Für Retro-Fans: Die Websites zum HP-41 und TI-59

Ich habe an der TH Darmstadt von 1980 – 1986 Papiererzeugung studiert, ein Teilgebiet des Maschinenbaus. Als ich anfing mit dem Studium, waren es Autos, die die Studentenschaft in zwei Gruppen spalteten. Wenn man überhaupt eines hatte, dann gehörte man entweder der Enten– oder der R4– Fraktion an. Das änderte sich schlagartig, als die ersten programmierbaren Taschenrechner auf den Markt kamen. Ab sofort gab es eine Gruppe von Studenten, die Anhänger der Umgekehrten Polnischen Notation und damit der Rechner von Hewlett-Packard (HP) waren und die anderen, die Rechner von Texas Instruments (TI) bevorzugten. HP-41 und TI-59 hießen die Flaggschiffe der beiden Unternehmen, über die die Studenten mit fast derselben Leidenschaft diskutierten, wie es heute die Apple- und Windowsjünger tun.

Dass die Leidenschaft bis heute ungebrochen ist, sieht man an der Überschrift zur TI-59-Fanseite:

This site is dedicated to Texas Instruments 59, the best programmable calculator in the world,

heißt es da. Klar, was sonst. Etwas sachlicher kommt die Seite der Konkurrenz HP-41 daher:

This site is dedicated to documenting and preserving this amazing machine.

Wie auch immer, Sie finden auf beiden Seiten eine Fülle von Informationen zu beiden bemerkenswerten Maschinen, die uns Studenten zum Ärger der wissenschaftlichen Assistenten die Getriebeberechnung fast zum Kinderspiel machten.

Das waren noch Zeiten!

BTW: Wenn Sie noch nie eines der beiden Objekte der Begierden besessen haben oder besitzen und dennoch dem stolzen Gefühl nachspüren möchten, dann gibt es Emulatoren für den TI-59 und den HP-41. Ich selbst konnte mir damals als Student und bekennender Anhänger der  Umgekehrten Polnischen Notation einen HP-41 nicht leisten. Aber immerhin reichte die Kohle für einen HP-34C. Und mit dem habe ich auch sehr gerne gerechnet.

Nachtrag (17. 12. 2019)

Angefixt durch den eigenen Artikel habe ich in der Zwischenzeit recherchiert, ob es Simulationen der o.a. Rechner auch für das Smartphone gibt. Und siehe da, die gibt es. Allerdings nicht immer kostenfrei. Hier meine Ausbeute für das iPhone:

Übrigens sind das nur Emulatoren für die wissenschaftlichen Rechner. Diese gibt es auch für die kaufmännischen Rechner von TI und HP. Die interessierte Leserin möge danach googeln. Sie wird fündig werden.

 

Bild von Hans Braxmeier auf Pixabay

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