschreiben Sie das Was, nicht das Wie

Das hatten wir schon weiter oben. Ihre Mitarbeiter wissen schon, wie sie ihre Arbeit am besten erledigen. Sie sind sie ja hochqualifiziert, denn schließlich haben Ihr Unternehmen sie ja selbst eingestellt oder selbst ausgebildet.

Während des Bearbeitung des Auftrags

Halten Sie Kontakt

Zeigen Sie, dass Sie an der Arbeit des Mitarbeiters interessiert sind. Das bedeutet keineswegs kleinliche Kontrolle und/oder Hineinreden. Zeigen Sie, dass Sie am Ball sind.

Kontrolle?

Wie gesagt, bleiben Sie am Ball. Aber bleiben Sie dabei flexibel und richten Sie sich nach Qualifikation des Auftragnehmers und nach Schwierigkeitsgrad und Bedeutung des Auftrags. Sie werden bei einem Azubi anders hinschauen als bei einem Gesellen mit zwanzig Jahren Berufserfahrung. Vielleich schauen Sie bei letzterem auch gar nicht mehr hin.

Nach der Erledigung des Auftrags

Geben Sie Feedback!

Feedback hilft dem Mitarbeiter, das Ergebnis seiner Arbeit richtig einzuordnen. Benennen Sie positive und nicht nur negative Seiten des Ergebnisses. Fragen Sie die Mitarbeiterin nach ihren eigenen Erfahrungen und bitten Sie um konstruktive Vorschläge für Verbesserungen.

Denken Sie ans Training

Achten Sie darauf, dass Ihre Mitarbeiter die nötige Weiterbildung bekommen. Die Aufgaben entwickeln sich ständig weiter, die Kenntnisse der Mitarbeiter sollten damit Schritt halten. Investieren Sie in die fachliche und persönliche Entwicklung Ihrer Mitarbeiter.

Zeigen Sie Ihre Wertschätzung

Es fällt der Führungskraft kein Zacken aus der Krone, wenn er die Arbeit der Mitarbeiterin würdigt und ihr ab und an für ihre Arbeit dankt.

Soweit die Aufzählung. Vielleicht geht es aber auch kürzer. So in etwa:

Behandeln Sie Ihre Mitarbeiter so, wie Sie von Ihrem Chef behandelt werden möchten.

 

Was meinen Sie?

pashminu / Pixabay

 

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Sie sind Ingenieur? Präsentieren Sie trotzdem spannend!

In manchen Workshop zum Erstellen und Strukturieren von Präsentationen behaupten Ingenieure immer wieder, fesselnde Präsentationen kämen für sie nicht in Frage. Die Gründe:

  • Der Inhalt bestehe aus Zahlen, Daten, Fakten. Der Stoff habe es nicht nötig, “gepimpt” zu werden, er spreche für sich
  • Die Zuhörer seien i. d. R. ebenfalls Ingenieure. Diese interessierten sich nur für Zahlen, Daten, Fakten (s. o.)
  • Es sei für einen nüchternen Techniker nicht angebracht, den Zirkusclown zu spielen. Das Auditorium wolle so etwas auch gar nicht (s. o.)

Alle Varianten desselben Themas sind hier möglich. Wer weiß, welche tieferen Glaubenssätze diesen Aussagen zugrunde liegen und welches Selbstbild da zum Vorschein kommt. Kate Torgovnick zeigt in einem Artikel, dass es auch Technikern möglich ist, spannenden Präsentationen zu geben: 6 tips on how scientists and engineers can excite, rather than bore, an audience. Hier ihre Hinweise (Anmerkungen von mir):

  1. Seien Sie sich über Ihre Zuhörer im Klaren
    Beschäftigen Sie sich schon vor dem Zusammenstellen Ihres Vortrags mit Ihren Zuhörern: Was sind ihre Wünsche, Probleme, Fragen? Wie ist ihr Kenntnisstand?
  2. Machen Sie die Bedeutung klar
    Zeigen Sie den Zuhörer, warum Ihre Botschaft wichtig für sie ist.
  3. Malen Sie ein Bild
    Alle großen Redner benutzen Bilder. Bilder können sein Metafern, Geschichten, Beispiele aus dem Leben, aus der Praxis
  4. Geben Sie den Zahlen eine Bedeutung
    Zahlen allein sagen noch nichts aus. Sie müssen interpretiert werden. Helfen Sie Ihren Zuhörern dabei, die Bedeutung von Zahlen zu verstehen. Durch geeignete Visualisierung und durch geeignete Vergleiche oder Beispiele.
  5. Keine Aufzählungszeichen
    Dieser Hinweis ist uralt. Aufzählungen erläutern keine Zusammenhänge.
  6. Tragen Sie dynamisch vor
    Sie können variieren: Stimmlage und Lautstärke, Körpersprache und Mimik. Seien Sie lebendig, Sie sind ein Mensch.

Kate zitiert einen Vortrag von Melissa Marshall: Talk Nerdy to Me. Melissa wendet sich direkt an Ingenieure & Co und gibt weitere Hinweise.

Melissa Marshall: Talk nerdy to me

 

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Gastartikel: Gemeinsam effizient – Gründe für ein modernes Ideenmanagment

Wenn Sie eine bessere Idee haben, dann sagen Sie es hier in der großen Runde.

So in etwa klingen die Worte vieler Führungskräfte, wenn den Mitarbeitern wieder eine neue Maßnahme verkündet wird um Kosten zu sparen.
Die gängige Reaktion der Mitarbeiter: Schweigen. Und das obwohl meistens genau diese 5 Minuten die Gelegenheit wären eine „entscheidende“ Weiche zu stellen.
Da wundert es nicht, dass viele Führungskräfte davon überzeugt sind, dass Ihre Mitarbeiter keine guten Ideen haben und sich fortan lieber weiterhin auf ihre eigenen Ideen verlassen.

Eine solche Schlussfolgerung ist allerdings ein fataler Fehler.

Wer weiß schon warum die Mitarbeiter geschwiegen haben? Vielleicht hatten einige Mitarbeiter Angst sich zu blamieren, waren auf die Frage nicht vorbereitet oder hatten einfach erst nach Ende der Veranstaltung die zündende Idee.

Manager, die meinen, Mitarbeiter könnten ihnen ja auch nach der Veranstaltung ihre Ideen unter vier Augen mitteilen, machen sich selber etwas vor.
Zunächst müssten Mitarbeiter und Führungskraft die Zeit finden die Idee wirklich auszudiskutieren und zweitens müsste jede Idee entweder sofort festgehalten, oder direkt umgesetzt werden, damit diese auch eine Hilfe und keine Störung im Arbeitsalltag ist.

Schade. Untersuchungen von Dr. Alan G. Robinson zeigen jedenfalls, dass im Schnitt 80% des Verbesserungspotentials von Organisationen in den Ideen der Mitarbeiter liegen. Andere Studien zeigen ähnliche Ergebnisse.

Glaubt man diesen Untersuchungen, bleibt die Frage, wie sich die Ideen der Mitarbeiter nutzen lassen.

Auch wenn der Wandel von einem hierarchisch gesteuerten- zu einem ideengesteuerten Team nicht von heute auf morgen vonstatten gehen kann, hier einmal drei wichtige Punkte, die Sie kontinuierlich beachten sollten, wenn Sie wirklich auf das Verbesserungspotentials Ihres Teams zurückgreifen wollen:

  • Ideen einzureichen sollte einfach und niederschwellig sein
  • Die Ideen sollten schnell, transparent und nachvollziehbar bewertet werden
  • Das Feedback muss konstruktiv und wertschätzend sein

Klar, es geht hier um ein strategisches Thema und oft ´bleibt dafür im Tagesgeschäft nur wenig Zeit. Außerdem: Warum sollten sich Organisationen ausgerechnet mit dem Verbesserungswesen beschäftigen, bedeutet dies nach den vielen Erfahrungen nicht vielmehr, ein totes Pferd zu reiten?

Die Antwort ist klar: Keine Organisation kann es sich leisten, auf die kreativen Potenziale der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verzichten. Jede Idee zählt, denn

Wer alleine denkt addiert, wer gemeinsam denkt multipliziert.

Knut Vicktor ist Gründer und Geschäftsführer von
Feedbank, der App für für Team-Netzwerk, Ideensystem & News. Dort finden Sie auch weitere interessante Artikel.

(Gastartikel geben ausschließlich die Meinung des Autoren wieder.)

 

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Scrum für Individualisten

Mit meinem Freund und Kollegen Jan Fischbach durfte ich letzten Donnerstag und Freitag einen Workshop mit dem Titel „Scrum – Grundlagen für alle Rollen“ begleiten. Danke an alle Beteiligten für die rege Beteiligung und die vielen inspirierenden Fragen und Anregungen.

Jan und ich haben ein Sache gemeinsam. Uns stehen die Nackenhaare zu Berge, wenn Scrum als eine (Projekt-) Managementmethode bezeichnet wird. So etwas zeugt von einem begrenzten Verständnis von Scrum. Vielmehr handelt es sich um ein Rahmenwerk, innerhalb dessen Teams Effektivität und Effizienz optimieren können. Wohlgemerkt, Scrum ist ein Rahmenwerk für Teams. Dennoch lohnt es sich, darüber nachzudenken, ob dieser Ansatz nicht auch für Einzelmenschen geeignet sein könnte.

Alex Andrews hat diesen Gedanken weiterverfolgt und einen interessanten Artikel dazu geschrieben:  Scrum Of One: How to Bring Scrum into your One-Person Operation.

Tatsächlich geht er in dem Artikel alle Elemente von Scrum durch und passt sie an die individuelle Arbeit an. Sprint und Daily Scrum finden Sie hier genauso wieder wie Sprint-Planning, Task-Board oder Retrospective.

Ich finde, der Artikel ist allemal lesenswert. Sie können dann immer noch entscheiden, ob Sie dem beschriebenen Ein-Personen-Scrum oder Personal Kanban den Vorzug geben wollen.

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Wie man ein Tagebuch führt

Ich habe in meinem Freundes- und Bekanntenkreis eine Menge Leute, die darauf schwören, ihr Leben in einem Tagebuch zu protokollieren. Auch eine meiner Töchter schreibt unermüdlich ihr tägliches Resümee.

Nun habe ich mich selbst noch nicht dazu durchringen können, das Tagebuch schreiben zu einem festen Bestandteil meines Tagesablaufs zu machen. Momentan reichen mir die Inhalte meines Notizbuchs, dass ich situativ und nach Bedarf mit Inhalt fülle. Wer weiß, vielleicht bereue ich dies einmal, wenn ich mich entschließen sollte meine Memoiren zu schreiben.

Zum Beispiel weiß man vom Dichter und Sänger Wolf Biermann, dass er penibel jeden Tag schriftlich Revue passieren ließ. Diese Einträge waren dann die Grundlage für seine Autobiographie, deren Lektüre ich übrigens wärmstens empfehlen kann.

Über die Art und Weise, wie am besten ein Tagebuch zu führen ist, gibt es höchst unterschiedliche Ansichten. Bekannt geworden ist das 5-Minuten-Journal, das in diesem Video erklärt wird:

How The Five Minute Journal works

 

Wenn Sie über diesen einfachen Ansatz hinausgehen möchten und tiefer in die Materie einsteigen möchten, dann könnte die Anleitung von Michal Korzonek für Sie richtig sein: Journal Writing for Intelligent People: The Ultimate Guide. Dem Inhaltsverzeichnis zufolge werden viele Aspekte rund um das Tagebuch behandelt:

  • Wie es funktioniert
  • Welche Fallstricke es gibt
  • Beispiel berühmter Mitmenschen
  • Werkzeuge für die Erstellung eines Journals
  • Ressourcen: FAQ, Tools usw.

Schade, manchmal bereue ich schon ein wenig, dass ich nicht früh mit so etwas angefangen habe. Nun wird es wohl doch nicht nichts mit der Autobiographie.

Pexels / Pixabay

 

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