Kategorie-Archiv: WorkLife

Praxistipps für Pendler

Als ich noch in der Papierfabrik gearbeitet habe, benutzte ich für den Weg zur und von der Arbeit mein Fahrrad. Hin und Zurück waren das etwa zehn Kilometer, Berg rauf und Berg runter. Groß war diese Distanz sicherlich nicht, aber die Tour leistete einen wesentlichen Beitrag zur gesundheitlichen Grundinstandhaltung. Zumindest meiner subjektiven Beobachtung nach fahren mittlerweile viele Mitarbeiter mit dem Fahrrad zur Arbeit, gerne auch weitere Strecken. Das ist löblich und das Zentralorgan, das Herz, wird es seinen Eigentümern danken.

Aber es gibt nach wie vor Mitmenschen, die auf das Fahrrad verzichten, aus welchen Gründen auch immer und im Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit pendeln. Für diese hat das Auto Insurance Center eine Infografic mit Tipps zum Pendeln veröffentlicht: 6 Ways To Reduce Commuter Stress. „Achtsam pendeln“, heißt einer der Tipps, die die Autoren für uns bereit halten. Nun ja.

BTW: Eines der Bilder zeigt eine Dame, die sich im Bus (oder der Bahn) gut festhält. Ich kann das nur unterstreichen. Kürzlich durfte ich in Berlin erleben, wie die Tram eine Vollbremsung aus dem Schritttempo hingelegt hat. Manche der Fahrgäste hatten sich nicht festgehalten, da sie sich schon in Richtung Tür bewegt hatten. Die fanden sich nach dem Bremsmanöver sämtlich auf dem Boden wieder. Ein eindrucksvolle Vorführung in Experimentalphysik. Halten Sie sich also fest, auch wenn die Bahn vermeintlich im Schneckentempo unterwegs ist. So ein Sturz kann weh tun.

Hier die Infografik [via Lifehacker]:

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Wie man sich richtig entschuldigt

Wenn man Mist gebaut hat, dann sollte man sich entschuldigen. Dabei ist noch niemandem eine Zacke aus der Krone gebrochen, wie der Volksmund sagt. Dennoch haben wir manchmal den Eindruck, dass eine Entschuldigung nicht „echt“, sondern nur vorgetäuscht ist. So habe ich das schon öfters bei Personen des öffentlichen Lebens erlebt. Es entsteht manchmal der Eindruck, die Entschuldigung erfolgt lediglich auf dringenden Rat des PR-Beraters.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die Entschuldigung nicht in der richtigen Art und Weise vorgetragen wurde. Forscher der Ohio State University glauben herausgefunden zu haben, aus welchen Elementen eine effektive Entschuldigug besteht. Jeff Grabmeier beschreibt sie in seinem Beitrag „The 6 elements of an effective apology, according to science“:




  1. Ausdruck von Bedauern
  2. Erklärung, was schief gelaufen ist
  3. Anerkennen der eigenen Verantwortung
  4. Zeigen von Reue
  5. Angebot der Wiedergutmachung
  6. Bitte um Verzeihung

Am besten funktionieren demnach die Entschuldigungen, die alle diese Elemente einschließen, wenngleich nicht alle Elemente die gleiche Gewichtung haben. So scheinen die wichtigsten die Anerkennung der eigenen Verantwortung und das Angebot der Wiedergutmachung zu sein. Das am wenigsten wichtigste Element ist die Bitte um Verzeihung, die „Sie auch getrost weglassen könnten“.

Mich würde an dieser Stelle interessieren, ob dieser Befund nur für den amerikanischen Kulturkreis gilt oder ob er interkulturell gültig ist. Letzteres kann ich mir nur schwer vorstellen.

Wie auch immer: Auf jeden Fall werde ich das nächste Mal bei einer dieser „öffentlichen“ Entschuldigungen auf diese Elemente achten.

[via C|Net]

 

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Die Hitparade der digitalen Ignoranz

…hat heute Frank Widmayer getweetet. Gefällt mir und ist wert, festgehalten zu werden:

Hier ist noch eine andere Quelle.

 

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Die Anleitung zum persönlichen Minimalismus

Seit ich das Buch “Early Retirement Extreme” von Jacob Lund Fisker gelesen habe, fasziniert mich der Gedanke des Minimalismus. Nicht, dass wir uns falsch verstehen, Faszination bedeutet nicht, dass ich Minimalismus praktiziere, davon bin ich noch weit weg, denn alte Gewohnheiten sind schwer zu ändern, wie Sie wissen. Dennoch versuche ich, das eine oder andere in meine Lebensgewohnheiten aufzunehmen und bemerke doch den einen oder anderen Fortschritt.

So bin ich schon recht weit darin, meine Wünsche nach ihrer Sinnhaftigkeit zu hinterfragen. Auf diese Weise konnte ich Neuanschaffungen schon erheblich reduzieren. Früher habe ich oft viel zu schnell ohne weitere Überlegung zugegriffen. Was mir jedoch immer noch schwer fällt, ist der Verzicht auf einmal erworbene Besitztümer, auch wenn ich sie eigentlich nicht mehr brauche. Woran das liegt, kann ich nicht genau sagen, vielleicht bin ich als Angehöriger der Kriegsenkelgeneration doch ein Jäger und Sammler (“Wer weiß, wozu man es noch mal brauchen kann”).

Brianna Wiest hat einen Artikel darüber verfasst, wie man einer realistischen einfachen Lebensführung ein Stück weit näher kommen kann: The Ultimate Guide To Realistic Minimalism (What You Need, What You Don’t, And How To Break The Cycle Of Wanting). Minimalistisch ist der Titel zwar nicht (“Ultimate” darf nicht fehlen), der Inhalt dafür aber nützlich.

Brianna führt uns Leser durch die Sparten Kleidung, Bücher, Wohnungsausstattung, Möbel und Gerätschaften. Zu jedem dieser Bereiche gibt es nachdenkenswerte Hinweise. Am besten gefallen mir die Absätze “How to break the cycle of wanting”, in denen sie Tipps gibt, wie wir dem Teufelskreis des Immer-mehr-haben-Wollens entrinnen können.

Ein kleiner, aber feiner Artikel, den ich sicher mehrmals lesen werde.

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Die Geschichte des Trainings und der Personalentwicklung

Seit 1991 bin ich als Trainer, Berater und Coach für Organisationen unterschiedlichster Art unterwegs. Ich muss zugeben, ich habe mir kaum bis gar nicht darüber Gedanken gemacht, worin das Training für Mitarbeiter seinen Ursprung hat. Vielleicht hätte ich auf eine entsprechende Frage mit dem Hinweis auf die Industrialisierung und das Scientific Management nach Taylor geantwortet. Ganz falsch liege ich damit wohl nicht, doch das Training ist schon etwas älter, zumindest wenn man dem Schaubild “The History of Training and Development Infographic” Glauben schenkt. Vorläufer des Trainings ist demnach das Kriegsspiel, das um 1812 von der preussischen Armee (von wem auch sonst?) dazu benutzt wurde, angehende militärische Strategen das nötige Handwerkszeug beizubringen. Sie sehen, Planspiele und “Gamification” gab es auch damals schon.

Wenn Sie das Schaubild betrachten, dann hat die Weiterbildung in Firmen einigen Wandel durchlaufen. Alles andere wäre auch verwunderlich, denn mit sich verändernden Umweltbedingungen ändern sich auch die Ziele und Methoden. Interessant ist auch zu sehen, welche unterschiedlichen Menschenbilder und psychologischen Modelle den verschiedenen Ansätzen zugrunde lagen.

Sicher wäre es sehr reizvoll, die Timeline auf der Grafik um die nächsten zehn Jahre zu verlängern und darüber nachzudenken, wie sich das Training in Zukunft entwickeln wird. Darüber gibt es verschiedene Ansichten und es darf trefflich darüber gestritten werden. Interessante Gedanken dazu hat beispielsweise mein kanadischer Kollege Harold Jarche. Ich selbst beteilige mich nicht gern am Lesen von Kaffeesätzen, genauso wenig schaue ich in die Glaskugel. Insofern habe ich keine Ahnung, ob das Training wirklich “tot” ist, wie manche Autoren behaupten. Mir fehlen dazu schlicht und einfach die hellseherischen Fähigkeiten, über die diese Zeitgenossen offensichtlich verfügen.

Allerdings werde ich weiter mit großem Interesse den weiteren Verlauf dieses Themas verfolgen. Schließlich habe ich zu den Timeline nunmehr 25 Jahre meinen bescheidenen Beitrag geleistet. 😉

Hier das Schaubild:

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Wie Sie Konflikte am Arbeitsplatz lösen

Ich gebe zu, die Meinung über Infografiken ist durchaus geteilt. Ich persönlich mag sie sehr, aber ich habe auch den einen oder anderen kritischen Kommentar darüber gelesen.

Wie immer kommt es wohl darauf an, wie die Infografik gemacht ist. Es reicht halt nicht aus, dass sie schön bunt und farbenfroh daherkommt, auch etwas Substanz wäre nicht schlecht. So wie bei dieser: How to Manage Conflict at Work Infographic. Trotz des komplexen Themas scheint sie mir die wesentlichen Dinge darzustellen. Aber schauen Sie selbst:

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Die Hitliste der Ablenkungen

Wie wir alles wissen gilt für die persönliche Effizienz die Formel

Effizienz ~ Fokussierung (Konzentration) ~ 1/Ablenkung

Oder auf Deutsch: Die Effizienz ist proportional der Konzentration, die Sie aufbringen und umgekehrt proportional den Ablenkungen, denen Sie ausgesetzt sind. Je mehr Sie sich auf Ihre Aufgabe konzentrieren, desto effizienter sind Sie und umgekehrt. Chad Brooks hat in seinem Artikel eine Hitliste der Ablenkungen veröffentlicht: 10 Distractions That Kill Workplace Productivity. Diese sind:

  1. Mobil telefonieren und texten
  2. Surfen im Internet
  3. Tratsch und Klatsch
  4. Soziale Netzwerke (Facebook etc.)
  5. E-Mail
  6. Kolleginnen und Kollegen, die mal eben vorbeikommen
  7. Besprechungen
  8. Zigarettenpausen und Kurzimbiss
  9. Laute Kollegen
  10. Sitzen in einem Cubicle (einer Büro-Einzelbox)

Die Liste geht zurück auf eine Befragung von 2175 Mitarbeitern aus dem Personalwesen. Ich denke, die meisten dieser Ablenkungen dürften auch deutschen Mitarbeitern nicht ganz unbekannt sein.

Leider gibt Chad nur wenig Tipps zur Vermeidung bzw. Linderung dieser Ablenkungen. Zur Steigerung der Produktivität wird empfohlen, Pausenzeiten einzuhalten, aus Gründen der Ansteckung möglichst mit produktiven Kollegen zusammenzuarbeiten, sich öffentlich zu verpflichten oder einen Spaziergang zu unternehmen. Diese Tipps klingen in meinen Ohren eher hilflos. Was meinen Sie?

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Gesammelte Aufsätze zur Agilität

Agilität ist mittlerweise ein vielzitiertes Buzzword geworden. Mittlerweile gibt es kaum ein Unternehme, das nicht in irgendeiner Weise agil werden möchte oder meint, sich auf dem Weg zur Agilität zu befinden.

Zeit für mich, sich einmal näher mit diesem Konzept zu befassen und ein wenig im Internet zu recherchieren. Dabei bin ich auf ein paar interessante Aufsätze im pdf-Format gestoßen, die ich der werten Leserschaft natürlich nicht vorenthalten möchte.

Bodo Kraft und Axel Zöll betrachten in “Von der Langstrecke zum Sprint –Agile Methoden in traditionellen Unternehmen”, wie agile Methoden im Konzernverbund ger Generali Deutschland eingesetzt werden. Der Schwerpunkt liegt auf dem Umgang mit Unsicherheit und Widerstand bei der Einführung.

Hans-Peter Korn untersucht in seinem Aufsatz “Das ‘agile’ Vorgehen: Neuer Wein in alte Schläuche – oder ein ‘Déjà-vu’?”, aus welchen verschiedenen Perspektiven auf “Agilität” betrachtet werden kann und welche Auswirkung dies auf die Begriffsbestimmung hat. Besonders interessant war für mich der Abschnitt zum Thema “Selbstorganisation”.

Ayelt Komus und Waldemar Kamlowski beschreiben “Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Lean Management und agilen Methoden”. Zunächst stellen Sie die Grundlagen des Lean Managements und agiler Methoden einzeln. Danach erfolgt eine vergleichende Gegenüberstellung.

Die Schrift “Theorien und Konzepte zu Agilität in Organisationen” von Kerstin Förster und Roy Wendler geht in Umfang und Tiefe weit über einen Aufsatz hinaus. Nach einer Begriffsbestimmung wird die “Agilität” in der Organisationstheorie verortet und dann verschiedene grundlegende Konzepte  aufgeführt.

Auch die klassischen Unternehmensberater setzen sich mit dem Thema auseinander. Z.B. Kienbaum in der Studie “Agility-überlebensnotwendig für Unternehmen in unsicheren und dynamischen Zeiten”.

Siegfried Kaltenecker et.al. nehmen die “Erfolgreiche Führung in der agilen Welt” unter die Lupe. Die Studie ist ein Ergebnis einer Befragung.

Stefan Kühl ist immer gut für überraschende Querdenkereien. Dies bestätigt er in seinem Beitrag “Wie demokratisch können Unternehmen sein?”. Seine Schlüsse dürften nicht allen bekennenden Unternehmensdemokraten gefallen. Ich fand sie hingegen einleuchtend und inspirierend.

Falls Sie noch interessanten Lesestoff zum Thema “Agilität” kennen, dann lassen Sie es mich wissen. Die Kommentarfunktion vom ToolBlog steht Ihnen offen.

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Wie sich selbst motiveren (Infografik)

Sie kennen das vielleicht auch. Anstatt “munter fürbaß” auf der Tastatur herumzuklopfen, schaut man mürrisch in den Bildschirm und “hat keine Lust zu gar nichts” (Nina Hagen).

Die folgende Infografik zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Motivation zurückgewinnen und auch erhalten können. Viel Erfolg!

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So funktioniert eine Podiumsdiskussion

Vor einigen Monaten hatte ich Kontakt zu einer Professorin, die ich für eine Keynote zu einer Tagung gewinnen wollte. In der langen Liste ihrer Bedingungen war auch: “Ich mache grundsätzlich keine Podiumsdiskussionen”. Ich habe mich damals gefragt, was wohl der Grund für ihre deutliche Ablehnung war. Vielleicht unangenehme Erfahrungen oder nur die Angst, die Schau gestohlen zu bekommen. Ich werde es wohl nie herausbekommen.

Der von mir seht geschätzte Scott Berkun hat wohl auch einige unangenehme Erfahrungen mit Podiumsdiskussionen gemacht. Allerdings nicht mit den Podiumsdiskussionen an sich, sondern nur mit schlechten. Und die erkennt man laut seines Artikels “Why Panel Sessions Suck (And How To Fix Them)” an folgenden Merkmalen:

  • Alle sind zu freundlich
  • Es sind zuviele Leute auf dem Podium
  • Es gibt nicht genug Mikrofone
  • Die Diskussionsteilnehmer sind dröge und unvorbereitet
  • Die Teilnehmer verschwenden die Zeit mit offensichtlichen Dingen
  • Der Moderator verhält sich passiv

Und diese Maßnahmen machen laut Scott Podiumsdiskussionen erfolgreich:

  • Engagieren Sie einen starken Moderator
  • Die Fragen des Moderators sollten die Interessen des Publikums abbilden
  • Beschränken der Darstellung von Standpunkten (max. 5 Minuten)
  • Die Diskussion soll eine klare Frage beantworten (Durchaus eine geschlossene Frage)
  • Die Diskussionsteilnehmer sollten gegensätzliche Hintergründe haben und entsprechend gegensätzliche Standpunkte einnehmen
  • Der Moderator sollte die Diskussionsteilnehmer vorbereiten und mit ihnen eine Nachbesprechung abhalten

In dem Artikel finden Sie außerdem Hinweise zu weitergehenden Beiträgen zum Thema. Meine Meinung? Ich mag Podiumsdiskussionen, sowohl als Teilnehmer als auch als Zuhörer und kann Scotts Bemerkungen nur unterstreichen.

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Das Lernprogramm zur Wissensbilanz-Toolbox

Vor Zeiten, also als das Wünschen noch geholfen hat, habe ich mich beruflich sehr für die Wissensbilanz interessiert.  Für mich war der Nutzen für Unternehmen zwingend und wie so manches Mal habe ich den Fehler gemacht, den Angler mit dem Fisch zu verwechseln. Bekanntlicherweise sollte ja der Wurm dem Fisch schmecken und nicht dem Angler. Kurz und knapp: Die Wissensbilanz fand ich zwar spannend und äußerst nützlich, die Unternehmen aber offensichtlich weniger. Um bei Metafern zu bleiben: Trotz abgeschlossener Weiterbildung zu diesem Thema beschloss ich, dieses tote Pferd nicht mehr zu reiten, sondern abzusteigen und mir ein anderes zu suchen.

Ganz losgelassen hat mich das Thema dennoch nicht. Zumindest für mich selbst habe ich die Wissenbilanz nie aus den Augen verloren. Aus diesem Grund ist mir das interaktive Lernprogramm zur Wissenbilanz-Toolbox natürlich sofort aufgefallen. Das Lernprogramm ist als App für iOS, für Android und auch den kindle fire erhältlich. Einmal installiert, können Sie sich das Lernprogramm zur Wissensbilanz-Toolbox herunterladen.

Die Toolbox selbst können Sie beim Bundesverband Wissensbilanzierung kostenlos per Download erhalten. Dort finden Sie auch eine kurze Beschreibung, wie Sie eine Wissensbilanz erstellen können.

Auch wenn ich die Erstellung einer Wissenbilanz nicht mehr aktiv anbiete, so habe ich mich doch auf dem laufenden gehalten und stehe Ihnen als Sparringspartner gerne zur Verfügung.

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Specken Sie ab: Die Fastenchallenge 2016

Ich muss gestehen, als passives Mitglied der evangelischen Kirche habe ich mir aus der Fasnet, dem Karneval, dem Fasching oder wie die närrischen Tage sonst noch heißen, nie etwas gemacht. Mir war die 5. Jahreszeit immer eher suspekt. Aber das liegt sicher im Auge des Betrachters.

Dem Fasten hinterher kann ich schon eher etwas abgewinnen. Ich finde es heilsam,  ca. sieben Wochen auf eine liebgewonnene Gewohnheit zu verzichten. Nach der Fastenzeit wurde der Umgang damit wieder achtsamer (zumindest eine Weile lang). Wie gut schmeckt das erste Weizenbier, wenn man sechs Wochen lang auf jeglichen Alkohol verzichtet hat! 😉

Meine Kollegin Alexandra Graßler lädt ein zu einer Fastenzeit der besonderen Art. Ab Aschermittwoch nehmen Sie sich täglich 10 Minuten, um sich von überflüssigen Ballast zu befreien. Sie bekommen jeden Tag eine entsprechende kleine Aufgabe, so dass Sie ohne großen Aufwand nach sechs Wochen wieder eine aufgeräumte Umgebung haben.

Das Startgeld für die Fastenchallenge 2016 beträgt € 25,–, von denen 20% an ein Projekt bei Kiva gehen. Sie tun sich also nicht nur selbst etwas gutes, sondern anderen auch. Außerdem gibt es auch etwas zu gewinnen.

Nähere Informationen finden Sie auf der Website von Alexandra. Dort können Sie sich auch einschreiben.

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Die Anleitung zur Business Model Canvas

Es gab eine Zeit, da gab es kein Barcamp ohne eine “Canvas” zu welchem Thema auch immer. Im Prinzip handelt es sich bei dieser Leinwand um ein Diagramm mit bestimmten Feldern, die auf einen Blicke die wesentlichen Elemente eines Denkmodells zeigen und eventuelle Abhängigkeiten untereinander aufzeigen soll.

Wenn ich richtig informiert bin, gab es derlei Diagramme, Schemata oder wie man es sonst nennen soll, schon immer, man denke hierbei etwa an das Ishikawa-Diagramm oder das EKS-Strategietableau (pdf). Den eigentlichen Hype der letzten Jahre hat allerdings der Bestseller von Osterwalder und Pigneur ausgelöst: Business Model Generation. Das in diesem Buch vorgestellte Schema für Geschäftmodelle war Ausgangspunkt für viele Ableger, z. B. für das “persönliche” Geschäftsmodell (Business Model You) oder zum Projektmanagement.

Nun ist die Canvas für Geschäftsmodelle zwar recht einfach aufgebaut, aber relativ schwer auszufüllen. Am besten geht das im Team (für Unternehmen) oder mit einem Coach (Business Model You), denn die besten Lösungen entstehen im Dialog. Der Teufel steckt auch hier im Detail.

Alex Cowan hat eine detaillierte Anleitung geschreiben, die Ihnen hilft, mit einer Business Model Canvas ein Geschäftsmodell abzubilden oder zu entwickeln: The 20 Minute Business Plan: Business Model Canvas Made Easy. Alex erklärt zunächst den Aufbau einer Business Model Canvas und geht mit Ihnen Schritt für Schritt die einzelnen Felder durch. Schließlich erklärt er, wie Sie die Vorlagen für Google Docs und PowerPoint verwenden können.

Die Anleitung ist wirklich sehr ausführlich und reichhaltig mit Präsentationen und Bildern illustriert. Nur machen Sie sich bitte keine Illusionen, einfach ist das Erstellen eines solchen Schemas nicht und woher der Autor Einschätzung von  zwanzig Minuten nimmt, ist mir schleierhaft.

Für mich ist die Canvas in erster Linie das visualisierte Ergebnis eines Findungsprozesses, der durch vielerlei Fragen, unterschiedliche Werkzeuge und auch andere Diagramme, wie z.B. das Strategietableau unterstützt wird. Ganz ohne Hilfe geht das nicht oder nur schwer. Wenn Sie einen Coach zur Erstellung Ihres ganz persönlichen Geschäftsmodells als Angestellter oder Selbstständiger benötigen, sprechen Sie mich an.

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Kaufen Sie nichts!

Letzte Woche war ich zum Entspannen auf der schönen Insel Zypern. Zur Entspannung gehört für mich immer das Lesen von Büchern, die “ich immer schon mal lesen wollte.” Diesmal “Wir können auch anders: Wie man falsche Jobs gegen echtes Glück eintauscht” von Adam Fletcher.

Das Buch hat mir gut gefallen, es ist leicht zu lesen und voller nützlicher Tipps, die sich auch im Alltag gut umsetzen lassen. Nur wenn der Autor sich auf philosophische Pfade begibt, zieht sich meine Stirn in Falten. Wie sein Vorbild (?) Tim Ferriss scheint er mitunter Freiheit mit Verantwortungslosigkeit zu verwechseln. Sei’s drum.

Besonders interessant fand ich Fletchers Ausführungen zum Thema Finanzen. Er definiert eine “Freiheitsformel” auf folgende Weise:

Fixkosten + variable Kosten = Freiheitsformel

Ich finde den Ausdruck etwas irreführend. Denn eigentlich handelt es sich hierbei um den Betrag, den Sie unbedingt verdienen müssen, z. B. für Miete, Lebensmittel usw. Jedes Einkommen darüber hinaus kann auf die Seite, hohe Kante oder sonst wie gespart werden. M. E. müsste eigentlich dieser Anteil “Freiheitsbetrag” oder so ähnlich heißen. Denn je höher er ist, desto länger können Sie theoretisch (und auch praktisch) ohne feste Anstellung, und damit ohne einen Chef, leben. In Freiheit sozusagen.

Je höher dieser Betrag ist, desto mehr Freiheit haben wir. Ziel ist also, ihn so hoch wie möglich zu halten, indem wir ihn möglichst gar nicht erst antasten.
Nun gibt es viele Menschen, die sich “öfters mal etwas gönnen” um sich für die Nickeligkeiten des Alltags zu belohnen. Andere kaufen sich etwas, nicht weil sie es müssen, sondern weil sie es können. Merkwürdigerweise nimmt dieses Verhalten mit steigendem Einkommen zu und so sammeln sich im Haushalt allerhand Dinge an,  die nur als Staubfänger dienen, weil man sie gar nicht verwendet.

Besonderns gefährlich für den “Freiheitsbetrag” sind die bekannten “Spontankäufe”. Eine Autorin namens Eden gibt uns in ihrem Artikel “How To Ditch The Habit Of Impulse Spending” folgende Tipps zur Vermeidung dieses Kaufverhaltens:

  1. Gehen Sie erst gar nicht ins Geschäft und meiden Sie online-Shops
  2. Schlafen Sie drüber
  3. Gehen Sie nicht einkaufen, wenn Sie in gedrückter Stimmung sind
  4. Suchen Sie sich genau die Person aus, mit der Sie einkaufen gehen
  5. Lassen Sie Ihre Kredit- und/oder EC-Karen zuhause
  6. Beschränken Sie sich auf ein wöchentliches Budget
  7. Verwenden Sie eine Einkaufsliste
  8. Entscheiden Sie, ob der Kauf wirklich notwendig ist
  9. Bestellen Sie Newsletter mit Schnäppchenangeboten ab
  10. Kaufen Sie nicht, sondern entleihen Sie
  11. Spenden Sie vor dem Kauf etwas
  12. Heben Sie Ihre Quittungen auf
  13. Analysieren Sie, was Sie zu Spontankäufen veranlasst
  14. Begleichen Sie offene Rechnungen, bevor Sie etwas Neues kaufen
  15. Suchen Sie nach Gratisangeboten, z. B. Werbeartikeln
  16. Machen Sie eine Liste, welche Spontankäufe Sie schon bedauert haben
  17. Säubern Sie etwas, bevor Sie einkaufen (schräger Tipp)
  18. Warten Sie, bis die Preise fallen
  19. Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie wirklich möchten

Auch ich bin vor sinnlosen Käufen nicht gefeit, besonders wenn es um Software geht. Aber es wird besser, auch Dank einiger der o.a. Tipps.

Ein Zitat von Franz Werfel dient mir als Merkregel, vielleicht nützt es auch Ihnen:

Der sicherste Reichtum ist die Armut an Bedürfnissen.

So einfach ist das.

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Sind Sie authentisch und wenn ja, reicht das?

Wer kennt ihn nicht, den Papst der Kommunikation, Friedemann Schulz von Thun? Sie kommen um diesen Namen als Teilnehmer an einschlägigen Seminaren wohl nicht herum. Kaum ein Seminar oder ein Workshop ohne sein berühmtes Vier-Seiten-Modell.

In einem Artikel mit dem Titel “Mehr oder minder  Authentisch” (pdf) beschäftigt sich der emeritierte Professor mit der Frage “Warum das erstrebenswerte Leitbild der
Kommunikation eine Gegentugend braucht
”.

Lange Zeit war Authentizität das erstrebenswerte Merkmal für gelungene Kommunikation. Für Schulz von Thun steht die Authentizität lediglich für den unverfälschten Ausdruck des Individuums, sagt aber noch nichts über die sozialverträgliche Wirkung aus. Schließlich kommuniziere ich nicht nur mit mir allein (zumindest meistens nicht), sondern meine Kommunikation soll auch eine Wirkung bei anderen erzielen. Und hier kommt die Diplomatie ins Spiel. Wenn ich bei der Beerdigung meines Lieblingsfeindes das Lied “O wie wohl ist mir am Abend” anstimme, dann mag das zwar authentisch sein, ich werde damit allerdings ein Befremden bei meinen Mitmenschen hervorrufen, das im schlimmsten Fall in sozialer Ächtung (oder der Einweisung in die Psychatrie) enden kann. Friedemann Schulz von Thun führt hier den Begriff der “Stimmigkeit” ein:

Kommunikation ist gut, wenn Sie stimmig ist. Und stimmig ist sie, wenn ich in Übereinstimmung mit mir selbst und mit der situativen Herausforderung bin.

Sie merken, es geht um den Systemblick. Niemand ist eine Insel und keiner lebt für sich allein. Ich halte diese Erweiterung für äußerst nützlich.

Ein lesenswerter Beitrag!

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Der Leitfaden für das Einhalten guter Vorsätze

Ein Jahreswechsel ist für viele Mitmenschen der Anlass, mehr oder weniger gute Vorsätze für das neue Jahr zu formulieren. Ich für meinen Teil habe das bereits vor Jahren aufgegeben. Nicht etwa die Vorsätze generell, sondern Vorsätze genau zum „Jahreswechsel“. Was auch immer der richtige Zeitpunkt sein mag, sich etwas vorzunehmen ist die eine Sache, den Vorsatz aber auch umzusetzen, eine andere. Oft endet das wie das Hornberger Schießen, der Volksmund drückt das drastisch so aus:

Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert

Vorsätze einzuhalten ist zwar schwierig, aber nicht unmöglich. Damit Sie es leichter haben, können Sie auf eine einschlägige Anleitung zurückgreifen, nämlich das „New Year’s Resolutions Guidebook“. Diese Anleitung führt Sie durch die Phasen der Umsetzung eines Vorsatzes, als da sind:

  1. Wählen Sie Ihre Vorsätze aus
  2. Machen Sie einen Plan
  3. Setzen Sie den Plan um
  4. Zusammenfassung und Rückschau

Wenn Sie Ähnlichkeiten zu Projektmanagement erkennen, dann liegen Sie vermutlich nicht falsch. Die Anleitung ist schön aufgemacht und wenn Sie wollen, können Sie sie auch als E-Book herunterladen.

Da ich selbst mit Vorsätzen äußerst sparsam umgehe, werde ich die Anleitung wohl nicht zur Hand nehmen. Wenn Sie das anders halten, dann interessieren mich Ihre Erfahrungen allerdings sehr. Vielleicht berichten Sie in einem kleinen Kommentar zu diesem Beitrag darüber?

[via Lifehacker]

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Lernen Sie die besten Kartentricks

Dieser Artikel wendet sich zwar nicht nur an die männliche Leserschaft, aber dennoch…
In meinen jungen Jahren habe ich während einer Tagung eine wichtige Erfahrung gemacht. Sie können gut aussehen wie Brad Pitt und charmant sein wie Sean Connery, wenn ein männlicher Konkurrent Karten- oder andere Zaubertricks beherrscht, dann haben Sie ausgespielt. Im wahrsten Sinn des Wortes. Die Frauen hängen an den Lippen des Magiers und der Rest der Männer sitzt belämmert daneben.

Aber Sie müssen nicht verzweifeln, denn diese Tricks lassen sich lernen. Wenn Sie in Zukunft auch unter die Salonlöwen gehen möchten, dann empfehle ich Ihnen die Website „How To Do Card Tricks“. Aus der Beschreibung der Website:

What this page aims to do is share some of the best tricks and illusions know how with you. You will find some of the basic card sleights and some performance tips on the links on this page.

Der Vorteil der Karten gegenüber anderem Zauberequipment: So einen Stoß Karten nimmt nicht viel Platz weg, Sie können die Karten immer dabei haben.

Bevor Sie auf Fehlannahmen treffen, muss ich Ihnen sagen, dass ich bis zum heutigen Tag keinen einzigen Kartentrick beherrsche. Allerdings möchte ich gerne damit anfangen. Und dann rate ich Ihnen, mir nicht während einer Party in die Quere zu kommen. Sie werden verlieren!

BTW: Es gibt Kollegen, die Zaubertricks ernsthaft während Ihrer Seminar einsetzen und die Illlusion als Metafern verwenden. Auch dafür gibt es Literatur. Zum Beispiel das Buch von Ed Rose. Ich persönlich bin auf diesem Gebiet nicht unterwegs. Wie gesagt, noch nicht. 😉

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#PMCampDOR Nachlese (2): Session „Muster in Gruppen“

Immer wieder sind Robert Weißgraeber und ich uns in den letzten Jahren über den Weg gelaufen, sowohl f2f als auch virtuell. Thema dabei war immer auch die Entwicklung der PMCamps, die es ja mittlerweile an vielen Orten, nicht nur in Deutschland, gibt.

Insbesondere haben wir uns immer wieder gefragt, ob sich die PMCamp-„Community“ mittlerweile in einer Echokammer befindet. Die Bewohner einer Echokammer erzählen sich i.d.R., was sie hören wollen, abweichende Meinungen werden gar nicht mehr gehört und manchmal sogar sanktioniert.

In einer Session auf dem PMCamp Dornbirn wollten wir herausfinden, wie die Teilnehmer darüber denken. Dazu legten wir den Besuchern unserer Session Karten vor. Auf den Karten waren die Merkmale von Groupthink notiert:

  1. Invulnerability: Illusion der Unverwundbarkeit
  2. Rationale: Kollektive Rationalisierung
  3. Morality: Illusion der moralischen Überlegenheit
  4. Stereotypes: Stereotypisierung der Outgroups
  5. Pressure: Direkter Druck auf Abweichler
  6. Self-Censorship: Selbstzensur
  7. Unanimity: Illusion der Einstimmigkeit
  8. Mindguards: Selbsternannte „Geisteswächter“

 

Wir baten die Teilnehmer, in Kleingruppen die vergangenen anderthalb Tage PM Camp Revue passieren zu lassen, die Begriffe zu diskutieren und sie auf einer Skala zu bewerten von „trifft überhaupt nicht zu“ bis „trifft voll uns ganz zu“.
Anschließend wurden die Ergebnisse der Kleingruppen vor dem Plenum vorgestellt.

Hier die Tweets, mit der einige Teilnehmer die Session begleitet haben…

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