Buch: Bullet-Journal – Das Praxisbuch

Wie die geneigten Leser wissen, bin ich durchaus der althergebrachten Methode, mit Papier und (Blei-) Stift zu arbeiten, nicht abgeneigt. Aus diesem Grund erscheint im ToolBlog immer wieder auch ein Artikel für die Mitmenschen, die ihren haptischen Sinneskanal auch bei der eigenen Arbeitsorganisation bevorzugen.

In den letzten Jahren hat das Bullet Journal von Ryder Caroll für Furore gesorgt. Auch ich habe u.a. in Die Anleitung zum Bullet Journal darüber berichtet.
Mittlerweile gibt zum Bullet Journal eine ganze Reihe von Büchern. Ich hatte die Gelegenheit, das Buch von Diana Meier-Soriat zu lesen: Bullet Journal – Das Praxisbuch.

Auf knapp 200 Seiten erfahren die Leser einiges zur Gestaltung und zum Gebrauch eines Bullet Journals:

Materialkunde

Hier gibt es eine Übersicht darüber, welche Notizbücher für Bullet Journals geeignet sind. Außerdem stellt die Autorin verschiedenen Schreibgeräte vor: Fineliner, Brushpens, Buntstifte oder Pastellkreide.

Das Organisationssystem

In diesem Kapitel geht es um Rapid Logging. Hier werden Einfälle, Aufgaben und andere Notizen kurz und knapp untereinander aufgelistet. Danach können Sie zur besseren Unterscheidbarkeit mit Symbolbildchen oder Farben („Key Codes“) versehen werden.

Inhaltlicher Aufbau

Hier erfahren Sie, wie Sie sich mit einem Bullet Journal organisieren können. Welche Funktion hat ein Kalendarium, was ist ein Future Log und wie werden die Aufgaben „heruntergebrochen“ auf den Monat, die Woche und den Tag.

Die Gestaltung der Einträge

In 3 Kapiteln geht es um die Gestaltung des Bullet Journals. Sie erfahren, wie Sie Sketchnotes anfertigen, Symbole verwenden und Notizen mit allerlei Gestaltungselementen hervorheben. Eigene Abschnitte widmen sich der Verwendung von Farben und diversen Dekoelementen.

Anwendungsbeispiele

Der Rest des Buchs zeigt die Anwendungsbreite eines Bullet Journals. Sie finden Anregungen zu

  • To-Do-Listen
  • Protokollen (Trackern) verschiedenster Art: Gewohnheiten, Stimmungen, Leibesübungen, Kosten usw. usf.
  • Planungsarbeiten, wie Reiseplanung, Weihnachten und Social-Media-Planung
  • (Reise-) Tagebüchern

Abgerundet wird das Buch durch eine Reihe einschlägiger Links und reichbebilderte Beispiele von Bullet Journals anderer Autoren.

Fazit

Ich muss gestehen, mein Urteil über dieses Buch ist zwiespältig. Zunächst ist festzuhalten: Es ist ein schönes Buch geworden. Es hat ein ansprechendes Format mit abgerundeten Ecken (Warum macht man das bei Papierbacks nicht immer so?) und ist reich mit farbigen Bildern illustriert. Über die Schrift, die ein wenig wie Comic Sans Serif daherkommt und wohl eine Handschrift simulieren soll, kann man streiten, das ist Geschmacksache.

Die Schönheit dieser vielen Bilder lässt mich eher ratlos zurück. Zum einen weiß ich, dass ich nie und nimmer ein so ansprechendes Bullet Journal gestalten könnte. Zum anderen frage ich mich, ob der Zeitaufwand den Nutzen bei weitem übersteigt. Wenn ich schon sehe, wie viel verschiedene Stifte da vorgestellt werden…
Dieses Problem begegnete mir schon bei anderen Büchern über Sketchnotes. Die Beispiele sind einfach zu schön um wahr zu sein.

Nüchtern wie ich bin, hätte ich gerne mehr darüber gelesen, wie man sein Leben mit Hilfe des Bullet Journals tatsächlich organisiert. Dieser Frage sind leider nur 40 von insgesamt rd. 190 Seiten gewidmet. Auf den anderen Seiten geht es tatsächlich mehr oder weniger um die grafische Gestaltung. Das betrifft im übrigen auch die Anwendungsbeispiele.

Wenn Sie gerne Sketchnotes machen, Icons gestalten und Ihre Notizen ausschmücken möchten, dann liegen Sie mit diesem Buch sicher goldrichtig. Wenn Sie mehr über die Organisationsprinzipien wissen wollen, müssen Sie wohl doch weiterhin die Suchmaschine Ihres Vertrauens bemühen.

Vielleicht ist meine Wahrnehmung aber auch verzerrt, denn ich bin ohnehin kein Freund von Scetchnotes.

Aber das wäre einen eigenen Artikel wert. Mal sehen.

 

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag mitp als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

BTW: Ich freue mich, wenn ich ab und zu ein Buch zum Rezensieren geschickt bekomme. Die Bücher, die mir gut gefallen, bespreche ich, über die anderen schweige ich mich aus. Ich habe keinen Gefallen an Verrissen, schließlich bin ich nicht Reich-Ranicki.

Schreibe eine Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.