Was heißt hier überfordert?

Sagt Ihnen der Ausdruck „4-Felder-Matrix“ etwas?

Es handelt sich um eine grafische Darstellung, in der durch das Spektrum zweier verschiedener Dimensionen vier Felder definiert werden. Ein bekanntes Beispiel ist das berüchtigte berühmte Eisenhower-Diagramm, in dem die Dimensionen Zeit (eilig) und Tragweite (wichtig) die vier Felder bestimmen.

Shawn Blanc geht in seinem Artikel The Very Definition of Overwhelm mit Hilfe einer solchen Matrix der Frage nach, was Überforderung eigentlich bedeutet und wie man ihr begegnen kann.

Laut Wikipedia bezeichnet eine Überforderung

eine Gesamtheit von Anforderungen, zu deren erfolgreichen Bewältigung bzw. zur Erfüllung die Ressourcen bzw. Fähigkeiten, insbesondere die Leistungsfähigkeit, einer Person, einer Organisation, oder eines Systems nicht ausreichen.
Eine Überforderungssituation ist eine Situation, in der eine Person objektiv überfordert ist oder ein subjektives Gefühl der Überforderung empfindet.

Das klingt etwas sperrig. David Allen macht es kürzer:

You can do anything, but you can’t do everything.

Spätestens hier ist klar, es läuft wieder einmal auf das richtige Priorisieren hinaus. Wie wir wissen, gibt es dazu Vorschläge und Anleitungen wie Sand am Meer. Allerdings setzen alle diese Vernunft und Ratio voraus, laut Shawn springt dies zu kurz, denn wir Menschen haben auch noch Gefühle, wie auch in dem o.a. aus der Wikipedia zu ersehen ist.

Um auch dem subjektiven Empfinden den nötigen Raum zu geben, schlägt Shawn vor, zunächst einen Braindump zu machen:

  • Welche dringenden Aufgaben haben Sie gerade an der Backe?
  • Welchen Verantwortlichkeiten müssen Sie gerecht werden?
  • An welchen Projekten arbeiten Sie gerade?
  • Was meinen Sie, sollten Sie tun (tun es aber nicht)?

Und jetzt kommt die Vierfelder-Darstellung ins Spiel. Zwei Dimensionen, nämlich Freude und Verantwortlichkeit bezeichnen vier Felder:

  1. Es macht Ihnen Freude und nur Sie können es tun
  2. Es macht Ihnen Freude, aber es kann auch Jeder andere tun
  3. Sie mögen es nicht tun, aber Jeder andere kann es machen
  4. Sie mögen es nicht tun, aber nur Sie können es tun

Nun ordnen Sie die Tätigkeiten, die Sie mit dem Braindump gesammelt haben, den einzelnen Feldern zu und interpretieren die Ergebnisse:

  • Auf den Feldern der rechten Seite (1 und 4) stehen die Tätigkeiten, für die (nur) Sie verantwortlich sind
  • Die Tätigkeiten auf Feld 2 machen Sie gerne. Das ist auch in Ordnung so, nur passen Sie auf, dass die Begeisterung Sie nicht davon abhält, die Aufgaben der Kategorie 4 zu erledigen
  • Die Tätigkeiten in Feld 3 sollten irgendwie eliminiert werden, durch Delegieren, Outsourcing, Automatisieren oder komplettes Streichen

Eine nette Methode, um für sich etwas Klarheit zu gewinnen. Ob Sie allerdings beim täglichen Priorisieren hilft, müssen Sie selbst ausprobieren.

Ich persönlich mag diese 4-Felder-Diagramme sehr, denn sie verbildlichen auf einfache Weise Zusammenhänge zur Vorbereitungen von Entscheidungen. Mal sehen, vielleicht stelle ich einmal die gebräuchlichsten in einem eigenen Beitrag zusammen.

 

2 Antworten

2 Gedanken zu „Was heißt hier überfordert?

  1. Markus Fillgraff

    Interessanter Artikel. Probier ich sicher mal aus.

    Nur eine kleine Korrektur. In deinem ersten Bullet meinst du sicher das andere links. 😉
    1 und 4 stehen auf der rechten Seite.

    VG
    Markus

    1. Stephan List Beitragsautor

      Hallo Markus,
      Danke für den Hinweis. Du hast natürlich recht.
      Die Seitenrichtungen habe ich 1977 schon in der Führerscheinprüfung verwechselt.
      Hat mich damals fast den Kragen gekostet. 😉

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