Machen Sie sich keine Sorgen!

Es gibt Menschen, die st√§ndig von Sorgen geplagt werden. Ich kann das gut nachvollziehen, denn ich neige auch dazu, das Glas eher halb leer als halb voll zu sehen. Sorgen sind nicht per se schlecht, denn sie zwingen uns, √ľber Alternativen nachzudenken, mit denen wir unsere Zukunft gestalten k√∂nnen. Sie kennen das unter dem ber√ľhmten Namen „Plan B“.
Oft k√∂nnen Sorgen aber auch l√§hmen, man sitzt wie das Kaninchen vor der Schlange und ist zu √ľberhaupt keinen Handlungen mehr f√§hig.

Aus diesem Grund ist es heilsam, sich weniger oder zumindest weniger große Sorgen zu machen. Wie so oft, ist dies leichter gesagt als getan. Vielleicht hilft es, den Verstand einzuschalten und die Fragen zu beantworten, die uns Robert L. Leahy in seinem Beitrag Ten Steps to Freeing Yourself from Your Worry stellt:

  1. Was ist es genau, was Sie vorhersagen?
    Es kommt darauf an, genau zu beschreiben, was Sie bef√ľrchten. Zu welchen Voraussagen neigen Sie?¬†Beantworten Sie die Fragen schriftlich und seien Sie so genau wie m√∂glich. Dann √ľberlegen Sie auf einer Skala von 0-10, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, das Ihre Vorhersage eintritt.
  2. Was ist das schlechteste, das beste und das wahrscheinlichste Szenario
    „Es wird alles nicht so hei√ü gegessen, wie es gekocht wird“, sagt zu Recht der Volksmund. Was w√§re ein schlechter, was ein guter Ausgang. Die Wahrheit liegt vermutlich in der Mitte. Die ganze Bandbreite m√∂glicher Ergebnisse steht zur Verf√ľgung.
  3. Was sind Belege f√ľr und gegen Ihre Vorhersage?
    Woran machen Sie Ihre Prophezeiung fest? Gibt es auch Dinge, die dagegen sprechen?
  4. Wie oft haben Sie sich in der Vergangenheit schon geirrt?
  5. Was sind die Kosten und der Nutzen Ihrer Sorgen?
    Was haben Sie davon sich Sorgen zu machen. Verschafft es Ihnen irgendwelche Vorteile? Die Frage ist ernst gemeint. Gibt es etwas, das Sie durch Sorgen vielleicht vermeiden können, z. B. eine unangenehme Entscheidung zu treffen?
  6. Gibt es irgendeinen Beleg daf√ľr, dass Sorgen Ihnen wirklich jemals geholfen haben?
  7. Was könnten Sie tun, wenn es tatsächlich schlecht ausgeht?
    Denken Sie √ľber Handlungsalternativen nach. Sie brauchen mindestens drei. Denn eine M√∂glichkeit ist Zwang, zwei M√∂glichkeiten ist ein Dilemma und erst ab drei M√∂glichkeiten haben Sie eine echte Auswahl.
  8. Mit welchen Schwierigkeiten sind Sie in Ihrem Leben schon fertig geworden?
    Sie haben eine Menge Ressourcen. Stellen Sie Ihr Licht nicht unter einen Scheffel. Sie haben sicher schon so manche H√ľrden √ľberwunden.
  9. Werden Sie sich in einer Woche, einem Monat, einem Jahr immer noch Sorgen machen?
    Wenn wir eine schlechte Nachricht erhalten, neigen wir oft dazu, die Zukunft besonders schwarz zu sehen. √úberlegen Sie, wie Sie wohl in der Zukunft das Problem beurteilen.
  10. Was w√ľrden Sie einem Freund raten?
    Wenn ein Freund Ihr Problem h√§tte, was w√ľrden Sie ihm mit auf den Weg geben?

Sie merken, diese Fragen dienen dazu, eine Au√üenperspektive einzunehmen, sich auf seine Ressourcen zu besinnen und die Herausforderungen realistisch einzusch√§tzen. Ziel ist es, sich nicht von Zukunfts√§ngsten √ľbermannen zu lassen, sondern die Handlungsf√§higkeit zur√ľck zu gewinnen.

Wie gesagt, ich selbst bin so ein Mensch, der gerne zum „Catastrophizing“ neigt, wie unsere anglo-amerikanischen Freunde sagen. Wenn ich merke, es ist wieder so weit, denke ich immer an diesen Satz aus der Bibel (Matth√§us 6,27):

Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Spanne verlängern?

Dem ist nichts hinzuzuf√ľgen.

ifinnsson / Pixabay

Schreibe eine Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.