Archiv der Kategorie: Karriere

Wie tickt die neue Firma? So finden Sie es heraus!

In meiner Generation war es üblich, in einem Vorstellungsgespräch gegenüber dem Unternehmen als Bittsteller aufzutreten. Die Kommunikationsbeziehung war meistens asymmetrisch, wir wollten einen Job von der Firma und durften froh sein, wenn wir den bekamen. Unter diesem Aspekt wurden auch die Interviews betrachtet: Der Personaler fragt, der Kandidat hat zu antworten, auch wenn die Fragen noch so dämlich oder gar taktlos sind.

Dieses Verhältnis scheint sich, zumindest bei einigen Jobs und Berufen, sowie in gewissen Branchen, etwas umzukehren. Oder wie mir ein sichtbar empörter Unternehmer vor einiger Zeit sagte: „Stellen Sie sich vor, der junge Mann ist nach einer halben Stunde aufgestanden und sagte, er gehe jetzt, denn ich könne ihm sowieso nichts bieten.“ Ich konnte mir ein klammheimliches innerliches Feixen nicht verkneifen. Der gute Mann wird sich an derartige Dinge gewöhnen müssen, wenn er gute Leute haben will.

Dennoch haben viele Menschen über die Jahre vergessen, dass sich in einem Vorstellungsgespräch nicht nur der Kandidat bei der Firma vorstellt, sondern auch umgekehrt. Sie müssen nicht unter dem Teppich durchkriechen. Prüfen Sie das Unternehmen eingehend, schließlich müssen Sie einen großen Teil Ihrer wertvollen Lebenszeit dort verbringen.

Meghan Rabbitt gibt Ihnen Tipps für eine Reihen von Fragen, mit denen Sie während des Vorstellungsgesprächs (und nicht nur da) die herrschende Unternehmenskultur auf das Passvermögen abklopfen können. Nach Want to Know the Real Deal With a Company’s Culture? 6 Interview Questions You Should Ask könnten Sie fragen:

  1. Was unterscheidet in dieser (ausgeschriebenen) Position einen guten von einem großartigen Mitarbeiter?
  2. Wie arbeiten Sie Mitarbeiter ein und wie gehen Sie mit Anfängerfehlern um?
  3. Auf welche Weise fördert das Unternehmen die Entwicklung von Teams?
  4. Was gefällt Ihnen selbst an der Arbeit hier und was mögen Sie nicht so gerne?
  5. Wie würden Ihre Mitarbeiter antworten, wenn ich sie nach drei Gründen fragen würde, warum sie gern in Ihrem Unternehmen arbeiten?
  6. Inwieweit trägt die Position zum Unternehmenszweck, den Zielen und dem gewünschten Erfolg bei?

Für manche Personaler sind diese Fragen sicher starker Tobak, besonders wenn man die Fragen (4) und (5) betrachtet und Sie dürften damit so manchen ins Stottern bringen. Es hilft sicher, wenn Ihr Gegenübe merkt, dass es nicht um Machtspielchen, sondern um ein Gespräch auf Augenhöhe geht. Bleiben Sie also ernst und freundlich.

Eine Geschäftsbeziehung ist dann nachhaltig und ertragreich, wenn beide Seiten zufrieden sind. Das gilt auch für ein Arbeitsverhältnis.

alda2 / Pixabay

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Was wir von den Stoikern lernen können

Ich muss gestehen, meine Kenntnisse in der Philosophie gehen kaum über das hinaus, was ich während meiner Schulzeit im Latein- und Griechischunterricht mitbekommen habe. Allerdings muss mich das dort Gehörte sehr beeindruckt haben, denn es wirkt noch nach bis zum heutigen Tag.

Besonders beeindruckt haben mich immer die Werke der Stoiker. Leider kamen im Griechischunterricht die Urheber dieser Ideenschule etwas zu kurz, man konzentrierte sich damals in Latein eher auf die wohl berühmtesten römischen Vertreter der Stoa, Seneca und Marcus Aurelius. Nach der Schule bin ich dann irgendwann einmal über Epiktet gestolpert, der nicht viel an Menge, aber dafür viel an Gewicht hinterlassen hat. Sein Handbüchlein der Moral kann ich jedem nur wärmstens ans Herz legen.

Die Gedanken der Stoiker haben nichts an Aktualität verloren und können auch für das moderne (Wirtschafts-) Leben angewandt werden. Eric Barker gibt in seine Artikel Stoicism Reveals 4 Rituals That Will Make You Mentally Strong Tipps, wie Sie auf stoische Weise Ihren Alltag bewältigen können:

  1. Entscheiden: Was ist das Schlimmste, was passieren könnte?
    Manchmal lassen wir uns vor wichtigen Entscheidungen von Ängsten und Befürchtungen leiten. Es kann zwar nicht schaden, die Risiken abzuschätzen oft werden wir aber durch Ängste und Befürchtungen blockiert. Fragen Sie sich stattdessen, was das Schlimmste ist, was passieren könnte und weiter, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass es auch tatsächlich eintritt. Ja, wenn Sie so wollen, die klassische Risikoanalyse: Tragweite mal Wahrscheinlichkeit.
  2. Misserfolg: Sie können nicht alles kontrollieren
    Wenn Sie sich über einen Misserfolg ärgern, dann bedenken Sie, dass Sie nicht alles unter Kontrolle haben können. Das soll nicht heißen, dass Sie sich in faulen Ausreden üben. Vielmehr ist dies die Bitte, mit sich selbst wertschätzend umzugehen. Sie können nicht alles im Griff haben, sonst wären Sie Gott gleich. Menschen sind nunmal fehlbar, da machen Sie keine Ausnahme.
  3. Übersicht und Detail: Beachten Sie das große Ganze
    Sie kennen sicher die Satellitenansicht von Google Maps. Schauen Sie doch einmal auf das Gebäude, in dem Sie sich gerade befinden und vergrößern Sie dann kontinuierlich den Maßstab. Sie sehen zuerst die Umgebung des Hauses, dann die Stadt, dann das Land, den Erdteil usw. Merken Sie, wie klein Sie sind? Wir sind nur ein Teil des Ganzen, das sollten wir uns immer wieder einmal bewusst machen. Nehmen wir uns also nicht so wichtig.
  4. Probleme lösen: Was würde N. N. tun?
    Sicher hat jeder von uns Menschen, deren Fähigkeiten, Leistungen oder Einstellungen er/sie sehr bewundert. Könnte dieser Mensch als Vorbild oder sogar Rollenmodell wirken? Wie haben sich bestimmte Menschen verhalten um diesen Erfolg zu haben? Wenn Sie also in einer kritischen Situation sind, hilft manchmal die Frage: „Was würde …. in dieser Situation jetzt tun?“

Diese vier Punkte sind nur ein Ausschnitt von Hinweisen der Stoiker bez. einer zufriedenen Lebensführung. Zur Vertiefung hier noch einige weitere Artikel:

Es ist immer Vorsicht geboten, wenn philosophische Gedanken aus dem Zusammenhang gerissen und zu stark vereinfacht werden. Aber vielleicht dienen der Artikel und die Linkhinweise für Sie als Anregung, sich eingehender mit dem Stoizismus zu beschäftigen. Wenn Sie dabei Ähnlichkeiten zur Achtsamkeit entdecken, dann dürften Sie nicht falsch liegen.

Für den Einstieg hilft Ihnen dabei vielleicht die Webstite des Philosophie-Professors Massimo Pigliucci: How to Be a Stoic.

Hier ein Video von Pigliucci zum Stoizismus:

 

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Wie Sie Ihren idealen Job planen

Einige Male im Jahr biete ich Workshops an, in denen die Teilnehmer über ihre berufliche Entwicklung nachdenken können. Dabei vermeide ich ganz bewusst den Ausdruck „Karriere“, weil dieser Begriff immer noch stark mit hierarchischem Denken verknüpft ist.

Mir geht es um etwas ganz Anderes. Aufgrund meiner eigenen beruflichen Biographie weiß ich, wie wichtig es ist, Klarheit über die persönlichen Prioritäten zu besitzen. Es ist eine existenzielle Frage, was Ihre persönlichen Kriterien für ein ausgefülltes Berufsleben sind. Wenn Sie nicht entscheiden können, was für Sie wichtig ist und was nicht, dann entscheiden dies andere für Sie. Und das ist nicht immer das, was Sie glücklich macht.

Aus diesem Grund biete ich den Teilnehmern an, die persönlichen „Leitplanken“ zu erstellen. Das Vorgehen ist einfach. Sie zeichnen auf ein Blatt Papier eine Tabelle mit lediglich zwei Spalten. In die linke Spalte tragen Sie ein, was Sie auf gar keinen Fall tun möchten, in die rechte Spalte, was Sie anstatt dessen oder gerne tun wollen. In eine zweiten Tabelle betrachten Sie nicht das Was, sondern das Wie: Wie will ich unter keinen Umständen arbeiten, auf welche Weise würde ich gerne tätig sein?
Bei Bedarf können Sie diese Leitplanken für Ihre verschiedenen Lebensrollen ausfüllen, die Sie derzeit einnehmen: Beruf, Familienmensch usw.
Eine simple Übung, die zwar nicht einfach ist, aber oft zu erstaunlicher Klarheit führt.

Es ist sinnvoll, solche Bestandsaufnahmen immer wieder in gewissen Abständen neu zu machen, denn Einstellungen, Gewohnheiten und Bedürfnisse können sich ändern. Das meint wohl auch Charlie Kindel, der zu diesem Zweck eine bemerkenswerte Methode entwickelt hat: The Job Decision Matrix: How to make your next big move.

Dies sind die Schritte:

  1. Sammeln Sie Oberbegriffe von Dingen, die Ihnen im Beruf wichtig sind.
    Beispiel: Unternehmensgröße, Standort, Tätigkeitsfeld, Einkommen, Kollegenkreis usw.
  2. Bilden Sie eine Rangfolge. Was ist Ihnen am wichtigsten, am zweitwichtigsten, am wenigsten wichtig?
  3. Tragen Sie die Oberbegriffe als Spaltenüberschriften in eine Tabelle ein. Geordnet von links nach rechts gemäß Ihrer Tragweite. Ganz links ist also die Spalte mit dem Oberbegriff, der Ihnen am wichtigsten ist, ganz rechts die Spalte mit dem am wenigsten wichtigen Kriterium.
  4. Füllen Sie nun die Tabelle aus: Welchen Kriterien fallen Ihnen zu den jeweiligen Oberbegriffen ein? Notieren Sie sie in der jeweiligen Spalte.
  5. Bilden Sie nun eine Rangfolge innerhalb der Spalten nach der Wichtigkeit. Was am wichtigsten ist, steht oben, das am wenigsten wichtige unten.

Sie haben die strikte Aufteilung von Qualität und Quantität sicher schon bemerkt. Im 1. Schritt geht es darum, die wichtigen Kriterien einfach mal zu sammeln. Erst im 2. Schritt nehmen Sie eine persönliche Bewertung vor.

Ich empfehle Ihnen, für das Erstellen Ihrer Matrix Post-it’s oder Stattys zu verwenden. Schreiben Sie einen Begriff immer auf eine einzelne Karte. Sie können die Karten dann hin- und herschieben und immer wieder neu strukturieren.

Sollten Sie lieber mit dem Computer arbeiten, dann können Sie auch eine Software á la Trello benutzen. Charlie gibt Ihnen mit seinem eigenen Trello-Board eine Vorlage, von der Sie sich für Ihre eigene Matrix anregen lassen können.

BTW: Wenn Sie dann geeignete Arbeitsmöglichkeiten zur Auswahl haben, können Sie diese Tabelle als Entscheidungsmatrix zur Auswahl Ihres nächsten Arbeitsplatzes heranziehen. Sie können sie auch bei Bedarf zu einer Nutzwerttabelle erweitern.

Eine interessante und nützliche Vorgehensweise, finde ich. Danke, Charlie Kindel, fürs Teilen.

 

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Gehen Sie in Rente – Jetzt!

Während meiner Dienstzeit bei der Bundeswehr gab es die Sitte bei den Wehrpflichtigen, die Restzeit bis zur Entlassung mittels eines Maßbands darzustellen oder zu visualisieren, wie es neudeutsch heißt. Ich habe so etwas nie besessen, denn ich hatte Glück mit meiner Einheit und war sogar ausgesprochen gerne bei der Bundeswehr.

Nun gibt es Mitmenschen, die auch an ihrem Arbeitsplatz schon frühzeitig anfangen, die Tage bis zur Beginn der Rente zu zählen. Wenn Sie das 1 Jahr vor dem Renteneintritt tun, dann sehe ich dies nicht als allzu großes Problem an. Wenn Sie allerdings schon mit vierzig die Tage zählen, dann legt sich bei mir schon die Stirn in Falten. Denn wenn der Grund dafür ist, dass Sie sich Unwohl „auffe Zeche“ fühlen, dann sollten Sie vielleicht nicht über den Ruhestand nachdenken. Vielmehr könnte es angebracht sein, den Arbeitsplatz oder sogar den Beruf zu wechseln. Letzeres habe ich gemacht und mir ist es gut gegangen seither.

Vielleicht möchten Sie aber auch ganz aus dem Berufsleben aussteigen, als selbsternannter Frührentner sozusagen. Sollten Sie aber nicht als Millionär über das nötige Kleingeld verfügen, dann müssen Sie sich über Ihre Ausgaben Gedanken machen und dort den Rotstift ansetzen. Eine einfache Rechnung, die schon meine Großmutter kannte: „Sie können nicht mehr ausgeben als Sie einnehmen“.

Um Ihre Ausgaben zu reduzieren, sollten Sie sich klar machen, was Sie tatsächlich brauchen. Damit das leichter fällt, sollten Sie einige Annahmen und Glaubenssätze über Bord werfen, wie Brian Stoffel meint. In seiner Präsentation Want to Retire Early? Ditch the Middle-Class Mindset sagt er Ihnen, welche das sind. Eine Einladung zum minimalistischen Prinzip, denn vieles was wir zu benötigen meinen, wird von außen gesteuert. Kratzen Sie an der Oberfläche, dann relativiert sich so manches. Wie auch Brian meint: Alles eine Frage der inneren Einstellung oder des Mindsets, wie unsere amerikanischen Freunde sagen.

Leider hat er seine Präsentation auf Slideshare veröffentlicht. Aus diesem Grund kann ich sie aus Datenschutzgründen nicht direkt einbinden. Wenn Sie aber auf das Bild klicken, dann werden Sie zu Slideshare geleitet.

 

BTW: Wenn Sie die Nummer mit dem Maßband vorziehen, dann können Sie die Restzeit bis zur Rente mit dem Zeitrechner bestimmern. Aber erschrecken Sie dann nicht über das Ergebnis.

Ein Buch, dass ich Ihnen zu diesem Thema ans Herz legen kann, ist Early Retirement Extreme: A philosophical and practical guide to financial independence von Jacob Lund Fisker.

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Was Sie tun können, wenn Sie keinen Mentor finden

Immer wieder ist zu lesen, dass Führungskräfte ihre Mitarbeiter coachen sollen. Ich halte das, mit Verlaub, für Blödsinn und finde mich mit dieser Meinung in bester Gesellschaft. Coaching ist meines Erachtens nicht möglich, wenn beide Seiten innerhalb des gleichen Systems ein einseitiges Abhängigkeitsverhältnis haben.

Etwa anders verhält es sich mit dem Mentoring. Hierbei nimmt ein erfahrener Mitarbeiter, auch gerne eine Führungskraft, einen weniger erfahrenen, meist jüngeren Kollegen “unter seine Fittiche” und gibt seine berufliche Erfahrungen an ihn weiter. Informell gab es das schon immer, auch ich habe so etwas in meinen ersten Berufsjahren erlebt und habe sehr davon profitiert.

Nicht immer gelingt es jedoch, einen geeigneten Mentor innerhalb oder außerhalb der eigenen Organisation zu finden. Kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen, denn es gibt auch andere Möglichkeiten von den Erfahrungen anderer zu profitieren, wie Rich Bellis meint. In seinem Artikel Let’s Be Real, You’re Never Getting A Mentor, So Do These Six Things Instead nennt er folgende Möglichkeiten:

  1. Bleiben Sie Menschen, denen Sie nacheifern möchten,
    online auf den Fersen
    Schauen Sie doch einmal nach, ob und wenn ja, welche interessanten Persönlichkeiten einen Account in einem sozialen Netzwerk haben. Vielleicht lohnt es sich, einem Vorbild auf Twitter zu folgen.
  2. Dehnen Sie Ihren Arbeitsbereich aus
    Wenn Sie über Ihre Position hinauswachsen möchten, dann sollten Sie auch Aufgaben übernehmen, die vielleicht über Ihre Arbeitsplatzbeschreibung hinausgehen. “Show up”, sagen die Amerikaner dazu.
  3. Vermeiden Sie sinnlose Netzwerktreffen
    Dieser Tage haben Sie nahezu unendliche Möglichkeiten an “Netzwerktreffen” teilzunehmen. Überprüfen Sie vorher, ob Sie tatsächlich davon profitieren. Leider trifft hier oft der Satz zu: “Außer Spesen nichts gewesen.” Zeitverschwendung.
  4. Laden Sie jedes Jahr vier Menschen zum Kaffee ein
    Hier geht es tatsächlich um den Aufbau eines Informellen Netzwerks. Wer könnte Ihnen wertvolle Tipps geben? Treffen Sie sich mit Ihnen immer mal wieder in zwangloser Atmosphäre.
  5. Kommen Sie mit den Chefs ins Gespräch
    Diese Gelegenheit kommt nicht häufig, ist aber dafür umso wichtiger. Vielleicht legen Sie sich für alle Fälle einen Elevator Pitch zurecht. Und Nein, mit diesem Hinweis ist nicht plumpe Schmeichelei gemeint.
  6. Machen Sie sich klar, wie viele informellen Mentoren Sie jetzt schon haben
    Gehen Sie doch einmal gedanklich die Verbindungen durch, die Sie jetzt bereits haben. Vielleicht ist ja sogar schon ein Mentor dabei ohne dass Sie sich dessen bewusst sind. Können Sie eine Lernbeziehung auf- bzw. ausbauen?

Übrigens finde ich die Überschrift des zitierten Artikels schon etwas drastisch. Ich glaube nicht, dass Sie nie einen Mentor finden werden. Allerdings brauchen Sie mit den o.a. Tipps auch gar keinen mehr, sondern kommen auch ohne gut zurecht.

Karriere Mentor

 

 

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Sollten Sie wirklich Ihrer Leidenschaft folgen?

Wenn es um die Berufswahl oder die eigene Karriereplanung geht, dann hören wir immer wieder diesen einen “goldenen” Ratschlag:

Follow Your Passion!

Dieses “Folgen Sie Ihrer Leidenschaft” klingt im Deutschen etwas kleinlauter. Hier heißt es umgangssprachlich “das Hobby zum Beruf machen”.

Besonders amerikanische Autoren tragen den o.a. Grundsatz wie eine Monstranz vor sich her, teilweise in Varianten wie “Hell yeah” oder ähnlichem. Den Vorgang muss man sich in etwa vorstellen wie die biblische Wandlung von Wasser in Wein. Wenn Sie Ihrer Leidenschaft nur leidenschaftlich genug frönen, dann stellt sich der Erfolg automatisch ein. Eine logische Folge, fast schon ein Naturgesetz.

Und wenn es nicht klappt? Dann war wohl Ihre Leidenschaft nicht stark genug . Sie haben eben nicht genug an sich geglaubt und den Zwillingsbruder von “Follow Your Passion” nicht beachtet:

Never Give Up!

Dass diese Erfolgsstrategie funktioniert, beweisen die vielen Erfolgsstories nach dem Muster “vom Tellerwäscher zum Millionär”, an denen die amerikanische Geschichte so reich ist. Beispiele gibt es genug.

Was jedoch häufig nicht beachtet wird, das der Zahl der erfolgreichen Fälle eine noch viel größere Zahl der erfolglosen Beispiele gegenübersteht. Wer auf diesen Umstand hinweist, ist kein kleingeistiger Miesepeter, vielmehr ist er/sie vielleicht nur nicht in die Falle des “Überlebensirrtums” getappt.

Was also tun? Sind die eigenen Interessen (oder Leidenschaften) nun etwa unwichtig für die Berufswahl oder Karrierewunsch? Nein mitnichten, nur sollte man diese Strategie mit ein paar Fragen kritisch durchleuchten wie Heather Pole meint: Don’t Know How to Balance Your Dream With Reality? Ask Yourself These 7 Questions. Ihre Fragen lauten:

  1. Gibt es nur eine Leidenschaft oder auch andere?
  2. Bin ich gut genug um mich von den anderen Wettbewerbern abzuheben?
  3. Ist es realistisch, meine Leidenschaft zum Beruf zu machen?
  4. Habe ich die Geschäftslogik der Branche verstanden, die mit meiner Leidenschaft verbunden ist?
  5. Kann ich meine Leidenschaft anderweitig einsetzen?
  6. Halte ich angemessen lange durch, wenn ich mich für diesen Karriereweg entscheide?
  7. Wäre es immer noch meine Leidenschaft, wenn ich meine täglichen Brötchen damit verdienen müsste?

Diese Fragen sollen Sie nicht entmutigen. Vielmehr sollen sie zu einer realistischen Einschätzung der Möglichkeiten führen. Seien Sie also ehrlich zu sich selbst. Seien Sie nicht zu selbstkritisch, aber auch nicht zu euphorisch.

Sie haben schon gemerkt, bei den Fragen handelt es sich um geschlossene Fragen, die ggf. durch offene ergänzt werden sollten. Wenn Sie für sich zum Beispiel die Frage Nr. 6 mit einem Ja beantwortet haben, sollten Sie sich außerdem fragen: Was muss ich jetzt konkret tun, um sicherzustellen, dass ich lange genug durchhalte?

Die von mir sehr geschätzte Kollegin und Autorin Svenja Hofert hat vor einiger Zeit auf ihrem Blog einen lesenswerten Artikel dazu verfasst: Folge deinen Interessen und du findest deinen Weg? Nicht immer.

Prädikat lesenswert.

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Wie Sie Ihren Karrierepfad ändern

1991 entschloss ich mich, den Ingenieurberuf an den Nagel zu hängen und etwas völlig Neues zu beginnen. Ich startete eine neue Karriere in Training und Organisationsentwicklung.

Die folgende Infografik behandelt genau dieses Thema: How to Successfully Change Career Paths. Ich selbst habe mich an der EKS-Strategie nach Wolfgang Mewes orientiert, ein Vorgehen, dass ich jedem empfehle, der über fundamentale Veränderung in seinem Arbeitsleben nachdenkt.

Auch der Profilpass ist ein ein interessantes Instrument. Sie können ihn sogar kostenlos herunterladen. Er ist einen eigenen Beitrag wert. Ich denke darüber nach… 😉

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Karriereplanung mit Marc Andreessen

Die Internetfreaks unter den Leserinnen und Lesern kennen ihn natürlich. Marc Andreessen gilt als der Vater des Webbrowsers, der Software also, ohne das komfortable Surfen im Netz gar nicht möglich wäre. Mittlerweile hat er sich offenbar etwas aus dem Rampenlicht zurückgezogen und zieht im Silicon Valley seine Strippen im Verborgenen.

In früheren Jahren betätigte sich Marc Andreessen auch als Blogger. Das Internet vergisst bekanntlich nichts und so sind uns auch einige seiner Blogbeiträge erhalten geblieben. Über seinen Pmarca Guide to Personal Productivity habe ich im ToolBlog bereits berichtet.

Wenn Sie auf dieser Seite noch etwas weiterblättern, finden Sie auch Karrieretipps von Marc Andreessen: Pmarca Guide to Career Planning. Marc hat aus seinen Hinweisen eine Artikelserie aus fünf Bausteinen gemacht. Nach einer Einführung folgen die Schritte:

  1. Opportunity
  2. Skills and education
  3. Where to go and why
  4. Turnaround!
  5. Retaining great people

Auch wenn die Beitragsreihe schon etwas älter ist, so ist der Inhalt keineswegs verstaubt. Offensichtlich gibt es auch in der IT-Industrie einige “ewige Wahrheiten”, die sich zu beachten lohnen.

Allerdings ist es wie bei jeder Planung auch bei der Planung der Karriere so eine Sache. Die Zukunft ist halt unberechenbar.

Ich selbst habe mit meiner eigenen Karriereplanung keine besonders guten Erfahrungen gemacht. Allerdings auch deshalb, weil ich mir zum Ende meiner Schulzeit gar keine Gedanken gemacht hatte, was ich tun will und wie ich es tun will. Und auch das Gegenteil will bedacht werden: Was will ich nicht tun und auf welche Weise will ich nicht arbeiten?

Meine Erkenntnis: Wenn Sie versäumen, diese Dinge zu durchdenken, dann fällt es Ihnen immer wieder auf die Füße. Mit 31 habe ich den Beruf gewechselt. Und das verlief beileibe nicht schmerzfrei.

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BMY®: Klarheit für Ihre Karriere

Vor ungefähr zwei Jahren bin ich nach Amsterdam gefahren, um bei Tim Clark die Master Class für seinen Ansatz Business Model You® zu besuchen. Dort habe ich auch Mercedes Hoss-Weis kennengelernt, die mit ihm damals zusammen den Workshop begleitet hat.

Für die Fachzeitschrift Training aktuell haben Mercedes und ich vor einigen Wochen einen Artikel verfasst, in dem wir den Hintergrund des Ansatzes und die Vorgehensweise bei der Umsetzung erklären: Beratungs Modell “Business Model You” – Klarheit für die Karriere. Sie können den Artikel hier herunterladen.

Wir beschreiben dort

  • Warum BMY eine wirksame Methode für die individuelle Organisationsplanung ist
  • Wie man mit BMY die wichtigen Erfolgsfaktoren beschreibt und visualisiert
  • Wie das Vorgehen in der Praxis aussieht

Im Rahmen eines Artikel mussten wir uns auf das Wesentliche beschränken. Wenn Sie Fragen zu BMY haben, dann kommen Sie gerne auf mich zu.

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Tim Clark und Stephan List in Amsterdam

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Kennen Sie Ihr Lebensrad?

Eine oft angewandte Reflexionsmethode im Coaching ist das sogenannte Lebensrad. Im Prinzip handelt es sich um ein kreisförmiges Diagramm in Form einer Zielscheibe, auf der Sie eintragen können, wie viel Energie Sie auf definierte Lebensbereiche verwenden. In seinem Artikel “How to Use the Life Coaching Wheel of Life” nennt Adam Sicinski nennt die Kategorien:

  1. Eigene Entwicklung
  2. Gesundheit und Wohlbefinden
  3. Freunde
  4. Familie
  5. Beziehungen
  6. Beruf und Karriere
  7. Finanzen
  8. Spiritualität
  9. Umwelt

Ich persönlich bin nicht ganz glücklich mit dieser Auswahl. Zum einen sind es mir einfach zu viel Bereiche, die m.E. auch nicht gleichberechtigt nebeneinander stehen, zum anderen überlappen sich manche Kategorien zu sehr.

Aber sei’s drum. Sicinski zeigt in seinem Beitrag, wie Sie bei der Erstellung Ihres Lebensrads vorgehen können. Dazu hat er ein Bündel von Fragen zusammengestellt, mit denen die Erfüllung der einzelnen Bereiche erforscht werden kann und mit welchen Fragen Sie herausfinden können, wo noch Handlungsbedarf besteht.

Der Artikel wird abgerundet mit einem Hinweis auf die Software “Goalscape”, über die auch Stefan Hagen schon berichtet hat und eine umfangreiche Linksammlung für die weitergehende Recherche zum Thema “Lebensrad”.

Wenn Sie die deutsche Sprache bevorzugen, hier ein paar Tipps von mir:

Ich persönlich mag den Ausdruck “Lebensrad” für dieses Coachingtool nicht besonders, denn eine Verwechslung mit dem buddhistischen Lebensrad liegt auf der Hand. Letzteres benötigt aber dann doch mehr Aufmerksamkeit und Studium.

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[Foto von Dimitris Vetsikas [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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