Archiv des Autors: Stephan List

Wichtige Rollen in der Besprechung

Für den Erfolg oder Misserfolg einer Besprechung ist entscheidend, wer daran teilnimmt. Eine Binsenweisheit, vollkommen logisch, oder? Nur fällt bei der Planung einer Besprechung die Entscheidung nicht immer leicht, wen man dazu einladen soll. Die Devise lautet: “So wenig Teilnehmer wie möglich, so viel wie nötig.”

Das einfachste Kriterium fĂĽr eine Teilnahme stammt von Harrison Owen, wenn ich mich nicht irre. Demnach gibt es nur zwei GrĂĽnde, an einem Meeting teilzunehmen:

  1. Man kann etwas lernen (man bekommt wichtige Informationen) oder
  2. man kann etwas zum Thema beitragen.

Wenn beides nicht zutrifft, möge man sich lieber an der Arbeitsplatz begeben und dort einer wichtigeren Beschäftigung nachgehen. Einfach, klar und logisch, oder?

Paul Williams macht es sich nicht ganz so einfach und schlägt vor, unterschiedliche Rollen zur Auswahl der Teilnehmer heranzuziehen: The Seven People Who Need To Be Involved In Your Meetings.

Er nennt folgende Rollen:

  • R esponsible (Zuständige)
  • A ccountable (Rechenschaftspflichtige)
  • S upportive (UnterstĂĽtzende)
  • C onsulted (Rat gebende)
  • I informed (zu informierende)

FĂĽr Strategiebesprechungen oder fĂĽr ein Brainstorming empfiehlt er, den Kreis auf sieben Rollen zu erweitern:

  • C hampions (selbsterklärend)
  • A udience affected (Betroffene)
  • T asked (Menschen, denen Aufgaben zukommen könnten)
  • B uy-in (Leute, die man auf seiner Seite haben muss)
  • R esponsible (siehe oben)
  • I nformed (siehe oben)
  • O kay (Entscheider)

Nun gut, wenn man die Regel von Owen richtig anwendet, dann geht es auch einfacher.

 

 

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Wie Sie eine Community pflegen

Ich habe lange ĂĽberlegt, wie ich das Wort „Community“ ĂĽbersetzen könnte und muss gestehen, mir ist nichts rechtes eingefallen. „Gemeinschaft“ trifft es nicht so richtig, „Gemeinde“ wohl eher. Im US-amerikanischen Kontext wird damit oft das Gemeinwesen angesprochen. Manchmal ist es vielleicht besser, den Ausdruck einfach stehen zu lassen.

Wie auch immer, auf der Website The Community Tool Box lernen Sie ein Vielzahl von Methoden kennen, mit denen Sie Communities bilden und unterstützen können. Sie erfahren auf der Website,

  • wie Sie die BedĂĽrfnisse einer Community herausarbeiten können
  • wie Sie die Ressourcen ermitteln können, die einer Community zur VerfĂĽgung stehen
  • wie Sie die Stellgrößen fĂĽr eine gesunde Entwicklung benennen und benutzen
  • welche Stakeholder es gibt und wie man sie einbeziehen kann
  • auf welche Weise FĂĽhrung entwickelt wird
  • welche MaĂźnahmen zur Entwicklung geplant, durchgefĂĽhrt und wie sie evaluiert werden können

Aufgrund des riesigen Umfangs des Gebotenen ist es sicher hilfreich sich zunächst mit dem Gebrauch der Toolbox zu beschäftigen. Auch hier für gibt es ein eigenes Kapitel.

Die Community Toolbox ist ein Angebot der Universitäät von Kansas und ist mit den wenigen Einschränkungen der Creative Commons Attribution-Noncommercial-Share Alike 3 frei zugänglich.

Da ich seit diesem Jahr das Ehrenamt des Kirchengemeinderats ausübe, werde ich mich in der nächsten Zeit eingehend mit der Community Toolbox beschäftigen. Ich habe da so einen Ahnung, dass ich einem Menge für die Gemeindearbeit lernen kann.

BTW: Ich habe lange überlegt, ob es in Deutschland eventuell ein Gegenstück zur Community Toolbox geben könnte. Vielleicht ist es die Stiftung Mitarbeit zusammen mit dem Wegweiser Bürgergesellschaft und dem Netzwerk Bürgerbeteiligung. Schauen Sie doch einmal vorbei und überprüfen, ob ich richtig liege.

Übrigens hat die Community Toolbox auch einen eigenen YouTube-Kanal, wie könnte es auch anders sein.

 

Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay

 

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Kurznachrichten: Agiles Homeschooling, Geschichte, Textanalyse, Cal Newport, Klebepunkte, Heimarbeit

Agiles Homeschooling

Weil Sie das Corona-Virus dazu zwingt, sind viele Familien mit schulpflichtigen Kindern gezwungen, Home Schooling auszuprobieren. Meines Erachtens ist der Ausdruck irreführend, denn Eltern können in unserem Schulsystem LehrerInnen nicht ersetzen. Aber das soll hier nicht diskutiert werden. Ein Team von Agilen Coaches bei Raiffeisen Software hat eine Fibel zum Agile Homeschooling veröffentlicht (Download pdf-Datei). Die Autoren zeigen, welche Prinzipien Sie aus Scrum Meetings in den Hausunterricht übernehmen können.

Geschichte lernen per App

Weil wir gerade beim Lernen sind. App in die Geschichte heißt eine Anwendung, mit der Sie als LehrerIn oder als SchülerIn allerhand Wissenswertes zur Geschichte erfahren können. Wenn Sie auf die App verzichten möchten, auch die Website bietet einige Informationen. Sie können z.B. in einem Archiv mit über 80000 Dokumenten stöbern. Über den Hintergrund der App hat Daniel Bernsen einen Artikel verfasst: Mobiles Geschichtslernen: App in die Geschichte online.

Was taugt Ihr Text? Die Textanalyse der Wortliga

Wenn ich so überlege, dann gehört das Schreiben durchaus zu meinen Haupttätigkeiten. Zwar trägt es nicht direkt zu meinem Lebensunterhalt bei, aber es wirkt Unterstützend bei der Akquise, zum Beispiel über das ToolBlog. Wenn Sie auch ab und zu einen Text verfassen müssen, dann können Sie ihn mit dem Wortliga Textanalyse Tool auf Verständlichkeit, Prägnanz und anregende Sprache analysieren. Falls Sie mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind, dann belegen Sie doch einfach den Online-Kurs: Besser schreiben in 43 Minuten.

Das Produktivitätssystem von Cal Newport

Wie die Experten unter den LeserInnen wissen, ist Cal Newport der Autor des Bestsellers Deep Work (deutsche Ausgabe). In einem längeren Video beschreibt er, wie er arbeitet, sich organisiert und seine Produktivität sicherstellt. Sehen Sie selbst:

A Look Inside Cal Newport's Productivity System

Entscheidungsfindung mit Klebepunkten

Sie kennen sicher die Entscheidungsmethode bei der Alternativen bewertet werden, indem man sie mit Klebepunkten „verziert“. Nun gibt es aber keine Methode, die nicht mehr oder weniger heftig kritisiert wird. Dotmocracy ist da keine Ausnahme. Jason Diceman beschreibt in Dotmocracy is Broken, was gegen die Punkt-Kleberei spricht. Mich ĂĽberzeugen seine Argumente nicht, denn alle diese Nachteile kann man durch ein entsprechend gestaltetes Setting vermeiden. Aber vielleicht wollte er ja auch nur etwas Werbung fĂĽr seine Feedback Frames machen.

Heimarbeit 2.0: Eine Ăśbersicht

Als ich Kind war, habe ich meiner Tante während eines Besuchs geholfen, irgendwelche Stecker für elektrische Bauteile miteinander zu verbinden. Mit solcher Heimarbeit half sie damals, dass Familieneinkommen aufzubessern. Das ist nun mehr als 50 Jahre her und ich weiß gar nicht, ob heute noch zuhause auf diese Weise Gegenstände hergestellt werden. Heimarbeit gibt es sicher noch, nur anders. Heutzutage benutzt man dazu einen Computer mit Internetanschluss. Eine Übersicht über Möglichkeiten auf diese Weise Geld zu verdienen zeigt MightyMax in How to Earn Money Without a Traditional Job: 150 Apps and Sites for Gig Culture.
Jetzt mĂĽssen Sie nur noch die entsprechenden deutschen Angebote finden.

 

 

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Entscheidungshilfe: E-Mail schicken oder nicht?

Es gibt Leute, die behaupten, die beste E-Mail ist die, die gar nicht verschickt wird. Tatsächlich hören wir allerorts das Klagelied über die E-Mail-Flut, in der nahezu jeder Werktätige abzusaufen droht. Um dieser fatalen Entwicklung entgegen zu wirken, habe die Autoren von Co.Design ein nützliches Diagramm veröffentlicht. Es soll Ihnen bei der Entscheidung helfen, ob Sie ein E-Mail verschicken sollen oder nicht: Should You Send That Email? Here’s A Flowchart For Deciding.

 

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Wie Sie einen Mind-Sweep durchfĂĽhren

Eine der Grundprinzipien der Methode GTD von David Allen lautet “Alles aus dem Kopf”. Grund: Der Kopf ist ein hervorragender Diener, aber ein schlechter Organisator. Er erinnert einen immer zu den unpassendsten Gelegenheiten an Dinge, die noch zu erledigen sind. Die Folge ist Ablenkung, denn ich konzentriere mich nicht mehr auf die Aufgaben im Hier und Jetzt.

Also heißt es mit einem “Mind-Sweep” den Kopf entleeren. Wie das zu bewerkstelligen ist, zeigt uns Mike Vardy: 4 Simple Steps to Brain Dump for a Smarter Brain. Der mentale Kehraus läuft nach Mike in folgenden Schritten ab:

  1. Nehmen Sie Papier und Bleistift zur Hand
  2. Erstellen Sie Ihre Listen
  3. Setzen Sie Ihre Listen auf den PrĂĽfstand
  4. Vervollständigen Sie Ihre Listen

Bei Schritt Nr. 2 empfiehlt Mike, drei verschiedene Listen anzulegen (Notwendig, nützlich, nice to have). Ich halte das für kontraproduktiv. Schreiben Sie vielmehr alles untereinander weg auf und sortieren Sie erst dann in verschiedene Listen, wenn Ihr Gehirn im wahrsten Sinn des Wortes nichts mehr hergibt. Sammeln und ordnen gleichzeitig sorgt in unserem Oberstübchen für Verwirrung und das stört die Kreativität. Meine Empfehlung daher:

  1. Nehmen Sie Papier und Bleistift zur Hand
  2. Schreiben Sie alles untereinander auf (keine Kritik, kein Nachdenken, Bedeutendes, Unbedeutendes)
  3. Sortieren Sie Ihre Listen in “Unterlisten”, wie es für Sie Sinn macht (Projekte, Kontexte o. ä.)
  4. Setzen Sie Ihre Listen auf den PrĂĽfstand
  5. Ergänzen Sie, wo notwendig.

Ich wiederhole: Alles aus dem Kopf und hinein in ein sicheres Organisationssystem (Sie wissen schon: Das “Trusted system”)

 

Bild von khamkhor auf Pixabay

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Wie Andere die Dinge geregelt kriegen

Wenn ich einen Workshop zur Selbstorganisation begleite, bin ich immer gespannt, welche Kniffe meine Teilnehmer anwenden, um gut durch ihren Arbeitstag zu kommen. Ich weise immer darauf hin, dass sie etwas, was gut funktioniert, unbedingt beibehalten sollten. Gemäß dem alten Spruch “Never change a running system”, sollte man nicht etwas über Bord werfen, was sich bewährt hat, nur weil es auf den ersten Blick nicht zu einer Zeitmanagementmethode zu passen scheint. Vielmehr lautet hier die Frage: “Wie kann ich das eine tun ohne das andere zu lassen?”

Eine große Sammlung individueller Ansätze finden Sie auf der Website uses this. Dort erzählen Mitmenschen mit unterschiedlichsten beruflichen Hintergründen, wie sie die Dinge geregelt kriegen. Die Website uses this ist eine

collection of nerdy interviews asking people from all walks of life what they use to get the job done.

In den Kategorien finden Sie alle die Berufe, deren VertreterInnen bislang interviewt worden sind. Das sind seit Bestehen der Seite (2009) eine ganze Menge. Wenn Sie ein bisschen stöbern, tun sich da ganz neue Perspektiven auf.

 

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GTD in Diagrammen

Warum war (und ist immer noch) GTD so erfolgreich? Für mich ist ein Kernelement für den Erfolg der klare Ablauf, der sich hervorragend in entsprechenden Diagrammen darstellen lässt. Vielleicht haben sich auch deshalb zuerst die ITler wild auf die Methode gestürzt und entsprechende Programme entwickelt. Folgerichtig gibt es mittlerweile Flow Sheets wie Sand am Meer, wie man hier sehen kann.

Karol Krol zeigt in seinem älteren Beitrag “Productivity Made Simple: The Key to GTD – Your Daily Graph of Activity” ebenfalls ein Ablaufdiagramm. Mir gefällt es gut, weil es klar, einfach aufgebaut und sehr ansprechend gestaltet ist. Karol erklärt, wie Sie das Diagramm nutzen können, um Ihre Dinge geregelt zu bekommen.

Der Artikel ist ein Teil einer Reihe mit dem Titel “Productivity Made Simple”. Bisher veröffentlicht:

 

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Windows rauf- und runterfahren: Shutdown7

Manchmal stolpert man über kleine Softwareperlen, die das Computerleben erheblich vereinfachen können. Shutdown7 ist ein solches feines Helferlein. Mit dieser Freeware können Sie zu festgelegten Zeiten

  • automatisch den Rechner herunterfahren oder neustarten
  • den Monitor abschalten
  • in den Ruhezustand wechseln
  • und vieles mehr.

Kurzum, das Programm ist so flexibel, dass ich manches aus der Featureliste gar nicht verstehe. Das gilt aber sicher nicht für Sie. Deshalb empfehle ich Ihnen, das Programm einmal näher unter die Lupe zu nehmen.

 

Bild von Pete Linforth auf Pixabay

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Daten visualisieren mit Tulip

Ingenieure und Naturwissenschaftler haben es bei ihren Präsentation oft schwerer als Ă–konomen oder Marketingmenschen. Ich denke hier vor allem an die Visualisierung der dargebotenen Inhalte. Während letztere oft „nur“ Statements mit eingehenden Bildern unterstreichen mĂĽssen, kämpfen Naturwissenschaftler in der Regel damit, groĂźe Zahlenfriedhöfe mit geeigneten Diagrammen anschaulich zu machen.

Tulip ist ein Programm, dass die Visualisierung von Zahlen, Daten, Fakten erleichtern soll. Sie können hier verschiedene Daten miteinander in Beziehung setzen und diese Beziehungen auf geeignete Weise grafisch darstellen (Beschreibung):

Tulip is an information visualization framework dedicated to the analysis and visualization of relational data. Tulip aims to provide the developer with a complete library, supporting the design of interactive information visualization applications for relational data that can be tailored to the problems he or she is addressing.

Das Programm stammt offenbar von der Universität Bordeaux und wird Ihnen kostenlos zum Download zur Verfügung gestellt. Allerdings ist die Bedienung nicht ganz einfach, das kann man schon an den Diagrammenersehen, die Tulip erzeugt. Aus diesem Grund gibt es auch ein Fülle von Anleitungen und ein Nutzerforum.

FĂĽr einen ersten Einstieg empfehle ich Ihnen dieses Video:

Tulip Software Presentation

 

 

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10 unveränderliche Gesetze über das Fehler machen

Keiner macht gern Fehler. Sie haben einen negativen Beigeschmack, denn oft sind Sie mit negativen Folgen verbunden, sei es finanzieller, emotionaler oder anderer Art. Und schon in der Schule würden wir für Fehler abgestraft. Dennoch, es gibt auch positive Seiten. Schließlich heißt ein altes deutsches Sprichwort: “Aus Erfahrung wird man klug.” Und genau so sollte man Fehler betrachten, als Chance nämlich, daraus zu lernen. Alan Norton hat aufgelistet was er für die “10 Immutable Laws of Mistakes” hält:

  1. Jeder macht Fehler
  2. Nicht alle Fehler sind schlimme Fehler
  3. Fehler, die von anderen nicht gesehen werden, sind keine
  4. Unwissenheit ist keine Entschuldigung fĂĽr Ihre Fehler
  5. Fehler passieren immer zum blödesten Zeitpunkt
  6. Fehler ziehen neue Fehler nach sich
  7. Fehler, die mit dem Computer gemacht werden, verbreiten sich schneller und verursachen größeren Schaden
  8. Der Fehler der Tatenlosigkeit ist nichtsdestoweniger ein Fehler
  9. Nicht zu seinen Fehlern zu stehen, ist ein Fehler
  10. Nicht aus seinen Fehlern zu lernen, ist ein Fehler

Am Ende des Beitrags gibt es noch ein informatives Schaubild, das Ihnen zeigt, warum Sie vielleicht dieselben Fehler immer wieder machen. Es beschreibt, an welchen Stellen der Lernprozess möglicherweise unterbrochen wird.

Ach ja, kennen Sie Mae West’s Gesetz? Nein? Hier ist es:

Irren ist menschlich, das Gefühl dabei göttlich.

So kann man es auch sehen.

 

Bild von Andreas Schau auf Pixabay

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