Schreiben Sie einen Brief an sich selbst!

Als ich am Beginn meiner Trainerkarriere stand, war eine Methode gebräuchlich, die den Transfer von Seminarinhalten in die Praxis durch einen „Brief an sich selbst“ sicherstellen wollte. Das ging so:

Am Ende einer Veranstaltung wurden die TeilnehmerInnen gebeten, ein Schreiben mit ihren Lernerfahrungen und den sich daraus ergebenden Konsequenzen zu verfassen. Idealerweise sollten in dem Brief auch Vorsätze für die zukünftige Arbeitspraxis formuliert werden. Danach wurde das Papier in einen Umschlag gesteckt und mit der eigenen Adresse versehen. Die Briefe wurden eingesammelt und vom Trainer nach einer vereinbarten Zeit verschickt. Nach z.B. einem Jahr erhielten die TeilnehmerInnen ihren „Brief an sich selbst“ und konnten überprüfen, wie weit sie das Erlernte im Alltag umgesetzt hatten.

Zumeist waren diese Briefe vorstrukturiert. Hier ein paar Beispiele:

  • Schulentwicklung NRW: Brief an mich Link
  • DGB-Bildungswerk Thüringen e. V.: Erwartungsbrief (pdf-Datei)
  • Methodium: Brief an mich selbst (pdf-Datei)

Wenn Sie auch etwas über den theoretischen Hintergrund der Methode erfahren möchten, dann empfehle ich Ihnen den Beitrag zur Briefmethode aus dem Methodenpool der Uni Köln (pdf-Datei).

Ich gebe zu, ich konnte mich nie mit dieser Methode anfreunden und habe sie infolgedessen selbst nie eingesetzt. Das Verhältnis von Nutzen zu Aufwand schien mir nicht gerechtfertigt.

In Zeiten wie diesen schreibt man allerdings nicht mehr Briefe, sondern E-Mails. Was läge da näher, eine E-Mail an sich selbst zu schreiben. Sie haben es geahnt, auch dafür gibt es eine App.

Auf FutureMe können Sie so eine Nachricht in die Zukunft verfassen. Sie schreiben einfach den Text, entscheiden, wann Sie die E-Mail erreichen soll, setzen Ihre E-Mail-Adresse ein und ab geht die Post. Sie sollten natürlich eine E-Mail-Adresse verwenden, die sie auch nach der abgelaufenen Frist noch benutzen. Wegwerf-Adressen machen hier wenig Sinn.

Wenn Sie möchten, können Sie Ihre Mail auch anonym veröffentlichen. Diese Public, but Anonymous, Letters dienen dann der Neugierbefriedigung irgendwelcher Zeitgenossen (Wir selbst sind natürlich nicht neugierig).

Sollten Sie für dieses Jahr Vorsätze gefasst haben, dann ist das vielleicht die geeignete Art und Weise, nächstes Jahr oder später zu überprüfen, was daraus geworden ist.

 

Bild von Bruno /Germany auf Pixabay

 

Schreibe eine Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.