Sie wollen sich ändern? Das bremst Sie aus!

Man muss gar nicht vom Raucher zum Nichtraucher werden wollen, um zu wissen , wie schwer es ist, das eigene Verhalten zu ändern. Nicht umsonst lautet das amerikanische Sprichwort:

Old Habits Die Hard.

Ein feiner Trick besteht darin, die alte (ungewollte) Angewohnheit durch eine neue (gewollte) zu ersetzen. Zum Beispiel das Essen von Schokolade durch das Naschen von Nüssen. Sie merken schon, auch dieser Tipp lockt uns nicht hinter dem Ofen hervor. Vielleicht brauchen wir noch andere Tricks, die uns beim Verändern helfen.

Und tatsächlich lassen sich einige Hinweise ableiten, wenn wir die Fehler betrachten, die unsere Bemühungen sabotieren. Sam Thomas Davies nennt uns die  Top 10 Mistakes in Behaviour Change:

  1. Sie verlassen sich (allein) auf Ihre Willensstärke
    Eiserner Willen ist die harte Tour und tatsächlich schaffen es manche Menschen auf diese Weise. Meistens scheitern wir aber mit reiner Willensstärke: „Der Geist ist willig, das Fleisch ist schwach“. Schaffen Sie stattdessen kurze Feedbackschleifen für sich, indem Sie sich z.B. für kleine Schritte belohnen.
  2. Sie wollen Riesenfortschritte machen (anstatt Trippelschritte gehen)
    Einen großen Berg besteigt man, indem man (a) losläuft und (b) viele kleine Schritte macht. Eins nach dem anderen.
  3. Sie vernachlässigen die Umwelteinflüsse
    Wenn Sie Vegetarier werden wollen, dann sollten Sie Metzgereien meiden. Zumindestens zu Anfang.
  4. Sie wollen mit etwas aufhören, ohne es durch etwas anderes zu ersetzen
    Man verlernt am besten etwas dadurch, dass man etwas Neues lernt, das das „Vakuum“ füllt (s.o.).
  5. Sie führen Rückschläge auf mangelnde Motivation zurück
    Das hängt eng mit der Sache mit der Willensstärke zusammen. Gehen Sie ein Schritt nach dem anderen. Oder fragen Sie sich nach David Allen: Was ist der nächste physische Schritt?
  6. Sie ignorieren die Auslöser von Verhalten
    Analysieren Sie, was das ungewünschte Verhalten auslöst und versuchen Sie, in nächster Zeit diese Trigger zu vermeiden oder sich zumindest bewusst zu machen.
  7. Sie glauben, dass allein das Wissen ausreicht, um Verhalten zu ändern
    Verhaltensänderung erfolgt nur durch Wissen und Tun. Sie können zig Bücher über Achtsamkeit lesen, irgendwann sollten Sie mit dem Meditieren anfangen.
  8. Sie konzentrieren sich auf abstrakte Ziele anstatt auf konkretes Verhalten
    Noch einmal David Allen unter (5):
    Was ist der nächste Handlungsschritt? („What is the next action?“)
  9. Sie möchten Ihr Verhalten ein für alle mal ändern und nicht für eine kurze Zeit
    Gehen Sie nicht nur kleine Schritte, sondern setzen Sie sich auch kurze Fristen. Es ist leichter, etwas für einen Tag als für eine Woche als für einen Monat als für ein Jahr durchzuhalten.
  10. Sie folgen der Annahme, Verhaltensänderungen seien schwierig
    Es stimmt, wenn man nur den hohen Berg sieht, den man übersteigen will, dann kann das schon entmutigen. Aber das sollte nicht zur Lähmung führen. „Der längste Weg beginnt mit der ersten Schritt“, sagen die Chinesen.

In dem Artikel von Sam Thomas Davies finden Sie zu jedem Punkt einen Link, mit dem Sie das Thema vertiefen können.

BTW: Sam Thomas Davies folgt in seinem Artikel dem Ansatz Tiny Habits von BJ Fogg, über den ich selbst auch immer wieder gestolpert bin. Ein Zeichen, sich etwas näher damit zu beschäftigen.

Ein komplettes Programm zur Verhaltensänderung finden Sie auch bei Matthias Büttner:
Die THINK!-Methode.

PeterFranz / Pixabay

Schreibe eine Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.