13 Angewohnheiten, die Ihren Erfolg torpedieren

Wenn Sie in eine Buchhandlung gehen, dann werden Sie Dutzende Bücher finden, die Ihnen zeigen wollen, wie Sie Erfolg haben. Erfolgsstrategien nennt man das im allgemeinen. Und tatsächlich, die beschriebenen Schritte zum Erfolg sind einleuchtend und nachvollziehbar. Sie müssen sich also nur für eine der vielen Erfolgsstrategien entscheiden, die Ärmel hochkrempeln und loslegen. Dem Erfolg steht nun nichts mehr im Wege.

Wir wissen alle, dass es so leider nicht funktioniert. Hinterher lässt sich immer eine Theorie (er-)finden, die den Erfolg logisch erklärt. Allerdings gibt es bis jetzt keine Strategie, die ihn vorher garantiert. Gäbe es sie, wären wir alle ausnahmslos erfolgreich.

Mit dem Erfolg ist es wie mit der Gesundheit. Wir wissen nicht sicher, wie wir sie erreichen und erhalten können, aber wir können mit Gewissheit sagen, was ihr schadet. Mario Christou hat einen Artikel darüber verfasst, mit welchen Gewohnheiten Sie den Erfolg wirkungsvoller verhindern können: 13 Common Bad Habits That Hold You Back From Success. Hier sind Sie:

1. Sie warten immer auf den richtigen Moment

Für manche Vorhaben gibt es keinen richtigen Moment. Wenn Sie möchten, dann finden Sie immer einen Grund, warum Sie gerade jetzt nicht mit Ihrem Vorhaben anfangen sollten. Und wenn Sie dann zu lange warten, ist der „Kas bissn“, wie unsere bayerischen Landsleute sagen. Oder anders: Dann ist der Zug abgefahren. Wenn Sie ein Vorhaben immer wieder aufschieben, fragen Sie sich doch einmal, vor was Sie tatsächlich Angst haben.

2. Sie benötigen die Zustimmung anderer

Es ist sicher sinnvoll, sich die unterschiedliche Meinungen einzuholen. Aber übertreiben Sie es nicht damit. Ab einem gewissen Punkt haben Sie davon keinen Nutzen mehr. Ein Mehr an Information macht Ihre Entscheidung nicht besser. Wenn Sie das Gefühl (!) haben, etwas machen zu müssen, dann tun sie es. Es ist besser, etwas zu bereuen, was man getan hat als etwas, was man unterlassen hat.

3. Sie möchten perfekt sein

Der Hang zum Perfektionismus kann lähmen. Außerdem ist er ohnehin zum Scheitern verurteilt, denn nichts und niemand ist vollkommen. Also starten sie und arbeiten Sie mit engen Feedbackschleifen. Und dann handeln Sie nach dem Grundsatz „Das bessere ist der Feind des Guten“. Arbeiten Sie iterativ. Ich glaube, die Scrum-Anhänger wissen von was ich rede.

4. Sie sind zu stur um loszulassen

Trauen Sie sich, auch Dinge aufzugeben, wenn Sie den Eindruck haben, es lohnt sich nicht, sie weiter zu verfolgen. Folgen Sie der altbekannten Indianerweisheit: „Wenn Sie merken, dass Sie ein totes Pferd reiten, ist es Zeit, abzusteigen. Manchmal ist es schlicht und einfach unklug, der amerikanischen Devise „Never give up“ zu folgen.

5. Sie können sich nicht für Ihre Fehler entschuldigen

Wenn Sie nicht gelernt haben, für Ihre Fehler gerade zu stehen, dann werden Sie u.U. Schwierigkeiten haben, Menschen zu finden, die Sie unterstützen. Zeitgenossen, die nicht die Verantwortung für ihr Tun übernehmen, machen sich schnell unbeliebt.

6. Sie lernen nicht von Menschen, die „unter Ihnen stehen“

Es gibt tatsächlich niemanden (in Worten: niemanden), von dem Sie nichts lernen können. Wie oft haben wir schon erlebt, dass so manche gute Idee nicht umgesetzt wurde, weil sie aus dem Munde eines „einfachen“ Mitarbeiters kam. In vielen Firmen treibt solcher Standesdünkel bis heute noch sein Unwesen und verhindert notwendige Verbesserungen und Innovationen. Weg damit, Sie können sich so etwas nicht leisten!

7. Sie machen nur das, was Sie müssen

Wenn Sie immer in der altgewohnten Komfortzone verbleiben, dann werden Sie kaum die Chance haben, neue Erfahrungen zu sammeln. Klar, diese müssen nicht immer positiv sein, aber lernen können Sie aus ihnen allemal. Also fassen Sie sich ein Herz und greifen zu, wenn sich die Gelegenheit bietet.

8. Sie machen sich zu viel Sorgen über das Ergebnis

Es spricht nichts dagegen, mit kühlem Kopf Chancen und Risiken eines Vorhabens abzuwägen. Sich sorgen ist aber etwas anderes. Sorgen sind unbestimmte Ängste vor etwas, was kommen könnte. Könnte, nicht muss. Manchmal ist es sinnvoll, sich zu fragen: (1) Wie wahrscheinlich ist es, dass etwas eintritt? und (2) was wäre, das Schlimmste, was dann passieren würde? Viele Dinge, über die Sie sich jetzt Sorgen machen, werden vermutlich gar nicht eintreffen. Dafür andere, an die Sie jetzt noch gar nicht denken. Dafür gebe ich Ihnen Brief und Siegel.

9. Sie vergleichen sich mit anderen

Lassen Sie es. Oder wie Søren Aabye Kierkegaard sagt:

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.

Für den Erfolg zählt nur der eigene Maßstab. Lassen Sie sich die Deutungshoheit über Ihren persönlichen Erfolg nicht von anderen aus der Hand nehmen.

10. Sie lernen nicht aus Ihren Fehlern

Laut Konfuzius ist das Lernen aus Erfahrung der bitterste Weg, klug zu handeln. Aber er ist vermutlich auch der nachhaltigste. Wenn Sie nicht aus Ihren Fehlern lernen wollen, dann werden Sie diese wohl wiederholen müssen.

11. Sie arbeiten nicht an Ihren Schwächen

Bei diesem Grundsatz bin ich mir nicht so sicher. Ich neige dazu, mich Autoren anzuschließen, die empfehlen, eher an den eigenen Stärken als an den Schwächen zu arbeiten. Vielleicht wäre es sinnvoll, die Partnerschaft mit einem Menschen zu suchen, der Sie komplementär ergänzt, d.h. der Ihre Schwächen durch seine Fähigkeiten abdecken kann? Manchmal ist dies der effektivere Weg als das Bemühen, aus Schwächen Stärken zu machen.

12. Sie verbringen zu viel Zeit mit Dingen, die Sie nicht tun wollen

Hier gilt das unter 11 Geschriebene. Wenn Sie etwas nur widerwillig tun, dann tun Sie es vermutlich nicht gut. Überlegen Sie, ob Sie solchen Tätigkeiten an jemanden Anderen vergeben können. Vielleicht ergibt sich sogar eine Art Tauschgeschäft.

13. Sie nehmen alles zu ernst

Verbeißen Sie sich nicht in den Erfolg. Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie das, was Sie schon jetzt erreicht haben. Achten Sie auf sich und sorgen Sie dafür, dass Sie bei allem Streben nach Erfolg genug Zeit für sich, Ihre Lieben und für Freunde haben. Denken Sie an die Menschen, die Sie mögen, egal, ob Sie erfolgreich sind oder nicht. Sie haben es verdient.

Die 1000-€-Frage zum Schluss: Was ist Erfolg für Sie?

Überlegen Sie hin und wieder, was Erfolg für Sie ist. Woran werden Sie merken, dass Sie erfolgreich sind? Und dann überprüfen Sie Ihre Antwort:

Wollen Sie das alles wirklich haben?

Free-Photos / Pixabay

 

 

1 Antwort

Ein Gedanke zu „13 Angewohnheiten, die Ihren Erfolg torpedieren

  1. Dagmar Buggle

    Hallo Stephan,
    sehr schöner Artikel mit lauter sinnvollen Dingen, die man sich hinter die Ohren schreiben sollte. Und auch wohltuenderweise mal nicht im üblichen Selbstoptimierungswahn-Tenor!
    Gruß von Waldorf an Statler aus der Zacke 🙂
    Dagmar

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