Archiv der Kategorie: Lernen

Aufgewärmt: Die 4 Stufen des Lernens

Da kommt man hochmotiviert aus dem Seminar nach hause, will das Gelernte in die Tat umsetzen und was passiert? Nichts! Nach den ersten zaghaften Gehversuchen, kehrt man zur gewohnten Tagesordnung zurück. Was bleibt, ist –manchmal- das schlechte Gewissen. Woran liegt das eigentlich?
Vielleicht liefert das folgende Modell eine mögliche Erklärung. Demnach erfolgt Lernen in vier Stufen:

Stufe 1: Unbewusste Inkompetenz

Manche behaupten, dies sei die Insel der Seligen: Ich weiß gar nicht, dass ich nichts weiß 🙂
Beispiel: Ich fahre mit meiner kleinen Tochter mit dem Auto zur Oma. Das Kind sitzt hinten im Kindersitz und interessiert sich null Komma Josef dafür, was der Papa da vorne macht oder wie das Auto fährt. Irgendwie sind wir dann irgendwann bei Oma.

Stufe 2: Bewusste Inkompetenz

Wir haben eine Ahnung davon, dass wir etwas nicht wissen oder können.
Im Beispiel eben fragt mich meine Tochter auf dem Beifahrersitz, was das für komische Anzeigen vorne sind, zu was die Pedale dienen und warum ich mit der rechten Hand mit dem Knüppel da herumrühre.

Stufe 3: Bewusste Kompetenz

Hier hat meine Tochter gerade den Führerschein bekommen. Sie hat die Lizenz zum fahren, weiß auch wie es geht, kann es aber immer noch nicht so richtig. Nach jedem Einsteigen muss sie überlegen, was als nächstes zu tun ist und vor allem in welcher Reihenfolge. Das ist manchmal schon recht mühselig!

Stufe 4: Unbewusste Kompetenz

Meine Tochter weiß in dieser Stufe gar nicht mehr, wie sie „das Fahren“ gemacht hat. Wenn Sie heute schon Auto gefahren sind: Beschreiben Sie doch mal ganz genau, wie Sie das gemacht haben. Vorsicht! Nichts vergessen und bitte auch die richtige Reihenfolge. Ganz schön schwer- nicht wahr? Typische Reaktion: “Woher soll ich das wissen, gefahren bin ich halt!”

Von Stufe zu Stufe kommt man, indem man die einzelnen “Lern”einheiten verdichtet und zu zweckmäßigen Clustern zusammenfasst. Aus den Elementen “Tür öffnen”, “Reinsetzen”, “Anschnallen”, “Zündschlüssel reinstecken” etc. wird dann der Cluster “Wagen starten”. Und dann wird irgendwann mal aus “Wagen starten”, “Wagen steuern”, “Wagen parken” die Tätigkeit “mit dem Auto zur Oma fahren”.

Übrigens: Verlernen funktioniert auch in den vier Stufen, nur rückwärts. Allerdings wird man sich schwer tun, wieder die allererste Stufe zu erreichen, obwohl das manchmal von Vorteil wäre.

Wenn Sie gerade ein Seminar besucht haben, dann bewegen Sie sich wahrscheinlich irgendwo zwischen Lernstufe 2 und 3. Im Klartext: Das neuerworbene Wissen gleicht einem zarten Pflänzlein, das gehegt und gepflegt und ordentlich gegossen werden muss. Und vor allem sollte man das Pflänzchen davor schützen, vom Wind zerzaust oder sogar zertreten zu werden. Ein Beispiel: Frau Muster hat ein Seminar über Moderationstechnik besucht. Wieder zuhause im Betrieb schlägt sie in einer Besprechung vor, eine Kartenabfrage zu machen. Antwort vom Chef: “Hören Sie doch mit dem Spielkram auf, wir müssen hier arbeiten!” Preisfrage: Wie wird Frau Muster wohl reagieren? 😉

In der Regel wenden wir gerade in Stresssituationen nicht die gerade erlernten Strategien an, sondern die, die uns altbekannt sind. Da wissen wir wenigstens, wie das geht und was dabei herauskommt. Und Stresssituationen gibt es im Betrieb bekanntermaßen reichlich. Und hinterher heißt es dann: “Das Tagesgeschäft”, “die lassen mich nicht”, “das dauert zu lange” usw.

…und die Konsequenzen?

Aus dem 4-Stufen-Modell des Lernens lassen sich für das Training direkte Konsequenzen ableiten:

Das Gelernte verdichten

Hier geht es vor allem darum, Handlungen einzuüben. Im Seminar geschieht dies z. B. durch Methoden wie Rollenspiel, Simulationen usw. (Im Sport kennen wir das: Da werden für das entscheidende Spiel “Standardsituationen” immer wieder geübt. Nur im Beruf ist immer gleich “Ernstfall”…)

Beispiel “Moderation von Besprechungen”: Im Seminar werden Moderationsmethoden von den Teilnehmern in Praxissequenzen direkt ausprobiert.

Individualisierung des Lernens

Die Teilnehmer erarbeiten sich den Lernstoff anhand ihrer konkreten Praxisprobleme. Sie planen das Gelernte in ihren Alltag ein. Bei der anschließenden Umsetzung des Geplanten ist oft Beratung und Coaching durch den Trainer hilfreich.

Beispiel “Moderation von Besprechungen”: Die Teilnehmer erstellen ein Drehbuch für ihre Besprechungen im Betrieb. Bei der Durchführung ist dann später der Trainer dabei und gibt den Teilnehmern abschließende Rückmeldung.

Das „Pflänzlein“ schützen

Damit das Gelernte in der Praxis umgesetzt werden kann, ist es sinnvoll im Alltag Schutzschilder zu installieren. Dies geschieht am besten durch soziale Vernetzung: Die Teilnehmer treffen sich in Lerngruppen zum Erfahrungsaustausch. Dies kann auch zu zweit in Paaren erfolgen. Die Botschaft lautet: Ich bin nicht allein mit meinen Anfangsschwierigkeiten. Die Anderen zwickt´s genauso.

Beispiel “Moderation von Besprechungen”: Zwei Teilnehmer bilden ein Lernpaar und besuchen sich gegenseitig in den Besprechungen um zu unterstützen und Feedback zu geben.

Zugegeben: Das 4-Stufen-Modell und die Konsequenzen daraus sind hier stark vereinfachend beschrieben. Deswegen ist es ja auch ein Modell. Dennoch lohnt es sich, dieses Modell im Hinterkopf zu behalten. Mit einem geeigneten Trainingskonzept lässt so die Wahrscheinlichkeit, auf dem langen Weg vom Wissen zum Handeln ein großes Stück weiterzukommen, merklich steigen.

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[Dieser Artikel erschien am 4. November 2005 (!) in meinem Blog “Interessante Zeiten”. Geändert hat sich seither viel, die Menschen sind gleich geblieben. ]

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Lernen mit Karteikarten: Anki

Sie kennen sicherlich das alte deutsche Sprichwort:







Übung macht den Meister.

Damit drückt der Volksmund eine Binsenweisheit des Lernens aus. Vor Vergessen können Sie sich nur dadurch schützen, dass Sie das einmal Gelernte ständig üben bzw. wiederholen.  Wissenschaftlich untersucht hat den Vorgang des Vergessens und Wiederholens zuerst der deutsche Psychologe Herrmann Ebbinghaus. Nach ihm benannt ist die berühmte Vergessenskurve (“ebbinghaussche Kurve”), die den Zusammenhang zwischen der vergangenen Zeit und dem Vergessen aufzeigt.

Im Prinzip versucht jede Lernmethode, dieser Vergessenskurve ein Schnippchen zu schlagen. Im Bereich des Lernens von Fremdsprachen hat sich die Lernkartei nach Leitner durchgesetzt, bei der z. B. Vokabeln durch eine ausgeklügeltes System so lange wiederholt werden, bis sie “sitzen”.

Während die Haptiker gerne mit einem realen Karteikasten aus Holz oder Pappe arbeiten, den sie manchmal sogar selbst gebastelt haben (Anleitung als pdf-Datei), greifen die computeraffinen Menschen lieber zur digitalen Version. Die Suche nach dem geeigneten Programm gestaltet sich allerdings etwas schwierig, denn das Angebot ist unübersichtlich. So haben Sie die Qual der Wahl. Ein kleine Auswahlhilfe bietet Ihnen eine einschlägige Übersicht in der Wikipedia.

Ich selbst habe heute Anki installiert, um damit meinen Spanisch-Wortschatz zu trainieren. Ausschlaggebend für die Wahl waren für mich:

  • Anki ist äußerst flexibel (um nicht zu sagen mächtig)
  • Das Programm läuft auf allen erdenklichen Plattformen
  • Die Karteikarten lassen sich beliebig gestalten
    (Lückentext, Bilder, sogar Videos)
  • Über AnkiWeb lassen sich die Karteikarten, Lernfortschritte etc. synchronisieren
  • Die Lernsoftware ist völlig ummesonscht

Die Mächtigkeit von Anki ist gleichzeitig auch ein  Nachteil. Man muss sich schon ein wenig damit befassen, leichte Bedienung geht anders. Zum Glück steht eine umfangreiche deutsche Dokumentation zur Verfügung. Außerdem gibt es auf YouTube Anleitungsvideos in Hülle und Fülle.

Natürlich kann man mit einem derartigen System nicht nur Vokabeln lernen.
Es eignet sich für alle Art von Wissen, das irgendwie abgefragt werden kann. Hier ein Beispiel für Jura-Lernbegeisterte:

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Wie Sie behalten, was Sie lesen

Wenn Sie viele Bücher lesen, dann fällt es mitunter schwer, die wichtigen Stichpunkte zu behalten und bei passender Gelegenheit wieder abzurufen. Es gibt eine große Anzahl von Tipps und Tricks, wie wir uns den Inhalt von Büchern besser merken können. Auch im ToolBlog habe ich darüber bereits mehrfach berichtet:

Das Notieren während der Lektüre ist die eine Sache, die Verwaltung dieser Notizen eine andere. Viele Mitmenschen schwören auf das Zettelkasten-System von Nicklas Luhmann, andere wieder auf die Zusammenfassung des Gelesenen mit Mind-Maps. Ich selbst ziehe die letztere Methode vor, denn die Systematik des Zettelkastens hat sich mir trotz mehrfacher Versuche immer noch nicht erschlossen.

Meine Zusammenfassungen bestehen in der Regel aus Mind-Maps, die ich mir mit XMind erstelle. Der Vorteil liegt darin, dass ich die einzelnen Äste/Zweige mit Links zu Informationen versehen kann, die für das Thema des Buches relevant sind. Außerdem kann ich mit Multi-Maps arbeiten, d. h. ich mache aus manchen Ästen wiederum eigene Mind-Maps. Auf diese Weise kann ich den Detaillierungsgrad meiner Aufzeichnungen selbst flexibel von Fall zu Fall (Kapitel zu Kapitel) neu festlegen. Auch das Erzeugen von Multimaps, d. h. die Verknüpfung eigenständiger Maps zu einer Übersichtsdarstellung ist möglich.

Als Ausgangspunkt für diese Maps verwende ich das Inhaltsverzeichnis des Buches. Das bietet sich schon aufgrund der Outline-Struktur an. Die einzelnen Kapitel sind dies Äste, Unterkapitel die Zweige usw.

Works for me!

Aber wie macht man sich Notizen während des Lesens? ToolBlog Leser Werner Krag hat mich auf ein Interview hingewiesen, dass Tausendsassa Tim Ferris mit Maria Popova geführt hat: Maria Popova on Writing, Workflow, and Workarounds. In dem Interview geht es auch darum, wie Maria ihre Lesenotizen anfertigt. Machen wir es uns einfach und lassen uns die Methode von Cal Newport beschreiben: Deep Habits: Create an Idea Index. Das Notieren besteht aus drei Schritten:

  1. Während des Lesens legt Maria ein Blatt auf der Vorderseite des Buches an, auf der die interessanten Ideen Zeile für Zeile aufgelistet werden. Dies ist ihr Ideenindex.
  2. Jedes Mal, wenn sie auf einen interessanten Gedankengang stößt, schreibt sie die Seitenzahl mit der Fundstelle zu der Linie mit der gelisteten Idee.
    Bei etwas Neuem ergänzt sie die Liste einfach um diesen neuen Aspekt.
  3. Auf diese Weise wird der Ideenindex immer größer.

Liest bzw. hört sich interessant an. Ich selbst gehe ähnlich vor, indem ich meine Notizen auf Post-it-Notes schreibe und diese ins Buch klebe. Geht auch, aber Marias Methode scheint mir besser handhabbar zu sein.

Dieser Ideenindex könnte sicher auch gut mit dem o.a. Mind-Mapping verbunden werden. Ich werde das bei der Lektüre des nächsten Buchs einmal ausprobieren.

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[Foto von Pexels [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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Eine Website für effektives Studieren

Mit Freude habe ich zur Kenntnis genommen, dass unter den Leserinnen und Lesern des ToolBlogs auch viele Studierende sind. Da das Studieren offensichtlich immer mehr zur reinen Fleißaufgabe mutiert, ist es offensichtlich sehr wichtig, gut organisiert zu sein um den Lernstoff überhaupt zu bewältigen.

Kürzlich wurde mir eine Website zum effektiven Studieren empfohlen. Diesen Tipp geben ich gerne an die Studierenden unter meinen Lesern weiter: How To Study Effectively. Aus der Selbstbeschreibung der Seite:

Everyone can be a great student. And yes, that means you too! Here at effectivestudy.org, you’ll have access to top-notch articles on useful study skills that’ll help you to be the best that you can be in the most efficient way possible!

Sie finden eine Fülle von Studiertipps zu den Rubriken:

  • Mnemotechniken:
    Wie man lernt und sich vor allem wieder zur richtigen Zeit am richtigen Ort daran erinnert. Für Prüfungen nicht ganz unwichtig.
  • Zweckmäßiges Anfertigen von Notizen
  • Umgang mit Aufschieberitis
  • Blockieren ablenkender Internetseiten
  • Einsatz der Tomatentechnik (Pomodoro Technique)
  • Steigerung der Konzentrationsfähigkeit

Auf der Website finden Sie auch eine kommentierte Liste mit Buchempfehlungen. Allerdings glaube ich, dass das Lesen zusätzlicher Bücher über das Studium hinaus nicht gerade Begeisterungsstürme entfachen dürfte.

Was mir auch gut gefällt, ist die Zusammenstellung von Werkzeugen, die beim Studieren nützlich sein könnten. Sie finden Empfehlungen für Notizen, das Schreiben, für Apps zum Zeitmanagement u.v.m.

Auch wenn Sie nicht studieren sollten, schauen Sie dennoch einmal bei Effective Study vorbei. Ich bin mir sicher, Sie werden das eine oder andere entdecken.

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Alles, was Sie für ein (Fern-)Studium brauchen

Vielleicht überlegen Sie sich gerade, ein Fernstudium zu beginnen oder sind gerade mittendrin? Die letzteren verdienen allen Respekt, den anderen empfehle ich, sich das ganze Vorhaben gut zu überlegen.  Das Fernstudium keineswegs ein Schmalspurstudium, wie manche Leute meinen. Man sollte sich die damit verbundenen Mühen und Entbehrungen nicht klein reden. Nur weil das Lernen von zuhause oder einem anderen beliebigen Ort stattfindet, wird die Arbeit nicht einfacher, im Gegenteil:

  • Viele Studierende sind berufstätig und absolvieren das Studium in Teilzeit neben der Arbeit (und Familie).
  • Es gibt keine Kommilitonen um einen herum, die einen aus dem Motivationsloch ziehen könnten. Es fehlt oft der soziale Kontakt zu Gleichgesinnten, aber auch zu Lehrenden.
  • Keineswegs sind die Prüfungen leichter als an Präsenzunis. Schon deshalb, weil die Ferninstitute genau diesem Vorurteil entgegentreten möchten.

Kurz und gut. Es gehört schon eine gehörige Portion Selbstdisziplin dazu, um ein Fernstudium erfolgreich abzuschließen.

Selbstdisziplin allein ist zwar notwendig, aber nicht hinreichend, wie der Mathematiker sagt. Man benötigt auch ein gewisses Handwerkszeug, um das geforderte Pensum zu schaffen.

In Deutschland hat sich die Fernuniversität Hagen, bei der ich selbst einige Jahre studieren durfte, auf das akademische Fernstudium spezialisiert. Eine der angesehensten Adressen in Europa ist die britische Open University.

Von der Open University stammt auch eine Website, die sich eigens dem Fähigkeiten widmet, die ein Fernstudierender entwickeln sollte: Skills for OU Study. In kurzen Lehreinheiten erfahren Sie alles, was für ein erfolgreiches Fernstudium notwendig ist:

  • Kernkompetenzen (Zeitmangement, Präsentieren, Lesetechniken usw.)
  • Bearbeitung von Aufgaben
  • Prüfungsvorbereitung (auch Umgang mit Stress ist dabei)
  • Computer Know-how u.v.m.

In der Überschrift habe ich das “Fern” in Klammern gesetzt, denn diese Fähigkeiten sind nicht nur im Fernstudium nützlich, sondern auch im Präsenzstudium.

Sie werden auf der Seite auch manchen Tipp finden, den Sie in der Arbeitswelt verwenden können.

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[Foto von Wokandapix [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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Wie Sie das Bücher lesen verbessern

Es soll ja Leute geben, die kaufen Bücher nur deswegen, weil Sie Ihr Wohnzimmer wohnlich gestalten möchten. Außerdem sollte die Isolierfähigkeit und Lärmdämmung von Papier nicht unterschätzt werden. Es gibt aber immer noch genügend Menschen, die Bücher tatsächlich lesen.

Je nach Zweck des Buches ergeben sich unterschiedlichen Methoden, wie Bücher zu lesen sind. Schließlich macht es einen Unterschied, ob Sie sich mittels eines Krimis Nervenkitzel verschaffen wollen oder sich mit einem Fachbuch auf die nächste Prüfung vorbereiten möchten.

Steve Kaufmann hat ein paar Tipps zusammengestellt, wie Sie generell Ihre Lesefähigkeiten verbessern können: 7 Pleasurable Ways to Improve Your Reading Ability. Er empfiehlt:

  1. Lesen Sie Bücher über Themen, die Sie interessieren
    Leider ist das nicht immer möglich. Wenn Sie sich auf ein Prüfung vorbereiten müssen, dann ist das Lesen der vorgeschriebenen Bücher oft eine Qual. Allerdings gibt es auch hier bewährte Lesetechniken wie z.B. S3QR oder auch diverse Schnelllesemethoden, die dem Durcharbeiten den Schrecken nehmen.
    Für Belletristik sind derartige Techniken wohl weniger geeignet. Ich kann mir nicht vorstellen, den “Zauberberg” von Thomas Mannquer” zu lesen.
  2. Lesen Sie Bücher, die Ihrem Niveau entsprechen oder etwas darüber liegen
    Kommt darauf an. Ich finde es absolut legitim, sich bei einem sleichten Krimi zu entspannen. Andererseits bin ich mir mittlerweile nicht mehr zu fein, aus einem Buch auszusteigen, wenn ich es trotz einer gewissen Anstrengung nicht verstehen. Aus diesem Grund habe ich mich damit abgefunden, den “Tractatus logico-philosophicus” ” von Wittgenstein in diesem Leben nicht mehr zu beenden. Ich bin für dieses Werk schlicht und einfach unterbelichtet.
  3. Gehen Sie Tiefe, indem Sie mehrere Bücher zum selben Thema lesen
    Diesem Ratschlag bin ich bislang schon immer gefolgt, ohne mir dessen bewusst zu sein. Wenn mich etwas interessiert, dann beiße ich mich fest (s.a. 1). Zur Zeit lese ich das sechste Buch über den 1. Weltkrieg.
  4. Wenn Ihnen das Lesen schwer fällt, dann hören Sie zunächst zu
    Mittlerweile gibt es für nahezu jedes Buch eine Hörausgabe. Allerdings ist imo die Qualität recht unterschiedlich. Werke, gelesen von Brückner, Rowohlt oder Beck, werden allen schon durch die Darbietung zum Hochgenuss. Vorsicht bei Autorenlesungen. Wer schreiben kann, kann noch lange nicht lesen. Das gilt selbst für die eigenen Texte.
    Fachbücher halte ich für das Vorlesen für wenig geeignet. Oft sind diese Hörfassungen bestenfalls als Einschlafhilfen zu gebrauchen.
  5. Lassen Sie Ihre Vorstellungskraft spielen
    Muss man dazu wirklich auffordern? Ein gutes Buch setzt bei mir sofort das Kopfkino in Gang. Hier bin ich Regisseur im eigenen Film. Deshalb finde ich auch die “offiziellen” Literaturverfilmungen so selten gelungen. Es ist nicht mein Film.
  6. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Sie etwas nicht verstehen
    Wenn Sie wirklich ein schwerverdauliches Buch lesen müssen, dann empfehle ich Ihnen die Lesemethode von Mark Forster: Wie Sie ein Buch einmal zweimal lesen.
  7. Der Schlüssel liegt darin, viel zu lesen
    Ich glaube da ist etwas Wahres dran. Schon als ich Kind war, habe ich jede Gelegenheit genutzt zu lesen. Wirklich jede, selbst auf dem Klo durfte “Winnetou” nicht fehlen. Ein Leben ohne Literatur – für mich unvorstellbar.

Was lesen Sie gerade? Bevorzugen Sie Fachbücher oder eher “schöngeistige” Literatur? Egal, oder wie der bekannte Kalauer sagt:

Der Trend geht zum Zweitbuch

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[Foto von Karolina Grabowska [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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15 Dinge in 15 Minuten

So etwas gibt es. Da hat man unverhofft eine Viertelstunde Zeit und lässt den Blick unsicher durch die Gegend schweifen: Was könnte ich jetzt Sinnvolles tun? Oft kommt dies zwar nicht vor, aber es passiert. Damit Sie bei der  nächsten Gelegenheit die gewonnenen 15 Minuten nicht durch Nachdenken verschwenden, gibt Ihnen Saikat Basu in seinem Artikel “15 Productive Things To Do Online When You Have 15 Minutes To Kill” diese Tipps:

  1. Nutzen Sie die Zeit, um etwas Neues zu lernen
    Meine App der Wahl ist zu diesem Zweck Duolingo. Mit dieser Anwendung lerne ich Spanisch, wenn ich z.B. im Wartezimmer beim Arzt sitze. Saikat empfiehlt Now I know. Aber auch der Artikel des Tages bei Wikipedia hilft beim Optimieren der Allgemeinbildung.
  2. Üben Sie sich in Schnelllesetechniken (Speed Reading)
    Hier gibt es eine prima App für das iPhone/iPad: Schneller Lesen.
  3. Gehen Sie auf Google Street View spazieren (Link)
  4. Schauen Sie sich eine TED-Präsentation an (Link)
  5. Lernen Sie eine Fremdsprache
    Siehe dazu auch Punkt 1: Duolingo
  6. Widmen Sie sich Ihrem Hobby
  7. Lernen Sie Ihr Betriebssystem kennen
  8. Bauen Sie sich eine Bücherliste auf
    Ich empfehle zu diesem Zweck LibraryThing.
  9. Schreiben Sie Ihre Gedanken auf
    Benutzen Sie dazu ein Notizbuch, so dass Sie später wieder darauf zugreifen können.
  10. Trainieren Sie Ihr Gedächtnis
    Sie können dazu aus einer Fülle von Programmen auswählen, denen das Karteikartenprinzip von Leitner zugrunde liegt. Eines ist z.B. Anki.
  11. Beteiligen Sie sich an öffentlichen Forschungsprojekten
    Saikat nennt hier Be a Martian. Kann ich nichts weiteres dazu sagen.
  12. Pflegen Sie Ihr Netzwerk
    Auf Xing, LinkedIn oder wo Sie sonst so sind. Halten Sie es auf dem Laufenden.
  13. Arbeiten Sie an Ihrem online-Image
    Sie können z.B. bei Quora Fragen beantworten oder stellen. Fachforen gibt es immer noch in Hülle und Fülle.
  14. Machen Sie etwas Gymnastik
  15. Meditieren Sie

Punkt Nummer 15 kommt bei mir oft in die engere Wahl, wenn ich ein paar Minuten Zeit habe, in denen nichts weiter zu tun ist. Ich halte das achtsame Innehalten für sehr wichtig für das geistige und körperliche Wohlbefinden. Auf diese Weise bekommt man neue Frische für die anstehenden Aufgaben.

Machen Sie einfach Pause. Man muss nicht immer etwas tun.

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[Foto von cocoparisienne [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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Einstein für Dummies

Während meines Maschinenbaustudiums gab es ein paar Themen, die mir die Grenzen meines Verstandes und den Beginn meiner Begriffstutzigkeit aufgezeigt haben. Nabla Operatoren in der Strömungslehre beispielsweise, von Einsteins Relativitätstheorie ganz zu schweigen.

Für Einfallspinsel wie mich hat der 18-jährige (!) Ryan Chester ein Erklärvideo gedreht, damit auch wir endlich zu den Eingeweihten gehören mögen. Für dieses Video hat Ryan einen Preis von 400.000 Dollar erhalten. Jetzt fehlt nur noch, das jemand dieses Video angemessen eindeutscht.

[via Trends der Zukunft]

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Verkürzen Sie die Zeit von 70 Stunden auf 5 Minuten!

Gut, ich gebe zu, diese Überschrift kommt sehr reißerisch daher und ich habe mich ja auch schon weggeduckt. Es geht hier nicht um irgendeine exotische Anwendung von Einsteins Relativitätstheorie. Vielmehr fasst Chris Bailey in seinem Artikel “You Can Easily Learn 100 TED Talks Lessons In 5 Minutes Which Most People Need 70 Hours For” zusammen, was er aus dem Dauerguck dieser TED-Präsentationen gelernt hat.

Die Lernerfahrungen sind eingeteilt in die Kategorien:

  • Produktivität
  • Wie man ein besserer Mensch wird (!)
  • Mitmenschen
  • Technologie
  • Mutter Erde

Chris stellt aus seiner Sicht zu jeder der 100 Präsentation die Kernaussage vor und verlinkt direkt zu dem entsprechenden Video, so dass Sie seine Meinung selbst überprüfen oder nachvollziehen können. Kostprobe gefällig? Gern: Dan Ariely stellt die Frage: “Are we in control of our own decisions?”. Das Fazit von Chris: “You’re not as rational as you think you are.”

Übrigens ist das Buch von Dan Ariely sehr inspirierend. Ich kann es nur ausdrücklich empfehlen. Allerdings bekomme ich den Inhalt des Buches nicht in einem Satz zusammen.

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"Erfolg von Strategieprojekten" – Einladung zu einer explorativen Studie (Gastbeitrag)

Christian Fischbach vom Lehrstuhl für allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Controlling an der Friedrich-Schiller-Universität Jena betreut eins Studie, zu der er die Leserinnen und Leser des ToolBlogs einladen möchte. Er wird uns auch an dieser Stelle über die Fortschritte der Forschungsarbeit auf dem Laufenden halten. Hier sein erster Beitrag:

Die Veränderungen der heuten Zeit werden meist mittels Projekten in die Unternehmen getragen. Insbesondere strategische Projekte erzeugen mitunter einschneidende Eingriffe in die Entwicklung des betroffenen Unternehmens. Obwohl von hoher Bedeutung, sind die Wirkweise und die Erfolgsbeurteilung von Strategieprojekten, insb. auch mit externer Beraterunterstützung, nicht abschließend geklärt.

Wann sind Strategieprojekte erfolgreich und wie kann man den Erfolg messen?
Welche Ursachen hat der Erfolg von Strategieprojekten?
Was können wir praktisch daraus lernen?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich deshalb eine Studie der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

In unregelmäßigen Abständen werde ich an dieser Stelle über dieses Vorhaben berichten. Heute möchte ich Sie zu einer kurzen Vorerhebung zur Spezifizierung des Untersuchungsraums (3 Minuten) einladen.

Anbei der Link:

https://www.soscisurvey.de/Erfolgsv/

Auch werden noch Teilnehmer für Experteninterviews gesucht. Am Ende der Umfrage besteht die Möglichkeit, sich hierfür zu melden.

Die Beantwortung ist selbstverständlich anonym. Eine Verwendung der gewonnenen Daten und Ergebnisse erfolgt nur zu wissenschaftlichen Zwecken.

Mit Ihrer Teilnahme an der Vorerhebung würden Sie mir einen sehr großen Gefallen tun.

Vielen Dank und liebe Grüße
Christian Fischbach

Also, dann nichts wie los! 🙂

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Getting Things Done mit any.do

Vor Jahren, als das Wünschen noch geholfen hat, gab es eine Web-Anwendung namens Listible. Dort habe ich alle Apps gesammelt, mit denen man seine Aufgaben verwalten bzw. organisieren konnte. Ich weiß nicht, ob es Listible überhaupt noch gibt, meine Liste gibt es auf jeden Fall nicht mehr. Irgendwann kamen nämlich so viele Programmmanager auf den Markt, dass ich schlicht und einfach mit dem Sammeln nicht mehr hinterher gekommen bin. Ich habe aufgegeben.

Einige Apps konnten sich am Markt durchsetzen, andere wieder nicht. ToodleDo, Todoist, Things oder Wunderlist muss man sicher nicht weiter vorstellen. Welche Verbreitung any.do gefunden hat, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich finde,  das Programm ist optisch schon mal sehr ansprechend. Dass und vor allem wie damit auch effizient gearbeitet werden kann, zeigt uns Jan Hagelskamp in seinem kurzweiligen Video “Anydo und Getting Things done. Wie nutzt man Any.do für GTD”.

Wenn Ihnen das Video gefallen hat, von Jan gibt es noch mehr Anleitungen, z. B. für das Projektmanagmenettool meiner Wahl: Top 10 Tipps, Tricks & Hacks für Trello. Gucken Sie hier:

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Webinar “Mühelos organisiert mit dem Webdienst Todoist”

Nächsten Dienstag findet bei den Kolleginnen von Academia das Webinar “Mühelos organisiert mit dem Webdienst Todoist” statt. Begleitet wird es von dem Erfolgsautor, Journalist und Übersetzer Frank Borsch.

Aus dem Inhalt:

  • welche Philosophie hinter dem Programm steckt
  • wie Sie Aufgaben anlegen
  • wie Sie Projekte und Unterprojekte anlegen
  • wie Sie mit Etiketten, Prioritäten und Filtern umgehen
  • was hinter einfachen und wiederkehrenden Terminen steckt
  • wie Sie Kommentare anlegen
  • wie Sie Dateianhänge integrieren.

Das Webinar findet am 7. Juni von 19:00 bis 20:10 Uhr statt und kostet 38,—€ inkl. MwSt.

Anmelden können Sie sich hier.

Das empfehle ich doch gerne weiter!

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Webinar zu Todoist: Gewinnen Sie eine Premium-Version (Update!)

Unter den vielen Tools zur Arbeitsorganisation befindet sich Todoist sicher in der ersten Reihe. Der Grund liegt in der schnörkellosen Optik, der intuitiven Bedienung und der hervorragenden Integration mit anderen Programmen.

Der Erfolgsautor, Journalist und Übersetzer Frank Borsch zeigt Ihnen in einem Webinar, wie Sie mit Todoist Ihren Arbeitsalltag organisieren und “Berufliches und Privates elegant unter einen Hut bringen”. Termin ist

7. 6. 2016 – 19:00 bis 20:10 Uhr,

die Teilnahmegebühr beträgt € 38,–.

Veranstaltet wird das Webinar von Academia Webinars, anmelden können Sie sich auf der einschlägigen Website, dort finden Sie auch eine nähere Beschreibung des Inhalts. Der Clou: Unter den Teilnehmern wird eine Premium-Version von Todoist verlost. Und damit nicht genug, es gibt noch eins drauf:

Toolblog-Leser erhalten einen Rabatt von 10 %. Bitte vor der Buchung im Shop mit dem Wort „Toolblog“ im Betreff einen Rabattcode anfordern: info@academia-webinars.de

Ich glaube, Todoist mit diesem Referenten für kleines Geld, das dürfte sich lohnen. Wenn Sie es dabei waren, erzählen Sie doch bitte, wie es war. 😉

Webinar Todoist Academia

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Die Fundgrube für E-Lehrer

Momentan arbeite ich wie ein Brunneputzer an meinem online-Kurs zum Thema “Arbeitsorganisation”. Es geht voran, es müssen “nur noch” technische Dinge eingerichtet werden, aber ich bin zuversichtlich, denn ich habe in dieser Hinsicht wertvolle Unterstützung. Kurz: Es ist Licht am Ende des Tunnels und ich halte Sie auf diesem Bildschirm auf dem Laufenden.

Für Mitmenschen, die sich ebenfalls im Bereich des online-Lernens tummeln, hat Connie Malamed eine große Liste mit allerlei Material zusammengestellt: 100 Hand-picked Freebies for eLearning Designers. Sie finden dort Links eingeteilt in die Kategorien:

  1. Mit dem Lernen am Ball bleiben
  2. Grafik: Bilder, Clip Arts etc.
  3. Icons  und Elemente für die Schnittstelle zum Nutzer (UI)
  4. Hintergründe
  5. Schriften
  6. Geräusche, Musik etc.
  7. Lernsoftware und -systeme
  8. Soziale Medien als Werkzeug zum Lernen
  9. Produktivitätstools

Gut, die letzte Sparte mag für ToolBlog-Leser kalter Kaffee sein, dafüt haben es die anderen in sich. Sie können diese Liste übrigens auch als pdf-Datei kostenlos herunterladen. Die Verweise lassen sich auch in der pdf-Version direkt anklicken.

Ich habe auf der Liste einiges gefunden, was mir hervorragend in den Kram passt und ich denke, das Stöbern lohnt sich auch für Leute, die nichts mit E-Learning am Hut haben.

BTW: Ich bin mir immer noch nicht im Klaren, wie man es nennen soll, wenn man sich mit Hilfe eines durchdachten Systems effizient organisiert:

  • Arbeitsorganisation
  • Aufgabenorganisation
  • Selbstorganisation
  • Selbstmanagement?

Mir ist noch nichts wirklich Überzeugendes eingefallen. Haben Sie vielleicht eine Idee?

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Wie Sie ein Buch einmal zweimal lesen

Nicht erst seit Ebbinghaus wissen wir, dass sinnvolle Wiederholung ein Grundprinzip erfolgreichen Lernens und manchmal auch Verstehens ist. Nun gibt es auch tatsächlich Bücher, die ich gerne zweimal gelesen hätte. “Hätte” deshalb, weil bislang “der Wille zwar vorhanden, aber das Fleisch zu schwach war”, wie der Volksmund sagt. Vielleicht ist es Zeit für mich, einen neuen Anlauf zu wagen.

Mark Forster kennen wir aus seinen Büchern als ausgewiesenen Zeitmanagement-Experten. In seinem Artikel “How to Read a Book Once Twice” beschreibt er einen Kniff, wie Sie ein Buch zweimal lesen können und es trotzdem nur einmal in die Hand zu nehmen brauchen. Und so geht es:

  1. Besorgen Sie sich zwei magnetische Lesezeichen oder Book Darts.
  2. Stecken Sie beide Lesezeichen in die Startseite des Buches.
  3. Wenn Sie aufhören zu lesen, stecken Sie eine der beiden Lesezeichen an die Seite, auf der Sie zu lesen aufgehört haben.
  4. Wenn Sie das Lesen wieder aufnehmen, dann beginnen Sie das Buch wieder von vorne. Lesen Sie so viel wie Sie möchten und stecken dann das zweite Lesezeichen an die Seite, wo Sie jetzt das Lesen beenden.
  5. Wenn Sie jetzt das nächste Mal lesen, beginnen Sie an der Seite, an der das Lesezeichen steckt, das dem Anfang des Buchs am nächsten ist und beenden Sie Ihre Lektüre, indem Sie dieses Lesezeichen an ebendiese Seite stecken, wo Sie das Lesen unterbrechen.
  6. Wiederholen Sie Punkt 5 so oft, bis Sie mit beiden Lesezeichen am Schluss des Buchs angelangt sind.

Der zeitliche Aufwand für diese Lesetechnik ist bei weitem nicht so hoch, wie wir vielleicht vermuten würden, behauptet Mark Forster. Auch sei das Lesen wesentlich entspannter. Ich kann das alles nicht bestätigen, werde diese Methode aber auf jeden Fall bei meinem nächsten Krimi oder Thriller einmal ausprobieren. Besonders bei spannenden Exemplaren habe ich manchmal das problem, dass ich vor lauter Nervenkitzel schneller lese als mein Gehirn mitkommt.  Auf diese Weise habe ich schon so manche wichtige Wendung verpasst.  Ich kann mir auch vorstellen, mit dieser Technik fremdsprachige Literatur besser verarbeiten zu können.

Es lohnt sich übrigens, auch die Kommentare zu Forsters Blogpost zu überfliegen. Hier finden Sie Erfahrungsberichte und wertvolle Ergänzungen.

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Die Geschichte des Trainings und der Personalentwicklung

Seit 1991 bin ich als Trainer, Berater und Coach für Organisationen unterschiedlichster Art unterwegs. Ich muss zugeben, ich habe mir kaum bis gar nicht darüber Gedanken gemacht, worin das Training für Mitarbeiter seinen Ursprung hat. Vielleicht hätte ich auf eine entsprechende Frage mit dem Hinweis auf die Industrialisierung und das Scientific Management nach Taylor geantwortet. Ganz falsch liege ich damit wohl nicht, doch das Training ist schon etwas älter, zumindest wenn man dem Schaubild “The History of Training and Development Infographic” Glauben schenkt. Vorläufer des Trainings ist demnach das Kriegsspiel, das um 1812 von der preussischen Armee (von wem auch sonst?) dazu benutzt wurde, angehende militärische Strategen das nötige Handwerkszeug beizubringen. Sie sehen, Planspiele und “Gamification” gab es auch damals schon.

Wenn Sie das Schaubild betrachten, dann hat die Weiterbildung in Firmen einigen Wandel durchlaufen. Alles andere wäre auch verwunderlich, denn mit sich verändernden Umweltbedingungen ändern sich auch die Ziele und Methoden. Interessant ist auch zu sehen, welche unterschiedlichen Menschenbilder und psychologischen Modelle den verschiedenen Ansätzen zugrunde lagen.

Sicher wäre es sehr reizvoll, die Timeline auf der Grafik um die nächsten zehn Jahre zu verlängern und darüber nachzudenken, wie sich das Training in Zukunft entwickeln wird. Darüber gibt es verschiedene Ansichten und es darf trefflich darüber gestritten werden. Interessante Gedanken dazu hat beispielsweise mein kanadischer Kollege Harold Jarche. Ich selbst beteilige mich nicht gern am Lesen von Kaffeesätzen, genauso wenig schaue ich in die Glaskugel. Insofern habe ich keine Ahnung, ob das Training wirklich “tot” ist, wie manche Autoren behaupten. Mir fehlen dazu schlicht und einfach die hellseherischen Fähigkeiten, über die diese Zeitgenossen offensichtlich verfügen.

Allerdings werde ich weiter mit großem Interesse den weiteren Verlauf dieses Themas verfolgen. Schließlich habe ich zu den Timeline nunmehr 25 Jahre meinen bescheidenen Beitrag geleistet. 😉

Hier das Schaubild:

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Kopfrechnen lernen mit Karteikarten – Testleser gesucht

Wenn ich die Lage richtig einschätze, dann gehöre ich zur ersten Welle der Taschenrechnergeneration. Zwar haben wir das in der Grundschule noch ausgiebig gelernt, aber mangels Training sind meine Fertigkeiten auf diesem Gebiet eher kümmerlich. Ich bedaure das sehr, denn das Kopfrechnen in der Mathematik ist in etwa das gleiche wie die Vokabelkenntnisse in Fremdsprachen. Der Erwerb von Kenntnissen ist bisweilen mühsam, der Nutzen nicht zu überschätzen.

Matthias Büttner ist mittlerweile der Spezialist, wenn es um die Verwendung von Karteikarten geht. Momentan schreibt er an einem Buch mit dem Titel: “Mathe-Max, Kopfrechnen lernen mit Karteikarten”. Ich bin ein großer Freund der Leitner-Methode, mit der Sie nachhaltig Vokabeln lernen können und so bin ich gespannt, wie Karteikarten für das Kopfrechnen lernen eingesetzt werden können.

Falls Sie auch daran interessiert sind und das Erscheinen gar nicht erwarten können: Matthias sucht noch Testleser. Schreiben Sie ihm einfach eine E-Mail.

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BTW: Kennen Sie noch Rechenschieber? Ich schon!

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Linkliste zum Mind Mapping

Letzte Woche hatte ich das Vergnügen, einen Workshop zum Thema “Mind Mapping” begleiten zu dürfen. Zu diesem Anlass habe ich für die Teilnehmer eine kleine Linkliste zusammengestellt, die ich den ToolBlog-Lesern nicht vorenthalten möchte.

Büchertipps

Die Büchertipps finden Sie hier auf der entsprechenden Seite im ToolBlog.

Artikel

Links

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Andere Software zur Visualisierung
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Wie Sie das meiste aus Büchern herausholen

Eigentlich könnte ich diesen Beitrag mit dem Kalauer beginnen:

Der Trend geht eindeutig zum Zweitbuch!

Tue ich aber nicht, denn dieser Witz hat schon einen langen Bart. Vielmehr möchte ich allen Ernstes darauf hinweisen, dass Bücher mit dem Informationsträger Papier wohl noch eine ganze Weile eine große Rolle spielen werden. Die Betonung liegt auf noch, denn das großer Sterben der Papierfabriken ist in vollem Gange. Zumindest bei grafischen Papieren, denn für Hygiene und Verpackung gibt es noch keine Apps.

Bei der Lektüre von Fachbüchern stehe ich immer vor den gleichen Herausforderungen:

  • Wie kann ich mir den Inhalt über längere Zeit merken?
  • Wie finde ich schnell interessante Stellen wieder?
  • Wie kann ich den Inhalt später noch einmal erfassen ohne das ganze Buch komplett lesen zu müssen?

Kurz und gut: Wie stelle ich einen effizienten Umgang mit dem Medium “Buch”  sicher?

Zunächst bietet sich die Methode SQ3R an. Die Buchstaben stehen für die einzelnen Schritte des Vorgehens beim Lesen von Büchern:

  1. S urvey (einen Überblick verschaffen)
  2. Q uestion (Fragen zum Thema/Buch notieren)
  3. R ead (Lesen der Schwarte, Hervorheben von Schlüsselwörtern)
  4. R ecite (Wiedergeben des Gelesenen)
  5. R eview (Überblick: Einordnen des Gelesenen in den Lernkontext)

Wenn Sie jetzt daran denken, dass man den einen oder anderen Schritt auch mit der Methode Mind Mapping gehen könnte, dann liegen Sie vollkommen richtig.

Nun gibt es noch ein praktisches Problem. Unter (3) heißt es, man mögen beim Lesen Schlüsselwörter hervorheben. Das kann man z.B. mit Textmarkern tun, allerdings macht man sich die Bibliothekare öffentlicher Büchereien damit nicht zu Freunden. Also muss man Exzerpte anfertigen. Hierfür benutze ich immer Post-it-Notes, auf die ich die Seitenzahl, das Schlüsselwort und meine Bemerkungen notiere.

Ähnlich, aber mit mehr Aufwand, betreibt dies Dave Seah: Outlining Books Faster. Er hat für die Exzerpte bestimmte Formulare entwickelt, die er zum Download bereitgestellt hat. Unter den verschiedenen Varianten gefällt mir die Layout Version 2 am besten. Sie ähnelt ein wenig dem Cornell-Format für die Erstellung von Notizen.

Ich werde das Formular beim nächsten Fachbuch einmal ausprobieren und bin gespannt, ob der Haftzettel zu schlagen ist.

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Wie Sie mit PowerPoint Geschichten erzählen

Sie kennen sicher diese witzigen Erklärvideos, auf denen eine Hand immer Icons malt, diese hin- und herschiebt usw. Vor einiger Zeit war ich mit meiner Tochter in einem Berliner Café und konnte zwei junge Frauen beobachten, die auf ihren Macs solche kleinen Filmchen erstellten. Natürlich habe ich sie nach der eingesetzten Software gefragt. Sie benutzten VideoScribe, eine hervorragende Anwendung, die mir für den gelegentlichen Gebrauch allerdings zu teuer ist. Schade…

Doch wozu gibt es PowerPoint? Vor kurzem bin ich über eine Seite gestolpert, auf der erklärt wird, wie man ähnliche Videos auch mit dem alten Schlachtschiff von Microssoft erstellen kann: Digital Storytelling with Animated Powerpoint. Der Artikel führt in eine sechsteilige Reihe ein, auf der man den kompletten Produktionsprozess auf Video anschauen kann:

  1. Intro & Samples
  2. Getting Started: Background and Clip Art
  3. Adding Custom Animations
  4. Adding Text
  5. Recording Narration
  6. Setting Automatic Timers

Hier eine Kostprobe:

Erstaunlich, was man mit PowerPoint alles machen kann. Falls Sie so etwas gelegentlich einmal brauchen, dann sollten Sie diese Vorgehensweise in Erwägung ziehen.

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