Archiv des Autors: Stephan List

Wie sich Menschen ihre Arbeitszeit wünschen

Zum Thema Arbeitszeit klaffen die Meinungen weit auseinander. Während die einen am liebsten den 12-Stunden-Tag wieder einführem möchten (aus „Flexibilitätsgründen“, wie es heißt), experimentieren andere mit der 4-Tage-Woche. Was viele nicht wissen, dass es ein Gesetz gibt, dass in Deutschland die Arbeitszeiten regelt: Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG). Hierbei ist noch einmal festzuhalten, dass das ArbZG nicht lediglich beratenden Charakter hat, wie viele meinen. Es ist ein Gesetz und daher verbindlich.

Nun sind Gesetze nicht in Stein gemeißelt und bis auf wenige Ausnahmen nicht für die Ewigkeit gemacht. Schließlich ändern sich gesellschaftliche Gegebenheiten, denen der Gesetzgeber durch Anpassungen Rechnung tragen sollte. Wichtige Grundlagen zur Entscheidungsfindung liefern hierzu wissenschaftliche Studien.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat nun eine Befragung zu Arbeitswünschen von Beschäftigten in Deutschland durchgeführt und veröffentlicht (pdf-Datei).

Untersucht wurden u.a.:

  • wie Arbeitszeitwünsche und -realitäten derzeit zusammenpassen
  • ob die Arbeitszeit verlängert oder verkürzt werden soll und wie die Chancen stehen, dass diesen Wünschen entsprochen wird
  • inwieweit für die Beschäftigten ein zeitlicher Handlungsspielraum gegeben ist
  • wie sich Diskrpanzen aus Wunsch und Wirklichkeit auf die Gesundheit auswirken

Gerade habe ich die Lektüre des bemerkenswerten Buchs Die Erfindung der Leistung von Nina Verheyen beendet (Leseempfehlung!). Sie finden dort auch einen Abschnitt zum Thema Arbeitszeit, in dem sie schreibt:

Im Deutschen Reichstag dagegen schmetterten Vertreter der Industrie noch 1904/05 den Vorschlag ab, die Arbeitszeit zumindest für Frauen auf 10 Stunden zu begrenzen. […] Man müsse schließlich auf dem Weltmarkt mithalten können.

Die Zeiten haben sich geändert, die Argumente offenbar nicht.

BTW: Sie bekommen das Buch von Nina Verheyen derzeit für kleines Geld bei der Bundeszentrale für Politische Bildung. Also nichts wie hin!

JESHOOTS-com / Pixabay

 

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Die „Full List of Official No-List Systems“

Es gibt Autoren, die To-Do-Listen in Bausch und Bogen verdammen, weil sie angeblich nicht funktionieren könnten. Statt dessen werden dann Lösungen präsentiert, die dann doch wieder auf Listen hinauslaufen, jedoch anders strukturiert sind. Bis jetzt zumindest konnte mich noch keines der Argumente gegen die gute alte Aufgabenliste überzeugen.

Aber das ist ja nur meine bescheidene Meinung. Wenn Sie eine andere Ansicht haben, dann lohnt sich vielleicht ein Besuch auf der Website des britischen Zeitmanagement-Gurus Mark Forster. Dort finden Sie eine Full List of Official No-List Systems.

Ein Beispiel für eine solche Anti-Liste ist die 3T-Liste:

  1. Schreiben Sie drei Aufgaben auf
  2. Bearbeiten Sie die Aufgaben in beliebiger Reihenfolge, bis zwei erledigt sind
  3. Fügen Sie zwei weitere hinzu (so dass es wieder insgesamt drei Aufgaben sind)
  4. Wiederholen Sie das Prozedere ab dem 2. Schritt (erledige zwei, füge zwei hinzu) bis „der Arzt kommt“

Diese Listen gehören offensichtlich zu Forsters „Final Version (FV) time management system“, das Sie hier erklärt bekommen. Leider kann ich nur auf diese Seite verweisen, da ich mich mit diesem Ansatz noch nicht beschäftigt habe.

Sarah Michele Ford weiß mehr und hat über das Final Version (FV) time management system ein Video publiziert:

 

Wie auch immer, ich bleibe bei meinen Leiisten.

 

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Scannerplatte selbst gemacht

Ich gebe zu, ich bin ein Mensch mit zwei linken Händen. Den berühmnten Nagel kann ich noch einschlagen, aber bereits der Aufbau eines schwedischen Billigregals stellt mich vor beinahe unlösbare Probleme. Meine (un)heimliche Bewunderung gilt daher jenen Zeitgenossen, die unter Zuhilfenahme von Kopf, Herz und Hand ihre notwendigen Utensilien selbst erstellen.

Horst Saak-Winkelmann ist so ein Anhänger der DIY („Do-It-Yourself“)- Bewegung. Auf seinem Blog wendet er sich an Leserinnen und Leser, die immer mal wieder auf saubere Art Dokumente scannen müssen. Wer muss das nicht, fragt man da und so wird vielen seine Bauanleitung für eine selbstgemachte Scannerplatte wie gerufen kommen.

Wenn Sie sich an die Anleitung halten, dann bekommen Sie für kleines Geld einen verstaubaren Scannertisch, bestehend aus einem Selfiestick (!), einem Sortiergitter und aus HARIBO-Dosen (!).

Für mich grenzt das an Zauberei, ein Dankeschön an Horst MacGuyver Saak-Winkelmann für die Idee und das Publizieren.

www_slon_pics / Pixabay

 

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Therapie? Nichts für mich!

Immer wieder treffe ich auf Mitmenschen, die sich in seelischen Nöten befinden, professionelle Hilfe durch einen Psychotherapeuten jedoch vehement ablehnen. Ohne meinen ehemaligen BerufskollegInnen zu Nahe treten zu wollen, aber gerade unter Ingenieuren und Technikern ist diese Einstellung weit verbreitet. Ein bekannter Kalauer lautet „dem Inschenör nicht zu schwör“. Warum soll man dann also das Problem nicht alleine lösen können? Ist es die Angst vor dem Kontrollverlust, die hier zum Vorschein kommt?

Obwohl ich auch aus diesem Stall komme, habe ich die Abneigung gegen eine Psychotherapie nie verstanden. Warum soll man sich nicht von einem Profi helfen lassen? Schließlich gehe ich mit gebrochenem Arm auch zu einem Arzt und schiene ihn nicht selbst.

Eine Psychotherapie ablehnen kann man aus unterschiedlichen Gründen. Susan Kolod und Wylie Tyne führen in einem Artikel 9 Reasons Why People Resist Starting Therapy auf. Diese sind:

1. Meine Probleme sind gar nicht so schlimm

Hier verhält es sich ähnlich wie mit physischen Problemen. Wenn Sie merken, dass Sie nach drei Tagen immer noch starkes Bauchweh haben, dann gehen Sie zum Arzt um Schlimmeres zu verhindern. Oder warten Sie auf einen Blindarmdurchbruch? Genau so ist es mit der Psychotherapie. Sie sollten nicht erst damit beginnen, wenn der Schmerz unerträglich geworden ist. Die „Heilungschancen“ sind dann außerdem schlechter.

2. Ich muss meine Probleme alleine lösen

Wenn ein Problem nicht mehr trivial ist, dann gehen wir zu jemandem, „der sich damit auskennt“. Den Küche baut der Küchenspezialist ein, das Auto repariert die Werkstatt, das Fleisch kauft man beim Metzger. Nur seelische Probleme wollen wir alleine lösen, obwohl derlei Ungemach alles andere als trivial ist. Gehen Sie zur Fachfrau bzw. -Mann! Die haben das gelernt und wissen, was sie machen.

3. Eine einmal begonnene Therapie kommt nie zu einem Ende

Ein weit verbreitetes Vorurteil. Die Dauer und die Frequenz der Therapie wird zwischen dem Klienten (d. i. Patienten) und dem Therapeuten vereinbart. Hier gibt es die ganze Bandbreite von Kurzzeittherapien bis zu Therapien, die länger dauern. Nähere Informationen bekommen Sie auch bei Ihrer Krankenkasse.

4. Ich muss meine geheim(st)en Gedanken vor dem Therapeuten ausbreiten

Sie müssen gar nichts. Niemand kann Sie dazu zwingen, etwas preiszugeben, was Sie nicht möchten. Ohnehin klären Sie und die Therapeutin in einem Erstgespräch, ob die „Chemie stimmt“ und ob eine vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich ist. Ich möchte hier die Ausdrücke „Zusammenarbeit“ und „vertrauensvoll“ betonen.

5. Ich fühle mich beurteilt

Wenn Sie sich Sorgen machen, was eine Therapeutin über Sie denkt, dann sprechen Sie dies an. Allerdings sind diese Sorgen i. d. R. unbegründet. Der Therapeut ist nicht dazu da, über Sie zu urteilen, sondern um Ihnen zu helfen. Dies geschieht Zuhören und durch Klärungshilfe.

6. Ich habe Angst, dass ich von der Therapie abhängig werde

Eine Therapie ist nicht endlos (s. Pkt. 3). Die Therapie endet dann, wenn sich eine Person sicher ist, „dass sie die Fähigkeit besitzt, mehr aktiv am emotionalen Leben teilzunehmen“ (Zitat aus dem Artikel). Außerdem bezahlt die Krankenkasse keine Endlos-Therapien. Darauf können Sie sich verlassen.

7. Wenn ich über etwas spreche, muss ich etwas ändern

Das ist gut möglich, vielleicht aber auch nicht. Letztendlich treffen Sie die Entscheidung. Weiter oben habe ich den Begriff „Klärungshilfe“ benutzt. Im Gespräch bekommen Sie die Möglichkeit, zu ihren Problemen eine Außenperspektive zu entwickeln, sie evtl. anders zu betrachten und ggf. Handlungsalternativen zu entwickeln.

8. Ich habe Angst, dass ich etwas über mich lernen könnte

Vermutlich wird sich das nicht ganz vermeiden lassen. Wenn Sie das beunruhigt, sollten Sie das der Therapeutin mitteilen. Allerdings hilft es manchmal, zu verstehen, warum etwas so ist, wie es ist.

9. Ich bin mir unsicher, heißt das, ich sollte gar nicht erst anfangen?

Es geht uns allen so. Wenn wir Neuland betreten, dann fühlen wir uns unsicher, schließlich begeben wir uns auf unbekanntes Terrain. Allerdings heißt ein altes Sprichwort „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“. Seien Sie ehrlich, wie oft haben Sie Neues ausprobiert und waren am Ende froh, es gewagt zu haben? Auch hier gilt: Wenn Sie dieser Gedanke umtreibt, dann machen Sie es zum Thema im Erstgespräch.

 

Es kann nie schaden, sich im Vorfeld schlau zu machen. Wie immer finden Sie allerhand Informationen im Internet. Zum Beispiel:

Warten Sie aber nicht allzu lange.
Es ist schwer, die Reste aus dem Topf zu kratzen, wenn Sie einmal angebrannt sind.

OliverKepka / Pixabay

 

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Kurznachrichten: Papierplaner, PM-Apps, Jens-Schneider-Blog, GTD-Summit, alte Spiele, Speed-Conversation, Gespräche

Planer zum Selbst ausdrucken

Immer wieder stoße ich in den Weiten des Internets auf Vorlagen für die Aufgabenorganisation. Diese will ich natürlich den Freunden von Papier und Stift nicht vorenthalten. Printable Planners ist der schlichte Name einer Website, auf der Sie nahezu 1000 (!) solcher Templates herunterladen können. Eingeteilt sind die Vorlagen nach Papiergröße und Funktion. Der Download ist umsonst, die Zusammenstellung der Seiten kostet ein paar wenige Dollar.

Projektmanagement-Apps aufgelistet

Programme, die Sie beim Management von Projekten unterstützen, gibt es wohl in Hülle und Fülle. Die meisten der Leserinnen und Leser dürften ihre Lösung bereits gefunden haben. Falls Sie aber noch in der Such- oder Entscheidungsphase sind, dann hilft Ihnen vielleicht der Beitrag von Ines Bahr weiter: Die Top 30 kostenlosen bzw. Open Source-Projektmanagement-Tools für kleine Unternehmen. Dort finden Sie auch eine Übersicht der Features der wichtigsten Programme.

Das Produktivitätsformel-Blog von Jens Schneider

Jens Schneider ist ein Kollege, der sich so wie ich allerhand Gedanken zum Thema Aufgabenorganisation macht. In seinem Produktivitätsformel-Blog lässt er uns daran teilhaben. Sie finden dort in übersichtlicher Weise nützliche Tipps rund um die Produktivität. Ein Besuch lohnt sich.

Auf nach Amsterdam: Das GTD-Summit

Genau zehn Jahre ist es her, dass das GTD-Summit in San Francisco stattfand. Ich hatte damals die Gelegenheit, als ToolBlogger daran teilzunehmen. Offenbar kam David Allen zu Erkenntnis, dass nun die Zeit reif sei für ein neues GTD-Summit. Es findet am 20. und 21. Juni in Amsterdam statt. Sie erwartet dort ein Aufgalopp aller Produktivitätsgrößen und von denen, die sich dafür halten oder dafür gehalten werden. Mich werden Sie dort diesmal nicht treffen. Einmal reicht.

Alte Spiele für umsonst

Das wird nicht nur meinem Freund Thilo gefallen. Gavin Phillips hat 5 Sites Where You Can Download Old PC Games for Free aufgetan. Für die Freunde des Brotkasten möchte ich seine Hinweise noch um die C64 Software Library ergänzen. Die entsprenden Emulatoren finden Sie hier. Ich gebe zu, ich setze mich mitunter gerne an diese Spiele. Der Charme dieser alten Zeitdiebe ist unerreicht.

Ein Wort auf die Schnelle: Speed-Conversation

David Gurteen ist der Schöpfer des Knowledge Cafés. Er betreibt die wundervolle Website Conversational Leadership, die uns in Form eines „online-Buchs“ über die Hintergründe der Methode informiert. Auf dieser Website finden Sie auch die Beschreibung des Eisbrechers Speed-Convesation, die sich auch gut mit anderen Ansätzen kombinieren können. Hier ein kleiner Vorgeschmack, wie es da zugehen kann:

Wie Sie sinnvolle Gespräche führen

Weil wir gerade bei Gesprächen sind. In meinem Artikel Wieso können Sie nicht zuhören? konnten Sie lesen, wie gute Gespräche daran scheitern, dass die Partner nicht richtig zuhören. Mit der Infografik 11 Ways To Have Meaningful Conversations von gibt Ihnen Nivene Judeh weitere Hinweise, wie Sie ein nutzbringendes Gespräch gestalten können. Sehen Sie selbst:

 

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Wieso können Sie nicht zuhören?

Die meisten Menschen stimmen der Aussage sicherlich zu, dass das Zuhören eine wichtige, wenn nicht vielleicht die wichtigste kommunikative Fähigkeit des Menschen ist. Offensichtlich besteht hier Einigkeit. Allerdings fragt man sich, warum dann so wenig Mitmenschen zuhören können.

Besonders augenfällig wird dies bei den unsäglichen Talkshows à la „Hart, aber fair“, so sich die Teilnehmer immer wieder ins Wort fallen, weil sie glauben, durch Überschreien des Gesprächspartners beim Zuhörer punkten zu können. Wir alle wissen, das Gegenteil ist der Fall, es sei denn, man hat Spaß am Krawall.

Manche Autoren, z. B. Peter Senge, unterscheiden in diesem Zusammenhang zwischen Diskussion und Dialog. In der Diskussion geht es darum, im Wettstreit der Argumente eine angemessene Lösung für ein Problem zu finden. Der Dialog dient zum besseren Verständnis des Gegenübers: Was ist es, das ihn so denken lässt, wie er denkt? Sowohl Diskussion als auch Dialog haben ihre Berechtigung, man muss nur wissen, wann man was tut. Dennoch behaupte ich, dass wir in der Regel zuviel diskutieren und zu wenig im Dialog stehen.

Ein Dialog kann ohne aufmerksames aktives Zuhören nicht funktionieren. Um meine Partnerin/meinen Partner verstehen zu können, muss ich mich ganz auf ihn/sie einlassen, sonst wird das nichts. Leider ist dies leichter gesagt als getan. Oft stehen wir uns beim aufmerksamen Zuhören selbst im Weg. Stephanie Vozza erklärt uns in ihrem Artikel 6 reasons why you’re a bad listener (and how to change it), warum dies so ist:

1. Sie reden von Natur aus gerne

Denken Sie an die Diskutanten in den Talkshows. Sich immer in den Vordergrund zu schieben, macht auf die Dauer einsam, denn das mag niemand. Ihr Gesprächspartner nicht und auch die Zuhörer, wenn es sie gibt. Es wirkt einfach dominant, auch wenn das wahrscheinlich gar nicht Ihre Absicht ist. Vielleicht hilft dieser Hinweis:

Fragen Sie viel und behaupten Sie wenig!

2. Sie urteilen über Ihr Gegenüber

Hier hilft ein Blick in die Bibel (Matth. 7,1-2)

Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn wie ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden.

Schwer einzuhalten, wie wir alle wissen. Aber dennoch sollten wir zumindest in der Lage sein, unser Urteil zu revidieren.

3. Sie sind voreingenommen und haben einen verzerrten Blick

Hier gilt analog das unter 2. Geschriebene.

4. Ihr Ego steht Ihnen im Weg

Besonders Führungskräfte glauben, stets das Heft in die Hand nehmen zu müssen um so die Kontrolle zu behalten. Meistens nützt das nichts, im schlimmsten Fall schadet das sogar. Sie haben auf das, was zwischen den Ohren Ihres Gesprächspartners stattfindet, ohnehin nur begrenzten Einfluss. Wenn immer nur Sie reden, werden Sie nie erfahren, was Ihre Mitarbeiter denken.

5. Sie versuchen, nebenher noch etwas anderes zu tun

Es ist nahezu unmöglich, auf verschiedenen Dinge gleichzeitig zu hören. Und außerdem ist es schlichtweg unhöflich. Glauben Sie ja nicht, Ihr Partner würde nicht merken, wenn Sie sich nebenbei mit etwas anderem beschäftigen.

6. Sie schalten bei dem Partner einfach ab

Oft höre ich in meinen Workshops, es sei sinnlos, mit XY zu reden. Man wisse ja ohnehin, wie er/sie reagieren würde. Stimmt, wenn Sie das wirklich sicher wissen, dann ist das wirklich sinnlos. Aber wissen Sie es tatsächlich sicher? Oder drücken Sie sich nur darum, sich mit anderen Argumenten und Meinungen auseinanderzusetzen?

 

Während einer Veranstaltung vor vielen Jahren hatte ich Gelegenheit, mich mit einer der Protagonisten des NLP, Robert Dilts, zu unterhalten. Vorher und auch nachher ist mir nie wieder ein Mensch begegnet, der so zuhören könnte. Er gab mir tatsächlich das Gefühl, er sein in diesem Moment ganz allein für mich da.

Eine beneidenswerte Fähigkeit!

jamesoladujoye / Pixabay

 

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Tun Sie nichts!

In produktiven Zeiten wie diesen kann man gar nicht oft betonen, wie wichtig es ist, ab und zu einfach nichts zu tun. An anderer Stelle habe ich Astrid Lindgren bereits zitiert, doch gefällt mir ihre Äußerung so gut, dass ich sie gerne wiederhole:

Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen…

Leute, die ständig unter Strom sind, tun sich keinen Gefallen. Denn ab und zu nichts zu tun, hilft unserem Unbewusstem, an Problemlösungen zu arbeiten und uns dann mit kreativen Lösungen zu überraschen.

Wie man das Nichtstun in seinen Alltagsleben einbauen kann, zeigt uns Shelly Tygielski in dem Artikel The Benefits of “Doing Nothing”: Five Ways to Find Creativity Through Reflection:

1. Verfolgen Sie Ihren derzeitigen Tagesplan und analysieren Sie ihn
2. Legen Sie Laptop und Smartphone zur Seite
3. Nehme Sie die Natur um Sie herum bewusst wahr
4. Achten Sie während Stillständen auf Ihre Gedanken
5. Tun Sie absolut gar nichts

The Benefits of “Doing Nothing”: Five Ways to Find Creativity Through Reflection

 

Ich selber meditiere mindestens 20 Minuten jeden Tag. Wenn ich zum Beispiel meinen Vater im Seniorenheim besuche, dann verbinde ich den Besuch mit einer Meditation in der dortigen Kapelle. Auf dem Weg zurück, nehme ich oft einen Umweg und versuche, mit allen Sinnen die Umgebung wahrzunehmen und eine Art Gehmeditation durchzuführen.

Auf diese Weise habe ich die Meditation in meinen Alltag „eingebaut“. Das geht sehr gut. Wenn Sie bewusst Ihren Tag betrachten (s.o. Punkt 1), werden auch Sie eine Gelegenheit finden, „nichts“ zu tun.

Da bin ich mir sicher.

bogitw / Pixabay

 

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5 Handlungen, die Ihren Tag verbessern

Bei meinen Streifzügen durch die Weiten des Internets stolpere ich immer wieder einmal über Artikel, die unscheinbar daher kommen, aber nützliche Hinweise beinhalten. Josh Spector hat einen solchen Beitrag geschrieben: Five Ways To Make Your Day 5x Better Than It Is Right Now.

Was der Titel verspricht, hält der Beitrag auch. Sie erfahren, wie Sie mit fünf einfachen Handlungen Ihr Tag und, mehr noch, Ihr Wohlbefinden verbessern können. Josh empfiehlt:

  1. Tun Sie etwas Wirkungsvolles, das Sie heute auch abschließen können
  2. Tun Sie etwas, von dem Sie bereuen, es nicht gestern getan zu haben
  3. Tun Sie etwas, mit dem Sie jemanden angenehm überraschen
  4. Tun Sie etwas, das Sie bisher vermieden haben
  5. Tun Sie etwas nur für sich

Ich finde, die Tipps von Josh heben sich wohltuend vom Produktivitäts-Einerlei ab, das man in den meisten Beiträgen geboten bekommt. Sie lesen sich auf den ersten Blick banal, aber wenn man Sie hinterfragt, bemerkt man ihren Tiefgang. Ich denke, wenn man nur einen oder zwei dieser Hinweise befolgt hat man schon viel für die eigene Zufriedenheit getan.

Probieren wir es aus!

Alexas_Fotos / Pixabay

 

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Die Wahrheit über Arbeitsschutz in manchen deutschen Unternehmen

Wie einige der Leserinnen und Leser wissen, habe ich mir vor einigen Jahren eine Ausbildung zum Sicherheitsingenieur gegönnt. Natürlich hatte ich auch geschäftliche Interessen. Alle Welt sprach und schrieb damals über psychische Gesundheit, gleichzeitig stieg die Zahl der Fehlzeiten infolge psychischer Erkrankungen beträchtlich. Ich dachte mir damals, die Unternehmen müssten interessiert daran sein, psychische Fehlbelastungen am Arbeitsplatz zu untersuchen und zu minimieren oder sogar zu beseitigen.

Meine Annahme war ein großer Irrtum, wie ich in der Zwischenzeit lernen musste.

Die Analyse psychischer Belastungen soll im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilung vorgenommen werden.

Wird sie aber nicht.

Dass dies nicht nur mein subjektiver Eindruck ist, bestätigt ein Artikel der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Dort steht:

Der gesetzlichen Pflicht, eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen, kommen in Deutschland laut den GDA-Betriebsbefragungen 2011 und 2015 nur etwa die Hälfte der Betriebe nach.

Die BAuA ging nun in einem Forschungsprojekt der Frage nach, warum dies so ist. Die Ergebnisse können Sie dem entsprechenden Bericht nachlesen: Formen von Präventionskultur in deutschen Betrieben (Download pdf-Datei).

Allerdings scheint in der ganzen Diskussion eine Frage tabu zu sein:

Wie wirkt sich das Fehlen entsprechender Sanktionen aus?

Mich würde einmal interessieren, was passiert, wenn Unternehmen die o.a. gesetzlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung nicht durchführen. Mir ist nämlich nicht bekannt, dass dies irgendwelche Folgen hätte.

Alle Vergleiche hinken, dennoch sei mir einer erlaubt.

Wir haben innerhalb geschlossener Ortschaft ein Tempolimit von 50 km/h. Lassen Sie uns in Zukunft doch einfach auf Kontrollen und Sanktionen bei Verstößen dagegen verzichten.

<ironie>
Ich bin mir sicher, alle Verkehrsteilnehmer werden innerer Einsicht und Vernunft folgen und die Geschwindigkeitsbegrenzung von sich aus einhalten. </ironie> 

Erdmann-Crew / Pixabay

 

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