Archiv der Kategorie: Lernen

Wie Sie beim Lesen richtig Anmerkungen machen

Vor einigen Tagen hatte ich einen Artikel zu Luhmanns Zettelkasten geschrieben, der durchaus auf einige Resonanz gestoßen ist. Allerdings: Man soll den zweiten Schritt nicht vor dem ersten tun.

Bevor man mit dem „Verzetteln“ überhaupt anfangen kann, muss man über die entsprechenden Notizen zur jeweiligen Lektüre verfügen. Da kam mir heute ein Beitrag gerade recht, in dem beschrieben wird, wie man Bücher zweckmäßig mit Anmerkungen versieht: How to Annotate a Book.

Von der Wahl des richtigen Werkzeugs (Textmarker oder Post-it-Note?) bis zu den Möglichkeiten der Zusammenfassung erfahren Sie reich bebildert Schritt für Schritt, wie Sie nützliche Exzerpte erstellen können. Diese Notizen lassen sich dann wunderbar in den Zettelkasten einordnen, wo sie dann weiterverarbeitet werden können.

Für mich genau der richtige Artikel zum richtigen Zeitpunkt.

Anmerkungen zu Büchern

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Die große Methodensammlung zur Erwachsenenbildung

Seit meine Tochter als Grundschullehrerin im Schuldienst ist, habe ich aufgehört, über Lehrerinnen und Lehrer zu lästern. Sozusagen als Zaungast durfte ich während ihres Studiums und auch danach miterleben, wie viel an Theorie und Praxis für einen guten Unterricht nötig ist. Jeder von uns hat die Schule besucht und so meinen viele, sie verstünden etwas von Pädagogik. Dem ist nicht so, denn auf diese Weise sieht man nur eine Seite der Medaille.

Wie facettenreich die Methoden sind, die derzeit an vielen unserer Schulen verwendet werden, zeigt die Methodensammlung der Qualitäts- und UnterstützungsAgentur – Landesinstitut für Schule (QUA-LiS NRW). Lassen Sie sich von diesem grauenhaften Bürokratennamen nicht täuschen. Sie finden in der Methodensammlung eine bunte Palette von aktivierenden Methoden nicht nur für die Schule, sondern auch für die Erwachsenenbildung. Sie soll helfen (Zitat):

  • Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu motivieren und zu aktivieren,
  • Problemerleben und Erwartungen transparent zu machen,
  • Erfahrungen und Kompetenzen aufzurufen und zu nutzen,
  • Mitbestimmungs- und Selbstorganisationsprozesse zu organisieren,
  • ein Klima kollegialer Kooperation herzustellen.

Die Methodensammlung ist nicht nur sehr umfangreich, sondern auch bedienerfreundlich. Sie können in einer Matrix vorauswählen, für welche Phase sie Methoden benötigen, z.B. zum Kennenlernen, für Partnerarbeit, Gruppenarbeit usw. Es werden Ihnen dann nur die Methoden angezeigt, die für den jeweiligen Zweck geeignet sind. Zu allen Methoden gibt es einen kompakten Steckbrief, in dem der Verlauf und die benötigten Materialien beschrieben werden. Sie finden dort auch einen Kommentar, der Sie mit dem Einsatzzweck und evtl. Stolperstellen vertraut macht.

Alle Methoden können Sie auch als pdf-Datei herunterladen. Für die Kinästheten unter den Lesern gibt es die Methodensammlung auch in Form von Karteikarten in einer ansprechenden Box. Allerdings kostet sie dann etwas, wenn auch nicht die Welt.

Wenn Sie Trainerkollegin oder -kollege sind oder sonst öfters mit dem Thema Seminar und/oder Workshop befasst sind, dann kann ich Ihnen diese Methodensammlung nur ans Herz legen.

Seminar - Gruppenarbeit

 

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Lektüreplanung mit XMind

Sind Sie auch so ein Büchernarr, der weit mehr Bücher erwirbt als er lesen kann? Mir geht es so. Mittlerweile stapeln sich bei mir die Bücher, die ich irgendwann mal lesen will und es werden immer mehr. Um die Menge der ungelesenen Bücher in den Griff zu bekommen, habe ich schon versucht, mir eine Art Lektüreplan zu erstellen.

Leider muss ich zugeben, dass diese Lektüreplanung bislang wenig Erfolg hatte. Vielleicht habe ich das Ganze aber auch falsch aufgezogen. Wie es funktionieren könnte, zeigen die Autoren eines einschlägigen Artikels auf dem XMind-Blog: Be a more productive reader with XMind.

Bevor Sie planen, sollten Sie folgende Grundfragen beantworten:

  1. Welche Bücher möchte ich lesen?
  2. Wann werde ich sie lesen?
  3. Wie viel Zeit steht mir für die Lektüre zur Verfügung?

Danach können Sie in die Planung einsteigen:

  1. Erstellen einer Lesemap
    Erstellen Sie ein Mind-Map, in die Sie als Äste die Bücher eintragen, die Sie lesen möchten,
  2. Einteilen in Kategorien
    Teilen Sie die Bücher in bestimmte Kategorien ein, indem Sie mit der Taste F4 den Ästen Label zuweisen.
  3. Den Büchern Monate zuordnen
    Im Artikel wird angenommen, dass Sie etwas ein Buch pro Monat lesen können. Sie können den einzelnen Büchern Monate per Marker zuordnen und die Mind-Map neu sortieren.
  4. Einen Detailplan erstellen
    Wählen Sie nun das nächste Buch und erstellen Sie einen detaillierten Leseplan. Dazu wandeln Sie den Zweig mit dem gewählten Buch in eine neue Map um (Rechtsklick: Neues Arbeitsblatt aus Knoten). Wählen Sie für die neue Map die Struktur „Horizontale Zeitleist“ (Rechtsklick: Struktur – Horizontale Zeitleiste). Fügen Sie auf der Leiste vier Knoten hinzu, die Sie mit der Kalenderwochennummer bezeichnen können. Pro Woche können Sie nun neue Unterzweige erstellen, Wochentage für die einzelnen Kapitel zum Beispiel.
  5. Notizen hinzufügen
    Wenn Sie möchten, dann können Sie während des Lesens zu den einzelnen Kapiteln noch Notizen hinzufügen, auf denen Sie Inhalte vermerken, die Sie für wichtig halten. Auf diese Weise erstellen Sie automatisch ein Exzerpt des Buches.

In dem Artikel finden Sie zu den einzelnen Schritten die entsprechenden Screenshots.

Grundsätzlich kann ich diese Vorgehensweise gut nachvollziehen. Allerdings würde ich in Schritt 4 die Reihenfolge der Zweige „Kapitel“ und „Kalenderwoche“ umdrehen, aber das ist wohl Geschmackssache.

Sollte ich mich dazu durchringen können, meine Lektüre auf diese Weise mit XMind zu planen, dann werde ich die entsprechenden Maps hier veröffentlichen. Versprochen.

Allerdings habe ich Zweifel, dass ein solchen Planung bei mir generell funktioniert. Was sind Ihre Erfahrungen. Haben Sie das Bücher lesen schon einmal geplant? Mit Erfolg? Und wenn ja, wie habe Sie das gemacht?

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Der Zettelkasten von Luhmann in elektronisch

Der Zettelkasten nach Niklas Luhmann ist eine Methode, die mich immer schon fasziniert hat. Leider habe ich bis heute noch nicht den richtigen Zugang zu ihr gefunden. Ich habe auch im ToolBlog schon einige Male darüber berichtet.

Näheres zu dem berühmten Zettelkasten erfahren Sie in diesem Video der Universität Bielefeld, wo Luhmann lehrte:


Vielleicht verstehen Sie nach diesem Film, warum ich, wie o.a. dieses System immer noch nicht verstanden habe. Von einer wie immer gearteten Anwendung will ich hier gar nicht erst reden.

Für die Uneingeweihten wie mich gibt es mittlerweile zwei Bücher. Eines von Sönke Ahrens

und eines von Sascha Fast und Christian Tietze.

Diese beiden Bücher sind für mich der letzte Strohhalm, an den ich mich klammere, um den Ansatz von Luhmann vielleicht doch noch zu verstehen.

Andere Mitmenschen haben sich von der Komplexität des Zettelkastens nicht abschrecken lassen und über eine Umsetzung der dahinter stehenden Prinzipien auf dem Computer nachgedacht.


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Lernen mit Notizen: 40 Vorlagen

Wenn es um das Lernen geht, bin ich immer noch ein Anhänger der guten handschriftlichen Notizen. Bin ich selbst Teilnehmer auf Seminaren, dann schreibe ich alles, was mir gerade einfällt in ein Notizbuch “ins Unreine”.  Ich notiere tatsächlich alles, was mir gerade in den Sinn kommt. Dabei müssen die Gedanken gar nicht zum Stoff der Veranstaltung gehören, wenngleich sie in der Regel dadurch angeregt werden.
Im Laufe eines Workshops kommen da schon einige Seiten zusammen, was auch schon bei anderen Teilnehmern Reaktionen von Unverständnis bis Bewunderung hervorrief.

Nach einigen Tagen nehme ich mir die Aufzeichnungen noch einmal vor und gehe sie durch:

  • Welche Idee ist es wert, weiter vertieft zu werden?
  • Aus welchem Gedanken folgt eine konkrete Aufgabe, welche weiteren Schritte sind zu unternehmen?
  • Gibt es irgendjemanden, zu dem ich wegen des Gedankens Kontakt aufnehmen sollte?
  • Müssen weitere Nachforschungen unternommen werden?

Die entsprechenden Passagen bzw. Notizen versehe ich am Rand mit entsprechenden Kürzeln, wie z.B. einen großen “A” für Aufgabe oder “RD” für weitere Recherche. Bei der nächsten Wochendurchsicht werden diese Aufgaben dann in die Aufgabenliste von Outlook eingepflegt.

Um schon bei der Aufzeichnung der Notizen für eine gewisse Struktur zu sorgen, empfehlen einige Autoren die Cornell-Methode. Auch ich habe sie im ToolBlog schon einige Male erwähnt.

Wenn Sie Aufzeichnungen speziell für das Lernen benutzen, dann schauen Sie sich doch einmal diesen Artikel von Jack Milgram an: Note Taking Methods for Effective Learning: 40 Best Templates. Wie im Titel des Beitrags versprochen, erhalten Sie eine Menge pdf-Vorlagen zum Herunterladen für

  • die Vorbereitung einer Lektüre
  • die Textanalyse
  • das Vergleichen und Auswerten
  • das Ordnen von Ideen in eine hierarchische Struktur
  • und einiges mehr

Das Angebot richtet sich zwar in erster Linie an Studierende der Geisteswissenschaften, ist jedoch bestimmt auch für andere Disziplinen und/oder Berufsgruppen interessant.

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[Foto von tookapic [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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Wie Sie Informationen aus Vorlesungen behalten

Mitunter ist es schon Leistung genug, in Vorlesungen nicht einzuschlafen. Wenn Ihnen das nicht genügt und Sie tatsächlich etwas von den Vorlesungen behalten möchten, dann folgen Sie die Tipps von Student Study Habits: Improve Memory Retention After Lectures.

Nun habe ich mein Studium im letzten Jahrhundert abgeschlossen und weiß daher nicht, ob diese Tipps tatsächlich funktionieren. Außerdem stellen sich Vorlesungen in mathematisch-ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen etwas anders dar als etwa in der Geisteswissenschaft. In Fächern wie Strömungslehre oder Regelungstechnik war ich mitunter schon zufrieden, wenn ich überhaupt etwas verstanden hatte, von merken will ich hier gar nicht reden.

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Telekonferenzen nachgespielt

Ich muss zugeben, mit größeren Telekonferenzen kenne ich mich nicht so gut aus, bislang bin ich immer darum herumgekommen. Meine Erfahrungen beschränken sich eher auf 1:1-Gespräche und die sind relative einfach zu handhaben.

Allerdings höre ich die Teilnehmer in meinen Workshops immer wieder über die mangelnde Effizienz von Telekonferenzen klagen. Zumeist werden technische Störungen beanstandet, sowie der Umstand, dass die Körpersprache und Mimik der Teilnehmer nicht oder nur unzureichend vermittelt werden können.

Irgendjemand ist auf die witzige Idee gekommen, die Widrigkeiten von Telekonferenzen einmal auf reale Konferenzen zu übertragen und sie nachzuspielen. Durch solche Verfremdungseffekte kommt die Absurdität mancher Vorfälle erst so richtig zum Vorschein.

Übrigens: Die Webinare, die ich für Academia durchführen durfte, haben technisch hervorragend funktioniert (inhaltlich auch). Offensichtlich können auch Fernkonferenzen ein Erfolg werden, wenn man sich an Spielregeln hält und sich gut vorbereitet.

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Aufgewärmt: Die 4 Stufen des Lernens

Da kommt man hochmotiviert aus dem Seminar nach hause, will das Gelernte in die Tat umsetzen und was passiert? Nichts! Nach den ersten zaghaften Gehversuchen, kehrt man zur gewohnten Tagesordnung zurück. Was bleibt, ist –manchmal- das schlechte Gewissen. Woran liegt das eigentlich?
Vielleicht liefert das folgende Modell eine mögliche Erklärung. Demnach erfolgt Lernen in vier Stufen:

Stufe 1: Unbewusste Inkompetenz

Manche behaupten, dies sei die Insel der Seligen: Ich weiß gar nicht, dass ich nichts weiß 🙂
Beispiel: Ich fahre mit meiner kleinen Tochter mit dem Auto zur Oma. Das Kind sitzt hinten im Kindersitz und interessiert sich null Komma Josef dafür, was der Papa da vorne macht oder wie das Auto fährt. Irgendwie sind wir dann irgendwann bei Oma.

Stufe 2: Bewusste Inkompetenz

Wir haben eine Ahnung davon, dass wir etwas nicht wissen oder können.
Im Beispiel eben fragt mich meine Tochter auf dem Beifahrersitz, was das für komische Anzeigen vorne sind, zu was die Pedale dienen und warum ich mit der rechten Hand mit dem Knüppel da herumrühre.

Stufe 3: Bewusste Kompetenz

Hier hat meine Tochter gerade den Führerschein bekommen. Sie hat die Lizenz zum fahren, weiß auch wie es geht, kann es aber immer noch nicht so richtig. Nach jedem Einsteigen muss sie überlegen, was als nächstes zu tun ist und vor allem in welcher Reihenfolge. Das ist manchmal schon recht mühselig!

Stufe 4: Unbewusste Kompetenz

Meine Tochter weiß in dieser Stufe gar nicht mehr, wie sie „das Fahren“ gemacht hat. Wenn Sie heute schon Auto gefahren sind: Beschreiben Sie doch mal ganz genau, wie Sie das gemacht haben. Vorsicht! Nichts vergessen und bitte auch die richtige Reihenfolge. Ganz schön schwer- nicht wahr? Typische Reaktion: “Woher soll ich das wissen, gefahren bin ich halt!”

Von Stufe zu Stufe kommt man, indem man die einzelnen “Lern”einheiten verdichtet und zu zweckmäßigen Clustern zusammenfasst. Aus den Elementen “Tür öffnen”, “Reinsetzen”, “Anschnallen”, “Zündschlüssel reinstecken” etc. wird dann der Cluster “Wagen starten”. Und dann wird irgendwann mal aus “Wagen starten”, “Wagen steuern”, “Wagen parken” die Tätigkeit “mit dem Auto zur Oma fahren”.

Übrigens: Verlernen funktioniert auch in den vier Stufen, nur rückwärts. Allerdings wird man sich schwer tun, wieder die allererste Stufe zu erreichen, obwohl das manchmal von Vorteil wäre.

Wenn Sie gerade ein Seminar besucht haben, dann bewegen Sie sich wahrscheinlich irgendwo zwischen Lernstufe 2 und 3. Im Klartext: Das neuerworbene Wissen gleicht einem zarten Pflänzlein, das gehegt und gepflegt und ordentlich gegossen werden muss. Und vor allem sollte man das Pflänzchen davor schützen, vom Wind zerzaust oder sogar zertreten zu werden. Ein Beispiel: Frau Muster hat ein Seminar über Moderationstechnik besucht. Wieder zuhause im Betrieb schlägt sie in einer Besprechung vor, eine Kartenabfrage zu machen. Antwort vom Chef: “Hören Sie doch mit dem Spielkram auf, wir müssen hier arbeiten!” Preisfrage: Wie wird Frau Muster wohl reagieren? 😉

In der Regel wenden wir gerade in Stresssituationen nicht die gerade erlernten Strategien an, sondern die, die uns altbekannt sind. Da wissen wir wenigstens, wie das geht und was dabei herauskommt. Und Stresssituationen gibt es im Betrieb bekanntermaßen reichlich. Und hinterher heißt es dann: “Das Tagesgeschäft”, “die lassen mich nicht”, “das dauert zu lange” usw.

…und die Konsequenzen?

Aus dem 4-Stufen-Modell des Lernens lassen sich für das Training direkte Konsequenzen ableiten:

Das Gelernte verdichten

Hier geht es vor allem darum, Handlungen einzuüben. Im Seminar geschieht dies z. B. durch Methoden wie Rollenspiel, Simulationen usw. (Im Sport kennen wir das: Da werden für das entscheidende Spiel “Standardsituationen” immer wieder geübt. Nur im Beruf ist immer gleich “Ernstfall”…)

Beispiel “Moderation von Besprechungen”: Im Seminar werden Moderationsmethoden von den Teilnehmern in Praxissequenzen direkt ausprobiert.

Individualisierung des Lernens

Die Teilnehmer erarbeiten sich den Lernstoff anhand ihrer konkreten Praxisprobleme. Sie planen das Gelernte in ihren Alltag ein. Bei der anschließenden Umsetzung des Geplanten ist oft Beratung und Coaching durch den Trainer hilfreich.

Beispiel “Moderation von Besprechungen”: Die Teilnehmer erstellen ein Drehbuch für ihre Besprechungen im Betrieb. Bei der Durchführung ist dann später der Trainer dabei und gibt den Teilnehmern abschließende Rückmeldung.

Das „Pflänzlein“ schützen

Damit das Gelernte in der Praxis umgesetzt werden kann, ist es sinnvoll im Alltag Schutzschilder zu installieren. Dies geschieht am besten durch soziale Vernetzung: Die Teilnehmer treffen sich in Lerngruppen zum Erfahrungsaustausch. Dies kann auch zu zweit in Paaren erfolgen. Die Botschaft lautet: Ich bin nicht allein mit meinen Anfangsschwierigkeiten. Die Anderen zwickt´s genauso.

Beispiel “Moderation von Besprechungen”: Zwei Teilnehmer bilden ein Lernpaar und besuchen sich gegenseitig in den Besprechungen um zu unterstützen und Feedback zu geben.

Zugegeben: Das 4-Stufen-Modell und die Konsequenzen daraus sind hier stark vereinfachend beschrieben. Deswegen ist es ja auch ein Modell. Dennoch lohnt es sich, dieses Modell im Hinterkopf zu behalten. Mit einem geeigneten Trainingskonzept lässt so die Wahrscheinlichkeit, auf dem langen Weg vom Wissen zum Handeln ein großes Stück weiterzukommen, merklich steigen.

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[Dieser Artikel erschien am 4. November 2005 (!) in meinem Blog “Interessante Zeiten”. Geändert hat sich seither viel, die Menschen sind gleich geblieben. ]

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Lernen mit Karteikarten: Anki

Sie kennen sicherlich das alte deutsche Sprichwort:

Übung macht den Meister.

Damit drückt der Volksmund eine Binsenweisheit des Lernens aus. Vor Vergessen können Sie sich nur dadurch schützen, dass Sie das einmal Gelernte ständig üben bzw. wiederholen.  Wissenschaftlich untersucht hat den Vorgang des Vergessens und Wiederholens zuerst der deutsche Psychologe Herrmann Ebbinghaus. Nach ihm benannt ist die berühmte Vergessenskurve (“ebbinghaussche Kurve”), die den Zusammenhang zwischen der vergangenen Zeit und dem Vergessen aufzeigt.

Im Prinzip versucht jede Lernmethode, dieser Vergessenskurve ein Schnippchen zu schlagen. Im Bereich des Lernens von Fremdsprachen hat sich die Lernkartei nach Leitner durchgesetzt, bei der z. B. Vokabeln durch eine ausgeklügeltes System so lange wiederholt werden, bis sie “sitzen”.

Während die Haptiker gerne mit einem realen Karteikasten aus Holz oder Pappe arbeiten, den sie manchmal sogar selbst gebastelt haben (Anleitung als pdf-Datei), greifen die computeraffinen Menschen lieber zur digitalen Version. Die Suche nach dem geeigneten Programm gestaltet sich allerdings etwas schwierig, denn das Angebot ist unübersichtlich. So haben Sie die Qual der Wahl. Ein kleine Auswahlhilfe bietet Ihnen eine einschlägige Übersicht in der Wikipedia.

Ich selbst habe heute Anki installiert, um damit meinen Spanisch-Wortschatz zu trainieren. Ausschlaggebend für die Wahl waren für mich:

  • Anki ist äußerst flexibel (um nicht zu sagen mächtig)
  • Das Programm läuft auf allen erdenklichen Plattformen
  • Die Karteikarten lassen sich beliebig gestalten
    (Lückentext, Bilder, sogar Videos)
  • Über AnkiWeb lassen sich die Karteikarten, Lernfortschritte etc. synchronisieren
  • Die Lernsoftware ist völlig ummesonscht

Die Mächtigkeit von Anki ist gleichzeitig auch ein  Nachteil. Man muss sich schon ein wenig damit befassen, leichte Bedienung geht anders. Zum Glück steht eine umfangreiche deutsche Dokumentation zur Verfügung. Außerdem gibt es auf YouTube Anleitungsvideos in Hülle und Fülle.

Natürlich kann man mit einem derartigen System nicht nur Vokabeln lernen.
Es eignet sich für alle Art von Wissen, das irgendwie abgefragt werden kann. Hier ein Beispiel für Jura-Lernbegeisterte:

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Wie Sie behalten, was Sie lesen

Wenn Sie viele Bücher lesen, dann fällt es mitunter schwer, die wichtigen Stichpunkte zu behalten und bei passender Gelegenheit wieder abzurufen. Es gibt eine große Anzahl von Tipps und Tricks, wie wir uns den Inhalt von Büchern besser merken können. Auch im ToolBlog habe ich darüber bereits mehrfach berichtet:

Das Notieren während der Lektüre ist die eine Sache, die Verwaltung dieser Notizen eine andere. Viele Mitmenschen schwören auf das Zettelkasten-System von Nicklas Luhmann, andere wieder auf die Zusammenfassung des Gelesenen mit Mind-Maps. Ich selbst ziehe die letztere Methode vor, denn die Systematik des Zettelkastens hat sich mir trotz mehrfacher Versuche immer noch nicht erschlossen.

Meine Zusammenfassungen bestehen in der Regel aus Mind-Maps, die ich mir mit XMind erstelle. Der Vorteil liegt darin, dass ich die einzelnen Äste/Zweige mit Links zu Informationen versehen kann, die für das Thema des Buches relevant sind. Außerdem kann ich mit Multi-Maps arbeiten, d. h. ich mache aus manchen Ästen wiederum eigene Mind-Maps. Auf diese Weise kann ich den Detaillierungsgrad meiner Aufzeichnungen selbst flexibel von Fall zu Fall (Kapitel zu Kapitel) neu festlegen. Auch das Erzeugen von Multimaps, d. h. die Verknüpfung eigenständiger Maps zu einer Übersichtsdarstellung ist möglich.

Als Ausgangspunkt für diese Maps verwende ich das Inhaltsverzeichnis des Buches. Das bietet sich schon aufgrund der Outline-Struktur an. Die einzelnen Kapitel sind dies Äste, Unterkapitel die Zweige usw.

Works for me!

Aber wie macht man sich Notizen während des Lesens? ToolBlog Leser Werner Krag hat mich auf ein Interview hingewiesen, dass Tausendsassa Tim Ferris mit Maria Popova geführt hat: Maria Popova on Writing, Workflow, and Workarounds. In dem Interview geht es auch darum, wie Maria ihre Lesenotizen anfertigt. Machen wir es uns einfach und lassen uns die Methode von Cal Newport beschreiben: Deep Habits: Create an Idea Index. Das Notieren besteht aus drei Schritten:

  1. Während des Lesens legt Maria ein Blatt auf der Vorderseite des Buches an, auf der die interessanten Ideen Zeile für Zeile aufgelistet werden. Dies ist ihr Ideenindex.
  2. Jedes Mal, wenn sie auf einen interessanten Gedankengang stößt, schreibt sie die Seitenzahl mit der Fundstelle zu der Linie mit der gelisteten Idee.
    Bei etwas Neuem ergänzt sie die Liste einfach um diesen neuen Aspekt.
  3. Auf diese Weise wird der Ideenindex immer größer.

Liest bzw. hört sich interessant an. Ich selbst gehe ähnlich vor, indem ich meine Notizen auf Post-it-Notes schreibe und diese ins Buch klebe. Geht auch, aber Marias Methode scheint mir besser handhabbar zu sein.

Dieser Ideenindex könnte sicher auch gut mit dem o.a. Mind-Mapping verbunden werden. Ich werde das bei der Lektüre des nächsten Buchs einmal ausprobieren.

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[Foto von Pexels [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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