Was Internetnutzer über Führung denken

Wissen Sie, was Netnographie ist? Ich weiß es auch nicht. Lassen Sie uns also zusammen die Wikipedia zu Rate ziehen. Dort steht unter dem Stichwort Netnographie:

Netnographie (englisch netnography) bezeichnet einen Forschungszweig, in dem die Methoden der Ethnografie auf Communitys im Internet angewendet werden.

und weiter

War es vor Zeiten des Internets notwendig Zugang zu einer Gruppe zu erhalten, erlaubt eine netnographische Beobachtung meist den Kommunikationsfluss innerhalb der Gruppe zu beobachten, ohne der Gemeinschaft unbedingt selbst aktiv beizutreten. Netnographie kann somit als nichtteilnehmende Beobachtung klassifiziert werden […].

Genau dieses Verfahren haben Forscher der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) herangezogen um zu untersuchen, was Internetnutzer über Führung denken. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie auf der entsprechenden Seite der BAuA, Sie können aber auch die komplette Veröffentlichung als pdf-Datei herunterladen: Die Notwendigkeit von Führung in einer digitalisierten Arbeitswelt – eine Netnografie.

Nach der Studie wandelt sich das Führungsverständnis, dennoch wird Führung nach wie vor für notwendig gehalten. Allerdings bestehen unterschiedliche Auffassungen über den Grad der Notwendigkeit. Auf einer Skala von „keine“ bis „hohe“ Notwendigkeit identifizeren die Autoren vier Typen:

  1. Digitale Systeme ersetzen Führung
  2. Digitale Systeme ermöglichen Selbststeuerung
  3. Digitale Systeme ergänzen Führung
  4. In digitalen Systemen wird Führung benötigt

Im Text werden die einzelnen Positionen ausführlich erläutert und mit Zitaten illustriert.

Ich finde die Studie sehr aufschlussreich. Leichte Kost ist sie allerdings nicht, das ist bei einem wissenschaftlichen Text auch nicht zu erwarten. Mindestens so interessant wie die Ergebnisse ist für mich die Forschungsmethode, die ich bislang noch nicht kannte. Auch sie wird in der Publikation eingehend beschrieben.

Fazit: Endlich einmal Zahlen, Daten, Fakten zu einem Thema, über das täglich auf vielen Kanälen spekuliert wird. Das Papier eignet sich auch als Ausgangspunkt für eine tiefere Beschäftigung mit dem Thema. Sie finden im Anhang eine umfantreiche Liste zu einschlägiger Literatur, Blogs und Foren.

geralt / Pixabay

 

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