Buch: Das New Workspace Playbook

Man muss sich schon kräftig die Ohren zu halten, um Wörtern wie Digitalisierung, New Work, Agil & Co aus dem Weg zu gehen. Eines ist jedoch klar: Es wird gar nicht mehr diskutiert, ob es Veränderungen in der Arbeitswelt gibt, sondern allenfalls, wie stark sie sind und in welche Richtungen sie tatsächlich gehen.

Mit Sicherheit wird die Qualität der Kommunikation der beteiligten Menschen ein noch größere Rolle für den Erfolg eines Unternehmens spielen als bisher. Neue Formen der Zusammenarbeit benötigen auch andere (neue?) Arbeitsumgebungen. Das der der Arbeitsplatz großen Einfluss auf Kreativität und Produktivität der Beschäftigten hat, zeigt nicht zuletzt die teils heftige Diskussion um Vor- und Nachteile von Großraumbüros.

Dark Horse Innovation ist eine Denkfabrik aus Berlin (woher sonst), die auf die Fahne geschrieben haben, ihre „Kunden dazu zu befähigen, die Chancen der digitalen Revolution zu erkennen und davon zu profitieren“. Und das bedeutet eben auch, sich mit neuen Raumkonzepten zu beschäftigen. Daraus entstand das New Workspace Playbook, ein „Praxisbuch für das Arbeiten in neuen Räumen“.

Das Buch gliedert sich in drei Teile:

  1. In „New Times“ wird dargestellt, warum wir schon mitten in der Digitalisierung stecken und welche Auswirkungen sie auf die Arbeit hat.
  2. In „New Work„, werden die Prinzipien diskutiert, die nach Meinung der Autoren die Grundlagen für das neue Arbeiten bilden. Jedes Prinzip wird in drei Teilen dargestellt: Einer Definition, Beispiele hierfür und eine steckbriefartige Zusammenfassung („Take-Aways“).
  3. In „New Space“ geht es in die Praxis. Hier wird gezeigt, wie die im zweiten Teil des Buches vorgestellten Prinzipien in Arbeitsumgebungen übersetzt und umgesetzt werden. Vorgestellt wird ein Umsetzungsmodell in sechs Phasen, eine Vorbereitungsphase, vier Arbeitsphasen und eine Nachbereitungsphase. Dieser Teil des Buches zeigt sehr schön, dass das Design von Räumen weit mehr ist als bloßes Stühlerücken. Vielmehr handelt es sich um eine Stück Organisationsentwicklung, das wir oft genug gar nicht auf dem Schirm haben.

Mir gefällt dieses Buch außerordentlich gut. Es ist nicht nur ein Arbeits-, sondern im besten Sinn auch ein Bilderbuch, ein Playbook eben. Das große Format, die reichhaltige Illustration und die angenehme Haptik laden dazu ein, das Buch öfters in die Hand zu nehmen und darin zu blättern. Es ist kein Buch zum Durchlesen. Man nimmt es immer wieder, liest einen Abschnitt, schließt die Augen und stellt sich vor, wie es wäre, wenn…

Allerdings hat einen dann schnell wieder die Realität eingeholt. Das Gefühl kennen Sie vielleicht von den Broschüren der Bausparkassen. Da werden schmucke großzügige Einfamilienhäuser in parkähnlichen Landschaften vorgestellt und am Ende ist man froh ein Reihenhaus zu ergattern. So ging es mir manchmal beim Betrachten der Beispiele von Lufthansa, SAP usw. auch.

Dennoch; Wenn Sie planen, neue Büroräume zu beziehen oder Ihre alten umzugestalten, dann stöbern Sie in diesem Buch. Ihr Innenarchitekt wird im Gespräch Ihre Sachkenntnis bewundern.

 

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag Murmann Publishers als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

BTW: Ich freue mich, wenn ich ab und zu ein Buch zum Rezensieren geschickt bekomme. Die Bücher, die mir gut gefallen, bespreche ich, über die anderen schweige ich mich aus. Ich habe keinen Gefallen an Verrissen, schließlich bin ich nicht Reich-Ranicki.

 

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