Internet: Wie Sie sich vom Acker machen

Mittlerweile dürfte es sich bis in den letzten Winkel der Republik herumgesprochen haben: Verglichen mit dem Internet hat ein Elefant ein Gedächtnis wie ein Sieb. Das Internet vergisst nichts und man sollte sich schon überlegen, welche Daten man preiszugeben bereit ist. Schon manchen dürfte ein feuchtfröhliches Partyfoto von der Kandidatenliste für den Traumjob geworfen haben. Vielleicht war es auch nicht ganz so schlimm, aber peinlich allemal. So ein blödes Ereignis kann noch so lang her sein, es besteht immer die Gefahr, dass es einen irgendwann mal wieder einholt.

Aus diesem Grunde wird immer wieder ein Recht auf Vergessenwerden diskutiert, auch digitaler Radiergummi genannt. Allerdings ist bis heute „das Recht auf Vergessenwerden nicht ausdrücklich gesetzlich geregelt. Die Datenschutzgesetze – zum Beispiel in Deutschland – enthalten lediglich Bestimmungen, unter welchen Voraussetzungen personenbezogene Daten zu löschen sind“ (Quelle Wikipedia).

Aber vielleicht können Sie auch selbst etwas tun, so ganz hilflos sind wir nicht.

Zum einen sollten Sie sich vorher überlegen, was Sie ins Netz stellen und was nicht. Bei der Entscheidung helfen Fragen wie:

  • Würden Sie diese Information laut auf einem öffentlichen Platz teilen?
  • Würden Sie dieses Foto jedermann/frau auf der Straße zeigen?

Wenn die Antwort nein lautet oder Sie im Zweifel sind, dann lassen Sie die Veröffentlichung lieber sein.

Zum anderen können Sie auch versuchen sich vom Platz, d.h. aus dem Internet zu stehlen. Wie Sie dabei vorgehen können, zeigt Ihnen Benjamin Walsh in seinem Beitrag 10 Tips to Delete Yourself from the Internet in 2020. Sie erfahren in dem Beitrag unter anderem, wie Sie:

  • ihre Konten bei sozialen Netzwerken oder beim online-Shopping löschen oder deaktivieren
  • das Program Deseat.me einsetzen. Damit überprüfen Sie jede Website, bei der Sie jemals ein Konto erstellt haben um es zu löschen oder zu deaktivieren
  • sich von Seiten, die nur dazu dienen, Daten zu sammeln, entfernen
  • alle persönliche Informationen von Google-Seiten beseitigen

und vieles mehr.

Einige der Maßnahmen habe ich schon ausprobiert, andere wieder nicht. Die Crux dabei: Wie wirkungsvoll die Methoden sind, die Benjamin vorschlägt, lässt sich imo nicht mit Bestimmtheit sagen. Zwar dürften sie zur eigenen Beruhigung beitragen, aber ob Sie wirklich zu einem „Delete Yourself from the Internt“ führen, wage ich dann doch zu bezweifeln. Daher gilt auch hier der Grundsatz:

Vorsicht ist besser als Nachsicht!

Bild von Juraj Varga auf Pixabay

 

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