Ist Ihr Kollege erschöpft?

Die Tragweite von Erkrankungen infolge von Erschöpfung steht in krassem Gegensatz zu der Bedeutung, die man diesem Thema beimisst. Ja, ich weiß, es gibt unzählige Veröffentlichungen zur psychischen Belastung am Arbeitsplatz. Wenn ich allerdings sehe, wie wenig der Pflicht zu einer umfassenden Gefährdungsbeurteilung nachgekommen wird, dann muss ich all diese Statements für Lippenbekenntnisse und die Gesundheitsmaßnahmen nur für Pflaster halten. Kaum jemand setzt sich ernsthaft mit dem Thema psychische Belastung am Arbeitsplatz ernsthaft auseinander.

Oft sind Führungskräfte gar nicht in der Lage zu erkennen, wann Ihre Mitarbeiter erschöpft sind. Zum einen, weil Sie selbst in der Tretmühle sind und aufpassen müssen, nicht selbst über die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit hinaus zu gehen, zum anderen, weil sie die Alarmsignale bei sich und/oder ihren Mitarbeitern gar nicht erkennen.

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege greift diesen Mangel auf und hat eine einschlägige Broschüre veröffentlicht. Sie heißt Erschöpfung erkennen – sicher handeln (Download pfd-Datei). Diese Broschüre erklärt, was Führungskräfte über die Anzeichen psychischer Erschöpfung wissen und welche Warnsignale sie ernst nehmen sollten. Aus dem Inhalt:

  • Erkennen: Was wirkt auf die psychische Gesundheit ein?
  • Handeln: Was können Führungskräfte für Betroffene tun?
  • Vorbeugen, unterstützen, integrieren: Was können Unternehmen tun?

In dem letzten Abschnitt wird (wieder einmal) auf die Bedeutung der Gefährdungsbeurteilung hingewiesen. Sie ist die Grundlage für ein weiteres systematisches Vorgehen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen mit messbaren Ergebnissen. Nur: Man muss sie halt auch machen!

Immer wieder höre ich aus den Betrieben, dass da und dort Mitarbeiter in die Auszeit mussten, weil sie den Anforderungen nicht mehr gewachsen waren, aus welchen Gründen auch immer. Leider ist es dann bereits zu spät. Deshalb:

Passen Sie auf sich auf!

geralt / Pixabay

 

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