Tagen in der JuHe? Warum eigentlich nicht?

Ich gebe zu, als mir ein Kunden vor einigen Jahren vorschlug, ein Strategiemeeting in einer Jugendherberge zu moderieren, habe ich, ob merklich oder nicht, wei√ü ich nicht mehr, die Stirn gerunzelt. Mir gingen sofort Erlebnisse meines Landschulheimaufenthaltes durch den Kopf, Zimmer mit Mehrfachbelegung und Stockbetten, K√ľchendienst und strenge Herbergseltern in kurzen Hosen, die grimmig darauf achteten, dass keine Regel √ľbertreten wurde.

Ich wurde eines besseren belehrt. Der Workshop damals in der Jugendherberge in Bingen am Rhein war ein voller Erfolg. Dies lag nicht zuletzt an dem gro√üz√ľgigen hellen Tagungsraum mit Blick auf den Rhein, ausgestattet mit allem, was das Moderatorenherz begehrt.

Mittlerweile hat das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) sein Angebot ausgeweitet. Es gibt sogar eine eigene √úbersicht im Netz, auf der man sich ausf√ľhrlich √ľber das Tagungsangebot informieren kann.

Auch die Jugendherberge in √úberlingen¬†bietet R√§umlichkeiten f√ľr Seminare, Tagungen und Workshops an. Das DJH lud mich ein, mir selbst ein Bild von den Tagungsm√∂glichkeiten im Martin-Buber-Haus in √úberlingen zu machen.

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Das Wichtigste gleich vorweg: Auch in √úberlingen kann man hervorragend tagen. Das Haus wurde erst vor wenigen Monaten komplett renoviert. Sch√∂n ist es geworden, modern, aber nicht steril, gro√üz√ľgig und doch nicht ungem√ľtlich. Hier die Fakten:

Anreise
Die Jugendherberge ist mit dem Auto √ľber die Singener Autobahn und die B31 gut zu erreichen. Auch die Anreise mit dem √ĖPNV ist kein Problem, der n√§chste Bahnhof ist nur 300 m entfernt.

Lage

Über den Bodensee braucht sicher nichts zu erzählen. Die Jugendherberge liegt oberhalb des Sees fußläufig zu erreichen ist. Die meisten Zimmer haben Seeblick.
Die Umgebung bietet einiges: Die Pfahlbauten, Schloss Salem, Schiff fahren u.v.m.

Tagungsräume
Das Haus bietet f√ľnf Tagungsr√§ume, die unterschiedlich bestuhlt werden k√∂nnen. Mit einem atriumartigen Innenhof und einer gro√üz√ľgigen Lobby und zwei Pr√§sentationsr√§umen im obersten Stockwerk (Seeblick!) gibt es genug M√∂glichkeiten f√ľr Teilnehmer, sich f√ľr Kleingruppenarbeit zur√ľckzuziehen.

Alle R√§ume sind tagungstechnisch voll ausgestattet. Es gibt √ľberall fest installierte oder flexible Datenprojektoren, Flipcharts, eine Tonanlage und ein Rednerpult, wenn man so etwas braucht. Was noch fehlt, sind Pinnw√§nde. WLAN ist √ľberall vorhanden, wird aber von einem externen Anbieter kostenpflichtig bereitgestellt. Eine L√∂sung, mit der ich nicht immer gute Erfahrungen gemacht habe.

Unterkunft
Die Zimmer entsprechen dem Standard, wie er f√ľr eine moderne Jugendherberge √ľblich ist. Auf Anfrage k√∂nnen die Mehrbettzimmer nat√ľrlich auch einzeln belegt werden, wenn nicht gerade sommerliche Hochsaison herrscht. Auch Zimmerservice ist auf Anfrage m√∂glich.

Verpflegung
Wenn Sie in einer Jugendherberge fade Kost bef√ľrchten, dann liegen Sie hier v√∂llig falsch. Das Essen braucht den Vergleich mit einer Hotelk√ľche nicht zu scheuen. Es hat au√üerordentlich gut geschmeckt. Und das Fr√ľhst√ľck war vom feinsten, wenn da noch W√ľnsche offen bleiben, dann wei√ü ich auch nicht. Ein Kompliment an die K√ľche!

Rahmenprogramm

Das Martin-Buber-Haus bietet eine F√ľlle von Pauschalprogrammen, von der Weinprobe bis hin zur Vermittlung von Outdooraktivit√§ten. Geocaching oder Flo√übau sind Aktivi√§ten, die manches Training gut erg√§nzen k√∂nnen. Es ist auch m√∂glich, Programme aus Einzelbausteinen zusammenstellen zu lassen.

Ich k√∂nnte mir gut vorstellen, Seminare, Tagungen oder Konferenzen im Martin-Buber-Haus durchzuf√ľhren. Beeindruckt haben mich die hohe Flexibilit√§t der Mitarbeiter mit der Bereitschaft, auch auf individuelle W√ľnsche einzugehen.
Ein paar Dinge sind noch zu erledigen. So ist ein zusätzlicher Seminarraum in Arbeit, der auch größere Gruppen aufnehmen kann. Auch Pinnwände sollten noch angeschafft werden. Sie gehören heute zur Standardausstattung von Tagungsstätten.
Eine Einschr√§nkung gibt es doch. Ich pers√∂nlich halte das Haus f√ľr die Anwendung von Gro√ügruppenmethoden wie OpenSpace oder Barcamps aufgrund des baulichen Zuschnitts f√ľr eher weniger geeignet.

Ein Nachsatz: Mit einer ‚ÄěHerberge‚Äú, wie ich sie noch von meiner eigenen Jugend her kenne, hat das Martin-Buber-Haus nun wirklich nichts mehr zu tun. Dennoch ist es von der Philosophie her immer noch eine Jugendherberge und so werden Sie in der Regel auf Jugendgruppen und Familien treffen. Wen das nicht st√∂rt, der kann hier gut und g√ľnstig tagen. Und so nutzen auch immer mehr Firmen das Tagungsangebot des Hauses.

Das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) ist Partner des Artikels, ich m√∂chte mich an dieser Stelle noch einmal f√ľr die Einladung ins Martin-Buber-Haus in √úberlingen herzlich bedanken.

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