Wie tickt die neue Firma? So finden Sie es heraus!

In meiner Generation war es üblich, in einem Vorstellungsgespräch gegenüber dem Unternehmen als Bittsteller aufzutreten. Die Kommunikationsbeziehung war meistens asymmetrisch, wir wollten einen Job von der Firma und durften froh sein, wenn wir den bekamen. Unter diesem Aspekt wurden auch die Interviews betrachtet: Der Personaler fragt, der Kandidat hat zu antworten, auch wenn die Fragen noch so dämlich oder gar taktlos sind.

Dieses Verhältnis scheint sich, zumindest bei einigen Jobs und Berufen, sowie in gewissen Branchen, etwas umzukehren. Oder wie mir ein sichtbar empörter Unternehmer vor einiger Zeit sagte: „Stellen Sie sich vor, der junge Mann ist nach einer halben Stunde aufgestanden und sagte, er gehe jetzt, denn ich könne ihm sowieso nichts bieten.“ Ich konnte mir ein klammheimliches innerliches Feixen nicht verkneifen. Der gute Mann wird sich an derartige Dinge gewöhnen müssen, wenn er gute Leute haben will.

Dennoch haben viele Menschen über die Jahre vergessen, dass sich in einem Vorstellungsgespräch nicht nur der Kandidat bei der Firma vorstellt, sondern auch umgekehrt. Sie müssen nicht unter dem Teppich durchkriechen. Prüfen Sie das Unternehmen eingehend, schließlich müssen Sie einen großen Teil Ihrer wertvollen Lebenszeit dort verbringen.

Meghan Rabbitt gibt Ihnen Tipps für eine Reihen von Fragen, mit denen Sie während des Vorstellungsgesprächs (und nicht nur da) die herrschende Unternehmenskultur auf das Passvermögen abklopfen können. Nach Want to Know the Real Deal With a Company’s Culture? 6 Interview Questions You Should Ask könnten Sie fragen:

  1. Was unterscheidet in dieser (ausgeschriebenen) Position einen guten von einem großartigen Mitarbeiter?
  2. Wie arbeiten Sie Mitarbeiter ein und wie gehen Sie mit Anfängerfehlern um?
  3. Auf welche Weise fördert das Unternehmen die Entwicklung von Teams?
  4. Was gefällt Ihnen selbst an der Arbeit hier und was mögen Sie nicht so gerne?
  5. Wie würden Ihre Mitarbeiter antworten, wenn ich sie nach drei Gründen fragen würde, warum sie gern in Ihrem Unternehmen arbeiten?
  6. Inwieweit trägt die Position zum Unternehmenszweck, den Zielen und dem gewünschten Erfolg bei?

Für manche Personaler sind diese Fragen sicher starker Tobak, besonders wenn man die Fragen (4) und (5) betrachtet und Sie dürften damit so manchen ins Stottern bringen. Es hilft sicher, wenn Ihr Gegenübe merkt, dass es nicht um Machtspielchen, sondern um ein Gespräch auf Augenhöhe geht. Bleiben Sie also ernst und freundlich.

Eine Geschäftsbeziehung ist dann nachhaltig und ertragreich, wenn beide Seiten zufrieden sind. Das gilt auch für ein Arbeitsverhältnis.

alda2 / Pixabay

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