Archiv der Kategorie: Selbstorganisation

GTD® mit Thunderbird

Wie die Leserinnen und Leser dieses Blogs wissen, bin ich bekennender Outlook-Fan. Zumindest, wenn es sich um die Windows – Version dieses mächtigen Personal Information Managers geht. Leider ist der Funktionsumfang von Outlook für den Mac bei weitem nicht so mächtig und in der neuen letzten Version wurden m. E. sogar noch ein paar “Verschlimmbesserungen” gegenüber dem Vorgänger vorgenommen. Sehr unbefriedigend das Ganze.




Aus diesem Grund bin ich für meinen Mac immer noch auf der Suche nach einem adäquaten Ersatz. Ein Programm, das mir schon zu früheren Zeiten sehr gut gefallen hat, ist der bekannte E-Mail-Client Thunderbird. Weil ein reines E-Mail-Programm jedoch Outlook nicht ersetzen kann, muss Thunderbird mit entsprechende Plugins aufgebohrt und auch sonst entsprechend angepasst werden.

Wie das geht, zeigen diese Artikel:

Leider sind die Artikel schon etwas älter. In der Zwischenzeit sind für einige wichtige Produktivitäts-Apps eigene Erweiterungen für Thunderbird erschienen, so etwa für Todoist, Remember the Milk der Toodledo, die aber schon wieder eingestellt oder zwar noch erhältlich sind, aber nicht mehr gepflegt werden. Schade.

Thunderbird und der Exchange-Server

Für mich sind solche Lösungen auch nur eingeschränkt interessant, vielmehr würde ich mit Thunderbird & Co gerne auf meinen Exchange-Server unter Office 365 zugreifen. Das scheint mit einiger Pfriemelei zu gehen, wie man z. B. in der Anleitung der TU Dresden nachlesen kann: Konfiguration von Thunderbird als Client für den Exchange-Dienst der TU-Dresden. Beschrieben wird hier die Anbindung der E-Mail- und der Kalenderfunktion.

Dass E-Mail und Kalender sich hervorragend mit einem Exchange-Server vertragen, wusste ich schon von iPhone und iPad. Was ist aber mit dem Aufgabenmanager? Für mich ist der Aufgabenmanager unverzichtbarer Bestandteil meiner Arbeitsorganisation. Leider konnte ich bislang noch keine befriedigende Lösung für dieses Problem finden. Bislang, denn es gibt einen Silberstreifen am Horizont, in Form des Exchange EWS Provider. Die Erweiterung ist ummesonscht, herunterladen können Sie das Plugin unter GitHub. Ein Pferdefuß hat das Ganze allerdings. Auch wenn das Programm von der Fa. Ericsson gepflegt wird, sieht das ganze doch nach Technikkram für Fortgeschrittene aus. Daran ändert auch die umfangreiche Dokumentation nichts. Ich zumindest traue mir die Installation und Einrichtung nicht so ohne weiteres zu.

Deshalb eine Bitte: Wenn Sie mehr Ahnung von der Materie haben als ich und Lust verspüren, den Exchange EWS Provider einmal auszuprobieren, dann lassen Sie uns an Ihren Erfahrungen teilhaben. Ewiger Ruhm ist Ihnen sicher!

thunderbird_logo-only_RGB-300dpi

[Quelle Logo Thunderbird unter CC-BY 3.0]

Schreibe eine Antwort

Inneneinsichten eines Meisters der Aufschieberitis

Tim Urban bezeichnet sich selbst als Meister der Aufschieberitis. In einem TED-Talk lässt er uns an seiner Meisterschaft teilhaben: Inside the mind of a master procrastinator.

Mindestens so interessant wie seinen Vortrag finde ich den Artikel, in dem er beschreibt, wie sich sein TED Talk die Zeit entwickelt hat: Doing a TED Talk: The Full Story.  Sie erfahren in dem Beitrag eine Menge über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Vortragsstile. Tim untermalt dies mit einer Fülle von Diagrammen, der Artikel ist sehr unterhaltsam. Es lohnt sich, ihn zu lesen, finde ich.

1 Antwort

David Allen über Produktivität & Co

Heute fehlt mir etwas der Antrieb, selbst etwas zu schreiben. Deshalb möchte ich den Meister selbst zu Wort kommen lassen. Erett Dunn hat David Allen interviewt:
20 Lessons from David Allen on Succeeding at Work, Life, and GTD.

Das Video dazu können Sie auch gleich hier anschauen.

Schreibe eine Antwort

Wie Sie Ihre Produktivität torpedieren

Mit der Produktivität ist es wie mit dem Erfolg. Sie finden ein Unmenge von  Ratgebern in der Buchhandlung, deren Autoren Ihnen genau erzählen, wie es gehen soll.  Von den unzähligen Blogs und Artikeln im Internet ganz zu schweigen. Und ja, ich bekenne, auch das ToolBlog gehört dazu.

Bei näherer Betrachtung kann es den Königsweg nicht geben. Wenn dem so wäre, wären wir alle produktiv bis zur Schmerzgrenze. Also heißt es so lange suchen, bis man seinen eigenen Weg zur Produktivität gefunden hat.

Während wir im Nebel herumstochern, was unsere Produktivität angeht, wissen wir hingegen ziemlich genau, was uns unproduktiv macht. Rashelle Isip zählt einige Faktoren auf: 15 Bad Habits Which Always Destroy Your Productivity. Diese sind:

  1. Sie brauchen für eine einfache Aufgabe zu viel Zeit
    Wenn Sie sich dabei ertappen, dass Sie bei Routineaufgaben immer wieder das Rad neu erfinden müssen, dann wird es Zeit fürs Rationalisieren. Überlegen Sie, wie Sie die Tätigkeit vereinfachen können. Erstellen Sie für den Ablauf eine geeignete Checkliste.
  2. Sie gehen mit sich selbst zu hart ins Gericht, wenn Sie mit einer Aufgabe nicht fertig werden
    Grämen Sie sich nicht allzu sehr. Unterbrechungen und Störungen gehören zum Alltag. Merken Sie sich, an welchem Punkt Sie die Tätigkeit unterbrochen haben und machen Sie sich ggf. eine Notiz. Dann fällt der Wiedereinstieg leichter.
  3. Sie verbringen den ganzen Tag mit Planung
    Es gibt Menschen die planen sich zu Tode. Man nennt sie auch Micro-Manager. Aufgaben werden nicht durch Planen erledigt, sondern durch Handeln.
  4. Sie sitzen eine Stunde nach der anderen am Schreibtisch
    Achten Sie auf angemessene Pausen. Schalten Sie ab und tun Sie etwas für Ihren Körper. Machen Sie einen kurzen Spaziergang oder Gymnastik .
  5. Sie lassen regelmäßig Mahlzeiten aus
    Nehmen Sie Ihre regelmäßig Mahlzeiten ein, möglichst nicht am Arbeitsplatz.
  6. Sie zwingen sich dazu, eine Produktivitäts-App zu verwenden, die Sie eigentlich gar nicht mögen
    Ich habe eine Faustregel: Wenn ich die Philosophie einer Software nach einer Woche nicht begriffen habe, werfe ich sie wieder vom Rechner. Und andersrum: Wenn ich mit einem Programm meine Arbeit erledigen kann, bleibe ich dabei. Etwas Besseres gibt es immer, aber ich habe weder Zeit noch Lust, ständig danach zu suchen.
  7. Sie warten auf den perfekten Augenblick, um mit einer Aufgabe zu beginnen
    Diesen Fehler kenne ich allzu gut. Den perfekten Augenblick mag es zwar geben, aber es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass Sie ihn erwischen, wenn Sie auf ihn warten. Also legen Sie los!
  8. Sie checken alle zwei Minuten Ihre E-Mails
    Das E-Mail-Programm ist kein einarmiger Bandit, hat aber die gleiche Wirkung. Stellen Sie die automatische Benachrichtigung bei neuer Post im Eingang ab! Sie entscheiden, wann Sie den Posteingang durchsehen, nicht das Programm.
  9. Sie arbeiten sofort das ab, was gerade auf Ihren Schreibtisch kommt
    ”Last in, first out”, nennt der Fachmann dies. In manchen Fällen der Materialwirtschaft mag das sinnvoll sein, nicht so bei der Arbeitsorganisation. Planen Sie Ihre Arbeit selbst, sonst tun es andere.
  10. Sie bearbeiten mehrere Aufgaben gleichzeitig
    Über Multitasking ist schon alles gesagt. Es funktioniert einfach nicht (auch nicht bei Frauen).
  11. Sie gehen unvorbereitet in Besprechungen
    Ein Klassiker.
  12. Sie versäumen, Ihren Kalender durchzusehen
    Nur der Kalender reicht nicht. Planen Sie feste Zeiten ein, um Ihren Kalender und Ihre To-do-Listen durchzusehen und ggf. anzupassen. In einem Weekly Review zum Beispiel.
  13. Sie schieben die Schuld auf Ihre Werkzeuge
    Das ist eine Untugend, die man immer wieder erlebt. Nicht PowerPoint ist für schlechte Präsentationen verantwortlich, sondern der “User”, der PowerPoint missbraucht. Dasselbe gilt natürlich auch für Outlook & Co.
  14. Sie warten mit dem Beginn einer Aufgabe bis kurz vor knapp
    Sicher ist es besser, rechtzeitig mit einer Aufgabe anzufangen, so dass Sie von unvorhergesehenen Ereignissen nicht aus der Bahn geworfen werden. Aber ich kenne auch Zeitgenossen, die diesen Druck brauchen um Ihre Arbeit zu erledigen.
  15. Sie weigern sich, neue Fertigkeiten zu erlernen
    Ich denke, hierzu muss man nichts mehr sagen. Wer schon alles weiß, kann nichts mehr lernen. Fatal in diesen Tagen.

Die Aufzählung gleicht fast schon einer Checkliste. Gehen Sie die einzelnen Punkte doch einmal selbstkritisch durch. Doch wie gesagt, wenn Sie diese Hindernisse vermeiden, heißt das noch nicht zwingend, dass Sie produktiv sind. Die Vermeidung der o.a. Verhaltensweisen ist für die Produktivität notwendig, aber nicht hinreichend, wie die Mathematiker sagen.

stop-1077973_1920

[Foto von 1588877 [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

Schreibe eine Antwort

Wer findet, muss nicht suchen

Unter Matthäus 7,7 finden Sie in der Bibel den bekannten Satz, in dem es heißt:

…sucht, und ihr werdet finden…

Bevor der geneigte Leser diese Bibelstelle als Entschuldigung für eine schlampige Ablage anführt, möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass genau dieses nicht damit gemeint ist.

In der täglichen (Arbeits-) Organisation steht das Suchen nach verlegten Schriftstücken oder Gegenständen ganz oben auf der Hitliste der Zeitdiebe. Wenn Sie öfter Gedanken habe wie

    • Wo war doch gleich der Schlüssel?
    • Ich bin mir sicher, ich habe die Brille hier hin gelegt
    • Jetzt kann ich den Einkaufszettel nicht mehr finden
    • Wo ist eigentlich das schöne grün-karierte Hemd von letztem Winter?
    • …,

dann herzlich willkommen im Klub. Aber auch eine Suche kann systematisch gestaltet werden.  Professor Solomon ist Spezialist im Wiederfinden verlorener Objekte und hat ein Buch über diese Kunst geschrieben. Hier die zwölf Prinzipien erfolgreichen Wiederfindens:

  1. Nicht danach suchen.
  2. Nicht das Objekt ist verloren, Sie sind es.
  3. Erinnern Sie sich an die drei C’s
  4. Es ist da, wo es vermutlich hingehört.
  5. Bedenke das langsame Abwandern innerhalb des Hauses.
  6. Den Tunnelblick vermeiden.
  7. Den Tarneffekt beachten.
  8. Zurückdenken und erinnern .
  9. Gründlich genug hingeschaut?
  10. Die Eureka-Zone.
  11. Den zeitlichen Ablauf nachvollziehen.
  12. War es jemand anders?

Prinzip Nummer 3 gefällt mir am besten. Die drei C’s sind übrigens Comfort, Calmness, Confidence. Wahrscheinlich ist die Ruhe (Calmness) schon die halbe Miete.

Das Buch können Sie übrigens auf seiner Website seiner Website als pdf-Datei herunterladen. Es umfasst stolze 122 Seiten und ich frage mich, ob ich mich vielleicht darauf konzentrieren sollte, Dinge erst gar nicht zu verlieren, bevor ich mich in die Lektüre dieses umfangreichen Buches stürze.

Auch Mark Dykeman gibt Ihnen ein paar Tipps, wie Sie das Verlorene wiederfinden können: 7 Steps To Find Lost Objects After Panic Sets In. Marks Ratschläge:

  1. Nehmen Sie ein paar lange tiefe Atemzüge
  2. Schalten Sie Ihren Verstand aus
  3. Ist es wirklich Ihr Eigentum oder gehört es jemand anderen?
  4. Haben Sie es vielleicht jemandem ausgeliehen?
  5. Schauen Sie langsam und sorgsam da nach, wo das Objekt hingehört
  6. Schauen Sie langsam und sorgsam da nach, wo das Objekt zwar nicht hingehört, aber vielleicht sein könnte
  7. Finden Sie heraus, wer in der Nähe des Ortes war, wo das Objekt eigentlich hingehört

Eine nützliche Checkliste, nähere Erläuterungen zu den einzelnen Punkten finden Sie im Beitrag.

Aber nicht, dass Sie jetzt so viel Spaß am Finden bekommen, dass Sie die Dinge absichtlich verlieren! Am besten ist es natürlich, die Dinge so zu verwahren, dass eine Suche überflüssig wird.

Dann können Sie die gewonnene Zeit für das Suchen für die spirituelle Such im Sinne der Bibel benutzen. Keine schlechte Idee, finde ich.

magnifier-1714172_1920

[Foto von Juraj Varga [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

Schreibe eine Antwort

Feature zum Minimalismus

Seit vielen Jahren, weit vor dem “Simplify”“-Hype, interessiert mich das Thema “Minimalismus als Lebensform”. Angeregt wurde ich seinerzeit im Urlaub durch die Lektüre von Jacob Lund Fiskers Buch “Early Retirement Extreme” und seitdem lässt mich das Thema nicht mehr los.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Von einer minimalistischen Lebensweise bin ich noch Tagesreisen weit entfernt. Ich weiß auch nicht, ob ich der dahinter liegenden Einstellung unbedingt zu einhundert Prozent folgen möchte.

Dennoch habe ich durch die Beschäftigung mit dem Thema schon eine Unzahl von Anregungen erhalten, die durchaus in mein tägliches Leben einfließen. Momentan zum Beispiel steht ein Aufräumen meines Büros auf dem Plan. Alles steht auf dem Prüfstand: Büromaterial, CD-ROMs (Ach ja!), Bücher u.v.m.

Gestern Abend habe ich in der Reihe SWR 2 Feature eine interessante Sendung zum Thema gehört, Minimalismus als Lebensform: Brauch‘ ich nicht (Download der mp3-Datei). In dem Feature kommen einige Zeitgenossen jeden Geschlechts und Alters zu Wort, die Minimalismus als Lebensform praktizieren. Bei den jungen Menschen habe ich sehr gestaunt. Sie sind jetzt schon da, wo ich vielleicht nie hinkommen werde.

Ich habe das Feature zum Anlass genommen, ein bisschen zu recherchieren. Das Ergebnis möchte ich den werten Lesern nicht vorenthalten:

Bücher

Jacob Lund Fisker:
Early Retirement Extreme: A philosophical and practical guide to financial independence
Das Buch ist keine leichte Kost, denn es hat einen durchaus philosophischen Anspruch. Es war mein Einstieg ins Thema.

Elaine St. James:
Simplify Your Life: 100 Ways to Slow Down and Enjoy the Things That Really Matter
Laut dem o.a. SWR-Feature ist die Autorin die “Mutter” der Minimalismus-Bewegung. Ihr Buch erschien bereits 1994. In einer Zeit also, als es das virtuelle Gerümpel (Smartphone, Social Media etc.) in dieser Form noch gar nicht gab.

Die Bücher von Marie Kondo sind über dem Teich mittlerweile schon selbst ein Hype geworden, ich habe im ToolBlog bereits auf die Autorin hingewiesen.

Links

Zum Buch von Jacob Lund Fisker gibt es das passende Weblog gleichen Namens.

Es ist mir wider Erwarten schwer gefallen, gute deutschsprachige Blogs zum Minimalismus zu finden. Allerdings gibt es eine Linksammlung bei Minimalismus-Tipps, die Sie auf eigene Faust durchstöbern können. Vielleicht ist etwas dabei, das Sie anspricht.

Das englischsprachige Gegenstück, nicht ganz so umfangreich gibt es bei A. Cadwell ( Clear Your Head With These 14 Minimalist Blogs) oder bei The Private Life (14 Minimalist Blogs to Follow).
Übrigens empfehlen beide Autoren das Blog von Leo Babauta: Zen Habits.

Das wird Gründe haben.

the-stones-263665_1280

[Foto von Michal Jarmoluk [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

Schreibe eine Antwort

Die Zeitspartipps von Marius Ursache

Beim Stöbern in meinem Fundus bin ich auf eine interessante Antwort von Marius Ursache auf die Frage “What are the best day-to-day time-saving tips?” gestoßen. Nun will ich mich nicht auf die philosophische Diskussion einlassen, ob man Zeit “sparen” kann. Ich sehe es pragmatisch. Zeit sparen heißt für mich, die Dinge schneller zu erledigen, die ich tun muss, damit ich mehr Zeit habe für die Dinge, die ich tun will.

Für Marius wiederum geht es gar nicht um Zeit, sondern um die Energie, die für Tätigkeiten oder Aufgaben aufgewendet werden muss. Eine Ansicht, die ich durchaus nachvollziehen kann. Um “Zeit zu sparen” empfiehlt er:

  1. Entscheiden Sie, was wichtig ist
  2. Schlafen, essen und bewegen Sie sich vernünftig.
  3. Folgen Sie der 2-Minuten-Regel
    Sie wissen schon: Was Sie innerhalb von 2 Minuten erledigen können, tun Sie sofort und selbst.
  4. Folgen Sie der 5-Minuten-Regel
    Fangen Sie mit der Arbeit an und verpflichten Sie sich, zumindest 5 Minuten durchzuhalten. Der Effekt ist oft verblüffend.
  5. Beachten Sie den Verhaltenstrick von Jerry Seinfeld
  6. Folgen Sie den Tiny Habits von Dr. BJ Fogg
    kenne ich auch noch nicht. Aber das wird sich ändern.
  7. Entlasten Sie Ihr Gehirn und lagern Sie so viel wie möglich aus
    ”Everything off your head” (David Allen)
  8. Verwenden Sie so wenig Werkzeuge wie möglich und so viel wie nötig
  9. Routinen sind besser als Tools
  10. Arbeiten Sie mit der Tomatentechnik
    Die Pomodoro-Technik nach Francesco Cirillo
  11. Tragen Sie ständig Kopfhörer
    Sie müssen keine Musik hören, aber es sieht zumindest so aus, als würden Sie Musik hören. Die Chance ist groß, dass die Leute Sie in Ruhe lassen
  12. Bearbeiten Sie Ihre E-Mail zum richtigen Zeitpunkt schauen Sie, dass der Eingangskorb leer ist.
  13. (12) gilt auch für Telefonate
  14. Fassen Sie kleine Aufgaben zusammen und erledigen Sie sie in einem Schwung
  15. Bearbeiten Sie die wichtigsten drei Dinge und beginnen Sie damit gleich am Morgen
  16. Denken Sie daran: Ihre Willenskraft ist beschränkt
  17. Beantworten Sie für sich stets die Frage:
    Welche Handlung hat im Moment die größte Wirkung?
  18. Tun Sie es einfach, legen Sie los!
    Gefällt mir:  ”If you’re not ashamed of your product, you’ve launched too late!”
  19. Druck kann manchmal Wunder wirken
  20. Beziehen Sie das Aufschieben mit ein in Ihre Planung, denn auch das cleverste Hirn braucht seine Pausen
  21. Streichen Sie, sagen Sie “Nein”. Binden Sie sich nicht an Zeitpläne (!)
  22. Stellen Sie sich dumm (das hilft bei Punkt 21)

Marius hat zu diesen Tipps/Regeln oder Vorschlägen auch eine schöne Präsentation veröffenlicht: Productivity porn.

time-699966_1920

[Foto von jairo zelaya [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

3 Antworten

Produktivitätstipps, neu verpackt

Wie sich der geneigte Lesern denken kann, wühle ich mich wöchentlich durch eine Unzahl von Artikeln rund um die Themen Zeitmanagement, Arbeitsorganisation und –methodik. Oft werden darin nur sattsam bekannte Arbeitstechniken neu beschrieben, von denen manche nur selten funktionieren, wie

  • Setzen Sie sich (tägliche, wöchentliche, monatliche, jährliche oder sogar Lebens- Ziele)
  • Blocken Sie für die Arbeit Zeitfenster im Kalender
  • Delegieren Sie mehr und öfter
  • Fangen Sie den Tag mit der unangenehmsten Aufgabe an

Die Liste ließe sich sicher noch beliebig fortsetzen. Nur weil diese Tipps ständig wiederholt werden, werden sie dennoch nicht nützlicher.

Nun bin ich auf einen Artikel gestoßen, in dem der Autor Martin Zwilling ein paar Tipps der anderen Art gibt: 7 Counter-Intuitive Insights On How To Get Things Done. Er meint:

  1. Fahren Sie runter und arbeiten Sie bedächtiger
    Zwilling wendet sich hier mit anderen Worten gegen das Multitasking. Aber auch das Hetze bei der Erledigung der Aufgaben ist gemeint. Ich persönlich empfehle Ihnen, Achtsamkeit bei der Arbeit zu üben. Da gibt es gute Literatur, z. B. von Alidina oder Grijns.
  2. Setzen Sie weniger Zeit für wichtige Aufgaben an
    Wenn Sie sich ein Zeitfenster setzen, dann arbeiten Sie wahrscheinlich konzentrierter. Zumindest geht mir das so. Viele Methoden, z.B. die Pomodorotechnik oder das Time-Boxing beruhen auf dieser Erkenntnis.
  3. Markieren Sie mehr Aktivitäten als “unwichtig”
    Ein alter Ratschlag, auf den man nicht oft genug hinweisen kann. Wenn alle Ihre Aufgaben höchste Priorität haben, hat letztendlich nichts höchste Priorität. Was uns zum nächsten Tipp führt…
  4. Legen Sie pro Tag nur 3 (drei!) Ergebnisse, die unbedingt erreicht werden müssen
    Das kennen wir von Linenberger und anderen Autoren. Auch ich verfahre danach. Es bringt meistens nichts, sich mehr als drei Aufgaben vorzunehmen, die unbedingt am selben Tag gemacht werden müssen. Es kommt einfach zu viel dazwischen.
  5. Lassen Sie bewusst Unvollkommenheit bei Schlüsselaktivitäten zu
    Stimmt. Perfektion erreichen Sie ohnehin nicht. Manchmal ist es besser, nach dem 80/20-Prinzip zu arbeiten.
  6. Halten Sie Ablenkungen für mindestens 20 Sekunden fern
    Geben Sie nicht gleich der ersten Versuchung nach, sich ablenken zu lassen, sondern bleiben Sie noch eine Weile bei Ihrer momentanen Tätigkeit. Vielleicht ist die Ablenkung dann gar nicht mehr so attraktiv oder die Angelegenheit hat sich sogar von selbst erledigt.
  7. Beseitigen Sie unproduktives Aufschieben
    Ach ja, die Aufschieberitis! Zwilling nimmt hier den entgegengesetzten Standpunkt von John Perry ein. Entscheiden Sie selbst.

Ich finde, ganz so “Counter-intuitiv” sind die Tipps von Zwilling jetzt auch wieder nicht. Vielmehr verpackt er manches Altbekanntes neu, was nicht schlecht sein muss. Hinweis Nr. 6 finde ich interessant. Ich werde das mal ausprobieren.

the-bucket-list-734593_1920

[Foto von Richard Park [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

Schreibe eine Antwort

Zeitmanagement zum Falten: Kennen Sie den Corbinizer?

Trotz der Unzahl von Computerprogrammen gibt es noch genug Leute, die auf die Aufgabenverwaltung mit Papier und (Blei-) Stift schwören. Brandon Corbin führt in seinem Artikel “4 Reasons to use a paper based task manager” vier Gründe auf, warum das so ist:

  1. Papier und Stift zwingen dazu, sich kurz zu fassen
  2. Papier stürzt nicht ab und ist immer verfügbar
  3. Papier und  Stift ermöglichen eine hervorragende wöchentliche Zusammenfassung
  4. Man kann überall Notizen machen

Die Punkte 1 und 3 finde ich wenig überzeugend, anders als die Punkte 2 und 4. Bis heute kann ich mich nicht daran gewöhnen unterwegs im Café oder im Bus Notizen mit meinem Mobiltelefon zu machen. Deshalb trage ich meistens ein Notizbuch mit mir herum.

Brandon Corbin empfiehlt für die Organisation von Aufgaben und Notizen ein Notizblatt, das entsprechend gefaltet wird und so in jede Hosen- oder Hemdentasche passt: Den Corbinizer. Sie können sich die Vorlagen auf der Website herunterladen (auch in DIN A 4). Wie das Blatt dann gefaltet wird, sehen Sie hier:

Manchen wird der Corbanizer bekannt vorkommen. Richtig, so etwas hatten wir schon mal. Noch eine Spur raffinierter, unter dem Namen PocketMod. Im ToolBlog hatte ich darüber berichtet: Ein Hipster PDA wie gedruckt.

Auch wenn ich diese gedruckten und gefalteten Miniaturapps für das Zeitmanagement und die Aufgabenorganisation nicht mehr benutze, so kann ich sie doch empfehlen. Ein ähnliches System hatte ich mir während meiner Zeit als Produktionsingenieur in der Papierindustrie (!) gebastelt. Es hat mir dort gute Dienste geleistet.

Schreibe eine Antwort

Zeit und Zeit: Ein wichtiger Unterschied!

Beim Stöbern in meinem Fundus bin ich auf einen kurzen, aber äußerst interessanten Artikel von Robert Pankowecki gestoßen: Chronos vs Kairos: Find out how you think about time when working on a project.

Der Autor weist in dem Beitrag darauf hin, dass im es im antiken Griechenland zwei unterschiedliche Zeitbegriffe gab, Chronos und Kairos.

  • Chronos kann durch den Stoßseufzer beschrieben werden: “Ich habe noch so viel zu tun und die Zeit rennt…”
  • Kairos äußert sich anders: “Ich habe zwei Stunden, wie kann ich sie am besten nutzen?”

Ich weiß nicht, ob Pankowecki Recht hat, wenn er schreibt, Chronos lege den Schwerpunkt auf den Aspekt der Quantität in der Zeit, während Kairos eine Beschreibung der Qualität liefere. Allerdings finde ich, dass diese zwei Begriffe sehr gut die Trennlinie zwischen dem “klassischen” (Covey, Seiwert) und dem prozessorientierten Zeitmanagement (Allen, Linenberger) ziehen.

Dem Leser des ToolBlogs wird meine Präferenz kaum entgangen sein:
Meiner bescheidenen Meinung nach können in der heutigen Arbeitswelt die Aufgaben weitestgehend nur mit der Sichtweise des Kairos bewältigt werden. Arbeitsorganisation unter dem Blickwinkel des Chronos setzt eine gewisse Stabilität und damit eine Planbarkeit voraus, die heute kaum noch gegeben ist. Insofern ist es für mich nur logisch, dass Techniken des Chronos, wie z. B. die Eisenhower-Matrix, das Blocken von Zeitfenstern etc.,  nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr funktionieren.

Wenn Sie sich tiefer mit der interessanten Unterscheidung Chronos vs. Kairos beschäftigen möchten, dann können Ihnen vielleicht diese Artikel weiterhelfen:

Für die, die es genau wissen wollen und sich ganz tief in die Materie eingraben möchten, gibt es die Dissertation von Nadine M. Schöneck: Zeiterleben und Zeithandeln Erwerbstätiger.  Eine methodenintegrative Studie (pdf).

Die ganz eiligen Jünger des Chronos können sich auch dieses hübsche Video anschauen:

Schreibe eine Antwort

E-Mails: 2mal am Tag ist genug!

Immer wieder beklagen sich die Teilnehmer in meinen Zeitmanagement-Workshops über die sattsam bekannte E-Mail-Flut. Dabei geht es nicht nur um die schiere Menge der Nachrichten an sich, sondern auch um die Störungen, die aufpoppende Benachrichtigungen über neuen Posteingang verursachen.

Meine Empfehlung: Holen Sie sich die Kontrolle über das Verfahren zurück!
Lassen Sie nicht Ihr E-Mail-Programm entscheiden, wann Sie den Eingangskorb schauen. Entscheiden Sie vielmehr selbst, wann Sie das tun. Schalten Sie diese unsäglichen automatischen Benachrichtigungen bei neuen E-Mails ab. Wie das z.B. für MS Outlook geht, erfahren Sie hier.

Und dann schauen Sie in den elektronischen Briefkasten, wann immer es für Sie in den Arbeitsablauf passt. Craig Jarrow empfiehlt in seinem Artikel “Get More Done by Checking Your Email Only Twice a Day”, dies zweimal am Tag zu tun: Am Vormittag und gegen Feierabend. Dabei dient der E-Mail-Check durchaus verschiedenen Zwecken.

Am Vormittag

  • Verschaffen Sie sich einen Informationsvorsprung
  • Können Sie Post verarbeiten, bevor die Arbeit richtig losgeht
  • Beugen Sie evtl. Überraschungen vor
  • Können Sie Arbeit rechtzeitig verteilen (oder delegieren, wenn Ihnen das lieber ist)
  • Können Sie frühzeitig anderen antworten
  • Überführen Sie ggf. E-Mails in Aufgaben

Gegen Feierabend

  • Schließen Sie offene Vorgänge ab
  • Können Sie für den nächsten Tag etwas auf den Weg bringen
  • Beantworten Sie Anfragen
  • Planen Sie für den nächsten Tag
  • Beenden Sie Ihren Arbeitstag (natürlich mit einem leeren Posteingang)

Mit ein paar Einschränkungen stimme ich der Aufzählung von Craig zu. Ich würde jedoch nicht gleich als allererstes am Morgen die E-Mails checken. Die Gefahr ist groß, dass Ihnen gleich zu Anfang Ihre Vorhaben über den Haufen geworfen werden.

BTW: Viele meiner Teilnehmer können sich mit dem Abschalten der Empfangsautomatik gar nicht anfreunden. Klar, manche Tätigkeiten erlauben das auch nicht. Die meisten aber schon. Warum viele die Automatik trotzdem nicht außer Betrieb nehmen wollen, erklärt Ihnen dieser Artikel: Was das E-Mail-Programm mit einem einarmigen Banditen gemeinsam hat.

Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

DSC03258

1 Antwort

Von Google lernen, wie man richtig arbeitet

Man kann es drehen, wie man will, Google ist eine der erfolgreichsten Unternehmen, die auf diesem unseren Planeten je gegründet wurden. Um die Arbeitsweise bei Google ranken sich so manche Mythen, Heerscharen von Managern und Menschen, die sich dafür halten, pilgern jedes Jahr ins Silicon Valley nach Mountain View, auf der Suche nach dem Erfolgsrezept von Google.




Eine Reise nach San Francisco und Umgebung lohnt sich m. E. immer, aber wenn Sie nicht dorthin fahren können oder möchten, dann können Sie einige der Arbeitsweisen von und bei Google auch am heimischen Bildschirm studieren.

Unter dem Titel re:Work hat Google ein Portal ins Netz gestellt, auf dem Sie einige wertvolle Informationen, Anleitungen und Fallbeispiele zu den entscheidenden Aspekten effektiver Arbeit finden:

re:Work is organized around some of the biggest ways you can make an impact in your workplace. Each subject contains guides, with tools and insights, for addressing specific challenges

So gibt es Informationen zu:

Für die Aktualität sorgt ein Blog, aber Sie können sich auch über die Aktivitäten auf der Website durch einen Newsletter auf dem Laufenden halten lassen.

Wenn Sie erwartet haben, dass hier Freaks durchgeknallte Arbeitsmethoden vorstellen, dann werden Sie enttäuscht sein. Viele Beispiele und Anregungen sind erstaunlich konventionell und gar nicht so revolutionär, wie oft kolportiert wird.

Das macht aber nichts, nützlich sind die vielen Tipps allemal.

google-959059_1280

[Foto von Denys Vitali [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

Schreibe eine Antwort

Wie Sie Ihr Notizbuch mit einem Index versehen

Nach wie vor bin ich ein großer Freund des Notizbuchs. Allerdings benutze ich es nicht als Organisationsmittel, sondern lediglich als Informationsspeicher. In mein Notizbuch kommt alles, was mir be-merkenswert erscheint: Besprechungsnotizen, Ideen, Mitschriften in Seminaren. Eben alles, was es mir wert ist, gemerkt zu werden. Der Bindestrich gerade eben war Absicht.

Im Laufe der Zeit kommt so einiges zusammen und da stellt sich die Frage, wie man die Notiz wiederfindet, die man vor geraumer Zeit in das Buch hineingeschrieben hat.  Besonders kniffelig ist das, wenn zusammenhängende Notizen auf verschiedenen Seiten des Buchs verteilt sind.

Carey Barnett zeigt uns in dem Artikel “Indexing and Organizing a Moleskine Notebook”, wie Sie dieses Problem lösen können:

  1. Versehen Sie Ihr Notizbuch mit Seitenzahlen oder noch besser, verwenden Sie ein Notizbuch, dass solchen Seitenzahlen schon hat.
  2. Neben die aktuelle Seitenzahl schreiben Sie die Zahl der Seite, von der Ihre Notizen zum selben Thema fortgesetzt werden. Um dies zu illustrieren zeichnen Sie von dieser Zahl eingehenden Pfeil:

    IMG_7891

  3. Über die aktuelle Seitenzahl schreiben Sie die Zahl der Seite, auf der Ihre Notizen, auf der Ihre Notizen fortgesetzt werden. Das kennzeichnen Sie durch einen ausgehenden Pfeil:

    IMG_7892

  4. Nun beginnt das Indizieren:
    Beginnen Sie den Index von hinten im Buch (quasi spiegelverkehrt) und notieren Sie mit ein paar Stichworten, um was es bei der Notiz geht. Daneben vermerken Sie die Seite, auf der die im Buch verteilte Notiz anfängt.  Durch das Pfeilsystem finden Sie schnell die zusammenhängenden Notizen.
    (Diesen Schritt habe ich modifiziert)

Ich hoffe, ich habe dieses System so richtig verstanden. Ehrlich gesagt, ganz sicher bin ich mir da nicht. Bis jetzt bin ich auch ganz gut ohne Index ausgekommen. Vielleicht werde ich den Christian Mähler anspitzen, ob er ein paar Ideen zur Indizierung von Notizen hat.

Ganz raffiniert finde ich übrigens nach wie vor die japanische Art der Indizierung, über die ich hier bereits geschrieben habe. Einfach, aber wirkungsvoll.

Schreibe eine Antwort

Der Grundkurs für Agile Results

Über den Ansatz “Agile Results” von J. D. Meyer habe ich im ToolBlog bereits mehrfach berichtet (“Agile Results in 7 Tagen” und “Getting Results the Agile Way: Das Wiki”). Damals hatte ich geschrieben, dass ich mit diesem Ansatz nicht so richtig warm werden konnte. Leider hat sich das bis jetzt noch nicht grundlegend geändert. Das sagt nichts über die Qualität dieser Methode aus, sondern eher etwas über meine begrenzte Aufnahmefähigkeit, denn wenn mein Freund und Kollege Thomas Mathoi diesen Ansatz empfiehlt, dann hat das sicher gewichtige Gründe.

Vielleicht bewegt mich die mehrteilige Einführung auf Asian Efficiency dazu, noch einmal den Versuch zu unternehmen, mich mit Agile Results zu beschäftigen. Die Autoren stellen die Methode in vier Teilen vor und beschäftigen sich darüber hinaus  mit diversen Einzelaspekten wie

  • Agile Results und Mind Mapping
  • Agile Results und OmniFocus
  • Agile Results Sprints
  • Agile Results und Evernote

Natürlich darf auch der direkte Vergleich mit der Konkurrenz nicht fehlen: 6 Ways Agile Results is Better than GTD.

Außerdem erhalten Sie allerhand weiterführende Links zur Vertiefung, unter anderem zur 30-Tage-Implementierungstour vom Erfinder der Methode JD Meier.

Für mich ist das Buch von JD Meier, sagen wir mal vorsichtig, schwer verdauliche Kost. Je nach Stimmung würde ich sogar den Ausdruck “unverdaulich” verwenden. Aber das liegt immer auch im Auge des Lesers. Deshalb hier noch einmal der Link zu Buch.

Schreibe eine Antwort

26 Gründe, GTD® nicht anzuwenden

Vor genau zehn Jahren empfahl mir ein Leser meines damaligen Weblogs “Interessante Zeiten” die Lektüre von David Allens “Wie ich die Dinge geregelt kriege”. Das Buch habe ich nach anfänglichem Zaudern nahezu verschlungen und mich sodann gleich auf den Weg gemacht, um in Washington D.C. einen Workshop beim Meister persönlich zu besuchen (“GTD® – The RoadMap”).

Mittlerweile ist die anfängliche Begeisterung einer wohlwollenden, aber kritischen Distanz gewichen. Viele Ideen von David Allen haben meinen eigene Arbeit maßgeblich beeinflusst. In der Zwischenzeit sind mir jedoch andere Autoren begegnet, die wichtige Fragen zur Selbstorganisation zweckmäßiger beantworten als Allen. Daher habe ich so manches über Bord geworfen, modifiziert und/oder durch eigene Vorgehensweisen ersetzt oder ergänzt. Dennoch habe ich von David Allen eine ganze Menge über die Organisation der eigenen Arbeit gelernt und halte ihn für den Vordenker, wenn es um Effizienz und Produktivität geht.

Nicht alle teilen diese Einschätzung. Auf dem Höhepunkt des Hypes um GTD® veröffentlichte ein Mensch namens Dean auf GeekPreneur “26 Reasons Not to Use GTD”.  Unter diesen 26 Gründen finden sich manche Dummheiten, die sich allenfalls aus dem Widerwillen gegen den damaligen Hype erklären lassen, wie z. B. “You have to read the book” oder “It feels like a cult”.

Bei anderen Gründen, die der Autor aufzählt, habe ich den Eindruck, dass er schlicht und einfach die Prinzipien hinter der Methodik von David Allen nicht verstanden hat, so z.B. bei “GTD doesn’t leave room for spontaneity and creativity”.

Für mich enthält diese Liste wenig nichts, was von Substanz wäre. Sie hat wohl jemand geschrieben, der bez. GTD® zu große Erwartungen hatte, dann grandios gescheitert ist und seinem Ärger Luft machen musste.

Aber das ist meine Sichtweise. Vielleicht denken Sie das ganz anders darüber. Aus diesem Grund verweise ich auch auf den Artikel, damit Sie sich selbst eine Meinung bilden können.

child-1548229_1280

[Foto von martakoton [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

Schreibe eine Antwort

Wie Sie das richtige Werkzeug zur Organisation Ihrer Arbeit wählen

Mittlerweile gibt es so viele Tools, Apps und Programme, die Sie bei der Organisation Ihrer Arbeit unterstützen wollen, dass es nahezu unmöglich ist, den Überblick zu behalten. Auch Vergleichstests helfen nicht wirklich weiter, denn die Anforderungen variieren stark von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz und sind individuell so verschieden, dass eine Verallgemeinerung der Vergleichskriterien nicht zweckmäßig zu sein scheint.

Bevor Sie sich für das eine oder andere Werkzeug entscheiden, sollten Sie sich darüber Gedanken machen, was die App für Sie tun soll. Kelly Forrister hat in einer Art Checkliste einige Punkte zusammengestellt, die Sie bei der Wahl eines Tools bedenken sollten: How to choose a GTD system. Die Kriterien gelten auch für andere Ansätze zur Arbeitsorganisation, nicht nur für GTD®, die Bemerkungen sind von mir:

  • Gibt es irgendwelche Werkzeuge, die Sie bereits jetzt verwenden (z.B. ein im Unternehmen gebräuchlicher Kalender)?
    Halten Sie den Aufwand klein und überlegen Sie, was Sie von dem, was Sie jetzt schon haben, nutzen können. Sie müssen nicht das Rad neu erfinden.
  • Wo befinden sich Ihr E-Mail-Programm? Vielleicht nicht kriegsentscheidend, aber es ist sicher nützlich E-Mails und Aufgaben nah beieinander zu haben.
    Für mich persönlich ein zentraler Punkt. Und man kann es drehen, wie man es will, da haben Outlook und Notes der ach so bunten Konkurrenz nach wie vor einiges voraus. Für mich ist es z.B. unverzichtbar, aus einer Mail auf direktem Weg eine Aufgabe zu generieren.
  • Wer muss sonst noch Zugriff zu Ihren Daten haben? Sollten Sie einen gemeinsamen Server haben oder ist es ok, wenn Sie die Daten lokal vorhalten?
    Wer nimmt Notizen und/oder Termine entgegen, wenn Sie nicht im Büro sind? Hat der-/diejenige Zugriff zu Ihrem Kalender? Oder wollen Sie das gar nicht?
  • Was bevorzugen Sie: Papier und  Bleistift oder den Computer?
    Es gibt Leute, die schwören auf ihr Notizbuch. Und obwohl ich mich in meiner Begeisterung für Gadgets alles Art kaum übertreffen lasse, muss ich zugeben, die Leute haben gute Argumente.
  • Ist die Sicherheit ein Punkt, der zu bedenken ist?
    Klar, fragen Sie die IT-Abteilung Ihres Vertrauens.
  • Wie legen Sie ein Back-up an, wenn notwendig?
    Die Datensicherung wird oft lax bis gar nicht gehandhabt. Allerdings, wenn Sie GTD ernsthaft betreiben und Ihre Daten gehen verloren, dann haben Sie ein echtes Problem. Denn im Kopf dürften Sie keine Daten mehr haben (“off your head…”). Deshalb: Sichern, sichern, sichern.
  • Was würden Sie im besten Fall mit sich herumtragen?
    Gott sei Dank gibt es mittlerweile iPhones, Netbooks und Moleskines. Da hält sich das Gewicht in Grenzen.
  • Mit welchen Werkzeugen sind Sie bereits jetzt vertraut?
    Noch einmal: Erfinden Sie nicht das Rad wieder neu. Wenn etwas funktioniert, dann behalten Sie es bei. Sie wollen produktiv sein und nicht Ihre kostbare Zeit mit der Einarbeitung in irgendwelche neuen Programme verbraten.
  • Würden Sie tatsächliches nahezu alles in dieses System packen?
    Ich persönlich bevorzuge es, alles an einem Platz zu haben, auch virtuell. So wenig verschiedene Anwendungen wie nötig, wo wenig wie möglich.
  • Ist es skalierbar?
    Hier zeigt mir Kelly meine Grenzen in der englischen Sprache. Ich vermute, Sie meint damit, ob das System aufbaufähig ist. Ich kann mich aber auch täuschen.
  • Können Sie es leicht erlernen?
    Wenn Sie schon unbedingt etwas Neues lernen müssen, dann sorgen Sie dafür, dass die Lernkurve so steil wie möglich ist. Ich denke, da sind die Apple-Nutzer mit ihren Programmen im Vorteil.
  • Was würden Sie dafür ausgeben?
    Würden Sie überhaupt etwas dafür ausgeben oder können Sie bereits vorhandenes Werkzeug nutzen (“Bordmittel”, s.o.)? Das wäre dann besonders preiswert.
  • Was braucht es für die Synchronisation?
    O ja, wie bekommen Sie Ihre verschiedenen Werkzeuge synchronisiert? Hier können Sie Wochen in einschlägigen Benutzerforen verbringen.

Ich bin Kelly dankbar dafür, dass sie einen wichtigen Faktor in den Vordergrund stellt: Den gesunden Menschenverstand nämlich. Das System ist für Sie da und nicht Sie für das System.

BTW: Eine erste Fassung dieses Artikels erschien am 20. Januar 2010.
Offensichtlich ist der Inhalt immer noch aktuell.

screwdriver-608341_1920

[Foto von Michael Schwarzenberger [via pixabay], (CC0 Public Domain)]
#rp

4 Antworten

Sind Sie überstrapaziert? Rechnen Sie es aus!

Manchmal sehen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht, besonders wenn es um unsere eigenen Arbeitsbelastung geht. Ohne es recht zu bemerken, nehmen wir so viele Aufträge an, dass wir sie zum Schluss gar nicht mehr alle abarbeiten können. Dabei geht es hier nicht nur um Aufträge, die wir “offiziell” von Kunden, Vorgesetzten oder Kollegen erhalten. Vielmehr sind damit auch die vielen “inneren” Verpflichtungen gemeint, die wir eingegangen sind.

Wenn wir den Überblick über all diese Verpflichtungen verlieren, dann ist es zur Überlastung nicht mehr weit. Wir wissen nicht mehr, “wo uns der Kopf steht”. Diesen Zustand der Überlastung meinte David Allen, als er auf dem GTD Summit den Ratschlag erteilte:

Re-negotiate your commitments!

Es macht immer wieder Sinn, bei den Verpflichtungen klar Schiff zu machen. Was von diesen Verpflichtungen ist überhaupt noch aktuell, was kann/muss ich zurückstellen, was kann ich ganz sein lassen? Ein Kassensturz also, den Sie mit Hilfe eines Braindumps (Mind-Sweeps) durchführen können.

Aber woran merkt man eigentlich, dass es zu viel geworden ist? Das Bauchgefühl ist die eine Seite, aber kann man Überlastung auch quantifizieren?
Ja, kann man, meint Elizabeth Grace Saunders in ihrem Artikel “A Formula to Stop You from Overcommitting Your Time”.

Um herauszufinden, ob Sie überbeansprucht sind, benutzt sie die Gleichung
(als Beträge setzen Sie die aufzuwendenden Stunden ein):

Äußere Erwartungen + Innere Erwartungen = 24 h – Eigenpflege

Dabei sind externe Erwartungen zum Beispiel Arbeit, Zeit fürs Pendeln zum/vom Arbeitsplatz, Hausarbeit usw. Interne Erwartungen sind etwa Reisen, Sport, Hobbies etc.

Nun gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Äußere Erwartungen + Innere Erwartungen = 24 h – Eigenpflege
    Ihre Verpflichtungen entsprechen der Zeit, die Sie dafür aufwenden. Mehr ist allerdings nicht drin. Sie nähen auf Kante, mehr darf nicht passieren.
  2. Äußere Erwartungen + Innere Erwartungen > 24 h – Eigenpflege
    Der zeitliche Aufwand für Ihre Verpflichtungen sind höher als Sie leisten können. Also: Re-negotiate your commitments und werfen Sie Ballast ab.
  3. Äußere Erwartungen + Innere Erwartungen < 24 h – Eigenpflege
    Sie haben noch Luft nach oben.

Bedenken Sie bei der Anwendung der Saundersschen Formel, dass hier nur über das Element “Zeit” quantifiziert wird. Keine Rücksicht wird darauf genommen, wieviel Kraft man für eine Verpflichtung verwenden muss oder wann konkret dieser Verpflichtung nachzukommen ist.

Dennoch finde ich, dass man mit der o.a. Gleichung zumindest einmal überschlagen kann, ob hinsichtlich der zeitlichen Belastung noch Luft nach oben oder nach unten ist. Es hindert Sie auch niemand daran, diese Überschlagsrechnung nur auf Ihre Arbeitszeit zu beziehen. Vielleicht gelingt es Ihnen dann, den Chef tatsächlich davon zu überzeugen, das “mehr” zur Zeit nicht drin ist. Schrauben Sie allerdings Ihre Erwartungshaltung nicht zu hoch. Warum, erklärt Ihnen Gunter Dueck in seinem Vortrag ab etwa der 12. Minute:

[via Lifehacker]

Schreibe eine Antwort

15 Dinge in 15 Minuten

So etwas gibt es. Da hat man unverhofft eine Viertelstunde Zeit und lässt den Blick unsicher durch die Gegend schweifen: Was könnte ich jetzt Sinnvolles tun? Oft kommt dies zwar nicht vor, aber es passiert. Damit Sie bei der  nächsten Gelegenheit die gewonnenen 15 Minuten nicht durch Nachdenken verschwenden, gibt Ihnen Saikat Basu in seinem Artikel “15 Productive Things To Do Online When You Have 15 Minutes To Kill” diese Tipps:

  1. Nutzen Sie die Zeit, um etwas Neues zu lernen
    Meine App der Wahl ist zu diesem Zweck Duolingo. Mit dieser Anwendung lerne ich Spanisch, wenn ich z.B. im Wartezimmer beim Arzt sitze. Saikat empfiehlt Now I know. Aber auch der Artikel des Tages bei Wikipedia hilft beim Optimieren der Allgemeinbildung.
  2. Üben Sie sich in Schnelllesetechniken (Speed Reading)
    Hier gibt es eine prima App für das iPhone/iPad: Schneller Lesen.
  3. Gehen Sie auf Google Street View spazieren (Link)
  4. Schauen Sie sich eine TED-Präsentation an (Link)
  5. Lernen Sie eine Fremdsprache
    Siehe dazu auch Punkt 1: Duolingo
  6. Widmen Sie sich Ihrem Hobby
  7. Lernen Sie Ihr Betriebssystem kennen
  8. Bauen Sie sich eine Bücherliste auf
    Ich empfehle zu diesem Zweck LibraryThing.
  9. Schreiben Sie Ihre Gedanken auf
    Benutzen Sie dazu ein Notizbuch, so dass Sie später wieder darauf zugreifen können.
  10. Trainieren Sie Ihr Gedächtnis
    Sie können dazu aus einer Fülle von Programmen auswählen, denen das Karteikartenprinzip von Leitner zugrunde liegt. Eines ist z.B. Anki.
  11. Beteiligen Sie sich an öffentlichen Forschungsprojekten
    Saikat nennt hier Be a Martian. Kann ich nichts weiteres dazu sagen.
  12. Pflegen Sie Ihr Netzwerk
    Auf Xing, LinkedIn oder wo Sie sonst so sind. Halten Sie es auf dem Laufenden.
  13. Arbeiten Sie an Ihrem online-Image
    Sie können z.B. bei Quora Fragen beantworten oder stellen. Fachforen gibt es immer noch in Hülle und Fülle.
  14. Machen Sie etwas Gymnastik
  15. Meditieren Sie

Punkt Nummer 15 kommt bei mir oft in die engere Wahl, wenn ich ein paar Minuten Zeit habe, in denen nichts weiter zu tun ist. Ich halte das achtsame Innehalten für sehr wichtig für das geistige und körperliche Wohlbefinden. Auf diese Weise bekommt man neue Frische für die anstehenden Aufgaben.

Machen Sie einfach Pause. Man muss nicht immer etwas tun.

lonely-273629_1920

[Foto von cocoparisienne [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

Schreibe eine Antwort