26 Gründe, GTD® nicht anzuwenden

Vor genau zehn Jahren empfahl mir ein Leser meines damaligen Weblogs “Interessante Zeiten” die Lektüre von David Allens “Wie ich die Dinge geregelt kriege”. Das Buch habe ich nach anfänglichem Zaudern nahezu verschlungen und mich sodann gleich auf den Weg gemacht, um in Washington D.C. einen Workshop beim Meister persönlich zu besuchen (“GTD® – The RoadMap”).

Mittlerweile ist die anfängliche Begeisterung einer wohlwollenden, aber kritischen Distanz gewichen. Viele Ideen von David Allen haben meinen eigene Arbeit maßgeblich beeinflusst. In der Zwischenzeit sind mir jedoch andere Autoren begegnet, die wichtige Fragen zur Selbstorganisation zweckmäßiger beantworten als Allen. Daher habe ich so manches über Bord geworfen, modifiziert und/oder durch eigene Vorgehensweisen ersetzt oder ergänzt. Dennoch habe ich von David Allen eine ganze Menge über die Organisation der eigenen Arbeit gelernt und halte ihn für den Vordenker, wenn es um Effizienz und Produktivität geht.

Nicht alle teilen diese Einschätzung. Auf dem Höhepunkt des Hypes um GTD® veröffentlichte ein Mensch namens Dean auf GeekPreneur “26 Reasons Not to Use GTD”.  Unter diesen 26 Gründen finden sich manche Dummheiten, die sich allenfalls aus dem Widerwillen gegen den damaligen Hype erklären lassen, wie z. B. “You have to read the book” oder “It feels like a cult”.

Bei anderen Gründen, die der Autor aufzählt, habe ich den Eindruck, dass er schlicht und einfach die Prinzipien hinter der Methodik von David Allen nicht verstanden hat, so z.B. bei “GTD doesn’t leave room for spontaneity and creativity”.

Für mich enthält diese Liste wenig nichts, was von Substanz wäre. Sie hat wohl jemand geschrieben, der bez. GTD® zu große Erwartungen hatte, dann grandios gescheitert ist und seinem Ärger Luft machen musste.

Aber das ist meine Sichtweise. Vielleicht denken Sie das ganz anders darüber. Aus diesem Grund verweise ich auch auf den Artikel, damit Sie sich selbst eine Meinung bilden können.

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[Foto von martakoton [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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Die Sammlung lebenswichtiger Diagramme

Nun gut, ich konnte der Versuchung nicht widerstehen und habe mich in der Überschrift der typisch amerikanischen Übertreibungen bedient. Lebenswichtig sind die Diagramme, die Peggy Wang in ihrem Artikel “21 Incredibly Important Diagrams To Help You Get Through Life” vorstellt, natürlich nicht, aber äußerst nützlich allemal.

Sie finden in dem Beitrag Diagramme oder Infografiken zu allen möglichen Lebensbereichen. Besonders gut gefallen haben mir die Visualisierungen zu

  • How to Make the Perfect Burger
  • How to Know When a Steak Is Done by Touch
  • How to Transform Your Hoodie or Sweater into an Emergency Laptop Sleeve
  • How Much to Serve at a Party
  • How to Know When to Throw Your Groceries Out

Andere Diagramme sind für mich uninteressant (“How to Determine Which Wine to Drink with Dinner”) oder nur für die USA relevant (“How to Tip Correctly”). Letzteres Schaubild können zumindest für die nächste Reise über den großen Teich nützen.

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Buch “Dynagrams” zu gewinnen!

Vor einigen Wochen habe ich im ToolBlog das Buch “Dynagrams” von Martin J. Eppler, Sebastian Kernbach und Roland A. Pfister besprochen: Kennen Sie Dynagramme?

Wenn Sie möchten, dann können Sie ein Exemplar des Buchs gewinnen. Dazu haben Sie zwei Möglichkeiten:

  1. Via Kommentar:
    Schreiben Sie hier einfach in einem Kommentar (“Hinterlasse eine Antwort”), dass Sie das Buch gewinnen möchten. Vergessen Sie aber nicht, eine gültige E-Mail-Adresse zu verwenden, damit ich Kontakt aufnehmen kann, falls Sie gewonnen haben.
  2. Via Twitter:
    Twittern Sie einfach (Cut & Paste):
    ++ Ich möchte das Buch “Dynagrams” gewinnen! http://goo.gl/YpbvxW #dynagrams ++

Die Verlosung endet nächsten Mittwoch 31. 8. 16 um 24:00 Uhr.

Viel Glück, ich drücke die Daumen!

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Es tut sich was: Das XMind-Blog mit neuen Tipps!

Auch wenn ich diese Technik nicht mehr so häufig wie früher einsetze, Mind-Mapping ist nach wie vor ein wesentlicher Bestandteil meiner Werkzeugkiste. Vor einigen Monaten bin ich dem Platzhirschen MindManager untreu geworden und zu XMind gewechselt. Der Funktionsumfang ist bei XMind zwar nicht so groß (um nicht zu sagen gigantisch) wie beim Mind-Manager. Das stört mich aber nicht, denn diesen Vorteil spielt der Mind-Manager auf Gebieten aus, die für mich irrelevant sind (für die ich aber dennoch bezahlen muss).

Nach etwas Umgewöhnungszeit arbeite ich mittlerweile gerne mit XMind und bin auch sehr zufrieden damit. Wie so oft, fehlt aber auch hier eine zweckmäßige Einführung, was dieses Programm für mich tun kann. Die eingebaute Hilfe bringt einen da nicht wirklich weiter, gefragt sind praktische Anwendungsfälle oder Problemlösungen für und mit XMind.

In diese Lücke stößt das firmeneigene XMind-Blog, in dem in umfangreich bebilderten Artikeln gezeigt wird, wie bestimmte Probleme gelöst werden können. Besonders informativ fand ich die Beiträge:

und ganz wichtig…

Nach welchen Kriterien die Artikel den Kategorien “Verwendungstipps”, “Tipps & Tricks” oder “Features” zugeordnet wurden, entzieht sich meiner Kenntnis. Vielleicht wäre ein geeignetes Tagging sinnvoller gewesen.

Aber das ist Genörgel auf Luxusniveau. Ich finde diese Artikel sehr gelungen und hoffe, dass wir noch einige davon zu lesen bekommen. Erst dann erschließt sich das volle Potenzial dieses hilfreichen Programms.

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Das Helferlein für Social Media: Rambox

Wenn Sie so wie ich in verschiedenen Social-Media-Kanälen unterwegs sind, dann finden Sie das dauernde Hin- und Herspringen von einer App zur anderen vielleicht auch genauso lästig wie ich.

Für mich habe ich für die nervende Wechselei eine hervorragende Abhilfe gefunden: Rambox. Diese Anwendung vereint alle meine Kanäle unter einer einzigen Oberfläche. Ganz ohne Wechseln geht es natürlich nicht, aber das funktioniert einfach über Tabs für WhatsApp, Facebook & Co.

Rambox ist kostenlos, OpenSource und für Windows, Mac und Linux erhältlich. Momentan können 48 (!) verschiedene Kanäle unter Rambox vereinigt werden, wenn Sie Ihren Kanal nicht finden, dann können Sie ihn auch manuell hinzufügen. Außerdem können Sie Rambox auch individuell an Ihre Bedürfnisse anpassen. Sie können die Tabs ordnen, die Kanäle stumm schalten und vieles mehr.

Mir erleichtert Rambox meine Arbeit wesentlich, ich kann das Programm nur wärmstens empfehlen.

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[Foto von Thomas Ulrich [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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Die 4 Handicaps des Problemlösens

Aus gegebenen Anlass, wie es immer so schön heißt, hier noch einmal die 4 Handicaps des Problemlösens:

  1. Blindheit: Nicht-Wahrnehmen der Existenz eines Problems,
  2. Vernebeln: Nicht-Wahrnehmen der Bedeutung eines Problems
  3. Scheuklappen: Nicht-Wahrnehmen der Veränderbarkeit eines Problems,
  4. Hinkebein: Nicht-Wahrnehmen der eigenen Fähigkeiten zur Problemlösung

Wie manche wissen, war ich in meinem früheren Leben einmal Ingenieur für Papierproduktion. Diese Branche hatte und hat noch sehr unter dem technologischen Wandel durch Internet, iPad & Co zu leiden. Und tatsächlich konnte man im Laufe der Zeit viele der sog. “Entscheider” sämtliche vier Handicaps durchlaufen sehen. Nicht alle, einigen gelang es durchaus, rechtzeitig die Weichen für die neue Zeit zu stellen.

Ich befürchte, wie werden uns in der nächsten Zukunft in unseren Sesseln zurücklehnen und mit Popcorn in der Hand diese vier Handicaps auch bei anderen Industriebranchen studieren können (müssen?).  Manche Managerzitate weisen zumindest in diese unheilvolle Richtung. Befürchten ist das eine, Hoffen das andere. Vielleicht bleiben den Mitarbeitern der entsprechenden Unternehmen zumindest die Handicaps 3 und 4 erspart. Es wäre ihnen zu wünschen.

Das Modell der 4 Handicaps stammt übrigens aus dem wunderbaren Buch von Ute und Heinrich Hagehülsmann mit dem sperrigen Titel “Der Mensch im Spannungsfeld seiner Organisation”. Wenn Sie sich dafür interessieren, wie Konzepte der Transaktionsanalyse in der Organisationsentwicklung eingesetzt werden können, dann lege ich Ihnen dieses Buch wärmstens ans Herz.

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[Bild von OpenClipart-Vectors [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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Depression und Social Media–Passt das zusammen?

Wenn Sie wie ich viel auf Twitter unterwegs sind, dann kennen Sie vielleicht Uwe Hauck, aka @bicyclist. Uwe Hauck ist vor einiger Zeit durch ein tiefes Tal gegangen: Er unternahm einen Suizidversuch. Gott sei Dank blieb es beim Versuch, es kam rechtzeitig Hilfe. Über die folgenden Wochen hat Uwe aber nicht den Mantel des Schweigens gelegt, wie es sich viele getan hätten, sondern hat seine Timeline auf Twitter Anteil an seinen Erfahrungen nehmen lassen. Für viele war dies sicher eine lehrreiche, aber manchmal auch verstörende Lektüre. Für diese Offenheit gebührt ihm unser Dank.

Kati Krause kennen sie vielleicht nicht. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn sie ist den umgekehrten Weg wie Uwe gegangen. Als sie sich eingestehen musste, depressiv erkrankt zu sein, kappte sie konsequent jede Präsenz in den sozialen Medien,  ihr letzter Tweet stammt vom 13. Juli 2015. In die Öffentlichkeit ist sie trotzdem gegangen: Auf der re:publica 2016.

Kati und Uwe haben in einer gemeinsamen Session über ihr unterschiedliches Vorgehen und ihre Erfahrungen berichtet. Hier ist das Video dazu:

Offensichtlich gibt es für den Umgang mit sozialen Medien während einer depressiven Erkrankung keinen Königsweg.

Sowohl die Ausführungen von Kati als auch die von Uwe sind für mich nachvollziehbar. Allerdings habe ich für mich selbst auch gemerkt, dass die Selbstbeschränkung besonders im Gebrauch von Facebook oder der Lektüre von Spiegel online mir sehr gut getan hat und auch noch tut.
Und ja, das meine ich auch in gesundheitlicher Hinsicht.

Was meinen Sie?

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Kennen Sie diese Karriere-Fehler?

Karriere. Auch so ein Begriff, den wir ständig gebrauchen, ohne vorher geklärt zu haben, was wir eigentlich darunter verstehen. Fragen wir doch die allwissende Wikipedia:

Die Karriere oder berufliche Laufbahn (von französisch carrière) ist die persönliche Laufbahn eines Menschen in seinem Berufsleben. […]
Umgangssprachlich bezeichnet der Begriff in der Regel einen beruflichen Aufstieg (einen Weg nach oben), d. h. der Begriff Karriere wird häufig verbunden mit Veränderung der Qualifikation und Dienststellung sowie einem wirtschaftlichen und / oder sozialem Aufstieg.

Können Sie diese Definition mittragen oder hätten Sie dazu noch ein paar erläuternde Bemerkungen zu machen?
Mehrmals im Jahr begleite ich Workshops, in denen sich die Teilnehmer einen Tag lang intensiv mit ihrer Karriere beschäftigen. Am Anfang steht immer die Frage, was “Karriere” für sie selbst ist, wie sie den Ausdruck umschreiben würden und was “Karriere” für sie bedeutet. Die Antworten fallen höchst unterschiedlich aus und sind manchmal für die Teilnehmer selbst überraschend.

Wenn Sie sich für den Aufstieg gemäß der Wikipedia-Definition entschieden haben, dann stellt sich die Frage, wie Sie ihn am besten bewerkstelligen. Die Antwort darauf ist nicht einfach. Oft ist es leichter zu beschreiben, was uns an der Karriere hindert und wie wir diese Hindernisse vermeiden können. Robert Locke hat dies in seinem Artikel “Everyone Should Avoid Making These 10 Career Mistakes” getan. Die Fehler sind:

  1. Sie beschränken sich beim Netzwerken auf Kontakte im eigenen Unternehmen
    Meines Erachtens hat es nichts mit mangelnder Loyalität zu tun, wenn man Kontakte außerhalb des Unternehmens knüpft. Sie wissen nie, wozu Sie solche Kontakte noch einmal brauchen können. Lebenslange Beschäftigung in der selben Firma ist heutzutage sowieso die absolute Ausnahme.
  2. Sie legen zu viel Wert auf Vergütung und Vergünstigungen
    Manchmal ist es wichtiger, nach Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung Ausschau zu halten: Weiterbildung, interessante Projekte, Auslandsaufenthalt usw.
  3. Sie haben Angst vor Fehlern
    Wenn Sie keine Fehler machen wollen, dann machen Sie nichts. Aber dann machen Sie halt auch nichts. Sie verstehen?
  4. Sie erwerben Eigentum
    Eine Immobilie heißt Immobilie, weil sie nicht mobil ist und Sie immobil macht. Damit berauben Sie sich einer ganzen Reihe von Möglichkeiten. Nichts gegen den Erwerb von Eigentum, aber man sollte sich über die Konsequenzen im klaren sein.
  5. Sie meiden Herausforderungen
    Verlassen Sie Ihre Komfortzone. So lernen Sie am meisten.
  6. Sie ignorieren Feedback von Kunden
    Hier sind nicht nur externe Kunden gemeint, sondern alle Ihre persönlichen Stakeholder.
  7. Sie betreiben Nabelschau
    Beschäftigen Sie sich nicht zu viel mit sich selbst.
  8. Sie vermeiden harte Arbeit
    Auch wenn das anderslautende Gerücht nicht totzukriegen ist: Ohne Anstrengung geht es nicht.
  9. Sie haben Angst vor einem Stellenwechsel
    Die Psychotherapeuten sagen: Lieber das altgewohnte Elend als das neue Ungewisse. Das führt nicht weiter. Klar, wir wissen nicht, was kommt, aber wir werden es nicht erfahren, wenn wir das Neue nicht ausprobieren.
  10. Sie unterschätzen emotionale Intelligenz
    Menschen gewinnt man weniger über den Kopf (Zahlen, Daten, Fakten) als über den Bauch (Gefühl und Sympathie). Das hatte schon der Hl. Franziskus den Jesuiten voraus.

Sie haben sicher genug damit zu tun, diese Fallstricke zu vermeiden. Wenn Sie darüber hinaus wissen möchten, was Sie für Ihre Karriere tun können, dann hilft Ihnen vielleicht der Aufsatz von Management-Guru Tom Peters weiter:  Excellence. NO EXCUSES! (pdf).

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Wie Sie das richtige Werkzeug zur Organisation Ihrer Arbeit wählen

Mittlerweile gibt es so viele Tools, Apps und Programme, die Sie bei der Organisation Ihrer Arbeit unterstützen wollen, dass es nahezu unmöglich ist, den Überblick zu behalten. Auch Vergleichstests helfen nicht wirklich weiter, denn die Anforderungen variieren stark von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz und sind individuell so verschieden, dass eine Verallgemeinerung der Vergleichskriterien nicht zweckmäßig zu sein scheint.

Bevor Sie sich für das eine oder andere Werkzeug entscheiden, sollten Sie sich darüber Gedanken machen, was die App für Sie tun soll. Kelly Forrister hat in einer Art Checkliste einige Punkte zusammengestellt, die Sie bei der Wahl eines Tools bedenken sollten: How to choose a GTD system. Die Kriterien gelten auch für andere Ansätze zur Arbeitsorganisation, nicht nur für GTD®, die Bemerkungen sind von mir:

  • Gibt es irgendwelche Werkzeuge, die Sie bereits jetzt verwenden (z.B. ein im Unternehmen gebräuchlicher Kalender)?
    Halten Sie den Aufwand klein und überlegen Sie, was Sie von dem, was Sie jetzt schon haben, nutzen können. Sie müssen nicht das Rad neu erfinden.
  • Wo befinden sich Ihr E-Mail-Programm? Vielleicht nicht kriegsentscheidend, aber es ist sicher nützlich E-Mails und Aufgaben nah beieinander zu haben.
    Für mich persönlich ein zentraler Punkt. Und man kann es drehen, wie man es will, da haben Outlook und Notes der ach so bunten Konkurrenz nach wie vor einiges voraus. Für mich ist es z.B. unverzichtbar, aus einer Mail auf direktem Weg eine Aufgabe zu generieren.
  • Wer muss sonst noch Zugriff zu Ihren Daten haben? Sollten Sie einen gemeinsamen Server haben oder ist es ok, wenn Sie die Daten lokal vorhalten?
    Wer nimmt Notizen und/oder Termine entgegen, wenn Sie nicht im Büro sind? Hat der-/diejenige Zugriff zu Ihrem Kalender? Oder wollen Sie das gar nicht?
  • Was bevorzugen Sie: Papier und  Bleistift oder den Computer?
    Es gibt Leute, die schwören auf ihr Notizbuch. Und obwohl ich mich in meiner Begeisterung für Gadgets alles Art kaum übertreffen lasse, muss ich zugeben, die Leute haben gute Argumente.
  • Ist die Sicherheit ein Punkt, der zu bedenken ist?
    Klar, fragen Sie die IT-Abteilung Ihres Vertrauens.
  • Wie legen Sie ein Back-up an, wenn notwendig?
    Die Datensicherung wird oft lax bis gar nicht gehandhabt. Allerdings, wenn Sie GTD ernsthaft betreiben und Ihre Daten gehen verloren, dann haben Sie ein echtes Problem. Denn im Kopf dürften Sie keine Daten mehr haben (“off your head…”). Deshalb: Sichern, sichern, sichern.
  • Was würden Sie im besten Fall mit sich herumtragen?
    Gott sei Dank gibt es mittlerweile iPhones, Netbooks und Moleskines. Da hält sich das Gewicht in Grenzen.
  • Mit welchen Werkzeugen sind Sie bereits jetzt vertraut?
    Noch einmal: Erfinden Sie nicht das Rad wieder neu. Wenn etwas funktioniert, dann behalten Sie es bei. Sie wollen produktiv sein und nicht Ihre kostbare Zeit mit der Einarbeitung in irgendwelche neuen Programme verbraten.
  • Würden Sie tatsächliches nahezu alles in dieses System packen?
    Ich persönlich bevorzuge es, alles an einem Platz zu haben, auch virtuell. So wenig verschiedene Anwendungen wie nötig, wo wenig wie möglich.
  • Ist es skalierbar?
    Hier zeigt mir Kelly meine Grenzen in der englischen Sprache. Ich vermute, Sie meint damit, ob das System aufbaufähig ist. Ich kann mich aber auch täuschen.
  • Können Sie es leicht erlernen?
    Wenn Sie schon unbedingt etwas Neues lernen müssen, dann sorgen Sie dafür, dass die Lernkurve so steil wie möglich ist. Ich denke, da sind die Apple-Nutzer mit ihren Programmen im Vorteil.
  • Was würden Sie dafür ausgeben?
    Würden Sie überhaupt etwas dafür ausgeben oder können Sie bereits vorhandenes Werkzeug nutzen (“Bordmittel”, s.o.)? Das wäre dann besonders preiswert.
  • Was braucht es für die Synchronisation?
    O ja, wie bekommen Sie Ihre verschiedenen Werkzeuge synchronisiert? Hier können Sie Wochen in einschlägigen Benutzerforen verbringen.

Ich bin Kelly dankbar dafür, dass sie einen wichtigen Faktor in den Vordergrund stellt: Den gesunden Menschenverstand nämlich. Das System ist für Sie da und nicht Sie für das System.

BTW: Eine erste Fassung dieses Artikels erschien am 20. Januar 2010.
Offensichtlich ist der Inhalt immer noch aktuell.

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[Foto von Michael Schwarzenberger [via pixabay], (CC0 Public Domain)]
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Sind Sie überstrapaziert? Rechnen Sie es aus!

Manchmal sehen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht, besonders wenn es um unsere eigenen Arbeitsbelastung geht. Ohne es recht zu bemerken, nehmen wir so viele Aufträge an, dass wir sie zum Schluss gar nicht mehr alle abarbeiten können. Dabei geht es hier nicht nur um Aufträge, die wir “offiziell” von Kunden, Vorgesetzten oder Kollegen erhalten. Vielmehr sind damit auch die vielen “inneren” Verpflichtungen gemeint, die wir eingegangen sind.

Wenn wir den Überblick über all diese Verpflichtungen verlieren, dann ist es zur Überlastung nicht mehr weit. Wir wissen nicht mehr, “wo uns der Kopf steht”. Diesen Zustand der Überlastung meinte David Allen, als er auf dem GTD Summit den Ratschlag erteilte:

Re-negotiate your commitments!

Es macht immer wieder Sinn, bei den Verpflichtungen klar Schiff zu machen. Was von diesen Verpflichtungen ist überhaupt noch aktuell, was kann/muss ich zurückstellen, was kann ich ganz sein lassen? Ein Kassensturz also, den Sie mit Hilfe eines Braindumps (Mind-Sweeps) durchführen können.

Aber woran merkt man eigentlich, dass es zu viel geworden ist? Das Bauchgefühl ist die eine Seite, aber kann man Überlastung auch quantifizieren?
Ja, kann man, meint Elizabeth Grace Saunders in ihrem Artikel “A Formula to Stop You from Overcommitting Your Time”.

Um herauszufinden, ob Sie überbeansprucht sind, benutzt sie die Gleichung
(als Beträge setzen Sie die aufzuwendenden Stunden ein):

Äußere Erwartungen + Innere Erwartungen = 24 h – Eigenpflege

Dabei sind externe Erwartungen zum Beispiel Arbeit, Zeit fürs Pendeln zum/vom Arbeitsplatz, Hausarbeit usw. Interne Erwartungen sind etwa Reisen, Sport, Hobbies etc.

Nun gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Äußere Erwartungen + Innere Erwartungen = 24 h – Eigenpflege
    Ihre Verpflichtungen entsprechen der Zeit, die Sie dafür aufwenden. Mehr ist allerdings nicht drin. Sie nähen auf Kante, mehr darf nicht passieren.
  2. Äußere Erwartungen + Innere Erwartungen > 24 h – Eigenpflege
    Der zeitliche Aufwand für Ihre Verpflichtungen sind höher als Sie leisten können. Also: Re-negotiate your commitments und werfen Sie Ballast ab.
  3. Äußere Erwartungen + Innere Erwartungen < 24 h – Eigenpflege
    Sie haben noch Luft nach oben.

Bedenken Sie bei der Anwendung der Saundersschen Formel, dass hier nur über das Element “Zeit” quantifiziert wird. Keine Rücksicht wird darauf genommen, wieviel Kraft man für eine Verpflichtung verwenden muss oder wann konkret dieser Verpflichtung nachzukommen ist.

Dennoch finde ich, dass man mit der o.a. Gleichung zumindest einmal überschlagen kann, ob hinsichtlich der zeitlichen Belastung noch Luft nach oben oder nach unten ist. Es hindert Sie auch niemand daran, diese Überschlagsrechnung nur auf Ihre Arbeitszeit zu beziehen. Vielleicht gelingt es Ihnen dann, den Chef tatsächlich davon zu überzeugen, das “mehr” zur Zeit nicht drin ist. Schrauben Sie allerdings Ihre Erwartungshaltung nicht zu hoch. Warum, erklärt Ihnen Gunter Dueck in seinem Vortrag ab etwa der 12. Minute:

[via Lifehacker]

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15 Dinge in 15 Minuten

So etwas gibt es. Da hat man unverhofft eine Viertelstunde Zeit und lässt den Blick unsicher durch die Gegend schweifen: Was könnte ich jetzt Sinnvolles tun? Oft kommt dies zwar nicht vor, aber es passiert. Damit Sie bei der  nächsten Gelegenheit die gewonnenen 15 Minuten nicht durch Nachdenken verschwenden, gibt Ihnen Saikat Basu in seinem Artikel “15 Productive Things To Do Online When You Have 15 Minutes To Kill” diese Tipps:

  1. Nutzen Sie die Zeit, um etwas Neues zu lernen
    Meine App der Wahl ist zu diesem Zweck Duolingo. Mit dieser Anwendung lerne ich Spanisch, wenn ich z.B. im Wartezimmer beim Arzt sitze. Saikat empfiehlt Now I know. Aber auch der Artikel des Tages bei Wikipedia hilft beim Optimieren der Allgemeinbildung.
  2. Üben Sie sich in Schnelllesetechniken (Speed Reading)
    Hier gibt es eine prima App für das iPhone/iPad: Schneller Lesen.
  3. Gehen Sie auf Google Street View spazieren (Link)
  4. Schauen Sie sich eine TED-Präsentation an (Link)
  5. Lernen Sie eine Fremdsprache
    Siehe dazu auch Punkt 1: Duolingo
  6. Widmen Sie sich Ihrem Hobby
  7. Lernen Sie Ihr Betriebssystem kennen
  8. Bauen Sie sich eine Bücherliste auf
    Ich empfehle zu diesem Zweck LibraryThing.
  9. Schreiben Sie Ihre Gedanken auf
    Benutzen Sie dazu ein Notizbuch, so dass Sie später wieder darauf zugreifen können.
  10. Trainieren Sie Ihr Gedächtnis
    Sie können dazu aus einer Fülle von Programmen auswählen, denen das Karteikartenprinzip von Leitner zugrunde liegt. Eines ist z.B. Anki.
  11. Beteiligen Sie sich an öffentlichen Forschungsprojekten
    Saikat nennt hier Be a Martian. Kann ich nichts weiteres dazu sagen.
  12. Pflegen Sie Ihr Netzwerk
    Auf Xing, LinkedIn oder wo Sie sonst so sind. Halten Sie es auf dem Laufenden.
  13. Arbeiten Sie an Ihrem online-Image
    Sie können z.B. bei Quora Fragen beantworten oder stellen. Fachforen gibt es immer noch in Hülle und Fülle.
  14. Machen Sie etwas Gymnastik
  15. Meditieren Sie

Punkt Nummer 15 kommt bei mir oft in die engere Wahl, wenn ich ein paar Minuten Zeit habe, in denen nichts weiter zu tun ist. Ich halte das achtsame Innehalten für sehr wichtig für das geistige und körperliche Wohlbefinden. Auf diese Weise bekommt man neue Frische für die anstehenden Aufgaben.

Machen Sie einfach Pause. Man muss nicht immer etwas tun.

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[Foto von cocoparisienne [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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Radikal achtsam!

Bei der letzten re:publica habe ich einen Vortrag gehört, der mich sehr beeindruckt hat. Autoren waren Milena Glimbowski und Jan Lenarz, der Titel war: Wie man digital und analog ein radikal-achtsames Leben führen kann. Das Buch, das die beiden geschrieben haben, heißt “ein guter Plan” und ist nur über die gleichnamige Website zu bekommen. Ich selbst habe es noch nicht gelesen, aber die Lektüre steht fest auf meiner einschlägigen Liste.
Was mich etwas stört, ist der Ausdruck “radikal”. Wir haben mit diesem Begriff nicht die besten Erfahrungen gemacht und ich würde lieber auf ihn verzichten.

Vielleicht bin ich aber auch nur etwas empfindlich.

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Einstein für Dummies

Während meines Maschinenbaustudiums gab es ein paar Themen, die mir die Grenzen meines Verstandes und den Beginn meiner Begriffstutzigkeit aufgezeigt haben. Nabla Operatoren in der Strömungslehre beispielsweise, von Einsteins Relativitätstheorie ganz zu schweigen.

Für Einfallspinsel wie mich hat der 18-jährige (!) Ryan Chester ein Erklärvideo gedreht, damit auch wir endlich zu den Eingeweihten gehören mögen. Für dieses Video hat Ryan einen Preis von 400.000 Dollar erhalten. Jetzt fehlt nur noch, das jemand dieses Video angemessen eindeutscht.

[via Trends der Zukunft]

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Was Sind Sie für ein Schlamper?

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob der Ausdruck “Schlamper” überhaupt nördlich des Weißwurschtäquators gebraucht wird. Laut Open Thesaurus kann man einen Schlamper auch “Schlunz” oder “ungepflegte Erscheinung” nennen. Im Schwäbischen ist ein Schlamper ein Mensch, der seine sieben Sachen nicht zusammenhalten kann. Wenn Sie so wollen die (noch gesunde) Vorstufe zum Messie.

Der Kabarettist Bernd Kohlhepp bringt dies in einem Lied zum Ausdruck: So en Schlamper.

Nun habe ich nach der Lektüre eines  Artikels von Barbara Davidson gelernt, dass es mehrere Typen von Schlampern (engl. Clutterer) gibt:
What Type of Clutterer Are You?

In der folgenden Infografik können Sie herausfinden, ob Sie dazu gehören:

Weiterlesen

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Haben Sie FOMO?

Wenn Sie jetzt nicht wissen, was FOMO bedeutet und Sie deswegen ein Unbehagen spüren etwas verpasst zu haben, dann liegen Sie richtig. FOMO ist ein Merkwort, das sich aus den Anfangsbuchstaben der Wörter F (ear), O (f), M (issing), O (ut). Es beschreibt also

die Angst, etwas zu verpassen.

Laut Wikipedia ist sie “ist eine Form der gesellschaftlichen Beklemmung/Angst/Besorgnis. Das Phänomen beschreibt die zwanghafte Sorge eine soziale Interaktion, eine ungewöhnliche Erfahrung oder ein anderes befriedigendes Ereignis zu verpassen und nicht mehr auf dem Laufenden zu bleiben”.

Die Angst, etwas zu verpassen, hat es sicher zu allen Zeiten schon gegeben. Allerdings scheint sie durch die sozialen Medien bis zu pathologischen Ausmaßen getrieben zu werden. Schließlich scheinen alle auf Facebook & Co davon zu berichten, welche wunderschönen Urlaubsorte sie derzeit besuchen, welchen angesagten Popstars sie gerade lauschen und wie geil doch das Barcamp ist, auf dem man gerade weilt. Auf diese Weise entsteht beim Leser der Eindruck, alle Welt sei im Trubel, nur er sitze allein und einsam auf dem Sofa, während das Leben an ihm vorüberzieht.

Und so entsteht FOMO, die Angst, etwas zu verpassen. Ab und zu darf sie auftreten, doch wenn sie chronisch wird, dann sollten Sie etwas dagegen unternehmen.

Sie könnten sich z.B. klar machen, dass bei den Beschreibungen von Events immer gerne zum Positiven übertrieben und Negatives gerne ausgeblendet wird. Klar ist es schön, mit Kumpeln im Bierzelt auf dem Oktoberfest zu feiern. Weniger schön ist es hingegen, auf dem Klo mit starkem Harndrang in Schlange zu stehen um nach endlosem Warten endlich an die Reihe zu kommen. Aber davon schreibt ja keiner.

Einen ähnlichen Tipp habe ich in Tommy Jauds wunderbarer Satire “Sean Brummel: Einen Scheiß muss ich” gelesen. Wenn jemand schreibt, wie toll es gerade in Malaysia ist, dann fragen Sie sich, ob Sie jetzt wirklich von der Couch aufstehen, den Koffer packen und sich 16 Stunden ins Flugzeug setzen möchten, um dahin zu kommen, von wo der Freund berichtet.

Wenn Ihnen also jemand sagt, sie “hätten etwas verpasst”, weil Sie nicht auf dem angesagten Konzert waren, dann lassen Sie sich davon nicht stören. Tatsache ist, Sie verpassen immer etwas. Genau genommen nicht nur “etwas”, sondern nahezu alles. Denn Sie können nicht zu jeder Zeit an jedem Ort sein. Und dann gibt es ja auch noch die Gelegenheiten, die es wert sind, verpasst zu werden.

Vielleicht wird dann irgendwann aus FOMO einmal JOMO, nämlich Joy Of Missing Out.

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Verkürzen Sie die Zeit von 70 Stunden auf 5 Minuten!

Gut, ich gebe zu, diese Überschrift kommt sehr reißerisch daher und ich habe mich ja auch schon weggeduckt. Es geht hier nicht um irgendeine exotische Anwendung von Einsteins Relativitätstheorie. Vielmehr fasst Chris Bailey in seinem Artikel “You Can Easily Learn 100 TED Talks Lessons In 5 Minutes Which Most People Need 70 Hours For” zusammen, was er aus dem Dauerguck dieser TED-Präsentationen gelernt hat.

Die Lernerfahrungen sind eingeteilt in die Kategorien:

  • Produktivität
  • Wie man ein besserer Mensch wird (!)
  • Mitmenschen
  • Technologie
  • Mutter Erde

Chris stellt aus seiner Sicht zu jeder der 100 Präsentation die Kernaussage vor und verlinkt direkt zu dem entsprechenden Video, so dass Sie seine Meinung selbst überprüfen oder nachvollziehen können. Kostprobe gefällig? Gern: Dan Ariely stellt die Frage: “Are we in control of our own decisions?”. Das Fazit von Chris: “You’re not as rational as you think you are.”

Übrigens ist das Buch von Dan Ariely sehr inspirierend. Ich kann es nur ausdrücklich empfehlen. Allerdings bekomme ich den Inhalt des Buches nicht in einem Satz zusammen.

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Schleimen, aber richtig!

Wir kennen Sie alle, die netten Kolleginnen und/oder Kollegen, die anderen Honig um den Bart schmieren, um sich dadurch Vorteile zu verschaffen. Diese liebenswürdigen Zeitgenossen treten nahezu überall auf: Schon in der Schule, an der Uni, bei der Bundeswehr und eben auch am Arbeitsplatz. Im Englischen gebraucht man für dieses Verhalten den Ausdruck “to schmooze”.

Wenn Sie ebenfalls durch Schmeicheleien Erfolg haben wollen, dann stellen Sie es bitte richtig an und folgen den Tipps von Adi Gaskell: Research Looks At How People Schmooze Effectively. Adi bezieht sich in seinem Artikel auf eine Studie der Kellogg Business School von 2010, in der sieben Kernkompetenzen für erfolgreiches Schleimen identifiziert wurden:

  1. Schmeicheln durch Bitte um einen Ratschlag
    Der Schmeichler geht in die Unterlegenheitsposition und bittet den Umschmeichelten um einen Ratschlag: “Sie sind doch ausgewiesener Experte für diese Problem. Können Sie mir einen Tipp geben, wie ich es lösen könnte?”
  2. Das scheinbare Dagegenhalten
    Man stimmt nicht sofort zu, sondern muss scheinbar erst überzeugt werden: “Zuerst war ich ja skeptisch, aber Ihre Argumente haben mich doch überzeugt.”
  3. Das soziale Schmeicheln
    Man lobt den anderen in dessen sozialen Umfeld in der Hoffnung, dass das Lob schließlich über Dritte zu ihm durchdringt.
  4. Die Schmeichelei, die sich hinter Scham versteckt
    Der Schmeichler gibt vor, den Anderen nicht in Verlegenheit bringen zu wollen: “Ich möchte Sie nicht in Verlegenheit bringen, aber Ihre Präsentation war wirklich überzeugend.”
  5. Schmeicheln durch Zustimmung
    Das ist selbsterklärend: “Ich bin wie Sie der Meinung, dass wir gegenüber den Lieferanten Härte zeigen müssen.”
  6. Schmeicheln durch soziale Anpassung
    Man versucht, über die Kontakte des “Ziels” etwas über dessen Vorlieben und Meinungen herauszufinden. Bei Gelegenheit zeigt man dann, dass man genau derselben Meinung ist.
  7. Schmeicheln durch ähnliche Ansichten
    Hier gilt es, die Vorlieben und Meinungen des zu Umschmeichelnden herauszufinden um dann bei Gelegenheit positiv darauf einzugehen: Wenn man weiß, dass das “Ziel” Fan des FC Bayern München ist, dann lässt man bei Gelegenheit durchblicken, wie toll die Sturmspitze der Mannschaft im letzten Spiel agiert hat und dass man überhaupt auch Fan dieses Vereins ist.

Sie merken schon, wir bewegen uns hier auf dünnem Eis. Schließlich dienen z.B. Ähnlichkeiten dem erfolgreichen Aufbau von Rapport zwischen Menschen. Wie kann man also ein echtes Kompliment von einer bloßen Schmeichelei unterscheiden? Laut der von Adi zitierten Studie ist es die Authentizität, die den Unterschied macht. Oder anders herum: Ist das Kompliment ehrlich gemeint oder dient es nur einem bestimmten Zweck? Das herauszufinden, dürfte nicht immer einfach sein. Für alle Beteiligten übrigens , denn auch der Schmeichler schmeichelt nicht immer bei vollem Bewusstsein.

Wenn Sie bislang angenommen haben, dass Schmeicheln erfolgreich sei, dann können Sie sich zurücklehnen. Sie liegen damit laut der Studie richtig. Stellt sich dennoch die Frage, ob Sie auf diese Weise vorwärts kommen möchten.

Sie entscheiden.

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Bild: Paul Klee (1903): Zwei Männer, einander in höherer Stellung vermutend, begegnen sich (Public Domain)

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Kennen Sie Dynagramme?

Zu meinem Portfolio gehören auch Workshop zur Problemlösung. Eine Methode, die ich dort immer wieder zitiere, ist das altbekannte Fischgrät-Diagramm (aka Ishikawa-Diagramm). Es eignet sich besonders gut, wenn gezeigt werden soll, dass mehrere Ursachen zu einer erwünschten oder unerwünschten Wirkung führen.

In der klassischen Form besteht es aus einem Kreis, in den der zu untersuchende Effekt eingetragen wird. Unter den vier – sechs Haupeinflussfaktoren wird idealerweise im Team gesammelt, was alles zu dem Effekt führen könnte.  Die bekanntesten Faktoren sind die 4M: Mensch, Maschine, Material, Methode. Auf diese Weise erhält das Diagramm das typische Aussehen, dem es seinen Namen verdankt.

Ishikawa

Das Merkmal dieser Art Diagramme ist, dass zu Anfang lediglich eine Grundstruktur vorgegeben ist. Durch gemeinsames Ausfüllen des Schaubilds kommt schließlich “Fleisch an den Knochen”, wenn wir bei diesem Bild bleiben wollen.

Martin J. Eppler, Sebastian Kernbach und Roland A. Pfister nennen diese grafischen Formulare “Dynagramme” und haben darüber ein Buch veröffentlicht: Dynagrams- Denken in Stereo: Mit dynamischen Diagrammen schärfer denken, effizienter zusammenarbeiten und klarer kommunizieren.

Die Autoren definieren “gute” Dynagramme über drei Prinzipien:

  1. Schablonen-Prinzip: Eine vordefinierte klärende Struktur
  2. Leitfaden-Prinzip: Das Diagramm unterstützt den Denk- und Dialogprozess
  3. Einblick-Prinzip: Es eröffnet den Blick auf etwas Neues und Relevates

Wie Sie sehen können, erfüllt das o.a. Fischgrät-Diagramm diese Prinzipien in vorbildlicher Weise.

In dem Buch finden Sie viele Fallbeispiele für die praktische Anwendung und eine große Zahl von Diagrammtypen, deren Gebrauch ausführlich erklärt wird.

Wie gesagt, ich setze solche Dynagramme sehr gerne und auch mit einigem Erfolg in meinen Workshops ein. Allerdings wusste ich bis jetzt nicht, dass sie einen eigenen Namen haben.

Das oben gezeigte Fischgrätdiagramm habe ich übrigens mit XMind erstellt. Dort ist es fester Bestandteil im Vorlagenkatalog. Es spricht nichts dagegen, es mit einem Datenprojektor an die Wand zu werfen und es gemeinsam auszufüllen. Auf diese Weise kann der Problemlösungsprozess sehr effizient werden.

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Sind Sie ein Perfektionist?

Laut den Transaktionsanalytikern lautet einer der berüchtigsten inneren Antreiber:

Sei perfekt!

Sollten Sie ein Männchen im Ohr haben, dass Ihnen ständig einredet, perfekt sein zu müssen, dann ist das Unheil vorprogrammiert. Denn dann werden Sie versuchen, einer Unmöglichkeit hinterher zu hecheln. Sie werden Perfektion nie erreichen, aber Sie werden mit Sicherheit bald außer Atem sein. Und wenn Sie sich nicht ab und zu eine Pause gönnen, dann können sogar größere Schäden auftreten.

Der PsyBlog verrät Ihnen, ob Sie in der Perfektionismusfalle gefangen sind: Top 10 Secret Signs Of A Perfectionist. Hier die Anzeichen, auf die Sie achten können:

  1. Sie denken ständig über die Feler nach, die Ihnen unterlaufen sind
  2. Sie vergleichen sich ständig mit Anderen und ertragen nicht, “schlechter” zu sein
  3. Sie tun etwas richtig oder gar nicht
  4. Sie erwarten von Anderen perfekte Arbeit
  5. Sie bitten Andere nicht um Hilfe, denn das halten Sie für Schwäche
  6. Sie halten noch lange an einer Aufgabe fest, bei der Andere schon längst das Handtuch geworfen haben
  7. Sie müssen Andere unbedingt verbessern, wenn sie einen Fehler gemacht haben (aka Korinthenkackerei)
  8. Sie achten genau auf die Erwartungen und Forderungen anderer Leute
  9. Sie reagieren äußerst verlegen, wenn Sie einen Fehler vor anderen Menschen gemacht haben
  10. Ihnen ist der Schreibfehler unter Punkt 1 sofort ins Auge gefallen.

Dabei schaden notorische Perfektionisten nicht nur sich selbst, sondern auch anderen:

The worst type of perfectionists are those who expect others to match their own impossibly high standards.

Ein Satz, den sich besonders Führungskräfte hinter den Spiegel stecken sollten!

Erlauben Sie sich, nicht perfekt zu sein und zu handeln. Andere erlauben sich das auch. Ein Beispiel: Obwohl er immer Gewaltlosigkeit predigte, vertrieb Jesus Christus die Händler mit Gewalt aus dem Tempel zu Jerusalem. Auch er war also nicht perfekt. Wenn das nicht tröstlich ist!

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[Foto von Gerd Altmann [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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Podcast 026: Im Gespräch mit Christian Botta

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In dieser Folge war ich im Gespräch mit Christian Botta, der einen Hälfte des Duos „Visual Braindump“. Der Name ist Programm, die beiden sind Spezialisten für die Visualisierung in Workshops, Projekten und vielem anderen.
Die Themen im Einzelnen, diesmal selbstredend in der Darstellung von Christian (anklicken):

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Hier die Links zum Podcast:

Die Einladung von Christian:

Literatur:

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