Archiv der Kategorie: WorkLife

Kennen Sie Ihr Lebensrad?

Eine oft angewandte Reflexionsmethode im Coaching ist das sogenannte Lebensrad. Im Prinzip handelt es sich um ein kreisförmiges Diagramm in Form einer Zielscheibe, auf der Sie eintragen können, wie viel Energie Sie auf definierte Lebensbereiche verwenden. In seinem Artikel “How to Use the Life Coaching Wheel of Life” nennt Adam Sicinski nennt die Kategorien:




  1. Eigene Entwicklung
  2. Gesundheit und Wohlbefinden
  3. Freunde
  4. Familie
  5. Beziehungen
  6. Beruf und Karriere
  7. Finanzen
  8. Spiritualität
  9. Umwelt

Ich persönlich bin nicht ganz glücklich mit dieser Auswahl. Zum einen sind es mir einfach zu viel Bereiche, die m.E. auch nicht gleichberechtigt nebeneinander stehen, zum anderen überlappen sich manche Kategorien zu sehr.

Aber sei’s drum. Sicinski zeigt in seinem Beitrag, wie Sie bei der Erstellung Ihres Lebensrads vorgehen können. Dazu hat er ein Bündel von Fragen zusammengestellt, mit denen die Erfüllung der einzelnen Bereiche erforscht werden kann und mit welchen Fragen Sie herausfinden können, wo noch Handlungsbedarf besteht.

Der Artikel wird abgerundet mit einem Hinweis auf die Software “Goalscape”, über die auch Stefan Hagen schon berichtet hat und eine umfangreiche Linksammlung für die weitergehende Recherche zum Thema “Lebensrad”.

Wenn Sie die deutsche Sprache bevorzugen, hier ein paar Tipps von mir:

Ich persönlich mag den Ausdruck “Lebensrad” für dieses Coachingtool nicht besonders, denn eine Verwechslung mit dem buddhistischen Lebensrad liegt auf der Hand. Letzteres benötigt aber dann doch mehr Aufmerksamkeit und Studium.

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[Foto von Dimitris Vetsikas [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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Wie Altern funktioniert

Ein vielzitierter Satz im schwäbischen Sprachraum lautet:

‘S isch nimme des!




Ins Hochdeutsche  übersetzt heißt diese, meistens mit klagendem Unterton vorgenommene Aussage: Es geht halt nicht mehr so gut wie früher. Damit soll die Tatsache beschrieben werden, dass gewisse Dinge im Alter nicht mehr so einfach von der Hand gehen. Alterungserscheinungen fordern ihren Tribut. Sehen Sie dieser Tatsache ins Auge. Sie können diesen Prozess vielleicht verlangsamen, aber nicht aufheben.

Warum das so ist, zeigt dieses schön gemachte Video: What is Aging?

Es ist so wie es ist, dennoch brauchen die Älteren den Wettbewerb nicht zu scheuen. Denn es gilt ebenso:

Die Jungen sind schneller,
aber wir Alten kennen die Abkürzungen.

Tragen Sie es mit Fassung. So wie ich.

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Von Google lernen, wie man richtig arbeitet

Man kann es drehen, wie man will, Google ist eine der erfolgreichsten Unternehmen, die auf diesem unseren Planeten je gegründet wurden. Um die Arbeitsweise bei Google ranken sich so manche Mythen, Heerscharen von Managern und Menschen, die sich dafür halten, pilgern jedes Jahr ins Silicon Valley nach Mountain View, auf der Suche nach dem Erfolgsrezept von Google.

Eine Reise nach San Francisco und Umgebung lohnt sich m. E. immer, aber wenn Sie nicht dorthin fahren können oder möchten, dann können Sie einige der Arbeitsweisen von und bei Google auch am heimischen Bildschirm studieren.

Unter dem Titel re:Work hat Google ein Portal ins Netz gestellt, auf dem Sie einige wertvolle Informationen, Anleitungen und Fallbeispiele zu den entscheidenden Aspekten effektiver Arbeit finden:

re:Work is organized around some of the biggest ways you can make an impact in your workplace. Each subject contains guides, with tools and insights, for addressing specific challenges

So gibt es Informationen zu:

Für die Aktualität sorgt ein Blog, aber Sie können sich auch über die Aktivitäten auf der Website durch einen Newsletter auf dem Laufenden halten lassen.

Wenn Sie erwartet haben, dass hier Freaks durchgeknallte Arbeitsmethoden vorstellen, dann werden Sie enttäuscht sein. Viele Beispiele und Anregungen sind erstaunlich konventionell und gar nicht so revolutionär, wie oft kolportiert wird.

Das macht aber nichts, nützlich sind die vielen Tipps allemal.

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[Foto von Denys Vitali [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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Die Checkliste für Meetings in Hotels

Als Trainer arbeite ich öfters in Hotels. Ich weiß nicht, wie es meinen Kolleginnen und Kollegen geht, aber mich verbindet mit der Hotellerie ein Art Hassliebe. Ich bin mir sicher, dies beruht auf Gegenseitigkeit, denn manche Vertreter unserer Zunft führen sich auf wie eitle Popdivas, die rundum gepampert werden möchten. Die Zusammenarbeit mit diesen Berufsgenossen ist sicher nicht immer nervenschonend.

Umgekehrt vergessen aber viele Hotelmitarbeiter auch, dass der Seminarraum für ein bis drei Tag(e) mein Arbeitsplatz ist. Ich sehe mich als Vollprofi, der gerne Vollprofis als Partner hat. Leider passiert es immer noch, dass…

  • für alle Teilnehmer ausreichend Getränke auf dem Tisch stehen, ich als Trainer jedoch vergessen wurde
  • ein Bankettmitarbeiter mich schon nach den Pausenzeiten fragt, kaum dass ich den Raum betreten habe. Er/sie fragt aber nicht, ob etwas fehlt oder ich Unterstützung brauche (benötige ich meistens nicht)
  • die Pinnwände alt, wackelig und voller großer Löcher sind. Außerdem stehen sie schief und das „lommelig“ gespannte Pinnwandpapier wurde auf der Rückseite bereits von einem Kollegen vor mir bereits beschrieben
  • die Filzstifte leer sind

Ich habe geschrieben „immer noch“, denn in der Regel gibt positive Beispiele, wo alles reibungslos flutscht, so dass das Arbeiten eine Freude ist.

Aus diesem Grund halte ich die Überschrift des Artikels von Mike Brown in dieser Radikalität für etwas überzogen, wenn er schreibt: 12 Reasons Why Hotel Meeting Rooms Suck for Collaboration. Er führt 12 Gründe auf, die Sie umdrehen und als Checkliste benutzen können. Hier die Punkte aus seiner Liste, die ich für relevant halte:

  • Die Hotels stopfen zu viele Leute in einen Raum
    Das stimmt leider zu oft. Deshalb achten Sie genau darauf, von welcher Sitzordnung die Bankettmitarbeiter ausgehen. Bei Parlamentsbestuhlung passen mehr Leute in einen Raum als bei einem Stuhlkreis. Besonders wichtig ist dies bei speziellen Konferenzformen wie OpenSpace oder World Café.
  • Die Teilnehmer können sich nicht bewegen
    Das korreliert stark mit dem o.a. Punkt. Rechnen Sie bei der Quadratmeterzahl großzügig und achten Sie auch auf bauliche Gegebenheiten (Säulen, Ecken etc.).
  • Es gibt keine Wände, um Flipchart-Blätter usw. aufzuhängen
    Achten Sie darauf, dass Sie genug große glatte Flächen haben, auf denen Sie Flipcharts mit der Arbeitsergebnissen hängen können. Wände tapeziert mit Raufaser und vollgehängt mit Bildern sind nicht geeignet.
  • Lichter direkt über Projektionsfläche
    Wenn Sie einen Datenprojektor benutzen, achten Sie darauf, dass Ihre Folien auch gesehen werden können. Oft ist es in der Umgebung der Projektionsfläche zu hell.
  • Das Bankettpersonal möchte die Kaffeepause unbedingt im Besprechungsraum aufbauen
    Auch ich möchte das nicht so gerne, denn meistens nimmt der Aufbau zu viel Platz weg, den man für andere Sachen braucht. Achten Sie darauf, mit dem Hotelpersonal vorher zu vereinbaren, wie Sie Getränke und Snacks geliefert haben möchten.
  • Die Räumlichkeiten erlauben es den Präsentierenden nicht, umherzulaufen
    Oft sind die Räume für das Reden schwingen optimiert, nicht für das Präsentieren. Achten Sie auf genug Raum für Teilnehmer, die präsentieren müssen.
  • In den Besprechungsräumen können nicht verschiedene Sitzordnungen eingenommen werden
    Das ist wieder das Problem mit der Größe. Sie können dieses Problem auch lösen, indem Sie dafür sorgen, dass die Teilnehmer sich in geeignete Gruppenräume begeben können.

Wie gesagt, die anderen Punkte, die Mike aufführt, habe ich so noch nicht erlebt.

Für mich am wichtigsten ist jedoch, dass die Bankettmitarbeiter flexibel sind. Ich muss es auch sein, denn manchmal muss man das Konzept noch kurz vor der Veranstaltung abändern. Da hilft es ungemein, wenn der Partner mitzieht.

In der Regel funktioniert das auch. Aber Sie wissen ja, keine Regel ohne Ausnahme.

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Die Sammlung lebenswichtiger Diagramme

Nun gut, ich konnte der Versuchung nicht widerstehen und habe mich in der Überschrift der typisch amerikanischen Übertreibungen bedient. Lebenswichtig sind die Diagramme, die Peggy Wang in ihrem Artikel “21 Incredibly Important Diagrams To Help You Get Through Life” vorstellt, natürlich nicht, aber äußerst nützlich allemal.

Sie finden in dem Beitrag Diagramme oder Infografiken zu allen möglichen Lebensbereichen. Besonders gut gefallen haben mir die Visualisierungen zu

  • How to Make the Perfect Burger
  • How to Know When a Steak Is Done by Touch
  • How to Transform Your Hoodie or Sweater into an Emergency Laptop Sleeve
  • How Much to Serve at a Party
  • How to Know When to Throw Your Groceries Out

Andere Diagramme sind für mich uninteressant (“How to Determine Which Wine to Drink with Dinner”) oder nur für die USA relevant (“How to Tip Correctly”). Letzteres Schaubild können zumindest für die nächste Reise über den großen Teich nützen.

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Die 4 Handicaps des Problemlösens

Aus gegebenen Anlass, wie es immer so schön heißt, hier noch einmal die 4 Handicaps des Problemlösens:

  1. Blindheit: Nicht-Wahrnehmen der Existenz eines Problems,
  2. Vernebeln: Nicht-Wahrnehmen der Bedeutung eines Problems
  3. Scheuklappen: Nicht-Wahrnehmen der Veränderbarkeit eines Problems,
  4. Hinkebein: Nicht-Wahrnehmen der eigenen Fähigkeiten zur Problemlösung

Wie manche wissen, war ich in meinem früheren Leben einmal Ingenieur für Papierproduktion. Diese Branche hatte und hat noch sehr unter dem technologischen Wandel durch Internet, iPad & Co zu leiden. Und tatsächlich konnte man im Laufe der Zeit viele der sog. “Entscheider” sämtliche vier Handicaps durchlaufen sehen. Nicht alle, einigen gelang es durchaus, rechtzeitig die Weichen für die neue Zeit zu stellen.

Ich befürchte, wie werden uns in der nächsten Zukunft in unseren Sesseln zurücklehnen und mit Popcorn in der Hand diese vier Handicaps auch bei anderen Industriebranchen studieren können (müssen?).  Manche Managerzitate weisen zumindest in diese unheilvolle Richtung. Befürchten ist das eine, Hoffen das andere. Vielleicht bleiben den Mitarbeitern der entsprechenden Unternehmen zumindest die Handicaps 3 und 4 erspart. Es wäre ihnen zu wünschen.

Das Modell der 4 Handicaps stammt übrigens aus dem wunderbaren Buch von Ute und Heinrich Hagehülsmann mit dem sperrigen Titel “Der Mensch im Spannungsfeld seiner Organisation”. Wenn Sie sich dafür interessieren, wie Konzepte der Transaktionsanalyse in der Organisationsentwicklung eingesetzt werden können, dann lege ich Ihnen dieses Buch wärmstens ans Herz.

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[Bild von OpenClipart-Vectors [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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Schleimen, aber richtig!

Wir kennen Sie alle, die netten Kolleginnen und/oder Kollegen, die anderen Honig um den Bart schmieren, um sich dadurch Vorteile zu verschaffen. Diese liebenswürdigen Zeitgenossen treten nahezu überall auf: Schon in der Schule, an der Uni, bei der Bundeswehr und eben auch am Arbeitsplatz. Im Englischen gebraucht man für dieses Verhalten den Ausdruck “to schmooze”.

Wenn Sie ebenfalls durch Schmeicheleien Erfolg haben wollen, dann stellen Sie es bitte richtig an und folgen den Tipps von Adi Gaskell: Research Looks At How People Schmooze Effectively. Adi bezieht sich in seinem Artikel auf eine Studie der Kellogg Business School von 2010, in der sieben Kernkompetenzen für erfolgreiches Schleimen identifiziert wurden:

  1. Schmeicheln durch Bitte um einen Ratschlag
    Der Schmeichler geht in die Unterlegenheitsposition und bittet den Umschmeichelten um einen Ratschlag: “Sie sind doch ausgewiesener Experte für diese Problem. Können Sie mir einen Tipp geben, wie ich es lösen könnte?”
  2. Das scheinbare Dagegenhalten
    Man stimmt nicht sofort zu, sondern muss scheinbar erst überzeugt werden: “Zuerst war ich ja skeptisch, aber Ihre Argumente haben mich doch überzeugt.”
  3. Das soziale Schmeicheln
    Man lobt den anderen in dessen sozialen Umfeld in der Hoffnung, dass das Lob schließlich über Dritte zu ihm durchdringt.
  4. Die Schmeichelei, die sich hinter Scham versteckt
    Der Schmeichler gibt vor, den Anderen nicht in Verlegenheit bringen zu wollen: “Ich möchte Sie nicht in Verlegenheit bringen, aber Ihre Präsentation war wirklich überzeugend.”
  5. Schmeicheln durch Zustimmung
    Das ist selbsterklärend: “Ich bin wie Sie der Meinung, dass wir gegenüber den Lieferanten Härte zeigen müssen.”
  6. Schmeicheln durch soziale Anpassung
    Man versucht, über die Kontakte des “Ziels” etwas über dessen Vorlieben und Meinungen herauszufinden. Bei Gelegenheit zeigt man dann, dass man genau derselben Meinung ist.
  7. Schmeicheln durch ähnliche Ansichten
    Hier gilt es, die Vorlieben und Meinungen des zu Umschmeichelnden herauszufinden um dann bei Gelegenheit positiv darauf einzugehen: Wenn man weiß, dass das “Ziel” Fan des FC Bayern München ist, dann lässt man bei Gelegenheit durchblicken, wie toll die Sturmspitze der Mannschaft im letzten Spiel agiert hat und dass man überhaupt auch Fan dieses Vereins ist.

Sie merken schon, wir bewegen uns hier auf dünnem Eis. Schließlich dienen z.B. Ähnlichkeiten dem erfolgreichen Aufbau von Rapport zwischen Menschen. Wie kann man also ein echtes Kompliment von einer bloßen Schmeichelei unterscheiden? Laut der von Adi zitierten Studie ist es die Authentizität, die den Unterschied macht. Oder anders herum: Ist das Kompliment ehrlich gemeint oder dient es nur einem bestimmten Zweck? Das herauszufinden, dürfte nicht immer einfach sein. Für alle Beteiligten übrigens , denn auch der Schmeichler schmeichelt nicht immer bei vollem Bewusstsein.

Wenn Sie bislang angenommen haben, dass Schmeicheln erfolgreich sei, dann können Sie sich zurücklehnen. Sie liegen damit laut der Studie richtig. Stellt sich dennoch die Frage, ob Sie auf diese Weise vorwärts kommen möchten.

Sie entscheiden.

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Bild: Paul Klee (1903): Zwei Männer, einander in höherer Stellung vermutend, begegnen sich (Public Domain)

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Die 8 schlimmsten Ablenkungen im Büro

Wie wir alle wissen, gilt für die Effizienz die Formel:

Effizienz ∼ Fokussierung

Und da Fokussierung umgekehrt proportional zur Ablenkung ist, lässt sich daraus ableiten, dass wir Ablenkung meiden sollten wie der Teufel das Weihwasser, wenn wir effizient arbeiten wollen.

Siobhan O’Rorke geht in einem Beitrag auf die schlimmsten Ablenkungen ein, die uns im Büro das Leben schwer machen: Productivity Experts Nail Down the Top 8 Office Distractions that Ruin your Workday. Diese sind:

  1. Lärm
    Tatsächlich beklagen sich auch in meinen Workshops immer wieder Teilnehmer über die nervenden Hintergrundgeräusche speziell in Großraumbüros. Wenn Sie gezwungen sind, in einer solchen Umgebung zu arbeiten, dann hilft Ihnen vielleicht dieser Hinweis weiter: Lärm am Arbeitsplatz: Was tun?
  2. Das Internet
    Laut meinen Teilnehmer scheint dies in deutschen Büros (noch) kein Problem zu sein. In vielen Firmen wird der Zugriff auf das Internet vom Büro aus noch sehr restriktiv gehandhabt. Das Arbeitsrecht tut sein übriges. Wenn Sie selbstständig sind, dann koppeln Sie die Nutzung von Facebook & Co an die Erledigung Ihrer Aufgaben. Quasi als Belohnung.
  3. Büroklima (Temperaturen)
    In Deutschland gibt es für alles irgendwelche Regelungen, so auch für die Raumtemperatur. Für die Raumtemperatur ist dies die ASR A3.5. Alles andere hätte  mich auch gewundert. Wenn Sie noch mehr wissen möchten, dann informieren Sie sich mit Hilfe einer Broschüre der VBG: Büroarbeit – sicher, gesund und erfolgreich.
  4. Hunger
    Hier verweise ich auf den umfangreichen Artikel von Christina Ferber: Mittagspause, Snack & Co – gesunde Mahlzeiten im Büro. Ich bevorzuge für zwischendurch Nüsse zum Knabbern.
  5. Multitasking
    Dass Multitasking alles andere als das Gelbe vom Ei ist, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Nähere Informationen dazu finden Sie in dem Beitrag: Störe meine Kreise nicht: Tipps zum Thema Multitasking.
  6. Kollegen, die um Hilfe bitten
    Jemanden um Hilfe bitten, ist erst einmal nichts Schlechtes. Aber hier ist etwas anderes gemeint. Es geht um die Zeitgenossen, die wegen jeder Kleinigkeit nachfragen, nur weil sie selbst nicht nachdenken wollen. Bitten Sie diese Kollegen, die Fragen auf einem Blatt Papier zu sammeln und bieten Sie an, diese Fragen zu einem gesonderten Termin zu klären.
  7. Quasselstrippen
    Stellen Sie ein Schild auf mit dem Inhalt: “Wenn Sie Ihre Zeit verschwenden möchten, dann tun Sie das bitte nicht hier!” Wenn das nicht hilft, werden Sie den Kollegen wohl mal zu einem 4-Augen-Gespräch zur Seite nehmen müssen.
  8. Bürokonzeption
    Zu diesem Thema gibt es ganze Bücher. Für einen ersten Überblick hilft Ihnen vielleicht die DGUV Information 215-441 weiter: Büroraumplanung.

Darüber hinaus empfehle ich Übungen zur Achtsamkeit.
Bei mir hat das wahre Wunder gewirkt.

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[Foto von StartupStockPhotos [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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Trainieren Sie Ihr Affenhirn!

Nein, ich wollte Sie mit dieser Überschrift wirklich nicht beleidigen. Es geht um etwas anderes. Oft bekomme ich in meinen Workshops Sätze zu hören wie:

  • Vieles schwirrt mir im Kopf herum
  • Ich möchte endlich einmal meinen Kopf frei bekommen
  • Alles wächst mir über den Kopf

Ich denke, derartige Sprüche kennen Sie auch. Die Buddhisten sagen, die “Gedanken springen wie Affen von Baum zu Baum”. Damit beschreiben sie, dass unsere Gedanken nie stillzustehen scheinen.

Nun ist der Irrglaube weit verbreitet, Meditation diene dazu, die Gedanke quasi “abzustellen”. Dem ist mitnichten so, wie uns Mingyur Rinpoche in dem folgenden Video erklärt.

Ich selbst versuche mich seit mittlerweile 5 Jahre im Meditieren. Nahezu täglich eine halbe Stunde. Meditation hat mein Leben verändert und ist aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken. Falls Sie einen Einstieg suchen, dann schauen Sie doch einmal im entsprechenden Abschnitt (Achtsamkeit) meiner Büchertipps nach.

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"Erfolg von Strategieprojekten" – Einladung zu einer explorativen Studie (Gastbeitrag)

Christian Fischbach vom Lehrstuhl für allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Controlling an der Friedrich-Schiller-Universität Jena betreut eins Studie, zu der er die Leserinnen und Leser des ToolBlogs einladen möchte. Er wird uns auch an dieser Stelle über die Fortschritte der Forschungsarbeit auf dem Laufenden halten. Hier sein erster Beitrag:

Die Veränderungen der heuten Zeit werden meist mittels Projekten in die Unternehmen getragen. Insbesondere strategische Projekte erzeugen mitunter einschneidende Eingriffe in die Entwicklung des betroffenen Unternehmens. Obwohl von hoher Bedeutung, sind die Wirkweise und die Erfolgsbeurteilung von Strategieprojekten, insb. auch mit externer Beraterunterstützung, nicht abschließend geklärt.

Wann sind Strategieprojekte erfolgreich und wie kann man den Erfolg messen?
Welche Ursachen hat der Erfolg von Strategieprojekten?
Was können wir praktisch daraus lernen?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich deshalb eine Studie der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

In unregelmäßigen Abständen werde ich an dieser Stelle über dieses Vorhaben berichten. Heute möchte ich Sie zu einer kurzen Vorerhebung zur Spezifizierung des Untersuchungsraums (3 Minuten) einladen.

Anbei der Link:

https://www.soscisurvey.de/Erfolgsv/

Auch werden noch Teilnehmer für Experteninterviews gesucht. Am Ende der Umfrage besteht die Möglichkeit, sich hierfür zu melden.

Die Beantwortung ist selbstverständlich anonym. Eine Verwendung der gewonnenen Daten und Ergebnisse erfolgt nur zu wissenschaftlichen Zwecken.

Mit Ihrer Teilnahme an der Vorerhebung würden Sie mir einen sehr großen Gefallen tun.

Vielen Dank und liebe Grüße
Christian Fischbach

Also, dann nichts wie los! 🙂

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Die Prinzipien der menschlichen Dummheit

Wenn es um menschliche Dummheit geht, wird immer wieder gerne Albert Einstein zitiert:

Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

Ich kenne keinen, der dieses Zitat nicht unterschreiben würde. Wir alle setzen dabei ein gemeinsames Verständnis von Dummheit voraus. Kann man dies tatsächlich oder wäre es vielleicht nicht angebracht, erst einmal zu definieren, was man unter Dummheit versteht?

Gunther Dueck hat auf der re:publica 2015 in seinem Vortrag über Schwarmdummheit Carlo M. Cipolla erwähnt, der in seinem Essay “Allegro ma non troppo”  eine interessante Definition der menschlichen Dummheit versucht hat. Cipolla benutzt dazu die Vier-Felder-Darstellung, die Ihnen sicher aus anderen Zusammenhängen bekannt ist.

Dummheit

Es handelt sich um zwei Partner, die interagieren (Geschäft, Deal o.ä.). Wir nehmen einmal an, Hinz ist der Handelnde, Kunz muss die Konsequenzen tragen. Dann haben wir vier Möglichkeiten:

  1. Hinz und Kunz haben beide einen Vorteil (oben rechts)
    Dann hat Hinz intelligent gehandelt, denn beide haben etwas davon.
  2. Hinz hat einen Vorteil, Kunz trägt den Nachteil (unten rechts)
    Hinz hat wie ein Bandit gehandelt, denn er hat sich einen Vorteil verschafft, indem er Kunz schadet.
  3. Hinz handelt zu seinem Nachteil und Kunz profitiert davon (oben links)
    Hinz zeigt sich unbedarft (naiv?), denn er hat sich selbst geschadet und Kunz trägt den Nutzen davon.
  4. Hinz schadet sich selbst ohne dem Kunz zu nutzen, oder noch schlimmer:
    Hinz schadet sich und dem Kunz (unten links)
    Das ist Dummheit, denn hier hat niemand etwas davon.

Cipolla erklärt in seinem lesenswerten Essay das Diagramm genauer und schildert die Konsequenzen in aller Tiefe. Besonders verstörend ist sein Befund:

Der dumme Mensch zählt zu den gefährlichsten Menschen,
die es gibt.

Nun wissen wir ja, dass (frei nach Sartre) “die Dummen die Anderen sind.” Wie oben schon gesagt, jeder wird das Zitat von Einstein unterschreiben, aber niemand sich in irgendeiner Weise angesprochen fühlen. Die Definition von Cipolla mag vielleicht zu einer besseren Selbsterkenntnis verhelfen. Wir sollten vor unseren Handlungen überlegen, in welchen der vier Quadranten wir landen werden, wenn wir sie ausführen.

Einige Befürworter des Brexit haben dies offensichtlich nicht getan (nur mal so).

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Wie glücklich sind Sie in Ihrem Beruf?

Wenn Sie einmal eine Visualisierung Ihrer Arbeitszufriedenheit sehen möchten, dann schauen Sie sich doch einmal das Triangle of Happiness an. Hierbei handelt es sich um eine kleine Spielerei, mit der Ihre Arbeitszufriedenheit als Dreieck mit den Eckpunkten Einkommen, Kollegen und Arbeit selbst dargestellt wird.

Zum Erstellen Ihres persönlichen Dreiecks geben Sie mittels Schiebereglern an, wie zufrieden Sie mit den o.a. Elementen sind und wie hoch sie diese gewichten. Auf Knopfdruck bekommen Sie dann Ihr Dreieck samt einer kurzen Erklärung angezeigt.

Wie gesagt, es handelt sich um eine schöne Spielerei, allzu ernst sollten Sie das Diagramm wahrscheinlich nicht nehmen. Aber wer weiß, vielleicht kann es als Ausgangspunkt für weitergehende Überlegungen dienen.

TriangleOfHappiness

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Schreiben Sie klare Betreffs, bitte!

In Deutschland gibt es für nahezu alle Bereiche des täglichen Lebens ein Gesetz, eine Vorschrift, eine Regel oder zumindest eine Norm. Glauben Sie nicht unseren Politikern, die in diesem Zusammenhang immer mit dem Finger auf Brüssel zeigen. Das war bei uns schon immer so. Um bürokratischen Wildwuchs zu erzeugen, brauchen wir keine EU, das können wir schon selber.

Dabei soll aber nicht verschwiegen werden, dass manche Normen durchaus von großem Nutzen sind. Die DIN 5008 ist ein solche Norm. Sie “legt Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung fest” (Wikipedia). Sie merken schon, es geht hier um Geschäftsbriefe. Wie ein solcher normierter Geschäftsbriefbogen aussehen sollte, zeigt Ihnen eine eigene einschlägige Website.

Für besonders nützlich in einem Geschäftsbrief halte ich die Betreffzeile. Sie sollte so kurz wie möglich sein und dem Leser auf einem Blick darüber informieren, worum es in dem Schreiben überhaupt geht.

Während sich die meisten Briefeschreiber in der Geschäftswelt daran halten, ein aussagekräftiges und kompaktes Betreff zu schreiben, ist dies bei Betreffzeilen von E-Mails oft nicht der Fall. Und das, obwohl es sich oft um die gleichen Personen handelt, die da schreiben.

Dabei ist ein aussagekräftiges Betreff bei E-Mails mindestens genauso sinnvoll wie bei Briefen, wenn nicht sogar noch wichtiger. Denn bei der großen Menge von E-Mails, denen viele Empfänger ausgesetzt sind, ist es geradezu überlebenswichtig, schnell zu erfassen, um was es geht, wenn man nicht in der E-Mail-Flut absaufen will. Zudem unterstützen auch die meisten E-Mail-Programme durch ihr Layout das schnelle Erfassen (“Screening”) der Betreffzeilen.

Wenn Sie schon die Absender nicht dazu bringen können, vernünftige E-Mails zu schreiben, dann gehen Sie wenigstens mit gutem Beispiel voran. Versetzen Sie sich in die Rolle des Empfängers. Was muss in den Betreff, damit er entscheiden kann, ob etwas und wenn ja, was mit der E-Mail zu tun ist?

Sean Blanda empfiehlt dem eigentlichen Betreff bestimmte fest definierte Kürzel voranzustellen: 5 Prefixes You Should Be Using in Your Email Subject Lines. Im amerikanische Sprachraum sind dies:

  • FYI: For your information
  • Urgent: Dringend (echt jetzt!)
  • EOM: End of Message
  • NRN: No Reply Needed
  • NFA: No Further Action

Ich weiß nicht, ob wir bei uns solche Kürzel schon einmal in Gebrauch hatten. Wenn ja, dann konnten sie sich nicht durchsetzen. Schade eigentlich. Sie würden den E-Mail-Verkehr und vor allem die Weiterverarbeitung der Nachrichten erheblich vereinfachen.

Allerdings können Sie auch bei uns einen entsprechenden Hinweis dem Betreff voranstellen, z.B.

  • Nur zur Ihrer Information
  • Bitte um Entscheidung
  • Bitte um Rückruf usw.

Um die Arbeit zu vereinfachen, können Sie sich dafür zum Beispiel Textbausteine und Tastaturkürzel zurechtlegen.

Denken Sie einmal darüber nach, Ihre Korrespondenzpartner werden es Ihnen danken!

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[Foto von 422737 [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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Wie Sie Ihr Pausenbrot richtig einpacken

Wenn ich die letzten Jahre Revue passieren lassen, dann muss ich sagen, dass sich in den Kantinen unserer Unternehmen viel getan hat. Ich mag gar nicht an das Angebot während meiner Lehrzeit denken, da schüttelt es mich jetzt noch.

Aber auch, wenn die Werksküchen mittlerweile gesundes und schmackhaftes Essen anbieten, so ziehen es doch viele Mitarbeiter vor, das eigene Pausenbrot mitzubringen. Im Internet gibt es sicher eine ganze Menge von Beschreibungen, was auf ein ordentliches Pausenbrot drauf muss, Elana Carlson geht es in ihrem Artikel darum, wie man es richtig verpackt: How to Wrap a Sandwich.

Es gibt noch eine andere Methode. Man nehme eine massive Brotbüchse. Dann bleibt die Stulle ebenfalls frisch und zerquetscht wird auch nichts. Allerdings trägt das Teil mehr auf.

[Foto von Ken Boyd [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

[via Lifehacker]

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Tagen in der JuHe? Warum eigentlich nicht?

Ich gebe zu, als mir ein Kunden vor einigen Jahren vorschlug, ein Strategiemeeting in einer Jugendherberge zu moderieren, habe ich, ob merklich oder nicht, weiß ich nicht mehr, die Stirn gerunzelt. Mir gingen sofort Erlebnisse meines Landschulheimaufenthaltes durch den Kopf, Zimmer mit Mehrfachbelegung und Stockbetten, Küchendienst und strenge Herbergseltern in kurzen Hosen, die grimmig darauf achteten, dass keine Regel übertreten wurde.

Ich wurde eines besseren belehrt. Der Workshop damals in der Jugendherberge in Bingen am Rhein war ein voller Erfolg. Dies lag nicht zuletzt an dem großzügigen hellen Tagungsraum mit Blick auf den Rhein, ausgestattet mit allem, was das Moderatorenherz begehrt.

Mittlerweile hat das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) sein Angebot ausgeweitet. Es gibt sogar eine eigene Übersicht im Netz, auf der man sich ausführlich über das Tagungsangebot informieren kann.

Auch die Jugendherberge in Überlingen bietet Räumlichkeiten für Seminare, Tagungen und Workshops an. Das DJH lud mich ein, mir selbst ein Bild von den Tagungsmöglichkeiten im Martin-Buber-Haus in Überlingen zu machen.

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Das Wichtigste gleich vorweg: Auch in Überlingen kann man hervorragend tagen. Das Haus wurde erst vor wenigen Monaten komplett renoviert. Schön ist es geworden, modern, aber nicht steril, großzügig und doch nicht ungemütlich. Hier die Fakten:

Anreise
Die Jugendherberge ist mit dem Auto über die Singener Autobahn und die B31 gut zu erreichen. Auch die Anreise mit dem ÖPNV ist kein Problem, der nächste Bahnhof ist nur 300 m entfernt.

Lage

Über den Bodensee braucht sicher nichts zu erzählen. Die Jugendherberge liegt oberhalb des Sees fußläufig zu erreichen ist. Die meisten Zimmer haben Seeblick.
Die Umgebung bietet einiges: Die Pfahlbauten, Schloss Salem, Schiff fahren u.v.m.

Tagungsräume
Das Haus bietet fünf Tagungsräume, die unterschiedlich bestuhlt werden können. Mit einem atriumartigen Innenhof und einer großzügigen Lobby und zwei Präsentationsräumen im obersten Stockwerk (Seeblick!) gibt es genug Möglichkeiten für Teilnehmer, sich für Kleingruppenarbeit zurückzuziehen.

Alle Räume sind tagungstechnisch voll ausgestattet. Es gibt überall fest installierte oder flexible Datenprojektoren, Flipcharts, eine Tonanlage und ein Rednerpult, wenn man so etwas braucht. Was noch fehlt, sind Pinnwände. WLAN ist überall vorhanden, wird aber von einem externen Anbieter kostenpflichtig bereitgestellt. Eine Lösung, mit der ich nicht immer gute Erfahrungen gemacht habe.

Unterkunft
Die Zimmer entsprechen dem Standard, wie er für eine moderne Jugendherberge üblich ist. Auf Anfrage können die Mehrbettzimmer natürlich auch einzeln belegt werden, wenn nicht gerade sommerliche Hochsaison herrscht. Auch Zimmerservice ist auf Anfrage möglich.

Verpflegung
Wenn Sie in einer Jugendherberge fade Kost befürchten, dann liegen Sie hier völlig falsch. Das Essen braucht den Vergleich mit einer Hotelküche nicht zu scheuen. Es hat außerordentlich gut geschmeckt. Und das Frühstück war vom feinsten, wenn da noch Wünsche offen bleiben, dann weiß ich auch nicht. Ein Kompliment an die Küche!

Rahmenprogramm

Das Martin-Buber-Haus bietet eine Fülle von Pauschalprogrammen, von der Weinprobe bis hin zur Vermittlung von Outdooraktivitäten. Geocaching oder Floßbau sind Aktiviäten, die manches Training gut ergänzen können. Es ist auch möglich, Programme aus Einzelbausteinen zusammenstellen zu lassen.

Ich könnte mir gut vorstellen, Seminare, Tagungen oder Konferenzen im Martin-Buber-Haus durchzuführen. Beeindruckt haben mich die hohe Flexibilität der Mitarbeiter mit der Bereitschaft, auch auf individuelle Wünsche einzugehen.
Ein paar Dinge sind noch zu erledigen. So ist ein zusätzlicher Seminarraum in Arbeit, der auch größere Gruppen aufnehmen kann. Auch Pinnwände sollten noch angeschafft werden. Sie gehören heute zur Standardausstattung von Tagungsstätten.
Eine Einschränkung gibt es doch. Ich persönlich halte das Haus für die Anwendung von Großgruppenmethoden wie OpenSpace oder Barcamps aufgrund des baulichen Zuschnitts für eher weniger geeignet.

Ein Nachsatz: Mit einer „Herberge“, wie ich sie noch von meiner eigenen Jugend her kenne, hat das Martin-Buber-Haus nun wirklich nichts mehr zu tun. Dennoch ist es von der Philosophie her immer noch eine Jugendherberge und so werden Sie in der Regel auf Jugendgruppen und Familien treffen. Wen das nicht stört, der kann hier gut und günstig tagen. Und so nutzen auch immer mehr Firmen das Tagungsangebot des Hauses.

Das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) ist Partner des Artikels, ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal für die Einladung ins Martin-Buber-Haus in Überlingen herzlich bedanken.

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Benehmen Sie sich!

Man kann über Benimmregeln denken wie man will, aber oft vereinfachen Sie durch eine Art gemeinsamer Code die Kommunikation zwischen uns Menschen. Nun gibt es viele Leute, die meinen, Etikette sei verstaubt und lediglich ein Ausdruck gesellschaftlicher Zwänge. Ich möchte mich in diese Diskussion nicht einmischen, glaube aber, dass es das Zusammenleben enorm vereinfacht, wenn man sich an gewisse Regeln hält. Es macht einfach keinen Sinn, eine Präsentation beim Kunden in kurzen Hosen und Flip-Flops zu halten, wenn die Zuhörerschaft einen gedeckten Anzug trägt. Sicher, der Redner kann mit diesem Auftreten damit rechnen, bei den Anwesenden lang im Gedächtnis zu bleiben. Fragt sich nur, auf welche Weise.

Die Beachtung gemeinsam akzeptierter Codes ist eine wichtige Voraussetzung für eine gemeinsame Wellenlänge oder den Rapport, wie die Fachleute sagen. Dass es hierbei kulturelle Unterschiede gibt, steht außer Frage. Nicht umsonst werden zukünftige Expats in den Benimmregeln des zukünftigen Gastlandes geschult, um den Einstieg für beide (!) Seiten zu erleichtern.

Benimmregeln sind nicht statisch, sondern ändern sich mit der Zeit. Deshalb ist es sinnvoll, sich ab und zu auf den Stand der Dinge zu bringen. Das gilt insbesondere für Berufsanfänger, die oft genug erst mit dem Eintritt in das Arbeitsleben mit Umgangsformen konfrontiert werden. (Das klingt vielleicht hart, ist aber so.)

Genau für diese Zielgruppe hat Susanne Beckmann ihr Buch verfasst: #Benehmen: Aktuelle Umgangsformen für Berufseinsteiger.

Das Buch bringt Benehmen auf den Punkt. Schnörkellos, kurz und knapp bringt es die Leser auf den aktuellen Stand hinsichtlich:

  • Optik (persönliches Erscheinungsbild)
  • Umgang mit anderen Menschen
  • Direkter und indirekter Kommunikation
  • Unterwegs beim Kunden und auf Messen
  • Esskultur und Tischsitten

Das Buch ist knapp geschrieben, deckt aber dennoch die wesentlichen Herausforderungen ab, vor denen Berufsanfänger (und nicht nur die) im gesellschaftlichen Umgang gestellt werden. Der Umgang mit Visitenkarten wird genauso behandelt wie das Verhalten im Small Talk.

Bleibt die Frage: Muss man sich um all diese Konventionen scheren? Nein, das muss man vermutlich nicht und die Welt ist voll von Menschen, die es auch ohne dieses ganze Benimmgedöns „geschafft“ haben. Allerdings hätten Sie es vielleicht einfacher haben können, wenn sie sich an ein paar Regeln gehalten hätten. So schwer ist das nun auch wieder nicht.

BTW: Untrennbar verbunden sind Verhaltensregeln mit dem Namen Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge. Leider wird das Werk dieses Mannes auf Regeln wie „man den Löffel zum Mund führt“ und ähnliches reduziert. Sein Buch „Über den Umgang mit Menschen“ geht darüber aber weit hinaus. Vielmehr handelt es davon, wie man generell mit Menschen umgehen sollte. Es lohnt sich allemal, einen Blick hinein zu werfen. Sie können es für 0,99 € für Ihren Kindle erwerben.

BTW/2: Offenbar gibt es momentan Schwierigkeiten, das Buch von Susanne Beckmann über Amazon zu erwerben. Sie können es auch über die Website der Autorin erhalten (Link). Dort finden Sie auch weitere Informationen und ein nettes Quiz, wo Sie überprüfen können, wo Sie benimmtechnisch gerade stehen.

[Foto von Nenad Maric [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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Tipps zum Geld sparen

Wie die geneigten Leser wissen, schaue ich immer wieder fasziniert auf die Anhänger der Minimalismus-Bewegung. Vor allem auf die, die diesen Ansatz nicht nur predigen, sondern auch leben. Leo Babauta ist so einer. Besonders inspiriert hat mich jedoch Jacob Lund Fisker und sein Buch “Early Retirement Extreme”. 

Dabei ist der Ausdruck “Retirement” etwas irreführend. Tatsächlich geht es gar nicht um den Ruhestand. Vielmehr geht es darum, sich den Zwängen unnützen Konsums zu entziehen, um mit der gewonnenen Freiheit das zu tun, was man gerne möchte. Freiheit, die man dadurch gewinnt, nicht das Geld verdienen zu müssen, um all die Bedürfnisse befriedigen zu können, die man zu haben glaubt, getreu nach dem Motto:

Der größte Reichtum ist die Armut an Bedürfnissen.

Choo Woon Lim gibt in seinem/ihrem Artikel Tipps, wie wir im Alltag durch kleine Maßnahmen Geld sparen können: Top 10 life hacks for your wallet. Hier sind sie (Bemerkungen von mir):

  1. Kochen Sie zu Hause
    Stimmt. Das auswärts Essen geht ordentlich in die Kasse. Und wenn das Essen billig ist, dann taugt es meistens nichts. Für mich ist das Essen im Restaurant etwas Besonderes. Ich genieße es ganz bewusst und dann darf es ruhig auch etwas kosten, wenn die Qualität stimmt.
  2. Verfolgen Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben
    Es ist immer wichtig zu wissen, wo das Geld “rausgeht”, wie der Schwabe sagt. Bedienen Sie sich dazu eines Haushaltsbuchs. So etwas können Sie hier, hier oder hier beziehen. Kostenlos, aber garantiert nicht umsonst.
  3. Achten Sie auf Angebote
    Passen Sie auf. Angebote sind nicht immer Angebote. Manchmal sind sie auch nur ein Trick, noch mehr vom gleichen abzusetzen. Sie wissen schon “Kauf 2, nimm 3”, obwohl 1 schon mehr als genug ist.
  4. Brauen Sie Ihren Kaffee selbst
    Im Gegensatz zu Italien, wo es den köstlichsten Kaffee für einen Appel und ein Ei gibt, ist das Kaffee trinken in Deutschland wirklich teuer. Meistens schmeckt er auch nicht. Wie im Fußball können die Deutschen die Italiener auch im Kaffee zubereiten nicht schlagen. Also sparen Sie sich das Geld und trinken Sie Ihren Kaffee zuhause. Das ärgert zwar Starbucks & Co, entlastet aber Ihren Geldbeutel.
  5. Kaufen Sie größere Mengen zum günstigen Preis
    Das gilt aber nur für Güter, die Sie tatsächlich verbrauchen werden. Siehe dazu (3).
  6. Sparen Sie sich teures Entertainment
    Auch hier gilt das unter (1) Gesagte. Lassen Sie den Kinobesuch nicht zur Routine werden. Er sollte etwas Besonderes bleiben.
  7. Wählen Sie sorgfältig aus
    Was benötigen Sie tatsächlich und wie oft benötigen Sie es? Auch ein billiges Werkzeug oder Kleidungsstück wird teuer, wenn es nicht benutzt wird.
  8. Vermeiden Sie die Kreditkartenzahlung bei kleinen Beträgen
    Bei uns ist das nicht das Problem, weil nirgendwo die Kreditkartenakzeptanz so gering ist wie hier, bei Kleinbeträgen sowieso.
  9. Halten Sie Ihr Fahrzeug in Schuss
    Das gilt auch für all die anderen Geräte, Werkzeuge, Klamotten, Schuhe usw.
  10. Handeln Sie umweltbewusst
    Denken Sie an langlebige Produkte, die sich auch wiederverwenden lassen. Bevor Sie etwas wegwerfen, überlegen Sie, ob vielleicht jemand anderes es verwenden könnte und verschenken Sie es.

Ähnliche Tipps gibt Ihnen auch Christoph Herrmann in seinem Artikel “25 Tipps, wie Du minimalistischer leben kannst (innerhalb einer Stunde)”. Und das sogar in Deutsch.

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[Foto von Steve Buissinne [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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Scott Hanselman über Informationsflut

Scott Hanselman ist leitender Programmmanager bei Microsoft, einflussreicher Blog- und Buchautor. Hier widerlegt er die These, dass Microsoft-Mitarbeiter nicht präsentieren können. Der Titel des Vortrags: Information Overload and Managing the Flow. Ein Referat über die Grundlagen..

Scott Hanselman – Information Overload and Managing the Flow from Øredev Conference on Vimeo.

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Wie Sie Verbindlichkeit herstellen

Ein fixe Idee, die in den Managerköpfen offensichtlich unumstößlich fest verdrahtet ist, besagt, man müsse seine Mitarbeiter nicht kontrollieren. “Kontrolle” hat auch wirklich einen unbestritten negativen Beigeschmack. Man denkt sogleich an Diktatur, Geheimdienst und sonstige Begriffe aus der politischen Giftküche.

Es geht jedoch nicht darum, stets zu wissen, was mein Mitarbeiter denkt oder fühlt, sondern darum, wie weit er mit seinen Aufgaben ist, wie er damit klarkommt und ob er vielleicht Unterstützung braucht. Controlling im Sinne des englischen Sprachgebrauchs also: Nachsteuern oder – regeln. Außerdem, viele werden es nicht glauben, zeigt diese Art von “Kontrolle” auch Wertschätzung für die Arbeit meines Mitarbeiters. Ich zeige ihm/ihr, dass ich mich für das interessiere, was er/sie macht. Michael Hyatt benutzt das Wort “to track” für die Kontrolle in diesem Sinn. Übersetzt heißt das in etwa: Die Spur verfolgen oder nachvollziehen.

Wenn Sie “Tracking” in diesem Sinne betreiben wollen, dann benötigen Sie ein “trusted system”, etwas, das Sie im richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort an die Aufgaben erinnert, die Sie delegiert haben. Und hier kommt David Allens @WartenAuf- Kontext ins Spiel. Wie das geht, können Sie in einem Artikel von Michael Hyatt nachlesen: How To Better Track The Task You Delegate To Others. Hyatt beschreibt fünf Kriterien des guten Delegierens:

  1. Weisen Sie die Aufgabe einer Person zu
  2. Definieren Sie ein spezifisches Ergebnis
  3. Sagen Sie klar, in welchem Zeitrahmen die Aufgabe zu erledigen ist
  4. Machen Sie sich für evtl. Beratung verfügbar
  5. Verfolgen Sie die delegierte Aufgabe auf einer geeigneten Liste
    (da haben wir sie wieder, die  @wartenauf-Liste)

Als Werkzeuge empfiehlt er:

  1. Eine eigene Seite im Notizbuch oder Tagesplaner
  2. Outlook & Co, sowie E-Mail-Ordner
  3. Outlook & Co als Aufgabenplaner
  4. Spezielle Aufgabenplaner (Things for Mac, Nozbe, OmniFocus und was es da noch alles gibt)

Wenn Sie das konsequent tun, dann bekommen Sie den vielleicht wichtigsten Effekt: Sie stellen in Ihrem Team Verbindlichkeit her, denn alle Ihre Mitarbeiter wissen, Sie sind und bleiben am Ball.

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Wie Sie “Nein” per E-Mail sagen

Auch wenn Ihnen nicht der innere Antreiber “Mach es allen recht” im Nacken sitzt, so kann dennoch das “Nein” sagen äußerst unangenehm sein. Oft schieben wir das “Nein” vor uns her und hoffen, dass das Anliegen sich von allein erledigt oder im Sande verläuft. Oder, wir sagen schließlich doch “Ja”, obwohl wir wissen, dass wir die Bitte gar nicht erfüllen können oder wollen. Ein furchtbarer Eiertanz, der oft in einem ebensolchen Gemurkse endet. Damit ist letztlich keinem gedient.

Wie wir es schaffen, freundlich “Nein” zu sagen, verrät uns Alexandra Franzen in ihrem Artikel “How to Say No to Anyone (Even a Good Friend)”.  Sie schlägt vor, eine ablehnende E-Mail nach folgendem Muster zu schreiben:

Hallo [Name ],

Danke für Deine Nachricht.

Es ehrt mich sehr, dass Du gerade mich um [Anliegen] gebeten hast.
Ich war hin- und hergerissen und habe lange überlegt.
Auch wenn es mir schwer fällt, kann ich leider Deine Bitte nicht erfüllen, weil/denn [Grund].

Vielleicht kann ich Dich aber in anderer Weise unterstützen.
[Beschreibung, was Sie anderweitig tun könnten/möchten]

Nochmals Danke, dass Du an mich gedacht hast und Danke auch für Dein Verständnis.

[Ihr Name]

Wie Sie sich denken können, habe ich die englische Vorlage eingedeutscht, denn der amerikanische Ton ist für unsere Verhältnisse doch etwas dick aufgetragen. Ich bitte dies nicht als Wertung, sondern als Feststellung aufzufassen. Vielleicht ist ja selbst die eingedeutschte Variante dem einen oder anderen Leser zu “soft”.
Es müssen auch nicht alle Elemente benutzt werden, manchmal können oder wollen Sie keine andere Unterstützung anbieten. Dann schreiben Sie eben gar nichts in dieser Richtung.

Zu welchem Schluss Sie auch kommen, allzu lange sollten Sie mit der Ablehnung des Anliegens nicht warten. Bringen Sie es hinter sich, dann kann Ihr Partner sich rechtzeitig nach Alternativen umsehen.

Außerdem empfehle ich Ihnen eine Ablehnung per E-Mail nur dann, wenn Sie die Bitte auch per E-Mail erhalten haben. Kam Sie mündlich, dann würde ich auch mündlich antworten.

Eines bleibt: Die Ablehnung einer Bitte ist immer unangenehm. Allerdings macht oft der Ton die Musik. Wenn es Ihnen gelingt, den richtigen zu treffen, dann ist die Chance groß, dass die Beziehung intakt bleibt

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[Grafik von Gerd Altmann [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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