Von Windows zu Linux im Durchmarsch

Im Leben eines Menschen gibt es wichtige Einschnitte: Das Abitur, den Gesellenbrief, die Hochzeit oder eben auch der Wechsel zu einem anderen Betriebssystem. Nachdem ich mit Windows 8 so gar nichts anfangen kann will, scheint die Zeit gekommen, zu Linux umzuschwenken. Und siehe da, aufgrund der selektiven Wahrnehmung falle ich dauernd ĂŒber Artikel, die sich mit dem Wechsel von Windows zu Linux beschĂ€ftigen. Chris Hoffman hat einen solchen verfasst: Making Linux A Genuine Windows Replacement.

In einem meiner BĂŒroschrĂ€nke fristet ein Samsung NC 10 Netbook sein kĂŒmmerliches Dasein. Genau das richtige Teil, um mit Ubuntu die ersten, vielleicht schmerzhaften, Erfahrungen zu sammeln. Wenn dann das nĂ€chste Laptop fĂ€llig ist, dann weiß ich wenigstens ob es ein Ubuntu-Laptop wird oder ob ich doch wieder zu einer Windowskiste greifen werde.

Noch zwei Dinge:

  1. Nein, ein Mac kommt mir nicht ins Haus
  2. Wie ist es, Thomas_Michl, machst Du mit?

ubuntu

13 Antworten

13 Gedanken zu „Von Windows zu Linux im Durchmarsch

  1. Dagmar Statler

    Überlege Dir das gut, weil Stunden des Suchens in Foren und Tutorials sind Dir garantiert trotz aller Berichte, die Dir versichern wollen, dass das heutzutage alles nur noch Klick-und-geht sein soll. Ich spreche aus Erfahrung, weil ich genau diesem Schritt auch schon beging. Ende 2008 war Ubuntu eigentlich auch schon sehr weit, aber trotzdem gab es immer noch einige Dinge, die eben nicht outofthebox funktionierten. Und das kostet immens Zeit, sich dann zur Lösung zu googeln und die richtigen Zauberworte in die Shell einzuhacken. Ich bin dann wieder zurĂŒck zu Win7 und bin eigentlich ziemlich zufrieden. Es funktioniert halt einfach so, da kann man gegen Microsoft sagen, was man will. Und auf 8 muss man nicht umsteigen. Wetten, dass die nĂ€chste Version wieder alle Vorteile von 8 hat und die Kritikpunkte dann wieder so eingearbeitet sind, dass sie nicht mehr nerven? Das war bis jetzt bei jeder ungerade Windows-Version so und auf den Nachfolger von 8 kann man bequem mit 7 warten.
    War nicht ein grundsĂ€tzlicher Ansatz von GTD unnötige Dinge von vorneherein zu vermeiden? 😉

  2. Michaela

    Ich habe die letzten Jahre privat immer einen Mac benutzt und mir kommt kein Microsoft OS auf einen Rechner ins Haus. Durch die in letzter Zeit praktizierte Politik von Seiten Apples, die ich nicht mehr als so Kundenorientiert empfinde, wie noch vor 10 Jahren, bin ich auf der Suche nach einer Alternative. Zur Zeit tut es mein Mac Book Pro noch, obwohl es schon vier Jahre alt ist, aber in absehbarer Zeit, wird wohl ein neues Notebook notwendig werden und ich bin ernsthaft am ĂŒberlegen, ob es nicht vielleicht eines mit Linux werden könnte.

  3. Nils Michael Becker

    Ich kann Sie nur ermuntern, das zu tun. Bei mir laufen seit ungefĂ€hr drei Wochen neben den Win-Rechnern auch ein Thinkpad und eine Workstation unter Ubuntu – produktiv, im tĂ€glichen Einsatz in der Kanzlei. Persönliche Vorkenntnisse mit Linux vor der ersten Installation: praktisch keine. Und ich finde, Ubuntu macht Spaß, gefĂ€llt mir bislang gut.

  4. Joerg

    Hallo,

    mit Linux wechseln Sie sicher zu einem guten Betriebssystem, das aber selbst bei Versionen, die fĂŒr AnfĂ€nger zum Wechseln empfohlen werden immer noch seine TĂŒcken haben kann. Ganz so „Idiotensicher“ wie Windows ist Linux meist doch nicht.

    Ich nutze es aber auch, da ich das OS und die Open Source Idee klasse finde und kann Sie nur bestÀrken.

    Allerdings wĂŒrde ich empfehlen, sich (ggfls. via Live CD- oder Stick) auch andere Linux-Distributionen als Ubuntu anzusehen. Gerade die Unity-OberflĂ€che ist gewöhnungsbedĂŒrftig und ich bin nie damit warm geworden. Die Zahl der Linux-Distributionen ist groß, z.B. Mint, ZevenOs, Fedora etc.

    Mein Favorit ist Linux Mint derzeit, das gibt es auf Basis von Ubuntu oder auf Basis von Debian. Im Gegensatz zu Ubuntu, war ich damit direkt „warm geworden“. Sollte Ubuntu daher nicht gefallen, wĂŒrde ich das Projekt nicht direkt als gescheitert betrachten.

    Wenn Ihr GerĂ€t das unterstĂŒtzt sollten Sie daraf achten, die 64-Bit-Version zu wĂ€hlen.

    Vielleicht gut zu wissen ist auch, dass man im Notfall vereinzelt auch Windowsprogramme installieren kann unter Linux mit WineHQ oder der Virtual Machine.

  5. Joerg H.

    Hallo Stephan,

    ich wĂŒrde mir das zweimal ĂŒberlegen 😉

    Kurz und knapp – Meine Meinung zu Linux auf dem Desktop:
    + Firefox
    + Thunderbird
    + Libreoffice
    – kein MS Office
    – kein Evernote / Onennote
    – keine gescheite Bilderverwaltung, Bearbeitung
    – kein Online Banking

    Ich beschÀftige mich beruflich seit Ewigkeiten mit Comutern und habe jahrelang versucht komplett auf Linux umzusteigen. Es ist mir nicht gelungen.

    Ich habe seit 2011 einen Mac und sehe fĂŒr mich folgende Vorteile
    + alle wichtigen Applikationen vorhanden
    + Picasa / iPhoto zum Bilder verwalten
    + MoneyMoney fĂŒr Online Banking
    + Evernote als Notizverwaltung
    +1Password fĂŒr Passwörter (Dank App auch immer auf dem IPhone dabei).
    + Bestes Backuplösung ever – Time Maschine fĂŒr die Backup History und Superduper fĂŒr DisasterfĂ€lle.
    Externe Platte anstöpseln, der Rest geht automatisch – besser gehts nicht…
    + Perfekte Anbindung zum Apple TV, streame dort per iTunes meine Musik hin
    + Kontakte / Kalender dank ICloud immer in Sync zwischen Mac, IPad, IPhone
    + (Fast) keine Angst vor Virenbefall

    Freue mich jedesmal ,wenn ich das Macbook aufklappe. Der Schmerz etwas teures zu kaufen, kommt nur einmal. Der Schmerz etwas mittelmÀssiges zu besitzen, jeden Tag.

    Wenn ich nur daran denke, was es fĂŒr ein Aufwand war, auf dem GeschĂ€fts Samsung Galaxy II ein Android Update einzuspielen. Auf dem IPhone, werde ich kurz gefragt, ob ich jetzt updaten möchte, und dann sage ich entweder ja oder nein, und das wars.

    Ich könnte ewig so weiter machen 😉

    So,

    Ich möchte dich nicht bekehren, wollte nur mal loswerden, was fĂŒr mich gut funktioniert.
    viele GrĂŒĂŸe aus Mannheim,
    Jörg

    PS: auch lesenswert: http://stadt-bremerhaven.de/kurze-meinung-zum-apple-markencheck/

  6. Lutz

    Hallo,
    ich bin schon vor rund 5 Jahren komplett auf Linux umgestiegen und habe den Schritt nie bereuht.

    Inzwischen sind die verschiedenen Linux-Distributionen einen große Schritt weiter und vieles funktioniert eben doch out-of-the-box. Als Beispiel möchte ich nur die Installation und Konfiguration von Druckern nennen. Unter Windows möchte ich mich dem eigentlich nicht mehr aussetzen.

    Ehemaligen Windows-Nutzern wĂŒrde ich allerdings empfehlen, nicht die – doch sehr gewöhnungsbedĂŒrftige – Unity-OberflĂ€che zu verwenden. KDE (also Kubuntu oder gleich SuSe) ist nĂ€her an Windows dran und bietet mehr Möglichkeiten der Konfigiration als die bei anderen gĂ€ngigen Linux-ArbeitsoberflĂ€chen (Unity und Gnome).

    @Joerg H.
    Schön, wenn Sie mit ihrem Apple eine neue Heimat gefunden haben. Allerdings muss man sich unter Linux auch nur noch wenige Gedanken ĂŒber Virenbefall machen. Da haben die Macs keinen Vorteil.
    Und auch MS-Office vermisse ich nicht (außer vielleicht MS-Project). OpenOffice oder LibreOffice sind absolut gleichwertige Office-Pakete. Und inzwischen kann man mit NeverNote auch Evernote unter Linux nutzen. FĂŒr die Passwort-Verwaltung gibt es LastPass und wenn Sie einmal eine RICHTIGE Bildverwaltung sehen wollen, dann sollten sie einmal DigiKam ausprobieren.

  7. Stephan List Beitragsautor

    Vielen Dank fĂŒr die umfangreichen Kommentare. Sie sind alle ohne Ausnahme sehr informativ. Wie ich sehe, ist Linux immer noch umstritten.
    Dennoch tendiere ich dazu, es mit Linux einmal zu probieren. Wie gesagt, ich werde dazu mein Netbook benutzen, dass sowieso nur herumsteht und erst einmal vom USB-Stick booten.
    Starten möchte ich mit LinuxMint, das sehr gut Kritiken bekommen hat.

    Noch etwas: Ich möchte mich bei allen, egal ob dafĂŒr oder dagegen, fĂŒr die Sachlichkeit der Kommentare bedanken. Oft artet so etwas ja in einen Glaubenskrieg aus. Nicht so auf dem Toolblog.
    Ich habe tolle Leser! 🙂

  8. Stephan List

    Hallo,

    hier meine erste Zwischenbilanz.
    Ich habe sowohl Ubuntu 12.04 als auch LinuxMint 14 per USB-Stick als Live-System auf meinem Netbook ausprobiert. Machen wir es kurz: Ich befĂŒrchte die Skeptiker um Dagmar haben Recht.
    Was bei Ubuntu geht, funktioniert bei LinuxMint nicht und umgekehrt. Schon das Eindeutschen ist bei LinuxMint mit Gepfriemel verbunden. Als ich es dann geschafft hat, hat sich der Rechner beim Reboot aufgehÀngt.
    So ist das nichts.
    Jetzt probiere ich noch ein bisschen herum, aber ein OS zum Arbeiten ist das noch lange nicht.
    Vielleicht in ein paar Jahren wieder. Schade.

    1. Nils Michael Becker

      Da machen Sie irgendwas falsch 🙂 Ich habe inzwischen gut ein halbes Dutzend Rechner umgestellt, auf Ubuntu, Lubuntu, Linux Mint. Nicht bei einem Probleme, und alle direkt bei der Installation auf Deutsch eingestellt. Und ich schwöre, es sind meine ersten sechs Rechner unter Linux gewesen. Vielleicht hĂ€ngt es doch einfach stark an der Distribution/LiveDVD, die Sie da benutzen?

      1. Stephan List

        Oje, es ist wie immer der DAU! 😉

        Wie auch immer, ich habe halt nicht die Zeit, so lange in irgendwelchen Distributionen herumzusuchen, bis mal eine passt. Mir wurde glaubhaft versichert, dass Ubuntu diejenige ist, die fĂŒr den halbgebildeten Laien am einfachsten zu handhaben ist. Aber nutzerfreundlich ist etwas anderes. Das wird wohl noch eine Weile dauern.

        Nichts fĂŒr ungut… Der Wille war ja da.

  9. Alexander von Halem

    „Nein, ein Mac kommt mir nicht ins Haus“ – das sagte ich auch eine Zeit lang. Bis ich ĂŒber iPod zum iMac kam und nun fast ausschließlich Macs benutze. Ist aber wohl ein Glaubenskrieg, in dem man niemanden bekehren kann (oder sollte). Es können sich lediglich durch eigene Nutzung die Augen öffnen.

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