Was Sie in einer Präsentation nie sagen sollten

Bei vielen Dingen im Leben wissen wir nicht, was sie gelingen lässt, aber sehr wohl, was ihnen schadet. So ist es auch mit Vorträgen. Das ganze Internet ist voll von Tipps und Tricks, die zu einer gelungenen Präsentation beitragen sollen. Aber Sie werden vergeblich darauf warten, dass jemand Ihnen den Erfolg garantiert, wenn Sie diesen Hinweisen brav und treu folgen.

Ganz anders verhält es sich mit den Faktoren, die einen Vortrag scheitern lassen. Hier lassen sich schon einige Dinge aufzählen, mit deren „Hilfe“ Sie Ihre Präsentation mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an die Wand fahren werden.

So sollten Sie zum Beispiel während Ihrer Präsentation gewisse Floskeln vermeiden, wie Boris Veldhuijzen van Zanten meint. In seinem Beitrag 10 things you should NEVER say during presentations zählt er sie auf:

  1. Ich bin sehr müde, verkatert oder leide unter dem Jet-lag
    Zwar ist es bedauerlich für Sie, aber das Publikum kann nun wirklich nichts dafür und ehrlich gesagt, dem Publikum ist das auch wurscht. Bedenken Sie außerdem, dass Sie die Zuhörer für negative Vorkommnisse geradezu sensibilisieren. Also: Schauen Sie, dass niemand Ihre Unpässlichkeit bemerkt. Augen zu und durch!
  2. Ich komme später noch einmal darauf zurück
    Es besteht die Gefahr, dass die Zuhörer über die Zeit das Interesse an dem Punkt verlieren. Sie müssen es später erst wieder wecken. Denken Sie noch einmal darüber nach, wie Sie Ihren Vortrag in eine geeignete logische Struktur bekommen.
  3. Können Sie mich hören? Ja, Sie können!
    Die Technik sollten Sie vor Ihrem Vortrag checken (lassen). Eine solche Frage wirkt unprofessionell.
  4. Ich kann Sie nicht sehen, weil das Licht so hell ist
    Das ist normal auf einer Bühne, jeder Schauspieler kennt das. Im Prinzip schaut man ggf. in ein schwarzes Loch. Unangenehm, aber eben manchmal nicht zu ändern. Falls Sie in den Dialog mit dem Publikum treten möchten, bitten Sie den Techniker, das Licht einen Moment anzuschalten. Kabarettisten machen das auch so.
  5. Können Sie das lesen?
    Hier empfehle ich die Kawasaki Regel 10/20/30. Die letzten 30 stehen für eine Schriftgröße von 30 pt. Sie sollten keine kleinere Schriftgröße darunter benutzen. Vor allem ist es sinnvoll, die Folien vorher auf Lesbarkeit zu testen.
  6. Ich lese das mal laut für Sie
    Die Zuhörer sollen keine Zeit damit verbringen, Ihre Folien zu lesen, Sie sollen Ihnen zuhören. Also allenfalls ein Satz pro Folie mit 7 ± 2 Worten. 
  7. Bitte machen Sie Ihr iPhone, Laptop oder Tablet aus
    Ob eine solche Regel sinnvoll ist oder nicht, ist durchaus umstritten. Es ist aber nicht Ihre Aufgabe, den Zuhörern Vorschriften zu machen. Wenn überhaupt, dann sollte dies an anderer Stelle in den Rahmenbedingungen für die Veranstaltung geklärt werden.
  8. Sie müssen nicht mitschreiben oder Fotos machen,
    Sie finden die Präsentation später im Netz
    Warum halten Sie dann die Präsentation? Auch wenn ich weiß, dass viele Veranstalter gerne meine Folien hätten, versuche ich doch, Handouts zu vermeiden. Außerdem könnten die Zuhörer mit den Folien allein ohnehin wenig anfangen, denn man sieht nur Bilder mit etwas Text. Man muss schon beim Vortrag dabei gewesen sein, um sie zu verstehen.
  9. Lassen Sie mich Ihre Frage gleich beantworten
    Auch wenn Sie diese Frage schon 100mal gehört haben, der Frager stellt Sie zum ersten Mal. Stellen Sie also sicher dass Sie sie wirklich verstanden haben, indem Sie sie in Ihren Worten noch einmal wiederholen. Außerdem zeigen Sie damit dem Fragenden, dass Sie ihn (oder sie) ernst nehmen. Wertschätzung nennt man das.
  10. Ich werde mich kurz fassen
    Das ist eine Selbstverständlichkeit und muss nicht extra erwähnt werden. Das Auditorium erwartet von Ihnen, dass Sie nicht schwafeln, sondern auf den Punkt kommen.
  11. (Zugabe) Was die Zeit ist schon um? Aber ich habe noch 23 Folien!
    Um es kurz zu machen: So etwas darf nicht passieren, denn das zeugt von schlechter oder gar fehlender Vorbereitung. Üben Sie Ihren Vortrag mehrmals und stoppen Sie die Zeit, damit Sie ein Gefühl dafür bekommen, wie lange Sie brauchen werden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Sie kürzen müssen.

Wie immer sollten Sie auch diese Tipps nicht als unumstößliches Dogma betrachten. Es mag Situationen geben, in denen manche der o.a. Phrasen durchaus angebracht sind. Betrachten Sie jedoch solche Gelegenheiten als Ausnahmen, die die Regel bestätigen.

Auditorium

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