Archiv der Kategorie: Gesundheit

Bitte um Unterstützung: Ein Kalender für die mentale Gesundheit

Clarissa Schragl und Isabell Lang-Lamm heißen die Autorinnen eines Kalenders, der „jedem hilft etwas für die eigene Gesundheit zu tun„. Er hat den Namen Kurativa Kalender, und ist „ ist ein innovatives Gesundheitsprogramm, das [die Autorinnen] gemeinsam mit Fachärzten, Psychologen und Physiotherapeuten entwickelt und in einen normalen Kalender für das Jahr 2018 integriert haben.

Damit der Kalender wie geplant erscheinen kann, haben die beiden Psychologinnen ein Crowdfunding-Projekt aufgesetzt, das Sie hier unterstützen können. Schauen Sie hier:

Ein bisschen erinnert mich der Kalender an Ein guter Plan, allerdings soll im Kurativa Kalender Achtsamkeit als nur eine unter vielen Ansätzen behandelt werden.

Viel Erfolg!

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FOMO oder Fear of Missing Out

Wie Sie sich sicher nicht erinnern werden, habe ich im ToolBlog bereits schon einmal berichtet. Fear of Missing Out bezeichnet dabei die ständige Angst, etwas Wichtiges verpasst zu haben. Ich denke, dieses Gefühl kennt jede(r). Sie können sich allerdings damit trösten, dass Sie immer irgendwo irgendetwas verpassen, denn Sie können schließlich nicht überall sein. Wenn diese Angst Sie allerdings zu beherrschen beginnt, dann kann FOMO sogar Ihrer psychischen Gesundheit schaden.

Zu FOMO gibt es eine schöne Infografik, auf die ich dieser Tage gestoßen bin. Sie beschreibt die möglichen negativen Effekte von FOMO:

  • Negative Auswirkungen auf soziale Kontakte
  • Schlafstörungen
  • Angst und Stress bis hin zu depressiven Verstimmungen

Sehen Sie selbst:
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Wie Sie sich vor der Hitze schützen

Auch wenn es heute etwas kühler zu sein scheint, die nächste Hitzewelle kommt bestimmt. Ich muss gestehen, die Temperaturen gestern haben mir sehr zu schaffen gemacht, zumal ich ohnehin leider einen labilen Kreislauf habe.

Falls Sie auch unter der Hitze stöhnen, dann empfehle ich Ihnen den umfangreichen Artikel der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA): Empfehlungen für heiße Sommertage in Arbeitsstätten. In diesem Beitrag können Sie sich umfassend informieren über:

  • Die Rechtslage (kommt in Deutschland immer zuerst)
  • Abkühlung und Schutz vor Überwärmung
  • Personenbezogene Maßnahmen und Verhalten
  • Schutz vor UV-Strahlung, sollten Sie im Freien arbeiten

und einiges Anderes mehr.

Der Artikel ist Bestandteil der Broschüre „Gesundes Klima und Wohlbefinden am Arbeitsplatz“, die Sie als pdf-Datei kostenlos herunterladen können.

Es lohnt sich im übrigen, die o.a. Website ganz nach unten zu scrollen. Sie finden dort nämlich Links zu kostenlosen Informationen zum Herunterladen wie

  • Sommerhitze im Büro – Hinweise und Tipps für die heißen Tage (pdf-Datei)
  • Hitzebeanspruchung und Leistungsfähigkeit in Büroräumen bei erhöhten Außentemperaturen (pdf-Datei)
  • Wirksamkeit von mobilen Klimageräten (pdf-Datei)
  • Sonnenbrillen – Sicherer Sonnenschutz für die Augen Faltblatt (pdf-Datei)

Es gibt sogar ein „Handbuch der thermischen Behaglichkeit – Sommerlicher Kühlbetrieb -“ (pdf-Datei).

Mit diesen Informationen sind Sie mehr als ausreichend in der Lage, der nächsten Hitzewelle wirksam zu begegnen. Das einzige Problem: Bis Sie das alles gelesen haben, ist es bereits Herbst oder sogar Winter.

[Foto von JuliaFalkner [via pixabay], (Pixabay-Lizenz)]

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Achtsam arbeiten!

Kennen Sie das auch? Sie kommen abends von der Arbeit nach Hause und fragen sich, was Sie eigentlich den ganzen Tag gemacht haben. Dennoch sind Sie abgekämpft und wieder einmal ist der Tag geradezu in Windeseile an Ihnen „vorbeigerauscht“.
Dies rührt daher, dass wir uns während des Arbeitstages meistens im Autopilot-Modus befinden, wie der Achtsamkeitslehrer Shamash Alidina meint.

Dem Autopilot-Modus können Sie den Modus der achtsamen Aufmerksamkeit entgegen setzen. Wie das geht, zeigt Ihnen Shamash Alidina in seinem Artikel: 10 Ways to Be More Mindful at Work. Seine Tipps:

  1. Seien Sie bewusst im Hier und Jetzt
    Halten Sie einen Moment inne, bevor Sie an die Aufgabe gehen. Machen Sie sich den Zweck der Aufgabe klar und nehmen Sie mit allen Sinnen wahr, wo Sie sich gerade befinden.
    Widmen Sie auch den kleinen alltäglichen Tätigkeiten Ihre volle Aufmerksamkeit.
  2. Machen Sie kurze Achtsamkeitsübungen zwischendurch
    Sie können sich von dieser Anleitung inspirieren lassen, wenn Sie möchten:
  3. Konzentrieren Sie sich auf lediglich eine einzige Aufgabe
    Fokussierung heißt das Zauberwort. Wenn Sie gleichzeitig an andere Tätigkeiten denken, sind Sie abgelenkt und damit unkonzentriert. Das sabotiert die Effizienz.
  4. Benutzen Sie Erinnerungshilfen zur Achtsamkeit
    Damit Sie nicht vor lauter Betriebsamkeit die Achtsamkeitsübungen vergessen, verwenden Sie irgendein Hilfsmittel, das Sie daran erinnert. Es gibt eine Menge Apps für so etwas. Aber es reicht auch schon, sich eine Erinnerung auf dem Smartphone zu setzen.
  5. Fahren Sie das Tempo herunter um dann wieder Gas geben zu können
    Denken Sie auch an die Pausen. Sie müssen die Batterien auch wieder laden, damit Sie zum rechten Zeitpunkt Energie abgeben können.
  6. Verbünden Sie sich mit dem Stress
    Stress hängt sehr stark davon ab, wie wir über eine bestimmte Tätigkeit denken. Fragen Sie sich, ob eine Tätigkeit tatsächlich mit negativen Stress verbunden ist oder ob es auch andere Sichtweisen geben könnte. „Umdeutung“ oder „Reframing“ sagen die Fachleute dazu.
  7. Empfinden Sie Dankbarkeit
    Schreiben Sie doch einmal auf, für was Sie dankbar sein können und auch sind. Oft vergessen wir dabei Wesentliches, weil es uns einfach selbstverständlich erscheint.
  8. Kultivieren Sie Bescheidenheit
    Überprüfen Sie selbstkritisch Ihre Erwartungen an sich selbst und an andere. Und bedenken Sie immer, das Sie die Wahrheit nicht gepachtet haben, sondern es auch andere berechtigte und begründbare Sichtweisen gibt.
  9. Akzeptieren Sie, was Sie nicht ändern können
    Akzeptanz ist ein wichtiger Bestandteil der Achtsamkeit. Dinge ständig zu hinterfragen, die wir nicht ändern können, führt zur Verbitterung.
    Aber unterschätzen Sie Ihren eigenen Einfluss nicht. Und manchmal muss man auch einfach die Konsequenzen ziehen und loslassen können.
  10. Entwickeln Sie eine wachstumsorientierte Denkweise
    Denken Sie nicht in Beschränkungen, sondern in Möglichkeiten. Lassen Sie Ihren Geist wachsen. Ich halte es da mit Heinz von Foerster: „Handle stets so, dass die Anzahl der Wahlmöglichkeiten größer wird!“

Mir hat in diesem Zusammenhang gut gefallen, was der Philosoph und Kaiser Marcus Aurelius gesagt hat:

Einsamkeit suchen die Menschen auf ländlichen Fluren, am Meeresufer, in den Bergen. Doch einer wie beschränkten Ansicht entspringt dieser Wunsch! Kannst du dich doch, sooft du nur willst, in dich selbst zurückziehen. Gibt es doch nirgends eine stillere und ungestörtere Zufluchtsstätte als die Menschenseele.

Shamash Alidina hat ein Buch zur Achtsamkeit im Beruf geschrieben, das ich wärmstens empfehlen kann: Achtsamkeit im Beruf für Dummies.

BTW: Es gibt zu dem Artikel auch eine schöne Infografik. Sehen Sie selbst:

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Achtsamkeit und Arbeit

Wie die geneigten Leser vielleicht schon bemerkt haben, beschäftige ich mich schon seit langem mit dem Thema Achtsamkeit. Vor ca. sieben Jahren habe ich angefangen, die tägliche Meditation in meinen Alltag einzubauen. Nicht nur ich, sondern auch meine Familie meinen, dass mich das durchaus positiv verändert hat.

Es wäre allerdings zu kurz gesprungen, reduzierte man die Achtsamkeit nur auf Meditation. Vielmehr gibt es im Alltag unzählige Möglichkeiten, sich in Achtsamkeit zu üben. Der Arbeitsplatz ist ein Ort dafür.

Der von mir sehr geschätzte Autor Shamash Alidina hat dazu ein Buch geschrieben. Sie müssen aber nicht erst das ganze Buch lesen, um mit der Achtsamkeit zu beginnen. Vielmehr reicht es für den Anfang Shamashs Tipps in seinem Artikel 10 Ways to Be More Mindful at Work zu befolgen:

  1. Seien Sie bewusst im Hier und Jetzt
  2. Machen Sie kleine kurze Übungen zur Achtsamkeit
  3. Konzentrieren Sie sich auf eine Aufgabe
  4. Benutzen Sie achtsame Erinnerungen
  5. Fahren Sie das Tempo herunter um an Fahrt zu gewinnen
  6. Nehmen Sie Stress bewusst an
  7. Seien Sie dankbar
  8. Üben Sie sich in Demut
  9. Finden Sie sich mit dem ab, was Sie nicht ändern können
  10. Lassen sie die Entwicklung Ihrer Denkweise (Mindset) zu

Zu allen diesen Punkten finden Sie nähere Erläuterungen im o.a. Artikel. Um sich an die Hinweise erinnern zu lassen, können Sie auch die entsprechende Infografik benutzen:

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Wie gehen Sie mit Ablenkungen um?

Wie wir Anhänger des effizienten Arbeitens alle wissen, gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen Effizienz und Fokussierung. Ein Freund der Mathematik würde es vielleicht so ausdrücken:

Effizienz  ~ Fokussierung

In einfachem Deutsch: Je fokussierter oder konzentrierter ich arbeiten kann, desto effizienter bin ich.  Wenn Sie daraus schließen, dass Sie umso ineffizienter sind, je mehr Sie sich ablenken lassen, dann dürften Sie richtig liegen.

Die Ablenkungen, denen wir täglich ausgesetzt sind, sind zahlreich und ihrem Wesen nach sehr unterschiedlich. Beverly R. Imes unterscheidet in ihrem Beitrag How to Deal with Distractions zwischen externen und internen Ablenkungen:

Interne Ablenkungen sind

  • Gedanken, wie Sorgen, Selbstzweifel, aber auch Ideen
  • Körperliche Ereignisse, wie Kälte- oder Hitzegefühl, Durst usw.

Externe Ablenkungen sind Störungen durch

  • Telefonanrufe
  • Persönliche Unterbrechungen (Fragen, Plauderei usw.)
  • Überflüssige oder ineffiziente Besprechungen
  • Unsachgemäßer Umgang mit E-Mail

Beverly gibt in ihrem Artikel einige Tipps, wie Sie diese Unterbrechungen vermeiden oder zumindest die Folgen abmildern können. Teilweise folgen diese Tipps einfach dem gesunden Menschenverstand, wie das Stellen des Smartphones auf Flugzeugmodus oder der Durchführung einer bewegten Pause.

Wenn Sie sich näher mit dem Thema “Arbeitsunterbrechungen” beschäftigen möchten und das Lesen wissenschaftlicher Beiträge nicht scheuen, dann hält die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) das Ergebnis einer einschlägigen Studie für Sie zum Download bereit: Arbeitsunterbrechungen und Multitasking (pdf). Hier erfahren Sie auch, warum Unterbrechungen nicht einfach nur lästig sind und zur Ineffizienz führen, sondern infolge von Stress sogar die Gesundheit beeinträchtigen können.

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Wie Sie einen Sch…tag doch noch drehen können

Sie kennen diese Tage. Nachdem Sie verschlafen haben, waren Sie in Eile. Auf dem Weg zur Arbeit wurden Sie dann geblitzt und alle Parkplätze in der Nähe vom Büro waren besetzt. Dann noch die ironische Bemerkung vom Chef und der überquellende Briefkasten in Outlook. Tage, an denen man am liebsten wieder nach Hause fahren und sich ins Bett legen möchte, um ihn schnell zu vergessen.

Vielleicht gibt es aber doch noch Möglichkeiten, den Tag nach einem unglücklichen Start noch gedreht zu bekommen. Wie das geht, zeigt uns Allison Ford: 10 Expert-Approved Ways To Turn Around A Crappy Day. Sie empfiehlt:

  1. Akzeptieren Sie, dass heute nicht Ihr Tag ist
    „Einsicht ist der erste Weg zur Besserung“, sagt der Volksmund. Tatsächlich macht es mitunter keinen Sinn mit aller Macht gegen den Schlamassel anzukämpfen. Auf diese Weise laufen Sie Gefahr, alles nur noch zu verschlimmrn. Stattdessen ist es oft besser, erst einmal zu akzeptieren, dass es gerade nicht optimal läuft. Dann fällt es auch leichter zu überlegen, wie Sie aus dem Zustand wieder herauskommen. Sie wissen schon: Aufstehen, Krönchen richten, weitermachen.
  2. Packen Sie Aufgaben an, die zu Ihrem Gemütszustand passen
    Wenn ohnehin gerade nichts rund läuft, macht es keinen Sinn, die kompliziertesten und wichtigsten Aufgaben anzugehen. Wählen Sie stattdessen einfachere überschaubare, damit Sie wieder in die Erfolgsspur kommen.
  3. Denken Sie darüber nach, welchen Anteil Sie selbst an der Misere haben
    Oft schieben wir die Misserfolge auf die „äußeren Umstände“. Fragen Sie sich, was Sie selbst dazu getan haben, dass es so ist, wie es gerade ist. Übertreiben Sie es aber nicht. Wenn die Selbstreflexion in Selbstkasteiung ausartet, schaden Sie sich selbst.
  4. Listen Sie Dinge auf, für die Sie dankbar sind
    Wenn wir in der Sackgasse sind, neigen wir oft dazu, alles schwarz und durch die negative Brille zu sehen. Wir neigen zur Verallgemeinerung. Eine solche Dankbarkeitsliste hilft Ihnen dabei, die positiven Seiten des Lebens den negativen entgegenzusetzen. Und siehe da, so schlimm ist es meistens gar nicht.
  5. Bitten Sie einen Freund, mit Ihnen spazieren zu gehen
    Bei einem gemeinsamen Spaziergang, können Sie Ihre Gedanken ordnen. Im Dialog funktioniert das am besten. Außerdem gewinnen Sie Abstand und sind an der frischen Luft.
  6. Denken Sie über ein Haustier nach
    Unbedingt. Ich möchte meine Katze Leni nicht missen. Es tut gut, ihr zuzuschauen und sie ab und zu zu streicheln. Eigentlich sind das Streicheleinheiten, die ich mir selbst gebe.
  7. Verwöhnen Sie sich mit etwas Zeit nur für sich selbst
    Machen Sie eine Weile etwas, was ihnen Spaß macht. Manchmal kommt man dadurch wieder in die Gänge.
  8. Verausgaben Sie sich körperlich
    Mein Nachbar macht das so. Immer wenn er sich bei der Arbeit geärgert hat, hackt er Holz und verausgabt sich dabei völlig. BTW: In letzter Zeit scheint er sich öfters zu ärgern. Seine Bevorratung an Brennholz deckt mittlerweile die nächste Eiszeit ab.
  9. Wandeln Sie Ihre schleche Stimmung in Perspektiven um
    Denken Sie daran, die Misserfolge des Tages nicht zu verallgemeinern. Wie sagen die Fußballspieler immer bei Interviews nach einem verlorenen Spiel? „Wir müssen jetzt nach vorne schauen“. Da ist was dran.
  10. Achten Sie auf den Silberstreif am Horizont
    Das Leben ist eine Achterbahn und auf Tiefs folgen auch wieder Höhen. Denn…

Morgen ist ein neuer Tag!

Gehen Sie zurück auf Start und machen Sie einen Reset!

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Burnout für Einsteiger

Mit Burnout ist es wie mit vielen Mode(?)- Begriffen. Jeder spricht davon, aber keiner weiß so richtig, was es ist. In der allwissenden Wikipedia heißt es dazu:

Burn-out oder Burnout, auch Burnout-Syndrom (englisch burn out ‚ausbrennen‘) ist ein Oberbegriff für Typen persönlicher Krisen, die eher mit unauffälligen Frühsymptomen beginnen und mit völliger Arbeitsunfähigkeit oder sogar Suizid enden können.

Der Begriff ist nicht eindeutig definiert, aber vielleicht deswegen so populär, weil das “Ausbrennen” eine starke Metapher ist und daher insbesondere von Journalisten und uns Trainern gerne und häufig benutzt wird.  Dennoch ist Burnout bis jetzt keine Behandlungs-, sondern lediglich Rahmen- oder Zusatzdiagnose.

Wenn Sie sich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchten, empfehle ich Ihnen das Grundlagenwerk von Matthias Burisch: Das Burnout-Syndrom.

Ich habe das Buch jetzt bereits zum zweiten Mal gelesen und muss zugeben, dass für mich mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Allerdings liegt das nicht an der Arbeit des Autors, sondern an der Materie.

Einfacher macht es sich Alan Henry in seinem Artikel How to Recognize the Signs of Burnout Before You’re Burned Out. Zunächst beschreibt er verschiedene Anzeichen des Phänomens und lehnt sich dabei stark an die Arbeit von Freudenberger an:

  • Unzufriedenheit bez. der Arbeit und abfällige Bemerkungen darüber
  • Schleichende Erschöpfung
  • Gefühlter Stillstand, Gefühl der Sinnlosigkeit
  • Langeweile und zunehmende Distanziertheit von der Aufgabe
  • Übermäßiger Drang zum Aufschieben
  • Undefinierbares Unwohlsein und Stressempfinden
  • Verzicht auf freie Zeit

So weit, so gut schlecht. Die Tipps von Alan zur Vermeidung von Burnout scheinen mir jedoch ein wenig hilflos zu sein:

  • Machen Sie so oft wie möglich Pause
  • Planen Sie sofort Ferien ein
  • Werfen Sie Ballast über Bord und konzentrieren Sie sich auf das, was Sie lieben
  • Führen Sie ein Tagebuch

Ähnliche simple Tipps gibt uns eine Dame namens Nicole: 6 Simple Ways to Avoid Burnout. Sie hat dazu auch eine schöne Infografik dazu erstellt.

Mir scheinen derlei Tipps allzu “simpel” zu sein und außerdem das Problem unzulässig zu individualisieren. Wirksamer Schutz vor derlei Unbill besteht aus zwei Komponenten:

Verhältnis- und Verhaltensprävention

Und zwar genau in dieser Reihenfolge.

Wenn Sie dazu mehr lesen wollen, dann empfehle ich Ihnen mein Fachblog Arbeit statt Stress. Dort schreibe ich zu Themen der psychischen Belastung am Arbeitsplatz aus der Sicht eines Sicherheitsingenieurs.

Wenn Sie sich dafür interessieren, wie sich die Begriffe “Stress” und “Burnout” im Laufe der Jahre verändert hat, dann empfehle ich Ihnen das Buch von Patrick Kury Der überforderte Mensch: Eine Wissensgeschichte vom Stress zum Burnout.

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[Foto von 445693 [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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Wasser und Produktivität

Man kann es gar nicht oft genug wiederholen:

Trinken Sie genug!

Nein, nicht Kaffee, sondern Wasser. Für die Menge, die Sie täglich benötigen, gibt es den Richtwert von 1 bis 1,5 Liter am Tag. Diesen und andere Tipps zum Thema Wasser finden Sie in einem Artikel der Techniker Krankenkasse: Wie viel Wasser soll man trinken? Und wie soll man das schaffen?

Die Antwort auf die letzte Frage lautet wie immer: Dafür gibt es eine App.  Beispiele finden Sie in dem Beitrag von Justine Siegler: 5 Trink Apps, die dir helfen, mehr Wasser zu trinken.

Übrigens wirkt sich das Wasser trinken auch auf die Produktivität aus. Wie und warum, beschreibt Stephen Tamlin in seinem Artikel Hydration und Ihre Mitarbeiter. Dazu gibt es auch eine hübsche Infografik. Schauen Sie hier:

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Da stirbst du nicht dran…

Es ist schon lange her, dass ich ein Buch zur Hand genommen und bis zum Ende nicht mehr weggelegt habe. Das Werk von Henk Blanken Da stirbst du nicht dran: Was Parkinson mir gibt, ist so ein Buch.

Henk Blanken ist ein außerordentlich erfolgreicher Journalist aus den Niederlanden, der sich sehr mit der Zukunft seines Berufsstandes in Zeiten des Internets auseinander gesetzt hat. Er ist der Autor vieler Bücher und hat für sein Schaffen eine Reihe renommierter Journalistenpreise erhalten. Was alles, das können Sie auf seiner Website nachlesen, wenn Sie des Niederländischen mächtig sind.

Voll im beruflichen Saft stehend, erhielt Blanken die Diagnose Parkinson. Kleine Anzeichen gab es schon vorher, aber wer denkt schon an so etwas. Durch und durch Journalist beginnt Blanken den Verlauf seiner Krankheit zu schildern, mit allen körperlichen, aber auch mentalen Begleiterscheinungen. Wie er die körperlichen Veränderungen wahrnimmt und welche Gedanken und Gefühle sie bei ihm auslösen.

Seine Schilderungen sind schonungs- aber nicht hoffnungslos. Er vermag es, auch das Gute im Schlechten zu sehen. Die Krankheit zwingt ihn zu einer enormen Entschleunigung, was ihn als vormaligen Workaholic, zu ganz neuen Betrachtungsweisen führt. Er beginnt sich auf das zu konzentrieren, was für ihn wirklich wichtig ist.

Ich habe noch nie so plastisch und so nah erfahren, was in einem Menschen vorgeht, der eine solche Diagnose bekommt. Wie denkt man über die Vergangenheit, wie über die Zukunft und wie nutzt man die Gegenwart?
In diesem Buch erfahren wir auch viel über die Krankheit, ihren Verlauf und darüber, welche Behandlungsmethoden es gibt. Welche Hoffnungen damit verbunden sind und wie Chancen und Risiken gegeneinander abgewogen werden. Nein, nicht im wissenschaftlichen Sinn, sondern aus der Sicht eines Betroffenen.

Sie kennen sicher die mehr oder weniger geschmacklosen Witze über Parkinson und Demenz. Sie wissen schon, was besser sei, Verschütten oder Vergessen. Seit diesem Buch weiß ich, dass sich diese zwei Krankheiten nicht ausschließen, sondern Demenz oft mit Parkinson einhergeht. In diesem Fall stellt Blanken auch die Frage nach der aktiven Sterbehilfe, die in den Niederlanden unter strengen Auflagen erlaubt, bei uns aber verboten ist.
Bei Demenz wird das Dilemma der Sterbehilfe deutlich. Wenn man “bei klarem Verstand” seinen Willen kundtut, in fortgeschrittenem Stadium aus dem Leben scheiden zu wollen, ist das später, wenn es soweit ist, noch aktuell? Ist Demenz tatsächlich mit Würdelosigkeit oder Unglück gleichzusetzen? Eine Frage, die wohl nicht zu beantworten ist.

Wenn Sie nun die Befürchtung haben, das Buch sei schwer zu lesen, dann kann ich Sie beruhigen. Ich bin zwar kein Literaturwissenschaftler, aber mich erinnert der Schreibstil sehr an New Journalism. Ich erwähnte es schon, ich habe das Buch in einem Zug gelesen. Es war spannend, informativ, berührend, persönlich und manchmal sogar humorvoll. Für mich gab es einen tiefen Einblick in das Leben eines chronisch erkrankten Menschen, der sagt:

Da stirbst du nicht dran…
… aber es geht übel aus.

Blanken

Ein Interview mit Henk Blanken über seine Krankheit und sein Buch hat Martin Křenek-Burger geführt.

 

Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Ich bin sehr dankbar dafür, denn vermutlich hätte ich es sonst nicht beachtet. Und dann hätte ich etwas verpasst, was ich nun nicht mehr missen möchte.

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