Wie Sie die letzten 10 Minuten des Arbeitstags nutzen

Sie kennen das. Der Arbeitstag neigt sich dem Ende zu und Sie freuen sich darauf, was da noch kommt: Zeit mit den Kindern, Vereinslben, Sport oder Hobby. Wer scharrt da nicht vor Feierabend mit den FĂŒĂŸen und kann den Augenblick kaum erwarten, das BĂŒro zu verlassen? Klar, dass es uns schwer fĂ€llt, vor dem Zuklappen des Laptops, den Arbeitstag noch einmal Revue passieren zu lassen und ihn mit einem Ritual sauber abzuschließen.

Jedoch hat es einen gewaltigen Nachteil, den Arbeitsplatz fluchtartig zu verlassen. Viele Menschen halten es fĂŒr erstrebenswert, „nichts von der Arbeit mit nach Hause zu nehmen“. Sie wissen, dass es die FreizeitaktivitĂ€ten erheblich beeintrĂ€chtigen kann, wenn man Probleme aus dem Betrieb auch nach Feierabend mit sich herumschleppt. Die berĂŒhmter Trennung von „Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps“ will dann einfach nicht gelingen.

Die Psychologin Bljuma Wulfowna Zeigarnik hat dies mit einem Effekt erklÀrt, der spÀter dann auch nach ihr benannt wurde:

Der Zeigarnik-Effekt ist ein psychologischer Effekt ĂŒber die Erinnerung an abgeschlossene im Gegensatz zu unterbrochenen Aufgaben. Er besagt, dass man sich an unterbrochene, unerledigte Aufgaben besser erinnert als an abgeschlossene, erledigte Aufgaben.

Oder einfach gesagt, Ihr Gehirn erinnert Sie immer wieder an unabgeschlossene Aufgaben. Und genau das ist es, was eine Trennung von Arbeits- und Privatleben, die fĂŒr unsere Erholung so wichtig ist, erschwert oder sogar verhindert.

Sie sehen, es macht durchaus Sinn, den Tag mit einem Ritual abzuschließen, um dem Gehirn die Beendigung einer Handlung quasi „vorzutĂ€uschen“. Wie das geht, zeigt Brittany Lyte in ihrem Artikel The 5 Best Ways to Spend the Last 10 Minutes of Your Workday:

1. Erledigen Sie einfache TĂ€tigkeiten

Im Laufe des Tages gibt es immer wieder TĂ€tigkeiten, die unter die 2-Minuten-Regel fallen. Guru David Allen empfiehlt, eine Arbeit sofort und selbst auszufĂŒhren, wenn Sie innerhalb von 2 Minuten erledigt werden kann. Das ist die eine Möglichkeit. Die andere: Sammeln Sie diese Aufgaben und erledigen Sie diese vor Feierabend im Stapel.

2. Sehen Sie Ihre Aufgabenliste durch

Meine Arbeit organisiere ich nach Art der Pomodoro-Technik in Time-Boxes. Das heißt, mein Arbeitstag ist in 30-Minuten-Zeiteinheiten organisiert. Ich vergleiche am Ende des Tages immer meine SchĂ€tzung, wie viele Time-Boxes ich fĂŒr eine Aufgabe gebraucht habe, mit der tatsĂ€chlich verwendeten Zahl. Wo habe ich lĂ€nger gebraucht, wo war ich frĂŒher fertig? Lassen sich die Unterschiede erklĂ€ren? Welche SchlĂŒsse kann ich daraus ziehen, um am Folgetag produktiver zu werden?

3. Schreiben Sie die Aufgabenliste fĂŒr morgen

FĂŒr den nĂ€chsten Tag erstelle ich (ĂŒbrigens mit Papier und Bleistift) eine Liste der Aufgaben die ich angehen werde. Außerdem schĂ€tze ich, wie viel Time-Boxes ich dafĂŒr brauchen werde. Der Vorteil: Ein Blick auf den Zettel hilft mir am nĂ€chsten Morgen, mich schnell auf das zu konzentrieren, was zu tun ist.

4. RĂ€umen Sie Ihren Schreibtisch auf

Machen Sie auf Ihrem Schreibtisch klar Schiff, bevor Sie gehen. Das vermittelt Ihnen die Botschaft, das Alte hinter sich gebracht zu haben. „Morgen ist ein neuer Tag“, heißt es immer und da passt es schlecht ins Bild, wenn das Geraffel vom Vortag noch auf dem Tisch liegt.

5. Verabschieden Sie sich

So halte ich es insbesondere dann, wenn ich in Sachen Workshops unterwegs bin. Bevor ich nach Hause fahre, rĂ€ume ich den Tagungsraum gemĂŒtlich auf. Wenn ich dann gehe, drehe ich mich an der TĂŒr noch einmal um und lasse den Blick durch den Raum schweifen. VordergrĂŒndig dient das der Vergewisserung, ob ich vielleicht doch noch etwas vergessen habe. Mindestens genauso wichtig ist, das ich den Tag noch einmal vorĂŒbergehen lasse und mich bewusst von Ort und Auftrag verabschiede. Erst dann ist fĂŒr mich der Workshop wirklich beendet.

Wenn Sie diese abschließenden Handlungen am Ende des Tages zur Gewohnheit machen, werden Sie vermutlich wirklich nicht lĂ€nger als zehn Minuten brauchen. Aber auch, wenn es eine halbe Stunde wird, Sie werden auf Dauer davon profitieren.

Probieren Sie es aus, es lohnt sich!

fancycrave1 / Pixabay

 

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