Archiv der Kategorie: Büchertipps

Ein E-Book zur SWOT-Analyse

Die meisten Leserinnen und Leser kennen sicherlich die SWOT-Analyse. Bei dem Ausdruck SWOT handelt es sich um ein Akronym aus den englischen Worten:




  • S trengths (Stärken)
  • W eaknesses (Schwächen)
  • O pportunities (Chancen, Möglichkeiten)
  • T hreats (Bedrohungen, Risiken).

In der Regel benutzt man diese Methode um für eine Organisation zukünftige Szenarien zu diskutieren (O und T, Außenschau) um dann diese Szenarien mit den eigenen Stärken und Schwächen (S und W, Innenschau) abzugleichen. Über die Anwendung der SWOT – Analyse im persönlichen (Karriere-) Kontext habe ich im ToolBlog bereits geschrieben (hier und hier).

Die Durchführung einer SWOT-Analyse ist nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Mein Kollege Heiko Stein hat in seinem Artikel “Drei häufige Gründe, warum Ihre SWOT-Analyse ein Flop wird” aufgezählt, was dabei schief gehen kann:

  1. Es ist den Beteiligten unklar, was sie mit der SWOT-Analyse erreichen wollen
  2. Die Innen- und Außensicht wird verwechselt und/oder vermischt
  3. Es werden keine weiteren Schlüsse aus den Ergebnissen gezogen

Zu (2) empfehle ich, in einem Workshop 2 verschiedenen Gruppen zu bilden, die SW und OT getrennt voneinander bearbeiten. Die Ergebnisse werden dann im Plenum im Dialog zusammengeführt.

Zu (3) ist nichts weiter zu sagen, denn dieser Punkt trifft auf jede Methode zu. Ich habe in meiner Praxis schon erlebt, dass man sich dumm und dämlich analysiert ohne dann die Erkenntnisse in geeignete Maßnahmen münden zu lassen. Oft drängt sich hier der Verdacht auf, man analysiert so kleinteilig, damit nichts getan werden muss.

Mike Brown hat nun ein E-Book zur SWOT-Analyse veröffentlicht: 11 Ways to Reimagine the SWOT Analysis. Sie können die Publikation auf der Website herunterladen. Ganz kostenlos ist es nicht, denn Sie werden gebeten, Ihre Daten zu hinterlassen.

Ich werde dies auf jeden Fall tun, denn ich bin gespannt, welche Hinweise Mike Brown zu dieser gut eingeführten Methode in petto hat.

Dennoch scheint mir ein Hinweis angebracht. Denken Sie daran, dass auch diese Methode nach dem MiMo-Prinzip funktioniert: Mist in, Mist out. Die Analyse ist nur so gut wie Ihre Daten. Und exakte Daten zu bekommen, ist schwierig, besonders für die Zukunft. Von unseren kognitiven Verzerrungen will ich hier gar nicht sprechen.

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[Foto von Sophie Janotta [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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Vom Umgang mit schwierigen Mitmenschen

Von Jean-Paul Sartre stammt der bekannte Satz:

Die Hölle, das sind die anderen.

Wie recht er doch hat! Obwohl wir uns stets bemühen, edel, hilfreich und gut gegenüber unseren Mitmenschen aufzutreten, gibt es doch immer wieder gewisse Zeitgenossen, die diese Bemühungen nachhaltig zu stören versuchen. Eigentlich unverständlich, denn mit etwas Nachdenken und etwas gutem Willen müssten sie doch einsehen, dass wir im Recht und sie im Unrecht sind.

Genug der Ironie. Vor einiger Zeit wurde mir vom Verlag ein Exemplar des Buches von Karen Zoller mit dem Titel “Schwierige Mitmenschen: So gehen Sie souverän mit ihnen um” zur Rezension überlassen. Um es gleich vorweg zu sagen: Das Buch ist wirklich gut und hilfreich, aber wer glaubt, hier gäbe es Tipps und Tricks zur Überzeugungredung unwilliger Mitmenschen, der wird enttäuscht.

Diesen Zahn zieht uns die Autorin gleich zu Anfang, indem sie uns unmissverständlich darauf aufmerksam macht, dass das Prädikat “schwierig”, das wir anderen anhängen, durchaus mit uns selbst zu tun haben könnte. Und auch “Souveränität” bedeute eben nicht, stets den Anderen mit vermeintlicher Stärke an die Wand zu drücken. In den weiteren Kapiteln geht es in die Praxis. Sie erhalten viele nützliche Informationen zu Persönlichkeit, Gestalten von Beziehungen, Umgang mit Konflikten und vieles mehr.

Das Buch ist für den Alltag geschrieben, was auch nicht zuletzt durch die leichte Lesbarkeit unterstrichen wird. Das verwundert nicht, denn schließlich kommt die Autorin aus dem Umfeld des Meisters, Friedemann Schulz v. Thun. Wie wir wissen, hat sich dieser in seinem Werk der hohen Verständlichkeit gerade auch für Laien verschrieben. Aus diesem Grund heißt eine eigene Reihe seiner Bücher und die seiner Mitarbeiter “Reihe Miteinander reden: Praxis”.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist nicht teuer, aber äußerst nützlich.

BTW (1): Wenn Sie tatsächlich an Tipps und Tricks interessiert sein sollten, dann versuchen Sie sich doch einmal mit einem Klassiker.  Meine Empfehlung: Arthur Schopenhauer: Die Kunst, Recht zu behalten.

BTW (2): Ein weiterer Klassiker ist das Buch des Freiherrn von Knigge: Über den Umgang mit Menschen, das völlig zu Unrecht oft auf ein reines Benimmbuch reduziert wird (s.a. hier).

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[Foto von PourquoiPas [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

BTW (3): Ich freue mich, wenn ich ab und zu ein Buch zum Rezensieren geschickt bekomme. Die Bücher, die mir gut gefallen, bespreche ich, über die anderen schweige ich mich aus. Ich habe keinen Gefallen an Verrissen, schließlich bin ich nicht Reich-Ranicki.

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Feature zum Minimalismus

Seit vielen Jahren, weit vor dem “Simplify”“-Hype, interessiert mich das Thema “Minimalismus als Lebensform”. Angeregt wurde ich seinerzeit im Urlaub durch die Lektüre von Jacob Lund Fiskers Buch “Early Retirement Extreme” und seitdem lässt mich das Thema nicht mehr los.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Von einer minimalistischen Lebensweise bin ich noch Tagesreisen weit entfernt. Ich weiß auch nicht, ob ich der dahinter liegenden Einstellung unbedingt zu einhundert Prozent folgen möchte.

Dennoch habe ich durch die Beschäftigung mit dem Thema schon eine Unzahl von Anregungen erhalten, die durchaus in mein tägliches Leben einfließen. Momentan zum Beispiel steht ein Aufräumen meines Büros auf dem Plan. Alles steht auf dem Prüfstand: Büromaterial, CD-ROMs (Ach ja!), Bücher u.v.m.

Gestern Abend habe ich in der Reihe SWR 2 Feature eine interessante Sendung zum Thema gehört, Minimalismus als Lebensform: Brauch‘ ich nicht (Download der mp3-Datei). In dem Feature kommen einige Zeitgenossen jeden Geschlechts und Alters zu Wort, die Minimalismus als Lebensform praktizieren. Bei den jungen Menschen habe ich sehr gestaunt. Sie sind jetzt schon da, wo ich vielleicht nie hinkommen werde.

Ich habe das Feature zum Anlass genommen, ein bisschen zu recherchieren. Das Ergebnis möchte ich den werten Lesern nicht vorenthalten:

Bücher

Jacob Lund Fisker:
Early Retirement Extreme: A philosophical and practical guide to financial independence
Das Buch ist keine leichte Kost, denn es hat einen durchaus philosophischen Anspruch. Es war mein Einstieg ins Thema.

Elaine St. James:
Simplify Your Life: 100 Ways to Slow Down and Enjoy the Things That Really Matter
Laut dem o.a. SWR-Feature ist die Autorin die “Mutter” der Minimalismus-Bewegung. Ihr Buch erschien bereits 1994. In einer Zeit also, als es das virtuelle Gerümpel (Smartphone, Social Media etc.) in dieser Form noch gar nicht gab.

Die Bücher von Marie Kondo sind über dem Teich mittlerweile schon selbst ein Hype geworden, ich habe im ToolBlog bereits auf die Autorin hingewiesen.

Links

Zum Buch von Jacob Lund Fisker gibt es das passende Weblog gleichen Namens.

Es ist mir wider Erwarten schwer gefallen, gute deutschsprachige Blogs zum Minimalismus zu finden. Allerdings gibt es eine Linksammlung bei Minimalismus-Tipps, die Sie auf eigene Faust durchstöbern können. Vielleicht ist etwas dabei, das Sie anspricht.

Das englischsprachige Gegenstück, nicht ganz so umfangreich gibt es bei A. Cadwell ( Clear Your Head With These 14 Minimalist Blogs) oder bei The Private Life (14 Minimalist Blogs to Follow).
Übrigens empfehlen beide Autoren das Blog von Leo Babauta: Zen Habits.

Das wird Gründe haben.

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[Foto von Michal Jarmoluk [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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Wie Sie Ihre Mitarbeiter sauer fahren

Vor gefühlten hundert Jahren hat Reinhard Sprenger in seinem Bestseller “Mythos Motivation” festgestellt, dass man andere Menschen gar nicht motivieren könne. Insofern hätten Führungskräfte gar keine bis wenig Möglichkeiten, ihre Mitarbeiter zu besonderen Leistungen zu bewegen, die kläglichen Versuche in diese Richtung seien vielmehr Motivierung statt Motivation.




Was bei der Motivation nicht funktioniert, klappt bei der Demotivation jedoch allemal. Zwar können wir nicht sagen, wie wir positiv auf die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter einwirken können. Wir wissen aber ziemlich genau, was diese Leistungsbereitschaft nachhaltig stört. Wenn Ihnen auf die Schnelle nichts dazu einfällt, dann gibt Ihnen Christina Galoozis ein paar Denkanstöße: 8 Surefire Ways to Demotivate Your Employees. Hier Ihre Vorschläge:

  1. Kritisieren Sie Ihre Mitarbeiter öffentlich
  2. Vermeiden Sie Anerkennung
  3. Ignorieren Sie die Vorschläge der Mitarbeiter
  4. Setzen Sie unerreichbare Ziele oder Fristen
  5. Vermeiden Sie, Ihre Handlungen zu erläutern oder Unterlagen zu teilen
  6. Arbeiten Sie mit versteckten Drohungen
  7. Missachten Sie kreatives Denken und Problem lösen
  8. Betätigen Sie sich als Micromanager

Unübertroffenes Mittel zur Demotivation der Mitarbeiter ist jedoch der Double Bind. Im Prinzip geht es dabei darum, dem Mitarbeiter eine Anweisung zu geben, die dieser nicht erfüllen kann ohne gegen eine andere (meist versteckte) zu verstoßen. Dies drückt besonders gut ein Zitat aus, das Henry Ford in den Mund gelegt wird:

Ich erwarte von meinen Mitarbeitern, dass sie offen ihre Meinung äußern. Zwar werfe ich Sie dann aus der Firma, aber sie haben meinen Respekt.

In der Praxis findet man derlei Paradoxien sehr oft, gerade auch in Zusammenhang mit angeblichen Unternehmenswerten, die dann im Alltag allzu oft ignoriert werden.

Wenn Sie Führungskraft sind, dann denken Sie nicht allzu sehr über Motivation nach, schließlich sind Sie kein Animateur. Sie haben den lieben langen Tag schon genug damit zu tun, Ihre Mitarbeiter nicht zu demotivieren. Das reicht schon.

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Wie Sie das Bücher lesen verbessern

Es soll ja Leute geben, die kaufen Bücher nur deswegen, weil Sie Ihr Wohnzimmer wohnlich gestalten möchten. Außerdem sollte die Isolierfähigkeit und Lärmdämmung von Papier nicht unterschätzt werden. Es gibt aber immer noch genügend Menschen, die Bücher tatsächlich lesen.

Je nach Zweck des Buches ergeben sich unterschiedlichen Methoden, wie Bücher zu lesen sind. Schließlich macht es einen Unterschied, ob Sie sich mittels eines Krimis Nervenkitzel verschaffen wollen oder sich mit einem Fachbuch auf die nächste Prüfung vorbereiten möchten.

Steve Kaufmann hat ein paar Tipps zusammengestellt, wie Sie generell Ihre Lesefähigkeiten verbessern können: 7 Pleasurable Ways to Improve Your Reading Ability. Er empfiehlt:

  1. Lesen Sie Bücher über Themen, die Sie interessieren
    Leider ist das nicht immer möglich. Wenn Sie sich auf ein Prüfung vorbereiten müssen, dann ist das Lesen der vorgeschriebenen Bücher oft eine Qual. Allerdings gibt es auch hier bewährte Lesetechniken wie z.B. S3QR oder auch diverse Schnelllesemethoden, die dem Durcharbeiten den Schrecken nehmen.
    Für Belletristik sind derartige Techniken wohl weniger geeignet. Ich kann mir nicht vorstellen, den “Zauberberg” von Thomas Mannquer” zu lesen.
  2. Lesen Sie Bücher, die Ihrem Niveau entsprechen oder etwas darüber liegen
    Kommt darauf an. Ich finde es absolut legitim, sich bei einem sleichten Krimi zu entspannen. Andererseits bin ich mir mittlerweile nicht mehr zu fein, aus einem Buch auszusteigen, wenn ich es trotz einer gewissen Anstrengung nicht verstehen. Aus diesem Grund habe ich mich damit abgefunden, den “Tractatus logico-philosophicus” ” von Wittgenstein in diesem Leben nicht mehr zu beenden. Ich bin für dieses Werk schlicht und einfach unterbelichtet.
  3. Gehen Sie Tiefe, indem Sie mehrere Bücher zum selben Thema lesen
    Diesem Ratschlag bin ich bislang schon immer gefolgt, ohne mir dessen bewusst zu sein. Wenn mich etwas interessiert, dann beiße ich mich fest (s.a. 1). Zur Zeit lese ich das sechste Buch über den 1. Weltkrieg.
  4. Wenn Ihnen das Lesen schwer fällt, dann hören Sie zunächst zu
    Mittlerweile gibt es für nahezu jedes Buch eine Hörausgabe. Allerdings ist imo die Qualität recht unterschiedlich. Werke, gelesen von Brückner, Rowohlt oder Beck, werden allen schon durch die Darbietung zum Hochgenuss. Vorsicht bei Autorenlesungen. Wer schreiben kann, kann noch lange nicht lesen. Das gilt selbst für die eigenen Texte.
    Fachbücher halte ich für das Vorlesen für wenig geeignet. Oft sind diese Hörfassungen bestenfalls als Einschlafhilfen zu gebrauchen.
  5. Lassen Sie Ihre Vorstellungskraft spielen
    Muss man dazu wirklich auffordern? Ein gutes Buch setzt bei mir sofort das Kopfkino in Gang. Hier bin ich Regisseur im eigenen Film. Deshalb finde ich auch die “offiziellen” Literaturverfilmungen so selten gelungen. Es ist nicht mein Film.
  6. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Sie etwas nicht verstehen
    Wenn Sie wirklich ein schwerverdauliches Buch lesen müssen, dann empfehle ich Ihnen die Lesemethode von Mark Forster: Wie Sie ein Buch einmal zweimal lesen.
  7. Der Schlüssel liegt darin, viel zu lesen
    Ich glaube da ist etwas Wahres dran. Schon als ich Kind war, habe ich jede Gelegenheit genutzt zu lesen. Wirklich jede, selbst auf dem Klo durfte “Winnetou” nicht fehlen. Ein Leben ohne Literatur – für mich unvorstellbar.

Was lesen Sie gerade? Bevorzugen Sie Fachbücher oder eher “schöngeistige” Literatur? Egal, oder wie der bekannte Kalauer sagt:

Der Trend geht zum Zweitbuch

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[Foto von Karolina Grabowska [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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Der Grundkurs für Agile Results

Über den Ansatz “Agile Results” von J. D. Meyer habe ich im ToolBlog bereits mehrfach berichtet (“Agile Results in 7 Tagen” und “Getting Results the Agile Way: Das Wiki”). Damals hatte ich geschrieben, dass ich mit diesem Ansatz nicht so richtig warm werden konnte. Leider hat sich das bis jetzt noch nicht grundlegend geändert. Das sagt nichts über die Qualität dieser Methode aus, sondern eher etwas über meine begrenzte Aufnahmefähigkeit, denn wenn mein Freund und Kollege Thomas Mathoi diesen Ansatz empfiehlt, dann hat das sicher gewichtige Gründe.

Vielleicht bewegt mich die mehrteilige Einführung auf Asian Efficiency dazu, noch einmal den Versuch zu unternehmen, mich mit Agile Results zu beschäftigen. Die Autoren stellen die Methode in vier Teilen vor und beschäftigen sich darüber hinaus  mit diversen Einzelaspekten wie

  • Agile Results und Mind Mapping
  • Agile Results und OmniFocus
  • Agile Results Sprints
  • Agile Results und Evernote

Natürlich darf auch der direkte Vergleich mit der Konkurrenz nicht fehlen: 6 Ways Agile Results is Better than GTD.

Außerdem erhalten Sie allerhand weiterführende Links zur Vertiefung, unter anderem zur 30-Tage-Implementierungstour vom Erfinder der Methode JD Meier.

Für mich ist das Buch von JD Meier, sagen wir mal vorsichtig, schwer verdauliche Kost. Je nach Stimmung würde ich sogar den Ausdruck “unverdaulich” verwenden. Aber das liegt immer auch im Auge des Lesers. Deshalb hier noch einmal der Link zu Buch.

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Und der Gewinner ist…

Glücksfee Leana hat gestern am späten Nachmittag pflichtbewußt ihres Amtes gewaltet und den Gewinner des Buches “Dynagrams” ermittelt. Es ist

Ulrich Wimmer

Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß beim Schmökern

Den anderen ein herzliches Dankeschön fürs Mitmachen.

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Buch “Dynagrams” zu gewinnen!

Vor einigen Wochen habe ich im ToolBlog das Buch “Dynagrams” von Martin J. Eppler, Sebastian Kernbach und Roland A. Pfister besprochen: Kennen Sie Dynagramme?

Wenn Sie möchten, dann können Sie ein Exemplar des Buchs gewinnen. Dazu haben Sie zwei Möglichkeiten:

  1. Via Kommentar:
    Schreiben Sie hier einfach in einem Kommentar (“Hinterlasse eine Antwort”), dass Sie das Buch gewinnen möchten. Vergessen Sie aber nicht, eine gültige E-Mail-Adresse zu verwenden, damit ich Kontakt aufnehmen kann, falls Sie gewonnen haben.
  2. Via Twitter:
    Twittern Sie einfach (Cut & Paste):
    ++ Ich möchte das Buch “Dynagrams” gewinnen! http://goo.gl/YpbvxW #dynagrams ++

Die Verlosung endet nächsten Mittwoch 31. 8. 16 um 24:00 Uhr.

Viel Glück, ich drücke die Daumen!

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Die 4 Handicaps des Problemlösens

Aus gegebenen Anlass, wie es immer so schön heißt, hier noch einmal die 4 Handicaps des Problemlösens:

  1. Blindheit: Nicht-Wahrnehmen der Existenz eines Problems,
  2. Vernebeln: Nicht-Wahrnehmen der Bedeutung eines Problems
  3. Scheuklappen: Nicht-Wahrnehmen der Veränderbarkeit eines Problems,
  4. Hinkebein: Nicht-Wahrnehmen der eigenen Fähigkeiten zur Problemlösung

Wie manche wissen, war ich in meinem früheren Leben einmal Ingenieur für Papierproduktion. Diese Branche hatte und hat noch sehr unter dem technologischen Wandel durch Internet, iPad & Co zu leiden. Und tatsächlich konnte man im Laufe der Zeit viele der sog. “Entscheider” sämtliche vier Handicaps durchlaufen sehen. Nicht alle, einigen gelang es durchaus, rechtzeitig die Weichen für die neue Zeit zu stellen.

Ich befürchte, wie werden uns in der nächsten Zukunft in unseren Sesseln zurücklehnen und mit Popcorn in der Hand diese vier Handicaps auch bei anderen Industriebranchen studieren können (müssen?).  Manche Managerzitate weisen zumindest in diese unheilvolle Richtung. Befürchten ist das eine, Hoffen das andere. Vielleicht bleiben den Mitarbeitern der entsprechenden Unternehmen zumindest die Handicaps 3 und 4 erspart. Es wäre ihnen zu wünschen.

Das Modell der 4 Handicaps stammt übrigens aus dem wunderbaren Buch von Ute und Heinrich Hagehülsmann mit dem sperrigen Titel “Der Mensch im Spannungsfeld seiner Organisation”. Wenn Sie sich dafür interessieren, wie Konzepte der Transaktionsanalyse in der Organisationsentwicklung eingesetzt werden können, dann lege ich Ihnen dieses Buch wärmstens ans Herz.

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[Bild von OpenClipart-Vectors [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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Verkürzen Sie die Zeit von 70 Stunden auf 5 Minuten!

Gut, ich gebe zu, diese Überschrift kommt sehr reißerisch daher und ich habe mich ja auch schon weggeduckt. Es geht hier nicht um irgendeine exotische Anwendung von Einsteins Relativitätstheorie. Vielmehr fasst Chris Bailey in seinem Artikel “You Can Easily Learn 100 TED Talks Lessons In 5 Minutes Which Most People Need 70 Hours For” zusammen, was er aus dem Dauerguck dieser TED-Präsentationen gelernt hat.

Die Lernerfahrungen sind eingeteilt in die Kategorien:

  • Produktivität
  • Wie man ein besserer Mensch wird (!)
  • Mitmenschen
  • Technologie
  • Mutter Erde

Chris stellt aus seiner Sicht zu jeder der 100 Präsentation die Kernaussage vor und verlinkt direkt zu dem entsprechenden Video, so dass Sie seine Meinung selbst überprüfen oder nachvollziehen können. Kostprobe gefällig? Gern: Dan Ariely stellt die Frage: “Are we in control of our own decisions?”. Das Fazit von Chris: “You’re not as rational as you think you are.”

Übrigens ist das Buch von Dan Ariely sehr inspirierend. Ich kann es nur ausdrücklich empfehlen. Allerdings bekomme ich den Inhalt des Buches nicht in einem Satz zusammen.

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Kennen Sie Dynagramme?

Zu meinem Portfolio gehören auch Workshop zur Problemlösung. Eine Methode, die ich dort immer wieder zitiere, ist das altbekannte Fischgrät-Diagramm (aka Ishikawa-Diagramm). Es eignet sich besonders gut, wenn gezeigt werden soll, dass mehrere Ursachen zu einer erwünschten oder unerwünschten Wirkung führen.

In der klassischen Form besteht es aus einem Kreis, in den der zu untersuchende Effekt eingetragen wird. Unter den vier – sechs Haupeinflussfaktoren wird idealerweise im Team gesammelt, was alles zu dem Effekt führen könnte.  Die bekanntesten Faktoren sind die 4M: Mensch, Maschine, Material, Methode. Auf diese Weise erhält das Diagramm das typische Aussehen, dem es seinen Namen verdankt.

Ishikawa

Das Merkmal dieser Art Diagramme ist, dass zu Anfang lediglich eine Grundstruktur vorgegeben ist. Durch gemeinsames Ausfüllen des Schaubilds kommt schließlich “Fleisch an den Knochen”, wenn wir bei diesem Bild bleiben wollen.

Martin J. Eppler, Sebastian Kernbach und Roland A. Pfister nennen diese grafischen Formulare “Dynagramme” und haben darüber ein Buch veröffentlicht: Dynagrams- Denken in Stereo: Mit dynamischen Diagrammen schärfer denken, effizienter zusammenarbeiten und klarer kommunizieren.

Die Autoren definieren “gute” Dynagramme über drei Prinzipien:

  1. Schablonen-Prinzip: Eine vordefinierte klärende Struktur
  2. Leitfaden-Prinzip: Das Diagramm unterstützt den Denk- und Dialogprozess
  3. Einblick-Prinzip: Es eröffnet den Blick auf etwas Neues und Relevates

Wie Sie sehen können, erfüllt das o.a. Fischgrät-Diagramm diese Prinzipien in vorbildlicher Weise.

In dem Buch finden Sie viele Fallbeispiele für die praktische Anwendung und eine große Zahl von Diagrammtypen, deren Gebrauch ausführlich erklärt wird.

Wie gesagt, ich setze solche Dynagramme sehr gerne und auch mit einigem Erfolg in meinen Workshops ein. Allerdings wusste ich bis jetzt nicht, dass sie einen eigenen Namen haben.

Das oben gezeigte Fischgrätdiagramm habe ich übrigens mit XMind erstellt. Dort ist es fester Bestandteil im Vorlagenkatalog. Es spricht nichts dagegen, es mit einem Datenprojektor an die Wand zu werfen und es gemeinsam auszufüllen. Auf diese Weise kann der Problemlösungsprozess sehr effizient werden.

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Die Prinzipien der menschlichen Dummheit

Wenn es um menschliche Dummheit geht, wird immer wieder gerne Albert Einstein zitiert:

Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

Ich kenne keinen, der dieses Zitat nicht unterschreiben würde. Wir alle setzen dabei ein gemeinsames Verständnis von Dummheit voraus. Kann man dies tatsächlich oder wäre es vielleicht nicht angebracht, erst einmal zu definieren, was man unter Dummheit versteht?

Gunther Dueck hat auf der re:publica 2015 in seinem Vortrag über Schwarmdummheit Carlo M. Cipolla erwähnt, der in seinem Essay “Allegro ma non troppo”  eine interessante Definition der menschlichen Dummheit versucht hat. Cipolla benutzt dazu die Vier-Felder-Darstellung, die Ihnen sicher aus anderen Zusammenhängen bekannt ist.

Dummheit

Es handelt sich um zwei Partner, die interagieren (Geschäft, Deal o.ä.). Wir nehmen einmal an, Hinz ist der Handelnde, Kunz muss die Konsequenzen tragen. Dann haben wir vier Möglichkeiten:

  1. Hinz und Kunz haben beide einen Vorteil (oben rechts)
    Dann hat Hinz intelligent gehandelt, denn beide haben etwas davon.
  2. Hinz hat einen Vorteil, Kunz trägt den Nachteil (unten rechts)
    Hinz hat wie ein Bandit gehandelt, denn er hat sich einen Vorteil verschafft, indem er Kunz schadet.
  3. Hinz handelt zu seinem Nachteil und Kunz profitiert davon (oben links)
    Hinz zeigt sich unbedarft (naiv?), denn er hat sich selbst geschadet und Kunz trägt den Nutzen davon.
  4. Hinz schadet sich selbst ohne dem Kunz zu nutzen, oder noch schlimmer:
    Hinz schadet sich und dem Kunz (unten links)
    Das ist Dummheit, denn hier hat niemand etwas davon.

Cipolla erklärt in seinem lesenswerten Essay das Diagramm genauer und schildert die Konsequenzen in aller Tiefe. Besonders verstörend ist sein Befund:

Der dumme Mensch zählt zu den gefährlichsten Menschen,
die es gibt.

Nun wissen wir ja, dass (frei nach Sartre) “die Dummen die Anderen sind.” Wie oben schon gesagt, jeder wird das Zitat von Einstein unterschreiben, aber niemand sich in irgendeiner Weise angesprochen fühlen. Die Definition von Cipolla mag vielleicht zu einer besseren Selbsterkenntnis verhelfen. Wir sollten vor unseren Handlungen überlegen, in welchen der vier Quadranten wir landen werden, wenn wir sie ausführen.

Einige Befürworter des Brexit haben dies offensichtlich nicht getan (nur mal so).

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Benehmen Sie sich!

Man kann über Benimmregeln denken wie man will, aber oft vereinfachen Sie durch eine Art gemeinsamer Code die Kommunikation zwischen uns Menschen. Nun gibt es viele Leute, die meinen, Etikette sei verstaubt und lediglich ein Ausdruck gesellschaftlicher Zwänge. Ich möchte mich in diese Diskussion nicht einmischen, glaube aber, dass es das Zusammenleben enorm vereinfacht, wenn man sich an gewisse Regeln hält. Es macht einfach keinen Sinn, eine Präsentation beim Kunden in kurzen Hosen und Flip-Flops zu halten, wenn die Zuhörerschaft einen gedeckten Anzug trägt. Sicher, der Redner kann mit diesem Auftreten damit rechnen, bei den Anwesenden lang im Gedächtnis zu bleiben. Fragt sich nur, auf welche Weise.

Die Beachtung gemeinsam akzeptierter Codes ist eine wichtige Voraussetzung für eine gemeinsame Wellenlänge oder den Rapport, wie die Fachleute sagen. Dass es hierbei kulturelle Unterschiede gibt, steht außer Frage. Nicht umsonst werden zukünftige Expats in den Benimmregeln des zukünftigen Gastlandes geschult, um den Einstieg für beide (!) Seiten zu erleichtern.

Benimmregeln sind nicht statisch, sondern ändern sich mit der Zeit. Deshalb ist es sinnvoll, sich ab und zu auf den Stand der Dinge zu bringen. Das gilt insbesondere für Berufsanfänger, die oft genug erst mit dem Eintritt in das Arbeitsleben mit Umgangsformen konfrontiert werden. (Das klingt vielleicht hart, ist aber so.)

Genau für diese Zielgruppe hat Susanne Beckmann ihr Buch verfasst: #Benehmen: Aktuelle Umgangsformen für Berufseinsteiger.

Das Buch bringt Benehmen auf den Punkt. Schnörkellos, kurz und knapp bringt es die Leser auf den aktuellen Stand hinsichtlich:

  • Optik (persönliches Erscheinungsbild)
  • Umgang mit anderen Menschen
  • Direkter und indirekter Kommunikation
  • Unterwegs beim Kunden und auf Messen
  • Esskultur und Tischsitten

Das Buch ist knapp geschrieben, deckt aber dennoch die wesentlichen Herausforderungen ab, vor denen Berufsanfänger (und nicht nur die) im gesellschaftlichen Umgang gestellt werden. Der Umgang mit Visitenkarten wird genauso behandelt wie das Verhalten im Small Talk.

Bleibt die Frage: Muss man sich um all diese Konventionen scheren? Nein, das muss man vermutlich nicht und die Welt ist voll von Menschen, die es auch ohne dieses ganze Benimmgedöns „geschafft“ haben. Allerdings hätten Sie es vielleicht einfacher haben können, wenn sie sich an ein paar Regeln gehalten hätten. So schwer ist das nun auch wieder nicht.

BTW: Untrennbar verbunden sind Verhaltensregeln mit dem Namen Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge. Leider wird das Werk dieses Mannes auf Regeln wie „man den Löffel zum Mund führt“ und ähnliches reduziert. Sein Buch „Über den Umgang mit Menschen“ geht darüber aber weit hinaus. Vielmehr handelt es davon, wie man generell mit Menschen umgehen sollte. Es lohnt sich allemal, einen Blick hinein zu werfen. Sie können es für 0,99 € für Ihren Kindle erwerben.

BTW/2: Offenbar gibt es momentan Schwierigkeiten, das Buch von Susanne Beckmann über Amazon zu erwerben. Sie können es auch über die Website der Autorin erhalten (Link). Dort finden Sie auch weitere Informationen und ein nettes Quiz, wo Sie überprüfen können, wo Sie benimmtechnisch gerade stehen.

[Foto von Nenad Maric [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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Bullshit!

Ich gebe zu, mittlerweile gehe ich nur noch ungern durch die Abteilungen “Management” oder “Ratgeber” der großen Buchhandlungen. Dort beschleicht mich oft das Gefühl, viel von dem Selben vorzufinden. Es gibt manchmal regelrechte Moden unter den Sachbüchern. Vielleicht erinnern Sie sich, vor einiger Zeit wurden “Strategien” mit allerlei Getier gekreuzt. Das hieß dann “Bärenstrategie”, “Mäusestrategie” oder “Pinguin-Prinzip”. Auch wechseln mit der Zeit die Moden, zur Zeit scheint der Abgesang auf die Industrie und die Verkündung neuer Arbeitswelten sehr en vogue zu sein.

Viele Zeitgenossen geben eine Menge Geld dafür aus, um auf dem Stand der Dinge zu bleiben, manche halten viele Trends und ihre Bücher auch für heiße Luft oder “Bullshit”, wie unsere amerikanischen Freunde sagen. Tatsache ist, dass mit derlei Sachbüchern und den Begleiterscheinungen wie Keynotes, Newsletter oder Internetportale eine Menge Geld verdient werden kann.

Sean Blanda nennt dies den “Creative World’s Bullshit Industrial Complex” und definiert ihn als  eine Art Pyramide, deren Stufen aus unterschiedlichen Gruppen von Menschen besteht.

Bullshit

Auf diese Weise entsteht ein “full fledged self-sufficient ecosystem when people in group 4 are reviewing books by people in group 3 who are only tweeting people in group 2 who are appearing on the podcasts started by people in group 3.

Laut Sean hat dieser Bullshit Complex zwar schon immer existiert, wird aber durch Soziale Netzwerke heute ganz besonders befeuert. Seiner Meinung nach sind die Auswirkungen dramatisch, denn durch die Befriedigung wechselseitiger Eitelkeiten wird viel kreative Energie verpulvert.

Ich gebe diesem Artikel das Prädikat “besonders lesenswert”, insbesondere empfehle ich Ihnen auch die Lektüre der Kommentare.

Auch der von mir sehr geschätzte Scott Berkun hat sich zu diesem Thema ausgelassen und zeigt uns, wie man Bullshit überhaupt erkennt: “#53 – How To Detect Bullshit”.

Wenn Sie tiefer in die Materie “Bullshit” einsteigen möchten, dann empfehle ich Ihnen das Grundlagenwerk von Harry G. Frankfurt (Mitglied der Gruppe 1):

Eine kurze Einführung gibt es in diesem Video, das auch im Artikel von Sean zu sehen ist.

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Gerd Gigerenzer auf der rpTEN

Einer der Autoren, die mich in den letzten Jahren besonders beeinflusst haben ist Gerd Gigerenzer. Seine Bücher waren für mich nicht nur theoretisch wegweisend, sondern boten auch ganz praktische Unterstützung im Alltag.

Umso mehr habe ich mich gefreut, Gerd Gigerenzer dieses Jahr live auf der re:publica (oder besser Media Convention) erleben zu dürfen. Er hielt einen Vortrag und diskutierte auf dem Podium. Das Thema lautete: Wider die Herrschaft der Algorithmen! Wie bekommen wir die Kontrolle zurück?

Mitveranstalter war ARTE, deren Journalistin Carolyn Höfchen auch die Moderation besorgte. Leider nicht ganz auf der Höhe, da wäre mehr drin gewesen.

Hier ein Buch von Gerd Gigerenzer, in dem er Risikokompetenz beschreibt. Wärmste Empfehlung!

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Die richtigen Fragen für mehr Innovation

Vor Jahren durfte ich den Marketing-Tausendsassa Guy Kawasaki live auf der Bühne bewundern. Das war anlässlich des GTDSummits in San Francisco, wo er David Allen interviewte. Sie wissen schon, zwei Meister auf Barhockern vor großem Publikum.

Guy Kawasaki äußert sich immer wieder auch zu Fragen der Kreativität und der Innovation. Das ist sozusagen seine Kernkompetenz. In seinem Artikel “The Art of Simple Questions: How Simple Questions Lead to Great Innovations” beschreibt er, wie einfache Frage zu großartigen Innovationen führen können. Fragen wie diese zum Beispiel:

  • Was folgt aus einem bestimmten Umstand?
    (Am besten 5 mal hintereinander fragen)
  • Ist das nicht interessant?
    (Besser: Was ist daran interessant?)
  • Kann man das noch besser machen?
  • Warum machen wir das nicht?
  • Es ist möglich, warum tun wir es dann nicht?
  • Wo ist der wunde Punkt beim Marktführer?

Sie merken schon, diese Fragen sind tatsächlich sehr Marketing getrieben. Wenn Sie sich tiefer mit Innovation beschäftigen möchten, empfehle ich Ihnen die “Blue Ocean Strategie”.

Hier das Buch zum Film:

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Wie Sie eine Konferenz organisieren

Auch wenn Sie keine Konferenz vom Zuschnitt einer re:publica oder eines GTDSummits organisieren möchten, nützlich sind die Hinweise von Louis Rosenfeld allemal: How to Organize a Conference: 18 Amazingly Useful Tips. Sie lauten:

  1. Klären Sie ab, ob die Konferenz wirklich nötig ist
    Es gibt eine Menge Veranstaltungen auf dem Markt. Analysieren Sie ihn. Wozu der ganze Aufwand? Mit welchen anderen Events gehen Sie ins Rennen? Wo liegt der besondere Nutzen Ihrer Konferenz, den andere nicht bieten?  Was könnte jemanden dazu veranlassen, an Ihrer Veranstaltung teilzunehmen?
  2. Welche Art von Konferenz soll es denn sein?
    Denken Sie über das Format der Konferenz nach. Möchten Sie informieren oder möchten Sie Probleme lösen? Welches Format unterstützt die Absicht Ihrer Konferenz am besten? Ist das klassische Format am besten geeignet oder eine Format wie OpenSpace oder Barcamp? Kann man Elemente kombinieren?
  3. Achten Sie auf den Teufel, der im Detail steckt
    Je mehr Sie Kleinigkeiten vernachlässigen, desto mehr fallen Sie Ihnen während der Konferenz auf die Füße. Man kann es auch anders sehen: Wenn Sie sich nicht um die Details kümmern, dann werden es Ihre Teilnehmer tun.
  4. Lassen Sie sich von Profis unterstützen
    Eventmanagement ist ein Studiengang. Es gibt Leute, die sich professionell mit so etwas beschäftigen. Lassen Sie sich helfen, wenn nötig. Das gilt auch für die Fachleute vor Ort, die sich in der Logistik oder im Catering auskennen.
  5. Stellen Sie ein Organisationsteam zusammen
    Auch hier: Kümmern Sie sich um helfende Hände. Vielleicht ist jemand bereit, als Freiwillige zu helfen und im Gegenzug kostenlos an der Konferenz teilnehmen zu können. Ich habe das während meiner Studienzeit gern und oft gemacht.
  6. Seien Sie ein Rollen-Vorbild
    Walk the Talk!
  7. Betrachten Sie die Konferenz als ein Business
    Kalkulieren Sie scharf und rechnen Sie mit spitzer Feder. Ich habe schon Menschen gesehen, die scharf am Ruin vorbeigeschlittert sind. Sie haben richtig gelesen: Ruin!
  8. Verkaufen Sie an Sponsoren, aber verkaufen Sie nicht Ihre Seele
    Sponsoren sind wichtig für jede Konferenz, denn Sie helfen, einen Großteil der Kosten abzudecken. Dafür bekommen Sie etwas, aber nicht alles. Es ist Ihre Konferenz, nicht die Konferenz der Sponsoren.
  9. Sorgen Sie für ausreichend Luft
    Das ist auch im übertragenen Sinn gemeint. Gerade bei klassischen Konferenzen ist es wichtig, dass die Teilnehmer trotz des Programms ausreichend Zeit für die Kommunikation untereinander und persönliche Bedürfnisse haben.
  10. Speaker sind nicht umsonst zu haben
    Viele Menschen leben davon, bei Konferenzen als Redner aufzutreten. Überlegen Sie, was Ihnen der Auftritt eines solchen Menschen wert ist. Vielleicht ist es aber auch dem Redner etwas wert, bei Ihrer Konferenz gehört zu werden? Achten Sie aber darauf, das durch den Vortrag ein Mehrwert für die Zuhörer entsteht.
  11. Kümmern Sie sich um die Redner, bis sie auf dem Podium stehen
    Wenn Sie jetzt an den berühmten Sack Flöhe denken, den es zu hüten gilt, dann liegen Sie nicht falsch.
  12. Wählen Sie die Örtlichkeit mit Bedacht aus
    Orte haben großen Einfluss auf die Atmosphäre einer Veranstaltung. Orte können als Anker wirken. Teilnehmer erinnern sich manchmal später genau  so stark an die Location wie an Begegnungen und Inhalte. Und ja, es gibt Magic Places, ich habe solche selbst erlebt.
    Achten Sie bei der Auswahl auch darauf, mit Medien und Räumen flexibel agieren zu können.
  13. Achten Sie auf einen logischen Zusammenhang
    Wenn Sie dem klassischen Format folgen, dann vermeiden Sie ein wild zusammengewürfeltes Sammelsurium von Referaten, sondern sorgen Sie für inhaltliche Struktur.
  14. Überlegen Sie, wie Sie ungeplante Hohlzeiten überbrücken können
    Ich selbst habe einmal einem Veranstalter angekündigt, nicht über eine Viertelstunde reden zu wollen. Er hat mir nicht geglaubt und hatte anschließend ein Problem. Es entstand eine Lücke und  er wusste nicht, wie er sie schließen sollte. Er ist bis heute beleidigt mit mir.
  15. Denken Sie darüber nach, auf welche Weise Sie Feedback einholen möchten
    Was möchten Sie wissen und welcher Kanal ist dafür geeignet? Wollen Sie das Feedback unmittelbar nach der Veranstaltung oder möchten Sie etwas Zeit ins Land gehen lassen?
  16. Überlegen Sie sorgfältig, was Sie tun?
    Sie können nicht jederzeit wieder aussteigen. Deshalb überlegen Sie sorgfältig etwaige Konsequenzen.
  17. Planen Sie für Ihre eigene Teilnahme Zeit ein
    Dies dient dazu, Ihre eigene Konferenz aus der Perspektive der Teilnehmer zu betrachten. Vielleicht ist auch ein Thema für Sie so interessant, dass Sie sich einbringen möchten. Planen Sie Zeit dafür ein.
  18. Vergessen Sie nicht, “Dankeschön” zu sagen
    Denken Sie dabei auch an die vielen unscheinbaren Helferlein im Hintergrund.

Ein nützliche umfangreiche Checkliste, finde ich.

Wenn Sie sich tiefer mit dem Thema auseinandersetzen möchten, empfehle ich Ihnen das Buch von Susan Friedmann: Meetings und Events organisieren. Ein Wermutstropfen gibt es bei dem Buch allerdings. Es behandelt nur klassische Konferenzen. Tipps zu Barcamps & Co finden Sie dort nicht.

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So coachen Sie sich selbst

Nicht alle Firmen geben Ihren Mitarbeitern die Möglichkeiten, sich coachen zu lassen. Teils wissen sie nicht um die Möglichkeiten und die positiven Wirkungen, die fachgerechtes Coaching haben kann, teils scheuen sie die damit verbundenen Kosten.

So bleibt den Mitarbeitern nur, die Kosten für ein Coaching selbst zu übernehmen oder nach anderen Methoden Ausschau zu halten, sich selbst zu entwickeln.

Ed Batista hat auf seiner Website einige ausführliche Beiträge zu Methoden des Selbst-Coachings veröffentlicht, unterteilt in die Bereiche:

  • Was ist Selbst-Coaching?
  • Engagement in uns selbst
  • Setzen von Zielen
  • Selbstwahrnehmung
  • Intervention und Handeln
  • Selbstbewertung
  • Werte und Vision
  • Sich selbst annehmen

Sicher, sich selbst zu coachen ist nicht einfach, denn oft wird der Blick auf die eigene Person durch einen blinden Fleck oder eine verzerrte Wahrnehmung erschwert. Da macht es Sinn, sich mit einem gleichgesinnten „Buddy“ zusammenzutun, um die gewünschte Veränderungen voranzubringen.

Wenn Sie sich tiefer mit Selbst-Coaching beschäftigen möchten, dann empfehle ich Ihnen das Buch von Maren Fischer-Epe: Selbstcoaching: Hintergrundwissen, Anregungen und Übungen zur persönlichen Entwicklung.

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Crashkurs für das Fotografieren mit dem iPhone

Ehrlich gesagt, ich weiß auch nicht, warum ich noch eine Digitalkamera besitze, dazu noch eine ziemlicht teure. Es geht schon damit los, dass man für die Bedienung derselben zwei Semester Studium der Bedienungsanleitung benötigt, um auch nur einen Bruchteil der Möglichkeiten auszunutzen.

Dann also lieber das Smartphone. Man hat es sowieso immer dabei, warum also nicht gleich sämtliche Fotos damit machen. Dennoch sollte man dabei ein paar Dinge beachten, wie uns dieses Video anhand des iPhones zeigt:

Ein kluger Mensch hat einmal gesagt:

Die beste Kamera ist die, die man dabei hat

und so steht dem ständigen Gebrauch des iPhones nichts mehr im Wege. Den ambitionierten Fotografen unter den Lesern sei gesagt, dass es demnächst sogar Zeiss-Vorsatzobjektive für das iPhone geben wird (falls sie nicht sogar schon auf dem Markt sind).

Wenn Sie lieber etwas Gedrucktes zum Thema in den Händen halten möchten, dann empfehle ich Ihnen das Buch von Bob Weil und Nicki Fitz-Gerald: Fotokunst mit dem iPhone: 45 Workshops für kreative Fotografen. Anhand vieler Praxisbeispielen erklären bekannte Fotografen nicht nur, wie Sie das Bild aufgenommen haben, sondern auch, wie sie es mit iPhone-Apps (Snapseed & Co) nachbehandelt haben. Ich fand das Buch hervorragend, allerdings auch sehr anspruchsvoll.

Es ist schon erstaunlich, was mit dem iPhone (und natürlich auch anderen) möglich ist. Ich bin gespannt, wie lange die “Normalkamera” noch überlebt.

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Wie Sie Ihr Zeug erledigt bekommen: Time-Boxing

Ich muss Neil Fiore Abbitte leisten. Noch vor kurzem hätte ich empfohlen, sein Buch “Warum nicht gleich?” in der Apotheke als Schlafmittel zu vertreiben. Das hat sich gründlich geändert. Nachdem ich die ersten Seiten durchgehalten haben, liest sich für mich das Buch wie ein Krimi. Sicherlich empfindet man ein Buch, ein Gepräch, einen Vortrag etc. immer dann als besonders hilfreich, wenn es gerade die eigene Gemütslage anspricht. Insofern trifft Fiore bei mir gerade  den Nagel mit voller Wucht auf den Kopf.

In dem Buch wird eine spezielle Art des Time-Boxing beschrieben. Das Prinzip: Sie verpflichten sich, eine vorher definierte Zeit, etwa 30 Minuten, an Ihrer Aufgabe zu arbeiten ohne sich dabei unterbrechen oder ablenken zu lassen. Wenn Sie sich bereits mit der Tomatentechnik (Pomodoro-Technique) beschäftigt haben, dann wissen Sie in etwa, wie das funktioniert.

J.D. Meier hat in einem sehr ausführlichen Artikel beschrieben, wie Sie das Time-Boxing für sich gewinnbringend einsetzen können: How To Use Time Boxing for Getting Results. In dem Beitrag werden eine Reihe von Gründen aufgeführt, warum sich das Time-Boxing lohnt. Für mich sind dies die wichtigste:

  • Sie nutzen konsequent Gelegenheiten (Zeitfenster), die sich mehr oder weniger zufällig ergeben
  • Sie teilen automatisch “große Brocken” in kleinere handhabbare Schritte
  • Sie schärfen Ihre Konzentration
  • Ihre Motivation wird gefördert, denn es ist ein gutes Gefühl, die Time-Box durchgehalten und etwas geschafft zu haben

Meier beschreibt fünf Schritte um mit Time-Boxing zu arbeiten:

  1. Identifizieren Sie Aufgaben, die Sie mit Time-Boxing erledigen möchten
  2. Benennen Sie Ihre Ziele
    (Ohne das geht es in den USA nicht)
  3. Definieren Sie die Größe der Time-Box
    (Das Größe (Dauer) des Zeitfensters ist sichter unterschiedlich und hängt von den Bedingungen Ihrer Arbeit ab. Für mich haben sich 30 Minuten als praktikabel herausgestellt)
  4. Arbeiten Sie konsequent innerhalb Ihres Zeitfensters
  5. Überprüfen Sie Ihren Fortschritt und passen Sie die Arbeitsweise an

Wie gesagt, es gibt einige Varianten. Manche schwören auf die Tomatentechnik nach Cirillo, manche (ich z.B.) auf die Unschedule-Methode nach Fiore. Andere verbinden die beiden Methoden miteinander.

Apps für jede Art von Time-Boxing gibt es in Hülle und Fülle, insbesondere alle Arten von Pomodoro-Timern. Für Windows empfehle ich Ihnen Instant Boss, für den Mac Time Out und für das iPhone den eingebauten Timer.

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