Tipps für Ihre Stegreifrede

Sie kennen die unangenehme Situation. Sie sitzen nichtsahnend auf einer Jubiläumsfeier, bei einem Familienfest oder einer anderen mehr oder weniger offiziellen Veranstaltung. Und urplötzlich wird die Bitte, nein die Aufforderung, an Sie herangetragen, doch „ein paar Worte“ zu sagen. Und nun sitzen Sie da und kommen nicht raus aus der Nummer.

Stegreifrede nennt der Fachmann das, was die Anwesenden nun von Ihnen erwarten. Zugegeben, oft passiert sowas nicht, aber wenn doch, dann ist guter Rat teuer. John Coleman ist so nett und gibt Ihnen 5 Tips for Off-the-Cuff Speaking völlig kostenlos, doch hoffentlich nicht umsonst. Er rät…

Machen Sie sich schnell eine Struktur

Ich empfehle hier die Dreiteilung aus dem guten deutsche Schulaufsatz: Enleitung – Hauptteil – Schluss. Machen Sie auf einer Serviette ein kurzes Brainstorming, was Sie wann sagen möchten. Fassen Sie zum Schluss noch einmal das Wesentliche zusammen, geben Sie einen kurzen Ausblick oder vermitteln Sie (Glück-) Wünsche, wenn es eine Festrede ist.

Starten Sie mit der Pointe

Überlegen Sie, wie Sie schon in der Einleitung die Zuhörer auf Ihre Seite bringen könnten. Vielleicht eine steile These, eine provokante Frage oder ein Witz. Seien Sie bei letzterem allerdings Vorsichtig. Humor ist nicht jedermanns Sache.

Denken Sie an Ihre Zuhörer

Überlegen Sie, mit welchen Geschichten oder Erfahrungen Ihre Zuhörer „abholen“ können. Dies zeigt, dass Sie Ihr Publikum kennen und es ernst nehmen. Damit fällt es Ihnen leichter, Neues zu vermitteln.

Prägen Sie sich das Was und nicht das Wie ein

Im schlimmsten Fall kann es passieren, dass Sie vor lauter nachdenken über die Form den Inhalt vergessen. Merken Sie sich drei Dinge, die Sie unbedingt „rüberbringen“ möchten.

Fassen Sie sich kurz

Kurt Tucholsky sagte einmal: „Du darfst über alles reden, nur nicht über 15 Minuten“. Dem ist nichts hinzuzufügen. Zwar möchten die Zuhörer gerne etwas hören, aber am liebsten bleiben Sie doch miteinander im Gespräch. Tun Sie ihnen den Gefallen.

Wenn Sie sich eingehender mit dem Thema „Reden aus dem Stegreif“ beschäftigen möchten, dann empfehle ich Ihnen die Hinweise von Bernhard Hohl, Angela Krenger und Melchior Glatthard: Aus dem Stegreif reden (pdf).

 

Übrigens ist „Stegreif“ ein altes Wort für „Steigbügel“. Der berittene Bote musste in kniffeligen Situationen die Botschaft vom Pferd herab vermitteln, aus den Steigbügeln heraus sozusagen.

Da sage noch einer, das Internet mache die Menschen dümmer.

 

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