Archiv der Kategorie: Teamwork

Schreiben Sie eine Gebrauchsanweisung für sich selbst

Vor einigen Tagen  bin ich über einen kleinen, aber feinen Artikel gestolpert, der eine interessante Idee beschreibt. Wie wäre es, wenn Sie eine Gebrauchsanweisung für sich selbst schrieben oder korrekt ausgedrückt, für die Zusammenarbeit mit Ihnen? Brad Feld hat den Artikel geschrieben, er trägt die bezeichnende Überschrift “A User Manual To Working With Me”.




Um diese Gebrauchsanweisung zu erstellen, sollten Sie im Vorfeld einige Fragen beantworten, aufgeteilt in einen Bereich zu Ihrer Person und in einen Bereich, der sich auf die Zusammenarbeit mit anderen bezieht.

Persönlicher Bereich

  • Welche Eigenschaften charakterisieren Sie?
  • Was macht Sie wahnsinnig?
  • Welche Macken haben Sie?
  • In welchen Bereichen kann man mit Ihnen Pferde stehlen?
  • Welche Fähigkeiten bringen Sie mit, die für Andere wertvoll sein könnten?
  • Welche Missverständnisse über Sie möchten Sie von vornherein klarstellen?

Zusammenarbeit

  • Wie verhelfen Sie Anderen, Bestleistungen zu erreichen?
  • Auf welche Weise sollte man mit Ihnen kommunizieren?
  • Wie möchten Sie mit Feedback umgehen, sowohl aktiv als auch passiv?

Brad bezieht sich in seinem Beitrag auf David Politis, der diese Gebrauchsanweisung allen Führungskräften ans Herz legt: This is How You Revolutionize the Way Your Team Works Together… And All It Takes is 15 Minutes.
Es gibt auch ein praktisches Beispiel. Es stammt von Adam Bryant und ist hier zu finden.

Ich finde diese Idee interessant. Auch wenn Sie diese Gebrauchsanweisung gar nicht veröffentlichen sollten, haben Sie nach der Beantwortung der o.a. Fragen sicher einiges über sich selbst gelernt. Das kann nur nützlich sein, denn “Selbsterkenntnis ist der Weg zur Besserung”, wie wir alle wissen.

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[Foto von delphinmedia [via pixabay], (CC0 Public Domain]

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Wie Sie Konflikte am Arbeitsplatz lösen

Ich gebe zu, die Meinung über Infografiken ist durchaus geteilt. Ich persönlich mag sie sehr, aber ich habe auch den einen oder anderen kritischen Kommentar darüber gelesen.

Wie immer kommt es wohl darauf an, wie die Infografik gemacht ist. Es reicht halt nicht aus, dass sie schön bunt und farbenfroh daherkommt, auch etwas Substanz wäre nicht schlecht. So wie bei dieser: How to Manage Conflict at Work Infographic. Trotz des komplexen Themas scheint sie mir die wesentlichen Dinge darzustellen. Aber schauen Sie selbst:

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Warum offene Büros vielleicht doch nicht so gut sind

Auch das berühmt-berüchtigte Großraumbüro hat sich in den letzten Jahren weiterenwickelt. Man spricht über offene Bürokonzepte und lobt sie über den grünen Klee. Als Vorteile werden verbesserte Kommunikationsbeziehungen und Einsparungen an Bürofläche und -ausstattung genannt.

Bei unseren Freunden in den USA ist die anfängliche Begeisterung in der Zwischenzeit einer gewissen Ernüchterung gewichen. Was hierzulande schon früh einige Skeptiker aus der Wissenschaft zu Bedenken gegeben haben, scheint sich nun tatsächlich zu bewahrheiten. Vielleicht sind die offenen Bürokonzepte ja vielleicht doch nicht so gut, wie anfangs angenommen.

Zu dieser Ansicht gelangt zumindest Geoffrey James in seinem Artikel “9 Reasons That Open-Space Offices Are Insanely Stupid”. Dies sind seine Gründe gegen die offenen Bürokonzepte:

  1. Sie vermindern die Produktivität
  2. Sie machen die Mitarbeiter unglücklich
  3. Sie verursachen zeitraubende Ablenkungen
  4. Sie machen die Mitarbeiter krank
  5. Die Anzahl der Erkrankungstage erhöht sich
  6. Sie vermitteln einen Mangel an Vertrauen
  7. Sie verursachen einen enormen politischen Aufruhr
  8. Sie lassen unsere hochbezahlten grauen Zellen dahindümpeln
  9. Sie sind teurer als abgetrennte private Büros

Geoffrey unterlegt seine Behauptungen zwar mit Links zu entsprechenden Studien weiterführenden Artikeln usw., aber dennoch scheint mir seine Kritik an manchen Stellen etwas überzogen.

Vielleicht kann man die Nachteile offener Bürokonzepte ja auch schon bei der Planung vermeiden. Regine Rundnagel gibt dazu in ihrem Artikel “Offene Bürokonzepte – Open Space und Business Club” wichtige Hinweise. Dort finden Sie auch viele Hinweise zu weitergehenden Quellen als Ausgangpunkt für Ihre eigene Recherche.

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[Foto von VeronicaTherese unter Wikipedia: Open Plan, CC BY-SA 3.0]

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So funktioniert eine Podiumsdiskussion

Vor einigen Monaten hatte ich Kontakt zu einer Professorin, die ich für eine Keynote zu einer Tagung gewinnen wollte. In der langen Liste ihrer Bedingungen war auch: “Ich mache grundsätzlich keine Podiumsdiskussionen”. Ich habe mich damals gefragt, was wohl der Grund für ihre deutliche Ablehnung war. Vielleicht unangenehme Erfahrungen oder nur die Angst, die Schau gestohlen zu bekommen. Ich werde es wohl nie herausbekommen.

Der von mir seht geschätzte Scott Berkun hat wohl auch einige unangenehme Erfahrungen mit Podiumsdiskussionen gemacht. Allerdings nicht mit den Podiumsdiskussionen an sich, sondern nur mit schlechten. Und die erkennt man laut seines Artikels “Why Panel Sessions Suck (And How To Fix Them)” an folgenden Merkmalen:

  • Alle sind zu freundlich
  • Es sind zuviele Leute auf dem Podium
  • Es gibt nicht genug Mikrofone
  • Die Diskussionsteilnehmer sind dröge und unvorbereitet
  • Die Teilnehmer verschwenden die Zeit mit offensichtlichen Dingen
  • Der Moderator verhält sich passiv

Und diese Maßnahmen machen laut Scott Podiumsdiskussionen erfolgreich:

  • Engagieren Sie einen starken Moderator
  • Die Fragen des Moderators sollten die Interessen des Publikums abbilden
  • Beschränken der Darstellung von Standpunkten (max. 5 Minuten)
  • Die Diskussion soll eine klare Frage beantworten (Durchaus eine geschlossene Frage)
  • Die Diskussionsteilnehmer sollten gegensätzliche Hintergründe haben und entsprechend gegensätzliche Standpunkte einnehmen
  • Der Moderator sollte die Diskussionsteilnehmer vorbereiten und mit ihnen eine Nachbesprechung abhalten

In dem Artikel finden Sie außerdem Hinweise zu weitergehenden Beiträgen zum Thema. Meine Meinung? Ich mag Podiumsdiskussionen, sowohl als Teilnehmer als auch als Zuhörer und kann Scotts Bemerkungen nur unterstreichen.

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Sind Sie authentisch und wenn ja, reicht das?

Wer kennt ihn nicht, den Papst der Kommunikation, Friedemann Schulz von Thun? Sie kommen um diesen Namen als Teilnehmer an einschlägigen Seminaren wohl nicht herum. Kaum ein Seminar oder ein Workshop ohne sein berühmtes Vier-Seiten-Modell.

In einem Artikel mit dem Titel “Mehr oder minder  Authentisch” (pdf) beschäftigt sich der emeritierte Professor mit der Frage “Warum das erstrebenswerte Leitbild der
Kommunikation eine Gegentugend braucht
”.

Lange Zeit war Authentizität das erstrebenswerte Merkmal für gelungene Kommunikation. Für Schulz von Thun steht die Authentizität lediglich für den unverfälschten Ausdruck des Individuums, sagt aber noch nichts über die sozialverträgliche Wirkung aus. Schließlich kommuniziere ich nicht nur mit mir allein (zumindest meistens nicht), sondern meine Kommunikation soll auch eine Wirkung bei anderen erzielen. Und hier kommt die Diplomatie ins Spiel. Wenn ich bei der Beerdigung meines Lieblingsfeindes das Lied “O wie wohl ist mir am Abend” anstimme, dann mag das zwar authentisch sein, ich werde damit allerdings ein Befremden bei meinen Mitmenschen hervorrufen, das im schlimmsten Fall in sozialer Ächtung (oder der Einweisung in die Psychatrie) enden kann. Friedemann Schulz von Thun führt hier den Begriff der “Stimmigkeit” ein:

Kommunikation ist gut, wenn Sie stimmig ist. Und stimmig ist sie, wenn ich in Übereinstimmung mit mir selbst und mit der situativen Herausforderung bin.

Sie merken, es geht um den Systemblick. Niemand ist eine Insel und keiner lebt für sich allein. Ich halte diese Erweiterung für äußerst nützlich.

Ein lesenswerter Beitrag!

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Zeitmanagementtipps aus dem Hause Google

Dieser Tage geht ein Artikel bzw. ein Video durch das Netz, in dem ein Google-Mitarbeiter einige Hinweise zum Thema “Zeitmanagement” von sich gibt. Jeremy Dillon z.B. hat dies in einem Artikel erwähnt: This Google Employee Has A Brilliant Time Management Strategy.

Ehrlich gesagt, ich verstehe die Begeisterung nicht. Banale Tipps bleiben banal, auch wenn Sie von Google-Mitarbeitern kommen.

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Ein Formular für Notizen in Besprechungen

Für Besprechungen oder wenn ich selbst an Seminaren teilnehme, benutze ich ein Notizbuch mit linierten Seiten. Dort schreibe ich alles hinein, was mir während der Veranstaltung einfällt ohne weiter darüber nachzudenken. Wichtig: Ich lasse einen breiten Seitenrand für spätere Bemerkungen.

Spätestens bei der nächsten Wochendurchsicht wird der Inhalt dann ausgewertet. Ergibt sich aus dem Inhalt (Satz oder Absatz) eine Aufgabe, dann notiere ich ein „A“ an den Rand, eine „Elektrikerblitz“ steht für Idee, „RD“ für weiteres Rechnerchieren. Mehr an Abkürzungen brauche ich nicht. Die Aufgaben werden dann in Outlook eingepflegt, die Ideen werden in Evernote übertragen.
Sie sehen, bei mir dient das Notizbuch nur als Behälter, nicht als Organisationsmittel. Zum Organisieren selbst ist Outlook da.

Ähnlich geht auch John W Richardson vor. Er schreibt allerdings seine Notizen nicht in eine Notizbuch, sondern hat für sich spezielle Formulare entwickelt, die er auch der Allgemeinheit zur Verfügung stellt. In seinem Artikel „Note Taking System“ erklärt er auch, wie er diese Formulare genau verwendet.

Mich erinnert das Formular ein wenig an das Cornell-System, allerdings ist es weniger auf das Lernen, sondern eher auf konkrete Maßnahmen hin ausgerichtet.

Probieren Sie es aus!
 

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#PMCampDOR Nachlese (2): Session „Muster in Gruppen“

Immer wieder sind Robert Weißgraeber und ich uns in den letzten Jahren über den Weg gelaufen, sowohl f2f als auch virtuell. Thema dabei war immer auch die Entwicklung der PMCamps, die es ja mittlerweile an vielen Orten, nicht nur in Deutschland, gibt.

Insbesondere haben wir uns immer wieder gefragt, ob sich die PMCamp-„Community“ mittlerweile in einer Echokammer befindet. Die Bewohner einer Echokammer erzählen sich i.d.R., was sie hören wollen, abweichende Meinungen werden gar nicht mehr gehört und manchmal sogar sanktioniert.

In einer Session auf dem PMCamp Dornbirn wollten wir herausfinden, wie die Teilnehmer darüber denken. Dazu legten wir den Besuchern unserer Session Karten vor. Auf den Karten waren die Merkmale von Groupthink notiert:

  1. Invulnerability: Illusion der Unverwundbarkeit
  2. Rationale: Kollektive Rationalisierung
  3. Morality: Illusion der moralischen Überlegenheit
  4. Stereotypes: Stereotypisierung der Outgroups
  5. Pressure: Direkter Druck auf Abweichler
  6. Self-Censorship: Selbstzensur
  7. Unanimity: Illusion der Einstimmigkeit
  8. Mindguards: Selbsternannte „Geisteswächter“

 

Wir baten die Teilnehmer, in Kleingruppen die vergangenen anderthalb Tage PM Camp Revue passieren zu lassen, die Begriffe zu diskutieren und sie auf einer Skala zu bewerten von „trifft überhaupt nicht zu“ bis „trifft voll uns ganz zu“.
Anschließend wurden die Ergebnisse der Kleingruppen vor dem Plenum vorgestellt.

Hier die Tweets, mit der einige Teilnehmer die Session begleitet haben…

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Der E-Mail-Knigge der DB

Durch Zufall bin ich dieser Tage über eine Veröffentlichung der Deutschen Bahn (!) zum Thema „Umgang mit E-Mail“ gestolpert: Der kleine E-MailKnigge (pdf-Datei). 16 Tipps sollen den Leserinnen und Lesern helfen, eine „gepflegte E-Mail-Kommunikation“ zu erlangen.

Ich finde die Publikation gar nicht schlecht. Schauen Sie mal rein!

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Arbeitswelt 4.0: Kennen Sie die Generation Z?

„Augenhöhe“, „Unternehmensdemokratie“, „Holacracy“ und ähnliche Begriffe stehen derzeit auf der Hitliste der Unternehmenskonzepte weit oben. Für meinen Geschmack werden diese Konzepte stark auf der Glaubenssatzebene besprochen, manchmal fühle ich mich sogar etwas an Groupthink erinnert, um es harsch auszudrücken.

Vor einigen Tagen konnte ich in der SWR2-Forum eine Diskussion verfolgen, die sehr um Versachlichung bemüht war. Unter der Leitung von Marén Balkow sprachen

  • Prof. Dr. Christian Scholz, Wirtschaftswissenschaftler, Personal- und Informationsmanagement an der Universität des Saarlandes
  • Ulf Brandes, Unternehmensberater Brandes & Partners, Berlin
  • Boris Diebold, Vice President of Engineering bei Babbel, Berlin

über das Thema „Zwischen Lounge und Ruheraum? Einblicke in die Arbeitswelt 4.0“ (Podcast SWR2-Forum).
Ich fand diese Diskussion so interessant, dass ich Sie mir direkt zweimal angehört habe. Meine Higlights aus dem Gespräch:

  • Storytelling vs. Empirische Forschung
  • Die Bemerkungen zu dem Buch „In Search of Excellence“ von Peters/Waterman
  • Wie Unternehmenskultur und -Erfolg zusammenhängen (Korrelation oder Kausalität?)
  • Warum es fragwürdig ist, von Erfolgsstories auf Konzepte zu schließen

Besonders spannend wird für mich das Gespräch ab etwa Minute 23. Hier wird der Begriff der „Generation Z“ (in Unterscheidung zur „Generation Y“) eingeführt und erläutert, warum „die Auseinandersetzung mit ihr sehr schmerzhaft“ werden wird (Prof. Scholz). Erkenntnisse, die im übrigen von dem Praktiker Diebold im großen und ganzen bestätigt wurden. Die Grundfrage lautet: Wie geht man mit Menschen mit diesen unterschiedliches Mindsets um, die ja alle nebeneinander in einer Organisation agieren?

Für mich war diese Diskussion die Quelle vieler neuer interessanter Anregungen. Insbesondere mit dem Generationenbegriff werde ich mich in der nächsten Zeit mehr zu beschäftigen. Zum Bespiel mit diesen Büchern:

Ulf Brandes et. al:
Management Y: Agile, Scrum, Design Thinking & Co.: So gelingt der Wandel zur attraktiven und zukunftsfähigen Organisation.
(Website)

Christian Scholz:
Generation Z: Wie sie tickt, was sie verändert und warum sie uns alle ansteckt.
(Website)

Fazit: Für mich eine informative und nützliche Diskussion außerhalb der Echokammer. Ich kann das Anhören nur wärmstens empfehlen.

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Material zur OpenSpace Technology

Michael M. Pannwitz gehört in Deutschland sicher zu den Pionieren der OpenSpace Technology, einer „Methode der Großgruppenmoderation zur Strukturierung von Konferenzen“ (Wikipedia). Mittlerweile teilt er seine Erfahrungen mit diesem Format in einigen Büchern und Publikationen, die unter anderem beim Westkreuz Verlag zu beziehen sind (Quelle).

Zu seinem Buch „Meine open space Praxis“ gibt es mittlerweile eine eigene Website mit Materialien in Hülle und Fülle. Sie finden dort Hinweise zum Erstgespräch mit dem Kunden ebenso wie Hinweise zur Begleitung einer Konferenz.

Übrigens findet das nächste World OpenSpace on OpenSpace (WOSonOS) vom 10. – 13. September in Krakau statt. Wenn Sie also nichts vorhaben…

BTW: Nachdem ich nun einige Barcamps besucht habe, bin ich mehr denn je überzeugter Anhänger des OpenSpace-Formats. Die kleinen fast unmerklichen Unterschiede machen in Summe den Unterschied, der den Unterschied macht.

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Wie Sie einen guten ersten Eindruck hinterlassen

Ein alter Spruch aus Verkaufstraining lautet:

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance

Nun ja, ob das wirklich so ist, sei dahingestellt. Aber sicher ist es schwierig, einen vermasselten ersten Eindruck in der Folge wieder gerade zu rücken. Dieses Video zeigt Ihnen, worauf Sie beim Erstkontakt achten können. Inwieweit die Tipps interkulturell gültig sind, vermag ich nicht zu beurteilen.

Wenn Sie jetzt wissen, wie Sie einen guten ersten Eindruck machen können, dann bleibt noch die Frage offen, ob Sie Ihre ersten Eindruck trauen sollten. Diese Frage beantwortet Ihnen Peter Mende-Siedlecki: Should you trust your first impression?

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Trello für die Cracks

Zumindest für die Projektleute in meinem Bekanntenkreis stellt sich Trello so langsam als die Software zur Organisation von Arbeitsabläufen allein und im Team heraus. Vor einiger Zeit ist Trello komplett in deutscher Sprache erschienen. Die Macher hatten Dies damals zum Anlass genommen, einige Boards zur Einführung in das Programm zur Verfügung zu stellen (hier der ToolBlog-Artikel dazu).

Wenn Sie über diese ersten Schritte hinaus sind und sich tiefer in Trello einarbeiten möchten, dann empfehle ich Ihnen den Beitrag von Lauren Moon: Dangerously Productive: Master Level Trello Tips. Lauren weist auf ein Board hin, dass mit und Trello ausschließlich für Lehr- und Lernzwecke erstellt wurde. Auf dem Board erfahren Sie u.a.:

  • Wie Sie Karten (Cards) aus einem Spreadsheet erstellen
  • Wie Sie Internetadressen auf Karten ziehen
  • Wie Sie eine neue Karte auf elegante Art jeder Position hinzufügen können
  • Wie Sie Ihre eigenen Karten mit „Q“ herausfiltern können
  • Wie Sie Markdown verwenden können um Text zu formatieren

Danke für das informative Board!

Bis ein anständiges Buch über Trello erscheint, müssen wir uns wohl derartige Hilfen überall zusammensuchen. Ich bleibe für Sie am Ball!

Ein Nachtrag (direkt nach Erscheinen)

Es gibt übrigens auch ein Ressourcen-Board direkt von Trello. Hier gibt es allerhand Hinweise zu Tipps, Erweiterungen, Utilities, Anleitungen usw.

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Achten Sie auf Ihren blinden Fleck!

Können Sie sich noch an den „Blinden Fleck“ aus dem Biologieunterricht erinnern? Wenn nicht, ist das auch nicht schlimm, denn dann hilft uns die allwissende Wikipedia auf die Sprünge:

Blinder Fleck (Auge), die Stelle im Gesichtsfeld, an der keine Aufnahme von Lichtreizen möglich ist.

Im Artikel steht dann weiter: „Normalerweise wird der Blinde Fleck nicht zur Kenntnis genommen […]“. Das heißt im Klartext, dass wir in der Regel gar nicht merken, dass wir einen solchen Blinden Fleck haben. Die Psychologie hat den Begriff übernommen (ebenfalls Wikipedia):

Blinder Fleck (Psychologie), Teil des Selbst, der von der Person bei sich selbst nicht wahrgenommen wird.

Judith E. Glaser überträgt den Begriff in die Kommunikation und benennt 5 „Conversational Blind Spots“:

  1. Die Annahme, andere sähen, fühlten, dächten genau so wie wir
  2. Die Unfähigkeit zu realisieren, dass wir mit Angst, Vertrauen und Misstrauen die Realität interpretieren und somit die Weise, wie wir über sie reden
  3. Die Unfähigkeit, sich in den anderen hinein zu versetzen, wenn wir sauer oder ängstlich sind
  4. Die Annahme, dass wir meinen, uns zu erinnern, was der andere gesagt hat. Tatsächlich erinnern wir uns nur an das, was er unserer Meinung nach gesagt hat
  5. Die Annahme, dass die Bedeutung der Aussage vom Sender statt vom Empfänger bestimmt wird

Judith empfiehlt uns auch ein paar Verhaltensweisen, wie wir den Folgen dieser Blinden Flecken entgehen können:

  • Aufmerksam sein und dem anderen mehr Raum im Gespräch geben
  • Diesen Raum durch offene Fragen teilen und dadurch die eigene Neugier aufrecht erhalten
  • Zuhören, um zu verbinden und nicht um zu urteilen oder abzulehnen
  • Nachhaken um tieferes Verstehen und engere Beziehung zu ermöglichen

Mich erinnern ihre Tipps an die drei Stufen der Wahrnehmung:

  1. Beobachten
  2. Deuten
  3. Bewerten

Vielleicht ist es im Gespräch unmöglich, auf der Stufe 1 „Beobachten“ inne zu halten und auf das Deuten und Bewerten zu verzichten, aber wir sollten uns unserer Blinden Flecken bewusst sein. Nur so können wir unsere festgefahrenen Ansichten gegebenenfalls korrigieren.

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Welcher Produktivitätstyp sind Sie?

Wir Menschen mögen das ja. Andere Menschen zu typisieren und in Schubladen zu stecken. Auf diese Weise lässt sich so ein komplexes Wesen wie der Mensch ein Stück weit trivialisieren und damit besser ausrechnen (hoffen wir zumindest).

Typisierungen gibt es viele, wir alle kennen MBTI, DISG und andere Varianten. Alle haben sie einen wissenschaftlichen Anspruch, dem sie jedoch selten genügen.

Carson Tate nimmt bezüglich der persönlichen Produktivität eine Typisierung vor (alle Typen gibt es natürlich auch in weiblicher Form): The 4 Types of Productivity Styles. Er unterscheidet:

  1. Den Priorisierer (er operiert gerne mit Zahlen, Daten, Fakten)
  2. Den Planer (geht gerne detailliert Schritt für Schritt vor)
  3. Den Arrangeur (arbeitet gerne teamorientiert und bedient die Beziehungsebene)
  4. Den Visualisierer (bevorzugt gesamthaftes Denken, integriert)

Carson beschreibt aber nicht nur die Eigenschaftsmerkmale dieser Typen, sondern erklärt auch deren Beitrag zur Teamarbeit. Außerdem nennt er Produktivitätstools, die sich für den jeweiligen Typ besonders eignen.

Mein Tipp: Nehmen Sie das Ganze nicht zu ernst.

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Nomen es Omen: Die Systematik von Dateinamen

Sie kennen das. In vielen Organisationen und Teams wurden vor gefühlten hundert Jahren die ersten Dateien auf der Festplatte abgelegt. In der Zwischenzeit sind die Dateiablagen quasi organisch gewachsen, es haben sich mehr oder weniger informelle Strukturen herausgebildet. Auf diese Weise findet man mehr schlecht als recht die Dateien, auf die man zurückgreifen möchte.

Wenn Ihnen und Ihrem Team der Datei-Verhau über den Kopf wächst, hilft es oft nur, Tabula Rasa zu machen und mit der Dateiablage ganz von vorn zu beginnen. Ein Schlüssel für eine zweckmäßige Ablage ist die Systematik, nach der Sie Ihre Dateien benennen.

Wie so etwas gehen könnte, erfahren Sie in einem Artikel der Firma exadox: File Naming Conventions References.

Sie finden in dem Beitrag eine Referenzliste für verschiedene Anwendungsfelder. Für jedes Feld können Sie in einem eigenen Artikel nachlesen, wie eine systematische Benennung der Dateien aufgebaut sein könnte.

Sicher nichts für Einzelpersonen und Freelancer wie mich. Ich könnte mir aber vorstellen, dass diese Hinweise für Teams und Organisationen durchaus nützlich sein können.

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Gunter Dueck über die optimale Auslastung

Dieses Jahr hat auf der re:publica auch Gunter Dueck eine Keynote gehalten. Ich muss gestehen, ich mag die Art wie er redet, nicht besonders. Für mich klingt ein bisschen nach dem kleinen Nils, der uns in einer Kindersendung die Welt erklärt. „Den kleinen Professor“ nennen so ein Verhalten die Transaktionsanalytiker.

Sei’s drum, das ist ein Stil- bzw. Geschmacksfrage. Was Gunter Dueck zu sagen hat, ist allemal be-merkenswert. Von seinem Vortrag habe ich mir gemerkt:

  • Die Herleitung einer optimalen Auslastung über die Warteschlangentheorie
  • Das Zitat über die Dummheit von Bertold Brecht (schon wieder!)
  • Den Unterschied zwischen doof einfach und genial einfach.

Mit diesem Vortrag wirbt Gunter Dueck natürlich auch für sein neues Buch „Schwarmdumm: So blöd sind wir nur gemeinsam“. Erfolgreich finde ich: Gelesen habe ich es bisher noch nicht, aber es steht auf dem Einkaufszettel ganz oben.

 

Nachtrag (13. Mai 2015)

Jan Fischbach geht in einem Blogbeitrag auf das Buch von G. Dueck und dort speziell auf „Warteschlangen im Management“ ein. Lesenswert!

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Wie Sie mit versnobten Typen umgehen

Sie kennen diese Menschen. Kaum, dass man sie begrüßt hat, erzählen sie davon, was sie alles Tolles tun, haben, können, wissen. Und wenn die eigenen Leistungen nicht reichen um die vermeintliche Überlegenheit zu beweisen, dann werden noch die Kinder herangezogen. Solche Zeitgenossen bezeichnet man auch als Snobs:

Der aus dem Englischen eingedeutschte Begriff Snob bezeichnet eine Person, die durch ihr Verhalten oder ihre Aussagen offensiv Reichtum und gesellschaftliche Überlegenheit gegenüber Personen vermeintlich oder tatsächlich niedrigeren Ranges zur Schau stellt. (Wikipedia)

Um die eigenen Nerven zu schonen, ist es manchmal nötig, sich gegen solche Zeitgenossen zu wehren. Wie das gehen könnte, sagt uns ein Artikel aus wikiHow: How to Deal With Snobby People. Die Autoren empfehlen ein dreigeteiltes Vorgehen:

  1. Stehen Sie Ihren Mann (Ihre Frau)
    1. Gehen Sie mit Snobs nicht ins Rennen
    2. Schlagen Sie sie mit Höflichkeit
    3. Bewahren Sie Ihr Selbstvertrauen
    4. Machen Sie sich nicht über ihren Geschmack lustig
    5. Wenn Sie den Snob gut genug kennen, sprechen Sie über sein (ihr) Verhalten
    6. Zeigen Sie ihnen, dass Sie nicht verletzbar sind
  2. Nehmen Sie sie für sich ein
    1. Finden Sie Gemeinsamkeiten
    2. Lassen Sie die Snobs an den Vorurteilen über Sie zweifeln
    3. Vertiefen Sie ihr Wissen über die Dinge, die Sie mögen
    4. Vermeiden Sie Themen, die wahrscheinlich zu Konflikten führen
    5. Denken Sie auch an die Leute, die drumherum zuhören
    6. Vermeiden Sie, im Gegenzug selbst wie ein Snob zu agieren
  3. Lassen Sie die Snobs nicht an sich heran
    1. Haben Sie Mitleid mit Ihnen
    2. Vergewissern Sie sich, dass sie tatsächlich versnobt sind und nicht etwa nur schüchtern oder schwierig in Gesellschaft
    3. Meiden Sie sie, wo Sie nur können
    4. Lassen Sie sie nicht Ihr eigenes Selbstbild verbiegen
    5. Wenn notwendig, ignorieren Sie sie
    6. Erinnern Sie sich an die vielen Nicht-Snobs, mit denen Sie gerne zusammen sind

Die einzelnen Schritte werden im Artikel näher ausgeführt und sind auch bebildert. Ehrlich gesagt, ich würde die Reihenfolge umdrehen und mit dem 3. Teil anfangen.

Wie gehen Sie mit solchen Zeitgenossen um?

 

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Die Pinnwand zum Ausprobieren: BoardThing

Eine App, die ich auf meinem iPad nicht missen möchte, ist iBrainstorm. Im Prinzip handelt es sich hierbei um eine virtuelle Pinnwand, mit der man dasselbe anstellen kann, wie mit einer „echten“ Moderationswand. Man kann mit Karten ein Brainstorming durchführen und die Karten hinterher strukturieren. Affinitätsdiagramm nennt das der Experte, der Normalo kennt dies unter „Kartenabfrage“ aus der Moderation. Zusätzlich können Sie auf die Pinnwand auch noch Striche, Figuren usw. zeichnen um das Ganze noch unübersichtlicher zu machen.

Leider gibt es iBrainstorm nur für iOS, ein ähnliches und kostenfreies Programm konnte ich für den Mac nicht finden, CMap Tools geht noch am ehesten in die Richtung, ist mir aber nicht einfach genug. Hier hat Microsoft die Nase vorn mit der hauseigenen kostenlosen Software „StickySorter“ für Windows. Leider wird dieses kleine Helferlein offenbar nicht mehr weiterentwickelt, aber Sie können es an diversen Orten noch herunterladen (z. B. bei Computerbild).

Eine neue Netzanwendung scheint die Lücke nun zu füllen: BoardThing. Auf den ersten Blick ist alles vorhanden, was eine virtuelle Pinnwand braucht. Sie können sammeln, arrangieren und auf dem Board zeichnen. Auch die entfernte Zusammenarbeit mit anderen Nutzern ist möglich. Außerdem können die „Karten“ auch aus Videos, Links oder ähnlichem bestehen. Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Momentan wird die App noch getestet, aber Sie können sich am Ausprobieren beteiligen, indem Sie auf dem üblichen Weg um eine Einladung bitten. Bei mir ging das problemlos und schnell. Wenn Sie einen Einladung erhalten haben, können wir uns ja einmal treffen und zusammen versuchsweise eine Pinnwand erstellen.

 

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