Archiv der Kategorie: Büchertipps

Buch: Digital Cleaning

Wenn Sie tiefer in die Möglichkeiten der Notizsoftware Evernote einsteigen möchten, dann kommen Sie um Herbert Hertramph nicht herum. Er ist Autor des Standardwerks Mit Evernote Selbstorganisation und Informationsmanagement optimieren. Außerdem schreibt er regelmäßig über dieses Thema auf seinem Blog Evernote für Pfiffige. Egal, welches Problem ich bez. Evernote hatte, bislang bin ich auf dort noch immer fündig geworden.

Nun hat Herbert ein neues Buch veröffentlicht: Digital Cleaning. Nomen est omen und so erfahren Sie in diesem Buch das Wesentliche darüber, wie Sie

  1. wie Sie Ihren Arbeitsplatz aufräumen und strukturieren können
  2. diese Ordnung auch beibehalten und damit Zeit sparen können
  3. Ihre Daten sichern und verschlüsseln

zu (1)

In meinen Workshops werde ich immer wieder gefragt, was man mit den ganzen (alten) Daten machen soll, die über die langen Monate und Jahre die Festplatte zugemüllt haben. Meine Antwort lautet dann immer: Tabula rasa. In diesem Abschnitt zeigt Herbert Hertramph anhand eines 4-Punkte-Plans, wie das praktisch geht.
Außerdem bekommen Sie eine Fülle von Tipps, wie Sie Ihre Dateien benennen können, um eine Struktur in die Ablage zu bekommen. Und da Ablegen nur eine Seite der Medaille ist, das Wiederfinden aber eine andere, gibt es auch dazu nützliche Hinweise.

zu (2)

Damit das neue mehr oder weniger aufwändig aufgesetzte System nicht gleich wieder an seine Grenzen stößt, muss es gepflegt werden. Was also tun mit den Neueingängen? In diesem Abschnitt erfahren Sie, wie Sie die entsprechenden Abläufe automatisieren können.  Außerdem gibt es eine Reihe Hinweise zum papierlosen Büro und zum Umgang mit E-Mails.
Ich kann diesem Weg nicht immer folgen und lege nach wie vor einige Dokumente in Papierform ab. Wie der Leser weiß, bin ich hier überzeugter Anhänger der Noguchi-Methode, gebe aber zu, dass die Idee mit dem Paginierstempel mir auch gefallen könnte.
Der Abschnitt über die Verarbeitung von E-Mails ist etwas (zu) kurz geraten. Dazu hätte ich noch einige vertiefende Bemerkungen zu machen.

zu (3)

Ich muss zugeben, um die Datensicherung und die Datensicherheit hatte ich mir bislang keine wenig Gedanken gemacht. Datensicherung ja, aber nur rudimentär und das Thema Verschlüsselung blieb mir bislang, na ja, verschlüsselt eben. Da kamen mir die einschlägigen Tipps äußerst gelegen.

Fazit

Es gibt Bücher, die finde ich so gut, dass ich mich fast darüber ärgere, sie nicht selbst geschrieben zu haben. Dieses Buch von Herbert Hertramph gehört sicher dazu. Ich teile zwar nicht alle seine Vorgehensweisen und auch das Kapitel E-Mail ist mir etwas zu kurz gekommen, dennoch: Das Buch hat einen hohen Nutzwert, nicht zuletzt deshalb, weil der Autor zu jeder Aufgabenstellung auch passende (zumeist kostenlose) Tools vorstellt. Der Leser kann also sofort loslegen, gleichgültig, ob er Windows nutzt oder einen Mac besitzt. Einige Programme kannte ich noch nicht, bei manchen kenne ich gute Alternativen.

Ich kann das Buch wirklich jedem empfehlen, der Ordnung in sein datentechnisches Chaos bekommen und dann auch erhalten möchte.

Ein bisschen Motzen sei mir erlaubt: Wer ist eigentlich auf die glorreiche Idee gekommen für ein solches Arbeitsbuch gestrichenes Papier zu verwenden? Bitte das nächste Mal ungestrichenes  Papier verwenden, schließlich möchte der Leser unterstreichen und Notizen machen.

 

Das Buch wurde mir freundlicherweise von der mitp Verlags GmbH als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

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Buch: Der Aufstieg des Mittelfingers

Die Diskussionskultur in diesem unseren Lande ist in einem beklagenswerten Zustand. Die Beleidigungen und Hetzereien haben ein bisher ungekanntes Ausmaß angenommen. Oder doch nicht? Verfallen wir hier nicht dem „früher war alles besser Syndrom“?

Schließlich ist das richtige Beleidigen eine Kunst, die auch in früheren Zeiten meisterhaft beherrscht wurde. Arthur Schopenhauer gibt uns in seinem Büchlein Die Kunst, Recht zu behalten ein paar Kostproben davon.

Nein, das Problem heute liegt vielmehr in der geistlosen Hetze, die heute von Mensch zu Mensch betrieben wird. Befeuert wird die primitive Pöbelei durch die sozialen Netzwerke. Jeder kann sich hier zu allem und jedem äußern, eine große Reichweite ist garantiert. Die (scheinbare) Anonymität tut ihr übriges. Man fragt sich beim Lesen mancher Kommentare, ob die Schreiber derartiger Verbalinjurien ihre Ergüsse auch von Angesicht zu Angesicht wiederholen würden.

Jan Skuklarek beschreibt das Phänomen der Beleidigung(un)kultur in seinem sehr unterhaltsam geschriebenen Buch Der Aufstieg des Mittelfingers – Warum Beleidigung heute zum guten Ton gehört.

In diesem Buch können Sie allerhand über Beleidigungen lernen:

  • Wie eine Beleidigung formuliert werden muss, damit sie funktioniert
  • Wie und warum Beleidigungen wirken
  • Die rechtlichen Aspekte: Was man sagen darf und was nicht
  • Ob man komplette Gruppen beleidigen kann
  • Was politische Korrektheit ist und was nicht
  • Der Zusammenhang zwischen Beleidigen und dem Missbrauch von Macht
  • Besonderheiten von Hass im Internet (darf nicht fehlen)

Das ist nicht alles. Skudlarek gibt auch Hinweise, was man gegen die Pöbelei im Netz und anderswo tun könnte. Hier beschreibt er zum Teil sehr kreative Abwehrmaßnahmen, die in der Praxis bereits erfolgreich waren. Ich persönlich bin auf den Hinweis auf die Initiative #IchBinHier dankbar, die Diskussionskultur im Netz verbessern will. Sicherlich ein Bohren dicker Bretter, da braucht man Geduld und Spucke.

Das Buch ist alles andere als trocken. Es ist leicht, manchmal sogar etwas flapsig geschrieben und dadurch nicht nur leicht zu lesen, sondern stellenweise regelrecht unterhaltsam. Trotz des ernsten Themas kann sich der Leser das eine oder andere Schmunzeln nicht verkneifen.

Ich habe das Buch gerne und mit Gewinn gelesen und kann es guten Gewissens empfehlen. Man kann etwas lernen ohne belehrt zu werden. Was will man mehr.

 

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Rowohlt Taschenbuch Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

 

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Aufgewärmt: Zimbardos Zeitparadox

Philip Zimbardo ist wohl einer der bekanntesten Psychologen unserer Zeit. Er hat 1971 das berühmt-berüchtigte Stanford-Experiment durchgeführt. Unzählige Artikel sind darüber geschrieben worden, der Stoff ist sogar verfilmt worden. Letztes Jahr hat Philip Zimbardo ein Buch zum Umgang mit der Zeit geschrieben: Die neue Psychologie der Zeit – und wie sie Ihr Leben verändern wird.

Nach Zimbardo und seinem Koautor John Boyd nehmen wir die Zeiten in unterschiedlicher Ausprägung (insgesamt 6 Zeitperspektiven) wahr:

  1. Vergangenheit
    • negative Vergangenheit
    • positiver Vergangenheit
  2. Gegenwart
    • fatalistisch
    • hedonistisch
  3. Zukunft
    • Zukunft
    • transzendentale Zukunft

In der Regel bevorzugen wir die Perspektiven unterschiedlich stark. Welche positiven und negativen Konsequenzen das hat, können Sie in dem Buch nachlesen. Bei mir gab es einige ausgesprochene Aha-Erkenntnisse, z. B. ahne ich jetzt, warum manche Zeitgenossen es trotz großer Anstrengungen nicht schaffen, ihre Vorhaben erfolgreich in die Tat umzusetzen . Die Autoren belassen es aber nicht bei der Diagnose. Sie geben auch praktische Tipps, wie wir unsere Perspektive verändern können.

Zu dem Buch gibt es auch eine Website: The Time Paradox. Sie finden dort auch die Fragebögen, mit denen Sie Ihre ganz persönliche bevorzugte Zeitperspektive herausfinden können. Sie sollten aber das Buch lesen, um die Ergebnisse richtig interpretieren zu können.

Übrigens gibt es zu diesem Thema auch ein Aufzeichung eines Vortrags von Prof. Zimbardo: The Secret Powers of Time.

 

Eine DVD mit einem Vortrag von Philipp Zimbardo zum Thema „Zeit“ (Werbung)

 

[Dieser Artikel ist eine Zusammenfassung zweier Artikel
im ToolBlog vom 14. 10. 2010 und 10. 11. 2011]

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Buch zu gewinnen: Creability

Sollten Sie sich mit dem Thema „Kreativität im Team“ eingehend befassen, dann könnte das Buch von Eppler, Hoffmann und Pfister für Sie eine geeignete Lektüre sein. Es heißt Creability und gibt Ihnen 30 Methoden an die Hand, mit denen Sie Ihr Team zur kreativen Problemlösung führen können.

Dass kreatives Problemlösen für Teamarbeit wie geschaffen ist, liegt auf der Hand. Nur durch unterschiedliche Sichtweisen kann der Perspektivenwechsel stattfinden, der für die Entwicklung unterschiedlicher Lösungsalternativen außerhalb der gewohnten Denkmuster die Grundlage bildet. Allerdings muss für den Perspektivenwechsel durch einen geeigneten Rahmen die Kommunikation innerhalb des Teams organisiert werden. „Creability“ heißt der Ansatz, den die Autoren verfolgen.

Kreative Arbeit erfolgt in drei Phasen:

  1. Aktivieren der Teammitglieder
    Gerade zu Anfang neigen die Menschen dazu, sofort Lösungen aus ihrem Erfahrungsschatz hervorzukramen. Das kann manchmal funktionieren, führt aber in der Regel nicht zu innovativen Lösungsansätzen. In dieser Phase sollen die Teammitglieder aus dem gewohnten Rahmen herausgeführt werden.
  2. Entwickeln von Lösungsoptionen
    Durch die Anwendung geeigneter Methoden sollen möglichst viele und vielseitige Optionen entwickelt werden. Um für den Einzelnen einen geschützten Rahmen zu bieten, werden zunächst Lösungsmöglichkeiten individuell erarbeitet und erst danach im gesamten Team erörtert.
  3. Ausarbeiten der gefundenen Lösung
    In der letzten Phase soll die gefundene Lösung Anwendungsreife bearbeitet werden. Die Autoren vergleichen diese Ausarbeitung der Idee mit dem Schleifen eines „Rohdiamants“.

Um dieses Vorgehen zu gewährleisten, sollten diese Prinzipien zum Tragen kommen:

  • Verstehen: Eine eingehende Problembeschreibung führt zu einem tiefgehenden gemeinsamen Problemverständnis
  • Verflüssigen: Vorhandene Denkstrukturen sollen in Bewegung gebracht werden
  • Verändern: Die Perspektive wird systematisch verändert
  • Verbinden: Man sucht nach neuartigen Verbindungen und ungewöhnlichen Kombinationen
  • Veredeln: Die gefundene Lösung wird bis zur Praxisreife verfeinert

Aber auch wenn man sich bemüht in den einzelnen Kreativitätsphasen diesen Prinzipien zu folgen, so gibt es immer noch Hindernisse, die alle Bemühungen zunichte machen können:

  • Die Status-Quo-Falle: Die Teilnehmer können sich nicht von Altbekanntem lösen
  • Gegenseitiges Zensieren: Man stört sich gegenseitig bei der Entwicklung neuer Ideen
  • Vorschnelles Beenden: Hier gilt die Faustregel, dass  man immer mindestens drei Möglichkeiten braucht, denn sonst findet keine echte Auswahl statt. Die erste Lösung ist oft nicht die beste, sondern nur die erstbeste
  • Trittbrettfahren: Man fährt die eigenen Anstrengungen zurück, denn irgendjemand wird schon eine Lösung finden
  • Funktionale Fixiertheit: Den Teilnehmern fällt es schwer eine andere Perspektive als die eigene einzunehmen
  • Selbstzensur: Die Teilnehmer trauen sich nicht, die eigenen Ideen zur Sprache zu bringen

Die 30 Methoden, die in dem Buch vorgestellt werden, werden gemäß diesen Vorüberlegungen beschrieben:

  1. Welchen Prinzipien folgt die Methode?
  2. In welcher Phase sollte sie angewendet werden?
  3. Welche Hindernisse werden mit ihr umgangen?
  4. Wie hoch ist der Zeitaufwand?
  5. Für wie viele Teilnehmer wird die Methode empfohlen?
  6. Welche Materialien müssen bereitgestellt werden?

Unter den Methoden finden Sie altbekannte Vertreter wie SCAMPER oder 6-3-5, aber auch neue, die die Autoren teilweise selbst entwickelt haben.

 

Achtung!

Ich verlose ein Exemplar des Buchs. Hinterlassen Sie dazu einen Kommentar zu diesem Artikel oder noch einfacher: Sie retweeten einfach diesen Tweet:

Sie haben dazu bis zum 17. September 2017 Zeit.

 

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag Schäffer-Poeschel als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

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Was wir von den Stoikern lernen können

Ich muss gestehen, meine Kenntnisse in der Philosophie gehen kaum über das hinaus, was ich während meiner Schulzeit im Latein- und Griechischunterricht mitbekommen habe. Allerdings muss mich das dort Gehörte sehr beeindruckt haben, denn es wirkt noch nach bis zum heutigen Tag.

Besonders beeindruckt haben mich immer die Werke der Stoiker. Leider kamen im Griechischunterricht die Urheber dieser Ideenschule etwas zu kurz, man konzentrierte sich damals in Latein eher auf die wohl berühmtesten römischen Vertreter der Stoa, Seneca und Marcus Aurelius. Nach der Schule bin ich dann irgendwann einmal über Epiktet gestolpert, der nicht viel an Menge, aber dafür viel an Gewicht hinterlassen hat. Sein Handbüchlein der Moral kann ich jedem nur wärmstens ans Herz legen.

Die Gedanken der Stoiker haben nichts an Aktualität verloren und können auch für das moderne (Wirtschafts-) Leben angewandt werden. Eric Barker gibt in seine Artikel Stoicism Reveals 4 Rituals That Will Make You Mentally Strong Tipps, wie Sie auf stoische Weise Ihren Alltag bewältigen können:

  1. Entscheiden: Was ist das Schlimmste, was passieren könnte?
    Manchmal lassen wir uns vor wichtigen Entscheidungen von Ängsten und Befürchtungen leiten. Es kann zwar nicht schaden, die Risiken abzuschätzen oft werden wir aber durch Ängste und Befürchtungen blockiert. Fragen Sie sich stattdessen, was das Schlimmste ist, was passieren könnte und weiter, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass es auch tatsächlich eintritt. Ja, wenn Sie so wollen, die klassische Risikoanalyse: Tragweite mal Wahrscheinlichkeit.
  2. Misserfolg: Sie können nicht alles kontrollieren
    Wenn Sie sich über einen Misserfolg ärgern, dann bedenken Sie, dass Sie nicht alles unter Kontrolle haben können. Das soll nicht heißen, dass Sie sich in faulen Ausreden üben. Vielmehr ist dies die Bitte, mit sich selbst wertschätzend umzugehen. Sie können nicht alles im Griff haben, sonst wären Sie Gott gleich. Menschen sind nunmal fehlbar, da machen Sie keine Ausnahme.
  3. Übersicht und Detail: Beachten Sie das große Ganze
    Sie kennen sicher die Satellitenansicht von Google Maps. Schauen Sie doch einmal auf das Gebäude, in dem Sie sich gerade befinden und vergrößern Sie dann kontinuierlich den Maßstab. Sie sehen zuerst die Umgebung des Hauses, dann die Stadt, dann das Land, den Erdteil usw. Merken Sie, wie klein Sie sind? Wir sind nur ein Teil des Ganzen, das sollten wir uns immer wieder einmal bewusst machen. Nehmen wir uns also nicht so wichtig.
  4. Probleme lösen: Was würde N. N. tun?
    Sicher hat jeder von uns Menschen, deren Fähigkeiten, Leistungen oder Einstellungen er/sie sehr bewundert. Könnte dieser Mensch als Vorbild oder sogar Rollenmodell wirken? Wie haben sich bestimmte Menschen verhalten um diesen Erfolg zu haben? Wenn Sie also in einer kritischen Situation sind, hilft manchmal die Frage: „Was würde …. in dieser Situation jetzt tun?“

Diese vier Punkte sind nur ein Ausschnitt von Hinweisen der Stoiker bez. einer zufriedenen Lebensführung. Zur Vertiefung hier noch einige weitere Artikel:

Es ist immer Vorsicht geboten, wenn philosophische Gedanken aus dem Zusammenhang gerissen und zu stark vereinfacht werden. Aber vielleicht dienen der Artikel und die Linkhinweise für Sie als Anregung, sich eingehender mit dem Stoizismus zu beschäftigen. Wenn Sie dabei Ähnlichkeiten zur Achtsamkeit entdecken, dann dürften Sie nicht falsch liegen.

Für den Einstieg hilft Ihnen dabei vielleicht die Webstite des Philosophie-Professors Massimo Pigliucci: How to Be a Stoic.

Hier ein Video von Pigliucci zum Stoizismus:

Nachtrag (23. 10. 2017)

Massimos Pigliuccis Buch über Stoizismus im Alltag ist jetzt auch auf Deutsch erschienen. Gelesen habe ich es noch nicht, werde das aber sicher noch tun.

 

 

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In eigener Sache: Wer kennt sich mit Luhmanns Zettelkasten aus?

Dieser Tage habe ich das Buch von Sönke Arens Das Zettelkasten-Prinzip mit großem Gewinn gelesen. Der Autor beschreibt darin, warum Luhmanns Zettelkasten funktioniert und welche Vorteile damit verbunden sind. So weit so gut, aber etwas ist doch sehr unbefriedigend.

Ich bin jetzt außerordentlich gut informiert, zu welchen Zweck und aus welchem Grund ich den Zettelkasten verwenden kann, weiß aber immer noch nicht WIE ich einen Zettelkasten anlege. Ahrens beschreibt kaum bis gar nicht, wie man damit in der Praxis arbeitet. Das gilt auch für das Werkzeug: Zwar empfiehlt Sönke Ahrens die Programme Zettelkasten von Daniel Lüdecke und Zotero zur Literaturverwaltung. Über diese Empfehlung geht er aber leider nicht hinaus. Und nein, der Abschnitt „Bedienungsanleitung“ wird seinem Titel nicht gerecht.
Das Zusammenspiel von Zotero und dem elektronischen Zettelkasten ist mir erst durch die Lektüre eines einschlägigen Artikels von Daniel Lüdecke einigermaßen klar geworden.

Zotero ist nicht schwer zu bedienen, ich konnte mich schnell damit vertraut machen. Ganz anders verhält es sich jedoch bei Lüdeckes Zettelkasten. Das Anlegen eines Zettel ist alles andere als trivial:

  • Reicht ein Zettelkasten oder wann sollte man mehrere anlegen?
  • Wie lege ich Zettel für flüchtige, dauerhafte und projektbezogene Notizen an?
  • Wie und mit was befüllt man den Abschnitt „Sonstige Vermerke“ und Anhänge?
  • Wie funktioniert im E-Zettelkasten das Anlegen von Folgezetteln und wann sollte man diese überhaupt anlegen

Fragen über Fragen, die ich mir gerade mühsam durch die Lektüre einzelner Artikel im Internet versuche zu beantworten, denn leider ist das Anleitungswiki vom Zettelkasten momentan nicht erreichbar.

Ich habe jedoch noch die Hoffnung, dass es vielleicht doch einfacher geht:

Arbeitet einer der verehrten Leser vielleicht mit Daniel Lüdeckes Zettelkasten und ist bereits durchgestiegen, wie das Ganze funktioniert? Könnte er/sie mir unter die Arme greifen?

Wenn nicht, hat jemand Lust, sich zusammen mit mir durch die Methode und das Programm zusammen durchzubeißen? So quasi als Lerntandem?

Auf Luhmanns Zettelkasten habe ich in einigen ToolBlog-Artikeln verwiesen Die ToolBlog-Leser wissen daher, dass ich gerne den Gebrauch erlernen würde. Bis jetzt ist mir das noch nicht gelungen, aber wer weiß, vielleicht bin ich auch einfach nur begriffsstutzig.

 

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Achtsam arbeiten!

Kennen Sie das auch? Sie kommen abends von der Arbeit nach Hause und fragen sich, was Sie eigentlich den ganzen Tag gemacht haben. Dennoch sind Sie abgekämpft und wieder einmal ist der Tag geradezu in Windeseile an Ihnen „vorbeigerauscht“.
Dies rührt daher, dass wir uns während des Arbeitstages meistens im Autopilot-Modus befinden, wie der Achtsamkeitslehrer Shamash Alidina meint.

Dem Autopilot-Modus können Sie den Modus der achtsamen Aufmerksamkeit entgegen setzen. Wie das geht, zeigt Ihnen Shamash Alidina in seinem Artikel: 10 Ways to Be More Mindful at Work. Seine Tipps:

  1. Seien Sie bewusst im Hier und Jetzt
    Halten Sie einen Moment inne, bevor Sie an die Aufgabe gehen. Machen Sie sich den Zweck der Aufgabe klar und nehmen Sie mit allen Sinnen wahr, wo Sie sich gerade befinden.
    Widmen Sie auch den kleinen alltäglichen Tätigkeiten Ihre volle Aufmerksamkeit.
  2. Machen Sie kurze Achtsamkeitsübungen zwischendurch
    Sie können sich von dieser Anleitung inspirieren lassen, wenn Sie möchten:
  3. Konzentrieren Sie sich auf lediglich eine einzige Aufgabe
    Fokussierung heißt das Zauberwort. Wenn Sie gleichzeitig an andere Tätigkeiten denken, sind Sie abgelenkt und damit unkonzentriert. Das sabotiert die Effizienz.
  4. Benutzen Sie Erinnerungshilfen zur Achtsamkeit
    Damit Sie nicht vor lauter Betriebsamkeit die Achtsamkeitsübungen vergessen, verwenden Sie irgendein Hilfsmittel, das Sie daran erinnert. Es gibt eine Menge Apps für so etwas. Aber es reicht auch schon, sich eine Erinnerung auf dem Smartphone zu setzen.
  5. Fahren Sie das Tempo herunter um dann wieder Gas geben zu können
    Denken Sie auch an die Pausen. Sie müssen die Batterien auch wieder laden, damit Sie zum rechten Zeitpunkt Energie abgeben können.
  6. Verbünden Sie sich mit dem Stress
    Stress hängt sehr stark davon ab, wie wir über eine bestimmte Tätigkeit denken. Fragen Sie sich, ob eine Tätigkeit tatsächlich mit negativen Stress verbunden ist oder ob es auch andere Sichtweisen geben könnte. „Umdeutung“ oder „Reframing“ sagen die Fachleute dazu.
  7. Empfinden Sie Dankbarkeit
    Schreiben Sie doch einmal auf, für was Sie dankbar sein können und auch sind. Oft vergessen wir dabei Wesentliches, weil es uns einfach selbstverständlich erscheint.
  8. Kultivieren Sie Bescheidenheit
    Überprüfen Sie selbstkritisch Ihre Erwartungen an sich selbst und an andere. Und bedenken Sie immer, das Sie die Wahrheit nicht gepachtet haben, sondern es auch andere berechtigte und begründbare Sichtweisen gibt.
  9. Akzeptieren Sie, was Sie nicht ändern können
    Akzeptanz ist ein wichtiger Bestandteil der Achtsamkeit. Dinge ständig zu hinterfragen, die wir nicht ändern können, führt zur Verbitterung.
    Aber unterschätzen Sie Ihren eigenen Einfluss nicht. Und manchmal muss man auch einfach die Konsequenzen ziehen und loslassen können.
  10. Entwickeln Sie eine wachstumsorientierte Denkweise
    Denken Sie nicht in Beschränkungen, sondern in Möglichkeiten. Lassen Sie Ihren Geist wachsen. Ich halte es da mit Heinz von Foerster: „Handle stets so, dass die Anzahl der Wahlmöglichkeiten größer wird!“

Mir hat in diesem Zusammenhang gut gefallen, was der Philosoph und Kaiser Marcus Aurelius gesagt hat:

Einsamkeit suchen die Menschen auf ländlichen Fluren, am Meeresufer, in den Bergen. Doch einer wie beschränkten Ansicht entspringt dieser Wunsch! Kannst du dich doch, sooft du nur willst, in dich selbst zurückziehen. Gibt es doch nirgends eine stillere und ungestörtere Zufluchtsstätte als die Menschenseele.

Shamash Alidina hat ein Buch zur Achtsamkeit im Beruf geschrieben, das ich wärmstens empfehlen kann: Achtsamkeit im Beruf für Dummies.

BTW: Es gibt zu dem Artikel auch eine schöne Infografik. Sehen Sie selbst:

Weiterlesen

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Buch: Storytelling mit Daten

Mitunter darf ich Workshops zu Struktur und Aufbau von Präsentationen begleiten. Meistens kommen die Zuhörer aus dem technischen Bereich und so werde ich oft gefragt, wie man “trockenes” Zahlenmaterial auf aktivierende Weise dem Publikum vermitteln kann. Ein bekanntes Konzept für spannende Vorträge ist das Storytelling, wie es zum Beispiel von Cliff Atkinson beschrieben wird. Wie aber funktioniert eine Umsetzung dieses Ansatzes bei der Vorstellung von Zahlen, Daten, Fakten?

Eine Antwort auf diese Frage gibt Cole Nussbaumer Knaflic mit ihrem Buch Storytelling mit Daten. Hier erfahren Sie “die Grundlagen der effektiven Kommunikation und Visualisierung mit Daten”.

Der Aufbau des Buches macht dem Anspruch der Autorin nach Klarheit alle Ehre. Es ist logisch aufgebaut: Zunächst werden sechs Bausteine einer guten Präsentation beschrieben, danach erfolgt die Anwendung an einem konkreten Beispiel. Fallstudien und Tipps runden das inhaltliche Angebot ab.

Laut Nussbaumer Knaflic sind dies die Bausteine einer guten Präsentation:

  1. Der Kontext
    Die Kenntnis des Kontexts, in denen Ihre Präsentation stattfinden soll, ist essentiell für den Erfolg Ihres Vortrags. Hierbei helfen zielführende Fragen zu Publikum und Thema, die in diesem Kapitel vorgestellt werden.
  2. Die Auswahl der effektiven Darstellung
    Nicht jede Darstellung ist für jeden Zweck geeignet. In diesem Artikel werden die Vor- und Nachteile der wichtigste Darstellungsformen (Tabellen, Diagramme) erörtert. Danach wissen Sie auch, warum Sie keine Kuchendiagramme verwenden sollten. Und 3D schon gar nicht.
  3. Reduzierung von “Wirrwarr”
    Wenn Sie an Ihre Zuhörer klare Signale senden wollen, dann sollten Sie Rauschen so weit wie möglich vermeiden. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre Grafiken von jeglichem Ballast befreien.
  4. Lenkung der Aufmerksamkeit des Publikums
    Hier lernen Sie präattentive Merkmale bei Text, Farbe und grafischen Darstellungen kennen.
  5. Denken wie ein Designer
    Es gibt allgemein anerkannte Regeln,  nach denen Texte und wirksame Visualisierungen gestaltet werden sollten. Sie sind nicht allzu schwierig zu verstehen und auch als Nicht-Designer ist es durchaus möglich, ihnen zu folgen.
  6. Geschichten erzählen
    Wichtig für eine gute Geschichte ist ein logischer, in sich schlüssiger Ablauf. Nussbaumer Knaflic plädiert für einen einfachen Aufbau, den Sie auch aus der Schule kennen: Beginn, Mitte, Schluss. Sie erfahren, wie Sie für Ihre Präsentation ein Drehbuch erstellen.

Alle Bausteine werden in einem eigenen Kapitel noch einmal zusammengefasst und zusammenhängend an einem Beispiel erläutert. Darüber hinaus gibt es noch fünf Fallstudien zur Vertiefung der einzelnen Bausteine. Zwar bin ich nicht immer mit den “Musterlösungen” einverstanden, aber das muss ja auch nicht sein. Auf erklärenden Text in den Diagrammen würde ich zum Beispiel verzichten und stattdessen Handouts bemühen.

Wenn Sie öfters Zahlen, Daten und Fakten präsentieren müssen, dann können Sie mit diesem Buch die Grundlagen dafür erlernen. Es ist sachlich geschrieben und gut strukturiert. Es bekommt einen festen Platz in meinem Bücherschrank, denn auch zum Nachschlagen eignet es sich aufgrund der vielen Beispiele sehr gut.

Die Website zum Buch finden Sie hier.

 

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag Franz Vahlen GmbH als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

 

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Wikipedia: Das Buch zum Zeitmanagement

Aus gegebenem Anlass, wie es so schön heißt, habe ich unlängst wieder einmal in der Wikipedia gestöbert. Ich war auf der Suche nach einem Begriff aus dem Zeitmanagement. Den habe ich zwar nicht gefunden, aber dafür andere interessante Beiträge zu diesem Themengebiet.

Was ich auch entdeckt habe, ist die Buchfunktion. Damit können Sie als eingetragener Wikipedia-Nutzer interessante Seiten in einer pdf-Ansicht abspeichern und Ihre Sammlung dann als Buch zusammenstellen. Genau das habe ich gemacht und herausgekommen ist ein Wikipedia-Buch zum Zeitmanagement. Es besteht derzeit aus 20 Artikeln (Wikipedia-Seiten), die grob geordnet sind nach grundsätzlichen Begriffen (wie ALPEN), Methoden (wie Pomodoro-Technik) und Namen (wie Peter Drucker).

Ich finde die Druckqualität gut, die Darstellung sehr aufgeräumt. Wenn Sie das Buch herunterladen möchten, dann können Sie das hier tun. Vielleicht möchten Sie das Buch aber auch ergänzen, denn ich bin mir sicher, dass es noch unentdeckte Wikipedia-Schätze zu heben gibt. Allerdings bin ich noch nicht ganz durchgestiegen, wie das in direkter Weise auf der entsprechenden Seite funktioniert. Aber es geht auch so: Hinterlassen Sie einfach einen Kommentar mit einem Link zum entsprechenden Wikipedia-Artikel und ich werde das Buch um ein weiteres Kapitel ergänzen.

Wenn Sie finden, dass ein wichtiger Begriff zum Zeitmanagement in der Wikipedia noch gar nicht vorhanden ist, dann schreiben Sie doch selbst einen neuen Artikel. Ich nehme ihn dann in das Buch auf. Wie Sie aus dem ersten Absatz dieses Artikels entnehmen können, steht dies bei mir bereits auf der Liste.

Buch zum Zeitmanagement

[Foto von Pexels [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

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Gehen Sie in Rente – Jetzt!

Während meiner Dienstzeit bei der Bundeswehr gab es die Sitte bei den Wehrpflichtigen, die Restzeit bis zur Entlassung mittels eines Maßbands darzustellen oder zu visualisieren, wie es neudeutsch heißt. Ich habe so etwas nie besessen, denn ich hatte Glück mit meiner Einheit und war sogar ausgesprochen gerne bei der Bundeswehr.

Nun gibt es Mitmenschen, die auch an ihrem Arbeitsplatz schon frühzeitig anfangen, die Tage bis zur Beginn der Rente zu zählen. Wenn Sie das 1 Jahr vor dem Renteneintritt tun, dann sehe ich dies nicht als allzu großes Problem an. Wenn Sie allerdings schon mit vierzig die Tage zählen, dann legt sich bei mir schon die Stirn in Falten. Denn wenn der Grund dafür ist, dass Sie sich Unwohl „auffe Zeche“ fühlen, dann sollten Sie vielleicht nicht über den Ruhestand nachdenken. Vielmehr könnte es angebracht sein, den Arbeitsplatz oder sogar den Beruf zu wechseln. Letzeres habe ich gemacht und mir ist es gut gegangen seither.

Vielleicht möchten Sie aber auch ganz aus dem Berufsleben aussteigen, als selbsternannter Frührentner sozusagen. Sollten Sie aber nicht als Millionär über das nötige Kleingeld verfügen, dann müssen Sie sich über Ihre Ausgaben Gedanken machen und dort den Rotstift ansetzen. Eine einfache Rechnung, die schon meine Großmutter kannte: „Sie können nicht mehr ausgeben als Sie einnehmen“.

Um Ihre Ausgaben zu reduzieren, sollten Sie sich klar machen, was Sie tatsächlich brauchen. Damit das leichter fällt, sollten Sie einige Annahmen und Glaubenssätze über Bord werfen, wie Brian Stoffel meint. In seiner Präsentation Want to Retire Early? Ditch the Middle-Class Mindset sagt er Ihnen, welche das sind. Eine Einladung zum minimalistischen Prinzip, denn vieles was wir zu benötigen meinen, wird von außen gesteuert. Kratzen Sie an der Oberfläche, dann relativiert sich so manches. Wie auch Brian meint: Alles eine Frage der inneren Einstellung oder des Mindsets, wie unsere amerikanischen Freunde sagen.

Leider hat er seine Präsentation auf Slideshare veröffentlicht. Aus diesem Grund kann ich sie aus Datenschutzgründen nicht direkt einbinden. Wenn Sie aber auf das Bild klicken, dann werden Sie zu Slideshare geleitet.

 

BTW: Wenn Sie die Nummer mit dem Maßband vorziehen, dann können Sie die Restzeit bis zur Rente mit dem Zeitrechner bestimmern. Aber erschrecken Sie dann nicht über das Ergebnis.

Ein Buch, dass ich Ihnen zu diesem Thema ans Herz legen kann, ist Early Retirement Extreme: A philosophical and practical guide to financial independence von Jacob Lund Fisker.

Early Retirement Extreme: A philosophical and practical guide to financial independence (Taschenbuch)
by Jacob Lund Fisker

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