Digital souverän im Alter?

Machen Sie sich nichts vor. Auch sie werden älter. Die einzige Alternative zum Alt werden ist, früh zu sterben (… sagt meine Frau immer). Auch nicht wirklich eine Option.

Ich gehöre zu den sogenannten Digital Immigrants, also zu den Menschen, die das Internet erst im Erwachsenenalter kennengelernt haben. Allerdings verweise ich mit etwas stolz darauf, dass ich stets am Ball geblieben bin. So war ich damals dabei, als mit BTX das online-Zeitalter eingeläutet wurde und habe die weitere Entwicklung stets aktiv begleitet. Nun allerdings komme ich zugegebenermaßen auch an meine Grenzen. Ich muss zugeben, ich bin bei den sozialen Medien nicht überall dabei. Mein Facebook-Konto habe ich gelöscht, Bloggen und Twittern muss reichen.

Es gibt aber Mitmenschen, die noch älter sind als die Digital Immigrants. An ihnen ist das Internet weitgehend vorbei gegangen. Wie kann es gelingen, diese Menschen dennoch an den Möglichkeiten, die das Netz bietet, teilhaben zu lassen? Wollen die das überhaupt? Und wenn ja, was sind ihre Bedürfnisse?

Vor einiger Zeit hat die Bertelsmannstiftung zu diesem Thema eine Studie erstellt und darüber publiziert. Die Veröffentlichung hat den Titel „Digitalisierung für mehr Optionen
und Teilhabe im Alter“ (Download pdf-Datei). Eine kurze Einführung in das Thema zeigt dieses Video:

Digital souverän? Kompetenzen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter

 

In der Studie geht es um Themen wie die Nutzung der Digitalisierung im Zusammenhang mit

  • Gesundem Leben
  • Selbstbestimmten Wohnen
  • Soziale Einbindung im Quartier
  • Vernetzung und Kommunikation

und einigem mehr.

Auf der diesjährigen re:publica schilderten Jutta Croll, Dagmar Hirche und Julian Stubbe ihre praktischen Erfahrungen aus Projekten zum Thema digitale Teilhabe von Senioren. Ich war anwesend und fand die Diskussion sehr spannend.

re:publica 2019 – Digital souverän im Alter: Welche Kompetenzen brauchen wir heute & 2040?

 

BTW: Mein Vater lebt in einem Pflegeheim. Viele der Bewohner bekommen nur selten Besuch von ihren Angehörigen. Das ist oft gar nicht böse Absicht, sondern die Kinder oder Enkel wohnen in weiter Entfernung vom Seniorenheim. Skype & Co könnte da helfen. Nur stellt sich die Frage, wie kommen die Senioren ins Netz?
Öffentliches WLAN ist schlicht und einfach nicht vorhanden. Auch dies ein Punkt, der in dem o.a. Gespräch diskutiert wurde.

Ich muss gestehen, ich musste beim Zuhören schon manchmal schlucken. Was mache ich, wenn ich (so richtig) alt werde? Allzu lang ist es nicht mehr bis dahin. Bin ich dann von der Außenwelt abgeschnitten, nur weil im Altenheim kein WLAN zur Verfügung steht?

Wir müssen uns jetzt schon darum kümmern, solange es noch geht.

 

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