Archiv des Autors: Stephan List

Ab wann lohnt sich Automatisierung?

Wenn Sie eine Aufgabe immer und immer wieder auf die gleiche Weise erledigen mĂŒssen, dann lohnt es sich darĂŒber nachzudenken, ob Sie sie in irgendeiner Weise automatisieren können. So lautet der wohlmeinende Ratschlag, den ich in meinen Workshops gebe. Im Prinzip stimmen die Teilnehmer zu, aber in den Gesichtern steht ein großes Fragezeichen:

Ab wann lohnt sich eine Automatisierung?

Die Frage nach dem Return of Invest ist absolut berechtigt, denn schließlich muss mit einem Aufwand an Zeit und MĂŒhe die Automatisierung erstellt werden, ganz egal, ob Sie fĂŒr ein Programm ein Makro programmieren oder Textbausteine definieren.

Cory Doctorow hat in seinem Beitrag How much time should you spend automating a routine task? eine interessante Tabelle veröffentlicht. Diese zeigt, wie viel Zeit Sie in die Automatisierung von Routineaufgaben stecken mĂŒssen, damit Sie ĂŒber einen Zeitraum von fĂŒnf Jahren einen bestimmten Zeitbetrag sparen können (auf die Grafik klicken).

 

Nun halte ich den Zeitraum von fĂŒnf Jahren fĂŒr bei weitem zu hoch gegriffen. Ich hĂ€tte den Zeitrahmen ein bis drei Jahre fĂŒr realistischer gehalten. Aber das kann man ja selbst einmal runterrechnen. Man muss nur die Zeit dazu haben.

BTW: Wenn Sie sich bez. der Automatisierung nicht sicher sind, dann denken Sie ĂŒber den idealtypischen Ablauf nach und erstellen dafĂŒr eine Checkliste. Das ist zwar keine Vollautomatisierung, erleichtert die Arbeit aber dennoch außerordentlich. Und Zeit sparen Sie auch.

 

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Should I Stay or Should I Go?

Wenn Sie zu meiner Alterkohorte gehören, dann kennen Sie sicher den Ohrwurm der Rockband The Clash: Should I stay or Should I Go. Damit machten sie ein Fass auf, denn die Frage nach dem Gehen oder Standhalten ist eines der Probleme der Philosophie und Psychologie.

Auch im Berufsleben steht man mitunter vor der Frage, wie man sich entscheiden soll. Ist es besser, im bestehenden ArbeitsverhĂ€ltnis zu bleiben und dafĂŒr etwas Unzufriedenheit in Kauf zu nehmen oder sollte man sich nach etwas anderem umschauen. Wie wir alle wissen, kann diese „Qual der Wahl“ uns schwer im Rucksack liegen.

Falls Sie sich in einer derartigen Situation befinden, dann hilft Ihnen ein Flowchart der BBC weiter: Should I quit?. Hier werden Sie mittels eines Baumdiagramms systematisch zur (hoffentlich) richtigen Entscheidung gefĂŒhrt. Probieren Sie es aus, aber nehmen Sie das Schaubild nicht allzu ernst. Und: Hören Sie auf Ihren Bauch, egal, was das Diagramm anzeigt.

 

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In eigener Sache: Warum das ToolBlog gestern nicht erreichbar war

Gestern erreicht mich eine E-Mail eines netten ToolBlog-Lesers mit dem Hinweis:

hiermit möchte ich Sie darĂŒber informieren, dass beim Aufrufen Ihres Blogs (toolblog.de) heute nur Fehlermeldungen (ZeitĂŒberschreitungen, Fehler 503, The server is temporarily unable to service your request , usw. usf.) erscheinen.

Ich bin natĂŒrlich sehr erschrocken, wollte mich zur ÜberprĂŒfung meiner Seite auf das ToolBlog und tatsĂ€chlich: Nichts ging mehr (Fehler 503). Nahezu zeitgleich teilte mir mein freundlicher Webhost mit, dass die Anzahl der Zugriffe auf das ToolBlog explosionsartig in die Höhe geschnellt sei und der Server die Menge nicht mehr schaffe.

Nun war ich mir keiner Schuld bewusst, allerdings konnte mir der Techniker mitteilen, dass die meisten Anfragen ĂŒber Pocket kĂ€men. Und da lag wohl auch der Hase im Pfeffer. Pocket hatte meinen Artikel Wie ich mein Notizbuch fĂŒhre auf der Liste der Empfehlungen. So ganz offiziell, wie mir ein Freund mit einem Bildschirmfoto bewies. Die Folge: Der Server ging in die Knie.

Nun weiß ich gar nicht, was ich dazu sagen soll. Einerseits freue ich mich sehr ĂŒber die Empfehlung und das damit gestiegene Interesse, andererseits ist es natĂŒrlich Ă€rgerlich, wenn potenzielle Leserinnen und Leser das ToolBlog nicht erreichen. Ich bitte, eventuellen Ärger darĂŒber zu entschuldigen.

Mal sehen, wie sich das entwickelt. Wenn sich das hĂ€uft, werde ich mir wohl etwas einfallen lassen mĂŒssen.

 

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Buch: Meet Up!

Dass die Besprechung von Menschen, die im Unternehmen produktiv sein möchten, oft als der Zeitdieb schlechthin empfunden wird, ist nichts Neues und steht auf der Hitliste der Ärgernisse ganz oben. Immer wieder wird diese Erkenntnis mit der Frage verbunden, wie man Besprechungen effektiver und effizienter, kurz erfolgreicher machen kann. Martin J. Eppler und Sebastian Kernbach stellen mit ihrem Buch Meet Up! eine mögliche Lösung fĂŒr dieses Problem vor: Nudging.

Falls Sie nicht auf Anhieb wissen, was ein Nudge ist, dann hilft wie immer ein Blick in die Wikipedia:

Nudge (engl. fĂŒr Stups oder Schubs) ist ein Begriff der Verhaltensökonomik, der durch den Wirtschaftswissenschaftler Richard Thaler und den Rechtswissenschaftler Cass Sunstein […] geprĂ€gt wurde: Unter einem Nudge verstehen die Autoren eine Methode, das Verhalten von Menschen zu beeinflussen, ohne dabei auf Verbote und Gebote zurĂŒckgreifen oder ökonomische Anreize verĂ€ndern zu mĂŒssen.

Diese „Stupser“ können laut Eppler und Kernbach auch eingesetzt werden, um Besprechungen wieder zu dem zu machen, wofĂŒr sie gedacht sind, ein probates Mittel zum

  • Informieren
  • Probleme lösen
  • Entscheidungen treffen

Vor der Maßnahme steht die Analyse. Die Autoren identifizieren 5 Phasen der Besprechung, die alle ihre spezifischen Problemstellungen haben. Sie werden mit mit vier grundlegenden Nudging-Taktiken angegangen:

  1. Fokussieren
  2. Orientieren
  3. Involvieren
  4. Verpflichten

Keine Maßnahme ohne Analyse und so können die Leserinnen und Leser anhand eines Fragebogens herausfinden, wo in der eigenen Organisation die EngpĂ€sse liegen. Auf diese Weise kann der eilige Leser ĂŒber eine „Landkarte der Meeting-Nudges“ zum entsprechenden Kapitel springen.

In den einzelnen Kapiteln werden insgesamt 100 Maßnahmen („Nudges“) vorgestellt, mit denen ein Besprechungsleiter/Moderator die vier o.a. Taktiken verfolgen kann. Sie folgen den Prinzipien:

  1. Ausgangswerte setzen und/oder verÀndern
  2. Vorstrukturieren
  3. Feedback sichtbar machen
  4. Wahrnehmung schÀrfen
  5. Spaßfaktor erhöhen
  6. Fehler vorhersehen und vermeiden

In einer großen Übersicht wird dargestellt, wie die Methoden einzuordnen sind. Außerdem folgt am Ende eines jeden Kapitels eine Übersicht ĂŒber die vorgestellten Nudges und die dahinter stehenden Prinzipien. Das erleichtert die Orientierung erheblich. Sollten Ihnen die vorgestellten Nudges nicht ausreichen, dann erhalten Sie mit dem Meeting-Nudge-Designer ein Werkzeug, mit dem Sie eigene „Stupser“ konzipieren können. Sie finden ĂŒbrigens auch einen Canvas-Baukasten, denn kein Meeting und keine Konferenz heutzutage ohne Canvas.

Aufgelockert wird der Inhalt durch eingestreute Hintergrundinformationen, So werden bestimmte Teilnehmertypen oder die Tricks berĂŒhmter Mitmenschen vorgestellt. Genau, zum Beispiel die Pizza-Regel von Jeff Bezos.

Das Buch versteht sich als „Impulsbuch“ fĂŒr Leiter, Moderatoren und Teilnehmer von Sitzungen. Das ist durchaus gelungen. Allerdings reibt sich der erfahrende Moderationsprofi ab und zu die Augen, wenn er liest, dass eine altbekannte Methode neuerdings ein „Nudge“ sein soll („Eisenhower-Nudge“). An dieser Stelle muss ich gestehen, dass ich gegen Ende des Buches dieses Wort aufgrund des inflationĂ€ren Gebrauchs fast nicht mehr sehen konnte.

FĂŒr mich ist das Buch in erster Linie ein Nachschlagewerk, in dem sich interessante Methoden fĂŒr die einzelnen Besprechungsphasen finden lassen. Es ist ein Buch fĂŒr die Praxis. Insofern werde ich es bestimmt das eine oder andere Mal aus dem Regal holen, wenn ich einen Workshop vorbereiten muss. Sehr hilfreich finde ich es dabei, dass das Buch auch von einer entsprechenden Website ergĂ€nzt wird, wo man zusĂ€tzliche Materialien erhalten kann.

Wo Licht ist, ist allerdings auch Schatten.

Das Kapitel „Verpflichtung“ hat mir schon das eine oder andere Mal die Ärgerfalten auf die Stirn getrieben. Manche der vorgestellten Nudges sollen „subtil zu produktiveren Verhalten verfĂŒhren“ und setzen dabei auf bekannte (berĂŒchtigte?) Mechanismen der Gruppendynamik. M. E. kann von „subtil“ keine Rede mehr sein, wenn etwa beim Spotlight bestimmte „Kandidaten erwischtwerden und sogar die Zögerlichstenschauten, dass die Aufgaben erledigt werden, denn vor allen anderen dumm dazustehen, das wollte keiner„. Angemessene FĂŒhrung in Zeiten des New Work sieht m. E. anders aus!

Aber wer weiß. Vielleicht bin ich aber auch nur etwas empfindlich.

 

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag Schaeffer-Poeschel als Rezensionsexemplar zur VerfĂŒgung gestellt. Vielen Dank dafĂŒr.

BTW: Ich freue mich, wenn ich ab und zu ein Buch zum Rezensieren geschickt bekomme. Die BĂŒcher, die mir gut gefallen, bespreche ich, ĂŒber die anderen schweige ich mich aus. Ich habe keinen Gefallen an Verrissen, schließlich bin ich nicht Reich-Ranicki.

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Wie Sie noch mehr BĂŒcher lesen

Nachdem ich das BĂŒcher lesen eine Zeit lang vernachlĂ€ssigt habe, habe ich mich in den letzten Monaten durchaus wieder zum BĂŒcherwurm entwickelt. Allerdings hat sich der Schwerpunkt des Interesses geĂ€ndert. Ich lese mittlerweile mehr Belletristik oder SachbĂŒcher ĂŒber Philosophie & Co, weniger BĂŒcher zu meinen beruflichen Themen.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen beim Lesen geht. FĂŒr mich ist die LektĂŒre eines Buches wie das Aufschließen einer TĂŒr zu einem neuen ZImmer, in dem es wieder viele verschlossene TĂŒren zu weiteren RĂ€umen gibt. Will sagen, wenn ich ein Buch lese, regen mich allein schon die Literaturangaben dazu an, noch mehr lesen zu wollen. Ein Menschenleben reicht dazu gar nicht aus, wie ich schon leicht resigniert feststellen musste. Ist es eine Lösung, in der verbleibenden Zeit die Anzahl der BĂŒcher zu erhöhen? Mehr BĂŒcher pro Zeiteinheit, gemessene Leseleistung sozusagen?

Nun bin ich etwas zwiegespalten, was Schnellesetechniken angeht. Um die Schönheit der Sprache in einem richtig erfassen zu können, muss das Buch mit einer gewissen Geschwindigkeitsbegrenzung nach oben gelesen werden. Nur so kann man m. E. die Arbeit des Autors (und evtl. des Übersetzers!) wĂŒrdigen. Bei SachbĂŒchern ist das anders. Im Bereich der Managementliteratur habe ich ohnehin oft den Eindruck, dass sich die Inhalte ĂŒber die Jahre stĂ€ndig wiederholen. Hier macht es imo gar nichts, die Schlagzahl krĂ€ftig zu erhöhen.

Austin Kleon ist selbst Autor und gibt Ihnen Tipps, wie Sie es schaffen, mehr zu lesen: How to read more. Er empfiehlt uns:

1. Lesen Sie BĂŒcher nicht zu Ende, die Sie nicht mögen

Ob ein Buch „gut“, d. h. nĂŒtzlich oder berĂŒhrend ist, liegt immer im Auge des Lesers, um ein bekanntes Wort abzuwandeln. Unsere Zeit ist begrenzt. Hören Sie also auf, sich durch ein Buch hindurchzuquĂ€len, dass nach mehreren Seiten/Kapiteln immer noch nicht „anspringt“. Vergeuden Sie damit nicht Ihre wertvolle Lesezeit.
Übrigens bin ich auch dazu ĂŒbergegangen, Veranstaltungen in der Halbzeitpause zu verlassen, wenn sie mir nicht gefallen. Ich sitze ja nicht meine Zeit ab, nur weil ich bezahlt habe.

2. FĂŒhren Sie stets ein Buch mit sich

Es gibt viele Gelegenheiten zu lesen: Der Bus, das Wartezimmer beim Arzt oder auf dem Amt. Anstatt sich durch das Smartphone zu wischen, greifen Sie zu Ihrem Buch oder Ihrem E-Book-Reader. Im Gegensatz zu Austin bin ich jedoch der Meinung, dass mitunter lesefreie Zeit nĂŒtzlich sein kann, damit das Unbewusste das Aufgenommene auch verarbeiten kann.
Ob Sie mehrer BĂŒcher gleichzeitig lesen sollten, hĂ€ngt wohl von Ihren Vorlieben ab. Momentan lese ich drei BĂŒcher gleichzeitig. Allerdings achte ich dann darauf, dass sie thematisch weit auseinander liegen. Damit versuche ich, der Ähnlichkeitshemmung zu entkommen.
Austins Tipp, immer ein Buch, das man als nĂ€chstes lesen will, in der „Pipeline“ zu haben, kann ich nur bestĂ€tigen. Ich habe dafĂŒr in meinem BĂŒcherregal einen besonderen Platz fĂŒr die BĂŒcher reserviert, die als nĂ€chstes „drankommen“.

3. Versetzen Sie das Smartphone in den Flugmodus

Ach ja, das Smartphone. FĂŒr die meisten von uns ist des die Quelle fĂŒr Ablenkungen aller Art. Anstatt im Bus E-Mails zu checken, Nachrichten zu lesen oder Gezwitscher zu verfolgen, schalten Sie das Smartphone auf Flugmodus und lesen stattdessen in Ihrem Buch. Oder deaktivieren Sie zumindest die Benachrichtigungsfunktion, damit sie nicht gestört werden.

4. Besuchen Sie regelmĂ€ĂŸig die BĂŒcherei oder die Buchhandlung

Speziell in der Welt der Romane, habe ich lĂ€ngst aufgehört, „nach Plan“ zu lesen. Ich schaffe ohnehin nicht mehr alle. Vielmehr besuche ich mindestens einmal die Woche die StadtbĂŒcherei und schmökere dort in den Regalen herum. Dort gibt es auch BĂŒchertische, auf denen die Empfehlungen der Mitarbeiter liegen. Wenn man dann ins BlĂ€ttern kommt

Übrigens informiere ich mich auch gerne via Podcasts (z. B. hier oder hier) ĂŒber BĂŒcher.

5. Teilen Sie BĂŒcher, die Sie mögen, mit anderen

Austin empfiehlt, öffentlich zu machen, was man gerade liest, z. B. ĂŒber die Plattform Goodreads. Ich selbst bin zwar auf librarything, habe es aber noch nicht zu diesem Zweck benutzt. Allerdings habe ich schon darĂŒber nachgedacht, hier auf dem ToolBlog mitzuteilen, was ich gerade lese. Auf diese Weise könnte ich sicherlich den einen oder anderen ergĂ€nzenden Tipp erhalten.

Ich weiß, dass es unter den ToolBlog-Lesern wahre Leseratten gibt.
Wenn Sie sich angesprochen fĂŒhlen, haben Sie noch andere Tipps auf Lager?

ninocare / Pixabay

 

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Wie ich mein Notizbuch fĂŒhre

In meinen Workshops zur Arbeitsorganisation lege ich großen Wert auf den Bezug zur Praxis, das Herumtheoretisieren ist nicht so meine Sache. Aus diesem Grund zeige ich den TeilnehmerInnen gerne Arbeitsweisen und Kniffe, die ich selbst praktiziere. Ausnahmen bestĂ€tigen die Regel, doch begrĂŒnde ich diese immer sorgfĂ€ltig.

Immer wieder werde ich nach Einzelheiten zu meinem Notizbuch gefragt: Was ist der Zweck, wie ist es aufgebaut und wie wird es gefĂŒhrt? Die Antwort will ich Ihnen nicht vorenthalten.

Zweck und Hintergrund

Mein Notizbuch folgt dem Konzept des „Superbuchs“ (an diesen dĂ€mlichen Ausdruck kann und will ich mich einfach nicht gewöhnen).

Bekanntlich ist unser Gehirn zwar ein Wunderwerk, hat aber dennoch seine Grenzen. An die stĂ¶ĂŸt es gelegentlich, wenn Sie es gleichzeitig zum Denken und zum Merken verwenden wollen. Aus diesem Grund vergessen wir oft Dinge, die wir nicht vergessen sollten oder sie poppen zur falschen Zeit am falschen Ort auf. Dann, wenn wir so gar nichts mit der Information anfangen können. Durch Auslagern der Daten auf einen externen DatentrĂ€ger können wir das Gehirn wirkungsvoll entlasten.

Allerdings haben Haftklebe-, Schmier- und sonstige Notizzettel den Nachteil, dass sie schnell verloren gehen. Ein Notizbuch beseitigt diese „Zettelwirtschaft“. Die Vorteile des Notizbuchs:

  • Alle Informationen liegen zentral an einem Ort. Das erleichtert das Wiederfinden
  • Ein Notizbuch kennt weder Hochfahren, noch Einfrieren, noch AbstĂŒrze. Es hĂ€ngt weder am Strom noch am Internet
  • Es schafft Ordnung und verhindert Ablenkung, denn es gibt keine lose herum liegenden Zettel auf dem Schreibtisch oder Post-it-Notes, die um den Bildschirm herum kleben.
  • Es dient der Dokumentation, z. B. durch GesprĂ€chsnotizen oder GedĂ€chtnisprotokolle. Ein Freund von mir, Jurist, hat mit seinem Notizbuch einmal einen Prozess gewonnen. Die Gegenseite hatte keins

GrundsÀtze

Damit ein Notizbuch wirklich funktioniert, sollten einige (wenige) GrundsÀtze beachtet werden:

  1. Schreiben Sie Alles (ja, Alles!) auf!
    Das Notizbuch dient als externes GedĂ€chtnis und entlastet damit das Gehirn. Es sollte nichts „durch die Lappen“ gehen. Wenn Sie im Zweifel sind, ob Sie etwas notieren sollen, dann tun Sie es!
  2. Alle Notizen an einem Ort
  3. FĂŒhren Sie Ihr Notizbuch mit System

AusfĂŒhrung des Notizbuchs

Wenn Sie ein Notizbuch kaufen, dann benutzen Sie die folgende AufzÀhlung als Checkliste:

  • Solide QualitĂ€t: GeschĂ€ftsbuch mit festem strapazierfĂ€higem Einband, evtl. abwaschbar
  • Ein Gummibandverschluss vermeidet Eselsohren und andere Unansehnlichkeiten
  • Format: DIN A 4, wenn Sie viel am Schreibtisch sitzen, DIN A 5, wenn Sie viel unterwegs sind
  • Papier: Liniert oder kariert, wenn Sie lieber schreiben. Blanko, wenn Sie visuelle Notizen machen oder gerne kritzeln
  • Seitlicher Rand fĂŒr das Datum, KĂŒrzel, Icons u. Ă€. (können Sie auch selber machen)
  • Umfang: Form eines Buchs, also mehr als 100 Seiten
  • Seitenzahlen (können Sie auch selber machen)
  • Einstecktasche fĂŒr Visitenkarten etc.
  • Evtl. LesebĂ€ndchen
  • ZusĂ€tzlich hilfreich sind Haft-Lesezeichen von Post-it & Co

Wenn Sie sich die MĂŒhe sparen wollen, dann können Sie ein solches „Superbuch“ auch fix und fertig kaufen.

Systematisch Arbeiten

Noch einmal: Schreiben Sie alles auf. Aber mit System:

  • FĂŒhren Sie das Buch immer bei sich oder weisen Sie ihm einen festen Platz zu
  • Schreiben Sie zu jeder Notiz das Datum und eine aussagekrĂ€ftige Überschrift
  • Sie wollen nicht den BĂŒchner-Preis gewinnen oder einen Schönschreibwettbewerb. Verfassen Sie aber die Notizen so, dass Sie auch nach Tagen oder Wochen noch lesen können und wissen, was mit dem Inhalt gemeint war
  • Verwenden Sie aussagekrĂ€ftige KĂŒrzel oder Symbole auf dem Seitenrand. Meine KĂŒrzel/Icons sind: A – Aufgabe, RD – Recherche, Blitz – Widerspruch, ? – Zu ĂŒberlegen, ! – Idee
  • Benutzen Sie Farben zum Hervorheben, aber sparsam. Bei mir: Blau – Allg. Hervorhebung, Gelb – Datum und Überschrift, Rot – GesprĂ€chsnotiz. Die Farben setze ich dann ein, wenn ich am Ende des Tages die Notizen durchsehe
  • Lassen Sie hinteren Seiten frei fĂŒr den Index bzw. ein Inhaltsverzeichnis

Pflege des Notizbuchs

An dieser Stelle möchte ich betonen, dass das Notizbuch fĂŒr kein Organisationsmittel, sondern lediglich ein externer DatentrĂ€ger ist, der das Gehirn unterstĂŒtzt. Aus diesem Grund sollten Sie die Notizen weiterverarbeiten, indem Sie sie in Ihr Organisationssystem einpflegen.

  • Das Einpflegen erfolgt in einer Tages- oder Wochendurchsicht (bei mir eher letzteres).
  • Aufgaben, Kontaktdaten, Termine werden in Outlook ĂŒbernommen. Entsprechendes Symbol durchstreichen, wenn die Notiz verarbeitet ist (z. B. „A“ fĂŒr Aufgabe)
  • Die Stelle, bis zu der die Informationen eingepflegt wurden, wird im Notizbuch durch einen Querstrich markiert.
  • Vergessen Sie nicht, die Einstecktasche zu leeren
  • ErgĂ€nzen Sie das Inhaltsverzeichnis und/oder den Index

Archivieren

Wenn das Notizbuch voll ist, etikettieren Sie den BuchrĂŒcken mit dem Start- und dem Enddatum und stellen es ins BĂŒcherregal. Mit der Zeit haben Sie ein schönes Archiv. Schauen Sie ruhig ab und an noch einmal alte NotizbĂŒcher durch. Sie werden staunen, ĂŒber welch umfangreichen Fundus Sie verfĂŒgen.

 

Ich verwende NotizbĂŒcher seit vielen Jahren und möchte sie nicht mehr missen. Ich möchte Sie dazu ermuntern das Gleiche zu tun und zitiere David Allen:

Your mind is for having ideas, not holding them.

 

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Was tun in schlaflosen NĂ€chten

Wenn Sie zu den Menschen gehören, die jede Nacht durchschlafen und ausgeruht am nĂ€chsten Morgen aufstehen, dann brauchen Sie nicht weiterlesen. Denn dann gehören Sie zu dem glĂŒcklicheren Teil der Menschheit. Es gibt aber auch viele Menschen, denen entweder das Einschlafen oder denen das Durchschlafen nicht gelingen will. Im schlimmsten Fall beides.

Gesund ist das nicht, darĂŒber sind sich alle einig. Die Ursachen fĂŒr schlechten Schlaf können vielseitig sein. Wenn wir einmal die krankheitsbedingten beiseite lassen, dann gibt es zum Beispiel die sog. „senile Bettflucht“. Sie beschreibt den Umstand, dass wir mit zunehmendem Alter einfach nicht mehr so viel Schlaf benötigen. Auch das nĂ€chtliche Aufsuchen der Toilette gehört dazu. Aber lassen wir das…

Ein wichtiger Grund, uns nicht ein- oder durchschlafen zu lassen, ist die GrĂŒbelei, die uns in wachen Stunden oft befĂ€llt. In Gedankenkreiseln gehen uns immer wieder Sorgen oder Ängste durch den Kopf, fĂŒr die wir untertags offensichtlich gar keine Zeit haben.

Schauen Sie in solchen Situationen nicht stĂ€ndig auf die Uhr. Das schlechte GefĂŒhl, nur noch soundsoviel Stunden zu haben, bis der Wecker klingelt, setzt Sie nur noch mehr unter Druck. Mitunter ist es einfach das Beste, einfach aufzustehen und einfache Arbeiten zu erledigen.

Zugegeben, eine dauerhafte Lösung ist das auch nicht, aber Nicole Bayes-Fleming hat noch einige andere Pfeile im Köcher. In ihrem Artikel What To Do When Worry Keeps You Awake empfiehlt sie:

Lenken Sie sich ab

Versuchen Sie Ihre Aufmerksamkeit von den negativen Gedanken abzuziehen und wenden Sie sich positiven Dingen zu. Denken Sie an den vergangenen oder kommenden Urlaub. Denken Sie sich schöne Orte aus und versuchen Sie, diese Orte mit Ihren Sinnen zu erfahren. Wie sieht es dort aus, wie hört es sich dort an, was können Sie spĂŒren, riechen Sie vielleicht sogar etwas? Beteiligen Sie all Ihre SinneskanĂ€le.

Nehmen Sie Ihre Sorgen an

BekĂ€mpfen Sie die unangenehmen Gedanken nicht. Der Schuss kann nach hinten losgehen. Das Paradox: Je mehr Sie versuchen, diese Gedanken zu unterdrĂŒcken, desto mehr werden Sie Besitz von Ihnen ergreifen. Nehmen Sie stattdessen die Gedanken mit Wohlwollen zur Kenntnis und denken Sie daran, dass Gedanken noch keine RealitĂ€ten sind.

Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern die Meinungen und die Beurteilungen ĂŒber die Dinge. Epiktet

Wenn Ihre Sorgen auf ein ganz bestimmtes Ereignis gerichtet sind (PrĂŒfung o. Ă€.), denken Sie an eine alltĂ€gliche Handlung, die Sie danach vornehmen werden. Zum Beispiel in die Mensa gehen und Kaffee trinken.

Üben Sie sich in Achtsamkeit

Ich schließe mich hier Nicole voll und ganz an und empfehle Ihnen, einen Bodyscan durchzufĂŒhren. Dieser hilft bei mir fast immer. Mittlerweile lasse ich mich nicht mehr durch diese Meditation fĂŒhren, sondern gebe mir geeignete GerĂ€usche auf die Ohren. Beim Bodyscan handelt es sich um eine AchtsamkeitsĂŒbung. Sie bewegen sich im Hier und Jetzt und nicht in der Zukunft woanders.

Seien Sie dankbar

Denken Sie nicht daran, was schief laufen könnte, sondern erinnern Sie sich daran, was in Ihrem Leben gut lĂ€uft. Erinnern Sie sich an die Menschen, die Ihnen wohlgesonnen sind und die Sie mögen. Und ja, auch das Gebet ist eine Gelegenheit. fĂŒr die schönen Dinge im Leben zu danken.

Nicole hat ein schönes Video zum Thema veröffentlicht. Sehen Sie selbst:

How to Calm Your Worries and Sleep Better: A Scientist's Tips for Falling Asleep More Quickly

 

 

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Wie Sie mit Menschen zusammenarbeiten, die Sie nicht mögen

Oft meint es das Leben gut mit uns, manchmal aber auch nicht. Dann zum Beispiel, wenn wir gezwungen sind mit Menschen zusammenzuarbeiten, die uns von Herzen unsympathisch sind. Falls Sie auch unter diesem Problem zu leiden haben, dann hat Mark Nevins ein paar Tipps fĂŒr Sie: How to Collaborate with People You Don’t Like. Er empfiehlt:

Denken Sie ĂŒber den Konfliktmechanismus nach

Analysieren Sie den Konfliktmechanismus und Ihren Beitrag dazu: Welche Reaktion zeigen Sie auf welches Verhalten? Wo liegen die Trigger? Bedenken Sie, dass Sie in der Regel den Anderen nicht Àndern können. Sie können aber sehr wohl Ihre Reaktionen bis zu einem hohen Grad steuern.
Denken Sie außerdem darĂŒber nach, inwieweit Ihre Reaktion auf die weitere Entwicklung der Beziehung Einfluss hat. TrĂ€gt sie eher zur Deeskalation oder zur Eskalation bei? Gibt es auch andere Möglichkeiten, zu reagieren?. Ihre Art der Reaktion ist sicher nicht die einzig mögliche. Denken Sie sich Alternativen aus. Manchmal ist es sinnvoll, sich von einem Unbeteiligten dabei helfen zu lassen und geeignete Hilfsmittel zu verwenden, z.B. das Wertequadrat.

Versuchen Sie die Perspektive des Anderen zu verstehen

Eine schwere Aufgabe, wir wissen es alle. Dennoch: Gehen Sie nicht davon aus, dass der Andere nur dafĂŒr lebt, Sie zu Ă€rgern. So etwas kommt zwar vor, ist aber eher selten. Überlegen Sie stattdessen, was den Anderen veranlasst, so zu handeln wie er/sie handelt. Welcher Mindset steckt dahinter? Könnte es sein, dass seine/ihre Anliegen berechtigt sind und dass sie sich mit den Ihren gar nicht „beißen“?
Und noch einmal: Worin besteht Ihr Beitrag zu dem problematischen VerhÀltnis?

Agieren Sie als Problemlöser und nicht als Kritiker oder Wettbewerber

Manchmal hilft es, die Flucht nach vorn anzutreten und das Problem anzugehen. Setzen Sie sich mit der betroffenen Person zusammen und ĂŒberlegen Sie gemeinsam, wie Sie eine tragfĂ€hige Arbeitsbeziehung herstellen. Sie haben es gelesen: Es heißt Arbeitsbeziehung und nicht Liebesbeziehung. Ich gebe zu, fĂŒr so ein GesprĂ€ch muss man schon den ganzen Mut zusammennehmen. Vielleicht können Sie einen neutralen Dritten bitten, ein Art Moderation vorzunehmen. Ich selbst habe als Beteiligter schon erlebt, dass das funktioniert hat.

ÜberprĂŒfen Sie ÜbertragungsphĂ€nomene

Ein zusĂ€tzlicher Hinweis von mir. Vielleicht kennen Sie das PhĂ€nomen. Da betritt ein Mitmensch den Raum und Sie wissen sofort, der/die ist mir unsympathisch. Dabei hat die Andere noch gar nichts gemacht. Da Sie aber nun schon einmal diese Brille aufhaben, werden Sie am Anderen nur noch Verhaltensweisen entdecken, die Ihre EinschĂ€tzung bestĂ€tigen. Überlegen Sie in einem solchen Fall doch einmal, an wen Sie die entsprechende Person erinnert. Sieht er/sie aus, wie jemand, mit dem Sie schon einmal unangenehme Erfahrungen gemacht haben? VerhĂ€lt sie sich so in Gestik, Mimik? Graben Sie ruhig ein wenig, es mag schon lĂ€nger her sein.
Bleiben Sie auf jeden Fall bereit, Ihr Urteil zu revidieren. Die Person mag zwar so aussehen wie der fiese Onkel Alex aus Ihrer Kindheit, er ist aber nicht Onkel Alex.

Emily Conklin hat die Hinweise und noch ein paar mehr in einer Infografik zusammengefasst:
9 Ways to Work With Difficult People.

 

 

BĂŒcher zum Thema (Werbung)

Besprechungen hier und hier.

 

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Sind Sie leistungsstark oder arbeitssĂŒchtig?

Wer des Denglischen mĂ€chtig ist, wird bemerkt haben, dass sich in den Personalabteilungen deutscher Unternehmen der Ausdruck „Performer“ in den AusprĂ€gungen „low“ und „high“ breitgemacht hat. Demnach versteht man unter einem High Performer einen leistungsstarken Mitarbeiter (was immer das ist) und unter einem Low Performer das Gegenteil davon.

Bei der Beurteilung lohnt es sich, genau hinzuschauen. Nur weil jemand ordentlich Staub aufwirbelt, heißt das noch lange nicht, dass die Leistung stimmt. Ich hatte mal einen Kommilitonen, dem konnte man wĂ€hrend des Praktikums im Labor sprichwörtlich die Schuhe besohlen und dennoch war er immer mit den Aufgaben am schnellsten fertig. „Keine ĂŒberflĂŒssigen Bewegungen“ war seine Devise. Ein wahrer Meister des ökonomischen Arbeitens.

Insofern macht es Sinn, zwischen LeistungsstÀrke und Arbeitssucht zu unterscheiden. Denn gerade letztere sind eher Opfer als TÀter. Jacquelyn Smith stellt 4 Subtle Differences Between Workaholics And High Performers vor, als da sind:

  1. Leistungsstarke Menschen kennen ihren Wert.
    ArbeitssĂŒchtige lassen ihren Wert von anderen bestimmen
  2. Leistungsstarke geben 100%, aber nur dann, wenn es darauf ankommt.
    ArbeitssĂŒchtige 110%, und zwar immer
  3. Leistungsstarke Menschen ergreifen die Initiative.
    ArbeitssĂŒchtige reagieren
  4. LeistungstrÀger machen GeschÀfte.
    Workaholics sind beschÀftigt

Jacquelyn zitiert in ihrem Beitrag den Kollegen Jullien Gordon, der in High Performers vs. Workaholics: 7 Subtle Differences noch einige Unterschiede mehr beschreibt. In seinem Beitrag gibt er auch einige Hinweise, wie man der Workoholic-Falle entgehen kann.

Ein interessanter Artikel.

Ob Sie tatsĂ€chlich arbeitssĂŒchtig sind, können Sie mit dieser Infografik von  Lionel Valdellon grob ĂŒberschlagen:

 

 

 

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Das macht Sie zum Smartphone-Junkie

Vor einiger Zeit habe ich darĂŒber geschrieben, was ein E-Mail-Programm mit einem einarmigen Banditen gemeinsam hat. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass es viele Zeitgenossen gibt, die der Versuchung nicht widerstehen können, ihre E-Mails zu checken, sobald eine Eingangsnachricht aufpoppt.

Eine Ă€hnliche Verhaltensweise zeigen auch viele Mitmenschen im Umgang mit ihrem Smartphone. Auch wenn Sie von den interessantesten Menschen umgeben sind, mit denen Sie live und von Angesicht zu Angesicht (neudeutsch „f2f“) die spannendsten GesprĂ€che fĂŒhren könnten, starren sie stattdessen stĂ€ndig in ihr i- oder sonstiges Phone. Selbst Eltern sind betroffen, die auf dem Spielplatz lieber in ihr Smartphone glotzen als sich mit Ihren Kindern zu beschĂ€ftigen. Mittlerweile gibt es zu diesem Thema sogar Plakataktionen, die Eltern dazu animieren sollen, mit ihren Kindern zu spielen, zu sprechen oder sonstwie direkt zu kommunizieren (s. z.B. hier).

Ob diese BemĂŒhungen Erfolg haben werden, sei dahin gestellt, denn es gibt mĂ€chtige Gegner, die allerlei Tricks anwenden, um HandysĂŒchtige Mitmenschen bei der Stange bzw. vor dem Smartphone zu halten. Nicole Bayes-Fleming beschreibt drei dieser Tricks in ihrem Artikel Three Mind Tricks That Keep You Addicted to Your Phone:

Trick Nr.1: Unser Belohnungssystem wird gereizt

Wir wiederholen gerne die TĂ€tigkeiten, fĂŒr die wir in irgendeiner Form belohnt wurden. Wenn wir eine Botschaft ins Netz stellen, hoffen wir auf eine Reaktion, z. B. ein Like oder sogar einen Kommentar. Dies ist die Belohnung, die uns veranlasst, immer wieder aufs Display zu schauen.

Trick Nr.2: Konditionierung nach Pawlow

Sie kennen sicher das Pawlowsche Experiment mit dem Hund und der Glocke. Jedes Mal, wenn dem Hund Futter gegeben wurde, ertönte gleichzeitig ein Klingeln. Schließlich reichte allein das Klingeln, um beim Hund den Speichelfluss auszulösen, auch ohne Futter. Analog passiert dies, wenn wir ĂŒber unser Smartphone eine Benachrichtigung erhalten. Wir mĂŒssen einfach schauen, was los ist.

Trick Nr. 3: Operantes Konditionieren

In WeiterfĂŒhrung zu Nummer 2 sehen Sie nicht, was der Inhalt der Nachricht ist, sondern nur, dass Sie eine erhalten haben. Wenn Sie wissen möchten, was Sache ist, dann sind Sie gezwungen auf die App zu gehen und zu schauen, was es mit dieser Nachricht auf sich hat. Twitter mach dies zum Beispiel so. Sie bekommen per E-Mail eine Nachricht, dass Sie in Tweets erwĂ€hnt wurden. Und jetzt möchten Sie natĂŒrlich wissen, wie diese ErwĂ€hnungen aussehen und öffnen die App. Das machen Sie so lange, bis diese Verhaltensweise zur festen Gewohnheit wird (operantes Konditionieren).

Um diesen Fallen zu entgehen, schlÀgt Nicole vor:

  1. Löschen Sie Apps, die keinen Nutzen stiften
  2. Halten Sie Ihr Smartphone außerhalb Ihrer Reichweite
  3. Schalten Sie die Benachrichtigungsfunktion ab
  4. ÜberprĂŒfen Sie, wie viel Zeit Sie mit dem Smartphone tatsĂ€chlich verbringen

Letzteres erfolgt zumindest beim iPhone sogar automatisch. Wenn Sie noch mehr ĂŒber Tipps gegen Handysucht oder Nomophobie erhalten wollen, empfehle ich Ihnen meinen Beitrag Wie Sie Nomophobie bekĂ€mpfen.

 

The Psychological Tricks Keeping You Online

 

 

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