Vorsicht Falle! Kennen Sie diese Verkaufstricks?

Ich will nicht päpstlicher sein als der Papst. Auch wenn ich der Minimalismusbewegung vieles abgewinnen kann, so möchte ich doch nicht ganz auf den Konsum verzichten. In Maßen allerdings, wofür ich für mich einige Kriterien definiert habe. Das für mich wichtigste Kriterium stammt aus Robert Wringhams Buch Ich bin raus: Wege aus der Arbeit, dem Konsum und der Verzweiflung:

Wir müssen nichts konsumieren, wenn wir gelernt haben, mit dem zufrieden zu sein, was bereits da ist.

Ich gebe es zu, das bewusste Verzichten ist ein ständiger Kampf gegen die Versuchung zu kaufen. Industrie und Handel möchten ihn naturgemäß gewinnen und wenden dabei allerlei Tricks an. Will man da nicht ins Hintertreffen geraten, sollte man die Tricks und Kniffe des Gegners kennen. Eva M. Krockow stellt uns in dem Artikel
From “Presuasion” to FOMO: How to Spot 6 Common Sales Traps einige davon vor:

1. Presuasion

Presuasion ist ein Kunstwort des Autoren Robert Cialdini. Zu Presuasion zählen die Maßnahmen, die Händler anwenden, um Sie in vor dem eigentlichen Kauf in die entsprechende Laune zu versetzen. In „Kauflaune“, wie es so schön heißt. Dazu gehören kostenlose Proben, Sektempfang in angenehmer Atmosphäre, persönliche Dankschreiben u.ä.

2. Das Cocktail-Party-Phänomen

Wenn Sie sich auf einer Party unterhalten und irgendwo im Raum Ihren Namen hören, lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit automatisch auf dieses Signal. Sie können gar nicht anders. Händler nutzen diesen Effekt durch persönliche Ansprache und personifizierte Angebote. Dadurch bekommen Sie das Gefühl der persönlichen Verbundenheit und der Einzigartigkeit.

3. Preistricks

Sie kennen das, das sind die Klassiker:

  • Preisreduzierungen, die gar keine sind, denn der „ursprüngliche“ Preis wurde zu hoch angesetzt. Hier hilft nur eingehende Preisrecherche.
  • Scheinrabatte, wie „Kauf 2, nimm 3“, obwohl kein Mensch 3 Stück von der Ware braucht.

4. Effekte von Framing

Händler versuchen, ihr Produkt in besonders gutem Licht dastehen zu lassen. Das ist auch legitim. Man kann nun wirklich nicht verlangen, dass die Nachteile eines Produkts herausgestellt werden. Achten Sie deswegen auf versteckte Informationen, auf das, was nicht gesagt wird. Ich hatte das einmal beim Kauf einer Waschmaschine: „Sie können das vor dem Waschgang einstellen“. Kann man das oder muss man das? Sie merken, ein ganz anderer Zungenschlag.

5. Gruppenkonformität

Wenn (fast) jeder das Produkt besitzt und (fast) jeder damit zufrieden ist, wer könnte da widerstehen? Branding funktioniert auf diese Weise. Wenn alle meine Klassenkameraden Sneakers der Marke XY tragen, dann möchte ich auch welche. Das hat immer schon funktioniert, selbst in meiner Schulzeit in den 1970ern mit Turnschuhen, die drei Streifen hatten.

5. FOMO

FOMO ist die Abkürzung von Fear of Missing Out, also die Angst, etwas zu verpassen. Unsere Lieblingsdiscounter arbeiten besonders gern auf diese Weise: „Nur noch diese Woche“. Und wenn Sie dieses Angebot verpassen, dann müssen Sie lange warten, bis es noch einmal kommt. Aber wer weiß, vielleicht gibt es die Ware auch woanders, vielleicht sogar günstiger. Oder vielleicht brauchen Sie sie überhaupt nicht…?

 

All diese Methoden können auch kombiniert werden, die Wirkung addiert potenziert sich dann.

Ich verstehe, wenn Händler ihre Produkte an die Frau und den Mann bringen wollen. Das ist nicht immer einfach und legale Tricks sind sicher nicht verwerflich.
Allerdings ist es ebenso nicht verwerflich, als Kunde diese Tricks zu kennen und entsprechend auf der Hut zu sein.

stevepb / Pixabay

 

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