Medien in Workshops: Eine Übersicht

Mehrfach haben mich Teilnehmer gefragt, welche Medien ich in meinen Workshops einsetze und warum gerade hier an dieser Stelle, dort an jener aber nicht. Für mich ein willkommener Anlass, noch einmal darüber nachzudenken, welche Vor- und Nachteile die unterschiedlichen Medien haben.

Im Folgenden finden Sie eine kleine Übersicht über die Hardware, die in meinen Workshops zum Einsatz kommt. Zu jedem Werkzeug finden Sie die Vor- und Nachteile und ein paar besondere Hinweise. Es versteht sich von selbst, dass die Auswahl subjektiv ist. Was für mich ein Nachteil darstellt, mag für einen anderen gerade der Grund sein, dieses Medium zu verwenden. Eine subjektive Liste also, die Ihnen Anregungen geben soll und hoffentlich von Nutzen sein wird.

Die Medien:

fxxu / Pixabay

Sprache

Vorteile

  • Immer vorhanden, außer bei Husten und Heiserkeit

Nachteile

  • Kann leicht monoton werden
  • Dynamik ist nicht immer leicht herzustellen

Materialien

  • In großen Räumen: Mikrofon

Bemerkung

  • Sprachmelodie, -tempo und Tonhöhe variieren (Dynamik)
  • Verständliche Sprache verwenden
  • Kurz und präzise Sätze
  • Klar und deutlich sprechen
  • Die Kehle feucht halten: Viel Wasser oder Tee trinken

Daten- oder Arbeitsblatt (neudeutsch: Handout)

Vorteile

  • Fertig vorbereitet, wiederverwendbar
  • Auch nach dem Workshop verfügbar (ggf. auch vorher)
  • Anzahl der Kopien kann angepasst werden
  • Man kann einen Pool von Handouts anlegen, aus dem man sich immer wieder bedienen kann

Nachteile

  • Erstellen, Formatieren und Vervielfältigen kann aufwändig werden
  • Nur unterstützend, z. B. bei Referaten, Lehrgesprächen usw.

Bemerkung

  • Inhalt knapp halten. 1-Blatt Prinzip: Das Wesentliche muss auf ein Blatt passen
  • Beschränkung auf Zahlen, Daten, Fakten („ZDF“)
  • Arbeitsblätter sollten übersichtlich strukturiert und ansprechend gestaltet werden

Whiteboard (früher: Tafel)

Vorteile

  • In den meisten Besprechungsräumen vorhanden, fast immer verfügbar
  • Inhalt kann entwickelt werden, ggf. gemeinsam mit den Teilnehmern
  • Kann situativ nach Bedarf eingesetzt werden
  • Kann auch als Fläche für Haftklebezettel oder für Magnete verwendet werden

Nachteile

  • Einmal Gelöschtes steht nicht weiter zur Verfügung
  • Oft eingetrocknete Farbreste infolge schlechter Pflege
  • Schreiber stehen mit dem Rücken zum Publikum
  • Meist fest an der Wand montiert und daher unflexibel
  • Fotografieren manchmal schwierig, da das Licht zu stark reflektiert (Abhilfe: s.u.)

Materialien

  • Spezielle Filzstifte für Whiteboards
  • Reinigungsflüssigkeit mit Wischtuch
  • Spezielle App zur Dokumentation, z. B. Office Lens

Bemerkung

  • Groß und deutlich schreiben
  • Die richtigen Stifte verwenden, Whiteboardstifte nicht mit Flipchartstiften verwechseln!
  • Sorgfältige Reinigung erforderlich
  • Vor dem Löschen des Inhalts ggf. zur Dokumentation ein Foto machen

Pinnwand

Vorteile

  • Interaktives Arbeiten möglich (Kartenabfrage, Ishikawa-Diagramm usw.)
  • Arbeitsergebnisse können durch Abfotografieren schnell dokumentiert werden
  • Zettel bzw. Karten können umgeordnet werden, dadurch Strukturieren möglich
  • Wand für Poster, Plakate und Fotografien
  • Komplexe Sachverhalte können dargestellt werden, da gute Übersicht
  • Wenig Aufwand

Nachteile

  • Pinnwände sind leicht, aber sperrig, daher nicht immer leicht zu transportieren
  • In Unternehmen nicht immer vorhanden
  • Wird oft nur im Seminarkontext gesehen und deswegen oft als „Spielzeug“ betrachtet
  • Packpapier als Trägermaterial im richtigen Format muss vorhanden sein

Materialien

  • Pinnwand (Material: Schaumstoff oder Wellpappe, kein Kork!)
  • Pinnwandpapier im passenden Format, braun oder weiß
  • Haftklebezettel (Post-its) oder Metaplankärtchen mit Pinnnadeln

Bemerkung

  • Auf Zettel klar und deutlich schreiben. Blockbuchstaben in max. drei Zeilen
  • Schwarze Filzstifte benutzen
  • Wenn Metaplankärtchen, dann bitte nur mit richtigen Pinnnadeln verwenden. Keine Stecknadeln, da Verletzungsgefahr
  • Möglichst Haftzettel verwenden, spart gegenüber Kärtchen ein paar Arbeitsgänge
  • Filzstifte für Haftzettel mit Rundspitze
  • Haftzettel plan ankleben
Post It Notes Lay Flat Tip

Flipchart

Vorteile

  • Als Arbeitsgerät das eierlegende Wollmilchschwein. Vielfältige Verwendungsmöglichkeiten
  • Vorbereitung von Flipchartblättern möglich
  • Einfach zu handhaben
  • Kann situativ nach Bedarf eingesetzt werden
  • Transportabel und daher flexibel zu platzieren
  • Erstellen einer Flipchartgalerie zur Dokumentation des Arbeitsfortschritts und der Ergebnisse
  • Leichte Dokumentation durch Abfotografieren

Nachteile

  • Manchmal sind die Flipcharts schwer und schwer zu bewegen
  • Oft sind Flipcharts mangels Wartung nicht kippsicher und können umfallen
  • Spezielle Flipchartblöcke erforderlich. Die Bohrung der Löcher passt nicht immer
  • Das Mitschreiben am Flipchart erfordert Übung

Materialien

  • Flipchart
  • Flipchartblock
  • Geeignete Filzmarker möglichst mit Keilspitze in verschiedenen Farben und ggf. mit unterschiedlicher Strichbreite
  • Wachsmalblöcke zu Hervorheben und Aufhübschen des Inhalts

Bemerkung

  • Vor der Verwendung immer auf Funktionssicherheit überprüfen: Steht das Flipchart stabil und kippsicher?
  • Sind die Flipchartstifte gefüllt?
  • Groß und deutlich schreiben
  • Flipchartbögen nummerieren, damit der richtige Ablauf nachvollzogen werden kann
  • Man kann mit Haftzetteln und zwei Flipcharts nebeneinander eine Pinnwand ersetzen.

Datenprojektor (neudeutsch: Beamer)

Vorteile

  • Nahezu in allen Workshopräumen vorhanden
  • Präsentationen können vorbereitet und mehrfach verwendet werden
  • Als Medium allgemein akzeptiert (wenn auch selten geliebt)
  • Helle Projektionsfläche und Verdunkelung notwendig
  • Einsatz von Videos möglich
  • In kleinen Gruppen effizientes Arbeiten durch Vorgabe der Handlungsschritte möglich

Nachteile

  • Anspruchsvolles teures Equipment
  • Oft schlechte Erfahrungen der Zuhörer mit langweiligen Präsentationen
  • Fördert die Passivität der Teilnehmer
  • Für gute Präsentationen hoher Vorbereitungsaufwand
  • Sitzordnung oft durch feste Montage des Projektors schwer veränderbar

Materialien

  • Laptop, Tablet oder Smartphone
  • Datenprojektor
  • Geeignete Kabel, Anschlüsse und Adapter

Bemerkung

  • Unbedingt vor der Veranstaltung die Funktionstüchtigkeit der Anlage überprüfen: Anschlüsse, Adapter etc.
  • Falls Ton verwendet wird, überprüfen, ob die Lautsprecher des Laptops ausreichen. Wenn nicht, ist im Raum ein Lautsprecher mit Anschluss vorhanden? Ansonsten portablen Lautsprecher verwenden

 

Das wäre meine kleine subjektive Zusammenstellung. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, besonders, was die Bemerkungen angeht. Falls Sie aus eigener Erfahrung noch zusätzliche Punkte beisteuern möchten, freue ich mich auf Ihren Kommentar.

Ich werde diese Liste auch immer wieder einmal aktualisieren. Entweder, weil mir in der Praxis etwas auf- oder einfällt oder ich ein neues Medium ausprobiere.

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