Wie Sie die richtige App für Notizen finden

Wenn man Twitter & Co betrachtet, dann scheint es nur drei Arten von Programmen zu geben, mit denen Sie Notizen anfertigen können: Evernote, OneNote und die anderen. Meine App der Wahl ist Evernote, vor allem deshalb, weil ich dieses Programm schon seit ewigen Zeiten benutze und ein evtl. Umstieg mit allerlei Mühe und Ärger verbunden sein dürfte.

Eine Zeitlang habe ich mein Glück mit OneNote aus dem Hause Microsoft versucht. Evernote folgt einem nicht ganz billgen Bezahl-Abo-System, OneNote ist hingegen kostenlos. Das ist für einen naturalisierten Schwaben wie mich schon ein gewichtiges Argument. Allerdings hat mich an OneNote das gestört, was andere an diesem Programm so toll finden: Es folgt in Anmutung, Einteilung und Gebrauch sehr dem analogen Vorbild des Notizbuchs. Das ist nicht so mein Ding, ich habe es lieber computergerecht.

Bevor jetzt hier der übliche Glaubenskrieg ausbricht, möchte ich auf einen Artikel von Akshata Shanbhag hinweisen, die uns einige Kriterien an die Hand gibt, die bei der Auswahl des richtigen Notizprogramm helfen können. Der Beitrag trägt den bezeichnenden Titel How to Find the Perfect Note-Taking App With This Checklist. Laut Akshata sollte man sich bei der Auswahl des Programms folgende Fragen stellen:

Wie arbeitet Ihr Gehirn?

Wie wir wissen, funktioniert unser Gehirn nicht linear. Die Gedanken kreisen vielmehr um ein Thema. Außerdem arbeitet das Gehirn manchmal recht sprunghaft, man denke nur an die vielgerühmten Geistesblitze. Viele Methoden und Programme versuchen, diese Arbeitsweise abzubilden oder zumindest zu unterstützen. Ganz vorne mit dabei ist natürlich das Mind-Mapping. Die Anzahl der Mind-Mapping-Programme ist Legion. Einen Überblick können Sie sich auf dem Mind-Mapping-Software-Blog verschaffen. Ich persönlich benutze Mind-Mapping zum Strukturieren meiner Gedanken und dazu die Apps XMind und (selten) iMindMap.
Sollten Sie der linearen Arbeitsweise den Vorzug geben, dann können Sie ebenfalls auf eine Vielzahl von Programmen zurückgreifen: OneNote, Evernote, SimpleNote, Google Keep und wie Sie alle heißen.
Auch der berühmte Zettelkasten nach Nicklas Luhmann könnte einen Blick wert sein.

BTW: Akshata weist auf eine App namens Gingko hin. Ich finde das Konzept sehr interessant und werde mir Gingko bei Gelegenheit einmal näher anschauen.

Welche Elemente und Merkmale sind für Sie wichtig?

Hier geht es vor allem um technische Features. Wollen Sie mehrere Notizbücher anlegen, Taggen oder Handschriftliches speichern? Möchten Sie Ihre Internetrecherche damit durchführen? Oder ist es wichtig, Notizen zu teilen oder gar im Team zu bearbeiten? Erstellen Sie eine Liste mit den gewünschten Funktionen. Was ist notwendig, was ist nützlich, was lediglich „nice to have“?

Wie kompliziert darf das Programm sein?

Wie wichtig ist es für Sie, das Programm schnell zu begreifen und leicht zu beherrschen? Evernote und OneNote sind zum Beispiel relativ komplex, vom Zettelkasten ganz zu schweigen. Achten Sie auf die 80/20-Regel. Was sind die 20% der Funktionen, die 80% Ihrer Bedürfnisse erfüllen?

Auf welchen Geräten (Plattformen) möchten Sie das Programm nutzen?

Wenn Sie mehrere Geräte verschiedenen Betriebssystemen haben, dann achten Sie darauf, dass die Programme auch darauf laufen. Ich hätte zum Beispiel zu gerne einmal DevonThink ausprobiert, doch leider läuft dieses Programm ausschließlich auf dem Mac. Wichtig ist auch, dass die Synchronisation funktioniert. Auf Evernote kann ich zum Beispiel mit meinem MacBook, dem Desktop, dem iPhone und dem iPad zugreifen. Wenn ich gar nichts zur Hand habe, gibt es das Ganze auch als Webanwendung. Funktioniert prima, die Notizen sind wunderbar abgeglichen.

Was wollen Sie ausgeben?

Nicht alle Programme sind kostenfrei. Evernote zum Beispiel ist nicht billig und außerdem nur im Abo zu haben, was mich gewaltig stört. Andere Apps sind auf OpenSource-Basis und kostenfrei, wie sie allerdings gepflegt werden, ist eine Sache für sich. Eine kostenlose Anwendung, die ich empfehlen kann, ist TiddlyWiki. Google Keep ist übrigens nicht kostenfrei, Sie zahlen mit Ihren Daten. Aber das wussten Sie bestimmt schon.

Ob Akshata Shanbhags Checkliste zur richtigen Entscheidung führt, sei dahingestellt. Oft merkt man erst nach einiger Zeit des Gebrauchs, was für die eigenen Zwecke wichtig ist und ob ggf. etwas fehlt. Vielleicht ist es daher eine gute Idee, erst einmal eine kostenlose Variante auszuprobieren.

stokpic / Pixabay

Nachtrag (21. 10. 2018)

ToolBlog-Leser Horst Saak-Winkelmann wies mich in einer E-Mail darauf hin, dass es Evernote in einer kostenlosen Basis-Variante gibt. Da hat er natürlich Recht. Danke für den Hinweis.

 

 

 

1 Antwort

Ein Gedanke zu „Wie Sie die richtige App für Notizen finden

  1. Ysios

    Habe seit einigen jahren nur noch srivener, arbeite ich fast stündlich mit, einerseits für sämtliche notizen, andererseits zum verfassen größerer arbeiten.
    kann mir ein leben ohne nicht vorstellen.
    da ich gerade einen unfall hatte, und mene rechte hand unbrauchbar ist, suche ich ein notizprogramm für sprachnotate. über hinweise wäre ich dankbar. habe mac

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