Richtig Präsentieren: 10 Tipps von Garr Reynolds

Sicher werden viele der Leserinnen und Leser Garr Reynolds als Autor des Bestsellers Presentation Zen kennen. Vor einige Jahren hat er bei TEDxKyoto einen Vortrag gehalten und erklärt Why Storytelling Matters.

Why storytelling matters | Garr Reynolds | TEDxKyoto

 

In einem Artikel mit dem Titel 10 tips for Improving Your Presentations Today listet er die wichtigste Tipps aus dem Vortrag noch einmal auf.

Schalten Sie den Computer aus

Lassen Sie zu Anfang der Präsentationsplanung den Computer aus dem Spiel und benutzen Sie Post-it-Notes und große Wandflächen. Nur so können Sie Ihre Ideen strukturieren und Zusammenhänge erkennen. Ein kleiner Bildschirm zeigt kein „Big Picture“.

Stellen Sie das Publikum an die erste Stelle

Machen Sie Ihre eigene Geschichte zu der Ihrer Zuhörer. Ihre Geschichte muss für sie nachvollziehbar, die Folgerungen daraus schlüssig sein. Dazu sollten Sie sich vor der Präsentation mit Ihrem Publikum auseinandersetzen. Welche Probleme treiben sie um, welche Wünsche und Erwartungen haben sie?

Geben Sie Ihrem Vortrag eine klare Struktur

Mein alter Chef sagte immer, ein Vortrag müsse stringent sein: Schlüssig, nachvollziehbar, zwingend in den Argumenten. Wie ein Vortrag aufgebaut sein kann, zeigt Cliff Atkinson in seinem Buch Beyond Bullet Points. Eine hervorragende Blaupause für Ihre Präsentationen.

Konzentrieren Sie sich auf die Kernbotschaft

Welche Kernbotschaft sollen die Zuhörer mit nach Hause nehmen, was sollen sie sich merken, was sollen sie tun? Verlieren Sie diese Kernbotschaft bei der Planung nie aus den Augen. Darum geht es!

Lassen Sie Unwesentliches weg

Ein Kenner der Zen-Philosophie sagte einmal: „Wenn Du nichts mehr weglassen kannst ohne dass es den Kern verändert, dann ist es perfekt.“ Lassen Sie alles weg, was nichts „zur Wahrheitsfindung beiträgt“. Es lenkt nur ab vom Wesentlichen. Übrigens gilt das nicht nur für Informationen, sondern auch für Designelemente.

Packen Sie das Publikum von Anfang an

Versuchen Sie, das Publikum von Anfang an zu begeistern. Beginnen Sie gleich zu Anfang mit einem Knaller. Die ersten Minuten entscheiden, ob Ihnen die Zuhörer weiter ihre Aufmerksamkeit schenken. Wenn Sie sie an einmal an der Angel haben, dann lassen Sie nicht wieder los.

Benennen Sie einen klaren Konflikt auf

Zeigen Sie auf, welches Problem oder welcher Konflikt gelöst werden muss. Vielleicht gibt es auch andere Hindernisse zu überwinden. Zeigen Sie auf, auf welche Weise dies gelingen kann.

Zeigen Sie eine eindeutige Veränderung

Es muss ein Unterschied bestehen für die Zuschauer zwischen dem, was vor der Rede war und dem, was nach der Rede ist. Wenn kein Delta zu erkennen ist, war der Vortrag verschwendete Zeit. Welche Veränderung im Bewusstsein oder den Handlungen der Zuhörer wird Ihr Vortrag hevorrufen?

Überraschen Sie Ihr Publikum

Das beste Mittel, um die Zuhörer aufnahmebereit zu halten, ist, sie mit Unerwartetem zu überraschen. Oder wie einer meiner Lehrer zu sagen pflegte: Ein Drittel Bekanntes, ein Drittel Neues und ein Drittel Verwirrendes. Wie könnten Sie die Erwartungen Ihres Publikums positiv enttäuschen?

Lassen Sie Ihre Zuhörer fühlen

Zahlen, Daten, Fakten sind die Pflicht, Gefühle sind die Kür. Überlegen Sie sich, wie Sie und Ihr Publikum sich während und nach dem Vortrag fühlen sollen. Gefühle bleiben eher in der Erinnerung als pure Informationen.

Quasi als Zugabe gibt Ihnen Garr Reynolds den Tipp, Sie selbst zu bleiben. Wenn wir uns an berühmte Redner der bundesdeutschen Geschichte erinnern, dann fallen uns Menschen wie Willy Brandt, Franz Josef Strauß oder Herbert Wehner ein. Sie machten viele rhetorische Fehler, hatten aber Charakter. Und genau daran erinnern wir uns. Übrigens ist der Maßstab für Authentizität für mich, wie gut sich der/die Betreffende parodieren lässt. Je leichter die Parodie, desto mehr Charakter.

Gehen Sie doch einmal im Geiste die Redner der heutigen Zeit nach diesem Kriterium durch. Das Ergebnis ist einigermaßen enttäuschend.

 

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