Wie Sie einen minimalistischen Arbeitsplatz einrichten

Wenn man über Ordnung im Büro spricht, dann gibt es meiner Erfahrung nach zwei Lager an den Enden eines weiten Spektrums.
Die Mitglieder des einen Lagers behaupten, zu einem Genie gehöre auch das Chaos. Sie führen berühmte Zeitgenossen als Beweis an, wie zum Beispiel Albert Einstein. Ich gebe zu, dass es Genies gibt, deren Arbeitsplatz aussieht wie bei Luis Trenker im Rucksack. Allerdings ist der Schluss von “Ein Genie hat einen unordentlichen Schreibtisch” auf “Jeder, der einen unordentlichen Schreibtisch hat, ist ein Genie” nur für bedingt zulässig.
Die Anhänger des anderen Lagers werden auch “Leertischler” genannt. Hier darf nichts auf dem Schreibtisch liegen, was nicht unmittelbar mit der momentanen Tätigkeit zu tun hat, denn unnötige Dinge lenken nur ab.

Wenn Sie das Lager wechseln und vom “Volltischler” zum “Leertischler” werden wollen, dann zeigt Ihnen einer der berühmtesten Minimalisten, Leo Babauta, wie Sie dabei vorgehen können. In seinem Artikel Creating a Minimalist Workspace beschränkt er sich allerdings nicht nur auf den Schreibtisch, sondern beschreibt die Einrichtung eines minimalistischen Arbeitsplatzes. Dies sind die Schritte dazu:

Beschränken Sie sich auf einen Eingangskorb

Minimalistisch hin oder her, diesen Vorschlag kann ich nur unterstützen. Verwenden Sie nur einen Eingangskorb, denn dies ist das Nadelöhr für alle eingehenden Informationen. Auf diese Weise geht nichts verloren.

Machen Sie Ihre Schreibtischoberfläche leer

Behalten Sie nur die Dinge auf dem Schreibtisch, die Sie für die jeweilige Tätigkeit in Griffweite haben müssen. Na gut, ein Foto Ihrer Familie darf auch noch sein. Ich gestehe, ich folge diesem Vorschlag nicht.

Trennen Sie sich konsequent von Krimskrams

Gibt es Dinge, die einfach nur herumliegen: Büroklammern, Visitenkarten usw.? Runter vom Schreibtisch!

Machen Sie die Wände frei

Hängen an der Wand noch Flipcharts von der Besprechung von vor zwei Jahren? Oder mehr oder weniger witzige (Un-) Sinnsprüche? Wenn wirklich etwas Wichtiges an der Wand hängt, fotografieren Sie es und speichern es auf dem Computer ab.

Räumen Sie die Benutzeroberfläche Ihres Computers auf

Befreien Sie Ihren Computer von unnötigen Icons. Die Benutzeroberfläche ist in virtuell das, was Ihre Schreibtischoberfläche in analog ist.

Denken Sie über Ihren Papiergebrauch nach

Können Sie Ihre Dokumente auch in elektronischer Form verwenden? Lohnt sich hierzu vielleicht sogar die Anschaffung eines Scanners? Ich gehe nicht so weit, von einem papierlosen Büro zu sprechen, aber ein papierarmes dürfte es schon sein.

Trennen Sie sich von unnötigen Werkzeugen

Wenn Sie Werkzeuge nicht verwenden, warum stehen sie dann in Ihrem Büro herum? Wann haben Sie das Laminiergerät zuletzt benutzt (gilt nicht für Grundschullehrer)? Empfangen Sie tatsächlich noch Faxe mit einem Faxgerät? Oder kann man letzteres auch mit dem Computer erledigen?

Vereinfachen Sie Ihre Ablage

Was die Papierablage angeht, bin ich überzeugter Anhänger der Methode nach Noguchi. Oder die Dokumente werden eingescannt. Aber keine alphabetische Ablage oder ähnlicher Unsinn.

Misten Sie Ihre Schubladen aus

Hier gilt dasselbe wie weiter oben das über „Krimskrams“ gesagte. Wenn Sie Stifte in Ihrer Schublade haben, die Sie nicht verwenden, weg damit.

Verwenden Sie einen einfachen Tisch (ohne Schreib-)

Wenn es keine Schubladen gibt, dann müssen Sie auch nichts aufräumen.

Räumen Sie den Fußboden frei

Manche Bürofußböden gleichen einem Hindernisparcour. Hören Sie auf, um die Dinge herum Slalom zu laufen. Lassen Sie nichts auf dem Boden herumliegen.

 

Mein Vater hatte so ein Büro in der Papierfabrik, in der er als Instandhaltungsingenieur arbeitete. Manchmal habe ich ihn deswegen aufgezogen, aber insgeheim diese Arbeitsweise bewundert.

Ich selbst gehöre übrigens keinem der beiden Lager an. Mein Arbeitsplatz ist nicht minimalistisch, aber durchaus aufgeräumt. Sich wohlfühlen und produktiv sein schließt sich imo nicht zwangsläufig aus.

purplejuice / Pixabay

 

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